Schneechaos in Bayern: Mit dem Hägglund aus der Schule

Eine Randnotiz aus dem aktuellen Schneechaos in Bayern: Mit ihren Geländefahrzeugen haben Gebirgsjäger am (gestrigen) Dienstag Schüler und Lehrer aus einer Schule bei Berchtesgaden befreit, die wegen gesperrter Straßen festsaßen. Bürgermeister Franz Rasp hatte sich zuvor mit der Bitte um Hilfe direkt an das Gebirgsjägerbataillon 232 in Bischofswiesen gewandt.

Da wegen der Gefahr von Schneebruch eine Gefährdung für Leib und Leben für die rund 30 in den Schneemassen eingeschlossenen Schüler und Lehrer bestand, rückten die ‚Struber Jager‘ sofort mit drei Überschneefahrzeugen vom Typ ‚Hägglund‘ aus, berichtete die Gebirgsjägerbrigade 23 am Mittwoch.

Nach wenigen Stunden seien alle Eingeschlossenen evakuiert worden. Wenn Hilfe benötigt wird, helfen wir gerne, zitierte die Brigade Hauptfeldwebel Falk Engmann, Zugführer der 3. Kompanie des Bataillons.

(Foto: Ein Hägglund trifft vor der Christopherus-Schule auf der Buchenhöhe in Berchtesgaden ein – Frans Rasp via Gebirgsjägerbrigade 23)

66 Gedanken zu „Schneechaos in Bayern: Mit dem Hägglund aus der Schule

  1. Moin !
    Super gelaufen !
    @Akki – ARD/ZDF heute Morgen, also immer schön weiter und richtig informieren.

  2. Ich bin erstaunt, welches Halbwissen von einzelnen Schreibern hier verbreitet wird und warum man es in der Diskussion nicht schafft, den Blick über den Tellerrand zu heben?
    Zitat H.Wiegold: „Klein, klein…“
    Dem Wunsch des Forums folgend, möchte ich jedoch nicht weiter in das Thema einsteigen.
    Schönen Tag noch!

  3. @Rolf M:
    Mittlerweile berichten verschiedene Medien darüber, da der Umfang der Hilfeleistung deutlich gestiegen ist. Ich korrigiere also hiermit meine Einschätzung zumindest anteilig.

  4. @ Escrimador   |   11. Januar 2019 – 8:09

    „Es muss also eine Behörde für den Transport der Schüler zuständig gewesen sein. Sonst war es keine Amtshilfe.“

    Ja, und wer hat den Antrag gestellt?
    Der Bürgermeister und der ist mit seinem Rathaus eine Behörde.

    MkG
    T.L.

  5. @Escriminator 08:09

    Zitat oben aus T.W.’s Eintrag: „Da wegen der Gefahr von Schneebruch eine Gefährdung für Leib und Leben für die rund 30 in den Schneemassen eingeschlossenen Schüler und Lehrer bestand, rückten die ‚Struber Jager‘ sofort mit drei Überschneefahrzeugen vom Typ ‚Hägglund‘ aus“

    Warum wohl denken Sie, sind alle möglichen Behörden da unten dabei, Dächer von Schnee frei zu bekommen, werden hierfür schon Priorisierungslisten erstellt, weil man gar nicht alle Gebäude schaffen kann? Es sei an die Sporthalle in Bad Reichenhall vor wenigen Jahren erinnert.

    Was ist Ihnen denn lieber, Schüler und Lehrer in einem Schulgebäude zu belassen, auf die Gefahr hin, dass dort unter der Schneelast das Dach einstürtzt, oder sie „zum Schutz davor“ raus in Schnee und Kälte zu schicken, wo sie dann aber aufgrund der versperrten Wege „in eigener Zuständigkeit“ nicht weg kommen? Machen Sie langsam mal einen Punkt mit Ihrer „rechtlichen Bedenkenträgerei“. Ob sie die geleistete Hilfe durch die Bw nun Amtshilfe, Nothilfe oder sonstwie-Hilfe nennen ist völlig egal.

