Neue Stryker mit 30mm-Kanone für die U.S. Army: „Unboxing“ in Bayern

Die US-Armee in Europa rüstet ihre Radpanzer vom Typ Stryker auf: Das 2nd Cavalry Regiment erhielt als erste Einheit die neuen Fahrzeuge mit einer 30-Millimeter-Bordkanone. Und vom Unboxing in den Rose Barracks in Vilseck in Bayern veröffentlichte das Pentagon ein Video, ganz im Stil der Auspack-Videos neuer technischer Geräte.

Mehr zu der Aufrüstung der Rad/Schützenpanzer mit der neuen Kanone, die erst 2015 in einem Sofortprogramm angesichts eines gewandelten Verhältnisses zu Russland für die europäischen Einheiten der US-Armee beschlossen wurde, gab es zur Vorstellung der Prototypen im Oktober 2016:

The Army on Thursday took delivery of the first prototype of its new Stryker Infantry Carrier Vehicle upgraded with a more lethal 30mm cannon, ahead of target to begin fielding to the Germany-based 2nd Cavalry Regiment in May 2018. (…)
The 2nd Cavalry Regiment put in an Urgent Operational Needs Statement in April 2015 to fast-track an upgraded version of the eight-wheeled armored fighting vehicle through a ponderous acquisition process. The Army approved upgrades for 81 vehicles in July 2015.
Not long after Russia annexed the Crimea and „little green men,“ a phrase typically used to refer to foreign troops or paramilitary forces who dress in green instead of traditional military gear, began flowing into eastern Ukraine to fight side-by-side with pro-Russian separatists, it became apparent that the Stryker’s .50-caliber machine-gun was outmatched by its Russian counterparts.

 

 

39 Gedanken zu „Neue Stryker mit 30mm-Kanone für die U.S. Army: „Unboxing“ in Bayern

  1. Man darf gespannt sein, ob die Bundeswehr hier beim GTK Boxer eine ähnliche Version beschaffen wird, die Ideen dazu und die Konzepte seitens der Industrie sind ja schon länger vorhanden. Durch den modularen Aufbau und den vorhandenen Turm des SPz Puma würde sich das durchaus anbieten, um hier den mittleren Kräften wesentlich mehr Feuerkraft und auch eine mechanisierte Panzerabwehrkomponente (Stichwort: MELLS) zur Verfügung zu stellen.

    Leider hat man es beim SPz Puma ja aufgrund der unsinnigen Forderung nach Luftverlastbarkeit im A400M verpasst im Kaliber der Maschinenkanone über die 30mm hinauszugehen. Eine weiterentwickelte Version der Rheinmetall Rh 503 welche ursprünglich für den SPz Marder II konzipiert wurde, wäre hier wünschenswert gewesen. Der BMP 3 als Gegenpart auf russischer Seite ist frontal angeblich gegen 30-35mm MK-Munition gepanzert, also müsste man auf größere Distanz auf flankierende Treffer setzen oder einen der PzAbwLFk „verschwenden“, taktisch sind das beides keine besonders reizvollen Optionen.

  2. @Lt d.R. | 18. Januar 2018 – 12:51
    „Man darf gespannt sein, ob die Bundeswehr hier beim GTK Boxer eine ähnliche Version beschaffen wird“

    Ich hoffe nicht! Der GTK ist als reiner TPz konzipiert und gedacht. Die Bewaffnung grundsätzlich also nur zum Selbstschutz und nur im Ausnahmefall für „taktisches“ Feuer gedacht…

    Eine zu starke Bewaffnung wurde hier leicht zu taktisch gefährlichen Ideen führen!

  3. @Lt d.R.

    Das Problem beim BOXER ist, daß er sehr hoch baut. In der aktuellen ES&T kommt ein Artikel zu Rad-KpfFzg i.w.S.

  4. Was für ein kranker Müll. So ein geschmackloses Video kann auch eigentlich nur von den Amis kommen. Unboxing einer neuen Stryker-Version mit dickerer Kanone, unterlegt mit dramatischer Musik… Bei aller Liebe, das ist einfach nur noch grotesk, wie der Krieg hier als großes Abenteuer dargestellt wird. Der wird dann vermutlich schon bald wieder vielen Ländern im Nahen Osten demokratische Strukturen und Freiheit bringen.

  5. Wie ein Antwort-Tweet anmerkt, hat der BMP3-Epocha-Turm eine 57mm-MK. Der normale BMP3 hat eine 100mm Kanone. Dazu kommen noch die Raketen. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit dem Stryker. BTR-82 und Bumerang sollten daher herangezogen werden.

