DroneWatch: Hubschrauber-Drohnen für Landeplatz-Erkundung; Marinedrohne vor der Vergabe

Die Pläne zur Beschaffung von Hubschrauber-Drohnen für die Bundeswehr nehmen an Fahrt auf. Die unbemannten Drehflügler sollen unter anderem Landeplätze für Hubschrauber erkunden; bei der Marine soll im ersten Quartal dieses Jahres der Auftrag für die lange geplante Drohne, das so genannte Vordringliche Marine-Unmanned Aerial System (VorMUAS) vergeben werden.

Die Erkundung von Hubschrauber-Landeplätzen hatte die Firma ESG mit einer Helikopterdrohne des Unternehmens UMS Skeldar, einer Tochter unter anderem der schwedischen Firma SAAB, bereits im Oktober vergangenen Jahres erprobt:

Die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH wurde durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr beauftragt, die Machbarkeit einer automatischen Erkundung von Landeplätzen mittels Drohnen zu untersuchen.
Hubschrauber bieten den großen Vorteil, nahezu überall starten und landen zu können. Allerdings muss der Start- und Landeplatz bewertet und genau bekannt sein. Einige Hubschraubereinsätze, beispielsweise im Zusammenhang mit Such-, Rettungs- und Evakuierungsaufgaben führen jedoch regelmäßig in unbekanntes Terrain. Hier ist es notwendig, dass mögliche Landeplätze von der Crew aufwändig aus der Luft gesucht und bewertet werden. Genau hier können Drohnen entscheidende (Zeit-)Vorteile bringen. Mit Hilfe von Drohnen kann die Identifikation geeigneter Hubschrauber-Landeplätze schneller und großflächiger als bisher erfolgen. Außerdem bleibt die Suche nach einem Landeplatz aufgrund der kleineren Größe und geringeren Geräuschemission einer Drohne länger unbemerkt, was gerade in sicherheitskritischen Einsatzszenarien von großer Bedeutung ist. Voraussetzung ist natürlich, dass die Drohne in der Lage ist, mögliche Landeplätze überhaupt zu erkennen.
Hierzu wurden von der ESG die Anforderungen an Landeplätze erfasst, geeignete Sensorik ausgewählt und die notwendigen Algorithmen zur automatischen Erkundung prototypisch entwickelt.
Anfang Oktober wurden die Sensoren und Algorithmen schließlich im Flugversuch mit ihrem Unbemannten Missionsausrüstungsträger „UMAT“ unter realen Einsatzbedingungen erprobt. Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse und aufgezeichneten Daten liefern nun wichtige Grundlagen für die Bewertung der Machbarkeit einer automatischen Landeplatzerkundung.

berichtete ESG; die Meldung von UMS Skeldar dazu hier.

Die Aufklärung von möglichen Landeplätzen für Hubschrauber durch ferngesteuerte unbemannte Luftfahrzeuge erhöht, vor allen in Szenarien niedriger und mittlerer Intensität, die Sicherheit von Passagieren und Besatzungen und trägt dadurch maßgeblich zum Erfolg des Einsatzauftrags bei.

heißt es dazu in einer Übersicht des Verteidigungsministeriums als Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei. Und das Ministerium erklärt auch, warum – zusätzlich zu bereits von der Bundeswehr genutzten Starrflügler-Drohnen – jetzt unbemannte Hubschrauber getestet werden:

Hierbei sind vor allem die Fähigkeit des vertikalen Start- und Landevorgangs und der Schwebeflug über einem Aufklärungsobjekt Faktoren, die sie von den übrigen in der Bundeswehr verwendeten Starrflügler-Drohnen unterscheiden.

Allerdings: Die Aufklärung von Sprengfallen und anderen Kampfmitteln durch ferngesteuerte Luftfahrzeuge, so räumt das Ministerium ein, ist derzeit technologisch noch nicht so weit, dass die Bundeswehr das in ihre Überlegungen aufnimmt.

