Sicherheitshalber – der Podcast, Folge 5: Zukunft der liberalen Weltordnung & Zustand der Bundeswehr

Sicherheitshalber, der Podcast zur sicherheitspolitischen Lage in Deutschland, Europa und der Welt, Folge 4: Wieder mit Ulrike Franke vom European Council on Foreign Relations (ECFR), Carlo Masala und Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr München und mir.

Diesmal diskutieren wir in der Ko-Produktion von ECFR und Augen geradeaus! zuerst mit der aus Washington zugeschalteten Constanze Stelzenmüller von der Brookings Institution über die Zukunft der liberalen Weltordnung. Danach verlässt die Sicherheitshalber-Crew die Flughöhe von 30.000 Fuß, um sich in die Niederungen der deutschen Verteidigungslandschaft zu begeben und die Bundeswehr, genauer: die Situation bei Personal und Material sowie die angekündigten Trendwenden, in den Blick zu nehmen.

Bei der Technik müssen wir um Entschuldigung bitten: wie in anderen Bereichen auch schon mal hat es bei der transatlantischen Verbindung mit Constanze in Washington bisweilen gehakt – und ein paar Aussetzer konnten wir nicht reparieren.

Erwähnte und weiterführende Interviews, Literatur und Dokumente:

Thema 1 – Zukunft der liberalen Weltordnung (mit Constanze Stelzenmüller)

Constanze Stelzenmüller 2018: Es sind nicht nur weiße Männer, die hinter Trump stehen, in: Süddeutsche Zeitung, 17. Februar 2018,
www.sueddeutsche.de/politik/gastbei…tehen-1.3869163

Constanze Stelzenmüller 2018: “America first” means America alone, in: The Security Times, February, 2018, www.the-security-times.com/america-fir…rica-alone/

Constanze Stelzenmüller 2018: John Bolton is wrong to attack International Criminal Court, in: Brookings’ Order From Chaos Blog, September 13, 2018, www.brookings.edu/blog/order-from-…-criminal-court/

Dokumentation der im Gespräch erwähnten Rede von Donald Trump in Warschau im Juli 2017:
Dokumentation: Trump in Polen – Bekenntnis zur kollektiven Verteidigung augengeradeaus.net/2017/07/dokumen…n-verteidigung/

Thema 2 – Bundeswehr: Trendwenden bei Personal und Material? (ab Minute 39:40)

Berichte zur Materiallage der Hauptwaffensysteme der Bundeswehr auf augengeradeaus.net:

September 2014: Alarmstimmung im Verteidigungsausschuss: „Kreative Mangelverwaltung“ augengeradeaus.net/2014/09/alarmst…ngelverwaltung/

Dezember 2015: Auch ohne rote Ampel: Viel fliegendes Gerät bleibt am Boden augengeradeaus.net/2015/12/auch-oh…leibt-am-boden/

November 2016: Materiallage der Bundeswehr: Selbst schöngerechnet nicht schön augengeradeaus.net/2016/11/materia…t-nicht-schoen/

Februar 2018: Die Hauptwaffensysteme der Bundeswehr: Etwas mehr als die Hälfte einsatzbereit? augengeradeaus.net/2018/02/die-hau…-einsatzbereit/

Februar 2018: Materiallage der Bundeswehr: Mehr Übungen, mehr Beanspruchung – weniger einsatzbereit augengeradeaus.net/2018/02/materia…-einsatzbereit/

März 2018: Kommandeur schlägt beim Abschied Alarm: „Materiell und personell fünf nach Zwölf“ augengeradeaus.net/2018/03/kommand…nf-nach-zwoelf/

Mai 2018: Rechnungshof zur Einsatzbereitschaft der Bundeswehr: Alles noch ein bisschen schlimmer augengeradeaus.net/2018/05/rechnun…chen-schlimmer/

Monatliche aktualisierte Übersicht über die militärische Personalstärke der Bundeswehr augengeradeaus.net/index.php?s=personalst%C3%A4rke

Podcast · 13:18h ·  

17 Kommentare zu „Sicherheitshalber – der Podcast, Folge 5: Zukunft der liberalen Weltordnung & Zustand der Bundeswehr“

  • Simon K.   |   09. Oktober 2018 - 17:24

    Moin,
    wie immer ein höchst hörenswerter Podcast. *thumbsup*
    Immer gern mehr davon.
    Gruß

  • Flix   |   09. Oktober 2018 - 17:29

    Wow wie auch due letzten Podcasts wieder sehr hörenswert!
    Mich würde es freuen wenn ihr mal einen Podcast über die Zukunft der Bundeswehr machen könntet.

