Mehr Geld für die Truppe: Mit unnötigem Streit ins neue Jahr

Deutschland hat vorerst und bis auf Weiteres nur eine geschäftsführende Regierung und keine handlungsfähige Regierungskoalition. Das ist auch aus verteidigungspolitischer Sicht zwar nicht besonders gut, aber wäre auch nicht direkt schlimm, wenn sich nicht unnötiger neuer Streit unter den absehbaren Koalitionspartnern abzeichnen würde. Kurz vor Jahresende wurde bekannt, dass die CSU auch in diesem Bereich auf Konfliktkurs zum möglichen Partner SPD geht: Die bayerische Partei, so berichtet die Süddeutsche Zeitung am (heutigen) Freitag, wolle in einem Positionspapier die Orientierung am NATO-Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für den Verteidigungshaushalt festschreiben.

Nun ist natürlich klar, dass das die Sozialdemokraten auf die sprichwörtliche Palme bringen dürfte. Denn auch wenn der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf gleich zwei NATO-Gipfeln dieses Zwei-Prozent-Ziel mitgetragen hat: Für die SPD-Spitze war im Wahlkampf vor der Bundestagswahl im September und ist auch jetzt dieses Ziel bestenfalls eine grobe Orientierungsmarke, schlimmstenfalls ein Irrweg.

Dabei, das muss man so hart sagen, ist diese Debatte derzeit für die tatsächliche Sicherheits- und Verteidigungspolitik wie auch für das nächste und vermutlich sogar das übernächste Verteidigungsbudget maximal irrelevant. Denn weder die CSU noch die SPD gehen davon aus, dass sich diese Summe – irgendwo zwischen 60 und 70 Milliarden Euro pro Jahr – so schnell im Haushalt festschreiben lässt.

Was die CSU über ihre Provokation hinaus tatsächlich will, hat die Süddeutsche Zeitung* ebenfalls aus dem Positionspapier beschrieben:

In einer Beschlussvorlage, die die CSU-Bundestagsabgeordneten Anfang Januar auf ihrer Winterklausur in Kloster Seeon verabschieden wollen, heißt es, für „ein sicheres Deutschland, das seiner europäischen und internationalen Verantwortung gerecht wird“, sei „eine schlagkräftige, moderne Bundeswehr“ nötig. Die „bestmögliche Ausrüstung, Ausbildung und Betreuung der Soldatinnen und Soldaten“ wie auch die Modernisierung der Bundeswehr kosteten Geld. Investitionen seien unter anderem „in den Bereichen Digitalisierung, Verlege- und Transportfähigkeit, unbemannte Aufklärung und bewaffnungsfähige Drohnen sowie mobile taktische Kommunikation notwendig“.

Das wäre eine Formulierung, die sogar von den Sozialdemokraten kommen könnte – denn es ist ja keineswegs so, als ob die SPD mehr Investitionen in die Verteidigung rundweg ablehnen würde. Aber genau so provokant wie die CSU für ihre Wähler die zwei Prozent zu benötigen scheint, genau so entschieden braucht die SPD die Ablehnung eben dieser zwei Prozent für ihre Wähler.

Mit anderen Worten: Das bedeutet unnötigen Streit noch vor Beginn von Koalitionsverhandlungen. Und für die Bundeswehr und die Verteidigungsausgaben hat es keinerlei praktische Bedeutung. Denn auch wenn die Truppe mehr Geld braucht (wie viel tatsächlich, das könnte noch ein ein Debattenpunkt werden). Es reicht ja nicht, einen Scheck rüber zu reichen: Das ganze schöne Geld muss auch sinnvoll verwendet werden – und das ist ganz offensichtlich nicht nur eine Frage der Summe, sondern auch eine Frage der Prozesse und der Leute, die nötige Ausgaben auch sinnvoll einsetzen und steuern können.

