Neuer Vorfall bei der Flugbereitschaft – Notlandung nach Instandsetzung (Nachtrag: PK-Video)

Die Flugbereitschaft der Verteidigungsministeriums muss – erneut – einen Zwischenfall mit ihren Maschinen melden: Eine Global 5000 der Luftwaffe musste am (heutigen) Dienstag direkt nach dem Start vom Berliner Flughafen Schönefeld wieder notlanden. Dabei berührten beide Tragflächen den Boden, wie die Luftwaffe mitteilte. Die Besatzung wurde vorsorglich medizinisch untersucht.

Bei dem missglückten Flug waren keine Passagiere an Bord, weil der Jet nach der planmäßigen 30-Monats-Instandsetzung bei der Niederlassung der Herstellerfirma Bombardier in Schönefeld zu einem so genannten Funktionsflug gestartet war. Das Flugzeug sollte nach dem Werftaufenthalt an seinen Standort, den Flughafen Köln/Bonn, zurückkehren. Wenige Minuten nach dem Start hatte die Besatzung laut Luftwaffe eine Funktionsstörung festgestellt und sich zur sofortigen Umkehr entschlossen.

Die Luftwaffe meldete den Vorfall zunächst via Twitter:

Der Vorfall scheint deutlich ernster gewesen zu sein, als in dem technischen Begriff Funktionsstörung zum Ausdruck kommt – darauf deutet die Stellungnahme von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hin:

Ich habe hohen Respekt vor der fliegerischen Leistung der Luftwaffenbesatzung. Sie hat es geschafft, den Jet unter schwierigsten Bedingungen zu Boden zu bringen und damit Schlimmeres zu verhindern. Jetzt muss die Ursache der technischen Probleme zügig aufgeklärt werden.

In den vergangenen Monaten hatte es mehrere Zwischenfälle gegeben, bei denen Maschinen der Flugbereitschaft mit technischen Problemen zu kämpfen hatten. In der Regel waren aber die größeren – und älteren – Flugzeuge von Airbus betroffen, nicht die kleineren Langstreckenjets Global 5000.

Nach Angaben der Luftwaffe waren beide Piloten der Maschine sehr erfahren, einer von ihnen zudem Fluglehrer. Sie hätten kurz nach dem Start auf schwerwiegende Probleme mit der Flugsteuerung reagieren müssen.

Die Fachseite aero.telegraph veröffentlichte Aufnahmen der Maschine im Landeanflug, die zeigen, wie stark das Flugzeug zur Seite kippte und offensichtlich kaum noch steuerbar war.

Als Nachtrag das Video mit der Pressekonferenz des Kommandeurs Fliegende Gruppe der Flugbereitschaft, Oberstleutnant Stefan Schipke, zu dem Vorfall:

(Foto: Die Global 5000 nach der Notlandung in Schönefeld – Luftwaffe via Twitter)

39 Kommentare zu „Neuer Vorfall bei der Flugbereitschaft – Notlandung nach Instandsetzung (Nachtrag: PK-Video)“

  • Klauspeterkaikowsky   |   16. April 2019 - 12:42

    So allmählich kann ich Zufall oder „nur“ Pech nicht mehr annehmen.

  • StillerMitleser   |   16. April 2019 - 12:57

    So langsam drängt sich der Gedanke auf ob derartig viele (medienwirksame) Zwischenfälle in so kurzer Zeit Zufall sein können…

  • T.Wiegold   |   16. April 2019 - 13:10

    Ich bitte vorsorglich um Zurückhaltung bei evtl. Verschwörungstheorien. Zumal dieser Fall etwas anders liegt als die Zwischenfälle der vergangenen Monate: Eine moderne Maschine, die in jüngster Zeit nicht von Pannen betroffen war; direkt aus der Wartung….

  • Hubi   |   16. April 2019 - 13:14

    Noch weiß niemand, was der Grund war und die Spekulationen sind da. Und medienwirksam bedeutet noch lange nichts. Die Presse stürzt sich gleich drauf, stellt den Fall sofort in einen Zusammenhang zum angeblichen Alter der Flotte insgesamt.
    Ich vermisse aber eine sofortige Offenheit zum Grund der Notlandung und nicht den lapidaren Verweis auf eine Funktionsstörung. Allerdings ist das aber auch eine übliche Verfahrensweise vor näheren Erkenntnissen. Etwas mehr wäre aber besser.

