Sammler: Moorbrand in Meppen – Die Messergebnisse

Fünf Wochen nach Ausbruch des Moorbrandes auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 im Emsland scheint die Lage weitgehend unter Kontrolle. Es gibt noch einzelne kleine Glutnester an bekannten Orten, die gezielt gelöscht werden, teilte die WTD in ihrem täglichen Info-Flyer am (gestrigen) Montag mit. Die Diskussion in der Region konzentriert sich nun auf die Frage, ob während des wochenlangen Brandes mit zeitweise sehr starker Rauchentwicklung eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung bestand.

Der Landkreis Emsland als zuständige Katastrophenschutzbehörde wies entsprechende Vermutung zurück – unter Berufung auf die Messungen von Bundeswehr und anderen Behörden sowie die Einschätzung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes: Im Ergebnis bleibt es nach toxikologischer Fachexpertise bei der Einschätzung, dass eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht gegeben war. Zuvor  hatten die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) von zeitweisen Überschreitungen der Grenzwerte berichtet. Die Bundeswehr hatte auch selbst eingeräumt, dass in den ersten zwei Wochen des Brandes keine Messungen vorgenommen wurden.

Fürs Archiv* das Material (veröffentlich am 8. September):• Pressemitteilung des Landkreises Emsland
Werte stellen keine akute Gesundheitsgefährdung dar

Die Neue Osnabrücker Zeitung stellte in ihrer Berichterstattung darauf ab, dass Grenzwerte von 9 ppm Kohlenmonoxid (CO) bei Messung des Gefahrstoffzuges Leer am 18. September überschritten worden sei. Das Landesgesundheitsamt und der Landkreis sind sich einig, dass diese isolierte Betrachtung fehlerhaft ist. Im Ergebnis bleibt es nach toxikologischer Fachexpertise bei der Einschätzung, dass eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht gegeben war.
Richtig ist, dass die Weltgesundheitsorganisation einen Grenzwert von 9 ppm CO definiert hat. Allerdings gilt dieser erst dann als problematisch, wenn er im Innenraum in einem Zeitraum von 8 Stunden ein Leben lang überschritten wird. Die vereinzelten kurzfristigen Überschreitungen, auf welche die NOZ abstellt, beliefen sich auf der Höhe eines Siedlungsgebietes in Stavern kurzzeitig bei 14 ppm. Im unbewohnten Gebiet zeitweise auf 20 ppm. Diese Werte wurden in der „Rauchfahne“ in der Nacht vom 18. auf den 19. September gemessen und stellen die höchsten Werte dar.
Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt resümiert: „Eine kurzfristige Überschreitung von solchen Langzeit-Durchschnitts-Richtwerten stellt nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr dar“.

(pdf-Datei: 20181008_Bw-Moorbrand_Bewertung_Landkreis)

• Pressemitteilung der WTD91:
Messwerte bestätigen: keine Gefährdung!
(pdf-Datei: 20181008_PM_Info_Moorbrand)

• Die von der Bundeswehr veröffentlichten Messprotokolle:

(und der Übersichtlichkeit halber hier zusammen noch mal als pdf-Datei auf Augen geradeaus!:

20180929_Zusammenfassung_Meppen_Moorbrand_DSGVO 20180926_ZInstSanBw_Kiel_WTD_91_DSGVO 20180926_ZInstSanBw Kiel_Pruefbericht_ WTD 91_DSGVO 20180926_AF120_AI073_Moorbrand_Kurzbericht_20.09.2018_2 WIS_DSGVO 20180925_Moorbrand_Kurzbericht_20_09_2018_Anlage 1_WIS_DSGVO 20180924_NI_Landesgesundheitsamt_DSGVO 20180920_Messung_WTD_91_DSGVO 20180918_19 _ABC_GefGZug_Leer_Dokumentation_DSGVO 20180920Messprotokolle_ABC_GefGZug_Leer_DSGVO

• Die Info-Flyer der WTD91 der vergangenen Tage:

*Die Bereitstellung der entsprechenden Dateien auf Augen geradeaus! dient zu Archivzwecken vor dem Hintergrund, dass bei der absehbaren Umstellung der Bundeswehr-Webseiten auf ein anderes Content Management System die derzeitigen Links evtl. nicht mehr aktiv sind. Sollte die Einstellung einer der obigen Dateien aus Gründen des Urheberrechts nicht zulässig sein, bitte ich um eine entsprechende Mitteilung (E-Mail-Adresse siehe Impressum); die werden dann entfernt.

