Viereinhalb Jahre nach dem Abschied von der Großgeräte-Liste: Erster modernisierter Leo übergeben

Gut viereinhalb Jahre ist es her, dass die damalige Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den Abschied von der Großgeräte-Liste ihres Vorgängers und damit mehr Gerät für die Truppe ankündigte: Die von Thomas de Maizière auf rund 225 gedeckelte Zahl der Kampfpanzer soll auf fast 330 steigen. Nun wurde der erste der von der Industrie zurückgekauften und modernisieren Leopard-Panzer übergeben.

Insgesamt sollen über die kommenden Jahre 104 bereits an die Industrie abgegebene Kampfpanzer auf den neuesten Stand Leopard 2A7V (das V steht für verbessert) gebracht werden. Der Vertrag dafür wurde im April 2017 vom Haushaltsausschuss des Bundestags gebilligt – nach Angaben der damaligen Ministerin aufgrund von Uneinigkeit unter den beteiligten Unternehmen Krauss-Maffei Wegman und Rheinmetall mit Verzögerung.

Das Münchner Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW), das den ersten der vorgesehenen quasi neuen Kampfpanzer modernisierte und am (heutigen) Dienstag übergab, teilte mit:

Zu den wesentlichen Merkmalen gehören ein noch höheres Schutzniveau, eine leistungsstarke Stromversorgung, neue ABC- und Klimaanlagen sowie die Integration von C4 I Systemen, um den Anforderungen einer modernen vernetzten Operation gerecht zu werden. Die Modernisierung des Antriebstranges und eine weitere Optimierung der Waffenstabilisierung bei Fahrt verstärken Agilität und Kampfkraft der Fahrzeuge. …
Der deutschen Bundeswehr werden 104 Leopard 2 A7V bis 2023 zulaufen.

Interessant ist ein Blick auf die Presse-Webseite von KMW dazu: Die heutige Übergabe ist offensichtlich die erste Übergabe eines Kampfpanzers des Unternehmens an die Bundeswehr seit der Auslieferung der damals modernsten Version 2A7 im Dezember 2014.

(Foto: Auch wenn der erste Leopard 2A7V an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr übergeben wurde und noch nicht direkt an die Truppe, waren bei der Übergabe neben dem Parlamentarischen Staatssekretär Peter Tauber, l., Soldaten aus der 3. Kompanie des Panzerbataillons 203 aus Augustdorf und Generalleutnant Stephan Thomas vom Kommando Heer dabei – Foto Lindhorst)

81 Gedanken zu „Viereinhalb Jahre nach dem Abschied von der Großgeräte-Liste: Erster modernisierter Leo übergeben

  1. Und die Panzer kein Diesel mehr das wäre sehr gut. Brennstoff Zellen das wäre gut und wir hätten ein Vorteil, nie wieder zu tanken auf Schlachtfeld

  2. @Bundesbürger
    Tut mir Leid, aber ich verstehe nicht so ganz was Sie mir sagen wollen. Sie spielen doch sicher auf diesen Beitrag an:
    „Dann muss ich leider doch nochmal nachfragen: Sind die 16 nld. Panzer in Lührsbockel, die Fahrzeuge, die auf A7V umgerüstet werden sollen? Und wenn nicht, woher kommen dann diese weiteren 16 Panzer?“
    Mir ist durchaus bewusst, dass die 16 auf A7V umzurüstenden A6 in jedem Fall aus den Niederlanden kommen. Meine Frage war ja, ob dies die 16 Panzer aus 414 sind und wenn nicht, woher die Nld. dann auf einmal weitere Panzer haben?

  3. Nein. Wenn die Info von KPK zutrifft, dass die 414er ex-NL KPz auf Stand A6M A2 sind und bleiben, dann kann es sich bei den umzubauenden 16 Stück A6 nur um deutsche KPz handeln. Sonst würde ja unser künftiger Bestand von 328 um weitere 16 anwachsen, was definitiv nicht so ist.