    Hier hat ein Kommandeur im Rahmen seiner Möglichkeiten und verfügbaren Mittel bei potentieller Gefahr für Leib und Leben frühzeitig, schnell und unbürokratisch geholfen.
    Dafür und für die noch laufende Hilfe an anderer Stelle ohne Blick auf die Uhr und zuvor in irgendeine Rechtsvorschrift gelten ihm und den eingesetzten Soldaten, Feuerwehr, Polizei, THW, Geschäfts- und Privatleuten und sonstigen helfenden Organisationen und Personen vor Ort Respekt und Dank!

  6. Seit wann haben sich bei AG die allseits berüchtigten Bedenkenträger angemeldet?
    Hier wurde schnell, unkompliziert und unter Abwägung aller Risiken eine Entscheidung vom Kdr getroffen. Die gesamte Aktion ist als voller Erfolg zu verzeichnen und ich bin froh das es Dienststellenleiter gibt, die den Schneid haben Maßnahmen zu ergreifen und dementsprechend unverzüglich Handeln.

    Aber es ist wohl typisch deutsch das nicht vorhandene Haar in der Suppe zu suchen.

  7. Insgesamt läuft es hervorragend unter Einhaltung aller Vorschriften und inzwischen mit massivem bundesweitem Medieninteresse.
    Und es wird andauern. So ist das Btl lt. Kdr auf einen Einsatz zunächst bis auf kommenden Di eingestellt. Und die Witterungslage wird sich noch durch höhere Temperaturen verschärfen.

    Übersehen darf man aber nicht: Die geeigneten Einheiten befinden sich mit genau passendem Personal und Material um die Ecke!

  8. @Fux

    Ich kann mir keine Rechtsvorschrift vorstellen, die ihn daran hindern dürfte, solange der Einsatz die Soldaten nicht unangemessener Gefahr aussetzte oder sie anderswo noch dringender benötigt würden

    @Ha-Wa

    Es wäre ihm auch nichts, absolut gar nichts vorzuwerfen, wäre es kein Erfolg gewesen, solange er/sie nach Beurteilung der Lage nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat egal welchen Ranges oder Funktion.

  9. Können wir die Diskussion über „Amtshilfe“ nicht beenden? Und die bisweilen nicht ganz so freundlichen Antworten auf die kurzen Nachfragen dazu gleich mit?!

    Niemand hat, soweit ersichtlich, kritisiert, dass die Bundeswehr mit ihren Hägglund den Personentransport ermöglicht hat. Punkt.

    @Escriminator hat doch lediglich die Frage aufgeworfen, ob man das Vorgehen unter „Amtshilfe“ verbuchen kann. Wie es seine Vorredner taten.
    Und zutreffend hat er darauf hingewiesen, dass es keine „Amtshilfe“ wäre, wenn die Schüler die Bw angefragt hätten. Und auch nicht bei Anfrage der Schule, da die Schulwegsicherung / Beförderung nicht in ihrem Auftrag enthalten ist; selbst dann nicht, wenn die Schule eine Behörde wäre.
    Auch die Gemeinde ist nicht für den Schulweg als solches zuständig. Zumindest nicht direkt. In Frage kommt maximal eine Verantwortlichkeit als zuständige Straßenbehörde, wenn sie ihrer Verkehrssicherungspflicht wegen des Schnees nicht mehr nachkommen kann. Oder aber wenn die Gemeinde der Aufgabenträger dieser Schule ist und alle zu befördernden Schüler Anspruch auf kostenfreie Schulwegbeförderung haben.

    Somit ist es fraglich, ob es „Amtshilfe“ im engeren Sinn war. Das kann man durchaus diskutieren.
    Aber das ist doch vollkommen wurscht. Fakt ist, dass die Bw helfen konnte, geholfen hat und dort alles glimpflich ausgegangen ist. Irgendeine Rechtsgrundlage lässt sich im Nachgang schon finden.
    Es ist nur eine sachliche Diskussion über Formalie und Bezeichnung. Nichts, was den Puls derart hochtreiben muss, wie man es bei dem Einen oder Anderen hier lesen kann.

    Zuletzt will ich daran erinnern, dass dies kein Forum ist. Sondern ein Blog mit Kommentarbereich. Der Unterschied ist kein kleiner.
    Und der Hausherr hat sich auch bereits mehrfach zu dieser Diskussion geäußert.