Und ich habe ernsthafte Zweifel, ob die Probleme der Bundeswehr allein am Geld liegen. Vielleicht hätten wir ein wenig mehr Klarheit, wenn die geschäftsführende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen den einen oder anderen Bericht freigeben würde, der jetzt eigentlich zur Veröffentlichung ansteht. Der jährliche Bericht zur Materiallage bei den Großsystemen wird erst mal nicht ans Parlament weitergeleitet; der aktuelle Rüstungsbericht ist lachhaft: In beiden Fällen argumentiert das Ministerium damit, dass es ja weder eine handlungsfähige Koalitionsmehrheit noch funktionierende Bundestagsausschüsse gebe, für die diese Berichte bestimmt seien.

Formal ist das zwar richtig, klingt aber sehr danach, als sollten vor Koalitionsgesprächen allzu schlechte Nachrichten vermieden werden. Zumindest öffentlich.

Aber das ist ja keine Haltung alleine des BMVg. Auch das Deutsche Heer hält nicht so viel von schlechten Nachrichten, wenn sie den eigenen Laden betreffen. Beispiel gefällig? Am 18. Dezember veröffentlichte das Heer eine durchaus positive Geschichte** über die Vorbereitung auf die NATO-Speerspitze, die Very High Readiness Joint Task Force (VJTF):

Unaufhaltsam haben sich die Leoparden des Panzerlehrbataillons 93 ihren Weg durch die Letzlinger Heide gebahnt. Sie bilden den Kern der Speerspitze der NATO, den Gefechtsverband 2019, die Very High Readiness Joint Task Force (Land) – VJTF (L). Erneut wurden die Männer und Frauen der Panzerlehrbrigade 9 im Gefechtsübungszentrum des Heeres (GÜZ) ausgebildet und so auf diesen Auftrag vorbereitet.

Der Schönheitsfehler: Gar so unaufhaltsam bahnten sich die Leoparden keineswegs den Weg, wie der Spiegel – undementiert – von dieser Übung berichtete:

Die Panzerlehrbrigade 9 aus Munster, die für die Führung vorgesehen ist, ließ in den vergangenen zwei Wochen rund tausend Soldaten im Gefechtsübungszentrum Altmark bei Magdeburg üben. Dabei konnten statt der geplanten 30 Kampfpanzer „Leopard 2“ nur 25 eingesetzt werden, von denen im Schnitt jeden Tag 8 ihren Geist aufgaben. Von 20 Schützenpanzern „Marder“ funktionierten nur 14. Auf eine Zertifizierung der Einheit hatte man wegen akuten Materialmangels vorsorglich verzichtet.

Die Probleme im GÜZ mögen mit Problemen bei Ersatzteilen und überaltertem Gerät, also letztendlich mit Geldmangel, zu tun haben – die Außendarstellung nicht.

Am Geld allein scheitern auch nicht die Projekte, auf die die Bundeswehr wartet. Augenfälligstes Beispiel dafür ist die geplante Beschaffung von Drohnen, die auch bewaffnet werden können: Die war vor der Sommerpause in letzter Minute am damaligen Große-Koalition-Partner SPD gescheitert. Und die dürfte auch bei den Gesprächen über eine Neuauflage eines Regierungsbündnisses von CDU, CSU und SPD wieder zum Problem werden.

Ähnliches gilt für die Mandatsverlängerungen, die nach der Kurzzeit-Neuauflage für drei Monate spätestens im Februar erneut zur Abstimmung anstehen. Die geschäftsführende Verteidigungsministerin hat die Debatte über eine Truppenaufstockung in Afghanistan erneut angestoßen – und die Begeisterung der Sozialdemokraten war überschaubar. Auch hier geht es nicht ums Geld.

Unterm Strich: Wenn alle die Parteien, die Anfang des Jahres ihre ersten vorsichtigen Gespräche über eine Regierungsbildung beginnen wollen, grundsätzlich nötige Aufstockungen des Verteidigungshaushalts nicht rundweg ablehnen, ist es nicht in erster Linie eine finanzielle Frage. Dann sollten vielleicht auch alle nicht so tun und sich mehr an den politischen Inhalten der künftigen Verteidigungspolitik orientieren. Die sind schon schwierig genug.