Weiter gediehen, wenn auch mit jahrelanger Verzögerung, scheint dagegen die Beschaffung einer Helikopter-Drohne für die Marine – ein solches unbemanntes Fluggerät war ja bei den Korvetten (beim 1. Los!) konzeptionell schon als Ausrüstung mit geplant.

Im Juli vergangenen Jahres hatte es eine entsprechende Ausschreibung  für dieses VorMUAS gegeben (mehr dazu, auch zu den jahrelangen Verzögerungen, hier zum Nachlesen), und die Auftragsvergabe ist fest im Blick:

Für das Vorhaben VorMUAS (Vordringliches Marine-Unmanned Aerial System) ist derzeit eine Auftragsvergabe im 1. Quartal 2018 geplant.

heißt es in der Regierungsantwort auf die Kleine Anfrage. Allerdings steht da auch etwas, was den Zeitplan wieder als recht sportlich erscheinen lässt:

Eine Prüfung der Angebote durch BAAINBw hat noch nicht stattgefunden, da diese erst Mitte Januar 2018 erwartet werden.

Immerhin:  Die Beschaffung soll derzeit bis Ende 2018 abgeschlossen werden. Auch das wäre sportlich, andererseits: Es geht da um eine recht sparsame Lösung. Zwei Fluggeräte plus Steuereinheit.

(Foto:UMS Skeldar bei den ESG-Erprobungen – Werksfoto UMS Skeldar)

36 Gedanken zu „DroneWatch: Hubschrauber-Drohnen für Landeplatz-Erkundung; Marinedrohne vor der Vergabe

  1. Gerade die Marinedrohne hätte man vor 5 Jahren schon haben können…
    Jetzt beschafft man für testzwecke eine steuereinheit und 2 Drohnen (Schiebel S100!?)
    Das hätte auch schon lange stattfinden können da die Kosten hierfür dann doch sehr moderat (<10 mio) sind… mindestbedarf sehe ich bei 30 Drohnen und 15 steuereinheiten…
    Also 20 für die 10 Korvetten und der Rest für Training oder bei Bedarf für andere Einheiten (Fregatten und EGV) je nach Einsatz

  2. Die (linke) Ablehnungsfront klingt martialisch:
    MdB Andrej Hunko, was ihm so Sorgen bereitet (bei Tagesschau.de),
    … Einstieg in die Beschaffung autonom handelnder Tötungsmaschinen, zunehmende Robotik, Hubschrauberdrohnen fliegen zudem autonom oder teilautonom
    und … mehr Automatisierung kriegerischer Handlungen …
    Mögliche KÜNFTIGE Vorteile bei Einsätzen in CIED und ABCAbw sowie Counter CBRN wird geflissentlich nicht zur Kenntnis genommen.
    Hoffentlich wird wenigstens die Schonung menschlicher Ressourcen, von Piloten, nicht bei den Sondierungen zerredet.

  3. So ein Blödsinn!
    Für eine Landeplatzerkundung vorab mit einer Drohne zu fliegen, am besten noch „heimlich“ und „unentdeckt“. Wo genau soll der Zeitvorteil sein? Höchstens für den Feind, der dann alle Zeit der Welt hat, erst aufgrund der gesendeten Daten zu wissen dass etwas kommt, dann auch noch zu wissen wohin und wann.

    Ein UAS ist wichtig und kann ein Mehrwert sein für eine Schiff. Aber diese Begründung ist an den Haaren herbei gezogen.
    Das kann doch niemand ernsthaft glauben, der sich auch nur entfernt mit der Thematik beschäftigt.

  4. Ist es denkbar, dass die Erkundung von Landeplätzen ehr ein vordergründiges Argument für die zugrundeliegende Forschung ist? Denn politisch bietet ein solches unbewaffnetes „kartographieren“ ja recht wenig Angriffsfläche. Später einem solchen (oder stealthier ) System dann beizubringen statt Landeflächen bspw jene Stelle zu finden, welche am dringendsten gg Panzer vermint werden muss.