  10. @Tom:

    „Aber das ist doch vollkommen wurscht. Fakt ist, dass die Bw helfen konnte, geholfen hat und dort alles glimpflich ausgegangen ist. Irgendeine Rechtsgrundlage lässt sich im Nachgang schon finden.“

    Hätte ich einen Hut auf würde ich ihn ziehen.
    Sie haben vollkommen recht, erst die Lagebeurteilung, dann der Entschluss.
    Und wenn die Lagebeurteilung ergibt dass Hilfe notwendig ist, dann ab dafür.
    Den Rest klären wir später,
    Werferfehler

  11. Aktuell gem. Medien:
    Das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr hat Militärischen Katastrophenalarm auf Grundlage Art. 35 GG., d.h. technisch-logistische Unterstützung als Amtshilfe auf Anforderung der für den KatS zuständigen zivilen Stellen der Länder.
    Aufgaben:
    Akrtuell rund 340 Gebirgsjäger räumen vor allem Dächer, versorgen von den Schneemassen eingeschlossene Menschen, übernehmen Transportaufgaben und medizinische Versorgung. 300 weitere Soldaten stehen in Bereitschaft.
    Aufgrund des Alarms wurden 12 Dienststellen und Verbände in Bereitschaft versetzt: u. a.
    Landeskommando in Bayern, TrspHubschrRgt 30, Logistiker, Feldjäger, das Verpflegungsamt in Oldenburg sowie mehrere Sanitätseinheiten.

  12. @alle
    Nochmals: Sofern die durch T.W. geschilderten Parameter zutreffen lag die Entscheidung des Kdr eindeutig in seinem Befugnissen. Das ist „Tagesgeschäft“ (natürlich nicht für die Betroffenen, aber sehr wohl für ihn als DstLtr und Verbandsführer).

    Ich kann noch nicht mal ansatzweise ein rechtliches Problem erkennen.

    Warum wird das von einigen hier im Kommentarfaden zwanghaft herbeikonstruiert?

    Hilfe wurde benötigt. Hilfe wurde gewährt. Recht wurde eingehalten.

    Alles gut.

    @Ha-Wa | 11. Januar 2019 – 11:33
    „Aber es ist wohl typisch deutsch das nicht vorhandene Haar in der Suppe zu suchen.“

    +1

    :(

  13. Die Berichterstattung über momentan ca. 300 Soldaten im Einsatz und weitere in Bereitschaft habe ich auch gelesen, ua. bei SPON. Zunächst gesagt, finde ich es toll das die Bundeswehr vor Ort ist und denke, dass den Soldaten Dank und Anerkennung gebührt.
    Anhand der dramatischen Lagedarstellung in allen Medien habe ich mich allerdings gefragt, ob ca. 300 Soldaten vor Ort im Einsatz nicht relativ wenige sind.
    Ausgehend von der Vielzahl an Standorten in Bayern sollte bei tatsächlichem Bedarf die Helferzahl ja auch auf 3000 angehoben werden können.
    Weiß jemand woran die relativ kleine Zahl an Soldaten vor Ort liegt?

  14. Ich kann mich dunkel an Zeiten erinnern, in denen die Rede davon war, dass die NATO im Ernstfall die belgischen LKW-Fahrer hinter der Front auf den russischen Fahrzeugen einsetzen sollte, weil sie da am effektivsten seien. Wie auch immer . . . diesen Faden gelesen habend erschließt sich mir von daher jetzt auch der Sinn der neuesten „Lage“ auf SPON von Susanne Beyer zur Frage des deutschen Kulturerbes (“ . . . „Vielleicht wird ja sogar eines Tages die Bürokratie Kulturerbe,“ sagt mein Kollege, sie sei ja so typisch deutsch.“). Beim Einsatz deutscher Soldaten im Büro wird in Moskau zukünftig automatisch MILKATAL (nennt man das wirklich so?) ausgelöst.

  15. Da es einen neuen Schnee-Thread gibt, mache ich hier jetzt zu – es ist ja nur noch Debatte über Formales?

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