Dokumentation: ‚Für uns ist klar, dass Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt‘

Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens* haben am Montag eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, in der Iran die Veranwortung für den Angriff auf Ölanlagen in Saudi-Arabien Mitte September zugewiesen wird. Nach der Erklärung im englischen Original hat das Bundespresseamt in der Nacht eine deutsche Übersetzung veröffentlicht, hier im Wortlaut:

Gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich

23. September 2019, New York

Wir, die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Deutschland und dem Vereinigten Königreich erinnern an unsere gemeinsamen Sicherheitsinteressen, vor allem daran, ein globales Nichtverbreitungsregime aufrecht zu erhalten und die Stabilität im Mittleren Osten zu bewahren.

Wir verurteilen die Angriffe vom 14. September 2019 auf die Ölanlagen in Abqaiq and Khurais auf saudischem Territorium auf das Schärfste, und beteuern in diesem Zusammenhang nochmals unsere uneingeschränkte Solidarität mit dem Königreich Saudi-Arabien und seiner Bevölkerung.

Für uns ist klar, dass Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt. Es gibt keine andere plausible Erklärung. Wir unterstützen die laufenden Untersuchungen, um weitere Einzelheiten festzustellen.

Diese Angriffe mögen gegen Saudi-Arabien gerichtet gewesen sein, aber sie betreffen alle Staaten und erhöhen das Risiko eines schwerwiegenden Konflikts. Sie machen deutlich, wie wichtig es ist, kollektive Anstrengungen für regionale Stabilität und Sicherheit zu unternehmen, einschließlich des Versuchs einer politischen Lösung für den andauernden Konflikt in Jemen. Die Angriffe zeigen, wie notwendig es ist, in der Region durch anhaltende diplomatische Bemühungen und Einbindung aller Parteien zu einer Deeskalation zu kommen.

In diesem Zusammenhang erneuern wir unser Bekenntnis zum JCPoA, das am 14. Juli 2015 mit Iran vereinbart und einstimmig vom UN-Sicherheitsrat indossiert wurde. Wir fordern Iran erneut nachdrücklich dazu auf, seine Entscheidung zu revidieren, die Vereinbarungen nicht mehr im vollen Maße einzuhalten, und diesen Verpflichtungen wieder vollumfänglich nachzukommen. Wir appellieren an Iran, mit der IAEO im Rahmen des JCPoA und des Comprehensive Safeguards Agreement umfassend zu kooperieren.

Uns ist bewusst, wie wichtig kollektive Anstrengungen zur Gewährleistung der regionalen Stabilität und Sicherheit sind. Wir bekräftigen unsere Überzeugung, dass es an der Zeit ist, dass Iran Verhandlungen über einen langfristigen Rahmen für sein Atomprogramm akzeptiert ebenso wie zu Fragen der regionalen Sicherheit, die sein Raketenprogramm und andere Trägersysteme umfassen.

Aufbauend auf unserer Gemeinsamen Erklärung vom 14. Juli 2019 und den in Biarritz verabschiedeten G7-Schlussfolgerungen, sind wir entschlossen, unsere diplomatischen Bemühungen fortzusetzen, um Bedingungen für einen Dialog zu schaffen und diesen mit allen relevanten Partnern zu ermöglichen, die an einer Deeskalation der Spannungen im Nahen Osten im Interesse der Wahrung des internationalen Friedens und der Sicherheit interessiert sind. Wir fordern Iran nachdrücklich auf, in einen solchen Dialog einzutreten und von Provokation und Eskalation Abstand zu nehmen.

*Fürs Archiv, weil es in zehn Jahren oder so möglicherweise nicht mehr so präsent ist: Die Staats- und Regierungschefs sind Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Emmanuel Macron und der britische Premierminister Boris Johnson.

35 Gedanken zu „Dokumentation: ‚Für uns ist klar, dass Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt‘

  1. Mützenich forderte Offenlegung der Beweise seitens der BR im BT. (DlF)
    Da diese Informationen allein von USA/GBR/KSA, ggf noch ISR kommen können, denen ohnehin nicht geglaubt wird, ordne ich die Aufforderung als politisches Spielchen ein.

  2. @Klaus-Peter Kaikowsky sagt: 24.09.2019 um 11:01 Uhr

    Sie arbeiten mal wieder mit Unterstellungen („denen ohnehin nicht geglaubt wird“, „politisches Spielchen“), was Ihre oftmals guten Kommentare unglaubwürdig macht. Nur weil Ihnen eine politische Richtung nicht passt, heißt das noch lange nicht, das jeder aus einer anderen Richtung der Bundeswehr schaden will. Schließlich ist Mützenich Mitglied einer Regierungspartei und Transparenz kann nicht schaden. Letztendlich kann man doch darlegen, welche Informationen zu diesem Schluss geführt haben.

  3. Danke für die „guten …“.
    Ansonsten bleibe ich dabei, gerade WEIL Mützenich Teil der Koalition ist! Als ob die Stellungnahme aus NY nicht abgesprochen wäre.

  4. „Für uns ist klar, dass Iran Verantwortung für diesen Angriff trägt. Es gibt keine andere plausible Erklärung. Wir unterstützen die laufenden Untersuchungen, um weitere Einzelheiten festzustellen.“

    Da steht nichts von einer Position auf der Grundlage von Beweisen.