  6. „Eine zu starke Bewaffnung wurde hier leicht zu taktisch gefährlichen Ideen führen!“

    Kann ich mir nicht vorstellen, die Bundeswehr hat doch schlaue Köpfe und stellt doch nur die Besten ein (scnr).

  7. @Koffer.

    Zuerst einmal ist der GTK explizit modular konzipiert und damit nicht explizit als TPz.
    Auch aus der Truppe ist zu hören, dass der Boxer mit Puma Turm kommen wird. Und zwar in den schweren (5.) Kompanien. Ist es so abwegig dort die alten Wiesel mit 20mm RH-202 MK (und vllt. auch die mit TOW Lenkflugkörper) durch jene modernen Fahrzeuge zu ersetzen, welche in den anderen Kompanien des Bataillons als TPz eingesetzt werden? Sicher arbeiten die Jäger primär abgesessen und da hat der Wiesel den Mobilitätsvorteil. Auf der anderen Seite ist ein solcher Boxer ein modernes extrem gepanzertes Fahrzeug mit deutlich gesteigerter Kampfkraft (30mm und vllt. ja auch Mells).

  8. @Wallenstein | 18. Januar 2018 – 14:22
    „Zuerst einmal ist der GTK explizit modular konzipiert und damit nicht explizit als TPz.“

    Das bewerte ich anders. Sehen Sie sich bitte einfach Größe, Höhe und Panzerung an. Das ist taktisch-technisch ein TPz. Wie man das aus Marketing-Gründen verkauft ist mir als Infanterist da ziemlich boogy.

    „Ist es so abwegig dort die alten Wiesel mit 20mm RH-202 MK (und vllt. auch die mit TOW Lenkflugkörper) durch jene modernen Fahrzeuge zu ersetzen“

    Ja, es ist total abwegig.

  9. @T. Melber
    Ein ziemlich guter Artikel (für ESuT) von Rolf Hilmes.Allerdings in der November Ausgabe.
    Wie von @Koffer schon erwähnt ist der Boxer zumindest ursprünglich als Transportfahrzeug ausgelegt. Mit Puma-Turm würde er von 2,38m auf fast 3,40 wachsen.

  10. Zum Boxer in der LIT Auslegung, der dem neuen Stryker nahe kommt:
    Im Dezember 2015 veröffentlichte das litauische Landesschutzministerium Pläne, für ihre Streitkräfte den Boxer zu beschaffen. Im Auswahlverfahren, an dem zwölf Hersteller teilnahmen, konnte sich das Fahrzeug am Ende gegen den Stryker und Piranha V durchsetzen.
    Geplant sind 88 Fahrzeuge, davon 84 in der Version Radschützenpanzer (SPW) sowie vier als FüFu und drei FahrschFz, mit denen die Gesamtzahl auf 91 anwächst. Anders als beim Erprobungsfahrzeug, einem Boxer mit Puma-Turm von KMW, werden Turm und Waffensystem vom israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems zugeliefert.
    Der unbemannte, voll stabilisierte Samson Mk II-Turm verfügt über eine 30-mm-Maschinenkanone Bushmaster II Mk44 und ein Maschinengewehr vom Kaliber 7,62-mm. Als Panzerabwehrlenkwaffe ist die Spike-LR geplant.
    Strategie&Technik: Am 22. August 2016 erfolgte die Beauftragung. Litauen beschafft 88 Radschützenpanzer mit dem Samson MK2-Turm aus dem Hause Rafael. Die Auslieferung sollte in 2017 beginnen, gegenwärtiger Sachstand ist mir nicht bekannt, ggf @PzH2000?