(Foto: Drohnenaufnahme des Brandes am 19. September – Bundeswehr/WTD91)

14 Kommentare zu „Sammler: Moorbrand in Meppen – Die Messergebnisse“

  • MLL   |   09. Oktober 2018 - 17:16

    Darf ich als mitlesender Laie 2 Fragen stellen?

    1) Wer vertraut aus welchem Grund einer Institution, die vorsätzlich Messungen unterlassen hat?

    2) „dass eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht gegeben war“
    Trifft das („akute“) nicht auch auf des heutige Tchernobyl zu? Ist das also nicht eine Nullaussage?

    Bester Dank!

  • Alpha November   |   09. Oktober 2018 - 17:20

    Für Schadensereignisse werden in der Regel auch keine Langzeitwerte verglichen (meist die sogenannte MAK=Maximale Arbeitsplatzkonzentration, veraltet; oder neu AGW=Arbeitsplatzgrenzwert) – in der Regel ein Wert, der unbedenklich ist bei konstanter Belastung am Arbeitsplatz (=8h/Tag, Berufsleben lang). Da hat sich die regionale Presse m.E. nicht mit Ruhm bekleckert, wenn die daraus eine Story machen wollen ohne offenbar nennenswert Journalismus dazu zu betreiben.

    Deshalb sind bei Schäden durch Brandbelastung und andere Freisetzungen in der Regel die sogenannten ETW (Einsatztoleranzwerte; veraltet) oder neu die AEGL-Werte (Acute exposure guideline levels) die besseren Werte. Hier geht es um kürzere, aber deutlich höhere Belastungen als AGW, z.B. für Einsatzkräfte in der Gefahrenabwehr usw, aber natürlich auch für eine Bevölkerung im ‚verqualmten‘ Dorf anwendbar.

    Für Kohlenmonoxid (mithin bei Moorbrand wohl das toxischte aller Brandgasanteile) können wir hier (die aktuell geltenden) https://www.epa.gov/aegl/carbon-monoxide-results-aegl-program die AEGL-Werte ablesen.
    AEGL2 bedeutet dabei eine schwerwiegende oder lang andauernde oder fluchtbehindernde (wohl betäubende) Wirkung. AEGL3 bedeutet tödlich, AEGL1 spürbares Unwohlsein (also nicht sschwerwiegend, langwierig oder fluchtbehindernd).

    Das bedeutet also, das statistisch AB erreichen des Grenzwertes bei Belastung über die angegebene Zeit mit den jeweiligen Folgen zu rechnen ist.

    Völlig klar, dass in den Brandgasen auch noch andere Verbrennungsprodukte des Torfs vorhanden und sicher messbar waren (allen voran sicher CO2), die Waffenanteile (Munition) dürften allerdings sicherlich zu gering gewesen sein – ich vermute sogar unter jeder Nachweisgrenze. Sonst müsste man schon zufällig direkt nach Geschossumsetzung in genau der richtigen Rauchfahne gestanden haben…

    Deshalb sagte ich ja im Threadverlauf der Vortage bereits irgendwo, dass solche Messungen ganz nett sind, aber in der Regel nichts ergeben, wenn es sich um Brandgase handelt und man wenigstens etwas Abstand hat. Klar misst man Brandgase, Zersetzungsprodukte, bei Gebäudebränden oft Clor, Blausäure usw, aber alles so gering, dass es eben nichts ergibt.
    Wäre das anders, dann würden z.B. die Feuerwehrleute ja regelmäßig vergiftet irgendwo rum liegen, da sie meist nahe am Objekt sind und auch länger bleiben. Vor 20 Jahren und früher hat regelmäßig niemand bei Brand gemessen – bestenfalls bei chemischer Freisetzung.