  4. Ursprünglich war es übrigens einmal Ziel bzw. Wunsch, möglichst wenige Rüststände zu haben, das hat logistische Gründe und vereinfacht die Ausbildung.

    Tatsächlich sieht der Bestand 2026 so aus:
    – A5 im GÜZ
    – Ein Restbestand unveränderte A6
    – 101 verbesserte, in Teilbereichen wie Bedienkonzept und Fahrgestell/Antriebsstrang an A7 angepasste A6
    – A6M
    – A6M A2 (bei 414)
    – 104 A7 (V)

    Ziemlich suboptimal, abgesehen von der Erhöhung der Gesamtzahl.

  5. @3./24 | TZ | Bundesbürger
    Meine vorherigen Angaben entstammen dem Internetauftritt der Niederländer, sStimmen also. Aber auch bei http://www.deutschesheer.de/Panzerbataillon 414/ Geschichte findet sich die Bestätigung:
    „23. April 2018 Erster Leopard 2A6 M A2 (niederländische Konfiguration) im Panzerbataillon 414“
    Der Kernsatz aus dem u.g. Link.
    Nederland least 18 gemoderniseerde tanks van Duitsland. = NLD lässt 18 modernisierte ( = kampfwertgesteigerte) KPz von Deutschland
    Die Gesamtseite des NLD BMVg ( = defensie) beigefügt. Bei Übersetzungsfragen helfe ich gern.
    https://www.defensie.nl/organisatie/landmacht/materieel/voertuigen/leopard-2a6-gevechtstank

    Da ja parallel die Frage 2A7V für 414 – ja/nein – beantwortet werden soll, habe ich dies an „Defensie“ weiter geleitet. Abwarten also, ob die antworten werden.
    Persönlich glaube ich das nicht, denn dann machte die KWS auf Leopard 2A6 M A2 vor gut einem Jahr begonnen, überhaupt keinen Sinn. Niemand, unterstelle ich, rüstet im Laufe 2018 den 2A6 um, wenn klar ist, dass zu Ende 2019 2A7V in Angriff genommen wird. Es sei denn, 414 wäre nach Gesamtplanung erst zum Ende der Umrüstphase, also 2023 dran.
    Aber: man weiß es nicht = je weet het niet

  6. @TZ
    „Laut diesem Artikel bekommen die Leopard 2A4 die neue L55A1. Da die restlichen Fahrzeuge nicht erwähnt wurden, gehe ich davon aus, die werden diese bereits haben.“
    Da liegen sie leider falsch, die übrigen haben die L55. Da bei den A4 aber ohnehin die alte L44 ausgetauscht werden muss, wird eben gleich die L55/A1 eingebaut. Somit wird wie früher das älteste Modell auf den neusten Stand gebracht und alles was gerade noch A5 oder jünger ist muss sich noch gedulden
    bevor auch sie eine moderere Waffenanlage bekommen und ob das denn dann noch die 120mm L55A1 sein wird.

  7. @TZ
    Entschuldigen Sie bitte! Nehme ich komplett zurück!
    Klassische Verwechslung! Hatte den Eindruck, hier gängelt jemand Herrn Kaikowsky obwohl eigentlich schon alles geklärt ist. Dies ist wohl der späten Stunde zu schulden.