  5. Zum Thema Landeplatz Erkundung, UAV ’s können sehr wohl zur Erkundung/Aufklärung an einer LZ oder HLZ eingesetzt werden.
    Natürlich muss hier das Pattern of Life beachtet werden , aus meiner Erfahrung heraus haben hier UAVs ähnlich Heron oder MQ9 Reaper natürlich ihre Vorteile aufgrund der möglichen Flughöhe. Bei schlecht Wetter/ Bewölkung kann ggf. eine Hubschrauber Drohne effektiver sein da Schwebeflug möglich ist ggf. auch unterhalb der Wolkendecke… immer abhängig vom Auftrag und der Lage am Boden.

    @ TomTom
    Sie werden gar nicht glauben wie viele HLZs im AFG Einsatz durch Drohnen erkundet wurden und die anschließenden Hausbesuche dann mit Erfolg durchgeführt worden sind.

  6. Wenn schon keine Hubschrauber, dann wenigstens Drohnen zur Erkundung von Landeplätzen! Was wollen wir denn mehr?

  7. Die Erkundung von Landeplätzen für Granaten kann dann schnell das nächste (sinnvolle) feature sein.

    Wie auch immer: Gut ist, das nun Marine und Heer endlich entkoppelt scheinen. Die ESG/Skeldar Lösung ist eine Grössenordnung kleiner als der Camcopter, und fürs Wasser brauchts eine maximal grosses Produkt (im Rahmen der Plattform = Korvette).

  8. Moin, jetzt kann ich wieder mal nachvollziehen, warum ich das Fliegerabwehrschießen bei der Inf so schätze.

  9. Den Vorteil der Skeldar Drohne ggü. des s100 camcopters habe ich jetzt noch nicht erkannt…der camcopter kann alles deutlich besser oder genauso gut und ist schon seit 10 Jahren auf dem Markt…als preis für ein System bestehend aus 2 Drohnen + Bodenstation werden 2 mio € aufgerufen… Ausdauer der Drohne ist mit Außentank sogar von guten 6h auf sehr gute 10h ausdehnbar
    Für JFST/Heeresaufkärer/Artillerie usw. wäre das schon viel wert als Ergänzung zu LUNA und co…
    Außerdem meiner Meinung nach für die Landes und Bundespolizei für Fahndungen/Überwachung von Großereignissen oder der Grenzen. Anschaffung sind Betriebskosten liegen um Faktor 10 unter denen eines Helis, außerdem haben die Drohnen eine x-fache Ausdauer über dem Zielgebiet. Bei uns in der Stadt ist in den letzten Wochen häufiger ein normaler polizeiheli für Fahndung nach diversen Personen oder zur Überwachung von Staus oder Unfällen geflogen…was das kostet *kopfschüttel*

  10. 1. Das Einsatzgebiet hat man auf Satellitenbildern inkl topografischer Angaben. Die Erde haben wir sogar schon dreidimensional mit Radar vermessen und man kann ein Gebiet nochmal mit größeren Drohnen abfliegen. Wozu dann vor jeden Einsatz neu auskundschaften?

    2. Es gibt doch schon länger Hybriden, also Starflügler die auch vertikal Starten und Landen können! Schwebeflug ist auch drin. Nur halt nicht von EMT…

    https://latitudeengineering.com/products/hq/

    3. Vonwegen Killerdrohnen…
    Wenn man dieses Argument bei jeder Drohne nutzt, macht sich a) lächerlich und verliert b) den Blick für wirkliche vollautonome Systeme.
    Der Camcopter wurde zwar schon mit der Thales LMM (Lightweight Multirole Missile) vorgestellt aber autonom schießen kann er nicht.
    https://www.wikiwand.com/de/Thales_LMM

    In den USA arbeitet man an autonomen F-16, recycling deluxe quasi:
    https://warisboring.com/u-s-air-force-sends-robotic-f-16s-into-mock-combat/

  11. @Frirz: In landbasierten Operationen, mit einem UAV wie Heron, GlobalHawk etc.: von mir aus.
    Schiffsbasiert? Nein.

