NATO-Speerspitze unter deutscher Führung: Zertifiziert in Schnöggersburg

Die Land-Einheiten für die NATO-Speerspitze, deren rotierende Führung die Bundeswehr im kommenden Jahr übernimmt, sind von der Allianz als excellent und damit einsatzbereit zertifiziert. Im Oktober und November muss die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) bei der Großübung Trident Juncture in Norwegen beweisen, dass sie nicht nur kampfbereit ist, sondern auch innerhalb kurzer Zeit ihre Truppen verlegen kann.

Mit dieser positiven Zertifizierungs-Nachricht konnten der Kommandeur der Panzerlehrbrigade 9 und künftiger VJTF-Brigadekommandeur Ullrich Spannuth und Heeresinspekteur Jörg Vollmer aufwarten, als sie am (heutigen) Dienstag auf dem Truppenübungsplatz Altmark und in der neuen Übungsstadt Schnöggersburg nördlich von Magdeburg die Truppe öffentlich präsentierten.

Vor allem Vollmer machte dabei aber auch deutlich, dass die vollständige Ausrüstung der schnellen NATO-Eingreiftruppe erst einmal zu Lasten anderer Einheiten geht: Weil die Verbände nach wie vor keine komplette Ausstattung und Ausrüstung haben, musste sich der Bundeswehr-Anteil an der VJTF, gut die Hälfte der insgesamt 8.000 Mann starken Brigade, einiges zusammenleihen – ähnlich wie schon beim ersten Testlauf für diese Speerspitze im Jahr 2015. (mehr dazu unten)

Die VJTF-Brigade unter deutscher Führung besteht aus deutschen, norwegischen und niederländischen Einheiten:

Die gepanzerten und mechanisierten Gefechtsverbände setzen vor allem Kampfpanzer Leopard 2A6 und Schützenpanzer Marder (Deutschland), Kampfpanzer Leopard 2A4 (Norwegen) und Schützenpanzer CV90 (Norwegen und Niederlande) ein.

Die Brigade ist nicht nur voll ausgestattet, sondern auch voll aufgestellt: Neben den Kampftruppen gehören wie für eine solche Gliederung erwartbar auch ein Versorgungsbataillon und ein Panzerpionierbataillon dazu, ebenso Sanitätskräfte. Eines fehlt dem Kommander der VJTF-Brigade allerdings vorerst: Eigene Hubschrauber hat er bislang nicht; erst zum 1. Januar 2019, dem Beginn der Einsatzbereitschaft in der so genannten standy-by-Phase, sollen US-Kampf- und Transporthubschrauber der Speerspitze zur Verfügung stehen.

In dieser heißen Phase der Einsatzbereitschaft müssen die ersten Kräfte der VJTF-Brigade innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Alarmierung zur Verlegung in einen Einsatz bereit sein, die Hauptkräfte fünf bis sieben Tage. Die NATO hatte 2014 diese schnelle Eingreiftruppe als Reaktion auf die Ukraine-Krise beschlossen. Allerdings steht keineswegs nur die Ostflanke der NATO in ihrem Aufgabenheft – der Anspruch ist, dass die Brigade bei einer Krise weltweit verlegt werden kann.

Die Bundeswehr mit ihren Ausstattungsmängeln tut sich da erwartbar schwer. Und auch bei der Zertifizierung in diesen Tagen war die persönliche Ausstattung der Soldaten noch nicht vollständig. Die Lieferung der Schutzwesten zum Beispiel ist für August versprochen – aber noch rechtzeitig vor der Übung in Norwegen. Das gleiche gilt, für norwegische Herbst- und Wintertage fast noch wichtiger, für die zusätzliche Winterbekleidung.

Der Kraftakt, den das Heer für die VJTF 2019 stemmen muss – und die Erwartung, dass die nächste planmäßige VJTF unter deutscher Führung im Jahr 2023 dann von vorherein besser ausgestattet da steht, bestimmte die Aussagen von Heeressinspekteur Vollmer nach der Übung in Schnöggersburg:

VJTF_Vollmer_19jun2018     

 

 

Die Schwierigkeiten bei der Ausrüstung der VJTF 2019 hatte der frühere Kommandeur der 1. Panzerdivision und heutige Abteilungsleiter Führung Streitkräfte im Verteidigungsministerium, Markus Laubenthal, im April in einem Interview des Deutschen Bundeswehrverbandes* recht ausführlich dargestellt. Nicht nur die materielle Gesamtsituation, sondern auch die Kommunikation, die nach heutigen Maßstäben nicht aktuell ist:

Die Panzerlehrbrigade 9 kann selbst etwa 60 Prozent des benötigten Materials stellen, aus den Brigaden der 1. Panzerdivision kommen weitere circa 10 Prozent hinzu. Zugleich müssen aber auch die einsatzvorbereitende Ausbildung für Resolute Support und die grundlegende Dienstpostenausbildung unserer Soldatinnen und Soldaten mit Material hinterlegt sein. Daher wird für die VJTF(L)-Brigade die noch fehlende Ausrüstung aus den Beständen des Heeres ergänzt beziehungsweise rasch beschafft werden. Ich gehe davon aus, im Sommer dieses Jahres mit der Panzerlehrbrigade 9 eine kampfstarke und sehr gut ausgestattete VJTF(L)-Brigade bereitstellen zu können.

Um die Verbindungen unter den beteiligten multinationalen Verbänden in der VJTF(L)-Brigade sicherzustellen, werden daher Verbindungselemente eingesetzt. Diese „Drehstuhlschnittstellen“ auf den Gefechtsständen der Bataillone sind in der Lage, Informationen der jeweils anderen Nation in das eigene Führungsinformationssystem einzubringen. Dieser Mehraufwand wird die VJTF-Brigade befähigen, die für die Erfüllung des Auftrags notwendigen Kommunikationsverbindungen zu halten.

Allerdings: Als ich den stellvertretenden Kommandeur der VJTF-Brigade, den norwegischen Oberst Jan Østbø, fragte, ob denn das öl-reiche Norwegen sich über die Materialprobleme der Bundeswehr wundern müsse, winkte er ab. Eigentlich seien diese Probleme bei allen europäischen Streitkräften ähnlich: Wir fahren den Leopard 2A4, die Deutschen den Leopard 2A6. Und eigentlich wollen wir alle einen Leopard 2A7.

Oberst Jan Østbø, stellvertretender Kommandeur der VJTF-Brigade

Mehr Fotos hier.

 

*Angesichts der absehbaren Umstellung der Bundeswehr-Webseiten dürfte der Link nicht dauerhaft funktionieren; hier der Text als pdf-Datei:
Schnelle Eingreiftruppe der NATO: Ein personeller und materieller Kraftakt

 

53 Kommentare zu „NATO-Speerspitze unter deutscher Führung: Zertifiziert in Schnöggersburg“

  • wacaffe   |   19. Juni 2018 - 21:26

    Kaisermanöver haben eben Tradition.

    Welchen wert soll ein Verband haben dessen Einsatz quasi das gesamte restheer paralysiert, so das unweigerlich nötige Folgekräfte nicht verfügbar sind.

    Anders formuliert, wie plant die BW gegenwärtig eigentlich Ausfälle, materieller und personeller Art durch Feindeinwirkung zu ersetzen.

    Gibt es dafür überhaupt eine Strategie/Planung oder sind Verluste (über dem Maß das man von Resolute Support u.Ä. gewöhnt ist) schlicht nicht vorgesehen?