  • P.Punkt-W.Punkt   |   16. April 2019 - 13:20

    Das relativ neue Flugzeug war in einer geplanten Industrieinstandsetzung. Da können nach Abschluss der Arbeiten schon mal Fehler auftreten, daher ja auch der Funktionsflug (ohne Passagiere, nur Cockpitbesatzung). Durch verschiedene andere Vorfälle in der Vergangenheit (mit z.T. prominenten Passagieren) interessiert sich sich due Presse batürlich für diese Vorfälle.

  • Pio-Fritz   |   16. April 2019 - 13:39

    Was heißt denn 30-Monats-Instandsetzung? Dauerte diese 30 Monate oder wird diese alle 30 Monate durchgeführt?

    Die Maschine kam direkt aus der Wartung, was nahe legt, das dort irgendwie Bockmist gebaut wurde. Ich bin auf das Untersuchungsergebnis gespannt.

  • Markus Vormann   |   16. April 2019 - 13:46

    Traurig, wie schnell in der heutigen Zeit durch pure Spekulation so eine Art „Fast-ganz-gensu-so-war-es“ wird. Wie nennt man so etwas? Trumpismus?

  • Zimdarsen   |   16. April 2019 - 13:56

    @Klauspeterkaikowsky

    „So allmählich kann ich Zufall oder „nur“ Pech nicht mehr annehmen.“

    Nein, es war nicht „nur“ Pech es war auch Können, professionelles Handeln und evtl richtige Verfahren (Prüfflug).

  • Alpha November   |   16. April 2019 - 14:04

    Wenn beide Tragflächen Bodenberührung hatten, dann fliegt die Maschine wohl länger nicht mehr… vielleicht lässt sich ja noch ein Foto des Ist-Zustandes auftreiben?

    @ Klauspeterkaikowsky | 16. April 2019 – 12:42
    und
    @ StillerMitleser | 16. April 2019 – 12:57

    der Umkehrschluss wäre dann geplante Absicht: Meinen Sie dem zur Folge Sabotage?

    [Genau das meinte ich mit den Verschwörungstheorien. Die bitte anderswo abladen. T.W.]

  • Georg   |   16. April 2019 - 14:12

    Wenn die Tragflächen bei der Landung den Boden berührt haben und die Maschine danach die Rollbahn blockiert hat, (lt. Twitter), dann müsste ja eigentlich das Fahrwerk versagt haben. Die Maschine steht aber laut dem eingefügten Bild auf Twitter auf dem Fahrwerk.

  • FNU SNU   |   16. April 2019 - 14:33

    Also 30 Monats Instandsetzungen sind nicht die Dauer (auch wenn mand as bei Bw typischem Gerät vermuten kann).

    Flugzeuge haben analog zu PKW Instandsetzungszyklen, die entweder auf Flugstunden ODER Zeit beruhen. Nur wird da bei den großen Wartungen nicht nur ein paar Filter getauscht und ÖL gewechselt, sondern intensive Untersuchungen incl. Teilweise Zerlegen / Zusammensetzen (C bzw. D Check) durchgeführt.

    Also für die Autoanalogie ist das die Probefahrt danach.

    Da die Wartung komplett beim Hersteller stattfand, ist das übliche Bw-Bashing hier nicht angebracht. Die VMin kann hierfür erstmal garnichts.

    Auch hier gilt: Gebt den Behörden / Untersuchern erstmal die Chance das zu untersuchen.

    –> Ruhe bewaren, Stabile Seitenlage, Schock bekämpfen.

    Und nicht schon wieder wild spekulieren….

  • Alpha November   |   16. April 2019 - 14:34

    @ TW: Sorry, aber ich habe keine Theorie aufgestellt und keine Verschwörung angenommen. Ich hab lediglich gefragt ob die beiden ersten Einträge so gemeint waren, da ich außer meinem Rückschluss gerade keine andere Idee bekomme, wie das sonst gemeint gewesen sein kann.

