Die neue BMVg-Spitze: Was sich so abzeichnet

Die Neuordnung, fast schon vollständige Umbesetzung der Spitze des Verteidigungsministeriums war in den vergangenen Tagen hier in lauter Einzelmeldungen Thema. Damit das – und die Kommentierung – nicht so sehr zerfasert, ein Überblick, was sich bislang – einen Tag vor der geplanten Wiederwahl der Bundeskanzlerin und Bildung der neuen Bundesregierung – so abzeichnet:

Offiziell bestätigt ist bisher lediglich, dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen das Amt weiter ausüben soll. Und dass sie einen neuen Parlamentarischen Staatssekretär aus den Reihen der CSU bekommen soll: Einen der beiden Posten als Parlamentarischer Staatssekretär übernimmt der Abgeordnete Thomas Silberhorn, der bislang in gleicher Funktion im Entwicklungsministerium tätig war.

Dass voraussichtlich die beiden bisherigen Parlamentarischen Staatsskretäre Markus Grübel und Ralf Brauksiepe gehen müssen, ist zwar bislang noch nicht offiziell bestätigt – auch wenn es wohl schon einen Termin für ihre Abschiedsserenade gibt. Neben Silberhorn soll dann der frühere CDU-Generalsekretär Peter Tauber dieses Amt übernehmen.

Bei den beamteten Staatssekretären zeichnet sich ein Wechsel auf dem Posten ab, der angesichts der Materialmisere der Streitkräfte von besonderer Bedeutung ist: Rüstungs-Staatssekretärin Katrin Suder (Foto oben) will offensichtlich auf eigenen Wunsch ausscheiden (dazu gibt es bislang nur den Bericht von Spiegel Online und auch keine Bestätigung). Als ihr Nachfolger ist, auch das nicht offiziell, der bisherige Leiter der Abteilung Ausrüstung im Ministerium, Generalleutnant Benedikt Zimmer, im Gespräch.

Ein weiter Wechsel an der Spitze erfolgt planmäßig: Der bisherige Generalinspekteur Volker Wieker scheidet aus Altersgründen aus, nachdem seine Dienstzeit schon verlängert worden war, damit erst nach Bundestagswahl und Regierungsbildung die Entscheidung über den Nachfolger getroffen werden konnte. An Wiekers Stelle rückt der bisherige Abteilungsleiter Personal, Generalleutnant Eberhard Zorn.

Das bedeutet auch Stühlerücken im nachgeordneten Bereich. Die beiden Abteilungsleiterposten im Ministerium müssten, wenn es so kommt, neu besetzt werden. Und auch die Leitung des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) wird neu besetzt, da der bisherige Amtsinhaber Harald Stein planmäßig ausscheidet. An seine Stelle tritt, so berichtet das Wirtschaftsmagazin Capital (Link aus bekannten Gründen nicht), die bisherige stellvertretende Chefin des Luftfahrtamtes der Bundeswehr, Gabriele Korb.

Diese Personalveränderungen dürften noch im Laufe dieser Woche auch offiziell werden, wenn die neue Regierung und damit auch die Verteidigungsministerin nicht mehr nur geschäftsführend im Amt ist. Und dann wird interessant, welche weiteren Veränderungen auf Spitzenposten in den nächsten Wochen und Monaten anstehen. Da dürfte es dann auch um die Riege der Inspekteure gehen – ein Blick auf die Altersstruktur hilft.

Nachtrag: Mich erreichen etliche Fragen, warum ich den am Wochenende gemeldeten absehbaren Wechsel des Abteilungsleiters Planung, Generalleutnant Erhard Bühler, als neuen Kommandeur des Joint Forces Command Brunssum hier nicht mit erwähnt habe (siehe auch in den Kommentaren). Das Kommando liegt noch bis Frühjahr kommenden Jahres bei den Italienern, die erst im Februar einen neuen General auf diesen Posten geschickt haben – es ist also eher langfristige Planung und nicht wirklich als Teil des Stühlerückens nach neuer Regierungsbildung anzusehen.

