„Sie wurden geharfft!“ – Brigadegeneral a.D. Helmut Harff fast 80-jährig gestorben

Der Tod eines fast 80-jährigen Brigadegenerals a.D. berührt üblicherweise seine Familie, seine Freunde und seine früheren Kameraden. Im Fall von Helmut Harff, der am 8. September starb, ist jedoch eine darüber hinaus gehende Erinnerung angebracht: Der Fallschirmjäger hat die Nachwende-Geschichte der Bundeswehr, die Wandlung zur Einsatzarmee, an entscheidenden Stellen mit geprägt.

Ich maße mir nicht an, einen Nachruf zu schreiben – auch wenn ich Harff seit dem Somalia-Einsatz 1993 kannte, kannte ich ihn dafür viel zu wenig. (Mehr zu seiner Person bei Wikipedia.)  Ich will nur an zwei Weichenstellungen der Bundeswehr erinnern, bei denen er erst als Oberst und dann als General eine wichtige Rolle spielte:

Im Sommer 1993 kommandierte Harff, damals noch Oberst und Kommandeur der Luftlandebrigade 26,  das erste Kontigent des deutschen Einsatzes in der UN-Mission UNOSOM II in Somalia. Das war eine Zäsur für die deutschen Streitkräfte – der erste bewaffnete Auslandseinsatz der Bundeswehr.

Im Juni 1999 befehligte Harff als Brigadegeneral die deutschen Soldaten, die in die damalige serbische Provinz Kosovo einrückten – nach einem vorangegangenen Luftkrieg der NATO gegen Serbien. Legendär (und wie eine Bestätigung des in der Truppe kursierenden Spruchs Sie wurden geharfft! seine seine knappe Debatte mit dem serbischen Kommandeur, der sich zunächst weigern wollte, den Grenzübergang Morina ins Kosovo freizugeben:

 

 

und ein weiteres Video von seiner Landung mit dem Hubschrauber im Kosovo:

Harffs Tod teilte seine Familie am vergangenen Wochenende in Todesanzeigen im Bonner General-Anzeiger und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit.

Nachtrag: Ein Porträt Harffs aus dem Kosovo-Einsatz von der Kollegin Susanne Koelbl findet sich im Juni 1999 im Spiegel:

Der „Habicht“ und sein Adjutant

(Archivbilder: Oben: Brigadegeneral Helmut Harff, kommandierender General der deutschen KFOR- Truppen, am 7. Juli 1999 in Prizren, Kosovo; unten: Oberst Harff als Kommandeur des deutschen Somalia-Einsatzes in Belet Huen am 1. August 1993 – Fotos Thomas Imo/photothek.de)

11 Gedanken zu „„Sie wurden geharfft!“ – Brigadegeneral a.D. Helmut Harff fast 80-jährig gestorben

  1. Brigadegeneral Harff war im positiven ein charismatischer Charakter und vor allem ein Truppenführer, von seinen Soldaten gerne als „Papa Harff“ oder voller Anerkennung „der Alte“ bezeichnet.

    Seiner Familie mein Beileid!

  2. Glück ab, Herr General.

    Wer für sie jemals gearbeitet hat, wird es nie vergessen.
    Geradlinig, aufrichtig, bestimmt – aber auch humorvoll und fürsorglich. Die bereits erwähnten traditionelle Bezeichnung „Papa Harff“ ist wahrlich treffend. Auch wenn man mal „geharfft“ wurde.

    Diese Art von militärischen Führern würde ich mir heutzutage auch öfters wünschen.

    Unser Trost:
    Der Herr General ist nicht weg – er geht nur voran!

  3. Schon zu Lebzeiten eine Legende, jetzt erst recht. Sein Name stünde einer Bundeswehrkaserne gut. DAS wäre gelebte Tradition.

  4. Mein Beileit zum Totesfall und meine Anteilnahme am Trauerfall möchte ich hiermit
    aussprechen !

    TREUE UM TREUE !

  5. General Harff war der beste Soldat und der beste Vorfesetzte d, den ich je kenndngeletnt habe. Es stünde der Bubdeswehr gut an, eine Kaserbd nach ihm zu benennen.

    Glück ab, alter Kamerad!
    RIP

  6. Mein herzliches Beileid an die Familie.
    Wir sind sehr froh das es so einen Mensch wie der General Harff gab.
    Gott hab ihn selig.
    Wir werden nie vergessen war er für Prizren unsere Volkgetan hat .
    Gruß aus dem Kosovo.

  7. Mein Beileid den Angehörigen dieses großen Mannes, mein Respekt für seine Leistungen. Es gibt leider nur noch wenige von seinem Schlag. Glück Ab und Ruhe in Frieden Kamerad.

  8. Herzliche Beileid Herr General. Ich vergese nie diese liblings gesicht.Grosse respekt für dieses Mann

  9. Da liest jemand hier mit… ;-)

    [Sorry, deutsche Verlagswebseiten werden hier, wie bekannt, i.d.R. nicht verlinkt – es ging um den Nachruf auf Harff in der Saarbrücker Zeitung. T.W.]

    Den Gedanken, einen profilierten Vertreter der Epoche „Einsatzarmee“ zum Namenspatron einer Kaserne zu machen, sollte man unbedingt in den Bendlerblock tragen! Es wäre ein sehr begrüßenswerter Vollzug des neuen Traditionserlasses – wenn es denn ein Vollzugsinteresse gibt…

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