*Webseiten deutscher Verlage werden hier i.d.R. nicht verlinkt; in diesem Fall scheint mir erneut eine Ausnahme gerechtfertigt

**Da die dauerhafte Speicherung der Inhalte auf Bundeswehr-Webseiten angesichts einer absehbaren Umstellung nicht gewährleistet ist, hier der Text als pdf-Datei:
20171218_VJTF_GUeZ

(Archivbild Oktober 2017: Soldaten des Jägerbataillons 91 sichern die Ortschaft Heidedorf und Panzergrenadiere mit Schützenpanzer Marder werden nachgeführt bei der Station „Gefechtsschießen Operation verbundener Kräfte“ bei der Informationslehrübung Landoperationen 2017 – Bundeswehr/Marco Dorow)

An der Heimatfront · 13:40h ·  

87 Kommentare zu „Mehr Geld für die Truppe: Mit unnötigem Streit ins neue Jahr“

  • Alex   |   30. Dezember 2017 - 22:03

    „Ich sehe keine Problem darin 1,7 – 2,3 % BIP für DEU sachlich zu begründen.“
    Die Schuldenbremse käme mir in den Sinn. 2,3% sind knapp 29,5 Mrd. € zusätzlich. Die Bundesschuldabtragung beträgt fast 20 Mrd.

    Allerdings bin ich mit den Ausgaben nicht einverstanden: https://www.bundeshaushalt-info.de/#/2017/soll/ausgaben/einzelplan.html
    Entwicklungshilfe ist gut, allerdings sollte man dies bei Diktaturen/Unrechtsstaaten und solchen, die unverhältnismäßig viel für Rüstung ausgeben (z.B. Ägypten oder Indien mit Hubschrauber- und Flugzeugträgern), auf Demokratieförderung belassen.

    Ich bin irritiert, dass man beim Thema Innere Sicherheit argumentiert, dass man aufgrund von Souveränitätsgründen dies allein meistern müsse, beim Thema Verteidigung allerdings auf europäische Zusammenarbeit setzt.

  • Micha   |   30. Dezember 2017 - 22:58

    Ich halte die Forderung nach mehr Geld grundsätzlich für gerechtfertigt.

    Der Hinweis auf ein NATO-Budget in Höhe von 1Bio€ mag ebenfalls gerechtfertigt sein, verfehlt aber den Blick auf Zentraleuropa, wo die „traditionelle“ Nachkriegs-Friedensarchitektur gerade massiv in Frage gestellt wird.

    Es wäre mit einem höheren Budget möglich, die Leute zu rekrutieren und zu locken, die nötig sind, um die entsprechenden Waffensysteme zu besetzen. Diese Systeme könnten in höherer Stückzahl beschafft werden und man hätte eben nicht mehr nur Soft-Power sondern auch ein bisschen was Echtes in petto.

    Das die CSU auch um Sorge um die eigene Industrie zu solchen SOP greift – geschenkt.
    Ich mache mir massive Sorgen um den Bereitschaftsgrad der BW.

  • Koffer   |   31. Dezember 2017 - 11:13

    @Pete | 30. Dezember 2017 – 20:52
    „Na dann fangen Sie bitte mal damit an. Aber bitte auch an einer realen und tatsächlichen Bedrohungsanalyse orientiert und nicht nur in wolkigen Floskeln.“

    Ich nenne Ihnen jetzt mal nur auf das Heer bezogen entsprechende Ansätze und ich bin mir SICHER Lw und Marine kann hier mitziehen (auch und vor allem weil Lw und M ja im Regelfall teure Rüstungsgüter benötigen).

    Vollausstattung der zwei mechanisierten Div und der einen Inf/LLDiv des Heeres mit modernem Großgerät. Hierbei gleichzeitig Schaffung ausreichender DivTr und Einnahme einer klassischen vier-KpfTrBtl Brigadestruktur.

    Diese (taktisch offensichtliche Forderung) benötigt alleine bei der PzTr und der Art einen massiven und sehr teueren Aufwuchs.