  12. Ist eine Hubschrauber-Drohne zur Landezonen-Erkundung sinnvoll? Wenn es einen festen Startplatz gibt, ist die Priorität eine große Reichweite und hohe Geschwindigkeit. Um besonders agil zu reagieren, wäre eine rohrverschießbare Drohne am Heli angebracht, ähnlich der Sea Robin für U-Boote, der CANNON für Schiffe oder der Coyote für Flugzeuge.

  13. Der Umstand der Marinedrohne ist und bleibt eine Never-ending-Story. Wenn man sich die Historie und den Verlauf der Marinedrohne anschaut, so fehlt mir wirklich der Glaube, dass dieses Vorhaben tatsächlich noch kommen wird.
    Geplant als SAATEG/VTOL für die Korvetten erstes Los, gescheitert im Strudel der Eurohawk-Debatte, dann als Sondervorhaben im Jahr 2015 wiederbelebt, gescheitert am Prozess des CPM nov, nun der Versuch als Vordringliches Vorhaben. Eigentlich sollte die Drohne schon 2018 einsatzbereit sein, aber der Prozess (CPM nov) verzögert es wieder. Und vor allem, auch wenn die Marine dieses Drohne mit hoher Priorität fordert, dass BAAINBw hat da ganz andere Vorstellungen in der Umsetzung (AImEG, Aufklärung im maritimen Einsatzgebiet, soll ja ab 2023 auch noch kommen und diese Interimslösung dann ersetzen).
    Zugleich wurden die technischen Forderungen im weiter hochgesetzt, so dass die „handelsüblichen“ Produkte kaum noch in das Raster passen. Mit der nun geforderten Nutzung des F-44 Treibstoffes (heavy-fuel anstatt AVGAS) für die „kleinen“ Flugmotoren haben beide bekannten Hersteller erhebliche technische Schwierigkeiten und erfüllen kaum die geforderten Leistungen. Zugleich ist das deutsche Zulassungswesen immer noch nicht auf den Betrieb von Drohen in Deutschland eingestellt. Die Marinedrohne wird nur die Zulassung nach Kat 1 erhalten und den Betrieb nur auf der hohen See zulassen.
    Auch die Umrüstung der Korvetten ist bisher noch nicht eingeplant und wird noch zu Verzögerungen führen.
    Meine Vermutung: VorMUAS wird zeitlich wieder geschoben und wird dann für die neuen Korvetten des 2. Loses gezogen, und dann kommt auch schon AImEG als Nachfolgelösung

  14. @all
    gibt es denn eigendlich ein „strategiepapier“ in dem steht was das Ding können und machen soll? Und noch wichtiger, wem es was bringt? landeplätze für marine fällt ja aus…..

  15. Ist nicht F-34 „heavy-fuel“?

    @Dante: Über die Jahre war man schrittweise gezwungen die Anforderungen zu reduzieren und dem Machbaren anzupassen

  16. @ottone
    machbar ist alles mögliche. mir erschlißt sich bei diesem projekt schlicht nicht wirklich der sinn und hintergedanke.

  17. „heavy-fuel“s sind Kerosin(e) und seit Jahrzehnten der internationale/militärische Standard bei den Aviation Fuels insbesondere bei seegestützten Fluggeräten – Av(iation) Gas(oline) aka Flugbenzin ist aus sicherheitstechnischen und logistischen Gründen schon lange „out“ selbst bei landgestützten Fluggeräten.
    Insofern ist also die Forderung, dass die Marinedrohne mit F-44 fliegen soll in keinster Weise ein hochsetzen der technischen Forderungen – das Teil ist ja schließlich kein Modellflieger. Die Entwicklung eines Trieberkes lohnt sich natürlich für einen Anbieter nur, wenn dann entsprechende Stückzahlen von der Marine abgenommen werden – und da beißt sich eben die Katze mal wieder in den Schwanz

  18. Interessant im Zusammenhang mit Generalleutnant Frank Leidenberger´s Thesenpapier „Wie kämpfen Landstreitkräfte künftig“ ist die Entwicklung des V-22.Copter einer deutschen Firma, ein VTOL-System, das von Fahrzeugen (Land/Wasser) von kleinen Einsatzeinheiten aus vertikal gestartet werden kann, mit je nach Payload bis zu 130/160 km/h in bis zu 15m über Oberfläche vorauseilt, wegen geringster Signatur kaum erkannt kurz vor dem Zielobjekt nach oben geht, Erkennungsmaßnahmen vornimmt, dann zum aktuellen Standort des Einsatzfahrzeuges zurückkehrt und im Vertikalflug wieder zurückgenommen und verstaut wird.