(Archivbild: Suder in Bischofswiesen am „Tag der Bundeswehr“ am 13.06.2015 – Bundeswehr/Jane Hannemann)

28 Kommentare zu „Die neue BMVg-Spitze: Was sich so abzeichnet“

  • closius   |   13. März 2018 - 15:13

    @TW: Ich weiß nicht, ob es Gerücht gibt wg den Inspekteuren, aber nach der Altersstruktur würde ich davon ausgehen, daß 3 Inspekteure erst nächstes Jahr zur Ablösung anstehen, wenn sie 63 Jahre alt werden im Jahre 2019?

  • Mitleser   |   13. März 2018 - 16:09

    Herr Grübel hat sich bereits offiziell verabschiedet: https://www.facebook.com/MarkusGruebelMdB/posts/10155093709781854

  • Chris   |   13. März 2018 - 17:15

    Nicht zu vergessen GL Bühler / AL Plg, der voraussichtlich in die NATO wechselt.

    [Hmm? Falls Sie JFCBS meinen: Das wurde gerade neu italienisch besetzt, für ein Jahr. Also da nix vor Feb. 2019. T.W.]

  • Harry   |   13. März 2018 - 18:05

    Die BAMS hatte berichtet, Bühler solle COM JFC werden – allerdings in der Tat erst 2019

  • 0815   |   13. März 2018 - 19:02

    Auszug aus einer DPA Meldung / Heute-online:
    -Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat um mehr Geduld für die Besserung der schlechten Ausrüstungslage in der Bundeswehr geworben. Nach einem Vierteljahrhundert des Kürzens könne man nicht innerhalb von drei Jahren die Lücken schließen, sagte die CDU-Politikerin mit Rückblick auf ihre erste Amtszeit.

    Damals habe man noch 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Verteidigung investiert. Nun führe man erbitterte Debatten, ob es möglich sei, sich zwei Prozent zu nähern.-

    „Erbitterte Debatten“ also!
    Habe ich da etwas medial verpasst oder schwimmt da wieder alles in altbekannter Manier weiter ?
    Während der Koalitionsverhandlungen oder Sondierungen war ja nicht viel zu hören.

    Vielleicht hat Fr Suder auch deshalb die Segel gestrichen…bevor sie selber Wind in die Segel pusten muss.

    Wenn ich in meinem Bereich feststelle das es im veralteten und fast ausgelutschten „Getriebe knirscht“, muss ich doch nicht noch mehr gas geben, sondern erwarte auch hier etwas mehr Geduld, bevor DEU sich auf irgendwelche neuen Abenteuer im Irak,Mali ,Afghanistan oder sonstwo einlässt.

    Wer 1. BL und Championsleague vernünftig bestreiten will braucht keine Grundlagen für 3.Liga….und das geheule bzgl. des Vierteljahrhunderts ist auch nicht mehr zu ertragen. Die tatsächliche Bilanz der letztgenannten 3 Jahre ist täglich wahrzunehmen und eine Prognose für die nächsten Jahre kann sich jeder selber machen.

    Warten wir mal ab was die nächsten Wochen und Monate „Signifikantes“ bringen werden!

    [ZDF/heute kann durchaus verlinkt werden:

    https://www.zdf.de/nachrichten/heute/ministerin-von-der-leyen-luecken-nicht-sofort-zu-schliessen-100.html

    T.W.]

  • Frederic Schneider   |   13. März 2018 - 19:44

    Also, Peter Tauber schreibt seit Tagen schon auf seinen Profilen in den sozialen Netzwerken, dass er sich schon total auf die Herausforderungen als PStS im BMVg freut. Insofern halte ich das schon lange nicht mehr für ein reines Gerücht. Offiziell ist es so oder so erst, wenn Bundesminister und (beamtete/parlamentarische) Staatssekretäre ihre Ernennungsurkunde erhalten. Ich wünsche Peter viel Erfolg bei seiner neuen Aufgabe! Er hat während seiner Zeit als CDU-Generalsekretär immer wieder an seine Zeit als Bundeswehrsoldate erinnert und von Reservistenübungen berichtet.