    Sie haben natürlich recht! Bei Auswertung aller hier genannten Quellen muß es so sein:
    16 Leopard 2A6 NLD wurden abgegeben und werden zu A7V, später wieder ohne V, umgerüstet
    18 Leopard 2A6M der Bundeswehr (von 50) wurden zu A6M A2 und an 414 übergeben

    hier wäre noch ein Link dazu
    https://www.bundeswehr.de/portal/a/bwde/start/aktuelles/aus_der_truppe/!ut/p/z1/hY7NCoMwEITfyI0pano0SEEIKrV_yaUEDTbFJhJS6aEP35SCN-keBnbn22FAwAWEkbMepNfWyDHsXKRXStiB4S3G7EgQKllF6gSjGJENnOD8DxHBRiuTI2h7BTxkZKsZdQotCBB3OctXNFnnR-Uj2X07Ar9J04-qsV3-OwSwV1FnTWCCemW8Djo46a1bvrunc8GJdA8cxQWNs6VT_M4Fp7TBKCtKuofpsSNVlQwfPt4UxQ!!/dz/d5/L2dBISEvZ0FBIS9nQSEh/#Z7_B8LTL2922LU800ILN8O52010O6

    Uh, bin sebst schockiert

  8. @TZ & Voodoo

    Jaja, ohne das Verteidigungsministerium kann die Industrie gar nichts, dieses Naturgesetz ist uns allen bekannt. Es braucht die Weisheit, Weitsicht, militärische Expertise. Nicht zu vergessen die Wirtschaftsingenieure, die erstmal rechnen müssen, damit das Material bezahlbar bleibt. Die Industrie kann das nämlich nicht alleine. PowerPointpräsentationen schlagen natürlich jedes Werbevideo. Auch und besonders Werbevideos für bereits getestete und teils gar exportierte Systeme. /s

    Wie kann Rheinmetall eigentlich mit dem Schützenpanzer Lynx KF41 in den Export gehen? Was ist mit dem Missionsmodul für den Australischen Boxer mit dem Lance Waffenturm? FFG verkauft eine PMMC G5 Variante als M113 Nachfolger nach Norwegen, nur wie? Wie funktioniert das so ganz ohne die Hilfe des militärischen Elfenbeinturms?

    Problem ist vielmehr das vom Ministerium nichts gekauft wird, was man nicht selbst ersonnen oder verschlimmbessert hat.
    Einige Systeme gelten dazu erst als voll Entwickelt wenn sie intensiv militärisch getestet und eventuell angepasst wurden. Das Ministerium bewegt sich da aber nicht.
    Dazu läuft KMW durch die Welt mit dem Werbeslogan „Leopard’s Home“, kann darunter aber nichts neues präsentieren. Bei vielen scheint das nach wie vor zu funktionieren. Die Rheinmetall Demonstratoren gibt es seit 2010 !! Mit den Jahren kamen mehr Systeme dazu. Man will aber scheinbar nicht das KMW bloß gestellt wird und Rheinmetalls Systeme als Garnitur oben drauf kommen. Außerdem müssten dann andere Unternehmen bei jetzigen und zukünftigen Verträgen Federn lassen.

    Die Behauptung nichts davon wäre fertig kann nicht belegt werden. Viele dieser Subsysteme sind nicht sonderlich komplex aber sehr nützlich.
    Das der ADV so nicht bestellt wurde ist kein Wunder, vom A4 bleibt da außer der Wanne, Turm, (jeweils nur noch der Stahl) Fahrwerk und dem Powerpack ja quasi nichts übrig. Das hat seinen Preis, den gerade Nutzer der alten A4 nicht aufbringen wollen.

