Die deutsche NATO-Speerspitze: With a little help from my friends

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Westen, Schutzklasse 4? Kommen noch diesen Monat. Maschinenpistolen MP7, wie vorgesehen, für Kraftfahrer und MG-Schützen? Sind im Zulauf. Die nötigen 30 Marder-Schützenpanzer? Sollen Ende März da sein, alle im neuesten Rüststand. Zum 7. April, so hat es Oberstleutnant Stephan Behrenz dem Heeresinspekteur Bruno Kasdorf versprochen, steht der Deutsche Gefechtsverband NRF, der Beitrag des Deutschen Heeres zur geplanten superschnellen Eingreiftruppe der NATO. Mit einer Truppe, die innerhalb von fünf Tagen abmarschbereit und verlegefähig ist.

Die neue Feuerwehrtruppe hatten die Staats- und Regierungschefs der NATO im September vergangenen Jahres auf ihrem Gipfel in Wales beschlossen: Als Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) will das Bündnis eine (rotierende) Einheit schaffen, die mit schneller Präsenz vor allem an den Grenzen des Bündnisgebiets Abschreckungskraft demonstrieren kann. Die Deutschen boten an, zusammen mit den Niederländern und den Norwegern aus ihren ohnehin für die NATO Response Force (NRF) gemeldeten Verbänden eine Probe-Einheit für eine vorläufige VJTF zu schmieden. Und so stellt Oberstleutnant Behrenz‘ Panzergrenadierbataillon 371 aus Marienberg in Sachsen, die Marienberger Jäger, plötzlich zusammen mit Spezialisten aus anderen Einheiten die NATO-Speerspitze.

Das Erschreckende: Um einen solchen Verband von noch nicht einmal eintausend Männern und Frauen fit zu machen für einen solchen Feuerwehreinsatz, muss Material im ganzen Heer zusammengekratzt werden. Denn wie fast alle anderen Einheiten hatten auch die Marienberger Jäger bei weitem nicht das komplette Material, das sie allein für Übungen brauchten; geschweige denn für einen Einsatz. Bundesweit und international Schlagzeilen machte das Bataillon, weil bei einer Übung in Norwegen im vergangenen Jahr ein fehlendes Waffenrohr kurzerhand durch einen schwarzgestrichenen Besenstiel ersetzt wurde.

Es gibt zwar unterschiedliche Einschätzungen, ob der so ausgerüstete Boxer-Radpanzer als Gefechtsstandfahrzeug überhaupt eine Waffe gebraucht hätte. Und so plakativ der Besenstiel war, andere Defizite waren weit gravierender: Ein Viertel der benötigen Nachtsichtgeräte vorhanden, zu wenig Waffen, fehlende persönliche Ausrüstung bis hin zur Strickmütze.

296 Nachtsichtbrillen vom Typ Lucie brauchen allein die Panzergrenadiere des Deutschen Gefechtsverbandes NRF. 71 waren vorhanden, inzwischen, sagt der Bataillonskommandeur, seien 284 angekommen. Bis zum 7. April sollen alle fehlenden Ausrüstungsteile vorhanden sein, auch die noch fehlenden Marder-Schützenpanzer sollen bis zu dem Stichtag auf den Hof der Erzgebirgskaserne rollen.

Bei seinem Besuch mit Pressebegleitung am Dienstag sprach Heeresinspekteur Bruno Kasdorf die Probleme des verwalteten Mangels offen an – verschweigen hätte er sie ja ohnehin nicht können. Zumal die Journalisten ebenso wie der Generalleutnant mitbekamen, wo es hakte. Und schließlich wissen die Soldaten sehr genau, was sie brauchen. Nicht, weil sich der Soldat immer das Beste wünscht… na ja, das vielleicht auch. Vor allem aber, weil die einsatzerfahrene Truppe in Afghanistan gesehen hat, was an Material möglich ist, wenn es wirklich gebraucht wird.