  • dr´Spieß   |   13. März 2018 - 20:03

    @0815: Korrekt: Wenn mein KFZ klappert und scheppert und keine Leistung mehr bringt (Bericht des Wehrbeauftragten des Bundestags) und meine Werstatt mir sagt, du musst mehr und ständig Vollgas fahren, spätetens dann würde ich eine zweite Meinung einholen und ggf. die Werstatt wechseln.

  • Elahan   |   13. März 2018 - 21:01

    Die Auswirkungen des Abbaus in der Logistik sind in der Truppe noch gar nicht wirklich angekommen, es wird noch viel schlimmer.

    [Das wirkt in seiner kryptischen Art in diesem Thread bisschen… merkwürdig? T.W.]

  • Schwertfisch   |   13. März 2018 - 22:36

    @ TW/ Elahan.
    Naja, nur kurz.
    Aber, neben den altbekannten leeren Depots kann hier Exemplarisch die quasi-Abschaffung der Marinearsenale, und auch der Verkauf der HIL-Werkstätten an die Industrie genannt werden.
    Hier wird für „Kette“ demnächst zu beobachten sein, was die Luftwaffe schon länger (er)lebt.
    Der Verlust eigener Inst-Kapazitäten und fachexpertise.
    Und ein weiteres Schrumpfen des Titels RüInvest/Erhalt durch wachsende Betreiberverträge.

  • BundeswehrBW   |   13. März 2018 - 23:28

    Der Leuchtturm der letzten Jahre, Frau Suder, geht. Aufopferungsvoll hat sie gekämpft. Warum geht sie wohl?!
    Durch dieses Ministerium muss ein „reinigender“ Sturm ziehen. Auch die Ministerin schafft es nicht. Und wer die Truppe aus den bekannten Gründen verloren hat, erst recht nicht.
    Dann kommen auch noch solche Looser wie Herr Tauber in Verantwortung (Oberleutnant d. R. ——– JAU ——— großartig)..
    Frau Suder: Ich persönlich bedanke mich bei Ihnen für einen erfolgreichen Einsatz für unser Land. Sie haben seinerzeit viel für weniger aufgegeben. Und jetzt „die Nase voll“. DAS verstehe ich,sicherlich mit allen wissenden Menschen in diesem Forum.

  • schleppi   |   13. März 2018 - 23:30

    Ein Vierteljahrhundert sind vermutlich 25 Jahre. Also sprach Frau Ministerin von 1993. Das BIP 1993 betrug 1.746 Mrd Euro (Man rechnet das der Vergleichbarkeit zu liebe zurück) Der Verteidigungsetat betrug 49,6 Mrd DM. Und jetzt basteln wir einmal daraus 2,4 %.

  • schleppi   |   13. März 2018 - 23:58

    Der Personalwechsel an der Spitze wird nur für die Betroffenen von Belang sein. Nach der Einheit Deutschlands und der Aufgabe Personalumfänge wie im 2+4 Vertrag vereinbart zu erreichen, hatten wir 2003 und 2009 Rezessionen. Auf beide Rezessionen wurde mit weiteren Reduzierungen des Personalumfangs reagiert. Aber die Situation in der sich die Bundeswehr heute befindet, hat aus meiner Sicht ihren Ursprung in 2010 und nicht als Fortsetzung der Entwicklung seit 1990. 2010 hatten wir 188000 Zeit- und Berufssoldaten. Dann reduziert auf 170000 und welchen Umfang an Zeit- und Berufssoldaten will das BMVg mit der Trendwende erreichen…..? Und wenn die Bundeswehr von 2010 bis 2014 so heruntergewirtschaftet werden konnte, dann kann sie auch bis 2018 wieder saniert werden. Und in einer Wahlkampfveranstaltung der Ministerin, sprach sie von 5 Mrd Euro jährlich zusätzlich im EP 14 bis zum Erreichen der 2% des BIP.
    Ich kann mich aber nicht erinnern, ob das ein persönlicher Wunsch, eine vage Vermutung oder ein Beschluss der Partei war.