    @ Georg | 16. April 2019 – 14:12
    Naja man kann ja auch im Bankwinkel erstmal eine Seite aufsetzen und danach rollen und die andere aufsetzen ;-) Wenn man nicht dabei war oder kein Video der Landung zum auswerten hat ja rein spekulativ. Bei einseitigem Aufsetzen dürfte die weitere Landung natürlich extrem in die Hose gehen, daher ist Ihre Theorie irgendwie ‚angenehmer‘.

  • Mithos   |   16. April 2019 - 14:54

    Das Fahrwerk ist dem Anschein nach OK, auch die Reifen sehen mir auf den Bildern nicht platt aus. Es sieht nicht so aus, als sei eine harte Landung schuld daran, dass die Flügel den Boden berührten. SpOn schreibt etwas über unkontrollierte Rollbewegungen während des Flugs und auch der Landung, was dann nacheinander zum Bodenkontakt beider Flügel geführt habe.

    Ich schätze mal, die sind nach der Landung vorsichtshalber zügig ausgestiegen, deshalb stand die Maschine dort eine Weile.

  • Marcus Herbote   |   16. April 2019 - 16:15

    Es könnte sich um eine fehlerhafte Instandsetzung
    der Ruderanlage oder Dämpfer handeln. Im Flugzeugforum gibt es eine Bilderserie vom Anflug der Global! Dass allerdings Bombadier selber so etwas passiert ist erschreckend und muss Konsequenzen haben.

  • EX3./22   |   16. April 2019 - 16:57

    Entschuldigen Sie Herr Wiegold bitte meinen Hinweis und meine (un)korrekte Bennenung einen anderweitigen Mediendienstleisters.
    Der „Aerotelegraph“ hat in der Zwischenzeit eine Fotoserie des Anflugs veröffentlicht.
    Höchste Anerkennung und Wertschätzung der Crew dieser Maschine. Eine fliegerische Meisterleistung mit dem nötigen „Schlachtenglück“.
    Ich wünsche eine gute Erholung.

    [Verstehe ich jetzt nicht; genau dieses Medium (wenn auch etwas anders gechrieben von mir) mit diesen fotos habe ich doch oben im Nachtrag verlinkt? T.W.]

  • SER   |   16. April 2019 - 17:30

    @Marcus Herbote

    Link möglich zu dem Flugzeugforum ? Finde da grade nix …

    [Ich vermute stark, dass es die Bilder sind, die auch oben im Nachtrag verlinkt sind. T.W.]

  • Marcus Herbote   |   16. April 2019 - 17:31

    Laut der gerade gelaufenen Pk der FBS sind alle anderen Gobal 5000 auch
    in Überholungen, eine beim 30 Monatscheck ebenfalls in
    Schönefeld, eine in Köln und eine in den USA. Da die 14+01 morgen
    den Bundespräsidenten von Berlin nach Stuttgart bringen sollte,
    hoffe ich für alle Beteiligten, dass hier keine voreilige Klarmeldung folgen sollte.

  • Dipl.-Inf(anterist)   |   17. April 2019 - 7:19

    Ich bin beileibe kein Medien-Profi und OTL Schipke ist es vermutlich auch nicht, daher einfach mal mein Eindruck und meine Bewertung:
    Wenn bloß alle Stabsoffiziere vor der Presse / den Medien so authentisch, glaubwürdig und somit sympathisch rüberkommen würden!
    Ich wünsche mir für ihn und seine Truppe, dass sich der Vorfall schnell aufklärt und die Flugbereitschaft dann mal wieder in „ruhigeres Fahrwasser“ kommt (ohne gleich zur Marine wechseln zu müssen)!

  • Ex-Heidelberger   |   17. April 2019 - 8:29

    Zwar etwas off-Topic, aber trotzdem stellt sich mir die Frage warum muss eine Maschine von Berlin nach Köln fliegen um dann tags drauf wieder nach Berlin zu fliegen um den BuPrä nach Stuttgart zu bringen…muss man nicht verstehen, oder?