    „… leicht zu taktisch gefährlichen Ideen führen …“ @Koffer hat absolut Recht.
    Erkennen kann das freilich nur derjenige mit Wissen um Unterschiede von PzGren und Inf, nicht vom „Hörensagen“ oder „hab-ich-gelesen“, sondern mit aus eigenem erleben.
    Die KWS des Boxers auf Feuerkraft-Merkmale (bei BMK) eines SPz PUMA angehoben und in der Folge die Verwendung des Wagens als FEUERUNTERSTÜTZUNGswagen, also nicht mehr als Transportfahrzeg der InfGrp, mit sMG/FLW zur Selbstverteidigung, läuft Gefahr zu glauben, Inf mit BOXER und PzGren mit PUMA, sei kein Unterschied.
    Selbst ein BOXER mit ggf besserer Bewaffnung als der PUMA wäre kein SPz; es fehlt die technische Voraussetzung zum Wechsel der Kampfweise, der passive Schutz eins SPz sowie die taktische Beweglichkeit des KPz. Nicht zuletzt besitzt Inf nicht die Ausbildung und damit das Waffenverständnis der Panzergrenadiertruppe.
    Im Gegenteil, im Systemverbund Deutscher Kampftruppe können sich Unausgewogenheiten entwickeln: eine verbesserte Bewaffnung beim BOXER ist geeignet zur Auslösung eines PzGren-Gedankenbildes in der Deutschen Infanterie mit der Folge das Infanteristische hintenan zustellen. Bitte nicht.

    Kurz zum Video des UNBOXING:
    Für U.S–Verhältnisse richtig zahm, mit Truppenmitteln produziert, unterstelle ich.
    Als „product of the army“ wäre ein „roll-out“ erkennbar gewesen, das auf einer Schießbahn endet mit anschließenden kurzen Feuerstößen und akustisch kräftig untermalten Trefferblitzen.

  11. @Koffer

    Ganz nüchtern nach Vorschrift betrachtet ist es falsch dass der Boxer nur zum Selbstschutz schießen soll aber das muss ich hier ja nicht vertiefen kann ja jeder selber nachlesen.

  12. Bemerkenswert, wie schnell das ging. So wie ich das verstanden habe, ist die Erkenntnis, dass die SBCTs ein wenig mehr Feuerkraft gegen „near-peer“-Gegner brauchen, allerdings schon etwas älter und geht bis einige Jahre vor der Ukrainekrise zurück. Wen das interessiert, der Sohn von Gen. Petraeus hat da mal was zu geschrieben, wie die Erfahrungen am NTC mit Strykers gegen einen mechanisierten „near-peer“-Gegner so aussahen. Da schreibt er, dass die bereits 2011 angefangen haben, das mal durchzutesten und entsprechende Einsatzverfahren für die SBCTs auszuprobieren.

    http://www.armyupress.army.mil/Journals/Military-Review/English-Edition-Archives/November-December-2017/Strykers-on-the-Mechanized-Battlefield/

    Es werden wohl auch nicht alle Strykers so aufgerüstet, sondern es kommen nur knapp 80 (von insg. etwa 300) in die Brigade. Ob das am Ende reicht, die vorher durch die Reduzierung der Stryker-MGS (von 27 auf 10) geschwächte Feuerkraft zu kompensieren, wird man sehen müssen. Spannend wird vor allem werden, wie man die neuen Fahrzeuge überhaupt sinnvoll in die bisherigen taktischen Konzepte der SBCTs einbauen kann/will.
    Denn was passiert, wenn man den APC Stryker wie ein IFV Bradely „light“ einsetzt, hat man, wie in dem link beschrieben, im NTC schonmal probiert – und das ist dann ganz gehörig in die Hose gegangen…
    Denn wie @Koffer schon so richtig anmerkte, macht der neue Turm halt keineswegs ein IFV aus dem APC…Also erst mal abwarten, ob sich diese aufgebohrten SBCTs dann in Manövern (in „echt“ finden wir das hoffentlich nie raus…) gegen einen mechanisierten Feind tatsächlich besser schlagen, ob also die 30mm Murmelwerfer am Ende im großen Bild überhaupt einen Unterschied machen.

  13. @Koffer

    was ist „taktisches Feuer“ und was hat das mit einer BMK (egal mit wieviel mm) auf dem BOXER zu tun? Und was für „taktisch gefährliche Ideen“ können da da entstehen?

    Mit scheint hier schon eine gefährlich „bürokratisch-technische Idee“ von Infanterietaktik entstanden zu sein . . .

    Etwas anderes sind Konstruktionsfragen. Aber auch da ware es ein seltsames Verständnis unserer Entwickler in Bw und Rü wenn man derart beschränkte Fahrzeuge erarbeiten würde.

  14. Die Amis können s

    Bw bringt das bei den Boxer nicht hin

    Es soll was geben für die 5 Kp der Jg Btl s aber das war es schon
    es ist auch kein Geld da

  15. @Jan Hoffmann
    „Taktisches Feuer“, ein Versuch.
    Feuer innerhalb und für die taktische Ebene von Landstreitkräften sowie Spezialkräften der Bundeswehr in denen taktische Führer das Kommando haben.
    Da das Heer ja (leider) keine kämpfenden DivTr mehr führt, betrifft das taktische Feuer demnach die Einheit, den Verband und die Brig als kleinsten Großverband.