    [Danke! Und: Ups, „die Zukunft der Bundeswehr“ klingt sehr globalgalaktisch – was genauer ist damit gemeint? T.W.]

  • Pete   |   09. Oktober 2018 - 19:06

    1. Ich habe mich über die kontroverse Debatte gefreut, die über die „liberale Weltordnung“ und die humanitären Interventionen geführt wurde. Diese Debatte ist wichtig, damit die Glaubwürdigkeit des „Westens“ nicht noch mehr erodiert. Wir können uns nicht dauerhaft nur auf den Grundsatz berufen, dass wir die „Guten“ sind und unsere (potenziellen) Gegner die „Bösen“.

    2. Für mich war interessant zu hören, dass Frau Stelzenmüller ihre Position zu einer einheitlichen „Weltordnung“ auch damit begründete, dass Sie die Tochter von Kriegseltern ist. Nun, das bin ich auch. Die Geschichte meiner Eltern ist nahezu identisch mit der Erzählung von Frau Stelzenmüller über die Kriegserlebnisse ihrer Eltern.
    Dennoch sind meine Schlußfolgerungen ganz Andere, als die von Frau Stelzenmüller. Dies zeigte einmal mehr, dass es keine objektiven Schlußfolgerungen zum selben Sachverhalt gibt. Am Ende ziehen unterschiedliche Menschen aus der selben Faktenlage unterschiedliche Schlußfolgerungen. Daher ist der Dialog in der Konfliktverhütung unbedingt erforderlich.
    Um es zuzuspitzen: Wer den Frieden, auch mit seinen potenziellen Gegnern, erhalten will, muß zunächst ein „Versteher“ von deren Perzeption sein. Eigentlich eine Binse, ich weiß, aber dennoch nicht immer beachtet.

  • TomTom   |   09. Oktober 2018 - 19:13

    Schon seit der ersten Ausgabe höre ich sehr gerne zu, jedoch ist die Audioqualität oft schlecht. Hier wird es schwierig im Auto und in der Bahn.
    Dennoch: Bitte weiter machen!

  • Trevor Faith   |   09. Oktober 2018 - 22:01

    Eigentlich traurig, daß alle bei Zustand der Bundeswehr anfangen zu Lachen. Als ob das besonders lustig wäre. Im gleichen Zustand sollte sich mal die Verwaltung des deutschen Bundestag befinden. Was würde das für ein Zeter und Mordio geben.

  • SuumCuique   |   10. Oktober 2018 - 7:24

    Sehr interessanter Dialog und auch ich durfte schmunzeln bei der Aussage die Bundeswehr sei eine „Verwaltung mit angeschlossenem Streitkräftebetrieb“… Leider entspricht dies in vielen Teilen der Wahrheit und zusätzlich ist der Apparat selbst, ganz nach dem angesprochenen Motto „cover your ass“, an dieser selbsterfüllenden Prophezeiung schuld, denn selbst der Wehrbeauftragte bemängelte die „Verregelung von allem und jedem“ welche das Prinzip des Führens mit Auftrag ersticke.
    Ich kann mich erinnern dass gerade diese Prinzip die Bundeswehr auszeichnete und von anderen Armeen unterschied… mal sehen wohin die Reise geht. „Cover me“

  • Ha-Wa   |   10. Oktober 2018 - 8:58

    Guter Podcast, auch wenn ich als Politologe die sogenannte “liberale Weltordnung” in Frage stellen würde. Der allumfassende Neoliberalismus hat aus entscheidungsgewaltigen Nationalstaaten “administrative Systeme suis generis” geschaffen. Das Kernproblem ist hierbei nicht der Neoliberalismus, sondern das fehlende Gegennarrativ und vollkommene Marktunterwerfung. Folglich werden alle Staaten zur Adaption gezwungen, was dabei nicht in der Weltordnung liegt, sondern an Marktmechanismen.

    Neben den äußerst famosen Anekdoten von Herrn Wiegold möchte ich noch den sog. “Wasserkopf” ins Spiel bringen. Der Verein hat mehr Generäle als eine andere Armee dessen Namen nicht genannt werden darf, Es gibt etliche Stäbe, Kommandos und Behörden, welche etliche hoch dotierte Dienstposten innehaben. Auch wenn sich die Frage nach Produktivität in einer Streitkraft nicht stellt, so muss dennoch die Sinnhaftigkeit des täglichen Handelns bzw Auftrags (wenn es einen gibt) im Frage gestellt werden (nicht der Befehl an sich versteht sich). Ist es sinnvoll dass ein Major Power-Point-Präsentationen erstellt, dafür einen halben Tag braucht und für weitere zwei Tage nichts zu tun hat außer Sport, Kaffee trinken und rauchen ? So sieht der Tagesdienst eines guten Freundes aus, welcher kürzlich zum Major befördert wurde und in einer wunderschönen Behörde dient, da lacht das Infanteristenherz (hüstel).