  • Pio-Fritz   |   17. April 2019 - 9:27

    @Ex-Heidelberger | 17. April 2019 – 8:29

    Auf den ersten Blick muss man das nicht verstehen, aber auf dem zweiten. Die Maschine brauchte einen Funktionsflug für die endgültige Freigabe nach Instandsetzung. Dieser sollte von Berlin nach Köln gehen, weil die Flugbereitschaft immer noch dort stationiert ist. Der Flughafen in Berlin wird nicht fertig, somit hat die Flugbereitschaft keinen ausreichenden Platz dort.
    Das ist nicht toll und führt zu jeder Menge Leerflügen, die gehen aber nicht auf die Kappe der Luftwaffe, sondern sind eben diesen Umständen geschuldet.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   17. April 2019 - 9:32

    @Ex-Heidelberger
    Leider eine wiederholte Diskussion.
    Zu finden über https://www.luftwaffe.de › portal › poc
    Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung ist ein militärischer Verband der Luftwaffe. Sie stellt einen wesentlichen Teil der Lufttransportkapazität der Bundeswehr, die auch (?) durch den politisch-parlamentarischen Bereich genutzt wird.
    Die Flugbereitschaft hat ihren Sitz am militärischen Teil des Flughafens Köln/Bonn (direkt angebunden an die Luftwaffenkaserne Wahn), wo alle Transportflugzeuge und die Geschwaderführung stationiert sind, und am militärischen (Nord-)Teil des Flughafens Berlin-Tegel, wo [nur] die Hubschrauberflotte beheimatet ist.

    Standortentscheidungen hatten nie etwas mit gesundem Menschenverstand gemein, weder aus mil, noch ökonomischer Sicht. Die Direktanbindung an die Luftwaffenkaserne in Wahn macht zwar Sinn, Synergieeffekte wird es aber auch im Berliner Raum geben können, so BMVg will.
    Es wird also bei nicht wenigen Leerflügen bleiben, denn Lehrflüge führten zu anderem Resultat. Die Flotte gehört nach Berlin, nur, das Personal will mit Familien eher kaum umziehen?

  • Les Grossmann   |   17. April 2019 - 10:16

    Ich sag nur, silbernes Tätigkeitsabzeichen, was soll der arme Kerl wohl fachlich beitragen können?
    Im Auftritt auch eher betröppelt als mit weissem Schal.

  • maxaret   |   17. April 2019 - 12:09

    Auf diesem Bild (http://bit.ly/2Grmc2m) kann man übrigens das Problem mit der Flugsteuerung sehr schön erkennen: die Position der Querruder lässt auf eine beabsichtigte Rolle nach links schließen, jedoch sind die Multifunktions-Störklappen (multifunctional spoilers / MFS), die diese Rolle eigentlich unterstützen sollen, auf dem rechten und damit falschen Flügel ausgefahren. Dies führt zu einem Auftriebsverlust des rechten Flügels und damit zu einer Rollbewegung entgegen der gewünschten Richtung.

    Sofern die MFS „nur“ falsch verkabelt waren, hätte man das nach dem Anlassend der Triebwerke erkennen können. Da die MFS elektrisch gesteuert werden, kann natürlich auch ein Defekt in den zugehörigen Computern (flight control unit / FCU) vorgelegen haben. Die Checkliste des Herstellers war den Piloten sicherlich keine Hilfe, ein derartiges Problem wird in ihr nicht behandelt.

    Quelle: Ich fliege selbst die Global 6000 und habe das gerade eben noch einmal nachgeschlagen.

  • Closius   |   17. April 2019 - 12:53

    Ich verstehe nicht, warum die Luftwaffe in der Pressekonferenz nur so wenige Informationen rausgibt und man aber aus den Zeitungen mehr erfährt.

    Denn der Tagesspiegel berichtet, aß die Piloten die Maschine nur noch mit der Schubsteuerung navigieren konnten. Daraus folgt doch zwingend, daß Höhen- und/oder Seitenruder ausgefallen sein müssen oder nur noch fehlerhaft funktioniert haben.

    Und die Rollbewegungen der Maschine müssen irgendwo herkommen. Ein Defekt an der Ruderanlage dürfte die Rollbewegungen am ehesten erklären können.

  • Zimdarsen   |   17. April 2019 - 13:34

    @Closius

    Damit wir etwas zu spekulieren haben ;-)

    Es ist üblich, dass die Lw zu Angelegenheiten welche nicht abschließend durch Gen Flusi geklärt sind eher zurückhaltend sind und das ist gut so.