  • Thomas34   |   14. März 2018 - 0:22

    Spätestens nach dem 200 Millionen Euro Vertrag (finde die genaue Summe nicht mehr) mit den Beratungsfirmen war für mich offensichtlich, dass Frau Suder nicht länger bleiben wird.
    Und nach einer privaten Auszeit gibt es bestimmt wieder einen gut bezahlten Direktorenposten oder noch höher.
    So läuft das Geschäft in den oberen Etagen.

  • H.K.L.   |   14. März 2018 - 10:02

    @schleppi
    Vielen Dank für den Hinweis auf die Fake-News der Ministerin „2,4 % des BIP vor 25 Jahren“.
    Dass der heutige beklagenswerte Zustand der Bw seinen Ursprung in 2010 haben soll, kann ich allerdings nicht bestätigen. Bereits im Zuge der Transformation der Bw unter GI Schneiderhan ab 2002 wurde die Fähigkeit zur Landes- und Bündnisfähigkeit bis zur Unkenntlichkeit abgebaut. Und selbst für Stabilisierungseinsätze wurde das Element „Kampf“ vernachlässigt. Dahinter stand die Schneiderhansche Vorstellung, SK würden künftig nur noch zur Stabilisierung auf niedrigem Intensitätsniveau benötigt – eine Vorstellung, die schon kurze Zeit später in Afghanistan ad absurdum geführt wurde, ohne dass daraus irgendwelche erkennbaren Konsequenzen gezogen worden wären.
    Der irrige Ansatz der Transformation – und dann ohne Zweifel auch die von Ihnen angeführte Struktureform ab 2010 mit ähnlicher Zielsetzung – führte m.E. zu den heutigen eklatanten Mängeln in Ausrüstung und Ausbildung der SK.
    Warum sich die Mängel in der Ausrüstung erst in vielen Jahren (bis zu 15 werden genannt) – angeblich unabhängig von den verfügbaren HH-Mitteln – abbauen lassen sollen, erschließt sich mir allerdings auch nicht. Die Mängel in der Ausbildung und in den notwendigen Vorkehrungen zur Landes- und Bündnisverteidigung zu beseitgen, wird allerdings nicht von heute auf morgen möglich sein.

  • Pham Nuwen   |   14. März 2018 - 10:39

    H.K.L. | 14. März 2018 – 10:02

    @schleppi
    Vielen Dank für den Hinweis auf die Fake-News der Ministerin „2,4 % des BIP vor 25 Jahren“.

    Nicht nur das BIP hat sich seither mehr als dezent nach oben verändert … Auch der Personalbestand wurde um mehr als die Hälfte nach unten korrigiert. D.h. spürbar weniger Personalkosten, inkl. weniger Hardware.

    Also mit der finanziellen Argumentation zieht sie nicht gerade ein Ass aus dem Ärmel.

  • Georg   |   14. März 2018 - 10:50

    @ d´r Spieß

    …. oder den Rat meiner Werkstatt beherzigen und mir den Kauf eines neuen oder neueren Autos überlegen.

    @ Schleppi

    Zitat: “ Und wenn die Bundeswehr von 2010 bis 2014 so heruntergewirtschaftet werden konnte, dann kann sie auch bis 2018 wieder saniert werden. Und in einer Wahlkampfveranstaltung der Ministerin, sprach sie von 5 Mrd Euro jährlich zusätzlich im EP 14 bis zum Erreichen der 2% des BIP.
    Ich kann mich aber nicht erinnern, ob das ein persönlicher Wunsch, eine vage Vermutung oder ein Beschluss der Partei war.“

    Das besondere an der 2010/11 Bw-Reform ist eben, das dabei „kein Stein auf dem anderen blieb“, wei TdM verkündet hat. Deshalb kann man eben nicht in 4 Jahren die Bw wieder in den Zustand von 2010 zurückversetzen. Dies hat am wenigsten mit der Abschaffung der Wehrpflicht zu tun, aber sehr viel mit der Zerschlagung von langjährigen Bw-Strukturen. Als Beispiel seien genannt, die Auflösung der Wehrbereichsverwaltungen zugunsten von 3 neuen Org-Bereichen, die Abschaffung und Auflösung von bw-interen Logistik-Einrichtungen und Verfahren, die zum Teil seit 40 Jahren gewachsen waren.