    Mit Bezug zur Frage 30mm, Für&Wider auf Stryker oder Boxer, kann mit gewisser Auslegung von Feuer im Bereich der Flachfeuerwaffen des Heeres gesprochen werden und von Einh, die dies Gefecht führen.

    @Christian S.
    Der Stryker ist explizit für SBCT in Europa ausgeplant, und damit für das @2dCavalryRegt in Reaktion auf putin’sche Machtgelüste auf der Krim und im Donbas. Herzlichen Dank an das U.S. Heer, sehr schnelle und professionelle Reaktion, well done guys.
    Die Despoten im Nahen (und Mittleren) Osten suchen keine demokratischen Strukturen, allenfalls wie der Teufel das (christliche) Weihwasser. Der Stryker 30 mm wäre dort natürlicherweise ein ausgezeichneter Kontrahent für Daesh und Hezbollah etc, für solche also, für die Freiheit jene der Scharia und des Antizionismus ist.

  16. @KPK zum Boxer für Litauen, laut Verteidigungsministerium 12.2017 beginnt die Auslieferung zu Beginn 2019. Das Gefährt wurde in Litauen auf den Namen „Vilkas“ (Wolf) getauft. Neben den genannten 88 umfasst die Bestellung noch 3 Schulungsfahrzeuge, deren Ausgabe momentan (also 12.2017) stattfindet. Der genannte Preis 385,6 Mio. Euro bezieht sich nur auf die 88. Für das Paket, dass die 3 umfasst wird kein Preis genannt.

    https://kam.lt/lt/naujienos_874/archyvas_930/ziniu_archyvas_2017_metai/ziniu_archyvas_2017-12/krasto_apsaugos_ministras_r._karoblis_mokomuju_pestininku_kovos_masinu_vilkas_projektas_tiesiogiai_prisideda_prie_musu_saugumo_stiprinimo.html?backlink=%252Flt%252Fpaieska%252Fresults%252Fp0.html

  17. Höhe kann auch ein Vorteil sein, wenn man von Tunneln und Parkhäusern absieht. Aber das Hauptproblem ist das Preisschield eines Boxers mit Pumaturm, denn es ist schlicht eine doppelte Goldrandlösung. Litauen weiss schon, warum sie sich beim Turm für einfach und günstig entschieden haben.

  18. @justanick
    Danke, Sie wissen ggf etwas zu evtl. DEU Ausbildungsunterstützung, taktisch und Feuerkampf?

  19. @KPK, soweit ich ersehen kann (nach diesem Beitrag vom 18.12. gab es nichts neues mehr, weder bei den auszurüstenden Einheiten noch dem Ministerium), ist die offizielle Übergabe an LT noch nicht abgeschlossen und die 3 Ausbildungsfahrzeuge (ohne Bewaffnung, nur zur Fahrschule) noch im Zentrallager Kaunas und nicht an die Truppe übergeben. Ausgestattet werden sollen zwei Bataillione damit (Großfürst Algirdas und Großfürstin Birute im Bestand der mech. Brigade „eiserner Wolf“). Daher meine ich, dass es für taktische und Feuerkampfunterstützung noch etwas früh ist. Die 3 Ausbildungsfahrzeuge sind Bestandteil des „Logistikpakets“, das „Reparatur, technische logistische Unterstützung des Herstellers, technische und methodische Dokumentation, Simulations- und Lehrmittel, besondere Ausstattung und Wartungsmittel sowie Munition usw.“ enthält.

  20. Ist das köstlich, da pappt die US-Army auf ihren missratenen 8×8 eine BMK – um in Ernstfall wenigstens etwas „Blei in die Heide“ zu bekommen. Was der militärstrategischen Elite auf AG! dazu einfällt: „Das Dach des Boxers ist aber viel zu hoch!“

    Dogma ist doch was Schönes – deswegen rüsten wir auch stets für den letzten Krieg und sind dann aber jedes Mal wieder überrascht, wenn und uns die Realität mit einem Prügel zwischen die Zähne schlägt. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, dann wird die Ursache nicht in den Abmessungen des Boxers zu finden sein, sondern in der für die Deutschen typischen (reaktionären) Denkweise.