Eigentlich müsste man in den nächsten Wochen ganz andere Besuche machen. Nicht bei dem NRF-Gefechtsverband, der sich bundesweit das Material zusammensucht. Sondern bei all den anderen Einheiten, die ebenfalls nur einen Teil des für ihre Arbeit nötigen Materials haben oder besser hatten – und davon abgeben mussten, um einem verstärkten Bataillon (!) die Vollausstattung zu ermöglichen.

Das Statement (mit paar Fragen und Antworten; die Fragen sind teilweise nur schwer verständlich) des Heeresinspekteurs in Marienberg zum Nachhören:

(Die Links zum Besenstiel und zur fehlenden Wollmütze müsst ihr diesmal selber googeln, sorry. Daten zur OrBat etc. des Verbandes reiche ich ebenfalls nach.)

Nachtrag: Meine Fotos vom NRF-Gefechtsverband in Marienberg sind hier online. Außerdem gibt’s online die Sammlung des Kollegen Sean Gallup von Getty Images  (danke für den Leserhinweis).

86 Gedanken zu „Die deutsche NATO-Speerspitze: With a little help from my friends

  1. Sind das dieselben Depots, in denen die nichtausgegebene Ausrüstung lagert um sie nicht zu verschleissen.

    Z.B. durch die die Nicht Nichtsachgemässe Nutzung von Ponchos als Tarp

  2. Zu meiner Zeit wurden die wenigen BIVs und ZFs auch nur zu besonderen Anlässen rausgeholt. Hat sich ja nicht viel verändert seit den 90ern.

  3. Ich gebe offiziell Entwarnung!

    Unsere politischen Führer haben uns gesagt, dass es eine Vorwarnzeit von 10 Jahren für ein kriegerisches Szenario in Mitteleuropa gibt. In dieser Zeit werden wir alles hinsichtlich Kampfkraft und Gefechtswert nachholen. Ich glaube unseren Führern. Diese hatten immer Recht. Zuletzt mit der Verteidung Deutschlands am Hindukusch!

    Ich denke das ein kampfkräftiges Batallion, wenn auch ohne Nachbarn und Reserven durchaus imstande ist hinreichend zu verzögern und zu verteidigen. Dies, bis in einem ad hoc „Reforger“ die Lead Nation der Nato mit dem Rest des Sperrs antritt, um ein für alle mal das Übel dieser Welt vom Erdball zu fegen und Europa endlich die ersehnte Freiheit zu bringen. Dies natürlich unter Verbot des Einsatzes von Atomwaffen für alle beteiligten Parteien.
    Denn merke: wir freuen uns zwar über alle Völker dieser Welt in Deutschland aber Russen, das geht gar nicht !
    Und sollte sich der böse Russe von der Speerspitze nicht wirklich beeindrucken lassen, so hat wenigstens alles ein schnelles Ende. Schneller noch als 1806.

