Ol‘ blue eyes – Werbung ist ein Wunschkonzert

Die Web-Serien Die Rekruten oder Mali waren aus Sicht der Bundeswehr ein voller Erfolg – also weitermachen: ab dem 23. Juli gibt’s eine neue Serie der Nachwuchswerbung der Bundeswehr auf den großen Social-Media-Kanälen, für die ein Fallschirmjäger mit leuchtend blauem Auge wirbt:

Militärisches Fallschirmspringen ist körperlich anstrengend, setzt aber auch unendlich viele Glückshormone frei.

In unserer neuen Social-Media-Serie „Die Springer“ begleiten wir ab dem 16. Juli Bundeswehrsoldaten bei der fordernden Ausbildung zum Fallschirmspringer. Wir zeigen den Weg von der schmerzhaften Bodenausbildung bis zum langersehnten automatischen Fallschirmsprung. Dabei geht es für die jungen Kameraden nicht nur darum, das begehrte Springerabzeichen zu erwerben, sondern auch persönliche Grenzen zu überwinden. Die Ausbildung zum Fallschirmspringer ist nichts für schwache Nerven.

Und warum die Fallschirmspringer?

„Mit ‚Die Springer‘ reagieren wir unmittelbar auf unsere Community. Unsere Nutzerinnen und Nutzer haben sich als nächste Serie nach ‚Mali‘ und ‚Biwak‘ die Ausbildung zum Fallschirmspringer bei der Bundeswehr gewünscht“, führt Dirk Feldhaus aus, der Beauftragte für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr. „Wie in allen Serien wollen wir ein realistisches und authentisches Bild der Ausbildung vom Dienst in den Streitkräften zeigen. Damit möchten wir junge Menschen für die Bundeswehr begeistern.“

Ok, kann man machen. Allerdings, so höre ich, sind die Fallschirmspringer, pardon, -jäger, einer der Bereiche in der Bundeswehr, die sich über Nachwuchsmangel keine Sorgen machen müssen. Weil das Image auch ohne Werbung so ist, dass es genügend Begeisterte gibt. Deshalb hat sich die Community das ja auch gewünscht – ein bisschen ein Zirkelschluss?

Der YouTube-Teaser dazu:

Von der Wirksamkeit dieses Formats ist die Bundeswehr überzeugt:

Mit Webserien wie „Die Rekruten“, „Mali“ und „Biwak“ haben wir im Social-Media-Bereich auf dem Bundeswehr Exclusive-Kanal überaus erfolgreich neue Wege beschritten. So konnten wir auf der Website bundeswehrkarriere.de zwischen dem Start und dem Ende von „Mali“ rund 60 Prozent mehr Zugriffe verzeichnen. Auch die Zahl der Anrufe bei der Karriere-Hotline stieg nach der Ausstrahlung von „Mali“ um 34 Prozent. Aktuell mehr als 320 Tsd. Abonnenten und mehr als 64 Millionen Aufrufe des Bundeswehr Exclusive-Kanals auf YouTube zeigen das große Interesse der jungen Zielgruppe an der Bundeswehr.

Das muss sich jetzt nur noch auf die Personalstärke auswirken.

 

30 Kommentare zu „Ol‘ blue eyes – Werbung ist ein Wunschkonzert“

  • Zivilist   |   16. Juli 2018 - 20:05

    Also das erinnert mich sofort darsn: Anfang der 1980er Jahre gab es eine BBC Serie ,The Paras‘ die ebenfalls als Doku Soap die Ausbildung angehender Fallschirmjäger im Britischen Parachute Regiment begleitet hat. Das Besondere daran war, dass die Serie zur selben Zeit wie der Falklandkrieg entstanden ist und das in den späteren Episoden stark thematisiert wurde.
    War mal komplett auf youtube verfügbar ist mittlerweile aber glaube ich nicht mehr so.