    Die Nebelwurfanlage ROSY wurde schon vor ner Ewigkeit vorgestellt und exportiert, die funktioniert also. Sie bietet besseren Schutz in der Bewegung, die wiederverwendbaren Magazine sind sehr schnell nachladbar und in Sekunden installiert.
    Das 360° Kamerasystem ist ebenfalls schon seit Ewigkeiten am Demonstrator, hatte also genug Zeit zu reifen. Was soll daran kompliziert sein? Jede bessere Überwachungskamera registriert Bewegung im Erfassungsbereich. Die Information geht an die Besatzung und in diese Richtung kann eben die Kommandantenoptik und die Waffenstation ausgerichtet werden. Das ist keine Magie. Der Panzer soll damit nicht autonom fahren.
    Der kritisierte Turm zu Babel befindet sich aktuell nicht mehr auf dem Demonstrator. Die Waffenstation dreht sich nun um die Kommandantenoptik und ist wesentlich kleiner als die vor einigen Jahren vorgestellte. Die visuelle Signatur wurde dadurch deutlich gegenüber KMWs A7+ (Export) und den vorherigen ADTs reduziert. Wird die Waffenstation demontiert besteht quasi kein Unterschied zum A7 und A7V.
    Rheinmetall hält sein Selbstschutzsystem, nach mittlerweile einigen Versionen, für ausgereift.
    Viele dieser Systeme sind bitter nötig, da man so wenige (Schützen)Panzer in der EU/Westeuropa hat, das keine geschlossene Frontlinie mehr gebildet werden kann. man wird vielleicht auch mal in die Not kommen sich durch urbanes Gebiet zu kämpfen. Da kann man immer mit Panzerabwehrwaffen beschossen werden. Die weggesparte Panzerung sowie das Selbstschutzsystem könnten sich da bitter böse rächen.

    @3./24
    Danke für die Info.

    @Steihaus
    Getankt werden müsste trotzdem. Soviel Wasserstoff bekommt man gar nicht in den Panzer, dass er tagelang ohne zu tanken im Gefecht stehen könnte.
    Den Wasserstoff ins Feld zu bringen wäre ein Alptraum.
    Es gibt ein neues Powerpack, welches deutlich kürzer ist und daher mehr Platz für Systeme, Tanks oder Munition lässt.

  9. @TZ
    U.a. der verlinkte Artikel der ESuT war auch eine meiner Quellen, ich war bisher auch davon ausgegangen, dass 16 NLD KPz umgerüstet werden. Das hatten bisher alle mir bekannten Quellen ausgesagt.
    Die Infos von KPK waren mir neu.

  10. @TZ
    Dänemark (?), jetzt ist aber gut: 57 Leopard 2A5DK und 12 A4, jedenfalls gem Wiki.
    Ich höre jetzt auf!

  11. @SvD
    „Die Verbesserungen durften weder den vorgegebenen Finanzrahmen sprengen, noch den Zeitplan gefährden. Damit fielen alle noch nicht zu Ende entwickelten bzw. mit hohem Aufwand zu qualifizierenden Möglichkeiten aus der Betrachtung.“
    (https://m.facebook.com/esutde/posts/1918273848433524)

    Es geht mir keinesfalls darum die Industrie zu bashen, aber die Entwicklung moderner Technologien braucht nunmal seine Zeit. Zumal Sie berücksichtigen müssen, dass seit der Auftragsvergabe zum A7V ja inzwischen auch ein paar Jahre vergangen sind!

  12. @TZ
    Das ist ja lustig von Janes.
    Dänemark besitzt gar keine A6, sondern 57 2A5 DK. Davon werden 44, die Stärke eines Bataillons, auf 2A7M DK gebracht. Laut der Pressemitteilung dieser Woche.

  13. @KPK
    Mir ist bezüglich Janes und Dänemark auch die Kinnlade runter geklappt. Unglaublich.

    Ich hatte mal vor zwei Jahren versucht, heraus zu finden, wieviel Leo 2 hergestellt wurden (das ist ermittelbar) und wo die verblieben sind (da gibt es zumindest halbwegs sichere Angaben in z.B. wiki) und wieviel KPz davon noch mindestens aktiv sind (da wird’s eng mit Quellen) ;-)

  14. @3./24
    Gesamtzahl:
    In den Varianten A0 (erste Serienversion) bis A4 wurden 2125 Exemplare für die deutschen Streitkräfte produziert.
    Alle späteren Versionen ab A5 sind Kampfwertsteigerungen der ursprünglichen Typen.
    Der Verbleib der nicht mehr im Deutschen Heer genutzten Wagen lässt sich über Wiki aufaddieren. Nicht bekannt ist die Summe der Total-Verluste im türkischen Heer; angenommen wird, dass ca. zehn 2 A4 in der Offensive auf Afrin in 2018 (meist) TOW-2 Treffer seitens YPG oder auch Daesh erhielten.
    Am 19. Dezember 2018 wurde ein Vertrag zur Lieferung von 44 neugefertigten (!) Leopard 2 A7 (+) mit Ungarn geschlossen.
    Insgesamt hat sich die Gesamtzahl also nicht wesentlich geändert.