  4. Man kann nur hoffen, dass die Jungs niemals in ein Gefecht mit einer regulären Armee verwickelt werden, ….

  5. Was ist den los, unser Heer ist doch super aufgestellt! [\ Ironie off]
    Kompanien sind zum Teil nur zu 50% besetzt, allenthalben fehlen Material, Fahrzeuge, Ersatzteile.
    Neubeschaffungen, sprich neue Systeme, gibts nicht oder werden durch jahrelange Versuche kaputt gespart oder sind danach so veraltet das nicht mehr zweckmäßig! Schlimmer noch, siehe die räudigen Kampfstiefel, diese wurden trotzdem(!!!) beschafft obwohl diese völlig untauglich sind….
    Es wird Geld verpulvert wohin das Auge reicht, z.B. alles wird kopiert und ausgedruckt. Zum Teil, weil nur im Intranet vorhanden, ganze ZDv’en!!! aber nur einseitig!
    Die Liste ist so lang das es mich jedes Mal schaudert wenn ich drüber nachdenke!
    Hauptsache aber Onkel Karsdorf bemängelt das Männer/ Frauen zum duschen oder zur Toilette über den Flur laufen müssen!!
    Am Besten wäre es auch das jede(r) (unter 25 Jahre) eine Einzelstube bekommt (seine Aussage!!).
    Kostet ja nix alles neu zu renovieren. Herr im Himmel mir reißt die Sacknaht.
    Ich bin StOFw und weiß wovon ich spreche!!!
    Einfach mal frühzeitig das Ohr an Masse legen und zuhören wenn Uffz m.P. erzählen und nicht Offze das blaue vom Himmel runter lügen, oder die Wahrheit so geschickt in Worte verpacken das genannte auf der Strecke bleibt…
    Wichtiger ist das man für die BMVgin im strömenden Regen die Fenster putzt!!! (Kein Witz).
    Das ist keine Armee mehr, sondern ein Trümmerhaufen, der durch eine Ansammlung unfähiger Führer die ihre Prioritäten auf falsche Schwerpunkte legen“geführt“ wird. Hauptsach jede(r) wird schnellst möglich befördert auch gerne ohne Leistung, Eignung oder Befähigung!

  6. Dieser Inspekteur überzeugt nicht! Ich verstehe gar, warum mein Nachbar (dient in einer Heeresbrigade) wie wohl auch die Masse des Heeres nicht mehr diesen „Weltklasse-Inspekteur“ glaubt. Es ist einfach nur noch peinlich.
    Wer kennt noch Alarmbefehle, Verpackungs- und Beladepläne, Erstaufstellung und Überprüfungen durch „NATO-Inspektoren“? Ein Wahnsinn, wir stellen gerade fest, dass wir fast alles verlernt haben. Nun höre ich auch noch, dass die Marieneberger zwar das Material auf dem Hof haben, aber kaum noch zur Bewirtschaftung fähig sind.
    Herr, lass Sommer werden! Dann hat ein neuer Inspekteur eine neue Chance. Der alte wird als „weltbester“ Hosengummi-General in die Geschichte eingehen. Sorry, aber das macht mich einfach wütend!

  7. Soso. Da hat man nun also ein wie auch immer verstärkt/vermindertes Kampftruppenbattaillon aufgestellt und ausgerüstet. Wenn die alten Zahlen noch Gültigkeit haben ist die NATO damit in der Lage an der Ost-Flanke immerhin auf 2-6km, je nach Gelände, zu verteidigen. Alternativ wäre auch ein Verzögerungsgefecht über 180 Tage denkbar, bis die Folgekräfte eingetroffen sind!

    Und eine Verlegeübung nach Polen der VJTF mit 5 Tagen NTM scheint mir nur dann Realitätscharakter zu haben, wenn sie auch erst 5 Tage vorher bekannt gegeben und vorbereitet wurde. So ganz ohne Urlaubssperre und Marschkreditanmeldung und Wegstreckenerkundung und Verpflegungsvoranmeldung und Munitionsbeschaffung und allem was jetzt sonst noch so für die Übung vororganisiert wurde. Im Einsatzfalle wäre das irgendwie nicht so leicht möglich.

    @Memoria | 11. März 2015 – 6:41
    Wurde auch gesagt, ob die Kampfunterstützer auch nachtsichtfähig werden sollen?
    Wollen wir wetten, ob sie ausgerüstet wurden? Ich habe da so eine starke Vermutung. In AFG hat es ja auch etliche Jahre gedauert, bis man das gelernt hat, dass der Sani- und der Nachschubmann auch mal Nachtsicht- und Nachtkampffähig zu sein haben, wenn sie in der selben Operation eingesetzt werden.

  8. @O.Punkt:
    Genau daher ja meine Frage.
    Ich gehe auch davon aus, dass man jetzt wieder neu lernt.
    Genau das ist doch das wirkliche Problem.

  9. @ N.ach.Schub:
    „Ich bin StOFw und weiß wovon ich spreche!!!“

    Oberpfalz?Wenn ja, kennen wir uns evtl.