  • Fux   |   19. Juni 2018 - 21:52

    Mich würde aus reiner Neugier mal interessieren, wie mann denn die „kurzfristige (2-7 Tage) Verlefähigkeit“ an einen irgendwo – weltweit – aufpoppenden Krisenherd für eine komplette Kampftruppenbrigade NACHWEISEN möchte.

    Eigentlich dürfte ja erst wenige Tage vor der Verlegung bekanntgegeben werden, wo (hier Norwegen) die Übung im Oktober/November stattfinden solle… und nicht schon seit über einem Jahr.

    Auch erschließt sich mir nicht ganz, wie man eine Zertifizierung mit „EXCELLENT“ bestehen kann, wenn selbst hier Teile der Ausrüstung noch nicht am Mann verfügbar und nur „bis August versprochen“ sind …

    Sorry, aber das ist in meinen Augen Selbstbeweihräucherung.

  • FlaOffz   |   19. Juni 2018 - 22:35

    @Fux:
    Wie der Hausherr richtig schreibt geht es um Verlegebereitschaft (neudeutsch „Notice to move“ NTM), nicht um Erreichen des Zielortes. Wenn der Transport von z.B. Leo und PzHaubitze 2000 „ans andere Ende der Welt“ nochmal nen Monat dauert, ist man halt 30 + 7 Tage später da…

  • Koffer   |   19. Juni 2018 - 22:39

    @Fux | 19. Juni 2018 – 21:52
    „Eigentlich dürfte ja erst wenige Tage vor der Verlegung bekanntgegeben werden, wo (hier Norwegen) die Übung im Oktober/November stattfinden solle… und nicht schon seit über einem Jahr.“

    Naja, mal ganz ehrlich solche wesentlichen Lageänderungen in der Übungs- und Einsatzsystematik von Streitkräften müssen doch nach und nach erprobt und umgesetzt werden.

    Die umfängliche Verlegung einer Brigade (insbesondere über so große Strecken und mit schwerem Gerät) haben wir DEU ja z.B. noch schon LANGE nicht mehr gemacht (AMF war ja leicht und innerhalb DEU haben wir solche logistische Herausforderungen wie nach Norwegen selbst in Hochzeiten des Kalten Krieges nicht gehabt).

    Von daher ist es schon i.O. wenn man sich da erst „rantastet“.

    Zumal in einer echten Krise ja auch Dienstzeiten und Geld keine Rolle mehr spielen würde.

    Ich für meinen Teil finde es klasse, das wir mal endlich wieder Realverlegung durchführen!

  • Peter   |   19. Juni 2018 - 22:52

    Das mit dem Sand und den Augen ist wohl wieder gelungen. Die Zertifizierungsübung hätte auch den Beinamen ILÜ 2018 tragen können, wurden am Ende doch wieder nur Bilder einer verzerrten Realität gezeigt.
    Vielleicht lohnt ein Blick ins Archiv, wie häufig schon Termine der “Vollausstattung“ angekündigt und wieder verschoben wurden. Und da muss sich niemand vormachen, dass die deutsche VJTF Gestellung mit 70% oder gar 100% in irgendeine Übung oder einen Einsatz geht. Es fängt doch bei Westen an, geht über Kälteschutz und hört bei Funk- und Nachtsichtgeräten oder Ersatzteilen für Fahrzeuge auf. “Exzellenz“ ist das sicher nicht.
    Entweder wird das Bild über die Leistungsfähigkeit der Truppe so schöngefärbt, dass die politischen Verantwortungsträger nur den Blick in eine heile Welt haben; oder es ist ihnen schlichtweg schnurz-egal. Wer überall mitspielen will, muss auch die Rahmenvoraussetzungen schaffen und Verantwortung übernehmen. Ansonsten schaffen wir uns ein Heer von Söldnern, das nur noch durch monetäre Attraktivität bei der Stange gehalten wird.

  • Bin_dabei   |   20. Juni 2018 - 0:19

    Um die Verbindungen unter den beteiligten multinationalen Verbänden in der VJTF(L)-Brigade sicherzustellen, werden daher Verbindungselemente eingesetzt. Diese „Drehstuhlschnittstellen“ auf den Gefechtsständen der Bataillone sind in der Lage, Informationen der jeweils anderen Nation in das eigene Führungsinformationssystem einzubringen. Dieser Mehraufwand wird die VJTF-Brigade befähigen, die für die Erfüllung des Auftrags notwendigen Kommunikationsverbindungen zu halten

    Verbindungskommandos sind im Zeitalter moderner IT und der hoch beschworenen Cyber-Fähigkeiten der Offenbarungseid der Interoperabilität. Wenn ich technisch nicht in der Lage bin Interoperabilität der Führungsinformationsysteme und – wesentlich schwerwiegender – der Funksysteme in der VJTF-Brigade sicherzustellen, macht die Aufstellung dieses multinationalen Großverbandes keinen Sinn. Dann verpufft jede noch so exzellente Führung durch Zeit- und Effizienzverluste in der Drehstuhlschnittstelle. Dort ist das wirkliche Problem der VJTF-Brigade, nicht in fehlender Winterbekleidung und Schutzwesten (auch wenn dies m3hr als blamabel ist).

  • Bin_dabei   |   20. Juni 2018 - 0:20

    Um die Verbindungen unter den beteiligten multinationalen Verbänden in der VJTF(L)-Brigade sicherzustellen, werden daher Verbindungselemente eingesetzt. Diese „Drehstuhlschnittstellen“ auf den Gefechtsständen der Bataillone sind in der Lage, Informationen der jeweils anderen Nation in das eigene Führungsinformationssystem einzubringen. Dieser Mehraufwand wird die VJTF-Brigade befähigen, die für die Erfüllung des Auftrags notwendigen Kommunikationsverbindungen zu halten

    Verbindungskommandos sind im Zeitalter moderner IT und der hoch beschworenen Cyber-Fähigkeiten der Offenbarungseid der Interoperabilität. Wenn ich technisch nicht in der Lage bin Interoperabilität der Führungsinformationsysteme und – wesentlich schwerwiegender – der Funksysteme in der VJTF-Brigade sicherzustellen, macht die Aufstellung dieses multinationalen Großverbandes keinen Sinn. Dann verpufft jede noch so exzellente Führung durch Zeit- und Effizienzverluste in der Drehstuhlschnittstelle. Dort ist das wirkliche Problem der VJTF-Brigade, nicht in fehlender Winterbekleidung und Schutzwesten (auch wenn dies mehr als blamabel ist).

  • Memoria   |   20. Juni 2018 - 8:18

    Was nicht passt, wird passend gemacht – und für die 2023 wird es nicht besser aussehen. Den anweisen kann man viel, bringt aber sehr wenig, wenn das Geld fehlt.

    Auch interessant, dass laut ehemaligem GI noch vor wenigen Wochen alles Material im Sommer 2018 da sein sollte, jetzt soll es erst zur stand-by-phase da sein. Zudem scheint man die Art der Vollausstattung bereits neu zu definieren. Bekommt dann auch die Sicherungskompanie des Verbandes keine Nachtsichtbrillen? Nur mal so als Beispiel.

    Aber es kommt ja bei der Zertifizierung vorallem auf die Anwendung von Verfahren an.

    Na dann siegt mal schön.

  • sanjäger   |   20. Juni 2018 - 10:26

    Warum findet die französische SGIA (Sous-groupe Inter armes – gemischte mechanisierteierte Kompanie) keine Rolle?