  5. Ist doch vollkommen unerheblich ob der Iran die Drohnen den Jemeniten geliefert hat oder selber eingesetzt hat.
    So oder so wurde bewiesen, das die Luftüberwachung und Luftverteidigung der Saudis und der USA in der Region (derzeit und bei Drohnen * vermutlich noch lange Zeit) nichts taugt.
    Jetzt mal noch angenommen die Iraner haben schon einige kleine Nukes (Uran kann man auch mit kleinen und nicht computergesteuerten Zentrifugen anreichern, A-Bombentechnik gibts für jeden der zahlt seit Jahrzehnten in Pakistan) sind die sakrosankt.
    Ich denke mal das wichtigste Signal welches die Iraner aussenden wollen ist, bleibt uns vom Hals wir sind bissig.
    Die eher symbolische Truppenverstärkung der USA in der Region legt den Schluss nahe das das Pentagon das ähnlich sieht.

    * die können im Extremfall je nach Bauart kurz über dem Boden reinschweben

  6. Wir wissen doch spätestens seit der heroischen Zustimmung der BRD zum Fall Skripal, wie billig solche Aussagen zu bewerten sind. Hat sich von unseren angeblich Verantwortlichen niemand die Frage gestellt, welchen Fußtritt wir damit den Amerikanern geben?
    Wenn es der Iran war, dann sind mehr als 20 Drohnen und Raketen ganz gemütlich über die Strasse von Hormus und all die Horch & Schießposten der USA und Engländer hinweggeflogen, haben die Saudische Abwehr mühelos und unbemerkt überwunden und genau ihr Ziel gefunden. – Wobei letzteres vielleicht noch der größte technische Coup war. Geht es noch schlimmer?

  7. Mützenich soeben bei „Phoenix vor Ort“: bitten BR in klassifizierten (!) Sitzungen ihre Erkenntnisse auszubreiten, die gemeinsame DEU-FRA-GBR Einschätzung begründen.

  8. @grafiksammler
    Die iranischen QUDS-1 flogen aus 250-320° an, also aus NNO über die Neutralen Südirak (Schat al-Arab)/Kuwait und konnten vom KSA-Radar, dass Hormus im Auge hat, nicht erfasst werden.
    Zur Schließung der Aufklärungslücke: h/t@hthjones NEW: The US has positioned the USS Nitze, an Arleigh Burke class destroyer, off the coast of Saudi Arabia. It’s an effort to plug the gap in Saudi air defenses, which Iran exploited during last weekend’s attack!
    Siehe: https://mobile.twitter.com/fab_hinz/status/1174360397249277952/photo/1
    „We now know that all cruise missiles were fired at Khurais not Abqaiq. … Range needed from SW Iran evading central Kuwait about 750km.

  9. Greifen wir doch einfach auf Ockhams Rasiermesser zurück.

    Behauptung Nr. 1, „False Flag“ durch die USA. Trump ist ein Populist und auf einem isolationistischen Ticket angetreten. Es gibt starke Anzeichen dafür, dass er die Truppen aus Afghanistan und Syrien längst abgezogen hätte, wenn ihn seine Berater nicht bekniet hätten, gegenteilig zu entscheiden. Die Umfrageergebnisse sind unzweideutig; das amerikanische Volk will keine neuen Kriege, und in diesem Klima wird Trump nicht seine Wiederwahl gefährden.
    Denn man kann von diesem Menschen halten, was man will, aber eines lässt sich ihm nicht nachsagen: Dass er seinen Wählern nicht gebe, was sie wollten. Kurzum, Behauptung Nr. 1 stellt nur einen anti-amerikanischen Reflex dar (im wortwörtlichen, nicht im wertenden Sinne), und ist durch keine Anhaltspunkte gestützt.

    Behauptung Nr. 2, „False Flag“ durch die Saudi Arabien. Der einzige Punkt, der für diese Theorie spricht, liegt in der bekannten Hitzköpfigkeit von Mister Bone Saw, die den Einwand erlaubt, dass nach einer pragmatischen Politik gar nicht zu fragen sei.
    Nach den Maßgaben einer rational nachvollziehbaren Politik lässt sich eine solche Torheit seitens Riads allerdings nicht erwarten, denn:
    a) Der finanzielle Schaden durch den Angriff ist immens. ‚Capital‘ meldet, dass die nicht versicherte Schadenssumme rund 80 Milliarden Euro betragen könnte. Selbst das Regime in Riad, dessen Macht v.a. auf dem Geldregen beruht, den man seit Jahr und Tag über der Bevölkerung ausgeschüttet hat, kann einen solchen Dämpfer nicht aus der Portokasse begleichen, oder die Entstehung des Eindrucks zulassen, da habe sich jemand gefunden, der das Füllhorn zum Versiegen bringen könnte.
    b) Vor allem aber stützt sich der Anspruch der Sauds auf die absolute Macht auf ihre Rolle als Beschützer des Landes und seiner heiligen Stätten. Doch schafft es diese Dynastie seit geraumer Zeit nicht nur nicht, eine Rebellengruppe zu besiegen, die sich nach saudischer Lesart aus barbarischen Teufelsanbetern zusammensetzt, nein, jetzt hat man auch noch einen Angriff in Sichtweite der Hauptstadt auf eine Schlüsselindustrie der Nation zugelassen.
    Mohammed bin Salman müsste ein kompletter Narr sein, um einen seine Position derart unterminierenden Angriff zu inszenieren, nur auf die vage Hoffnung hin, dass Donald Trump seine Haltung vielleicht überdenkt.