    Hier war einer der Hauptfehler das Outsourcen der 2. logistischen Ebene an die Industrie (als Kompensation für vermindertes Geschäft mit neuen Wehrmaterial).
    Die Industrie betreibt diese Aufgabe anders als bw-eigene Inst-Einrichtungen. Die Bw-eigenen Inst-Einrichtungen wollte einsatzfähige Flugzeuge, Panzer usw produzieren, die Industrie will mit dem Auftrag Geld verdienen. Deshalb arbeiten alle Betreuungsindustrien nach dem Mini-Max-Prinzip, d.h. mit minimalen Aufwand (min. Pensonal) maximalen Gewinn aus dem Inst-Auftrag ziehen. Dies geht regelmäßig über die längeren Instandsetzungszeiten (dauerhafte Auslastung des eingesetzten Personals) bei verringerter Einsatzbereitschaft der Waffensysteme. Hier muss man sich nur den prozentualen Unterschied zwischen Verfügungsbestand und Gesamtbestand (Buchbestand) aller Hauptwaffensysteme der Bw anschauen.
    Rund ein Drittel aller Systeme stehen durchgehend bei der Industrie, damit diese mit den Systemen Geld verdienen kann.

    Selbst die Neuproduktion des A400M folgt aktuell diesem Muster, d.h. durch die Verringerung auf 11 Maschinen in 2019, bzw. auf 8 Maschinen ab 2020 für alle Bestellernationen werden im Augsburger Premium Aerotech Werk von Airbus 500 Stellen in den Jahren 2019 und 2020 abgebaut werden (u.a. auch wegen den verringerten stückzahlen des A380).

    Das Auflösen des WaSysKdoLw, das für alle fliegenden Waffensysteme der Bw das Nutzungsmananagement gemacht hat (und damit rechtzeitig die Bestellung der Ersatzteile für alle Flugzeuge der Bw eingeleitet hat), hat ebenfalls einen entscheidenden Einfluss auf die verringerte Einsatzbereitschaft der flg. WaSys. Die ungeliebte Aufgabe des „Nutzungsmanagements“ für alle WaSys hat das BAAINBw nur zögerlich übernommen (auch weil die Lw das Fachpersonal nur zögerlich von Köln nach Koblenz abgegeben hat).

    Insgesamt ist das BMvg immer mehr dazu übergegangen sogenannte Betreibermodelle zu finanzieren, die letztendlich nichts anders sind als das outsourcen von staatlichen Aufgaben in die Zivilwirtschaft und die der einen Hälfte der Rüstungs- und Verteidigungspolitiker in die Hände spielt, die mit dem EPl 14 nichts anderes als staatliche regionale Wirtschaftsförderung betreiben wollen.

    Summa summarum, was von 2012 bis 2017 heruntergewirtschaftet wurde, kann nicht in 5 Jahren wieder aufgebaut werden, selbst wenn der Verteidigungsetat um 5 Mrd Euro jährlich ( ! ) angehoben werden würde. Abgesehen davon sieht die Koalitionsvereinbarung 1 Mrd Euro auf 4 Jahr vor, was gerade für die Gehaltssteigerung der Bediensteten (250 Mio / Jahr) ausreichen wird.

    Also Investiotionstitel der Bw = ± Null => Frau Suder als rational denkende Managerin geht !

  • Memoria   |   14. März 2018 - 12:25

    All diese personellen Veränderungen sollen offenbar die Ministerin noch eine Weile über Wasser halten.

    Absehbar wird in den nächsten Wochen in einem sehr lange oder nie (?) dagewesene Umfang zu einer gleichen Zeit fast die gesamte Führung im Rüstungsbereich ausgetauscht. Einzige Konstante wäre dann GenLt bzw. Sts Zimmer. Gleichzeitig soll der Rüstungsbereich umfänglich umstrukturiert werden. Dazu mag eine neue personelle Aufstellung durchaus passen.