  • PzH2000   |   20. Juni 2018 - 12:49

    @sanjäger
    Weil der FRA Beitrag -vollständig SGTIA- Sous-groupment tactique inter-armes – aus dem ENU ( Element National d’Urgence) kommt. Dabei handelt es sich um wechselnde GTIA (GefVbd) die diese Rolle für je 6 Monate übernehmen. Und diese werden wie die US-Kr nur für die Stand-by Phase bereitgestellt.

  • StMarc   |   20. Juni 2018 - 13:44

    Ist in den Brigadeeinheiten eigentlich Luftabwehr inkludiert? Oder versteckt sich das irgendwo anders?

  • Memoria   |   20. Juni 2018 - 16:33

    Ich empfehle aus der Rheinischen Post den online verfügbaren Artikel „Bundeswehr im Kampfmodus erobert Übungsdorf“ und noch mehr empfehle ich folgenden Kommentar:
    https://augengeradeaus.net/2018/06/vjtf-in-schnoeggersburg-o-toene-von-kommandeur-und-inspekteur/comment-page-1/#comment-296493

    Zur persönlichen Ausrüstung:
    Einmal mehr zeigt Norwegen wie man es macht – und zwar seit mehr als 10 Jahren. Siehe dazu das erste Bild hier und auch die Bilderreihe bei rp-online.de.

  • T.Wiegold   |   20. Juni 2018 - 19:21

    Ach so, ganz vergessen: Ne‘ Bilderstrecke habe ich natürlich auch:

    https://www.flickr.com/photos/wiegold/albums/72157695008729422

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Juni 2018 - 19:47

    @Bin_dabei
    Ausgezeichnete Beschreibung, der „Offenbarungseid der Interoperabilität“.
    Doch hoffentlich nicht auch noch sprachlich verursacht?
    Es ist ein offenbar unausweichlicher Rückfall Richtung Melder/Krad/Meldeblock und 6B, sorry, da die seit JAHRZEHNTEN MONSTRANZARTIG beschrieben Intreoperabilität in vielen Papieren steht und nur dort funktioniert.

    Napoleon scheiterte vor Waterloo im Kern nur an nicht bestehender Kommunikation zum Marschall Grouchy, der die Verfolgungsarmee gegen Blücher führen sollte und gleichzeitig seine Reserve bildete. – Er erreichte ihn zu spät, Ergebnis bekannt -.

    Verbindungskommandos waren ausgezeichnets Führungsmittel der analogen Führungswelt, wenn ich sie 2018 einsetze, gebe ich zu, es läuft nicht.
    Traurig, ja. Unverantwortlich, ja.

  • Nick von Stra   |   20. Juni 2018 - 19:53

    Ich glaube, es war der alte GI, der da einst sagte.
    “Ich gebe Ihnen mein Wort, dass die VJTF bis zum 30.06. alles hat, was sie für die Bewältigung dieses Auftrages braucht.“

    Na ja, 1. muss man das wohl nicht mehr so ernst nehmen, es war ja der alte GI und 2. sind wohl Westen für die Soldaten nicht wirklich einsatzrelevant. (Hm und 3. ist ja auch noch gar nicht der 30.06.)

    Dass andere Armeen offensichtlich die gleichen Probleme dabei haben, die Diamantspitze auf der Spitze der Speerspitze des Heeres aufzustellen und auszurüsten, vermag mich nicht wirklich zu beruhigen.

  • Obibiber   |   20. Juni 2018 - 22:38

    @fotoserie von TW
    Erstmal…schöne Bilder 😊
    Dann Frage:
    sind das MELLS die dort schultergestützt, auf Fennek und auf Marder zu sehen sind!?

    [Beim Marder ja; die schultergestützten und auf Fennek, die ich gesehen habe, waren nach meiner Erinnerung von den Niederländern, deshalb weiß ich es nicht. T.W.]

  • Insider   |   21. Juni 2018 - 9:09

    Wer kann mir bitte einmal erklären was es mit dieser „Zertifizierung“ auf sich hat? Wer zertifiziert hier wen und nach welchen Maßstäben? Wer legt die zu prüfenden Punkte fest?
    Prüfen wir uns da selber?

    Ich kann mir nicht vorstellen, das diese personellen und materiellen Klimmzüge wirklich einer richtigen Prüfung standhalten. Alleine die Frage nach Durchhaltefähigkeit und Ersatz/Nachschub bei Ausfällen, kann doch durch die BW nicht seriös beantwortet werden.

  • Voodoo   |   21. Juni 2018 - 10:17

    Schultergestütze MELLS gehören, wenn ich mich recht erinnere, zu den Panzerabwehrkomponenten der NLD Panzerinfanterie, die nur abgesessen eingesetzt werden (können). Der Fennek ist dabei bisher nicht mehr als das Taxi der Trupps, weswegen dieses Bild für jeden alten Bw-Panzerjäger ein Stich ins Herz darstellen dürfte – denn praktikabel ist das Ganze im Gefecht nur schwerlich.

    @ Insider
    Zertifiert wird man von NATO-Schiedsrichtern nach festgelegte NATO-Standards. Wie das Gerät dabei auf den Platz gekommen ist, interessiert erst einmal nicht. Nur die Einsatzbereitschaft und der tatsächliche Einsatz während des Szenarios. Alles andere wäre Gegenstand einer anderen Prüfung… ;-)

  • FlaOffz   |   21. Juni 2018 - 10:28

    @Insider | 21. Juni 2018 – 9:09:

    Ohne die genauen Details der Zertifizierung der VJTF zu haben.

    Die Massstaebe sind in sogenannten NATO Allied Force Standards festgelegt, Dokumente, 500 Seiten plus, die genaue Angaben machen zu erforderlichen Faehigkeiten, Prozessen die nachweisbar beherrscht werden muessen, prozentualler Anteil an besetzten Dienstposten und verfuegbarem Material.
    Verantwortlich hierfuer ist Allied Command Operations aka als SHAPE, die Pflege dieser Standards und die Zertifizierung von Landstreitkraeften ist aber eine der abgeschichteten Aufgaben fuer HQ LANDCOM.
    Wer die „Pruefer“ der VJTF-Brigade stellte, Stabsoffiziere aus LANDCOM und anderen NATO Dienststellen (einschliesslich der Force Structure, sprich die Multinationalen Corps HQs) oder auch aus nationalen DEU Dienststellen muss jemand beantworten, der vor Ort war.

  • Klauspeterkaikowsky   |   21. Juni 2018 - 10:40

    @Obibiber
    Stimmt.
    „Pantserinfanterie“ mit MELLS und 81mmMrs, je mit FENNEK als Tramsporter.
    Zumindest wurden aber Konsequenzen aus fatalem Abbau in 90ern gezogen.

  • Memoria   |   22. Juni 2018 - 11:24

    Hier noch ein Bericht und weitere Bilder:
    http://www.joint-forces.com/exercise-news/15114-panzerlehr-bataillon-93-battle-group-nato-vjtf-certification

    Man beachte das obere Bild (JgBtl 91) und das vorletzte Bild (Telemark Btl aus Norwegen).

    Soviel zu bestmöglicher Ausrüstung.

  • medicguys   |   22. Juni 2018 - 16:09

    gibt es bilder von den Sanitätsfahrzeugen? GTK Boxser San etc. vielen dank!

    [Leider nicht wirklich – ein Foto mit dem Abtransport eines Verwundeten in einem San-Boxer habe ich jetzt im Flickr-Album nachgetragen. T.W.]