    In conclusio: Viel Geld, sehr viel Geld wird für Personal rausgehauen was in einigen Fällen keinen konkret formulieren Auftrag hat, sondern eher eine übliche „wir-verwalten-uns-selbst“-Mentalität an den Tag legt, mit bibberndem Warten auf die nächste NATO-Pause.

    Wenn man das mal ernsthaft Angehen würde, dann würden ungeahnte Personalressourcen (inklusive Mannschaftssoldaten und Unteroffizieren) die Truppe förmlich überschwemmen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Oktober 2018 - 11:03

    „Wasserkopf“, ja und „Verein“
    „… hat mehr Generäle als eine andere Armee dessen Namen nicht genannt werden darf. Es gibt etliche Stäbe, Kommandos und Behörden, welche etliche hoch dotierte Dienstposten innehaben“. 
    Richtige Beschreibung nur fehlt etwas dabei
    Ursachen:
    – die „Nicht zu nennende Armee“ führte sechs Jahre Krieg, u.a. auch mit zahlreichen Wasserköpfen in parallelen Strukturen von Partei und WH-Untergliederungen; die Anzahl von Generalsdienstposten sollte dabei fairerweise in ein Größenverhältnis gesetzt werden, dann ließe sich vergleichen. Wesentlicher aber, die „natürliche Auslese“ durch Kampfhandlungen sowie willkürliches Eingreifen der Führung in den Personalkörper
    – die Bw ist gefordert in Strukturen, die immer Stäbe darstellen bei UN, EU, NATO. Wer dort mitreden, mit entscheiden will (mehr Verantwortung) muss adäquat präsent sein. Dies erfordert im multinationalen Kontext „qua Gold auf der Schulter“ Akzeptanz. Beispiel aus eigenem Erleben: 2001/02 war der DEU MilAtt in Sarajevo ein Oberstlt, der Wiener ein Herr Oberst von der theresianischen Militärakademie und die USA stellten einen Brigadegeneral, ebenso die Türkei. Dreimal raten wer – selbst an der Cocktailfront – wann und mit wem auf Augenhöhe ins Gespräch kam, wessen Wort per de Gehör fand.
    Bei Partnern:
    Die NLD Gesamtstreitkräfte umfassen 48.000 in Uniform. Das Heer (landmacht) zählt bei 27.000 Soldaten mit Stand 01/18 sage und schreibe 42 Generalsdienstposten, weil: Nederland moet op een formele manier internationaal vertegenwoordigt zijn > Die NLD müssen international formell angemessen vertreten sein, … um die Interessen des Königreichs zu vertreten.
    Vieles ist durchaus hinterfragbar, aber dann bitte Beispiele mit Substanz samt Alternativen, ohne Hinnahme von deutschem Einflussverlust. Und Einfluss ist doch gerade das, was Regierung will und selbst Opposition als angeblich zu wenig erkennbar moniert.

  • Zimdarsen   |   10. Oktober 2018 - 11:18

    Je nach dem was man unter Weltodnung versteht (UN, Welthandelsorganisation, Verträge uvm) muss man wohl schon von einer freiheitlichen Ordnung sprechen, das bedeutet ja nicht, dass sich daran alle halten und gerade China und Russland sind Partner, aber keine Alliiert lehnen eine vom Westen angeführte Weltordnung ab. 

    Entscheidend für uns wird wohl sein, ob wir unsere freiheitlich orientierte Gesellschaften in Europa halten und wie sich das Verhältnis der USA zu Chine gestaltet.

    Unser Part muss sein das freiheitliche Europa zu stärken wenn uns das nicht gelingt, wird es eng.

  • Cincinnatus   |   10. Oktober 2018 - 12:01

    Hallo,

    ich möchte mich ersteinmal für den tollen Podcast bedanken!

    Eine Anmerkung zur Einleitung, wonach laut einem „Urteil“ des IGH die Iran-Sanktionen der USA „rechtswidrig“ sein und der behaupteten Antwort der USA. Der Satz beinhaltet gleich zwei Unrichtigkeiten.