    Bleibt also Behauptung Nr. 3, der Iran, oder eher gesagt, die Houthi in mehr oder weniger starker Abstimmung mit dem Iran (denn klar ist, dass eine lose Rebellentruppe im bitterarmen und komplett zerstörten Jemen nicht einfach mal ein paar derart effektive Drohnen gebaut hat). Hier besteht ein Motiv, und es besteht eine Gelegenheit. Anzeichen für eine Einmischung durch eine bislang unbekannte weitere Partei gibt es nicht. Wer also sollte es sonst gewesen sein?

    Übrigens kann Herr Mützenich fordern und bitten, was immer er will. Was Frau Merkel abgegeben hat, ist eine unverbindliche außenpolitische Deklaration ohne Rechtserheblichkeit. Dergleichen obliegt der ausschließlichen Kompetenz der Bundesregierung.

  10. @ muck sagt: 24.09.2019 um 19:54 Uhr

    Leider unkorrekt. Die Houthi-Bewegung ist keine lose Rebellentruppe in einem bitterarmen Land. Die Houthis sind eine Allianz unter Einschluß des kampferprobten Houthi-Stammes aus dem Hochland, an dem sich Saudi-Arabien bereits in den Kriegen 1934 und 1962 die Zähne ausgebissen hat. Der Houthi-Bewegung haben sich Teile der jemenitischen Streitkräfte angeschlossen, einschließlich von Einheiten der Republikanischen Garden, der Elite der Streitkräfte Jemens. Die jemenitischen Streitkräfte waren vor dem Ausbruch der Rebellion gut mit verschiedenen Waffensystemen ausgerüstet, auch Drohnen, SAMs und selbst ballistische Raketen russischer und nordkoreanischer Herkunft inklusive. Die Materialliste der jemenitischen Armee vor Ausbruch der Rebellion ist durchaus eindrucksvoll. Etliches davon wurde von den mit der Houthi-Bewegung kooperierenden regulären Einheiten mitgebracht, anderes erbeutet, diverses wird auch selbst hergestellt. Vermutlich wird auch einiges ins Land geschmuggelt, auch wenn es dafür keine vorzeigbaren Beweise gibt. Ausgebildetes (Ex)Militär ist zur Bedienung vorhanden. Man bekommt es hierzulande aus den Medien nicht recht mit, aber die Houthis beschießen regelmäßig mit guter Treffgenauigkeit saudische Ziele mit ballistischen Mittelstreckenraketen. Sie führen sogar Bodenangriffe auf Militärstützpunkte in Saudi-Arabien durch. Es ist ein grober Fehler, Rebellen zu unterschätzen, die sich auf stammeseigene Kampftraditionen und reguläre (Ex)Armeeeinheiten stützen können.
    Auf der anderen Seite ist die inkompetenz des saudischen Militärs zwar nicht überraschend, aber dennoch erschreckend. Es gibt genügend Videos von Kampfhandlungen aus dem Jemen, bei denen man zu dem Schluß kommt, daß man bei den Saudis das Wort „Taktik“ noch nie gehört hat. Die saudischen Verluste an Personal und Gerät sind erheblich. Nicht nur die Videos zeugen davon, sondern auch die saudischen Einkaufslisten, die dem US-Kongreß zur Exportfreigabe vorgelegt werden. Allgemein schneiden unter den arabischen Armeen die shiitischen deutlich besser ab als die sunnitischen, und die Houthis haben bereits 2x die Saudis besiegt.
    Man sollte sich jedenfalls allein aus dem Umstand, daß der Jemen ein armes Land auf der arabischen Halbinsel ist nicht leichtfertig zu Fehlannahmen bezüglich den militärischen Möglichkeiten der Houthi-Bewegung verleiten lassen.

  11. Einerseits knickt man ein, indem man aus dem Angriff heraus das Ende des Jemenkrieges fordert, andererseits macht man die US-Position zu eigen, die eine langfristige „Lösung“ fürs Atomprogramm und die Aufgabe der Raketen anpeilt.

  12. Zu Punkt Nr. 2 sei nur so viel in Kürze gesagt:
    Die Ölpolitik hat einen sehr langen Atem und ist viel komplexer als 80 Milliarden Einnahmeausfall – würde zu lange dauern das alles aufzuschreiben.
    Stichpunkte zu a): – USA Ölproduktion – Preisverfall – Preiserhalt/Preiserhöhung durch Förderminderung – OPEC – Buchungsverlust, nicht realer Verlust
    Stichpunkte zu b): – Große Kritik am Jemenkrieg innerhalb Saudi-Arabiens (keine Erfolge) – Grund um noch aktiver in Jemen zu agieren – die Sauds ziehen nicht alle an einem Strang (Machtkämpfe) – auch Donald Trump ist nur der Präsident und wenn der Druck zu groß wird (Senatoren + Abgeordnete aus beiden Lagern), muss auch er handeln
    Ich glaube auch nicht an Nr.2 aber nicht aus den Gründen.