  • Anonymer_Typ   |   22. Juni 2018 - 22:02

    @Memoria
    „Soviel zu bestmöglicher Ausrüstung.“

    Naja, auf den meisten Videos und Bildern von der Truppe in Lithauen wird auch noch die „gute“ alte Lochkoppel getragen, dazu Stiefel und Uniformen im schönen 90er Vintage-look, dürfte also auch keine Überraschung mehr sein.

    Man kann sich schon manchmal schämen, wenn man mit anderen Nationen zu tun hat.

  • Koffer   |   23. Juni 2018 - 1:55

    @Anonymer_Typ | 22. Juni 2018 – 22:02
    „Naja, auf den meisten Videos und Bildern von der Truppe in Lithauen wird auch noch die „gute“ alte Lochkoppel getragen, dazu Stiefel und Uniformen im schönen 90er Vintage-look, dürfte also auch keine Überraschung mehr sein.

    Man kann sich schon manchmal schämen, wenn man mit anderen Nationen zu tun hat.“

    Und welche Nationen sollen das sein, die querschnittlich und umfänglich eine bessere persönliche Ausrüstung haben als wir???

    Die FRA ja nicht, die GBR auch nicht und die BEL, AUT und POL schon mal grad gar nicht…

    Los, lassen Sie einen kommen!

  • Klauspeterkaikowsky   |   23. Juni 2018 - 9:34

    @Koffer   |   23. Juni 2018 – 1:55
    @Anonymer_Typ | 22. Juni 2018 – 22:02
    Und die Niederländer schon mal gar nicht. Die blicken immer sehnsüchtig auf unsere Stiefel, die gegenwärtigen, die vor 10 und 20 Jahren desgleichen. Einziger Vorteil, ganzheitliches Tragesystem.

  • Memoria   |   23. Juni 2018 - 10:13

    @Koffer
    Aus meiner Sicht ist Norwegen hier bereits deutlich voraus.
    Und dies auch in der Breite. Und das seit 10 Jahren.

    Zudem will Norwegen u.a. in diesen Bereichen (Bekleidung, Schutz, Bewaffnung, Nachtsicht, Funk, etc.) erneut von 2020 bis 2025 massiv investieren. Geplant sind erneut erhebliche Ausgaben (mind. 200 Mio. € bis 2025).

    Siehe auch: https://forsvaret.no/forsvarsmateriell/en/ForsvaretDocuments/Future%2520acquisitions%2520for%2520the%2520Norwegian%2520Defence%2520Sector%25202018%25E2%2580%25932025.pdf

  • Memoria   |   23. Juni 2018 - 10:30

    @T.W.:
    Hier ein besserer Link: https://tinyurl.com/y7kpoycq

    Sorry, hatte übersehen wie lang der andere link ist.

  • Anonymer_Typ   |   23. Juni 2018 - 12:21

    @Koffer
    Ich weiß ja nicht, warum man sich mit solchen faktischen Feststellungen immer rechtfertigen muss, als wenn man persönlich angegriffen wird, wenn man die BW kritisiert.
    Fakt ist, man meint in Berlin, Deutschland wäre ein „global player“, eine internationale Schlüsselmacht, und das auch militärisch, aber der normale Soldat rennt hier noch rum wie vor 25 Jahren. Der Anspruch und die Realität gehen viel zu weit auseinander!

    Und wenn sie Beispiele suchen, schauen sie doch mal zu unseren Nachbarn im Norden, den Dänen. Auch im Osten, bei den Polen, wird dort seit einigen Jahren massiv aufgebessert, und bei uns tut such absolut gar nichts!
    Aber, ein „global player“ hat den Vergleich gar nicht mit Polen oder Dänemark zu suchen, sondern eher mit den USA und Russland!

  • Koffer   |   23. Juni 2018 - 13:54

    @Anonymer_Typ | 23. Juni 2018 – 12:21

    Wenn Sie feststellen, dass unsere außenpolitischen Ambitionen größer sind als unsere tatsächliche Bereitschaft auch Geld in die Hand zu nehmen und/oder auch als „echter“ Spieler sicherheits- und militarpolitisch in Aktion zu treten, dann bin ich absolut bei Ihnen!

    Wenn Sie das am Beispiel angeblicher peinlicher persönlicher Ausrüstung Vergleich zu anderen tun, dann untermauern Sie halt eine inhaltlich richtige Ausssge mit einem sachlich falschen Argument.

    Und hier habe ich widersprochen, weil Sie damit ein Narrativ bedienen, was gerade bei jungen Soldaten gerne verbreitet wird und mit dem viele, viele Disziplinlosigkeiten gerechtfertigt werden :(

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   23. Juni 2018 - 13:57

    Global Player, Deutschland?
    Der Begriff ist eher als eine Metapher anzusehen und es gibt keine konkreten Bedingungen ab wann ein Staat dazu zählt. Sicherlich unbestreitbar gilt diese unbestimmte Beschreibung für eine „Super Power“ dieser Welt, in Sequenzen für Mächte, mit globaler Bedeutung in Teilbereichen. Für Deutschland kann dabei allein der ökonomische Einfluss von Aussschlag sein und unsere „soft-power“ Ambitionen.
    Dazu hilft sicherlich ein Blick in das aktuelle Weißbuch.
    „Das Weißbuch liefert die Grundlage für die deutsche Sicherheitspolitik der Bundesregierung. In der Hierarchie sicherheitspolitischer Grundlagendokumente belegt es den ersten und wichtigsten Platz. Es fasst Grundzüge, Ziele und Rahmenbedingungen deutscher Sicherheitspolitik zusammen und enthält wichtige Vorgaben für die Bundeswehr“. – Konkreter:
    „Deutschlands wirtschaftliches und politisches Gewicht verpflichtet uns, im Verbund mit unseren europäischen und transatlantischen Partnern Verantwortung für die Sicherheit Europas zu übernehmen, um gemeinsam Menschenrechte, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Völkerrecht zu verteidigen“. (Merkel)
    SP: „Krisenfrüherkennung“, „Hybride Kriegführung“ oder „Cybersicherheit etc pp.
    Von „Schlüsselmacht, und das auch militärisch“,
    werden Sie dort nichts finden.

  • Memoria   |   23. Juni 2018 - 15:12

    Hier noch einige bewegte Bilder der Vorführung:
    https://youtu.be/SecZhecT5AY

    Das Szenar geht offenbar von Luftherrschaft, Abwesenheit von Zivilbevölkerung und quantitativ und qualitativ weit unterlegenem Gegner aus.

    Man hat hoffentlich in der nichtöffentlichen Ausbildung auch mal andere Möglichkeiten durchdacht und beübt.
    Vorallem wenn es bei der VJTF um Landes- und Bündnisverteidigung geht.

    Für die Presse sicher schöne Bilder mit der Botschaft:
    Wir können es.

    Wie realistisch dies ist muss sich hoffentlich nie bewahrheiten.
    Bei der weiteren Ausbildung werden ja allein die absehbar anhaltenden Ausrüstungsprobleme eine Ahnung davon geben.

    Hier noch der offizielle Bericht des Heeres:
    https://tinyurl.com/y8uxagsn

  • Voodoo   |   23. Juni 2018 - 23:38

    Koffer | 23. Juni 2018 – 1:55

    Spontan (und mit Blick auf querschnittliche Einführung): Ganz locker NOR und auch SWE, in Teilen aber auch GBR (auch wenn Sie das nicht so sehen mögen).