  10. Also,
    ich als Führungsunterstützer und NRF geplant kann nur sagen das wir in keinster Weise für unseren Auftrag vorbereitet geschweige denn ausgerüstet worden sind.
    Wir wissen auch nur aus der Presse von den großen Übungen im Sommer usw.
    Offiziell gibt es bei uns keinerlei Urlaubssperren.
    Ach ja…und weil wir „massenhaft“ Personal haben müssen bei uns Auch Soldaten von der NRF Liste in laufende Einsätze geschickt werden…natürlich ohne zu wissen wie man dann die Lücken wieder schließen soll.
    *daumenhoch*

  11. Wer / was ist der „Taktgeber“ bei allen Belangen „Speerspitze“ ? Das Ergebnis einer sinnvollen Beurteilung der Lage / gesunder Menschenverstand / der feste Wille, etwas für unsere Heereskräfte „zu bewegen“ (nachhaltig!) ? Wer dies glaubt, glaubt auch an den Osterhasen … DEU will ganz oben mitspielen – die verfügbaren Ressourcen sind jedoch unterirdisch.

  12. Es wird ja im Zusammenhang mit der VHR Taskforce immer über die Marienberger Jäger berichtet, aber wie sieht es denn mit Marine- und Luftwaffenbeiträgen aus? Da kann es ja bei der BW nicht viel besser aussehen. Und, vielleicht ein bisschen Off Topic, wird eventuell angesichts der Lage daran gedacht die Schnellboote vielleicht doch nicht demnächst auszumustern sondern eher nochmal zu modernisieren?

  13. O. Punkt | 11. März 2015 – 22:23
    Soso. Da hat man nun also ein wie auch immer verstärkt/vermindertes Kampftruppenbattaillon aufgestellt und ausgerüstet. Wenn die alten Zahlen noch Gültigkeit haben ist die NATO damit in der Lage an der Ost-Flanke immerhin auf 2-6km, je nach Gelände, zu verteidigen. Alternativ wäre auch ein Verzögerungsgefecht über 180 Tage denkbar, bis die Folgekräfte eingetroffen sind!

    Richtig.
    Und wie steht es um die Folgekräfte? Der nächste Schritt sollte dann sein es zu schaffen eine ganze Brigade zu verlegen. Und das muss nicht nach Polen oder ins Baltikum sein, das kostet nur unnötig Geld.
    Bahntransport kann man auch zu Hause üben. Und dann bitte auch wieder FTX mit „Blau“ und „Rot“ außerhalb von TrÜbPl.
    Das schärft auch die Sinne der Bevölkerung für das Militär!

    Dazu ein Zitat aus 2004 (!), „Thüringer Löwe“:

    „Gerade Übungen wie diese bringen uns nach vorne. Abseits von den eingefahrenen Wegen auf Truppenübungsplätzen ist es eben anders. Viel realitätsnäher“, erläutert Brigadegeneral Hans-Joachim Fröhlich, Kommandeur der Artilleriebrigade 100. Manöver dieser Art sind allerdings eine echte Seltenheit geworden. Doch trotz des Wegfalls des Ost-West-Konflikts seien solche Übungen mit groß angeleten Verteidigungsoperationen auch heute unverzichtbar, wie Oberstleutnant Withold Pieta vom Heerestruppenkommando in Koblenz bekräftigt.

  14. Der Speer ist morsch und es fehlen entscheidende Teile, der Speerwerfer ist körperlich gebrechlich, bequem, kurzatmig und mental eher auf Party als auf Wache. Da nützt das ganze Polieren der Spitze nichts.

  15. Hier mal drei aufschlußreiche Fotos der Vorführung (falls die Verlinkung zulässig ist), die vermutlich die StAN eines PzGrenZg zeigen:

    [Links gelöscht, s.u. – T.W.]