  • Fux   |   16. Juli 2018 - 20:50

    Der Ansatz ist gar nicht so doof… wenn ich einen Bereich habe, in welchen die Bewerber eh drängen, kann ich quasi schon vorab die Werbemaßnahme als „erfolgreich“ garantiert ansehen… /SARC

  • Sailor   |   16. Juli 2018 - 21:41

    Naja, ne Serie über den ITFw im IT-Btl oder den EloMechFw im LogBtl ist halt sicher net so spannend und knallig und voll mit Action wie eine Serie über die Gebirgs- od. Fallschirmjäger;-)

  • T.Wiegold   |   16. Juli 2018 - 21:45

    @Sailor

    Logo. Aber wo fehlt’s der Truppe?

  • Sailor   |   16. Juli 2018 - 21:51

    Genau da, im IT Btl, im LogBtl, in der 40er Verwendungsreihe der Marine usw.

    Mein Kommentar gerade sollte ja genau auf diesen Umstand anspielen, dass diese Serie eigentlich mal wieder komplett am Bedarf vorbei geht.

  • Ruhrpottpatriot   |   16. Juli 2018 - 22:15

    Nur so zur Info: Fallschirmspringer sind nicht gleich Fallschirmjäger. Die Springerausbildung können auch andere Waffengattungen (z.B. Pioniere) durchlaufen. Die Serie hier zeigt (nach momentanen Informationen) die Springerausbildung, also nicht nur (wenn auch sicherlich der Größte Teil) Fallschirmjäger.

  • Anubiswaechter   |   16. Juli 2018 - 22:50

    Die Serie(n) sind keine Stellenausschreibungen für offene Dienstposten, sondern allgemeines Marketing. Es soll die Marke platziert werden. Und ausweislich der zitierten Zahlen hat man die geforderte Wirkung tatsächlich ins Ziel gebracht.

  • rhadamanthys   |   16. Juli 2018 - 23:03

    Das geht nicht unbedingt am Bedarf vorbei. Mehr Bewerber für die Fallschirmjäger bedeutet eben auch mehr Auswahl und evtl. auch mehr Ansprechpartner, bei denen es (dann) für Fallschirmjäger nicht reicht für andere Laufbahnen. Das kann sich natürlich weiter fortsetzen. Ich habe jetzt bewußt nicht nach unten geschrieben.

  • Wa-Ge   |   17. Juli 2018 - 8:18

    @ all die fragenden bezüglich „Wieso eine Serie über Fallschirmspringerei?“

    Wie immer lohnt es sich auch hier einen tieferen Blick in die Materie zu werfen.

    1. Fallschirmjäger sind eine Truppengattung, ITler … sind Verwendungen
    2. Auch die Fallschirmtruppen hat Verwendungen wie Logistiker, ITler, Feldkoch,… aber eben mit Springerlehrgang.
    3. Wenn sowas wie der Springerlehrgang einer der wenigen Boni ist, mit denen die Bundeswehr werben kann, dann sollte man dies auch tuen. Vielleicht gibt es den einen oder anderen der gesuchten Verwendungen die genau diese Möhre brauchen um zu unterschreiben.
    4. Der Springerlehrgang kann und wird auch außerhalb der Luftlandetruppe im Rahmen von Fördermaßnahmen vergeben, genau so wie EK, Luftlandeeinsatzverfahren spezialisierte Kräfte und andere vergleichbare Lehrgänge. Und mit solch einem goodie kann man den Soldaten meiner Erfahrung nach deutlich besser motivieren als mit 100 € mehr.

    Von daher ist diese Serie auch werbetechnisch nicht ganz so unzweckmäßig wie sie auf den ersten Blick scheint. Aber sie braucht auf jeden Fall eine beistehende Erklärung, damit die richtigen und nicht die falschen Hoffnungen geweckt werden.

  • Phantom711   |   17. Juli 2018 - 9:24

    Ich stimme Wa-Ge da vollkommen zu.

    Es gibt nunmal Verwendungen und Lehrgänge, die stechen einfach hervor und können dann als Zugpferd dienen. Der Springerlehrgang gehört ganz sicher dazu.

