Die USA auf dem Weg zur „Space Force“

Die USA planen eine neue Teilstreitkraft: Eine Space Force soll die Dominanz des Landes auch im Weltraum sichern. Nachdem US-Präsident Donald Trump das schon im Juni angekündigt hatte, hat Vizepräsident Mike Pence das am (heutigen) Donnerstag bei einer Rede im Pentagon etwas detaillierter ausbuchstabiert. Ein (erwartbarer) Kernsatz: We must have American dominance in space, and so we will.

Für eine genauere Betrachtung warte ich mal auf die Abschrift der Rede; oben steht sie schon mal zur Betrachtung als Video.

Nach Trumps Ankündigung hatten die Kollegen von Slate das Ganze schon mal ein bisschen näher betrachtet: Space Farce

Nachtrag: Das Transkript gibt es zwar noch nicht, aber die Nachrichtenfassung des Pentagon:

The Defense Department will establish a sixth branch of the armed forces, the U.S. Department of the Space Force, by 2020, Vice President Mike Pence announced today.
In a speech at the Pentagon, the vice president also announced plans to establish a new combatant command — U.S. Space Command — as well as a Space Operations Force and a new joint organization called the Space Development Agency.
The announcement follows a seven-week review by DoD, directed by President Donald J. Trump, of “the process necessary to establish a space force as the sixth branch of the armed forces.”
(Mehr im Beitrag hier)

 

17 Kommentare zu „Die USA auf dem Weg zur „Space Force““

  • Thomas Melber   |   09. August 2018 - 20:25
  • Auslandsdiener   |   09. August 2018 - 20:26

    Kurz: so geht Verteidigung. Machen, nicht drüber reden.

  • Simon Wendler   |   09. August 2018 - 21:21

    Aim high! Ich wünschte, wir hätten eine Führung mit Visionen, die größer sind als die Einführung von Flachbildschirmen.

  • Christian S.   |   09. August 2018 - 21:28

    @Auslandsdiener: das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Der Slate-Artikel bringt das ganz gut auf den Punkt. Die Erschaffung einer separaten Teilstreitkraft ist für das bezweckte Ziel vermutlich sogar kontraproduktiv und erzeugt nur zusätzlichen Overhead, den man in den US Armed Forces eher reduzieren will. Typische Trump-Schnapsidee. Die Idee ist zudem ein alter Hut, man hat das aber bisher aus gutem Grund nicht gemacht.

  • Zimdarsen   |   09. August 2018 - 21:52

    @Auslandsdiener

    Na, da warten wir doch erst einmal ab ob es am Ende um Verteidigung oder Herrschaft geht……..und auf dem Weg dort hin gibt es Aufträge für die US Industrie und einen neuen Rüstungswettlauf ;-)

  • Der Realist   |   09. August 2018 - 22:09

    „Dominanz auch im Weltraum“

    Das trifft die aktuelle Einstellung der USA ziemlich genau auf den Punkt.

    Nicht nur auf der Erde überall den Ton angeben wollen, sondern dies auch noch aus dem Weltraum zu steigern.

    Das Wettrüsten im All wird dann nicht lange auf sich warten lassen…

    Es ist wirklich an der Zeit, daß Europa zusammenrückt und sich von den USA nicht länger abhängig macht.

  • Andreas Klein   |   10. August 2018 - 3:38

    Die Befugnis zum Einrichten eines neuen Service liegt beim US Congress, gleiches gilt für die Schaffung neuer Combattant Commands… der US Präsident kann das nicht im Alleingang entscheiden.

  • Rolf M   |   10. August 2018 - 7:56

    Dazu muss ich jetzt einfach ein paar Gedanken äußern.
    Reagan hat mal SDI aufgelegt (https://de.wikipedia.org/wiki/Strategic_Defense_Initiative), die USA hat diese Idee nie aufgegeben. Aufgegeben wurden aber die Space Shuttle Programme, die NASA wurde massiv eingebremst, die ISS fliegt zwar noch , ist aber keineswegs US Eigentum , auch wenn dieser Präsident das so darstellt. Ein Space Force Programm ohne ständigen Stützpunkt im All und ohne dauerhafte gesicherte Versorgung ist unmöglich. Weder die USA noch die Russische Förderation haben die Mittel und Möglichkeiten eine echte Space Force technologisch ans laufen zu bringen. Das traue ich eher China zu. In den 80-ern und 90-ern wurde auch richtig erkannt, dass so eine Rüstungsspirale die Volkswirtschaften an den Rand des Ruins bringt. daran hat sich nix geändert. Für mich sind das größenwahnsinnige Spinnereien im Sinne einer Rüstungslobby, die gern mal wieder Railguns und Laserwaffen verkaufen wollen.

  • Metallkopf   |   10. August 2018 - 8:12

    Ich warte dann mal amüsiert auf General Lesly Pounder und einen gewissen Major Perry Rhodan als Kernpersonal der neuen US Space Force. Bald 50 Jahre zu spät, aber immerhin.

  • T.Wiegold   |   10. August 2018 - 8:19

    Am Rande zum Thema: Eine sehr interessante Infografik der New York Times:

    Is America’s Military Big Enough?