    Zudem jede falsche Äußerung uU für die Instandsetzungfirma und Lw negative Auswirkungen haben könnte.

  • W15_Z15_BS   |   17. April 2019 - 14:58

    @Les Grossmann: „Ich sag nur, silbernes Tätigkeitsabzeichen, was soll der arme Kerl wohl fachlich beitragen können? Im Auftritt auch eher betröppelt als mit weissem Schal.“

    Diesem recht persönlichen Kommentar kann ich nur in toto widersprechen.

    Der Auftritt war brilliant. Ein strahlendes Presselächeln wäre unangebracht gewesen.

    Die Fragen der Journalisten waren vielleicht journalistisch berechtigt, aber zeugten von penetrant fehlender Sachkunde oder Ignoranz. Daraufhin so cool die richtigen Antworten zu geben, ohne emotional zu werden, das ist die wahre Kunst. Sie können davon ausgehen, dass dieser Mann voll durchblickt. Keine der Antworten hatte eine spekulative Komponente. Das mag journalistisch unbefriedigend sein, aber zum Zeitpunkt der Pressekonferenz war das wohl der Sachstand.

    Dieser Mann „lässt Fliegen“ und hat selbst eher weniger Zeit dazu. Er wurde als Kommandeur der fliegenden Gruppe der FlBschftBMVg vorgestellt. Der ist wirklich gut.

  • Georg   |   17. April 2019 - 15:50

    @ maxaret

    Genau dieses Bild ist mir auch gestern schon in der oben verlinkten Bildergalerie auf aero-telegraph (7 / 10) aufgefallen.

    Die falsche Ansteuerung der Stellmotoren für die Störklappen wäre aber der Klassiker, der auch schon bei der Sidesticksteuerung der Querruder einer A320 der Lufthansa vorgekommen ist und als Lehrbeispiel im Maintenance Ressource Management Unterricht gilt. Damals wurde beim Austausch eines Steckerkupplung für einen Flight Control Computer ein Aderpaar in der Kupplung vertauscht und damit war eine umgekehrte Funktionsrichtung gegeben.

    Beim damaligen Fluig hat der Kapitän den Copiloten instinktiv übersteuert, denn auf seiner Seite hat der Sidestick in der richtigen Richtung funktionert.

    Wenn der Pilot die Querrudersteuerung wegen der falschen Funktionsrichtung der Störklappen im Landeanflug insbesondere im Endanflug nicht benutzen konnte und die Richtungsstabilität zur Landebahn nur mit der Schubsteuerung linkes – rechtes Triebwerk erreicht hat, dann ist die geglückte Landung wirklich eine Meisterleistung.

    Erinnert an die Landung einer DC-10 (UA Flug 232) mit abgetrennter Hydraulikleitung, die ein zufällig mitfliegender Fluglehrer gemeistert hat und deren Wiederholung im Simulator nie mehr geglückt ist.

    https://de.wikipedia.org/wiki/United-Airlines-Flug_232

  • benandjerry   |   17. April 2019 - 18:35

    @Les Grossmann

    Ihnen sei ihre Auffassung, des meiner Meinung nach guten Interviews, gegönnt. Was ein Tätigkeitsabzeichen in Silber jedoch damit zu tun hat verstehe ich nicht. Ich habe Kameraden in Köln/ Koblenz und an Schulen gesehen die das Abzeichen in Gold bekommen haben, ohne im DstPst auch nur eine geringe Nähe inne zu haben, der dieses rechtfertigt. Gleiches gilt auch bei Einsatzmedaillen u.ä.. Man kann dort einen wichtigen Beitrag geleistet haben der diese rechtfertigt oder man hat für einen Monat Klimaanlagen im Lager gezählt. M.M.n sind Tätigkeitsabzeichen Schall und Rauch und sollten nichts über die Kompetenz einer Person aussagen.

    [Damit dürfte dieser OT erschöpfend abgehandelt sein. T.W.]