    Die Lw hat auch immer die Laufbahn des fliegerischen Dienstes aktiv beworben. Nur so bekommt man ausreichend viele Bewrber, um sich dann die geeignetesten heraussuchen zu können. Ich behaupte auch einfach mal, dass ein Großteil der Offz der Lw sich ursprünglich einmal für den fliegerischen Dienst beworben hatten. Weil es dann an irgendeinem Punkt des Auswahlverfahrens nicht ganz gereicht hat (und ich meine das wirklich ohne Häme), wurden ihnen noch andere Möglichkeiten aufgezeigt und sie haben sich für eine davon begeistern können. Win-win-Situation.

    LG

  • Frank P   |   17. Juli 2018 - 10:33

    Nebenbei geht es womöglich ja auch darum, ein Bild der Bundeswehr zu vermitteln, dass sich klar von Themen wie „Stube mit Flachbildschirm“ und „Kasernen-KiTa“ abhebt – die bei der Zielgruppe wohl nicht so ankamen, wie im Ministerium gedacht. Dafür dürfte der gewählte Schwerpunkt geradezu idealtypisch geeignet sein. Andere Armeen machen es genauso.

  • Luftwebel   |   17. Juli 2018 - 12:24

    Solang in den Karriere-Centern Versprechen abgegeben werde, die dann nicht eingehalten werden, braucht man sich nicht zu wundern. Oder denken unsere „Entscheider“ wirklich, dass die jungen Leute nicht miteinander sprechen?
    Hauptsache die Quote wird erfüllt und die Zahlen stimmen.
    Jeder Spieß kann ein Lied davon singen, wie oft die neuzuversetzten Soldaten nach der AGA mit großen und enttäuschten Augen da stehen, wenn sie sich plötzlich in ganz anderen Verwendungen wiederfinden.
    Es mangelt eben nicht nur an Material und Persona, sondern auch an Ehrlichkeit.
    Auf ALLEN Ebenen !

  • Sailor   |   17. Juli 2018 - 13:45

    Und wieviele IT‘ler, welche Angehörige eines ITBtl des CIR sind oder wieviele EloMech/Inst Fw, welche Angehörige eines LogBtl der SKB sind haben sie schon als „Goodie“ den Springerlehrgang machen sehen?

    Da sind wir doch eher bei dem Punkt den Luftwebel anspricht, es werden wieder falsche Bilder gestellt.

    Wenn ich schon 3,50€ für eine „Arbeitgebermarke Bundeswehr“ ausgebe, dann sollte die durchführende Firma auch in der Lage sein, auch aus den vermeintlich „langweiligen“ Themen IT bzw Elo-Inst bei der Bw etwas „spannendes“ zu produzieren.

    Die Idee dahinter und die bisher produzierten Serien finde ich ja sehr gelungen und kommen ja gerade in der Zielgruppe super an. Nur bringt es halt nix wenn dann am Ende alle, die ins Karriereberatungsbüro kommen, dann „nur“ Falli, GebJg etc. werden wollen, wenn wir in diesen Bereichen uns nicht über einen Bewerbermangel beklagen können.

  • WiederInteressiert   |   17. Juli 2018 - 14:53

    Traktor und LKW Videos werden bei YT auch zig tausend mal geklickt.
    Und dennoch will keiner auf den Bock.
    Die dümpelnden Zahlen der Stärke der BW unterstreichen das ja auch ziemlich deutlich das die Werbung eben nicht das gewünschte Ergebnis bringt.
    Und wer sich z.b. auf Facebook in der „Bundeswehr-community bewegt wird schnell feststellen das die BW anscheinend nicht genug Bewerber hat um vernünftig zu filtern.
    Zukünftige Feldwebel (Was gefühlt 75%+ werden wollen und werden) die Facebook um Rat fragen anstatt den Kameraden neben sich.

    Guckt man sich dann noch die Problematik in den Pflegeberufen an…fragt man sich echt noch warum nicht wieder Wehrpflicht.