  15. @SvD:
    Der A7V ist sicherlich nicht das Ende der Entwicklung. Aufgrund der zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen wurden nur nicht alle angedachten Verbesserungen realisiert.

    Ein aktives Schutzsystem wird auch bald realisiert:
    https://defense-update.com/20190124_germany-to-field-trophy-aps-with-leopard-ii-tanks.html

    Da der Leopard 2 noch mindestens (!) 20 Jahre in Nutzung bleibt, wird der A7V auch nicht die letze Version sein. Viele der von ihnen erwähnten Themen werden sicherlich in der nächsten Stufe realisiert.

    Zumal das Deutsche Heer offenbar eine noch tiefere Integration mit dem amerikanischen Heer vorsieht:
    https://www.defensenews.com/global/europe/2019/10/30/german-us-armies-strive-for-integrated-operations-by-2027/

    Das wird dann bezüglich Führungsmittel auch noch spannend.

  16. @KPK / @all
    Die angesprochenen ca. mindestens zehn Totalverluste erlitt die türkische Armee bereits im Dezember 2016 / Januar 2017 beim ersten Einmarsch nach Syrien bei al-Bab. Dazu kursieren die Verlustlisten mit Kennzeichen sowie diverse Fotos und Videos im Netz.

    In Afrin 2018 wurde ein weiterer Leopard an einem Ortsausgang von links von einer Anhöhe aus durch Flankenbeschuss mit einer vermutlich TOW ausgeschaltet. Offenbar haben die Treibladungen im Hauptmunbunker umgesetzt. Eine enorme Explosion im Video.

    Liste Neubauten Leopard 2:
    – 2.125 A0 – A4 BW
    – 445 Leopard 2 NL bis Rüststand A4, davon wurden später 180 Stück zu A5, dann zu A6 kawestiert
    – 380 Panzer 87 Schweiz entsprechend etwa A3/A4
    – 120 Stridsvagn 122 Schweden (Basis A5, jedoch stark optimiert, mit Elementen aus deutschem Truppenversuchsmuster “Mannheimer Konfiguration“ und schwedischem FüSys)
    – 219 Leopard 2E Spanien, basierend auf A6, stark verbessert u.a. im Bereich Panzerung Wannenfront, Turmdach, FüSys
    – 170 Leopard 2A6 HEL Griechenland, ähnlich optimiert wie 2E Spanien
    – 62 Leopard 2A7+ Katar
    Summe produzierte Neufahrzeuge bisher
    3.521.
    Bestellt 44 2A7+ Ungarn, es werden dann also Mitte der 20er Jahre 3.565 sein.

    Alle Verkäufe deutscher und niederländischer A4/A5/A6 und Austausche DEU/NL/CAN sind zahlenmäßig bekannt. Die LeoBen -Gemeinschaft (Nutzerstaaten, Zahl Erwerb Gebraucht-KPz) ist bekannt.

    Verbleib unklar aber z.B.
    die A4 ex-Bw in Finnland. Wurden die nach Zulauf der 100 A6 NL ausgemustert, zurück verkauft an die Industrie? Eingelagert in Finnland oder Deutschland? Verwendung als Hartziel?

    Schwedens A4 selbe Frage, in dem gestern angesprochenen Artikel von Janes steht, dass KMW 68 aus Schweden zurück gekaufte A4 zu deutschen A7V umbaut. Sind auch die zunächst für künftige Umbauten eingelagerten weiteren 32 A4 aus Schweden, sofern das überhaupt zutrifft?