    Dabei auch Wiederaufstellung der Fla und HeeresFmTr (bis Div Ebene, danach CIR).

    Stärkung der Heeresfliegerverbände so dass drei KpfH Regimenter auf die Div aufgeteilt werden können (zweimal panzerabwehrstark für die mechDiv (also DEU Tiger) und einmal klassischer KpfH (also US Produkt oder FRA Tiger)) –> führt zu 200% mehr KpfH UND drei lTrspHRgt (so dass jede Div ein Regiment NH90 bekommt) –> führt zu 50% mehr NH90.

    Zusätzlich deutliche Verstärkung des LUH Ansatzes (ein Rgt für die Inf/LLDiv). Dabei gleichzeitig Aufstockung der Lw Beschaffung an MTH/STH von 40-60 auf 120, so dass jeweils ein Rgt pro Div unterstützen kann.

    Außerdem (und das ist noch teuer) kompletter Ersatz der TPz durch GTK (gilt natürlich auch umfänglich für SKB und CIR Verbände) und nicht nur anteilig und zögerlich. Gleiches gilt für die Ustg Fhz des Heere (und anteilig für SKB und CIR, soweit frontnah), diese müssen dringend auf geschützte Fhz umgestellt werden, aber derzeit sind es glaube ich nur 5%-10% und geplant (aus Kostengründen) sind derzeit nicht viel mehr als 30% :(

    Und dann schauen wir uns mal die Umrüstung der kompletten taktischen FmAusrüstung von Heer/SKB/CIR an. Das hört sich zwar nach wenig an, aber es ist tatsächlich eines der größten und teuersten Rüstungsprojekte aller Zeiten :(

    Etc. etc. etc. Wie gesagt, das waren jetzt nur ein paar Beispiele und nur für das Heer.

    Und wenn Sie jetzt (berechtigt!) sagen würden, iO akzeptiere ich, aber damit sind die notwendigen Mittel ja 2027 ausgeschöpft und dann kann man wieder auf 1,2% runter gehen, dann muss ich Ihnen antworten FALSCH, denn 2027 muss dann NATÜRLICH der neue Ausrüstungszyklus beginnen, der dann wiederum 10-15 Jahre dauert um alles zu modernisieren und dann wiederum in einen erneuten übergeht…

    Glauben Sie mir einfach wir benötigen MASSIV mehr Geld um uns eine moderne und effektive Armee von 200.000 Soldaten leisten zu können.

    Und hier habe ich noch nicht BauInvest/Infra und Investition in den Menschen (beides auch sehr teuer) aufgezählt.

    Ob das nun dauerhaft 2,0% sein müssen oder in Spitzen mal 2,3 und dann aber im nur Regelfall 1,7 das ist mir ehrlich gesagt vollkommen Hupe. Für mich ist nicht die Zahl 2,0% relevant, sondern die SIGNIFIKANTE Aufstockung.

    @Klauspeterkaikowsky | 30. Dezember 2017 – 21:06
    „Also, für 2018, 2% kommt, irgendwie.“

    Da muss ich Ihnen widersprechen. In 2018 brauchen wir wirklich noch keine 2%, die Rüstungsprojekte und Infraprojekte und Investitionen in den Menschen müssen ja vernünftig vorbereitet werden! Wir haben eine kontinuierliche Steigerung bis 2024 in Richtung 2% zugesagt und genau das sollten wir machen. Jedes Jahr 0,05-0,15% mehr. Immer soviel, dass wir es auch zielführend abfließen lassen können und dann stehen wir (wie zugesagt 2024) irgendwo zwischen 1,7 und 2% und das ist dann auch gut so.

    @DeltaR95 | 30. Dezember 2017 – 21:08
    „Ich stelle mal eine ehrlich gemeinte Frage… was hat die ANZAHL der 25 Mio Euro Vorlagen mit der QUALITÄT in der Bearbeitung von Rüstungsprojekten zu tun? “

    Damit haben Sie natürlich grundsätzlich Recht, aber die in 2017 verabschiedeten und für 2018 angekündigten 25 Mio Vorlagen sind doch (überwiegend) genau das, was wir seit JAHREN fordern. Also war wirklich zufrieden und sah den Schritt in die richtige Richtung. Ich habe da keine Verschwendung und keinen Pfusch erkannt.