    Die Huthi-Rebellen sind eben keine lose Rebellentruppe, das war am Anfang so, mittlerweile ist das eine kleine schlagkräftige Armee mit erbeuteten Waffen und Ex-Militärs. Logisch haben sie die Drohnen vom Iran oder mindestens die Hilfe beim Bau bekommen.
    Das heißt aber noch lange nicht, dass der Angriffsbefehl aus Teheran kam.

  13. @Tom Schäfer

    Pakistan bekam das Geld für sein Atomprogramm aus Saudi Arabien. Sie können nicht einfach alle muslimischen Länder durcheinander würfeln, viele sind sich alles andere als grün. Das hat vor allem mit der Religionsauslegung zu tun.

    Wie man eine Atombombe baut kann man auf Wikipedia nachlesen. Eine Bombe nach dem Kanonenprinzip (gun type) ist quasi idiotensicher herzustellen.
    Dabei wird einfach ein Hohlzylinder aus 80% angereichertem Uran (weniger tut es im Zweifel auch) auf einen Zylinder aus dem gleichen Material geschossen. Problematisch ist die Geschwindigkeit. Die Bomben sind quasi Frühzünder, beginnen also die Kernreaktion bevor die beiden Zylinder sich komplett überlappen. Das Geschoss muss entsprechend schnell sein, da die beginnende Explosion das Uran wieder auseinander treibt.

    Little Boy, die erste offensiv eingesetzte Atombombe, war so konstruiert und das Prinzip wurde vorher nicht mal getestet. Raus kamen dabei rund 13 kt, die Bilder von Hiroshima sind bekannt. Bis zu 40 kt sind damit schon erreicht worden bevor man sich von dem Prinzip abwandte. Es mag simpel in der Konstruktion sein, damit zu hantieren ist allerdings nicht so simpel, weil bei einem einfachen Unfall gerne alles zwischen 0 und 40 kt passieren könnte. Da muss nur ein Stück Metall in die Nähe des anderen kommen und es wird unangenehm. Sowas sollte man besser nicht an ein Flugzeug hängen.

    Einige der ersten US Atombomben und nuklearen Artilleriegeschosse waren so gebaut.

    Versuche mit Abwandlungen des Designs kann man als Trockenübungen ohne Uran durchführen. So kommt man dann schnell zu Designs die auch in eine ballistische Rakete passen. Z.B. ein double-gun System, bei dem die 2 Metallstücke aufeinander abgefeuert werden und sich in der Mitte treffen. Nach dem Prinzip soll die deutlich leichtere W33 Artilleriegranate (Kaliber 203 mm) funktioniert haben.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Gun-type_fission_weapon

    Und falls sich das einer fragt, ja sowas simples könnte Deutschland auch bauen. Atomausstieg hin oder her, der Zentrifugenpark der Urananreicherungsanlage Gronau in Nordrhein-Westfalen ist über die Jahre deutlich gewachsen. Die Zentrifugen werden dort ebenfalls hergestellt.
    Der Rest ist Pillepalle. Sicherungsmaßnahmen könnten kompliziert werden.

  14. Inzwischen blicke ich nicht mehr empört, sondern nur noch fassungslos auf die Arroganz der westlichen Machtausübung:

    – Da hält sich der Iran bis zum Bruch des JCPoA durch die USA nachweislich an die Bestimmungen dieses Vertrages und Frau Merkel und ihre Kollegen „…appellieren an Iran, mit der IAEO im Rahmen des JCPoA und des Comprehensive Safeguards Agreement umfassend zu kooperieren…“. Ja sind wir denn in einem Irrenhaus gelandet ohne es gemerkt zu haben? Wäre in dieser Erklärung nicht wenigstens die Aufforderung an die USA hinzuzufügen gewesen zum Vertrag zurückzukehren?

    – Da führt Saudi-Arabien seit Jahren einen brutalen Krieg gegen Jemen und wird nun selbst auch einmal getroffen. So ist das wenn man Krieg führt. Man kann nicht nur das gegnerische Territorium als Schlachtfeld definieren, sondern der Gegner trägt – wenn er die Macht dazu hat- den Krieg selbstverständlich auch in das saudische Territorium. Wie wäre es denn, wenn man Saudi-Arabien auffordern würde zunächst einmal seine Kriegshandlungen gegen den Jemen einzustellen anstatt „…nochmals unsere uneingeschränkte Solidarität mit dem Königreich Saudi-Arabien…“ auszusprechen? Ja, ich weiß, die Houti-Rebellen sind die Bösen, während in Syrien die Rebellen die Guten sind. Das ist das alte Spiel von den „Guten“ und den „Bösen“.