    Das zeigt auch die Verteilung der Lucies: 3 pro Schützengruppe – zieht man Kommandant, Fahrer und Richtschütze ab, ist also jeder zweite Soldat der Schützengruppe nachtsichtfähig (von Nachtkampffähigkeit kann aufgrund des Fehlens von entsprechenden Optiken keine Rede sein).
    Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich an der persönlichen Ausrüstung gemäß StAN in den letzten knapp 20 Jahren (!) von der Einführung von Flecktarn abgesehen nichts geändert hat. Führungsausstattung, Waffen und Bekleidung unverändert, persönliche Schutzausrüstung vom Helm abgesehen nicht vorhanden. Ein absolutes Armutszeugnis.

    Da der Kdr PzGrenBtl 371 ja dem InspH vollmundige Versprechen hinsichtlich der Verfügbarkeit von Material und Einsatzbereitschaft gemacht hat, hab ich mir grade mal dessen Vita auf der Webseite des Heeres angeschaut – Fazit: 22 Dienstjahre, davon 12 Jahre in Ausbildungs- und Führungsverwendungen, das ist meines Wissens ein für heutige Verhältnisse vergleichsweise hoher Anteil.

    Edit: Alternativer Link für die Fotos: http://www.gettyimages.de/detail/nachrichtenfoto/members-of-the-german-bundeswehrs-371st-armoured-nachrichtenfoto/465764980

    [Die ersten drei Links führten zu offensichtlich bei Getty oder Reuters geklauten Fotos, ohne jegliche Quellenangabe, deshalb habe ich die natürlich gelöscht. Der Getty-Link reicht doch; außerdem stelle ich auch Fotos online. T.W. ]

  16. @all

    Habe oben mal den Link zu meinen Fotos und den – natürlich professionelleren – Fotos von Getty nachgetragen.

  17. Kann mir einer sagen, was es mit dem gelben Hintergrund des Panzergrenadierabzeichens am Barett der Soldaten auf sich hat?

  18. @freyarm

    Das dürfte den Lichtverhältnissen geschuldet sein. Wenn Sie das Abzeichen am Barett des Kommandeurs ansehen, ist da kein gelber Hintergrund.

  19. @freyarm
    Das ganze Thema Farben in Barettabzeichen oder Tücher/Kordeln hat einen Bezug zu den jeweiligen Kompanien.

    Jede Kompanie hat heeresweit eine festgelegte Farbe, gem der preußischen Farbfolge:
    1./- weiß
    2./- rot
    3./- goldgelb
    4./- blau
    5./- grün
    6./- schwarz

    Das rührt aus der Zeit als man sich im Felde anhand von Feldzeichen (farbige Wimpel) orientierte und immer wusste, wo die eigene Truppe ist.

    Das ganze wird je nach Truppengattung und Bataillon unterschiedlich stark durchgesetzt.
    Generell gilt, je mehr Kampftruppe, desto mehr Tradition.

    Das Thema ist endlich und trifft das Wesen und den Geist der Truppe. So gibt es zahllose Anspielungen und Sprüche mit Farbbezug. Jeder Soldat entwickelt über diese Farbe eine starke emotionale Bindung an seine Einheit und dieses wird auch nach außen weithin sichtbar gelebt.

    Super Thema für ein Kasinokamingespräch.

    pi

  20. Auf den Bildern dürfte es sich um Ausrüstung von 2 PzGren Gruppen handeln. 12 Gefechtshelme, 2 Milan…

    Gibt es eine genaue Gliederung der Dargestellten Truppenteile. Wie setzt sich der deutsche Anteil zusammen (PzGren, PzPi, Aufkl…)

  21. Nein, die Anordnung, die Masse der präsentierten Ausrüstung und die angetretenen Soldaten sprechen für einen Panzergrenadierzug. Lediglich die Anzahl der Gefechtshelme (wobei allerdings nur die mit Lucies gezeigt sind) und die der MILAN spricht dagegen – wobei das auch einen Mangel an Lucies bedeuten kann, während nicht alle SPz mit MILAN ausgerüstet sind (?).