    Die Bw ist mittlerweile wieder zurückgefallen, auch und leider weil IDZ 2 sündhaft teuer und in Teilen trotzdem, pardon, Schrott ist. Im Ernst – gerade Sie als FschJg müssten doch wissen, welch Trauerspiel wir bei der pers. Ausrüstung und Bekleidung haben. Dass sieht man doch am besten daran, das noch immer jeder rumläuft, wie er eben meint. Und scheinbar ist inzwischen auch der „Bekleidungssatz Eins/Üb“ aufgrund von Finanzmitteln einen leisen Tod gestorben, was soll man da noch sagen…?

    In den NLD tut sich übrigens gerade sehr viel, nur wartet man dort noch auf die endgültige Einführung des neuen Tarnmusters. Wenn diese Entscheidung steht, wird auch der niederländische Soldat vorm System 95 stehen, welches wir überwiegend und unverändert nutzen.

  • Koffer   |   24. Juni 2018 - 13:58

    @Voodoo | 23. Juni 2018 – 23:38
    Gerade ich als FschJg?!

    Ich als FschJg sehe etwas ganz anderes. Viele picken sich einzelne gute Ausrüstungsgegenstände von Verbündeten oder aus dem zu vielen Markt, schustern sich damit eine eigene (vermeintlich bessere) Ausrüstung zusammen und schimpfen dann auf die Bw.

    Tatsächlich sehe ich kein in sich schlüssiges Ausrüstungssystem unsere Verbündeten, welches ich gerne 1:1 übernehmen würde.

    Und gerade as britische hat zwar einzelne Spitzenausrüstungsgegenstände, ist aber querschnittlich grottenschlecht.

    Summa summarum: in DEU wird viel geschimpft und gejammert, aber wirklich Substanz ist in den Klagen in Bezug auf persönliche Austüstung schon seit Jahren nicht (mehr) vorhanden.

    Das ist beim Fm und Nachtsichtig und bei Großgerät leider anders, aber beim Rest habe ich wenig Verständnis für das rumjammer…

  • ThoDan   |   24. Juni 2018 - 17:00

    @Voodoo

    Das IdZ Konzept wird IMHO erst funktionieren können, wenn es praktikabel funktionierende Exoskeletons dafür gibt.

  • Voodoo   |   24. Juni 2018 - 17:11

    Ich hatte ihre TrGttg aufgegriffen, weil ich persönlich im Zuge des letzten Einsatzes aus diesem Bereich die meisten Klagen gehört hatte ;-)

    Viele picken sich einzelne gute Ausrüstungsgegenstände von Verbündeten oder aus dem zu vielen Markt, schustern sich damit eine eigene (vermeintlich bessere) Ausrüstung zusammen und schimpfen dann auf die Bw.

    Da bin ich ganz bei Ihnen, wobei das in Teilen auch schlicht und einfach an der deutschen Goldrandlösung „IdZ“ liegt, die ausschließlich in den berühmten homöopathischen Dosen in 3-FT verfügbar zu sein scheint.

    Bezüglich der Substanz möchte ich Ihnen aber widersprechen, denn solange wir querschnittlich an einer fünfundzwanzig Jahre alten Lösung festhalten und so tun, als wäre Bekleidung und Ausrüstung bestenfalls drittrangig zu betrachten, wird auch das „Gejammer“ nicht aufhören:
    Weniges ist emotionaler, als bescheidene Bekleidung… Wenn ich dann noch mein IFAK oder die erweiterte SanAusrüstung nicht in meine Beintasche kriege, weil die noch auf „kleines/großes Verbandpäckchen + Dreiecktuch“ ausgelegt ist und die Klamotten zudem in der Verarbeitung gefühlt immer schlechter werden, möchte ich persönlich nicht mehr von „Gejammer“ sprechen. Zugegeben, viele wollen zusätzlich noch special sein, was beispielsweise der Trend zum Smock oder dem privaten Halfcut- / Crewcut-Helm verdeutlichte. Dieser Trend sollte schleunigst umgekehrt werden. Ich denke aber dennoch, dass wir Kritik nicht so leichtfertig abtun sollten, weil wir sonst Vorgenanntes nicht eingefangen bekommen.

    Insofern – und um den Bogen zurück zum Thema zu bekommen- ist das neue Heeres-Mantra „Wir-sind-toll-und-nun-auch-zertifiziert“ etwas verstörend für alle Beteiligten. Nicht jeder hat die Möglichkeit, Einblicke in die Ebene oberhalb A13 zu gewinnen, um ggf. Sachverhalte zu erkennen, die zum einen oder anderen Mangel führten bzw. führen.

    Aber mit Verlaub – im Jahre 2018 sollte Bekleidung & Ausrüstung das Erste sein, was wirklich passt, weil es eben keine astronomisch hohen Millionenbeträge kosten würde, hier querschnittlich (!) wirklich Spitze zu sein. Dies wurde hier, nicht zuletzt im Zuge von ISAF, bereits mehrmals erörtert. Warum legt die Generalität da nicht den Finger in die Wunde und spricht Mängel offen an (ich erinnere da an einen Insp Heer, der auf Kritik an IdZ barsch erwiderte, man bekomme das oder gar nichts…)?

  • Memoria   |   24. Juni 2018 - 17:57

    @Koffer:
    Bei der Bewertung muss aus meiner Sicht unterschieden werden, ob es um den Einsatz oder den Grundbetrieb geht.

    Im Einsatz sind wir sicher nicht schlecht, jedoch im Grundbetrieb widerspricht die Realität dem seit mehr als 10 Jahren von der Heeresgeneralität gepredigten Anspruch von „train as you fight“.

    Wird besonders deutlich bei dem Mangel an Schutzwesten für die VJTF. Beim Blick auf die Übungen und der VJTF fehlen offenbar weiter sogar Schutzbrille, die erwähnten Schutzwesten, Sekundärbewaffnung, teilweise Nachtsicht, moderne Bewaffnung (weiterhin bspw. G3-ZF in der Urversion, G36A1, etc). Funk hatten sie ja schon erwähnt.

    Ich kann dagegen im norwegischen Ansatz keine echten Nachteile erkennen. Was ist an deren Lösungen nicht nachahmenswert?

    Es sollen ja bald sehr gute Schutzwesten querschnittlich kommen – aber wann und in welchem Umfang und für wen?

  • Anonymer_Typ   |   24. Juni 2018 - 17:57

    @Koffer
    „was gerade bei jungen Soldaten gerne verbreitet wird und mit dem viele, viele Disziplinlosigkeiten gerechtfertigt werden“

    Wenn der Dienstherr veralterte, minderwertige oder auch gerne mal gar keine Ausrüstung bereitstellt, die der Soldat zum erfüllen seines Auftrags braucht, und sich der Soldat dann freiwillig auf eigene Kosten die Ausrüstung beschafft, ist das für sie Disziplinlosigkeit?

  • Koffer   |   24. Juni 2018 - 18:54

    @Voodoo | 24. Juni 2018 – 17:11
    „Ich hatte ihre TrGttg aufgegriffen, weil ich persönlich im Zuge des letzten Einsatzes aus diesem Bereich die meisten Klagen gehört hatte ;-)“

    Sie haben da schon Recht. Aus meiner TrGttg wird leider häufig am intensivsten gemault (und das obwohl wir schon seit Jahren immer weit vorne bei der Ausstattung mit neuem Gerät waren).

    Aber wie gesagt: Beschwert wird sich gerne, aber fachlich dahinter steht (in der Zwischenzeit) sehr wenig.