    Ich kann jedoch (noch) nicht erkennen, dass nunmehr entschlossen die Probleme der Unterfinanzierung in MatInvest und MatErh, die dysfunktionale Aufbau- und Ablauforganisation (bis hin zum Bedarfsträger bzw. Nutzer) angegangen werden.

    Stattdessen verweist die Ministerin fortlaufend auf die notwendige Zeit und notwendiges Geld.

    Die Zeit nutzt sie nicht und Geld hat sie nicht genug (http://augengeradeaus.net/2018/03/ex-cdu-generalsekretaer-tauber-als-neuer-parlamentarischer-staatssekretaer/comment-page-1/#comment-288827).

    Der nächste Anhaltspunkt ist der neue Haushalt – bisher gibt es keine Anzeichen, dass sich dort wirklich etwas verändert.

  • OMLT   |   14. März 2018 - 14:11

    Eine unbedarfte Frage: Wenn ein GenLt zum StS wird, zieht er dann die Uniform aus und wird Beamter oder bleibt er Militär?

  • Memoria   |   14. März 2018 - 14:39

    Bei der ganzen Personal-Rochade bleiben ja die gleichen Probleme – insbesondere die deströse Einsatzbereitschaft.

    Ich hatte vor einiger Zeit mal versucht das Problemfeld zu umreissen:
    http://augengeradeaus.net/2018/02/wie-erwartet-von-der-leyen-soll-verteidigungsministerin-bleiben/#comment-287752

    Ich bin skeptisch, ob die notwendige politische Dynamik nun aufkommt. Zumal der neue Finanzminister wohl weniger Zugeständnisse machen wird als der letzte.

    Im Koalitionsvertrag sind bereits jetzt erhebliche nicht finanzierte Versprechen enthalten:
    https://www.iwd.de/artikel/der-koalitionsvertrag-nachgerechnet-382591/

    Wenig Raum für faktenbasierten Optimismus.

  • H.K.L.   |   14. März 2018 - 15:49

    @OMLT | 14. März 2018 – 14:11

    wird Beamter

  • Koffer   |   14. März 2018 - 15:55

    @BundeswehrBW | 13. März 2018 – 23:28
    „Dann kommen auch noch solche Looser wie Herr Tauber in Verantwortung (Oberleutnant d. R. ——– JAU ——— großartig).“

    1. Ich denke nicht, dass es notwendig ist so unflätig über einen anderen Staatsdiener zu sprechen (auch wenn ich inhaltlich wahrlich mit Tauber NICHT auf einer Linie liege).
    2. Besser OLt d.R. als Polizisten mit Steinen zu bewerfen ;)

    @Georg | 14. März 2018 – 10:50
    TdM hat die große Struktur („kein Stein auf dem anderen“) ja nicht erfunden, weil er es so wollte, sondern weil die Rahmenbedingungen es erzwungen haben (wobei da sicherlich auch das eine oder andere hätte besser gemacht werden können, aber das ist bei einer so großen Reform ja immer so).

    @OMLT | 14. März 2018 – 14:11
    „Eine unbedarfte Frage: Wenn ein GenLt zum StS wird, zieht er dann die Uniform aus und wird Beamter oder bleibt er Militär?“

    Er wird Beamter. Anderes Gesetzt, anderer Status.

  • Koffer   |   14. März 2018 - 15:55

    *Gesetz

  • schleppi   |   14. März 2018 - 17:03

    Na etwas Optimismus kann schon noch bleiben, denn mit Tauber ist der Nachfolger vdL’s wohl schon im Ministerium.
    @ Georg
    Ja, die Transformation hatte die angesprochenen Mängel, aber die Neuausrichtigung hat beeinträchtigte Fähigkeiten zerstört und zwar nicht als notwendige Konsequenz der Transformation, sondern wegen eines merkwürdigen Denkansatzes, der aus meiner Sicht von sachlichen Erwägungen ziemlich weit entfernt war. (um es noch nett zu formulieren.)