  • Wa-Ge   |   17. Juli 2018 - 15:35

    @Sailor
    Ich sehe viele „Gelb“- und „Blau“-Litzen mit einem Springerabzeichen auf der Brust wenn ich durch die Kasernen des deutschen Heeres blicke. In der DSK sind es sogar sehr, sehr viele.

    Ein guter Kamerad von mir, angehöriger der Logistiktruppen der Luftwaffe“ hat diesen ebenfalls. Nur weil Sie vielleicht keinen kennen, heißt es nicht, dass es diese nicht gibt und nur weil etwas schwierig ist, heißt es nicht, dass es unmöglich ist.

    Den Kompaniechefs stehen durchaus Möglichkeiten zu Personal mittels Lehrgängen zu motivieren. Dazu muss es aber mehrere Voraussetzungen geben:
    1. Eingangvoraussetzung des Lehrgangteilnehmer erfüllt
    2. Geld im Ausbildungstopf des Verbandes vorhanden
    3. Lehrgangsplatz verfügbar
    4. Der Chef hat Lust dies zu machen und wie dies zu realisieren ist

    Ich gebe zu das ganze ist seit Einführung des zentralen Lehrgangmanagement Systems etwas schwieriger geworden, aber es ist nicht unmöglich. In meiner alten Einheit haben wir sogar zwei Stuffze auf Lehrgänge gebracht die ausschließlich Feldwebeld vorbehalten sind (und ich meine nicht Stuffs (FA)). Man muss halt Ausnahmegründe finden und diese sauber formulieren, dann geht in der Bundeswehr sehr viel.

  • Zivi a.D.   |   17. Juli 2018 - 16:10

    @WiederInteressiert (“ . . .fragt man sich echt noch warum nicht wieder Wehrpflicht. . . „): bei der Frage würde ich mich gerne anhängen, nicht zuletzt im Kontext der Fäden rund um das 2%-Ziel und das immergrüne Thema „Personalstärke“: Wenn wir schon mehr Geld ausgeben sollen, wäre es ja nett, wenn es etwas bringen würde beim dringendsten Problem der BW, beim Personal.
    Wären mit der annähernden Verdoppelung des Etats nicht wieder entsprechend vergößerte Wehrpflicht-Streitkräfte finanzierbar? Zumal damit ja wohl der bislang als bester unter allen Wegen angesehene zur Rekrutierung von Zeit- und Berufssoldaten wieder beschritten würde. Leider habe ich weder innerhalb AG noch sonst beim googeln vernünftige Daten dazu gefunden, sodass ich keine blassen Schimmer habe, mit welchen Etat-Größenordnungen bei der Rückkehr zur Wehrpflicht zu rechnen wäre (falls etwas übersehen habe, bitte ich um Entschuldigung & sachdienlichen Hinweis).

  • Sailor   |   17. Juli 2018 - 17:01

    @Wa-Ge

    Ich rede aber nicht von Kasernen des Deutschen Heeres sondern von Einheiten des CIR und der SKB oder der Marine, in denen eben in den von mir genannten Tätigkeiten Personal fehlt. Teilweise so sehr, das da in manch einem LogBtl SKB für gewisse Verwendungen nur noch ein einzelner fertig (und somit auch Übungs-/Einsatzbereiter) ausgebildeter Fw/Uffz in der Inst.-Kp vorhanden ist. Wenn dieser eine dann ausfällt, dann kann das Btl FAZ melden, ganz egal wie viele Soldaten in den anderen Verwendungen des Btl da sind.

    Das in der Bw grundsätzlich vieles möglich ist, das ist mir auch klar. Ob dann aber bspw. dieser eine ausgebildete EloMech/InstFw des LogBtl nachdem er seine ca. 5-6 jährige Ausbildungstour hinter sich gebracht hat, von einer Übung/Einsatz zur nächsten geschickt wurde, dass dann noch als „Goodie“ ansieht, das er für 4 Wochen nach Altenstadt „darf“, wage ich mal zu bezweifeln. Der is wahrscheinlich eher froh drüber mal zuhause zu sein. Geschweige denn dass sein Kompanie-Chef ihn überhaupt angesichts der Auftragslage überhaupt für diese 4 Wochen entbehren kann.

