Möglicher nächster NATO-Oberbefehlshaber mit Europa-Erfahrung

Fürs Archiv: Der nächste NATO-Oberbefehlshaber könnte ein US-Luftwaffengeneral mit viel Europaerfahrung werden. Als Nachfolger des derzeitigen Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) Curtis Scaparrotti, der im kommenden Jahr in den Ruhestand geht, ist nach Informationen des Wall Street Journal Tod Wolters vorgesehen, der zurzeit die U.S. Air Force in Europa und Afrika befehligt:

Air Force Gen. Tod Wolters is considered a likely pick as the next head of the U.S. European Command and North Atlantic Treaty Organization Supreme Allied Commander, Europe. Gen. Wolters now heads Air Force Europe, Air Force Africa and Allied Air Command, all based in Germany. (…)
Gen. Wolters had served as the operations officer on the Pentagon’s Joint Staff and has focused in recent years on American military policy toward Russia.

Der Posten des militärischen Oberbefehlshabers der NATO wird traditionell von einem US-Offizier besetzt, während der Generalsekretär der Allianz aus einem europäischen Mitgliedsland kommt. Der SACEUR ist zugleich auch Kommandeur der US-Truppen in Europa. Die Besetzung ist Sache des US-Präsidenten, muss aber vom US-Senat bestätigt werden.

(Foto: U.S. Air Force Gen. Tod D. Wolters, U.S. Air Forces in Europe-Air Forces Africa commander, speaks in Hangar 1 at Spangdahlem Air Base, Germany, Aug. 16, 2018 – U.S. Air Force photo by Airman 1st Class Valerie Seelye)

Neuer deutsch-französischer Seefernaufklärer: Japan als Dritter im Bunde?

Am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin im vergangenen April hatte es eine Premiere gegeben, die außerhalb von Fachkreisen praktisch unbeachtet blieb: Erstmals hatte das japanische Verteidigungsministerium eines seiner Flugzeuge auf eine europäische Luftfahrtmesse geschickt. Mit einer klaren Zielsetzung: Der Seefernaufklärer vom Typ Kawasaki P-1 (Foto oben) soll als Konkurrenzprodukt (oder eher: als Nachfolger?) zur P-3C des US-Unternehmens Lockheed Martin weltweit vermarktet werden.

Das Engagement der japanischen Rüstungsindustrie auf internationalen Märkten ist eine vergleichsweise neue Entwicklung (wie auch der Willen Japans, militärisch über die reine Landesverteidigung hinaus aktiv zu werden) – wenn auch bislang noch nicht so erfolgreich, weil die japanischen Produkte relativ teuer sind. Über die Pläne zur Vermarktung der P-1 war zudem auf der ILA selbst wenig zu erfahren: Das sehr höfliche, aber ausschließlich Japanisch sprechende Personal des Tokioter Verteidigungsministeriums in einem eigens aufgebauten Pavillon neben dem Flugzeug wollte nicht-behördlichen Besuchern wenig zur Maschine sagen und verschenkte statt dessen lieber einen typisch japanischen Fächer mit der P-1 als Motiv und eine Einkaufstasche mit P-1-Silhouette.

Hinter den Kulissen dürfte dagegen mehr passiert sein. weiterlesen

Hörtipp: Interview mit dem Generalinspekteur (Update: Jetzt komplette 35 Min. verfügbar)

Der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn, ist seit ziemlich genau vier Monaten im Amt. Die Kollegin Andrea Müller vom Saarländischen Rundfunk hat das erste (nicht Bundeswehr-interne) Interview mit ihm geführt; als Hörtipp: Neben dem knapperen Beitrag mit O-Tönen auf tagesschau.de gibt es auch eine längere Fassung (15 Minuten) beim Saarländischen Rundfunk:

Im Interview der Woche: General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr

Update: Jetzt hat die ARD das Interview in kompletter Länge, gut 35 Minuten, online gestellt (Hinweis: scheint nicht mit allen Browsern/Betriebssystemen zu funktionieren):

Exklusiv-Interview mit dem neuen Generalinspekteur der Bundeswehr Eberhard Zorn

(Foto: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen  und Zorn bei dessen Amtseinführung vor dem Bendlerblock am 19. April 2018)