  21. Zur Erinnerung hier nochmal die Diskussion vor längerer Zeit zu 30mm für den GTK Boxer:
    http://augengeradeaus.net/2015/09/eine-neue-eingreifbrigade-fuer-die-bundeswehr/comment-page-1/#comment-209386

    Seitens des Heeres sieht man immernoch einen Bedarf für die Nachfolge des Waffenträger Wiesel in den JgBtl.

    Die ja auch hier erwähnte Befürchtung einer zu starken Vermischung der JgTr mit der PzGrenTr ist natürlich weiterhin ein Thema. Hierbei sollte man sich aus meiner Sicht jedoch von der Perspektive des Einzelfahrzeugs lösen und vermitteln, dass JgTr – sofern möglich – organisches Feuer braucht und PzGrenTr ans wesentliches Merkmal eng mit PzTr zusammenwirken.

    Abseits dieser Fragen sollte jedoch klar sein, dass bei Beibehaltung der Finnazlinie aus der Sondierung für sowas sicherlich kein Geld da sein wird oder es an anderer deutlich dringender Stelle fehlen wird.

  22. @Ottone

    Aus dem RCT-30 kann man das MUSS (System) auch rauslassen, das sollte schon ein bisschen was einsparen. Bei dem Boxer Prototyp mit dem Pumaturm ist das auch so.

    Rheinmetall hat noch den Lance und Lance RC, beide auch für 35mm zu haben und zukünftig wohl auch mit der hauseigenen Wotan 30mm (fremdgetrieben, macht Sinn für RC Türme).

    @all
    Der Boxer mit 30 oder 35mm macht im Auslandseinsatz Sinn, wo man nicht auf feindliche (Schützen)Panzer trifft. Daher auch die Überlegung, wenn ich recht informiert bin.

    Das Argument, man bräuchte das Schutzniveau des Puma im Ausland, läuft ins Leere, lief es schon immer, wenn man zig verschiedene Fahrzeuge einsetzt, deren Schutzniveau immer weiter abnimmt.
    RPGs und IEDs sind billig und können jedes Fahrzeuge treffen, immer, überall, es gibt keine klare Frontlinie. Logischerweise wird man auf schwache Fahrzeuge zielen. Wo Enok, Eagle, Fennek, Dinge, Zetos, Multi und Fuchs Dienst tun, kann der Puma wohl nicht alternativlos sein.

    Problem ist eher das Gewicht, denn Puma und auch Boxer sind ziemlich schwer und dürften viele Brücken in Afrika einfach niederringen. Oft sind Straßen und Brücken eher für LKW der 12 – 20 Tonnen Klasse gebaut. Wir haben immerhin 2 aktive Hardkillsysteme, sowie sehr starke und leichte Panzertechnologie im Land.
    Da kann man auch aus leichten Fahrzeugen einiges rausholen. Den Anspruch der rollenden Festung kann kein Fahrzeug erfüllen.
    Selbst ein Fuchs mit 30mm würde Sinn machen, da man Gegner auf Abstand halten kann.

    Neben Leopard und Puma, an der Front eines synchronen Konfliktes, haben die alle nichts zu suchen.

    Beim Stryker gilt hier die Regel, besser als nix.
    Und man darf eines nicht vergessen, alleine schon um (sinnvoll) AirBurst Munition einsetzen zu können, braucht man ein größeres Kaliber. ABM ist Stand der Technik und diese aufgrund von Kaliberdiskussionen anderen Fahrzeugen vorzuenthalten, halte ich nicht für besonders weise.

  23. Auch beim TPz Fuchs gab es Prototypen mit einer 20mm auf dem Dach. Selbst das APE (Amphibische Pionier Erkundungsfahrzeug), der technische Vorgänger des Fuchs, hatte eine 20mm, kam aber nur bis ins Museum und nie in die Truppe. Mit dem Spähpanzer Luchs gab es nach meiner Kenntnis auch keine „taktisch gefährlichen Ideen“ obwohl er eine 20mm hatte und an und für sich durch die Einrüstung dieser Primärbewaffnung noch höher wurde als er ohnehin schon war. Dies dürfte für ein Fahrzeug zur Aufklärung noch unliebsamer sein, als bei der Masse der übrigen Truppengattungen. Dennoch tat man es. Es lohnt sich also manchmal auch der Blick über jetzige taktische Grundsätze hinaus, da es sich hier keineswegs um fest stehende Naturgesetze handelt.
    Fakt ist auch, dass sowohl die US Army mit dem Stryker und jetzt verfügbaren 30mm Türmen, den Mobile Gun Systems auf der selben Plattform mit einem 105mm Geschütz und auch mit Masse ostwärtige Armeen mit der BTR-Serie über Fahrzeuge und Bewaffnung verfügen, deren Existenzgrundlage hier z.T. sehr dogmatisch abgelehnt wird. Eine Überlegung erscheint es daher allemal wert, ob man sowas nicht möglicherweise auch brauchen könnte.
    Ich stimme zu, dass ein stärker bewaffneter Boxer unmöglich den Wiesel vollumfänglich ersetzen kann, da zu dessen Stärken ganz klar die geringe Größe und die auch daraus resultierende Flinkheit gehören. Jedoch massiv auf Kosten des Schutzes, weshalb dieses Gerät und vor allem seine Feuerkraft z.B. bei ISAF dann nicht verfügbar waren als sie gebraucht wurden. Ob ein SPz dann die einzig logische Folge sein kann, darf bezweifelt werden. War aber aus Gründen der Verfügbarkeit so.