    – Da werden keine Beweise vorgelegt, dass der Iran für den Angriff auf Saudi-Arabien verantwortlich ist, sondern die reine und durch nichts belegte Behauptung es gäbe „keine andere plausible Erklärung“ reicht aus um den Iran zu verurteilen. In jedem Rechtsstaat wird ein Angeklagter bei „Mangel an Beweisen“ freigesprochen, aber wenn es um Krieg und Frieden geht scheinen Beweise keine Rolle mehr zu spielen.

    Ich kann das leider nicht mehr ernst nehmen was sich vor unser aller Augen abspielt. Die westliche Außen- und Sicherheitspolitik hat jeden Bezug zu einer werteorientierten und regelbasierten Vorgehensweise verloren.

  15. @Ingolf L

    Und für manchen Saudi ein positiver Nebeneffekt: der durchaus umstrittene Börsengang von Saudi Aramco ist erst einmal aufgeschoben, wenn auch nicht aufgehoben.

  16. @ Pete
    Passt doch zur Lesart das wir auf jeden Fall immer die Guten sind, befürchte aber das die Gegenseite von sich genauso denkt.

    Übrigens hat nochmal jemand was von dem zweifelsfrei Assad zuzuschreibendem Giftgasangriff vom April 2018 gehört, also in Form von Beweisen?!
    Es tut mir leid aber nur weil die gewählten Volksvertreter sich gemeinsam irgendwo hinstellen und sagen sie wissen es, ist das Wahlvolk welches von den Folgen dieser Aussage betroffen wäre nicht verpflichten den Lippenbekenntnissen zu glauben. Ich denke wenn es um einen Kampfeinsatz geht sollte da etwas mehr an Beweisen kommen, und bitte bitte mehr als „Weapons of Mass Destruction somewhere in the Dessert“ ;-)

  17. Alle wissen es, keiner spricht es aus:
    1. Die Exportversionen US-amerikanischer Systeme sind einfach Schrott (https://www.heise.de/tp/features/Probleme-mit-US-Raketenabwehrsystemen-auch-in-Japan-4538380.html)
    2. USA kann sich schlicht und einfach keinen weiteren Krieg wie Irak, Afghanistan etc leisten weil hoffnungslos überschuldet und strukturell nicht mehr wettbewerbsfähig.
    3. John Doe genügen die Hollywood-Ballervideos, irl hat er keinen Bock mehr den Arsch weggeschossen zu bekommen.
    4. Die Chinesen, Russen, Iraner, u.a,m. sind keine Idioten, sondern wissenschaftlich, wirtschaftlich, technologisch und vor allem finanziell mittlerweile durchaus in der Lage sich ihrer Haut zu wehren – vor allem gemeinsam gegen eine völlig überdehnte und höchst verschuldete USA.
    5. Die Saudis wollten mit ihrem ARAMCO Börsengang 2 Billionen Dollares platzieren – entspricht dem US HH-Defizit (was für ein Zufall). Falls jetzt noch eine „Bombe“ platzt, dann gerät die ganze Weltwirtschaft in den Chaos-Modus. Und das will keine Regierung.

  18. Saudi-Arabien und Iran stehen im stellvertreter Konflikt im Nahen Osten und die Staats- und Regierungschefs betonen die „uneingeschränkte Solidarität“ zu Saudi-Arabien. Geht’s noch? . Es klingt so als hätte Saudi-Arabien eine Nato Assoziationsstatus. Richtig wäre hier: Hört beide auf mit dem Quatsch! Es ist ein diplomatisches Versagen! Wie wärs denn mal mit einem gleichwertig striktem Waffenembargo für beide Länder?

    Die Region braucht endlich Stabilität.
    Solange sich die Vertreter beider Staaten die Köpfe einschlagen wollen, sollte man dort Stabilität schaffen wo sie dankend angenommen wird. Stichwort Peschmerga/Kurden. Irgendwo brauchen die Menschen eine andere Perspektive, sonst wird sich dort GAR NICHTS ändern oder schlimmer noch: noch mehr Nährboden für Ideologie.

  19. @IstEgal sagt: 25.09.2019 um 12:02 Uhr
    „Ich denke wenn es um einen Kampfeinsatz geht sollte da etwas mehr an Beweisen kommen“

    Für so etwas hat der Souverän (das deutsche Volk) seine Befugnisse auf die Exekutive übertragen, die von der Legislative und der Judikative kontrolliert werden.

    Es ist weder praktikabel noch realistisch die Bewertung von „Beweisen“ und die Entscheidung über Kampfeinsätze in Referendumsform durchzuführen oder eingestufte (Geheimdienst)-Berichte in der Zeitung oder im Internet zu veröffentlichen.

  20. @Mitleser
    Die unlängst eingesetzten Waffen sind westlichen Beobachtern teils unbekannt gewesen, teils als iranisch oder Kopie iranischer Technologie identifiziert worden. Der Jemen ist selbstverständlich bitterarm, und selbstredend in seiner gegenwärtigen Verfassung nicht dazu in der Lage, derartige Waffen zu produzieren. Daran ändert auch lange zurückliegende Militärhilfe durch Drittstaaten nichts. In diesem Land ist die Infrastruktur völlig zusammengebrochen, man kann weder das eigene Volk ernähren, noch es mit Medikamenten oder auch nur Verbrauchsgütern versorgen. Die Verkehrswege sind derart zerstört, dass Hilfsorganisationen berichten, für ihre Konvois für 500 Kilometer Luftlinie vierzehn Tage Fahrtzeit veranschlagen zu müssen. Selbst Afghanistan anno 2002 war vielleicht in besserer Verfassung als der Jemen jetzt. Es ist mir schlicht unbegreiflich, wie unter derartigen Umständen aus eigener Kraft eine Produktion solcher Geräte möglich gewesen sein sollte, selbst wenn das Know-How bereits vorhanden und versammelt gewesen wäre.