    Wer sich den Spaß machen will, kann ja mal in der Nähe seines Kohlegrills CO messen (Position des Grillmeisters) und als Referenz in 2m Abstand oder am Kamin, Feuerkorb,…. Da wird sich der ein oder andere wundern was für Werte da zusammen kommen und ab wo auch eben KEINE mehr – und trotzdem wird so etwas regelmäßig auch als Grillmeister schadlos überstanden weil selbst bei so geringer Entfernung die AEGL1-Werte meist nicht im erforderlichen Zeitrahmen überschritten werden.
    Ganz nett ist übrigens auch mit einem Brandgas-Multi-Test stehend und umringt von 5 Rauchern zu messen. Kommt man in der Regel deutlich über alle Grenzwerte mit ;-)

    Das das Ereignis für den ein oder anderen Astmatiker u.ä. nicht so leicht weg zu stecken war ist sicherlich klar, aber das irgendwer dort (Einsatzkräfte ausgeschlossen) einen Schaden (geschweige denn einen nachhaltigen) davon getragen haben soll halte ich für extrem unwahrscheinlich.

  • T.Wiegold   |   09. Oktober 2018 - 17:25

    Danke für die Erläuterung, @Alpha November.

    Über die Einschätzung der und dem Umgang mit den Gesundheitsgefahren durch den Rauch kann man sicherlich debattieren.

    Allerdings halte ich es für, sagen wir mal sehr merkwürdig, aus der strittigen Debatte über diese Gesundheitsbelastung abzuleiten, dass doch eigentlich gar nichts passiert ist, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen, und wer was anderes sagt will doch nur ganz böse der Bundeswehr einen reintun, wie immer… So läuft’s nicht.

  • Alpha November   |   09. Oktober 2018 - 18:50

    @ TW
    Nein so war das nicht gemeint.
    Wie Sie ja aus meinen zahlreichen Beiträgen in den verschiedenen Tagesthreads wissen, bin ich sehr klar der Meinung, dass hier Fehler gemacht worden sind seitens des Anlagenbetreibers vor dem Test, vor allem in der Brandphase der ersten Tage danach und in der Kommunikation über den Gesamtvorgang.

    Und tatsächlich kann ja im Brandrauch auch was passieren, wenn man denn ‚tief‘ genug und lange genug drin steht – oder wenn er sehr gefährlich wäre.

    Ich sagte neulich nur, als es eine angestrengte Diskussion über Messergebnisse und Messzeitpunkte oder eben deren Nicht-Durchführung gab, dass der Sache ein (meines Erachtens nach) deutlich höherer Stellenwert beigemessen wurde als in dieser Lage zielführend – da erwartungsgemäß eben bedeutungslos.

    Ich messe öfter an Brandschadenstellen und auch bei chemischen Freisetzungen anderer Art. Gerade bei Bränden hat man dann schon ein Gefühl dafür was man überhaupt messen wird können und ob es Relevanz hat. Tatsächlich ist es so, dass man im Grunde nur freimessen fährt – es wird also erwartet, dass man die Unbedenklichkeit bescheinigt, weil das eben Medial oder vom Medienkosumenten so erwartet wird. Früher hat da kein Mensch nach gefragt. Haus brannte, jeder weiss, es qualmt tiefschwarz – ist nicht gesund, stell ich mich nicht rein…

    Natürlich ist die Brandstelle hier außergewöhnlich groß und daher auch sehr leistungsfähig was die Abgasvolumina angeht, aber letztlich ist es nur Vegetation, Holz, Natur (und ein prozentual dazu verschwindend geringer Anteil an Munition). Im Wesentlichen also CO und CO2 zu erwarten.

    Im anderen Thread sagte ich, eine Silvesternacht in der Innenstadt sei enorm belastender/gefährlicher als aus einem solchen Moor-Feuer je zu erwarten wäre. Damit wollte ich nur einigen Blog-Teilnehmern hier klar machen, dass es praktisch nicht lohnt darum zu diskutieren ob irgend jemand dann, dann oder dann gemessen hat oder man vorher mehr hätte messen können. Man wird immer Werte messen, aber nichts von Bedeutung. Daher ist der Punkt Messen für dieses Ereignis am bedeutungslosesten, wenn nicht sogar zu vernachlässigen. Es ist ein Punkt auf der Liste, aber bei weitem nicht der wichtigste.