    Ich verstehe schon auf was Sie hinauswollen, und grundsätzlich hat die Bw ja immer und überall Bedarf an neuem Personal ;-)

    Nur wen ich halt in manchen Bereichen seit Jahren ein erhebliches Fehl habe und es teilweise schon an die Einsatzbereitschaft ganzer Btl / Einheiten geht (die dann nur durch den „Heldenklau“ in anderen Btl / Einheiten wiederhergestellt werden kann) dann frag ich mich halt warum die Prioritäten bei solchen Werbemaßnahmen so gesetzt werden wie sie es werden.

  • Wa-Ge   |   17. Juli 2018 - 17:38

    @Sailor

    Und was ist jetzt die Lösung, weil es bestimmten Org Bereichen scheisse geht sollen alle anderen jetzt auch die Waffen strecken?

    Wenn eine Tätigkeit ein Beruf vom potentiellen Personal als nicht attraktiv empfunden wird, dann kann es am Geld liegen oder eben an der Tätigkeit selbst.

    Wenn man nun trotz mehr Geld keinen Nachwuchs findet, muss halt die Tätigkeit geändert bzw. angepasst werden. Und genau da kommt vielleicht auch so ein Lehrgang (muss ja kein Springerlehrgang sein) ins Spiel.

    So wie Sie die Lage schildern, erweckt es den Anschein, dass das angesprochene Personal sehr stark gefordert wird, aber eine Förderung nicht stattfindet. Und genau darum geht es aber, von den Soldaten werden Laufbahnlehrgänge nicht als Förderung empfunden, da diese ja für seine Tätigkeit notwendig sind. Lehrgänge die jedoch der persönlichen Entwicklung des Soldaten dienen und dessen Einsatzwert nur in seiner Sekundärfunktion (primär Spezialist und sekundär Soldat) steigern, werden durch Soldaten aller Laufbahngruppen sehr geschätzt. Das kann eine Springerlehrgang sein oder ein Trainerlehrgang in Warendorf bzw. ein Sprachlehrgang in Köln.

    Der angesprochene Chef hat dann die Wahl, er kann sein einziges Pferd im Stall weiter „nutzen“ und läuft Gefahr diesen zu verheizen, oder er verzichtet eine Weile auf diesen und bekommt ihn motiviert zurück mit der Aussicht, dass dies Schule macht und sich andere Pferde plötzlich auch für seinen Stall interessieren.

    Denn glauben Sie mir, auch die angeblich vor Bewerbern strotzende Fallschirmtruppe hat Vakanzen, in der einen Kompanie mehr, in der anderen weniger. Die Leute sind halt nicht blöd, die versuchen halt dort hin zu gehen, wo sie eine höhere Dienstzufriedenheit haben.

  • PaulWun.   |   17. Juli 2018 - 20:11

    Ich glaube sie verstehen nicht ganz was Sailor meint.

    Wenn ich jetzt der InstFeldwebel wäre würde ich zum Karrierecenter gehen und fragen wo denn mein neuer Kollege bleibt.
    Antwort wäre: Leider haben wir keine geeigneten Bewerber, denn die besten der besten bewerben sich alle als Fallschirmjäger.
    Gegenfrage: Warum macht ihr dann keine tollen Videos von meinem Beruf, damit hier mal einer freiwillig herkommt?

    Sie Wa-Ge schlagen als Lösung vor, den InstFW-Bewerbern sozusagen einen Bonus zu versprechen den Fallschirmspringerlehrgang nebenbei zu machen. Und ich will gar nicht wissen wie viele externe Springerlehrgänge man pro Jahr nur schaffen könnte und wie viele Nachfragen es geben würde.

    Problem: Bei der Bundeswehr kann man sich auf eines ganz sicher verlassen. Versprechungen werden leider oft gebrochen.
    Reform hier, Transformation da und schwupps wird es alles anders als geplant. Und deshalb ziehen diese Bonuszusagen auch nicht mehr. Zumindest nicht mehr so wie früher.