  24. bzgl Auslandseinsätze und Angreifbarkeit hinter den Linien macht das Konzept des JLTV der US Army Sinn…
    sehr gut gegen Beschuss und IED gepanzert, hohe Mobilität, relativ leicht <7t, recht günstig <500.000€ inkl Schutzelementen und diverser Zusatzausstattung, auf Wunsch schwere Bewaffnung 30mm ATK und Schutz per Hardkillsystemen möglich.
    Der Vorteil ist das man aufgrund des geringen logistischen Aufwandes und den geringen Beschaffungskosten eine große Anzahl an geschützten Fahrzeugen beschaffen kann und somit einen guten Grundschutz zur Verfügung stellt. Für Patrouillenaufgaben auch mehr als ausreichend…
    Für den direkten Fronteinsatz machen aber weiter richtige Kampf und Schützenpanzer schon noch Sinn.

  25. @Rheinländer
    Beim Spähpanzer Luchs konnte es keine „taktisch gefährlichen Ideen, da damals Aufklärern, Jägern und Panzergrenadieren der Unterschied zwischen SpPz, GTK und SPz klar vor Augen stand.
    Doch bitte noch mal bei @Koffer und in meinem diesbezüglichen post nachlesen.
    Zu vermeiden gilt schlicht und einfach, BOXER und Inf ungewollt in die Rolle PzGren „abgereichert“ hineinrutschen zu lassen.

  26. Ich glaube die meisten übersehen hier das der Boxer mit 30mm den Wiesel in den schweren Kompanien ersetzen soll und nicht alle Boxer in den anderen Kompanien der Jägerbattaillone.
    Also sollte eigentlich kein reintutschen der Jäger in die PzGren Rolle passieren.

  27. @Klauspeterkaikowsky
    „Zu vermeiden gilt schlicht und einfach, BOXER und Inf ungewollt in die Rolle PzGren „abgereichert“ hineinrutschen zu lassen.“
    richtig… wobei die Jäger mit Boxer IFV für den Auslandseinsatz und Patrouillenaufgaben wohl die bessere Wahl ggü den PzGrenies und Puma sind… hier vermeidet man dann dass die PzGrenies für solche Aufgaben zweckentfremdet werden… nur weil man mal etwas mehr Feuerkraft benötigt…
    außerdem gilt es auch den Kostenfaktor im Auge zu behalten… ein Boxer IFV kostet ca 5 Mio € (noch immer sehr teuer) aber ein PUMA schlägt mit größer 10 Mio € zu buche…
    da gilt es dann wirtschaftlich für bestimmte EInsätze zu denken…
    genauso muss man aber auch darauf schauen dass man die Boxer IFV dann auch nicht für high end Einsätze gegen gepanzerte Fahrzeuge/Verbände zweckentfremdet…

  28. @LWW
    30mm ist nicht gleich 30mm.
    Die 30mm ist nicht dieselbe wie auf dem Puma. Das ist eine 30x113mm.
    Diesselbe welche auch unterm Apache hängt.
    Die kann z.B keine Airburst Munition schießen wie die MK30-2ABM des Pumas.
    Auch ist die nicht vollstabilisiert wie eine MK in einem Turm.

    Weil die schweren Kompanien den 30mm Boxer erhalten sollen macht es eigentlich mehr Sinn einen echten Turm mit 30x173mm Mk 30-2 zu benutzen weil man ja den Wiesel erstetzt der ja nur Feuerunterstützung leisten soll und nicht noch ne ganze Gruppe Jäger transportieren muss.