    Es mag rein fachlich ja auch nicht wirklich überraschen, dass die BW – sagen wir zusammenfasend: schlampig – mit dem Brand umgegangen ist UND auch nicht gemessen hat (oder haben soll). Ich meine, das Gegenteil wäre ja, sie hätten kaum gelöscht, das weitgehend über -naja- beinahe 2 Wochen allein versucht und verschleppt, ABER doch gemessen. Warum hätten sie messen sollen, wenn sie schon mit dem Löschen an sich nicht verantwortlich umgegangen sind? Vor allem wo? Dazu hätten sie von ihrem Gelände gemusst: Ich muss am Immissionsort messen, nicht am Emmissionsort. Das wäre ja dann aufgefallen und es ist doch offensichtlich, dass die BW hier nicht auffallen wollte bis es nicht mehr zu verhindern war, weil ganze Landstriche wegen Brandgeruch besorgt waren und man eben externe Feuerwehren anfordern musste. Das die da dann nicht als erstes an Messen gedacht haben kann doch keinen überraschen.

    Ein weiterer Kritikpunkt war ja, dass man offenbar Risikofreiheit attestiert hatte aufgrund von Messergebnissen, die evtl. nicht vorlagen. Das wäre dann natürlich ein weiteres Pfund auf der Waage des Kommunikationsdesasters und wirklich ganz schlecht. Deswegen ist es aus der Sicht natürlich schon interessant ob und wann gemessen wurde (und wohl auch noch von wem).

    Das bei diesem großen Ereignis in den Immissionsgebieten dann auch mal gemessen wird ist ja am Ende nur folgerichtig, bzw. konsequent und dem Zeitgeist entsprechend. Aber die Erwartung eine Belastung sei da gewesen und würde vertuscht oder es wäre überhaupt mit einer bedrohlichen Belastung zu rechnen gewesen ist vermutlich nicht zutreffend.

    Da solche Messungen heute bei Bränden üblich sind, schätze ich, dass die zivie Seite diese angeschoben hat und das dieser Impuls gar nicht von der BW ausgegangen ist.

  • Hans-Joachim Zierke   |   09. Oktober 2018 - 22:59

    Ich möchte Lektüre empfehlen. Diese hier:

    Ana G. Rappold, Susan L. Stone, Wayne E. Cascio, Lucas M. Neas, Vasu J. Kilaru, Martha Sue Carraway, James J. Szykman, Amy Ising, William E. Cleve, John T. Meredith, Heather Vaughan-Batten, Lana Deyneka, Robert B. Devlin:
    „Peat Bog Wildfire Smoke Exposure in Rural North Carolina Is Associated with Cardiopulmonary Emergency Department Visits Assessed through Syndromic Surveillance“ 2011 Oct 1

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3230437/

    Etwas trockenere Kost als Presseerklärungen, aber durchaus spannend.

    Es geht um das Evans Road Fire in North Carolina 2008, einen Moorbrand. (Moorbrände unterscheiden sich von anderen Vegetationsbränden durch den hohen Anteil unvollständiger Verbrennung und in der Folge sehr beträchtliche Mengen an PM 2.5 im Rauch.)

    Nicht vollständig vergleichbar mit Meppen, zum einen betraf das Evans Road Fire eine deutlich größere Fläche, zum anderen ist die Gegend dort deutlich dünner besiedelt.

    Meßwerte lagen nicht oder kaum vor. Die Autoren haben folgendes getan: Sie haben die Ausdehnung der Rauchwolke geographisch und im Zeitablauf durch Zuhilfenahme von Satellitendaten zu AOD (aerosol optical depth) bestimmt. Abgeglichen wurden damit Daten aus den Notaufnahmen der Krankenhäuser.

    Für die Früherkennung von Epidemien ordnen die Krankenhäuser in North Carolina ihren Patienten einen Code für die Art der Erkrankung zu. Diese Codes stehen der Forschung zur Verfügung – man kann sehen, wann in der Notaufnahme welchen Krankenhauses wieviele Code X oder Code Y aufgenommen wurden. Die Patientendaten selbst stehen nicht zur Verfügung.

  • OBM   |   09. Oktober 2018 - 23:19

    @ Alpha November:
    Sehr gut beschrieben, wie das mit den Messergebnissen einzuordnen ist!

    Hoffentlich lesen das die NOZ-Redakteure mit.
    Obwohl ich als Leser der Meppener Tagespost (gehört zur NOZ) ja glaube, dass die das ganz genau gewusst haben und hier keine sachlich nüchterne Berichterstattung im Vordergrund steht, sondern aus welchen Gründen auch immer versucht wird, die WTD/Bundeswehr so schlecht wie möglich dastehen zu lassen.