    Die ganzen Werbemaßnahmen zielen eben auf die Marke Bundeswehr ab. Und das bekommen sie auch gut hin.
    Wir benötigen jetzt aber langsam mal Werbemaßnahmen für spezielle unterbesetzte Verwendungen. Da sollte das Geld mal hinfließen.

  • WiederInteressiert   |   17. Juli 2018 - 20:37

    @Zivi a.D.

    Die Zahlen würden mich auch interessieren.
    Aber das wir momentan die kleinste Bundeswehr bei größtem Etat haben wovon 40% (bitte korrigiert mich) für das Personal ausgegeben werden und man wieder mangels Nachwuchs Ü50er durch die Aga schleift…Das kann es ja auch nicht sein.

  • Koffer   |   17. Juli 2018 - 21:17

    @Wa-Ge | 17. Juli 2018 – 17:38
    +1

    @PaulWun. | 17. Juli 2018 – 20:11
    So funktioniert Personalwerbung aber nicht.

    Zunächst einmal muss man Aufmerksamkeit erzielen, erst viel später kann man konkret werden.

    Und genau das macht die Bw. Die YouTube Clips sind für Aufmerksamkeit und allgemeines Image (niemand hat ja z.B. Werbung für „Rekruten“ machen wollen!!!).

    Die konkreten Stellenanzeigen und Maßnahmen für Mangelverwendungen wie Technik oder Sanität laufen übrigens auch! Und zwar umfangreich und zielgerichtet.

    Aber halt nicht mit einer YouTube Serie.

    Das eine ist für das eine, das andere ist für das andere…

    Beides braucht man. Beides läuft.

    @WiederInteressiert | 17. Juli 2018 – 20:37
    „Ü50er durch die Aga schleift…Das kann es ja auch nicht sein.“

    Passiert ja auch nicht. Einzel-super-sonder-Speziealfälle jetzt mal möglicherweise ausgenommen.

  • ThoDan   |   18. Juli 2018 - 1:57

    @Wa-Ge

    Es kann auch am Arbeitsplatz bzw. dessen Umfeld liegen.

  • Sailor   |   18. Juli 2018 - 10:01

    @PaulWun.

    Genau in diese Richtung war es gemeint.

    @Koffer

    Warum kann den Personalwerbung nicht beides kombinieren?

    Bei der „Mali“-Serie hat man es ja auch zumindest in kleinen Teilen geschafft, da dort ja nicht nur die Infanterie/Aufklärer sondern auch Logistik und teilweise Stabsdienst im Einsatz gezeigt wurden.

    Genauso kann man ja z.B. eine Serie über „den Fallschirmjäger“ als Hauptakteur machen aber in einzelnen Episoden immer mal wieder die notwendigen Unterstützer mit porträtieren.

    Wie gesagt, der absolute Schwerpunkt im Bereich der Nachwuchsgewinnung ist halt seit Jahren eher im Fachdienst und dort im Bereich IT/Elo-Inst.

    (Ja, ich bin mir bewusstt, dass es natürlich auch in allen anderen Bereichen ständig geeigneten Nachwuchs braucht! ;-) )

  • Pio-Fritz   |   18. Juli 2018 - 14:28

    @Sailor + @Koffer

    Das ist doch mehr der Streit um des Kaisers Bart. Die Fallschirmjäger haben eben seit WK II. einen entsprechenden Ruf und Nimbus, der sich bis heute hält. Dazu gehört auch die Tradition um Kreta und andere Einsätze bis hin zur damaligen AMF-Brigade.

    Daraus lässt sich PR-technisch doch etwas machen, das muss man ausnutzen. Und spannender, als in der Elo-Inst Geräte und Bauteile durchmessen und reparieren ist es für den Zuschauer auch. Wer an Soldaten denkt, hat zuerst die „Schlammzone“ vor dem inneren Auge. Das alles gleich wichtig ist und gebraucht wird, ist uns doch allen klar.

    Auch, das die Zeiten großer Luftlandeoperationen unwiederbringlich vorbei sind.
    Und der Springerlehrgang als „Goodie“? Ich habe das so nicht empfunden.