  21. @Ist Egal
    Die oftmals unter sehr schwierigen Bedingungen stattfindenden forensischen und nachrichtendstl. Analysen stehen den politisch Versntwortlichen nicht immer zeitnah und in aussagefaehiger Qualitaet zur Vfg. Wenn trotzdem politisch argumentiert wird, folgt dies einem Narrativ, es bringt Zeit und wird zudem erwartet.
    Wie komplex eine Analyse der OPCW zu Angriffen mit Sarin in SYR aussieht, zeigt u.a. Link anschaulich. ( Hoffe, link ist erlaubt)
    https://www.bellingcat.com/news/mena/2019/09/24/the-first-images-of-the-type-of-chemical-bomb-used-in-syrias-sarin-attacks/

    Doch wer interessiert sich jetzt noch fuer die Zwischenfaelle in Khan Sheikoun?
    Welche Dimension hat hingegen der Agr gg KSA?
    Nicht ueberall in der Welt wird Merkel’sches Schweigen mit Staerke oder Besonnenheit gleichgesetzt.

  22. @klabautermann

    1. Raketensysteme die an einem Ende des Landes aufgestellt sind sind immer ineffizient wenn sie vom anderem Ende des Landes durch einen bisher neutralen Staat beschossen werden der dazu sogar den Luftraum von zwei weiteren Staaten verletzt.

    2. Die Missionen in Syrien und Afghanistan kosten die USA im Jahr 2018 ca. 0,12% des US-BNP und das beträgt fast 20 Billionen. Die Schulden werden 2019 vermutlich bei 100% des BNPs liegen bei gleichzeitig der zweitgrößten Wirtschaft der Welt nach der EU. Bei der Ausgangslage hören sich Argumente gegen die USA an wie ein pfeifender Teekessel…

    3. Die USA hatte in den letzten 30 Jahren praktisch nie Probleme genügend Soldaten zu rekrutieren.

    4. Die USA ist nicht alleine sondern hat potente Alliierte in so grosser Zahl daß sie sich garnicht dehnen müssen. Sie müssen nur Schwerpunkte setzen.

    5. Es herscht keine Ölknappheit und die Weltwirtschaft hat schon ganz andere Krisen überstanden als ein paar regional brennende Ölanlagen. Problematisch wird es erst wenn gleichzeitig 5000 iranische Ölquellen durch einheimische Terroristen mittels eines konzertierten Angriffs mit Marschflugkörpern in Flammen aufgehen (wer Ironie findt darf sie behalten). Teheran kann das leicht vermeiden indem sie den Ball flach halten. Wenn nicht dann nicht.

    Der letzte der in der Region Ölquellen anzündete baumelte ein paar Jahre später am Strick und das trotz der drittgrößten Armee der Welt. Rational betrachtet kann der Iran eine Menge Schaden in der Region anrichten aber ausser der Vernichtung des Gottesstaates gibt es da nichts zu verdienen. Theologisch betracht… Gott will es… Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis…

  23. @ muck sagt:
    25.09.2019 um 19:21 Uhr

    Sie spielen ja auf die Hypothese an, dass die Houthis den Angriff mit vom Iran gestellten Waffen geführt haben könnten, und auf die Schlussfolgerung, dass Iran dann die Schuld trage. Nur was bedeutet das in der Schlussfolgerung? Ist jedes Land das ein anderes oder eine andere Partei mit Waffen ausstattet dann für die Folgen verantwortlich? Wenn ja, würden z. B. die westlichen Industriestaaten ja die Verantwortung für die völkerrechtswidrigen Taten der Saudis im Jemen-Krieg tragen, KSA bedient sich ja ausschließlich dort.

    Allgemein wundert es mich doch (Achtung, ohne Ironie) ein konzentrierter Angriff mit Low-Mid-Tech-Dronen oder Marschflugkörpern geführt werden kann, ohne dass diese auf dem Flugweg entdeckt werden bzw. ohne dass offenbar der Flugweg nachzuvollziehen ist.

  24. @Landmatrose3000

    Der Tornado war früher grün lackiert und flog nur knapp über den Baumkronen. Der Marschflugkörper Taurus tut das ebenfalls und ist daher auch grün lackiert.