  19. @Alka:
    Da gibt es noch einen Nebenaspekt. SAATE/VTOL war ja „nur“ als Zwischenlösung geplant. Parallel lief bei einer europäischen Rüstungsagentur schon eine ganze Zeitlang ein Projekt für Heer und Marine, in das u.a. auf Betreiben Deutschlands die ein oder andere damalige SFF hineingepresst wurde. Größer, mehr Zuladung und Reichweite, optionale Bewaffnung. Als es dann langsam interessant wurde, stieg Deutschland aus, weil anscheinend irgendjemand befürchtete, dass das europäische Projekt so schnell beschaffungsreif werden könnte, dass die Beschaffung SAATEG/VTOL gefährdet wäre. Das Ganze passierte so 2011, meine ich. Und gute 7 Jahre später steht die Bw noch immer mit leeren Händen da.

  20. @ Klaubautermann
    Das stimmt sicherlich bei Triebwerken die hoch verdichten und hohe Verbrennungstemperaturen aufweisen. Hier kann man problemlos F-44 oder F-34 verwenden. Die Ablagerungen von Schwefel und Ruß werden durch die hohen Temperaturen verringert (war beim Tornado mit seinen gedrosselten Triebwerken immer ein Problem an den Triebwerksschaufeln).
    Bei den Drohnen ergibt sich eine andere Situation, da sie keine hoch-verbrennenden Triebwerke verfügen, sondern über Motoren. Da stellt sich schon ein anderes Problem mit den Ablagerungen im Kolben/Verdichter dar. Das gilt für alle Hersteller von Drohnen, die bei der Forderung Heavy-Fuel mit großen Problemen zu kämpfen haben.

    Die Mitnahme von leicht-entzündlichen Treibstoffen (Super-Benzin, AVGAS) auf Marineeinheiten ist nicht neu. Sicherlich ist es ein Gefahrpunkt, den man aber Lagerungsbeding lösen kann/könnte. Diese Forderung zum Verzicht kommt aus dem Betriebsschutz und man könnte mit einer Ausnahmegenehmigung die Interimslösung zulassen (VorMUAS ist nur bis 2023 geplant, danach kommt AImEG).
    Bei einem Kraftstoffvorrat von 50 l bei einer Drohne sind die Mengen eher überschaubar und lassen sich nach 21 Tagen Seeausdauer einer Marineeinheit in jedem Hafen problemlos nachversorgen.
    Ich bin gespannt auf das Ende der Angebotsfrist im Januar 2018. Bei den hohen Forderungen des Bundes/BAAINBw ist es auch fraglich, ob überhaupt annehmbare/spezifikationsgerechte Angebote abgegeben werden.

  21. Nachtrag:
    Externe Quellen benennen als Standardmotor für den S-100 den AE-50R von Diamond, während für die „Heavy-Fuel“-Version eine Eigenentwicklung auf Basis eines Zwei-Scheiben-Wankelmotors der Firma Rotron (UK) genannt wird.

  22. @klabautermann
    Exakt! Wenn Herr Schiebel dies lange ignoriert hat ist das erstmal sein Problem. Marketing mit den paar Systemen ist halt zielführender oder so…SCNR
    @Alka
    Erklären Sie mir mal bitte kurz den Punkt zu F44 anhand dieses Blattes
    https://www.fmv.se/FTP/M7789-000193/datablad/M0754-380000_F-44_Shell.pdf
    Für den Skeldar gibt es an vielen Stellen viele Verweise in dem die Verwendung von Heavy-Fuel ganz klar genannt wird, da eine Heavy Fuel Engine verbaut ist? Ich zitiere: Jet A1, JP-5, JP-8. Angefangen auf der zitierten Website UMS Skeldar, Datenblatt.