  • Landmatrose   |   18. April 2019 - 1:13

    OTL Schipke hat die PK vernünftig gemacht. Gott sei Dank ist der Besatzung nichts passiert, das war ja offenbar ganz knapp vor der Katastrophe und offenbar ne fliegerische Großtat, Respekt. Journalisten in so einer kurzfristig angesetzten PK sind i.d.R. zu so einem Thema nicht fachkundig, das wäre zu viel erwartet; den Vorwurf der Ignoranz finde ich deswegen deplatziert. Ich bin gespannt was GenFluSi als Ursache ermittelt – aber Lufthansa’s diverse Maintenance Sparten bekleckern sich bzgl. weisse Flotte auch irgendwie wirklich gerade nicht mit Ruhm, als Kunde würd ich da jetzt mal anfangen Herrn Spohr freundlich aber deutlich zu fragen welche Ideen er und seine Truppe denn zur Verbesserung der aus dem Blick der Öffentlichkeit suboptimalen Performance zeitnah auf den Tisch legen können.

    Fragen am Rande:
    – Wie kann das sein dass die FlBschft offenbar ALLE Globals gleichzeitig in die Wartung bei der Industrie bringt? Siehe Marcus Herbote | 16. April 2019 – 17:31.
    – Wieso war eine Flugbegleiterin bei einem Funktionsflug an Bord?
    Ist das so üblich?

  • Landmatrose   |   18. April 2019 - 1:39

    Wobei: Wenn die Zuverlässigkeitsrate der FlBschft wirklich bei >98% liegt, wie OTL Schipke auf der PK angegeben hat, dann gibts eigentlich generell kein Zuverlässigkeits- sondern ein PR-Problem. Oder???

  • Fussgaenger   |   18. April 2019 - 11:23

    Bzgl. Störklappen: Seid Ihr sicher, dass auf dem oben verlinkten Bild (http://bit.ly/2Grmc2m) die backbord-seitige Störklappe nicht einfach nur von der Tragfläche verdeckt wird?

    Oder ist es gänzlich abstrus, bereits in dieser Phase der Landung (Stichwort Höhe über Grund) schon die Störklappen zu betätigen?

  • Alex 2.0   |   18. April 2019 - 13:39

    @Fussgaenger
    Spoilerons sind eigentlich nur bei dem nach unten gehenden Flügel aktiv (und nur da), weil sie die Ailerons bei geringen Geschwindigkeiten unterstützen (sie bewegen sich mit anderen Worten mit ihnen nicht proportional nach oben).

  • Georg   |   18. April 2019 - 14:50

    @ Fussgänger

    Wie @maxaret 17.04. 12:09 so schön geschrieben hat, sind die Störklappen bei der Global 5000 „Multifunktionsstörklappen“, d. h. sie haben mehrere Aufgaben.

    1. Auftriebsverlust herbeiführen beim Übergang von hohen auf niedrigen Geschwindigkeiten im Flug und zerstören des Rest-Auftriebs nach dem Aufsetzen bei der Landung. Gleichzeitig wirken sie auch als Speed-Brakes und unterstützen den Abbremsvorgang nach der Landung. Einsatz der Spoilerklappen symmetrisch, auf beiden Flügeln gleichzeitig.

    2. Unterstützen der Querruder in ihrer Funktion insbesonders bei langsamen Fluggeschwindigkeiten, in dem der Flügel, der in einer Querlage nach „unten“ in die Horizontale gehen soll, der Auftrieb zerstört bzw. vermindert wird. Einsatz unsymmetrisch, nur an einer Flügelhälfte.

    Bei dem oben und von Maxaret verlinkten Bild handelt es sich um die Funktion 2.
    Der Fehler ist jedoch, bei dem rechten, nach unten hängenden Flügel wird durch das nach unten gerichtete rechte Querruder der Auftrieb erhöht und durch Spoiler an der Flügeloberseite wird der Auftrieb gleichzeitig zerstört.

    Der Einsatz des Spoiler in der Funktion 1 (Zerstörung des Auftriebs an beiden Flügelhälften durch symmetrischen Einsatz) erfolgt normalerweise erst nach dem Aufsetzen bei der Landung und nicht in der Luft.