    1. Die „Anordnung“ („order“) des IGH vom 03. Okt. 2018 zu den Iran-Sanktionen sagt nichts über Rechtmäßigkeit/-widrigkeit, weil sie eben eine Anordnung im einstweiligen Rechtsschutz und kein „Urteil“ („judgement“) ist.
    Eine solche Anordnung einstweiligen Rechtsschutzes trifft überhaupt keine Feststellungen über rechtmäßigkeit/-widrigkeit. Sie soll nur durch eine schnelle Plausibilitätsprüfung mit zeitnaher Anordnung verhindern, dass unheilbare Schäden entstehen werden, bevor das Urteil in der Hauptsache ergeht.
    Wir wissen also aus dieser Anordnung nur, dass das Gericht meint, dass die weitere Anwendungen der Sanktionen in den drei spezifisch benannten Gebieten Medizin/Humanitäre Versorgung, Lebensmittel und zivile Luftfahrt (und nur dort) irreparable Schäden entstehen könnten, für Rechte, die dem IGH im Voraus plausibel erscheinen (vgl. Rn.77-79 https://www.icj-cij.org/files/case-related/175/175-20181003-ORD-01-00-EN.pdf).

    2. Nach meinem Wissen gab es auch keine Reaktion der USA mit dem Wortlaut „interessiert uns gar nicht“, wie von Herr Wiegold dargestellt. Fast schon im Gegensatz hat Außenminister Pompeo nämlich wiederholt, dass die USA schon unabhängig von der Anordnung des IGH, in den Bereichen Humanitäre Hilfe und Zivile Luftfahrt keine/weniger Sanktionen anwenden:
    „With regard to the aspects of the court’s order focusing on potential humanitarian issues, we have been clear: Existing exceptions, authorizations, and licensing policies for humanitarian-related transactions and safety of flight will remain in effect. The United States has been actively engaged on these issues without regard to any proceeding before the ICJ. We’re working closely with the Department of the Treasury to ensure that certain humanitarian-related transactions involving Iran can and will continue“
    (https://www.state.gov/secretary/remarks/2018/10/286417.htm).

    Das Statement zu den Trump-USA und Internationaler Ordnung fand ich überzeugend, dann aber doch lieber mit Hinweis auf reale Vorgänge :)

    Aber an dieser Stelle noch einmal Vielen Dank für einen so informativen und kostenlosen Podcast.

    Viele Grüße

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   10. Oktober 2018 - 14:42

    @HaWa, nochmals
    „Ist es sinnvoll dass ein Major Power-Point-Präsentationen erstellt, dafür einen halben Tag braucht und…“
    Absolut, ohne die objektiven Details zu kennen.
    Im Nebendienstzimmer des Maj sitzen zwar ganz bestimmt StFw, auch OStGefr, die das Geschäft handwerklich dutzendfach besser können, als besagter Maj.
    Aber, eben nur handwerklich im „Zusammenschustern“ der Slides.
    Abhängig vom Zweck und der verbundenen Absicht des Auftraggebers, wird ein Erfahrungshintergrund erwartet, ein Kompetenz vorausgesetzt, die der Portepee und selbstredend auch der Mannschafter nicht haben kann, die beide sicher auch nie erwerben werden.
    Natürlich könnte der StOffz sich hinstellen, den StFw beauftragen und 2-3 Stunden seiner Zeit aufwenden und dem Kameraden über die Schulter schauen.
    Sinnvoll? Nein!
    Mit gleichen Erfahrungen als Maj, Oberstlt sei angemerkt, dass neben mir ein junger Maj i.G. saß und fleißig PowerPoints entwarf. Natürlich könnte er es besser als ich, qua Inhalt aufgrund besserer Ausbildung zum Generalstabsdienst.
    Dieser damalige Maj i.G. ist heute GenLt im Führungsstab der SK.

  • Zimdarsen   |   10. Oktober 2018 - 18:50

    Deutschland wird ja nun Gelegenheit haben sich über den Sicherheitsrat einbringen zu können, nicht zuletzt durch die Finanzierung von Teilen der von den USA hinterlassenen Lücken in der UN. Da SiPo wird man diese Aufgaben auch auf die 2% abrechnen können ;-)

  • O.Punkt   |   10. Oktober 2018 - 19:54

    Interessanter Podcast, wie immer.
    Schade dass der Zustand der Personallage im Vergleich zur Materiallage zu kurz kam. Vllt beim nächsten Mal.