    „Aber mit Verlaub – im Jahre 2018 sollte Bekleidung & Ausrüstung das Erste sein, was wirklich passt, weil es eben keine astronomisch hohen Millionenbeträge kosten würde, hier querschnittlich (!) wirklich Spitze zu sein.“

    Hm, wenn es doch nur so wäre. Solange die Bundeswehr am Prinzip „persönliche Ausrüstung muss für alle gleich sein“ festhält, kostet jede Qualitätssteigerung erhebliche Summen. Zumal persönliche Ausrüstung ja schnell tauschbar sein muss und damit auch noch große Lagermengen und ein entsprechenden logistisches System hinzukommen.

    @Memoria | 24. Juni 2018 – 17:57
    „Bei der Bewertung muss aus meiner Sicht unterschieden werden, ob es um den Einsatz oder den Grundbetrieb geht.

    Im Einsatz sind wir sicher nicht schlecht, jedoch im Grundbetrieb widerspricht die Realität dem seit mehr als 10 Jahren von der Heeresgeneralität gepredigten Anspruch von „train as you fight“.“

    100% +1

    @Anonymer_Typ | 24. Juni 2018 – 17:57
    „Wenn der Dienstherr veralterte, minderwertige oder auch gerne mal gar keine Ausrüstung bereitstellt, die der Soldat zum erfüllen seines Auftrags braucht“

    Ich sehe nicht, dass das (heute noch) häufig passiert. Wir hatten vor 15 Jahren da mal Problem, als gesundheits- oder auftragswichtige Ausrüstungsgegenstände nicht bereit gestellt wurden (Schutzbrillen z.B.), aber die Zeiten sind schon lange vorbei…

    Um mal zu Thema dieses Beitrages zurück zukommen:

    Der Mangel an Smocks oder Halfcut-Helmen oder Bergstiefeln ist doch nicht wirklich unser Problem! Man kann auch ohne Problem und erfolgreich mit Lochkoppel und Standardhelm kämpfen!

    Es ist der Mangel an Fm-Mitteln, an Nachtsichtgeräte und an funktionierendem Großgerät welches die Einsatzbereitschaft des Heeres gefährdet.

  • Zimdarsen   |   24. Juni 2018 - 22:00

    @Koffer

    Das ständige Abgeben und Neuempfangen von Einsatzbekleidung macht ein irre. Zu oft in den Einsatz ohne vollständige Ausrüstung. Hab mir meinen Satz privat zugelegt. Mag ein Dienstvergehe sein, aber manchmal muss man es eben mit Augenmaß tun und bittet dann um gerechte Bestrafung. Es ist fehlende Fürsorge und Verantwortungslosigkeit Soldaten mit unvollständiger Ausrüstung in den Krieg zu schicken. Nur für wenige Schutzwesten bereitzustellen ist eine Sauerei.

  • Pio-Fritz   |   25. Juni 2018 - 11:38

    @ Zimdarsen + Koffer

    Der Witz ist doch, das sich die Einsatzbekleidung von der Normalausstattung unterscheidet. Zumindest für unserer Breitgrade (sprich Klimazone) wäre im Idealfall Grundausstattung = Einsatzbekleidung angebracht.
    Für andere Klimazonen (z.B. Wüste) kann ich die Empfangsarie nachvollziehen.
    Aber das es nicht möglich ist, jedem Soldaten eine Schutzweste im Rahmen seiner persönlichen Bekleidung zu verpassen, ist mir unbegreiflich. Die kosten nun wirklich fast nichts mehr.

  • Boots on the Ground   |   25. Juni 2018 - 12:44

    Pio-Fritz   |   25. Juni 2018 – 11:38

    Der Witz ist doch, das sich die Einsatzbekleidung von der Normalausstattung unterscheidet. Zumindest für unserer Breitgrade (sprich Klimazone) wäre im Idealfall Grundausstattung = Einsatzbekleidung angebracht.

    Sie machen wohl Witze! Als nächstes fordern Sie noch, dass die Bundeswehr querschnittlich zum Winterkampf ausgebildet und ausgerüstet sein soll! Dabei ist doch bekannt, dass winterliche Verhältnisse auch in Mittel- und Osteuropa immer nur selektiv auftreten und eigentlich nur die Gebirgstruppe mit dem Winter wirklich in Berührung kommt!

    ;D

  • Koffer   |   25. Juni 2018 - 12:52

    @Zimdarsen | 24. Juni 2018 – 22:00
    „Das ständige Abgeben und Neuempfangen von Einsatzbekleidung macht ein irre.“

    Etwas nervig ist es ja schon, aber die Welt geht ja auch nicht davon unter, wenn man alle 1-2 Jahre mal in die Kleiderkammer muss.

    Und das einzige, was wirklich wichtig langfristig vorher ist, die eingelaufenen Stiefel, darf (muss) man ja so oder so behalten.

    Ich sehe das jetzt ehrlich gesagt nicht so dramatisch. Vor allem weil das wirklich ständige hin und her ja auch nur ganz, ganz wenige betrifft.

    Die Materialkosten hierzu im Vergleich aber 170.000 vollauszustatten halte ich für dem Steuerzahlen nicht ggü. vertretbar (vor allem nicht bei einem sowieso schon unterfinanzierten EP 14).

    „Es ist fehlende Fürsorge und Verantwortungslosigkeit Soldaten mit unvollständiger Ausrüstung in den Krieg zu schicken.“

    Naja, also die Frage ist ja was ist „unvollständig“… ehrlich gesagt interessiert mich diese Frage ziemlich wenig. Eine Frage von Verantwortungslosigkeit wäre es, wenn man Soldaten mit „unzureichender“ Ausrüstung in den Einsatz schicken würde.

    Aber bei den tatsächlich für die Gesundheit oder den Einsatzwert wirklich wichtigen Ausrüstungsgegenständen (Schutzbrille, Helm, Schutzweste etc.) gibt es ja schon lange (!) keinen grundsätzlichen Mangel mehr, sondern lediglich hin und wieder einige temporärere Spitzen, die aber entweder noch vor Abflug oder im Einsatz durch Tausch gelöst werden.

    Das entspricht ja jetzt auch nicht dem Prinzip von „train as you fight“. Von daher billige ich das in keinem einzigen Fall, aber es ist doch WESENTLICH weniger dramatisch als Sie es hier jetzt gerade versuchen hinzustellen!

    „Nur für wenige Schutzwesten bereitzustellen ist eine Sauerei.“

    Keine Ahnung wo Sie das herhaben, aber mir ist KEIN (!) Einsatz bekannt wo wir eine dauerhafte und/oder langfristigen Mangel an Schutzwesten zu beklagen haben.

    @Pio-Fritz | 25. Juni 2018 – 11:38
    „Der Witz ist doch, das sich die Einsatzbekleidung von der Normalausstattung unterscheidet. Zumindest für unserer Breitgrade (sprich Klimazone) wäre im Idealfall Grundausstattung = Einsatzbekleidung angebracht.“

    Hmhmhm, da wäre wir ja jetzt endlich (wieder) beim eigentlichen Thema dieses Blogeintrages angekommen, denn die VJTF im aktuellen Szenario würde ja diesem Prinzip entsprechen.

    Hier bin ich hin und her gerissen.

    Einerseits stimme ich Ihnen zu („train as you fight“) sollte gerade für einen Verband, der die Ebene Brigade ja nicht überschreitet zum 100% umgesetzt werden können. Und da wir ja nur noch 8 Brigaden haben, sollte das auch zumindest für diese Ebene umsetzbar sein.

    Aber wenn man dann genau hinschaut, dann stellt man fest, dass dann doch wieder nicht unerhebliches Personal aus anderen Ebenen beigestellt wird welches nicht wirklich immer alles benötigt.