    Interessant in dem Zusammenhang ist sicherlich die Pressemitteilung des Landkreises Emsland vom 05.10.18 bezüglich der Wischproben.
    Wenn überhaupt neben dem CO gesundheitsgefährdende Schadstoffe im Brandrauch über bewohntem Gebiet gewesen wären, hätte man sie spätestens dort gefunden.

  • T.Wiegold   |   09. Oktober 2018 - 23:22

    Langsam wird es auffällig, wie in den Kommentaren der Vorwurf erhoben wird, es gehe bei der Berichterstattung über den Moorbrand nur darum, „die Bundeswehr so schlecht wie möglich dastehen zu lassen“. Ist ja nicht der erste Kommentar dieser Art.

    Hat jetzt der Versuch begonnen, die Bundeswehr reinzuwaschen? Vermutlich gab es gar keinen Moorbrand, alles nur Einbildung oder fake news?

  • Organwalter   |   09. Oktober 2018 - 23:36

    https://www.rundblick-niedersachsen.de/moorbrand-innenministerium-speichert-vorsorglich-daten-der-feuerwehrleute/

    [Wenigstens den Anschein eines Kommentars erwecken statt hier kommentarlos einen Link reinzuwerfen wäre schon gut… T.W.]

  • OBM   |   10. Oktober 2018 - 1:58

    @T.Wiegold:

    Es dürfte unstrittig sein, dass dieser Moorbrand vermeidbar, überflüssig und durch die Bundeswehr fahrlässig herbeigeführt wurde.

    Die Bundeswehrfeuerwehr scheint strukturell nicht angemessen ausgeprägt zu sein und das Führungspersonal der WTD nicht in professioneller Kommunikation geschult zu sein.

    Es gab ein Versagen auf ganzer Linie, die zu dieser Ausbreitung geführt hat.

    Aber genau das ist der Punkt.
    Die offenbar nicht funktionierenden Strukturen vor Ort.
    Die offenbar mangelhafte materielle Ausstattung der Bundeswehrfeuerwehr.
    Die offenbar unpraktikable neue Struktur der Bundeswehrfeuerwehr und der daraus resultierenden Unterstellung.
    Die offenbar unzureichende Qualifikation der beteiligten Personen.

    Aber anstatt den Finger genau in diese Wunde zu legen, wird von Seiten der Presse versucht, die Bevölkerung mit irgendwelchen Messergebnissen zu verunsichern.

    Ich habe diesen Brandrauch vor Ort erlebt.
    Ich arbeite seit über zwanzig Jahren bei einer Berufsfeuerwehr.
    Den Ausführungen von Alpha November und dem Landrat Winter schliesse ich mich voll an.
    Wenn das also nun so gefährlich war, dann dürfte es nächstes Jahr kein Osterfeuer mehr in dieser Gegend geben.

    Der eigentliche Skandal liegt nicht in den Messergebnissen, sondern davor.

    Der Moorbrand scheint einigen Journalisten recht gelegen zu kommen, denn somit braucht man nicht über die eigentlich viel wichtigeren Themen in Niedersachsen berichten.
    Stichwort: Gewässerproben.

  • Tom   |   10. Oktober 2018 - 9:05

    @T. Wiegold:

    Fühlen Sie sich doch bitte nicht angegriffen. Ihre eigene Moorbrand-Berichterstattung hier bei AG hat mEn bisher auch kein (veröffentlichter) Kommentator ernsthaft angegriffen.

    So wie hier im Blog gerne darauf hingewiesen wird, dass man nicht gegenüber „Bundeswehr“, „Kampftruppe“, „Offiziere“, … pauschalisieren sollte und wollte und hat, so gilt das auch gegenüber „Journalisten“ bzw. „Presse“.
    Die Kommentare griffen doch bisher die Berichterstattung einzelner Medien auf – und auch da sehr konkret einzelne Artikel und nicht das Gesamtangebot. Oder eben auch „einige Journalisten“.

    Kritik an Berichterstattung muss erlaubt sein. Zumal wenn sie wie hier nicht mit pauschalen Abwertungen vorgetragen, sondern auf eine konkrete Sachfrage begrenzt wird. Und die dann von den Kritikern auch mit inhaltlichen Argumenten unterlegt wird.

    @Alpha November | 09. Oktober 2018 – 18:50
    @OBM
    +1

  • OBM   |   11. Oktober 2018 - 1:02

    @ Tom: Vielen Dank für die Ausführungen. Genau so ist das!