  • Ha-Wa   |   10. Oktober 2018 - 21:55

    @KPK

    Mir ging es nicht um die Ebenbürtigkeit in multinationalen Stäben mit anderen Nationen, sondern vielmehr um den realen Auftrag.

    Sie argumentieren mit fachlicher Expertise. Ich argumentiere mit bestehenden Strukturen, das ZInFü und das Militärhistorische Institut hauen schon einige fundierte Präsentationen raus, genau wie die BW-Universitäten. Brauche ich da wirklich einen Major i.G. der den ganzen Tag nichts anderes macht als Folien zu erstellen?

    Darüber hinaus verkommt dann der Soldat zu einem „Verwaltungsbeamten in Uniform“. Ich würde sogar sagen, dass sich in Behörden etc. eine „Entfremdung“ von der Truppe vollzogen hat. Wird dann jemand aus der Truppe herausgerissen und in dieses befremdliche Gefilde gesteckt, kann das schon mal zu Widerrufsabsichten des Berufssoldatenverhältnis führen. Aus diesem Grund haben ich und einige andere kein Interesse BS zu werden, am Ende wird man in irgendeinen unwichtigen Stab abgeschoben und ist nicht mehr bei den Männern und Frauen. Stichwort „sinnstiftende Arbeit“.

  • Jörg Backhaus   |   11. Oktober 2018 - 6:30

    Interessante Folge mit viel besserem Ton :-)
    Die Frage warum denn größere Gesellschaftsteile das Geschenk des regelbasierten Multilateralismus und des globalisierten Liberalismus nicht annehmen wollen und statt dessen lieber machtbegeisterte Populisten ins Amt hieven, fand ich sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Meine Erklärung: weil Regelinstitutionen vom Konsens der Willigen leben, die dem mühsam gefundenen Kompromiss huldigen. Aber dieser bietet einfach nichts fürs Herz und noch weniger für ein patriotisches.
    Wer emotionale Zugehörigkeit und Heimat sucht, findet in der individualisierten Welt nicht den Halt, den es gerade in den ehemaligen sozialistischen Diktaturen gab und der in Polen, Ungarn, Weißrussland und Russland hoch im Kurs steht.
    Wir hier überlassen dieses Feld leider den Nazis und verkennen, dass das Emotionstier Mensch nicht vom Fleisch allein lebt und das es manche Menschen durchaus schätzen, geführt zu werden – Soldaten und Reservisten zum Beispiel…

  • Zimdarsen   |   11. Oktober 2018 - 9:23

    Alle jene welche sich um Europa verdient gemacht hatten, war die emotionale Begeisterung mit den Attributen der Nationalisten ein Graus. Aber warum hatten die Nationalisten all diese Mittel? Um das Volk zu begeistern!

    Leider für den Preis des Missbrauchs der Menschen.

    Die Politik muss lernen, dass wie oben aufgeführt der Mensch das emotionalste Wesen auf Erden ist und man deshalb für Europa begeistern muss. Mich das Werkzeug ist schlecht, sondern ggf die Ziele. Das Militär könnte ein Vorbild sein und man sollte die Vorteile vermitteln und alles Nützliche schnell umsetzen, ausgerichtet am Subsidiaritätsprinzip. Leider ist vielen nicht bewusst, was gerade auf dem Spiel steht.

  • Aspelund   |   12. Oktober 2018 - 20:31

    Teil 1 war gut und interessant, vielen Dank dafür.
    Teil 2 war sehr unterhaltsam aber nicht informativ. Vorherige Folgen enthielten mehr sachkundige Einschätzungen und Bewertungen. Die Anekdoten sind dem ag-Leser bekannt gewesen. Erhellend war der Teil also nicht, es herrschte eine offensichtliche Ratlosigkeit, so wie auch in der Politik. Indiz dafür dass das Thema nicht trivial ist. In der Politik reichen Anekdoten leider nicht.

    Ich bin ebenfalls vom angeschlossenen Betrieb ‚Verteidigung‘ in die Hauptverwaltung gewechselt. Leider kann ich meinen BS nicht mehr zu vernünftigen Bedingungen zurück geben. Aber schön war es in der Truppe… Vielleicht gibt’s noch Mal eine Chance.

    [Danke fürs Feedback – und zu Ihrer Anmerkung „Die Anekdoten sind dem ag-Leser bekannt gewesen. Erhellend war der Teil also nicht“ nur der Hinweis: Der Podcast richtet sich nicht nur an die Leserinnen und Leser von Augen geradeaus, sondern – allein schon über den ECFR – an einen weiteren Personenkreis, der das vielleicht noch nicht kannte… T.W.]

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