  • SER   |   18. Juli 2018 - 17:55

    @Sailor

    Werbung für Streitkräfte ist nicht einfach, mitunter auch weil es ein sehr ideeller Beruf ist und diese Idealisten sich sowieso interessieren und informieren …

    Stabsdienst im Einsatz ist aus Werbesicht wie die Werbung für ein Waschmittel … sehr schwierig !
    Da man selber auch lieber einen Thriller sieht anstelle der Echtzeitübertragung der Schach-WM ergibt sich der Spannungsbogen das Publikum zu erreichen.

    Bei weitem sind Schachspieler intelligent, dennoch weniger beliebt als Schauspieler …
    Sprich @Pio-Fritz hat recht wenn er sagt wir streiten um des Kaisers Bart und es sind sehr viele Teilbereiche der Gesamtheit der Bw wichtig !

    Aber ein Schnellboot in stürmischer See reißt eben mehr in der Werbung als eine Suppenkelle an der Essenausgabe, wenngleich letztere vermutlich wichtiger ist ;-)

  • Koffer   |   18. Juli 2018 - 20:07

    @Sailor | 18. Juli 2018 – 10:01
    „Warum kann den Personalwerbung nicht beides kombinieren?“

    Macht man ja auch!!!

    Erst kommt „Interesse wecken“ (das macht man durch solche Serien) und dann kommen zeitlich nachgelagert immer konkretere Maßnahmen.

    Und beides erfolgt.

    In einer Maßnahme hingegen kann man es nicht kombinieren, weil durch eine langweilige Doku über Löten und Papierkopieren eben kein Interesse geweckt wird (auch wenn Technik und Stabsdienst trotzdem gewonnen werden müssen und auch gewonnen werden!).
    „Wie gesagt, der absolute Schwerpunkt im Bereich der Nachwuchsgewinnung ist halt seit Jahren eher im Fachdienst und dort im Bereich IT/Elo-Inst.“

    Naja, IT ist ja nur einer der Bereiche, San (pflegende Berufe und bestimmte Ärzte). Technik (besonders bei den Beamten), Feuerwehr etc. etc.

    @Pio-Fritz | 18. Juli 2018 – 14:28
    „Das ist doch mehr der Streit um des Kaisers Bart.“

    Nein, ist es nicht! Sowohl hier in den Kommentaren, als auch teilweise in der Bundeswehr wird einfach nicht verstanden wie Personalwerbung funktioniert!

    „Daraus lässt sich PR-technisch doch etwas machen, das muss man ausnutzen. Und spannender, als in der Elo-Inst Geräte und Bauteile durchmessen und reparieren ist es für den Zuschauer auch. Wer an Soldaten denkt, hat zuerst die „Schlammzone“ vor dem inneren Auge. Das alles gleich wichtig ist und gebraucht wird, ist uns doch allen klar.“

    Volle Zustimmung.

    OT Beginn
    „Auch, das die Zeiten großer Luftlandeoperationen unwiederbringlich vorbei sind.“

    Das wiederum ist eine rein deutsche Wahrnehmung und stimmt weder mit der Wahrnehmung der großen anderen Armee überein noch mit den zahlreichen Luftlandeoperationen der letzten Jahrzehnte.
    OT Ende

    @SER | 18. Juli 2018 – 17:55
    „Aber ein Schnellboot in stürmischer See reißt eben mehr in der Werbung als eine Suppenkelle an der Essenausgabe, wenngleich letztere vermutlich wichtiger ist ;-)“

    +1

  • Sailor   |   18. Juli 2018 - 22:34

    Ich betrachte das ganze ja auch immer im Kontext zur durchführenden Firma castenow und den Kosten solcher Serien.

    Da wird es doch wohl genug kreative Köpfe geben, die eben solche Themen wie IT etc. werbewirksam z.b. in den Serien wie Mali, Biwak oder eben Die Springer unterbringen können?