    Gut zugegeben ich bin auch kein Rüster und kenne die Details nicht, aber das einzige was ich als interessierter KpfTrStOffz kritisiere sind die (regelmäßig) zu geringen Beschaffungsmengen des Großgeräts, bei denen ja fast bei allen absehbar ist, dass wir jeweils mehr benötigen, aber wenn das vernünftig in Beschaffungstranchen über die nächsten Jahre aufgeteilt werden sollte wäre ja auch das iO

    @Alex | 30. Dezember 2017 – 22:03
    „Die Schuldenbremse käme mir in den Sinn. 2,3% sind knapp 29,5 Mrd. € zusätzlich. Die Bundesschuldabtragung beträgt fast 20 Mrd.“

    Naja, ich bin ja auch nicht dauerhaft für 2,3% sondern für im Schnitt irgendetwas zwischen 1,7 und 2%, aber das kann eben dazu führen, dass in bestimmten Jahren Großprojekte dann den EP14 auf der 2% pushen, in den Folgejahren fährt man dann halt im Gegenzug wieder auf 1,7% runter.

    Die ganze 2% SCHWARZ oder WEISS Diskussion ist doch bogus :( Es geht doch nicht um die Zahl ansich, sondern um das Eingeständnis, dass man für eine 200.000 Mann Armee halt VIEL Geld ausgegeben muss und zwar STÄNDIG, weil eine solche Armee sonst bereits nach 10 Jahren veraltet ist…

  • Ulenspiegel   |   31. Dezember 2017 - 12:55

    Koffer schrieb „Vollausstattung der zwei mechanisierten Div und der einen Inf/LLDiv des Heeres mit modernem Großgerät. Hierbei gleichzeitig Schaffung ausreichender DivTr und Einnahme einer klassischen vier-KpfTrBtl Brigadestruktur.

    Diese (taktisch offensichtliche Forderung) benötigt alleine bei der PzTr und der Art einen massiven und sehr teueren Aufwuchs.

    Dabei auch Wiederaufstellung der Fla und HeeresFmTr (bis Div Ebene, danach CIR).“

    100 Leos, 200 Puma, 50 PzH wären 2,5 Milliarden pro Jahr, wenn man auf 10 Jahre denkt, kann man eine zweite Garnitur einlagern oder an Nachbarn verschenken. Mit dem Heer, selbst unter Berücksichtigung von Flugabwehr, einen massiven Mehrbedarf, der ca. 25 Milliraden pro Jahr generiert, zu erwarten, finde ich höchst unrealistisch.

    „Es geht doch nicht um die Zahl ansich, sondern um das Eingeständnis, dass man für eine 200.000 Mann Armee halt VIEL Geld ausgegeben muss und zwar STÄNDIG, weil eine solche Armee sonst bereits nach 10 Jahren veraltet ist…“

    Hier wird schon einen Annahme gemacht, nämlich dass wir 200000 Mann brauchen, und nicht diskutiert, mit wieviel Mann ein Fähigkeitserhalt möglich ist. Die Reichswehr konnte das z.B. mit 120000 Mann.

    Wie groß muss eine Friedensarmee sein, die eine strategische Überraschung unwahrscheinlich macht und sich gut vergrößern lässt?

    Nochmal: Eine polnische Brigade, die von uns Deutschen mit modernen Waffen ausgestattet wird, kostet uns Peanuts. Warum über mehr deutsche Soldaten fantasieren, wenn vorhandenen mit wenig Geld deutlich aufgewertet werden können? Das ganze mit sinnvollen Stückzahlen bei der Hardware.