    Österreich z.B. hatte 114 ex-ndl. A4, teilweise wurden die an die Industrie (KMW, Rheinmetall?) zurück gegeben.
    Das alles nachzuverfolgen, wird zunehmend schwieriger.

    Die jährlich veröffentlichten Bestandslisten der UN über mil. Gerät sind auch nur teilweise hilfreich, weil eingelagerte KPz bzw. noch nicht verschrottetes Gerät mit aufgeführt wird.
    Demnach haben wir noch dreistellige Bestände Leopard 1, eventuell in Rockensußra, der goldene Schuss fiel aber vor 16 Jahren.

  17. @Memoria
    Das aktive Schutzsystem bekommen nur die KPz für VJTF 2023. Der große Rest erstmal nicht.

  18. 2125 Leoparden sind für die Bundeswehr gebaut worden.
    Insgesamt waren es aber schon ein paar mehr, ich meine um die 3.500 Stück.
    Soweit mir bekannt ist, hat KMW etwa 1.800 Leopard 2 gebaut. MaK in Kiel (heute Rheinmetall Landsysteme) hat 977 gefertigt, für die Bundeswehr und die Niederlande. Dann hat Oerlikon Contraves (heute RUAG) noch die Lizenzversion Panzer 87 hergestellt, etwa 345 Exemplare.

  19. Aufschlüsselung der finnischen Zahlen im Link.
    https://www.tankograd.com/cms/website.php?id=/de/Leopard-der-Finnischen-Armee.htm
    Im Jahre 2002 kam es zwischen Deutschland und Finnland zum Lieferungsvertrag über 124 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 A4. Jedoch waren nicht alle Fahrzeuge für eine Weiterverwendung als Kampfpanzer vorgesehen. Während einhundert Fahrzeuge eben diese Verwendung fanden, wurden weitere zwölf als Ersatzteillager bereitgehalten, jeweils sechs waren für Umbauten zum Brückenlegepanzer Leopard 2L sowie zum Pionierpanzer / Minenräumpanzer Leopard 2R vorgesehen. Insgesamt beschaffte Finnland 139 Kampfpanzer Leopard 2 A4 der Baulose 1 bis 6 aus Beständen der Bundeswehr. 
    Keine Angaben zur evtl. Veräußerung nach Ankauf der 100 NLD Wagen, 2A6.

  20. @ 3./24, KPK
    Bezüglich der finnischen A4 hier ein finnischer Blogbeitrag:
    https://corporalfrisk.com/2018/05/26/the-finnish-wartime-army/

    Bisher waren die A4 in den „gepanzerten Kampfgruppen“, welche jetzt die nld. A6 erhalten.
    Neben den angesprochenen Umbauten zu Brückelegern, Minenräumpanzern und übrigens auch Marksman-Flakpanzern bleiben noch ca. 80-100 funktionstüchtige A4. Diese werden zum Training, als Feuerunterstützung in den „motorisieren Kampfgruppen“ (ausgerüstet mit MT-LB), und gemeinsam mit einigen überlebenden T55 in unabhängigen Panzerkompanien genutzt.

    Sind zwar leider keine genauen Zahlen, dürfte aber die weitere Verwendung klären.