    Trotzdem in der Gesamtbetrachtung liegen wir glaube ich diesbezüglich nicht weit von einander entfernt…

    „Aber das es nicht möglich ist, jedem Soldaten eine Schutzweste im Rahmen seiner persönlichen Bekleidung zu verpassen, ist mir unbegreiflich. Die kosten nun wirklich fast nichts mehr.“

    Naja, angesichts der Anzahl um die es hier geht (170.000 zzgl. Verschließ/Garantiefrist, zzgl. Lagerbestand) sind wir hier ja schon in einem Bereich von zahlreichen Millionen und das vor dem Hintergrund eines sowieso schon vollkommen unterfinanzierten EP14?!

    Zudem sehe ich definitiv nicht in jedem Fall von LV/BV die Sinnhaftigkeit von Schutzwesten!

  • ThoDan   |   25. Juni 2018 - 13:55

    @Boots on the Ground

    Nein, ich bin der Meinung die BW sollte darauf ausgerüstet und ausgebildet sein in allen Jahreszeiten operieren zu können.

    @Koffer
    Ich glaube schon, das die Einsatz/Feld/Stan Ausrüsung eines Soldaten prinzipiell vollständig in Spind, Waffenkammer, Garnison vorhanden sein sollte.

    Ob Schutzwesten jetzt Sinn für die z.B. Panzertruppe machen k.A. , aber wo es Sinn macht, sollten sie passend zur Verfügung stehen.

  • Chris   |   25. Juni 2018 - 14:03

    @Koffer

    „Aber bei den tatsächlich für die Gesundheit oder den Einsatzwert wirklich wichtigen Ausrüstungsgegenständen (Schutzbrille, Helm, Schutzweste etc.) gibt es ja schon lange (!) keinen grundsätzlichen Mangel mehr, sondern lediglich hin und wieder einige temporärere Spitzen…“

    Tut mir Leid aber wenn an einem Standort wie Munster 16 Schutzweste St in den Größen M-L vorhanden sind für alle Nutzer und man lediglich auf Delta-Ständen nSAK schießen darf dann ist das für mich eben keine temporär Spitze weil die anderen schon vor Jahren abgelaufen sind.

    Und man kann mir echt schwer verkaufen, dass der Feldanzug wie wir ihn damals mit der Einführung Flecktarn bekommen haben dazu die Clownschuhe eine Helm der fast das doppelte vom aktuellen US Modell wiegt und das Koppeltragesystem 95 nur annähernd vergleichbar mit unseren westlichen Verbündeten ist. Und genau das ist nun mal immer noch die übliche Ausrüstung in dieser Armee.

    Und die Zeiten wo Franzosen oder Briten urzeitliche Ausrüstung hatten oder lächerlich enge Hosen ist jetzt auch schon seit mehreren Jahren vorbei wenn man mal einen aktuellen Blick rüber wirft und das selbst in völlig Militär fernen Ausbildungseinrichtungen. Von den USA ganz zu schweigen wo fast jedes Jahr die Ausrüstung und Bekleidung überarbeitet wird um ein paar Gramm zu sparen oder eine Naht haltbarer zu machen.

  • Eric Hagen   |   25. Juni 2018 - 14:52

    Nach allem, was ich zu dieser Zerifizierungsuebung gesehen, gehoert und gelesen habe, bleiben Zweifel bestehen, ob das, was geuebt wurde, realistisch ist und das, was nicht geuebt wurde, vielleicht doch eher der wahrscheinlich eintretende Fall darstellt.

    Die VJTF (L) ist ein strategisches Mittel zur Abschreckung, das von SACEUR (fruehzeitig) eingesetzt werden kann, noch bevor Nationen (in Form des NAC) darueber entschieden haben. Dies erfordert ein eindeutges Lagebild, herausragende Kommunikation, die Mittel und Faehigkeiten zur schnellen inner- europaeischen Verlegung und Verlegbarkeit ( der Systeme), und (ausreichende) Zeit, eine Gegenkonzentration aufzubauen, um nach Moeglichkeit einen fdl. konventionellen Angriff zu verhindern.
    Darueberhinaus ist Zeit zu gewinnen, um weiteren Kraeften der NRF, nationalen SK und follow-on Forces der Allianz Verlegung in die entsprechende Raeume zu gewaehrleisten- u.U. unter Bedingungen des Kampfes. Das, und nichts anderes, ist der priotritaere Auftrag der VJTF(L), vom politischen Signal einmal abgesehen.

    Ich verstehe, dass die VJTF(L) 2019 unter Fuehrung der PzLBrig 9 ihre Befaehigung in einem „worst case scenario“hat darstellen wollen.
    Doch ist dieses gezeigte worst case scenario- Gegenangriff zur Wiederinbesitznahme von Gelaende und Nehmen einer Ortschaft (Schnoeggersburg) das, was die VJTF(L) erwartet? Noch dazu, wo fdl. Luftueberlegenheit, der Angriff auf eigene C4I- Systeme ausgeblendet werden?

    Ist nicht eher ein Mix aus „schnellen Anfangsoperationen“und Beziehen von Raeumen, paralleler Ueberwachung / Sicherung von (ueberdehnten) Gelaendeabschnitten unter hybriden Bedrohungsmustern- vor einem grossangelegten fdl. Einmarsch in das Buendnisgebiet der Einsatz mit der groessten Wahrscheinlichkeit – im Sinne der strategischen Abschreckung?
    Geht die Gerassimow- Doktrin nicht von einer beabsichtigten Inbesitznahme des Baltikums von innerhalb 60 Stunden aus? Macht sie das ohne schnelle Truppen, ohne Art.und LuSK Einsatz? Ich vermisse also in der Ausgangslage – Gegenangriff gegen konventionelle Kr- eine realistische Bewertung des Gegners.

    Doch die wahren Schwierigkeiten fangen bereits viel frueher an. Z.B. die Bereitstellung von GeoInfo- Material fuer die VJTF(L) aus nationalen, MN- und Nato- Aufkommen ist mangelhaft. Die Qualitaet des Kartenmaterials ist hoechst unterschiedlich,oft technisch nicht kompatibel, ihre zeitliche Bereitstellung unterlaeuft die vorgebenen Zeitkriterien. Die lueckenhafte techn. Interoperabilitaet verlangt menschliche Drehstuhl- Schnittstellen- mit allen Fehlern, die daraus resultieren. ( Mehr ist dazu aus verstaendlichen Gruenden nicht anzumerken.)

    In 2017 und auch in 2018 waren die eigentlichen Herausforderungen, naemlich die rasche und vollstaendige Verlegung innerhalb Europas, nur mangelhaft gemeistert bzw. nur teilweise uberhaupt geuebt worden, weil zu teuer und zu aufwaendig. Der Nachweis der raschen und vollstaendigen Verlegbarkeit- ein Alleinstellungsmerkmal der VJTF(L)- fehlt.

    Mit anderen Worten: Die VJTF(L) erfuellt ihren Daseinszweck nur dann, wenn sie rechtzeitig, vollstaendig und vollstaendig einsatzbereit und ungehindert ihren Einsatzraum erreicht. Dies haben die 20 UK Armored Bde und L9 in den beiden zurueckliegenden Jahre nicht demonstriert.