  29. Im Zusammenhang mit der Einführung des Stryker, damals noch Interim Armored Vehicle, hatte das Center for Army Analysis beim http://www.dupuyinstitute.org/blog/2017/11/01/the-historical-combat-effectiveness-of-lighter-weight-armored-forces/ eine Studie über die
    „Historical Combat Effectiveness of Leighter-Weight Armored Forces“(http://www.dupuyinstitute.org/pdf/mwa-2lightarmor.pdf) in Auftrag gegeben.
    Ich hoffe auch für andere eine durchaus interessante Wochenendlektüre.

  30. @obibiber

    Das JLTV wäre dem Verteidigungsministerium wohl zu leicht gepanzert, zu ausländisch (vonwegen einheimische Wertschöpfung) und die 30mm ist die M230LF. Der Apache hat die originale, kürzere M230.
    Wie W.-Brandt anmerkte, ist die im Kaliber 30 × 113 mm gehalten, ist aber eben nicht die gleiche wie am Apache.
    Es bleibt eine leichte 30mm, mit wenig Durchschlagskraft und Reichweite, im Vergleich zu anderen. ABM Fähigkeit besteht nicht und gerade Airburst Munition wäre interessant.
    Die M230LF wäre auch auf der FLW500 montiert.

    „“The 30mm M230LF is a more capable version of the 30mm cannon featured on the Apache helicopter and is a member of the Chain Gun family of externally powered, combat-reliable conventional automatic weapons.
    The M230LF boasts a DC drive motor with a firing rate of 200 rounds per minute. Other features include an anti-hangfire system, extended length barrel for enhanced muzzle velocity and a delinking feeder that allows the use of linked ammunition.
    The M230LF is ideal for use on ground vehicles and patrol boats.

    Other features and benefits include:
    • Effective, lightweight, and easy to maintain
    • Reliability of 22,000 mean rounds between failure
    • Fires M789 HEDP, M788 TP and NATO standard 30mm ADEN/DEFA ammunition
    • Multi-role, multi-target system capability““

    Orbital ATK

    Die RMK30 von Mauser/Rheinmetall wäre leistungsfähiger gewesen (zumindest als M230, bei M230LF bin ich nicht ganz sicher).

    Angeboten wurde auch noch die LW25 in 25 x 59 mm. Die sieht echt putzig aus, da die Waffe 25mm Granaten verschießt aber alle Waffen dieses Kalibers wurden eingestellt.
    Findet man auch nur noch selten:
    http://www.sadefensejournal.com/wp/?p=260

  31. @SvD
    Ich denke sie verwechseln jetzt die RMK 30 mit der MK 30.
    Die erste ist ein 30x250mm MK mit Hülsenloser Munition die nie eingeführt wurde.
    Die MK 30 ist eine 30x173mm MK die mit ABM in der MK30-2/ABM auf dem Puma und BOXER CRV sitzt.
    Und ich würde allein von den Maßen und wahrscheinlich auch der Rückstoßkraft davon ausgehen das beide Leistungstärker sind als die kurze, leichtere und kleinere M230LF.

    Wenn sie eine 30x173mm MK in einem FLW sehen wollen dann schauen sie sich die tschechischen Pandur II an mit der Mk44 Bushmaster II.

    Da gibt sich von den Ausmaßen der Boxer mit dem Lance Turm und der tschechische Gegenpart nichts

  32. @SvD
    Ganz so selten ist die Verwendung einer 25mm BMK nicht, bis 2006 war sie Hauptwaffe der NLD PzGrenTr (pantserinfanterie) auf dem IFV YPR 765 (auf Basis MTW 113)
    https://www.microsofttranslator.com/bv.aspx?&lo=TP&from=&to=de&a=https%3A%2F%2Fen.wikipedia.org%2Fwiki%2FYPR-765

    Der YPR war in 2004/05 auch in der AFG Provinz Uruzgan, dem damaligen NLD AOR bei ISAF im Einsatz. Die für Afghanistan bestimmten Wagen erhielten eine Zusatzpanzerung.

    Die Oerlikon KBA ist eine 25 mm (25 × 137 mm) Maschinenkanone, ursprünglich von Oerlikon Contraves AG (als Rheinmetall Air Defence AG nach Zusammenschluss mit Rheinmetall im Jahr 2009).
    Die BMK war anfangs in offener Lafette auf YPR 765 und später in Ein-Mann-Turm auf YPR 765 A1 montiert.