    @T. Wiegold: Dieser Blog und „Augengeradeaus.net“ im Allgemeinen sind aus meiner Sicht unglaublich wichtig.
    Hier wird von offenbar weitgehend neutraler Seite ein Blick auf die Situation der Bundeswehr geworfen.
    Das ist absolut erforderlich.
    Ich denke, dass die Bundeswehr als Garant für unsere Lebensqualität absolut unverzichtbar ist,.

    Aber was hier gerade im Emsland passiert, hat mit seriöser Berichterstattung absolut nichts mehr zu tun. Da wird von Seiten der Meppener Tagespost aus allem ein Problem konstruiert.

    Sei es, dass der Leiter der WTD erkrankt ist und sein Stellvertreter nun nicht mehr in den Medien präsent ist, oder sei es, dass die Schützen aus Stavern unter dem Moorbrand zu leiden hatten.

    Ich selbst bin sehr überrascht, wie wenig Personen sich inzwischen bei der Schadensabwicklung gemeldet haben.

    Wäre ich Bürger von Stavern, wäre ich ins Hotel gezogen und hätte das der Bundeswehr in Rechnung gestellt. Diese Geruchsbelästigung hätte ich nicht hingenommen. Es bestand ja keine Chance, mal seine Wohnung vernünftig zu lüften.

    Aber hätte wollte und könnte….

    Ich zolle alle Ehrenamtlichen einen Riesenrespekt. Von woher die überall herbeordert wurden und mit welcher Top-Motivation die vor Ort tätig waren, ist schon sehr beeindruckend.

  • Unknown   |   11. Oktober 2018 - 12:32

    @obm.. Das Problem ist, das man in so einem Fall Zuhause iwie festgrjlebt ist. Ich selbst komme aus Klein Stavern wo das Zeltlager stand.. Ich wusste,ich sollte besser gehen und trotzdem blieb ich.. Und ich musste auch meine Tiere rein holen… Auch der Rat meiner Hausärztin, besser für die Zeit wegzugehen hat mich bleiben lassen.. Wohin denn auch? Ein Hotel kostet und nicht jeder hat das Geld dazu.. Und meine Tiere hätte ich ja dann immer noch gehabt…
    Ich denke es kommt stark drauf an, wo man in Stavern das ganze miterlebt hat.. Ich würde niemals anmaßen, diese Situation mit einem Osterfeuier zu vergleichen..

  • OBM   |   11. Oktober 2018 - 23:39

    @Unknown

    Ich muss gestehen, dass ich bei meinem Kommentar nur den Standardbürger im Sinn hatte. Erst im Nachhinein habe ich mich mich gefragt, was ich tun würde, wenn ich 90 Milchkühe hätte. Dann wäre ich wohl auch geblieben.
    Vielen Dank für diese Sicht der Dinge aus Klein Stavern!

  • Milliway   |   12. Oktober 2018 - 14:25

    @ OBM | 09. Oktober 2018 – 23:19 und weitere

    Ehrlich gesagt ich kann ihre Kritik an der NOZ nicht nachvollziehen !
    Wenn da von Gesprochen wird, das Problem konstruiert werden, sollte man diese auch benennen.

    Erst durch das sachliche Hinterfragen der NOZ wurden so manche Steine ins Rollen gebracht.

    In gesamt Kontext betrachtet, war und ist die Berichterstattung der NOZ vollkommen richtig.

    Auf der anderen Seite ist die Berichterstattung der Bundeswehr nicht zielführend, eine
    öffentlich zugängliche Chronologische Aufarbeitung der Ereignisse wäre hilfreich.

    Beispiel

    Erst wird Seite der Bundeswehr berichtet dass nach Radioaktiven Partikel gesucht wird.
    Dann wird kommuniziert das es keine Radioaktiven Partikel gibt, weil in Meppen keine
    Uran haltige Wuchtmunition der ex NVA oder Nato verschossen wurde.

    @ Unknown | 11. Oktober 2018 – 12:32

    Vollkommen richtig,

    ich würde die Situation auch nicht mit einem Osterfeuer oder wie zuvor mit einen Silvesterfeuerwerk vergleichen, da bei diesen nur eine temporäre Umwelt Belastung besteht.
    Bei dem Moorbrand in Meppen hingegen bestand aber eine Umwelt Belastung für Mensch und Tier über fünf Wochen.