    Tiefstflug ist das alte „stealth“. In der Sandwüste funktioniert das nicht so gut, da ist nicht genug Deckung. Dennoch hätte man schon nach den Drohnen suchen müssen um sie überhaupt finden zu können. Die Ziele sind klein, haben nur wenig Radarquerschnitt, kommen tief, tauchen dadurch erst sehr spät hinter dem Radarhorizont auf und wenn man sie mit den Systemen kurzer Reichweite doch noch erfasst, muss die Besatzung erstmal reagieren und mehrere Ziele gleichzeitig bekämpfen.
    Darüber hinaus waren es ja einige Drohnen und alle gleichzeitig kann man nicht bekämpfen. Ab einer bestimmten Anzahl ist jedes Luftabwehrsystem am Ende.
    Einzig Mikrowellenwaffen, mit extrem großem Wirkbereich, könnten ganze Himmelsabschnitte säubern, solange es nicht regnet.
    Bei Laserwaffen geht es auch erstmal nach Wetterlage und dann nach der Leistung des Lasers. Braucht dieser pro Ziel >15 Sekunden ist ein Schwarmangriff selbst mit mehreren Lasergeschützen nicht abzuwehren.

    Ein Sensorturm, der den Radarhorizont erweitert und auch IRST nutzt, hätte früher anschlagen können. Gekoppelt mit Autokanonen wie den neuen Skyshield Geschützen hätte das einiges verhindern können. Aber nochmal, die Ziele haben einen sehr geringen Radarquerschnitt. Ist ein Radar auf große Reichweite eingestellt, leidet die Auflösung. Rotiert es dann auch noch, kann man nur größere Ziele überhaupt erfassen. Und die Systeme stammen alle aus den 80ern.
    Da sind keine AESA Radare verbaut, die mit Künstlicher Intelligenz den Radarclutter (Störungen) ausfiltern um Kleinziele, auch zwischen Vögeln (!!), finden zu können.

  25. “ Ist ein Radar auf große Reichweite eingestellt, leidet die Auflösung.“

    Da müsste wohl eine weitere Radarkette her, „ähnlich“ wie damals das MPDR 30 unseres TMLD.

  26. Siehe auch meinen Beitrag „Klaus-Peter Kaikowsky sagt – 24.09.2019 um 19:27 Uhr“
    Wer nach Osten aufklärt, mit 90° Abdeckung auch bei PATRIOT PAC3, kann nie erkennen was aus NNO unter Verletzung irakischen und kuwaitischen Luftraums anfliegt, egal welche Radarqualitäten eingerüstet sind.
    Das Desaster erklärt sich nicht zuletzt auch in amateurhafter Lageaufklärung ff BdL, Motto: „Feind im Osten, daher Angr aus anderer Richtung nicht möglich“ sowie kein Schutz im Nah- und Nächstbereich. Auch dies stellt keine Lässlichkeit dar, sondern offenbart bei den im Weltmaßstab bedeutendsten Förderanlagen offensichtliches Fehlen einer Luftverteidigungsstrategie.
    In gleichem Maße muss die Qualität nachrichtendienstlicher (ND) Leistungen des KSA in der Nachrichtenbeschaffung angezweifelt werden. Da Teheran für Riad Feindstatus hat, muss die ND-Beurteilung sich auf Absichten, Fähigkeiten und Strategien, ff also operative Möglichkeiten konzentrieren. Solch 1×1 der ND-BdL fand offenbar nicht statt.
    Es zeigt sich, Dollar-Milliarden begründen kein kriegstaugliches Militär, wenn eine nationale Strategie, die diese Bezeichnung rechtfertigt, zur Sicherung der Hegemonie auf der Arabischen Halbinsel fehlt.

  27. Als Reaktion auf die Luftangriffe auf zwei saudi-arabische Ölanlagen entsenden die Vereinigten Staaten 200 zusätzliche Soldaten sowie „Patriot“-Luftabwehrraketen nach Saudi-Arabien. Damit werde der Schutz von wichtiger „militärischer und ziviler Infrastruktur“ in dem Königreich verstärkt, sagte am Donnerstag Pentagon-Sprecher Jonathan Hoffman.
    FAZ.net
    Mit wachsender physischer U.S. Präsenz im KSA kann sich erneut ein Problem offenbaren, dass u.a. zum Aufstieg von Bin Laden beitrug, die Anwesenheit der Ungläubigen auf saudischem Boden. Das KSA wird daher alles daran setzen, die Stationierung nicht zu publizieren.

    [Dafür brauchen wir nicht die FAZ, es gibt nämlich das Original:

    https://www.defense.gov/Newsroom/Releases/Release/Article/1972415/dod-statement-on-deployment-of-us-forces-and-equipment-to-the-kingdom-of-saudi/

    T.W.]

  28. Klaus-Peter Kaikowsky sagt:
    26.09.2019 um 15:28 Uhr

    „sowie kein Schutz im Nah- und Nächstbereich.“

    Die Anlage soll von Shahine (Crotale) und Skyguardsystemen beschützt worden sein. Wenn die aber nur auf Bereitschaft sind und ein Patriotradar genau auf den Iran gerichtet ist, hilft das nichts. Die Radare des Crotale und des Skyguard sehen die Drohnen erst sehr spät.