    L9 hat gezeigt, was sie schon immer gekonnt haben. Eine Vorfuehrung mit eloquenter Kommentierung in hochdotierter Begleitung.
    Sie hat einen mutmasslich vorgeuebten, naemlich den letzten, daher wenig wahrscheinlichen Teil eines Einsatzes gezeigt. Dies setzt voraus, dass die VJTF(L) erstmal bis dorthin gekommen ist…

    In meiner vollkommen unmassgeblichen Beurteilung sollte die Vergabe der vollen Einsatzbereitschaft, noch dazu mit Exzellent, je nach Stimmungslage und Gewogenheit, mit einem Augenzwinkern oder aber gerunzelter Stirnfalte entgegen genommen werden.

  • Koffer   |   25. Juni 2018 - 15:34

    @ThoDan | 25. Juni 2018 – 13:55
    @Boots on the Ground

    Nein, ich bin der Meinung die BW sollte darauf ausgerüstet und ausgebildet sein in allen Jahreszeiten operieren zu können.

    @Koffer
    „Ich glaube schon, das die Einsatz/Feld/Stan Ausrüsung eines Soldaten prinzipiell vollständig in Spind, Waffenkammer, Garnison vorhanden sein sollte.“

    Sie sollten daran denken, dass von unseren 180.000 Sdt nur ein sehr (!) kleiner Teil im Verlaufe eines durchschnittlichen Jahres mehr als für das jährliche Schießen überhaupt nur den Helm aufzieht.

    Warum sollten wir dann bei einem sowieso schon vollkommen unterfinanzierten EP 14 Millionen und Abermillionen für etwas ausgeben, was ungenutzt im Spind verstaubt?!

    @Chris | 25. Juni 2018 – 14:03
    „Tut mir Leid aber wenn an einem Standort wie Munster 16 Schutzweste St in den Größen M-L vorhanden sind für alle Nutzer und man lediglich auf Delta-Ständen nSAK schießen darf dann ist das für mich eben keine temporär Spitze weil die anderen schon vor Jahren abgelaufen sind.“

    Was hat das jetzt mit Einsatzausrüstung im Einsatz bzw. in einsatzgleichen Verpflichtungen wie VJTF zu tun?!

    Denn das ist ja hier der Streitpunkt!

    Das für das Schießen im Rahmen des Aufrechterhaltens seit Jahren zu wenige Westen bereit stehen ist aber in der Tat eine Tatsache und mehr als nur ärgerlich. Zumal es hier zwar auch nicht um Kleinst-Summen geht, aber die Anzahl doch durchaus überschaubar ist :(

    Aber das hat ja nichts mit den in den letzten Kommentaren strittigen Fragen zu tun, sondern ist eine komplett neue (und mit dem Thema dieses Fadens m.E.n. überhaupt nicht verbundene) Fragestellung!

    „Und man kann mir echt schwer verkaufen, dass der Feldanzug wie wir ihn damals mit der Einführung Flecktarn bekommen haben dazu die Clownschuhe eine Helm der fast das doppelte vom aktuellen US Modell wiegt und das Koppeltragesystem 95 nur annähernd vergleichbar mit unseren westlichen Verbündeten ist.“

    Dann sollten Sie sich vielleicht mal die Ausrüstung z.B. der BEL oder der NLD oder des durchschnittlichen FRA Soldaten mal genauer anschauen! Oder oder oder.

    Ich kann nur dringend davon abraten einzelne Ausrüstungsgegenstände einer Armee mit anderen Ausrüstungsgegenständen einer anderen Armee aus singulärem Erleben in einem Einsatz und/oder einer Übung mit einander in Gedanken zu verknüpfen und daraus zu schießen, dass „die anderen“ querschnittlich viel besser ausgerüstet sind und das nicht nur im Einsatz, sondern auch zu Hause.

  • ThoDan   |   25. Juni 2018 - 16:28

    @Koffer

    Ich habe nicht gemeint 180.000 müssten Ausrüstungsgegenstand X im Spind haben sondern gemeint für die 180.000 müssen jene Ausrüstungsgegenstände am entsprechende Ort vorhanden sein, die sie für ihre Funktion in LV/BV haben sollen bzw. Sinn machen.

    Z.B.
    Ich weiß jetzt nicht ob für die Panzertruppe die Weste Sinn macht, aber prinzipiell vollzählig – funktionsfähige Panzer.
    Ich sehe keinen Sinn in der Weste bei den Schiffsbesatzungen der Marine, aber sehr wohl für deren Boardingteams oder den Sichies der Luftwaffe.

  • Chris   |   25. Juni 2018 - 17:09

    @Koffer

    Diese Aussagen von Ihnen haben durchaus einen sehr allgemeinen Charakter. Beschreibungen wie querschnittlich und umfänglich lassen hier durchaus vermuten dass es bei diesen Aussagen durchaus nicht nur um VJTf geht.

    „Und welche Nationen sollen das sein, die querschnittlich und umfänglich eine bessere persönliche Ausrüstung haben als wir???“

    „Summa summarum: in DEU wird viel geschimpft und gejammert, aber wirklich Substanz ist in den Klagen in Bezug auf persönliche Austüstung schon seit Jahren nicht (mehr) vorhanden.“

    Und den FRA Soldaten mal genauer anschauen hab ich gemacht quer durch verschiedene Inf Btl und Kameraden die an deutschen Ausbildungseinrichtungen waren von AZM bis Uni und seit 2-3 Jahren bin ich da doch sehr neidisch. Da stimmt es nämlich vom Stiefel über die Hose bis zur Weste und den Helm.
    Und jeder US Soldat (zumindest Army) Hatte zweckmäßigere Bekleidung inklusive der Option heute SK4 Weste morgen chest rig.

    Es fängt ja bei uns bei der Feldjacke und Feldhose an die sind von Anfang der 90 und der schnitt ist nochmal 20 Jahre älter als noch alles hagere Koppelträger mit 2 Magazinen waren und das wird eben auch bei VJTF getragen (würden die Leute nicht oft sogar weitgehend einheitlich privat kaufen).

  • Stöber   |   25. Juni 2018 - 19:43

    Bedarf an Schutzwesten und sonstiger aktueller Ausrüstung lässt sich einfach ermitteln: Jeder Soldat mit IGF, durchgeimpft und nach 90/5 einsatzbereit sollte ein sofortiges Anrecht darauf erwerben und dann zwei Jahre behalten.
    Dann bräuchte ich am Ende vielleicht nur 50.000 Stück, aber das hätten dann auch genau die, die ich verwenden kann und will. Und die damit trainieren müssen.
    Für den Rest tut es eine Trainingsausstattung am Standort, wobei man da nicht geizen sollte. Neulich wieder eine Kameradin (1,63m) mit ner Schutzweste Gr L beim Schießen erlebt. Glücklich war damit niemand, sie bekam nichtmal die P8 ordentlich gegriffen.
    Das ist dermaßen peinlich und ein treffendes Bild für unseren Ausstattungsstand!

  • Memoria   |   25. Juni 2018 - 20:24

    Nochmal etwas abstrakter:
    Die VJTF hat evidente Fähigkeitslücken (Logistik und Durchhaltefähigkeit (inkl. Bekleidung) , Führungsunterstützung, Luftnahunterstützung/ Steilfeuer, Klarstand bei Großgerät, Nachtsicht/Nachtkampf, aber offiziell alles „excellent“.

    Realitätsverweigerung ist kurzfristig einfach, langfristig aber nicht mehr auffangbar.

    Wir sind bereits mitten in den langfristigen Folgen von nunmehr jahrzehntelangem Schönreden und Ignorieren.
    Und es geht offenbar genauso weiter, obwohl offensichtlich ist was die Gesamtergebnisse sind. Die personlichen Folgen sind eben oftmals weniger verheerend…