    Wir sollten daher darauf achten, dass die richtigen Entscheidungen endlich getroffen werden und nicht durch wen sie getroffen werden.

  • closius   |   14. März 2018 - 17:52

    Wenn laut der Twittermeldung von Herr Thiels der Luftwaffenchef im Mai abgelöst werden soll, dann fragt sich warum 1 Jahr vor der Pension? Gefeuert(auch wenn es dann sicherlich Vorruhestand offiziell heißen wird) weil er mit dem F 35 ein anderes Kampfflugzeug befürwortet als das Ministerium mit dem EF oder wird nur vorzeitig ein Vertrauter der Ministerin mit einer Beförderung belohnt?

  • Memoria   |   14. März 2018 - 17:59

    In einem Tagesbefehl (bisher nur auszugsweise verfügbar) hat die Ministerin offenbar auch bei Truppe für Geduld bis zur Lösung der materiellen Defizite geworben und hat weitere Neuerungen bei Attraktivität, Ausbildung und Digitalisierung angekündigt:
    https://www.bmvg.de/de/aktuelles/amtsuebernahme–ursula-von-der-leyen-erneut-verteidigungsministerin-22910

    In einem Interview mit der ZEIT wird viel über Weltlage und das 2% räsoniert, die wirkliche Lage bleibt mal wieder außen vor:
    [Links zu deutschen Verlagswebseiten, wie bekannt, hier i.d.R. nicht – aber das Interview unter der Überschrift Ursula von der Leyen: „Wir sind umgeben von Autokraten“ ist ja leicht aufzufinden. T.W.]

    Mal sehen was aus alldem wird.

  • Schatzi   |   14. März 2018 - 19:07

    Tagesbefehl zur Amtsübernahme im Intranet-Bw als *.pdf verfügbar – leider nicht hier am heimischen PC…

    [Ich hätte den Tagesbefehl natürlich gerne, bin aber bislang noch nicht rangekommen. T.W.]

  • Simon   |   14. März 2018 - 19:16

    @Memoria
    Danke für den Verweis auf das Interview. Als Historiker ist man doch immer wieder erstaunt über die Aussagen des IBuK, u.a. über die Aufklärung als angeblicher kultureller Wurzel des Westens, wobei sie rund 2000 Jahre vorausgegangene Geschichte seit der griechischen Antike weglässt. Auch ihre Aussage über Nationalismus als mutmaßlichem Gegenteil der Aufklärung ist ebenso interessant wie unzutreffend, da Nationalismus in Europa erst mit der Aufklärung aufkam, während er vorher unbekannt war.
    Man wird sehen, ob diese Bildungsvoraussetzungen ausreichen, um als Oberbefehlshaber der wichtigsten Militärmacht Mitteleuropas die richtigen Entscheidungen in einem schwieriger werdenden geopolitischen Umfeld zu treffen. Unterschätzen sollte man die diesbezüglichen Anforderungen des Amtes nicht, denn um beurteilen zu können, ob es eine gute Idee ist sich militärisch stärker in Staaten wie z.B. Afghanistan zu engagieren, sollte man sich in der Geschichte etwas auskennen.

  • Stefan Hille   |   15. März 2018 - 9:27

    @Simon
    ich muss Ihnen da leider an zwei Punkten widersprechen:
    1. nicht der IBuK muss diese „Fachkenntnisse“ haben – sondern seine Berater; schlimm wird es nur dann, wenn der IBuK oder der/die Minister/in eher beratungsresistent ist …
    Ansonsten sollten eher Dinge/Eigenschaften wie Übersicht, Entscheidungsfreude, „Kaltblütigkeit“, besondere analytische Begabung, „Feuerresistenz“ im Vordergrund stehen – Charakter halt
    2. der Nationalismus in Europa kam mitnichten erst mit der Aufklärung; die Renaissance ist z.B. bezüglich Italiens oder Spaniens, Frankreichs, GB, Dänemark, Schweden … (um nur einige zu nennen) „voll“ von die „eigene Nation“ beschwörenden Fakten …

    MkG