  22. @politisch inkorrekt

    Schön erklärt. Die 3./212 in Augustdorf hat auch „gelb“ hinter dem Abzeichen.

  23. @ O. Punkt

    Für die Verlegeübung der VJTF nach Polen (NOBLE JUMP) ist der Zeitpunkt der Verlegung bekannt.

    Die Soldaten die an NOBLE JUMP teilnehmen, mussten namentlich benannt werden.
    Es wurden nicht nur Urlaubssperren befohlen, sondern Lehrgänge etc. sollen abgesagt werden. Das soll durch den Kdr PzGrenBtl 371 bereits im November/Dezember initiiert worden sein.

    Auch gebuchter (Familien-) Urlaub wird bei verschiedenen Einheiten „auf Befehl'“ bereits storniert, ohne dass eindeutige schriftliche Befehle vorliegen.

    Bei den verschiedenen Einheiten und Teileinheiten laufen die Vorbereitungen für die mit einer NTM 5 befohlenen Verlegeübungen auf Hochtouren. Das Fehl an Material wird derzeit aus allen Einheiten und Verbänden zusammengeführt.

  24. Und hier die offizielle Version.
    Hahahaha ich mach mir gerade echt fast in die Hose vor lachen.
    Wer, glauben den die Verfasser, glaubt den an diese Version???

  25. @Boots on the Ground:

    Stimmt wohl. Im PzGrenZg sind wohl nur 2 Milan abgesessen vorgesehen.
    Hat hier denn niemand ne aktuelle PzGren StAN? Dann könnte man das gezeigte auch bewerten…

    @MA:

    Blöd nur das man im Ernstfall keinen Vorlauf bekommt und in 5 Tagen auf der Matte stehen soll.
    Welcher Übungserfolg bleibt wenn man das Monate im voraus ankündigt?

  26. @Memoria
    Schon älter. Ab 0:50
    https://youtu.be/8s9qySX03uo

    Ich würde manchmal gerne wissen, wie es im VdtgAusschuss zugeht. Ich verfolge sehr häufig die Sitzungen in den Senate- bzw House-Committees und warte ungeduldig auf den Tag, dass wir solche öffentlichen Sitzungen auch mal Deutschland zu dieser Thematik haben werden.

  27. @MA:
    Ja, auch ohne Angehöriger dieses Btl zu sein, sind mir die Prozesse, die da im Hintergrund ablaufen absolut bewusst.
    Mit meinem Post vorher wollte ich ausdrücken, dass es für mich die tatsächlichen Rahmenbedingungen bei NOBLE JUMP keine realistische Übungsbedingungen für den Anspruch der der Truppe aufgebürdet wird darstellt.
    Eine realistische Übung wäre mMn:
    *Alarmierung am Montag gemäß Alarmkalender ohne Vorwarnung und dann Abmarsch 5 Tage später am Samstag, das Ganze mit unbekannter Übungsdauer!

    Ich kann mir schon lebhaft die Chef und Kommandeursgespräche mit den VPs vorstellen!

  28. Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Abg. Lindner zu den Besenstielen& Co (BT-DRs 18/4246, S. 52f):

    „60. Abgeordneter Dr. Tobias Lindner
    (BÜNDNIS 90/
    DIE GRÜNEN)
    Treffen die Berichte der Sendungen „Report Mainz“ bzw. „Kontraste“ vom 17. Februar
    2015 zu, dass erhebliche Ausrüstungsmängel bei den deutschen Einheiten der NATO Response Force (NATO – Organisation des Nordatlantikvertrages)
    bestehen, die unter anderem auch dazu führen, dass Waffenattrappen aus
    bemalten Besenstielen benutzt wurden, und bei welchen Ausstattungsgegenständen der Bundeswehr, wie etwa Rad- und Kettenfahrzeugen, Fluggerät, Schiffen bzw. Booten, Waffen oder Führungsmitteln, besteht keine Vollausstattung
    (bitte Istzahlen im Verhältnis zur Vollausstattung
    angeben)?

    Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs
    Dr. Ralf Brauksiepe
    vom 4. März 2015
    Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat im Kontext der Festlegung
    der Deutschen Kräfte der NATO Response Force angewiesen,
    diese Verbände und Einheiten materiell zu 100 Prozent auszustatten.
    Der Zulauf der entsprechenden Ausrüstung läuft bereits seit Wochen
    und die vollständige Ausstattung des NATO Response Force-
    Gefechtsverbandes aus Truppenbeständen wird im März 2015 abgeschlossen
    sein.
    Der für die NATO Response Force 2015 vorgesehene Gefechtsverband
    des Panzergrenadierbataillons 371 aus Marienberg/Sachsen
    wurde für die Übung NOBLE LEDGER im September 2014 in Norwegen
    u. a. mit dem GTK BOXER in der Version „Führungsfahrzeug“
    (Gefechtsstandfahrzeug) ausgerüstet. Auch für diese Fahrzeugversion
    ist eine Waffenstation grundsätzlich vorgesehen, beschafft
    und im Bestand der Bundeswehr verfügbar. Für die o. a.
    Übung wurde aufgrund des Übungszwecks (Gefechtsstandarbeit)
    bewusst auf die Ausstattung mit einer Waffenanlage verzichtet. Das
    Erreichen der Ausbildungsziele der Übung war davon nicht betroffen.
    Warum die bedienenden Soldaten dennoch eine Waffenanlage
    simuliert haben, ist fachlich nicht nachvollziehbar.
    Mit der Neuausrichtung der Bundeswehr trat ein zielvorgabenorientierter
    Ausrüstungsumfang an die Stelle des Prinzips der Vollausstattung
    der Strukturen. Dem Prinzip der Einsatzorientierung folgend
    wird der Ausrüstungsumfang angestrebt, der zur Gewährleistung des
    priorisierten Fähigkeitsprofils mit den daraus abgeleiteten Kräftedispositiven
    einschließlich der notwendigen Ausbildung erforderlich
    und nachhaltig finanzierbar ist. Dabei sind die strategischen und konzeptionellen
    Vorgaben der NATO und der Europäischen Union
    (EU) zu berücksichtigen. Eine generelle Vollausstattung der Streitkräfte
    ist folglich derzeit nicht vorgesehen und dient daher nicht zur Referenzierung.

    Über die im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr festgelegten
    Obergrenzen der strukturrelevanten Hauptwaffensysteme wurde der
    Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages nach Abschluss
    der Feinausplanung mit Schreiben des damaligen Parlamentarischen
    Staatssekretärs beim Bundesminister der Verteidigung Thomas
    Kossendey am 19. Dezember 2012 informiert. Die mit den Obergrenzen
    festgelegten Umfänge sollen grundsätzlich durch Beschaffungsmaßnahmen
    bzw. Reduzierungen mit Abschluss der Neuausrichtung
    erreicht werden. Die Bundesministerin der Verteidigung
    Dr. Ursula von der Leyen hat angewiesen, die Obergrenzen der
    Hauptwaffensysteme mit dem Ziel der Anpassung an die veränderte
    sicherheitspolitische Lage und einer erhöhten Verfügbarkeit für Ausbildung
    und Übungen zu überprüfen. Unabhängig davon und als
    schnelle Reaktion auf die veränderte sicherheitspolitische Lage wurde
    eine Erhöhung der Ausstattung des GTK BOXER, Version Gruppentransportfahrzeug,
    sowie ein höherer Ausstattungsumfang des
    Kampfpanzers LEOPARD 2 entschieden. Einzelheiten zur Umsetzung
    werden derzeit ausgeplant.
    Weitere Anpassungen werden auch mit dem Ziel geprüft, vorhandenes
    gutes Material nicht zu verwerten oder abzugeben, sondern der
    Truppe für Grundbetrieb, Übung und Einsatz zur Verfügung zu stellen.“

    Na dann prüft mal schön…

Kommentare sind geschlossen.