Die größte NATO-Übung seit langem: Jetzt noch größer, mit Flugzeugträger

Die in gut zwei Wochen beginnende NATO-Großübung Trident Juncture in Norwegen galt ohnehin schon als das größte Manöver der Allianz seit mehr als einem Jahrzehnt – und jetzt wird sie noch etwas größer. US-Admiral James G. Foggo, Kommandeur des Joint Forces Command der NATO in Neapel, kündigte bei einem Briefing zur Übung am (heutigen) Dienstag in Brüssel an, das nun auch der US-Flugzeugträger Harry S. Truman in die Übung einbezogen werde. Damit steigt die Zahl der Soldaten bei Trident Juncture auf gut 50.000 an.

Bei Nachfragen zu einem Vergleich der NATO-Übung mit russischen Manövern, die oft zusätzlich zu großen Übungen als so genannte Snap Drills, Bereitschaftsübungen, durchgeführt wurden, gab Foggo dem NATO-Vorgehen den Vorzug: auch wenn die Übungen der Allianz mit langem Vorlauf stattfänden, ließen sich daraus besser Lehren für das weitere Vorgehen ziehen. Für Russland, darauf pocht das Bündnis, sei die Übung kaum als Bedrohung zu verstehen: Im Unterschied zu russischen Großübungen finde sie rund 1.000 Kilometer von der russischen Grenze entfernt statt; auch Flugzeuge kämen ihr nicht näher als 500 Kilometer. weiterlesen

Sicherheitshalber – der Podcast, Folge 5: Zukunft der liberalen Weltordnung & Zustand der Bundeswehr

Sicherheitshalber, der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt, Folge 4: Wieder mit Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations (ECFR), Carlo Masala und Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München und mir.

Diesmal diskutieren wir in der Ko-Produktion von ECFR und Augen geradeaus! zuerst mit der aus Washington zugeschalteten Constanze Stelzenmüller von der Brookings Institution über die Zukunft der liberalen Weltordnung. Danach verlässt die Sicherheitshalber-Crew die Flughöhe von 30.000 Fuß, um sich in die Niederungen der deutschen Verteidigungslandschaft zu begeben und die Bundeswehr, genauer: die Situation bei Personal und Material sowie die angekündigten Trendwenden, in den Blick zu nehmen.

Bei der Technik müssen wir um Entschuldigung bitten: wie in anderen Bereichen auch schon mal hat es bei der transatlantischen Verbindung mit Constanze in Washington bisweilen gehakt – und ein paar Aussetzer konnten wir nicht reparieren.

Erwähnte und weiterführende Interviews, Literatur und Dokumente: weiterlesen

Personalstärke August 2018: Trend zu mehr Zeit- und Berufsoldaten

So spät wie selten (oder bisher nie?) hat die Bundeswehr am (heutigen) 9. Oktober die aktuellen Zahlen zur militärischen Stärke der Bundeswehr für den Vor-Vormonat veröffentlicht. Zwar lag im August die Gesamtzahl der aktiven Soldatinnen und Soldaten mit 179.861 kaum höher als im Juli (179.797). Aber es zeichnet sich inzwischen seit einigen Monaten ab, dass die Zahl der Zeit- und Berufssoldaten steigt, während die Zahl der Freiwillig Wehrdienst Leistenden (FWDL) zurückgeht.

Im Juli hatte die Bundeswehr 171.931 Zeit- und Berufssoldaten und damit so viele wie seit 2014 nicht mehr. Diese Zahl ist im August erneut leicht gestiegen, auf 172.249. Dagegen sank die FWDL-Zahl von 7.866 im Juli auf 7.612 im August.

Die Übersicht, vom Verteidigungsministerium wie üblich unter dem immer gleichen Link veröffentlicht:

179.861 aktive Soldaten und Soldatinnen umfasst die Bundeswehr insgesamt. Sie verteilen sich wie folgt: weiterlesen

Sammler: Moorbrand in Meppen – Die Messergebnisse

Fünf Wochen nach Ausbruch des Moorbrandes auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 im Emsland scheint die Lage weitgehend unter Kontrolle. Es gibt noch einzelne kleine Glutnester an bekannten Orten, die gezielt gelöscht werden, teilte die WTD in ihrem täglichen Info-Flyer am (gestrigen) Montag mit. Die Diskussion in der Region konzentriert sich nun auf die Frage, ob während des wochenlangen Brandes mit zeitweise sehr starker Rauchentwicklung eine Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung bestand.

Der Landkreis Emsland als zuständige Katastrophenschutzbehörde wies entsprechende Vermutung zurück – unter Berufung auf die Messungen von Bundeswehr und anderen Behörden sowie die Einschätzung des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes: Im Ergebnis bleibt es nach toxikologischer Fachexpertise bei der Einschätzung, dass eine akute Gesundheitsgefährdung der Bevölkerung nicht gegeben war. Zuvor  hatten die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) und der Norddeutsche Rundfunk (NDR) von zeitweisen Überschreitungen der Grenzwerte berichtet. Die Bundeswehr hatte auch selbst eingeräumt, dass in den ersten zwei Wochen des Brandes keine Messungen vorgenommen wurden.

Fürs Archiv* das Material (veröffentlich am 8. September): weiterlesen