  29. Der Angriff auf die Ölinfrastruktur in Saudi-Arabien zeigt doch das neue Selbstverständnis in Teheran und ist – aus deren Sicht – nur die folgerichtige Strategie, die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Denn damit ist demonstriert: „Wenn Ihr uns boykottiert, dann drehen wir Euch nicht nur in der Straße von Hormuz, sondern auch sonstwo den Hahn zu.“

    Der Iran ist durch die jahrelangen kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Irak in der Vergangenheit noch einigermaßen kampferprobt. Zum taktischen „Geschick“ saudischer Truppen im Jemen ist ja schon das nötige gesagt. Vor den Saudis allein muss in Teheran offensichtlich niemand Angst haben und dass Trump einen neuen Krieg gegen den Iran vom Zaun bricht, bevor er wiedergewählt worden ist, ist äußerst unwahrscheinlich. Also bleibt es bei Säbelrasseln, limitierten Nadelstichen und Taktieren von westlicher Seite, während der Iran mit allen Mitteln weiterhin seine Position ausbaut.

    Wie man bei diesem Vorgang ernsthaft noch an eine false-flag glauben kann, ist schlicht nicht nachzuvollziehen. Danke @muck für die sehr überzeugende Zusammenfassung der Gegenargumente.

    Internationale Sicherheitspolitik hat mehr mit Gefahrenabwehr zu tun, als mit Strafrecht. Was schon daran liegt, dass es keine unumstößliche zwischenstaatliche Strafjustiz gibt, die über Staaten mit dem Anspruch der Unparteilichkeit entsprechend urteilen könnte. Wer hier immerzu die Unschuldsvermutung vor sich herträgt, hat diese Besonderheiten nebst der Problematik des „Fog of War“ schlicht nicht verstanden. Je größer eine drohende Gefahr, umso dringender die Notwendigkeit eines Handeln und umso geringer die Anforderungen an tatsächlichen Nachweis der Verantwortung oder Schuld. Außerdem ist „es gibt keine andere plausible Erklärung“ bereits um Größenordnungen stärker als das bloße „es lässt sich nicht ausschließen, dass“.

    Es könnte am Ende natürlich auch noch der namenlose Einarmige gewesen sein(!) Dr. Kimble, übernehmen Sie(!)

  30. Was man definitiv festhalten kann, ist, daß der oder die Angreifer die Sprengkörper nicht auf bevölkerte Gebiete in Riad oder Mekka hat abregnen lassen, sondern auf ein strategisch relevantes reines Industrieziel. Das ist jedenfalls viel humanitärer und völkerrechtskonformer als sehr vieles, was KSA in Jemen tut.

  31. @Mitleser
    „… jedenfalls viel humanitärer und völkerrechtskonformer als sehr vieles, was KSA in Jemen tut“.
    Stimmt!
    Und viel humanitärer als alles was Huthi im Südjemen namentlich in/um Aden unternehmen.

  32. @Mitleser: Zustimmung

    Meine erschöpfende Analyse zum iranischen Regime:

    Das Land hat nichts zu verlieren. Man wird sich dort regional keinem wahhabitischen, neo-osmanischen oder zionistischen Spieler unterwerfen. Hierfür haben die Mullahs auch ruckendeckung in der Bevölkerung.

  33. The Pentagon has settled on sending an Army Patriot missile defense battery and four Sentinel RADAR units to defend Saudi Arabia against attacks, following airstrikes on oil fields earlier this month.
    That would include 200 support personnel, according to a Thursday statement from Defense Department spokesman Jonathan Hoffman.
    https://www.militarytimes.com/news/your-military/2019/09/26/200-air-and-missile-defense-soldiers-set-to-deploy-to-saudi-arabia/
    Leider ohne Angabe zu den Stationierungsorten.
    Aber
    „The U.S. already sent about 500 troops to Saudi’s Prince Sultan Air Base this summer, the first such deployment since the U.S. stopped sending troops there after the Iraq invasion“.
    https://www.nbcnews.com/news/mideast/u-s-military-has-begun-reestablishing-air-base-inside-saudi-n1031916
    Diese Truppe bereitet die Aufnahme einer Jabo-Staffel vor, erstmals seit 2003.

  34. @Landmatrose3000/muck
    Die CM und UAS konnten nicht nur „nicht rechtzeitig“, sondern überhaupt nicht aufgeklärt. Niemand beobachtete offenbar nach Nord/Nordost Richtung Irak/Kuwait, von wo aus angeflogen wurde. Zudem übte sich die taktische Fliegerabwehr im Nah- und Nächstbereich offenbar in orientalischer Sorglosigkeit. Für mich alles Kennzeichen eines ungeordneten ( wenn überhaupt gegebenen) Systems strategischer Flugabwehr (1), in dem die Rädchen nahtlos ineinander greifen.
    Siehe meine Darstellung Klaus-Peter Kaikowsky: 24.09.2019 um 19:27 Uhr und 26.09.2019 um 15:28 Uhr
    Außerdem hat das KSA aktuell sicher andere Probleme, nachdem die Huthi in bester Guerillamanier in eine überraschende taktische Gegenoffensive gingen, zahlreiche Gefangene machten und Material eroberten.
    https://www.tagesschau.de/ausland/jemen-huthi-117.html
    (1) Maßnahmen zur Verteidigung des eigenen Luftraums gegen das Eindringen feindlicher Flugzeuge und anderer Flugkörper.

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