Merkposten Mali: Schüsse auf Bundeswehr, Rotkreuz-Mitarbeiter entführt

Zum Mitplotten (scheint wieder notwendig): In Gao im Norden Malis wurden Schüsse auf Bundeswehrsoldaten abgegeben; in der Region wurden zwei Mitarbeiter des Roten Kreuzes entführt.

• Von den Schüssen auf die deutschen Soldaten der UN-Mission MINUSMA am (gestrigen) Samstag berichtete das Einsatzführungskommando der Bundeswehr in der Nacht:

Gestern Abend sind bei MINUSMA Soldaten der Bundeswehr in Gao Stadt in Mali von einer unbekannten Person mit Handwaffen beschossen worden. Die Aufklärungskräfte brachen daraufhin ihren Auftrag ab und sind wieder wohlbehalten im Camp Castor angekommen.

Das deutsche Mobile Research and Advisory Team (MRAT) hielt sich zur Angriffszeit am späten Abend in Gao auf. Die Soldaten erwiderten das Feuer nicht, sondern zogen sich ins nahegelegene Camp Castor zurück. An einem gepanzerten Toyota Landcruiser der Gruppe wurden später zwei Einschusslöcher entdeckt.

• Ebenfalls am Samstag hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK, englisch ICRC) mitgeteilt, zwei seiner Mitarbeiter seien zwischen Gao und Kidal weiter nördlich entführt worden. Einzelheiten nannte die Organisation nicht:

Wir bestätigen die Entführung von zwei unserer Kollegen heute Morgen zwischen Gao und Kidal. Wir bitten darum, nicht über diesen Vorfall zu spekulieren, um seine Lösung nicht zu behindern. Das IKRK ist seit 32 Jahren in Mali vertreten und eine neutrale, unabhängige und unparteiische Organisation.
(übersetzt mit deepl.com)

• Katja Keul, Staatsministerin im Auswärtigen Amt, brach am (heutigen) Sonntag zu einer Reise nach Mali und Mauretanien auf. Aus der Mitteilung des Außenministeriums dazu:

„Der Sahel wird weiter von Terrorismus und Instabilität bedroht. Wir werden die Menschen dort nicht allein lassen. Wir bleiben in der Region umfassend engagiert. Aber wir richten unser Engagement neu aus. (…)
Den Einsatz der Bundeswehr bei der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali werden wir 2024 beenden. Unsere oberste Priorität bleibt dabei die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten sowie deren Möglichkeit ihr Mandat zu erfüllen. Deshalb werde ich in Mali sehr deutlich einfordern, dass die dortige Regierung die dafür nötigen Rahmenbedingungen vollumfänglich garantiert.
Als verantwortlicher internationaler Partner setzen wir die Neuausrichtung unseres Engagements nicht überstürzt, sondern mit genügend Vorlauf und in enger Abstimmung mit unseren Partnern um.“

Keul will in der malischen Hauptstadt Bamako auch Angehörige der Übergangsregierung sprechen. Außerdem sind Treffen mit Vertreter*innen der Zivilgesellschaft und Angehörigen des deutschen Einsatzkontingents der Bundeswehr geplant (etwas merkwürdige Formulierung, die Bundeswehr hat ja nur deutsche Einsatzkontingente, und in Bamako gleich zwei, nämlich Angehörige im Stab von MINUSMA sowie auch weiterhin der EU-Trainingsmission EUTM Mali).

(Archivbild Februar 2023: Bundeswehrsoldat auf dem Flughafen von Gao – Leon Kuegeler/photothek.de)