  21. Antwort aus Wien: von den ursprünglich 114 Leo 2 A4 sind noch 48 in Nutzung. Kanada erwarb die anderen Wagen.
    Quelle::
    (@Bundesheerbauer Sprecher des Verteidigungsministeriums/BMLV, bzw. @Bernd_Schulyok Abteilung Militärstrategie, Bundesministerium für Landesverteidigung).
    Die verbleibenden Wage sollen einer KWS unterzogen werden, was aber noch am Budget hängt.
    Link enthält Stellungnahme des AUT VgMin dazu. Stichwort: Bericht „Unser Heer 2030“.
    http://www.bundesheer.at/archiv/a2019/unserheer2030/index.shtml

  22. @TZ
    Unter Berücksichtigung der im Link enthaltenen Beschreibung sowie der eingebetteten Grundgliederung sind nicht einmal geschlossen aufgestellte einrassige PzKp erkennbar.
    Dies lässt Rückschlüsse auf die FIN Doktrin zu, nämlich Verwendung als Infanteriebegleit-KPz. Dies allerdings stellt eine bereits seit 1917 erfolglose Taktik der. Die Finnen sollten es besser wissen, schließlich hatten sie einen Mannerheim (Oberbefehlshaber der finnischen Armee im Winterkrieg 1939/1940 und im Fortsetzungskrieg 1941 und ff Staatsoberhaupt) und werden auch Guderian nicht nur gelesen haben.
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Finnische_Streitkräfte#/media/Datei%3AFinnish_Army_Structure_2016.png

  23. @KPK
    Der von mir gepostete Blogeintrag beschreibt die Struktur der Operational Forces wie folgt:
    – 3 Readiness- Brigaden:
    1.Pori Brigade mit Patria AMV und XA 188
    2. Karelia Brigade mit CV90
    3. Kainuu Brigade ausgerüstet für den Kampf in der Wildnis (wahrscheinlich Gebirgsjägeräquivalent)
    – 4 Battlegroups als verstärkte Bataillone:
    1. 2 Mechanized Battlegroups mit 2 Kp Leopard 2A6 und 2 KP BMP 2
    2. 2 Motorized Battlegroups mit MT-LB die jetzt beide eine Kompanie Leo2A4 für die Feuerunterstützung erhalten
    – 1 weiteres Special Forces Batallion
    Das lässt sich zugegebenermaßen nicht mit der Struktur auf Wikipedia in Einklang bringen.
    Allerdings gibt es am Anfang des Blogs den Hinweis:
    „The peacetime brigades (and brigade-sized regiments) are training units and would not deploy in the field in wartime, though they will oversee the mobilisation of the wartime units.“
    Deshalb gehe ich davon aus, dass die Wiki-Gliederung diese Peacetime-Struktur darstellt und der Blog (wie schon der Titel sagt) die eigentliche Einsatzstruktur.

    [Das gleitet jetzt ziemlich ab, und wir werden nicht die Struktur aller Streitkräfte mit Leopard-Panzern in NATO, EU und weltweit hier im Detail diskutieren. Danke. T.W.]

  24. @JPW
    Och, Herr W.? Gerade wollte ich noch meine Verwunderung zum Ausdruck bringen, dass Sie auch bei Großgerät so fit sind, und jetzt schaue ich in Ihren Blog…
    Das erklärt natürlich alles! :-) Also wenn jetzt noch Fragen offen sind?

  25. KPK schrieb: „Unter Berücksichtigung der im Link enthaltenen Beschreibung sowie der eingebetteten Grundgliederung sind nicht einmal geschlossen aufgestellte einrassige PzKp erkennbar.
    Dies lässt Rückschlüsse auf die FIN Doktrin zu, nämlich Verwendung als Infanteriebegleit-KPz. Dies allerdings stellt eine bereits seit 1917 erfolglose Taktik der.“

    Dann stellt sich aber die Frage, warum die Finnen im Winterkrieg so erfolgreich waren. Der Krieg würde eher gegen massiven Panzereinsatz sprechen. :-)

    Ist in einem zukünftigen Krieg das Geläde anders als in Karelien 1939/40?

  26. Zu
    3./24 sagt:
    31.10.2019 um 14:58 Uhr:
    (Kl)Eine Ergänzung:
    Die Fahrschulpanzer in der Kraftfahrgrundausbildung haben auch weiterhin auf den Rüststand A4.

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