    Es geht mir ja nicht um eine eigenständige Serie „Die Löter“ oder so ;-)
    (Mal abgesehen davon das an neueren Geräten & Waffensystemen solche „tieferen“ Instandsetzungen eh wohl eher beim Hersteller gemacht werden als in der Truppe)

    Und @Koffer, ja es folgen ja auch weiterführende Kampagnen mit zB Schwerpunkt Technik oder Sanität, nur erreichen die dann halt bei weitem nicht so viele Leute wie die zuvor geschalteten Maßnahmen wie die Rekruten, Mali und co., da vollkommen anderes Konzept und andere Kanäle und Plattformen auf denen diese veröffentlicht werden.

  • Koffer   |   19. Juli 2018 - 7:16

    @Sailor | 18. Juli 2018 – 22:34
    „Da wird es doch wohl genug kreative Köpfe geben, die eben solche Themen wie IT etc. werbewirksam z.b. in den Serien wie Mali, Biwak oder eben Die Springer unterbringen können?“

    Wer gleichzeitig zwei Hasen will, hungert am Abend

    „nur erreichen die dann halt bei weitem nicht so viele Leute wie die zuvor geschalteten Maßnahmen wie die Rekruten, Mali und co., da vollkommen anderes Konzept und andere Kanäle und Plattformen auf denen diese veröffentlicht werden.“

    Eben! Zielgerichtet und informativ. Genau wie dieser Schritt bei Personalwerbung ja genau sein soll…

  • Wa-Ge   |   19. Juli 2018 - 8:35

    @@Sailor | 18. Juli 2018 – 22:34
    „Da wird es doch wohl genug kreative Köpfe geben, die eben solche Themen wie IT etc. werbewirksam z.b. in den Serien wie Mali, Biwak oder eben Die Springer unterbringen können?“

    Wie stellen Sie sich das vor? „Soldat springt aus dem Sprungturm“ SCHNITT: „Meanwhile in fährt ein Soldat mit seinem LKW in der Wald- und Wiesenkaserne XY Material von A nachB“?

    Jeder der in Altenstadt war, weiss dass der Springerlehrgang nur aus einer Sache besteht, dem Springerlehrgang. Da gibt es nichts anderes von Morgens bis zum Dienstschluss wechseln sie im Laufschritt von Ausbildungsstation zu Ausbildungsstation bis die Pendelprüfung bestanden wurde und sie zum Sprung zugelassen werden, dann warten Sie auf Wetter und Luftwaffe.

    Es gibt halt Aspekte die lassen sich einfach nicht kombinieren. Das wirkt dann lächerlich. Es klappt aber wenn in der Serie angesprochen wird, dass es diese Mangelberufe auch in den Luftlandeverbänden gibt und dort IT-Ler und Logistiker genau so springen wie die Fallschirmjäger selbst.

  • Sailor   |   19. Juli 2018 - 11:01

    Meine Güte, man muss sich doch jetzt nicht an der kommenden Springer-Serie festbeißen, wird ja sich nicht die letzte Produktion gewesen sein.

    Die Mali-Serie hat es doch schon im Ansatz gezeigt wie es gehen kann. Da waren zwar die GebJg und Aufklärer der Aufhänger, trotzdem hat man auch einen Einblick in das Leben eines Stabsdienstlers und Logistikers gesehen.

    Bestes Beispiel ist doch die gerade laufende Übung Berglöwe. Da sind ja nicht nur GebJg eingebunden sondern mit Sicherheit auch Soldaten der IT-Btl, (Genauso wie Feldjäger, Heeresflieger, Luftwaffe, Sanität usw.) Genau darüber könnte man ja ein Format drehen und kann neben ein paar Hauptakteuren eben auch aus den anderen genannten Bereichen Einblicke geben was das Unterstützungspersonal bei solchen Übungen z.B. macht.

    Darum geht es mir.

    Und wie das dann filmisch und Inhaltlich umgesetzt wird, gut, dafür zahlt die Bw wohl ein paar Milliönchen an die entsprechenden (zivilen) Profis bei Castenow. Die werden sowas sicher hinbekommen.