  23. @NMWC und Langnase
    Nun ich würde als Firma auch nichts anderes auf die Homepage schreiben. Da wird gern das technische Problem schöngeredet.

    Sicherlich, der Motor verträgt F-44, aber die Frage ist dann, wie lange kann er mit dem hohen Schwefelanteil im Kerosin und Verrußung durchhalten und wie groß ist dann noch seine Reichweite bzw. Ausdauer. Zugleich erhöht sich signifkant die technische Ausfallrate des Motors und damit der Verlust der Drohne.

  24. @ Alka | 08. Januar 2018 – 2
    „Die Mitnahme von leicht-entzündlichen Treibstoffen (Super-Benzin, AVGAS) auf Marineeinheiten ist nicht neu. Sicherlich ist es ein Gefahrpunkt, den man aber Lagerungsbeding lösen kann/könnte. Diese Forderung zum Verzicht kommt aus dem Betriebsschutz und man könnte mit einer Ausnahmegenehmigung die Interimslösung zulassen (VorMUAS ist nur bis 2023 geplant, danach kommt AImEG).
    Bei einem Kraftstoffvorrat von 50 l bei einer Drohne sind die Mengen eher überschaubar und lassen sich nach 21 Tagen Seeausdauer einer Marineeinheit in jedem Hafen problemlos nachversorgen.“

    Absolut korrekt, die Fzg der MinenFltl hatten jahrzehntelang, im ‚Kalten Krieg‘ den Brennstoff fuer die AB Motoren in Kanistern auf Slipeinrichtungen um im Gefechtsfall das Benzin AB slippen zu koennen. Es gab keine Probleme damit.

  25. Leichtes OT weil ein Steckenpferd des Hausherren Drohnen aller Art sind:

    https://sun1-1.userapi.com/c824504/v824504297/803a8/F9a0GQoxipQ.jpg

    Die Russischen Stützpunkte in Hmeinin und Tartus in Syrien wurden vor einigen Tagen mit Drohnen angegriffen, die jede ein knappes Dutzend Mörsergranaten als Kampfladung trugen. 7 wurden von den Pantzir-Flugabwehrsystemen abgeschossen, 3 durch elektronische Störmaßnahmen zum Absturz gebracht. Das Bild zeigt die gesammelten Überreste. 3 davon sind noch in recht gutem Zustand. Es soll wohl aus denen das GPS ausgelesen worden sein, woraus sich ein Startplatz in über 50 km Entfernung von Hmeinin (von Tartus ist es noch etwas weiter weg) ergab. Militärisch eine respektable Leistung für eine nicht-staatliche Miliztruppe. Gewissermaßen sehen wir hier „die Luftwaffe des kleinen Mannes“.

    Über die Implikationen daraus für den Einsatz der Bundeswehr zur Landes- oder Bündnisverteidigung im Allgemeinen und für die Auslandseinsätze bzw. Stationierungen wie in Jordanien oder Mali im speziellen kann sich wohl jeder seine eigenen Gedanken machen. Außer Mantis – so es denn auch mit Effektor stationiert ist – hat die Truppe wohl nur noch zusammengefaßtes Feuer aus Infanteriewaffen als Verteidigungsmöglichkeit.

  26. Fraglich wie viel da noch entwickelt werden muss, das Programm geht auf die späten 90er frühen 2000er zurück.
    Stichwort Orka-1200. Die Basis mit einem Guimbal Cabri G2 ist natürlich schon was anderes als ein Camcopter, zwar noch kleiner als ein Northrop Grumman MQ-8A/B aber immerhin.

  27. @Mitleser: Noch interessanter ist aber der Spiegelbericht von heute, wonach spekuliert wird, daß der erste erfolgreiche Angriff auf die russischen Stützpunkte vom 31. Dezember, wo 7 Kampfflugzeuge angeblich zerstört worden sein sollen, und es jedenfalls offiziell 2 Tote gab, gar kein Mörserangriff gewesen sein soll, sondern ein erster erfolgreicher Drohnenangriff.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/syrien-raetselhafte-drohnenangriffe-auf-russische-armeestuetzpunkte-a-1187527.html

    Dann hätten auch die Russen erst den zweiten Drohnenangriff abwehren können.