  • oxtorne   |   10. August 2018 - 11:14

    @Metallkopf
    Sogar schon bald 57 Jahre zu spät.
    Vielleicht sollte der Verlag die Namensrechte einklagen.

  • Mitleser   |   10. August 2018 - 11:26

    Warum nicht. Rußland hat als weltraumfahrende Nation und globale Nuklearmacht ebenfalls ein Kommando der Weltraumtruppen, Войска воздушно-космической обороны, die 2015 mit den Luftstreitkräften vereinigt wurden. Ohne die genaue Struktur der chinesischen Streitkräfte zu kennen vermute ich trotzdem, daß China in Anbetracht seiner Fähigkeiten ein eigenes Pendant besitzt. Klassische Aufgabengebiete sind die ABM-Abwehr, der Betrieb militärischer Aufklärungs- und Kommunikationssatelliten, Mittel zur Zerstörung gegnerischer Weltraumtechnik im Kriegsfall und nicht zuletzt der Betrieb der Navigationssysteme, GPS bzw. Glonass, sowie deren Schutz und die Verweigerung der Mitnutzung durch Dritte im Konfliktfall.

    Zur Dominanz gehören immer zwei. Heutzutage drei. Eher unwahrscheinlich, daß Rußland und China es zulassen werden, daß die USA einseitig militärisch im Weltraum dominieren kann. Selbst ohne sich in eine Kostenfalle a la SDI manövrieren zu lassen.

  • wacaffe   |   10. August 2018 - 11:42

    verstehe ehrlich gesagt die Herablassende Ironie hier nicht.

    Das All ist neben cyber die next frontier und wird zunehmend wichtiger.

    Stichworte: Private Raumfahrt / Weltraumbergbau etc.

    Die USA setzen auf full spectrum dominance ergo auch extraterrestrisch.

    Darüber kann man sich europäisch lehnstuhlhaft mokieren oder amerikanisch tatkräftig agieren.

    Welches die Strategie ist die mehr Einfluss auf diese Domäne verspricht dürfte klar sein.

    Der amerikanische Apparat wird aus dieser Initiative etwas handfestes machen unabhängig davon das sie von trump ausging. Sich hier nur über vermeintlich alberne logos oder dienstgrade zu amüsieren erscheint mir mehr als kurzsichtig.

    (deja vue zu den damaligen debatten zum cyberraum)

  • Zimdarsen   |   10. August 2018 - 12:08

    @wacaffe

    Es geht nicht darum, ob man sich für die Souveränität der USA auch im Weltraum einsetzen muss, sondern um die Art, Weise und Folgen.

    Als erstes bezahlt die untere Hälfte der US Bevölkerung einen hohen Preis.
    Eigentlich sollte es das Ziel sein, den Weltraum Waffen frei zu halten. Dort wo es nicht geht, kann man handeln aber das hier ist Populismus und Kurzsicht.

  • SvD   |   10. August 2018 - 12:09

    Mike Pence, ein christlicher Fundamentalist, der glaubt die Erde sei 6000 Jahre alt, redet von einer Spaceforce. Das ist schon leicht absurd.

    Wie bekloppt man weit oben im Pentagon ist zeigt dieser Versuch eines Interviews:

    https://twitter.com/FG_STrim/status/1025381646697152512

    Klingt als wollte man die USS Enterprise (die aus Star Trek) als Ersatz für Aufklärungsflugzeuge anschaffen. Plan und so… sehr weitsichtig…

    Wir schaffen es nicht mal auf den Mars, das Pentagon will aber aus anderen GALAXIEN Aufklärung der Erdoberfläche betreiben?

    Es soll ja Menschen geben, die meinen wer Visionen hat sollte zum Arzt gehen. Ich denke das kommt auf die Vision. Bei der Space Force sei ein Arzt empfohlen. In den 80ern ist man damit gescheitert und illegal wäre es heute auch noch.

    Trivia:
    Das Weiße Haus hat unter Barack Obama die Petition zum Bau eines Todessterns abgelehnt.
    https://www.theguardian.com/world/2013/jan/12/white-house-death-star-petition

  • Auslandsdiener   |   10. August 2018 - 12:25

    „Christian S. | 09. August 2018 – 21:28

    @Auslandsdiener: das Gegenteil ist wohl eher der Fall. Der Slate-Artikel bringt das ganz gut auf den Punkt. Die Erschaffung einer separaten Teilstreitkraft ist für das bezweckte Ziel vermutlich sogar kontraproduktiv und erzeugt nur zusätzlichen Overhead, den man in den US Armed Forces eher reduzieren will. Typische Trump-Schnapsidee. Die Idee ist zudem ein alter Hut, man hat das aber bisher aus gutem Grund nicht gemacht.“

    Der ist gut! Trump-Schnapsidee? Und das aus DEU, wo man sich für pseudo-Cyber und etwas Logistik gleich zwei Org-Bereich hält.

    Und @Zimdarsen: Luftherrschaft ist Bedingung für effektive Luftverteidigung. Ergänzen Sie bitte sinngemäß ;O)

  • T.Wiegold   |   10. August 2018 - 12:29

    @all

    Zu dem Thema habe ich einen neuen Thread mit mehr Einzelheiten aufgemacht; bitte die Debatte ggf. dort fortführen.