  • maxaret   |   18. April 2019 - 18:59

    Die Global wird ohne Störklappen gelandet, deren Benutzung ist unterhalb von 100 m vom Betriebshandbuch untersagt (Ausnahme sind sehr steile Anflüge wie z. B. in London-City). Wenn man Zweifel hat, ob man einen Fehlanflug überlebt, kann man natürlich versuchen, das Flugzeug mittels Störklappen zur Landung zu zwingen. Dabei sollte man jedoch bedenken, dass das Flugzeug dann womöglich mit 200 km/h aus 20 m Höhe mit der Nase voraus auf Beton aufschlägt – das kann ebenfalls tödlich enden.

  • Cmas   |   18. April 2019 - 22:51

    Ich frage mich, warum eine Flugbegleiterin an Board war, sicherlich nicht um Kaffee zu reichen

    [Langsam frage ich mich, warum etliche hier darauf rumreiten, dass die Besatzung vollzählig an Bord war. Dann können die Panzer bei der Testfahrt nach der Inst ja auch ohne Bordschützen losfahren, denn schießen ist da auch nicht vorgesehen. Können wir das jetzt mal beenden? T.W.]

  • CRM-Moderator   |   19. April 2019 - 13:33

    Bei Funktions-/Nachprüfflügen gibt es sicherlich Besatzungsregularien.
    Wer darf/kann/soll mit.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. April 2019 - 17:25

    Der notgelandete Regierungsflieger der Bundeswehr hat offenbar schwere Schäden davongetragen.
    Ein Totalschaden kann nicht ausgeschlossen, schreibt @gebauerspon.

    Offenbar war die (Not)Landung gefährlicher als offiziell dargestellt.
    https://www.spiegel.de/panorama/berlin-schoenefeld-regierungs-jet-verfehlte-landebahn-bei-notlandung-a-1263693.html

  • Chris   |   19. April 2019 - 18:44

    Bei Prüfflügen nach Wartungen ist die Art der Besatzung abhängig von den durchzuführenden Punkten. Das reicht von Mindestbesatzung bis hin zu mitfliegenden Passagieren.

  • Georg   |   20. April 2019 - 17:48

    Die „unkontrollierten Rollbewegungen“ durch die falsche Justierung bzw. durch sporadische, selbstständige und erratische Betätigung der Multifunktionsspoiler sind schon der Hammer.

    Das wirkt sich ungefähr so auf den Flug aus, als würde bei einem Auto bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt auf der Autobahn, die Autoelektronik das Lenkrad auf Vollausschlag in eine Richtung einschlagen und gleichzeitig die Handbremse ziehen. Nachdem es dabei zu einem Strömungsabriss kam, hat der Jet auch massiv an Höhe verloren. Also die Auswirkung der ersten Fehlfunktion in 6000 m Höhe waren Dreidimensional. Bei dieser Flughöhe allerdings nicht ganz so kritisch.

    Die gleiche Fehlfunktion in 300 m Höhe beim Landeanflug ist da schon wesentlich kritischer. Bei dem Vergleich mit der Autofahrt würde das Auto auf eine Ausfahrt oder auf eine Engstelle wie z.B. eine Mautstelle zufahren und kurz vorher gibt die Elektronik wieder Vollausschlag auf die Lenkung. Das war von der Crew schon eine Meisterleistung die Landung überhaupt lebend zu überstehen.

    Ärgerlich ist wieder die Öffentlichkeitsarbeit der Bw. Da hat die Crew eine Meisterleistung hingelegt und in einen Totalabsturz knapp verhindert und die Bw spricht von einer Funktionsstörung und einer schwierigen Landung.
    Gleiches Muster wie bei dem Flugabbruch der Kanzlerinnenmaschine nach Südamerika.
    Da hat man einen Totalausfall der Elektrik an Bord, fliegt auf Notenergie und offiziell war es nur ein Funkgeräteausfall mit defekten Gleichrichter und hinterher ist die Lufthansa Technik noch schuld, weil sie ein digitales Audiomanagementpanel eingebaut haben ohne das Bordbuch zu ergänzen.

    Leider funktioniert diese Kommunikationsstrategie auch noch. Also aus der „Funktionsstörung“ mit anschließender schwieriger Landung wird 2 Tage später ein „Beinaheabsturz“, ganz ohne Übertrreibung. Aber zwei Tage später interessiert dies die Öffentlichkeit nicht mehr.

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