    Alle Bundeswehrlager im Ausland wären gegen einen solchen Angriff hilflos, weil mit Mantis und leichtem Flugabwehrsystem auf Wiesel zwar zwei Systeme vorhanden wären, die vermutlich solche Angriffe abwehren könnten, aber keines dieser Systeme ist (mit Feuereinheit) im Einsatz zum Lagerschutz.

  28. @K.B. | 13. Januar 2018 – 23:16

    Dann wird dieses Bild wohl inzwischen offline sein. Der Spiegelartikel hat auch Bilder von den abgeschossenen Drohnen.

    @closius | 13. Januar 2018 – 19:16

    „spekuliert“ ist das richtige Wort.
    Mehr ist das nicht. Die Ereignisse und das vorhandene Bildmaterial wurde international in diversen Medien ausgiebig diskutiert. Es gibt schlicht keinerlei Beleg für einen erfolgreichen oder noch einen anderen Drohnenangriff und auch keine 7 zerstörten Flugzeuge. Das einzige belegt beschädigte Flugzeug zeigte einen Flak-Treffer. (der auch russischerseits vermeldet wurde, ebenso wie ein Hubschrauberverlust im EInsatz). Der zeitlich unabhängige Mörserangriff und die Abwehr des Drohenangriffes werden allgemein als plausibel angesehen.
    Die Zeitung „Kommersant“, von der die Meldung über 7 zerstörte Flugzeuge stammt, fällt gelegentlich mit Zeitungsenten auf. Vor ein paar Wochen erst haben sie vorab den Inhalt des anstehenden russischen Verteidigungsbeschaffungsplanes veröffentlicht – der Inhalt war frei erfunden…

  29. Im Vergleich zum Camcopter ist Airbus VSR700 eine andere Liga: Nutzlast 50kg vs. 250kg (sinnvolle Nutzlasten liegen etwa bei der Hälfte). Aber genau lesen hilft, Airbus und Naval Group sollen zunächst Technolgien für einen RUAV Demonstrator entwickeln, noch nicht das Produkt selbst (SDAM).

    Zum Drohnenangriff in Syrien: Auch bellingcat hat sich diesem Thema gewidmet und das Fotomaterial einer Plausibilitätsanalyse unterzogen.

    @closius: Man könnte ja zumindest die Beton Fundament für die Mantis Kanone vorbereiten und so der Verzögerungen damals in Afghanistan vorbeugen – es würde mich nicht wundern wenn das bereits geschehen ist.

  30. Gestern vergessen:

    Leonardo to head EU research program on unmanned naval systems
    https://www.defensenews.com/industry/2018/01/12/leonardo-to-head-eu-research-program-on-unmanned-naval-systems/

    —-

    Es scheint ein wenig Verwunderung über den Drohnenangriff auf die russische Militärbasis zu herrschen, dabei gab es schon vor über einem Jahr Videos, die den Abwurf solcher kleinen Granaten von Quadcoptern zeigten. Auch Starflügler mit Kleinbomben konnte man schon ‚bewundern‘.Ein Zusammenschnitt davon kam vor einem Jahr aus Russland.
    Die meisten Videos dazu wurden gelöscht, in Russland sieht man das nicht so eng, hier der ganze Zusammenschnitt:
    https://ok.ru/video/243535516051

    Die US Army will nicht nur die SHORAD Lücke schließen, sondern hat auch nach Drohnenabwehr verlangt. Der Bradleyprototyp sieht dementsprechend ‚anders‘ aus:
    https://www.armyrecognition.com/ausa_2017_show_daily_news_tv_coverage_report/bae_systems_presents_bradley_m-shorad_air_defense_ausa_2017.html

    Die Laser, an denen Rheinmetall arbeitet, sind prädestiniert für die stationäre Drohnenabwehr.

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