    Die ursprünglich 2.079 Wagen wurden weltweit verkauft, vor allem nach Südostasien. Allerdings auch in die Türkei mit anschl. Lizenzproduktion, Ägypten (1.000 Wagen) und auch nach Jordanien.
    Beim gegenwärtigen Einmarsch der TUR Armee nach SYR/Afrin sehen Sie im TV YPR 765/25mm BMK (als TUR IFV) gemeinsam mit ex-M-60 A1 als Sabra Mk. III (oder auch M60T), durch israelische KWS. Die TUR Tr mit YPR 765 und Sabra Mk. III gehören zur 2. Armee, die gegenüber Iran/Syrien stationiert ist.
    Die 25 mm BMK ist also derzeit im Einsatz.

  33. @W.-Brandt

    Nein, ich verwechsle da nichts, die RMK30 war ja für leichte Fahrzeuge gedacht. Ich hab ja geschrieben „wäre leistungsfähiger gewesen“ aber wie bei vielen anderen Projekte auch, wurde da die Axt angesetzt.

    Der Pandur II der tschechischen Armee fährt ja die Samson MKI von Rafael durch die Gegend. Da ist schon langsam fraglich ob das noch als Waffenstation durchgeht (1,6 Tonnen Gefechtsgewicht).
    Die Samson MKII wiegt etwa 100 kg weniger, sieht aus wie ein Türmchen und kann aus dem Kampfraum heraus nachgeladen werden. Demnächst auf den litauischen Boxern zu bewundern.

    Es ging ja eigentlich darum, das man sich nicht am Kaliber aufhängen und von dort aus auf bestimmte Rollen schließen sollte, da ABM nun mal nicht mit 12,7mm funktioniert und die ausgewachsenen 30mm Maschinenkanonen sind etwas schwer für leichtere Fahrzeuge.
    ABM fähige Bewaffnung gehört eigentlich auf viele Fahrzeuge und definitiv auf alle im Auslandseinsatz.
    Dem Boxer ist dieses Gewicht und auch die Rückstoßenergie relativ egal, beim Dingo und bei Fahrzeugen die darunter angesiedelt sind, kann man ‚echte‘ 30mm vergessen.

    @Klaus-Peter Kaikowsky

    Auch Sie sind reingefallen und haben nur 25 mm gelesen und den Link wohl nicht gesichtet. Sie reden von 25 x 137mm, ich schreib von der LW25 in 25 x 59 mm!

    Dieses Granatenkaliber kam auch beim „Scharfschützengewehr“ Barrett XM109 und der Granatmaschinenwaffe XM307 zum Einsatz
    Diese Technologie wäre auch im XM25 in 25×40mm genutzt worden.

  34. die US-Cavalry (hier die 2nd dragoons) entspricht doch sicherlich eher den alten – nicht mehr vorhandenen – „gemischten“ Panzeraufklärungsbataillonen, zumindest was ihre Einsatzdoktrin angeht; Die unbedingte (!) Befähigung zu Aufklärung in der Tiefe des gegnerischen Raumes – auch und gerade durch Kampf – Handstreich u.ä. Dazu ist eine adäquate Bewaffnung unerlässlich. Diesen Weg hat die Bundeswehr vor Jahren verlassen und damit eben auch die Befähigung und die Notwendigkeit einer solchen Ausstattung. Die dragoons mit Panzergrenadieren zu vergleichen, empfinde ich in altem Waffenstolz schon fast als Beleidigung ;-)

  35. @Stefan Hille
    Das 2nd (U.S.) Cavalry Regiment ist ein SBCT = Stryker Brigade Combat Team ~ PzGrenBrig, mit 4 Btl MechInf, 1 ArtBtl, 1 PiBtl und VersBtl.
    Damit ein KAMPFtruppenteil mit 96 hrs notice to move, weltweit.
    Die Bezeichnung Rgt (historisch traditionell bei U.S Cav) täuscht.
    Also eine Kampftruppenbrigade, vom Feinsten, in Bezug auf „Mittlere Kräfte“, die mit Aufklärung nichts am Hut haben.
    Hätten wir im Heer auch WIEDER gern.

  36. @Stefan Hille
    Laufend informiert sein über das 2ndSBCT können Sie hier:
    @2dCavalryRegt
    The official Twitter site for the 2nd Cavalry Regiment. (Following doesn’t = Endorsement)
    Vilseck, Germany
    2cr.army.mil

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