  • Wa-Ge   |   31. Dezember 2017 - 14:07

    @Ulenspiegel

    Sie wissen schon dass sie für diese 2,5 Mrd nur nacktes Gerät bekommen. Dieses auch mit modernen Führungsmitteln, einem geeigneten Instandsetzungspaket und modernem Munitionspaket für Übung und Einsatz auszustatten kostet das zigfache davon.

    Wenn Sie es mir nicht glauben, dann schauen Sie mal was da ein paar SVFuA und Mells im letzten Jahr gekostet haben. Und dann bedenken Sie dass alleine das Heer tausende Funkgeräte braucht und nicht nur 50. Auch wenn Nummer 51 und 1578 des Funkgerätes deutlich günstiger sein werden sind es immer noch immense Summen.

    Und eine polnische Brigade kostet wenn sie mit Bw Ausrüstung ausgestattet ist genau so viel wie eine deutsche, weil sie eben genau so dazu befähigt werden muss diese Ausrüstung ins Feld zu tragen wie wir es auch werden.

    Bei der Bw sind nicht die Brigaden das teuere, wir geben über 50% unseres Erats für Personalkosten aus, davon dienen die wenigsten in Brigaden. Bei uns ist das teure, dass die Beigade obwohl nur zu 30-50% einsatzbereit durch vier oder fünf verschiedene Stäbe und Kommandos gleichzeitig geführt wird. Und das ist rein politisch begründet. Ein deutscher Soldat tanzt sprichtwörtlich an mehreren Hochzeiten.

  • klabautermann   |   31. Dezember 2017 - 14:52

    Der verteidigungspolitische „Fähigkeitserhalt“ mittels haushalts-/finanzpolitischer Inflationsausgleicherei sowie weitestgehender „Kommerzialisierung“ von Forschung/Entwicklung/Logistik führt doch letztendlich auf der Zeitachse zu einem Fähigkeitsverlust. Das haben wir ja in den letzten 10 Jahren erleben dürfen – verteidigungspolitische Austerität bei gleichzeitiger realem Anwachsen des Fähigkeitsbedarfs in Breite und Tiefe (aus rein technologisch-struktureller und auch operativer Sicht) ist doch an sich – und dabei muß man in keinster Weise die sogenannte Bedrohungs-/Sicherheitslage bemühen – ein realpolitischer Fähigkeitsabbau.
    Als kleines Beispiel nehme man die Fregatte 125 – da hat man nun noch vor der Indienststellung überraschen festgestellt, dass die konstruktiv vorgesehenen Lebenszeit-Reserven in der Fertigung so ziemlich aufgebraucht worden sind. Die modernste Einheit der deutschen Flotte hat also kaum noch „Luft“ für künftig erforderliche Fähigkeitsanpassungen – von Fähigkeitssteigerung ganz zu schweigen.
    Das klngt auf den ersteh Blick wie ein schräger Vergleich – ist er aber nicht, es ist allenfalls eine etwas verkürzte Illustration der Folgen verteidigungspolitischer Austerität über längere Zeiträume.

  • Koffer   |   31. Dezember 2017 - 15:59

    @Ulenspiegel | 31. Dezember 2017 – 12:55
    „Hier wird schon einen Annahme gemacht, nämlich dass wir 200000 Mann brauchen“

    1. Ist die Größe 200.000 politisch entschieden und nicht auf meinen Wünschen.
    2. Kann man aus der Größe von 3 Div und 8+ (echten) Brig automatisch gewisse Stärken ableiten und die bleiben sicherlich nicht unter 200.000.
    3. Wer behauptet wir als größter Staat in EUR benötigen weniger als 3 Div, sollte sich vielleicht mal mehr mit Sicherheitspolitik und Streitkräftestrukturen beschäftigen. Mal ganz zu schweigen davon, was die NATO (berechtigt!) ja auch von uns bereits eingefordert hat.

    „und nicht diskutiert, mit wieviel Mann ein Fähigkeitserhalt möglich ist. Die Reichswehr konnte das z.B. mit 120000 Mann.“

    Die 120.000 basierten auf einem ganz anderen Streitkräftekonzept in einer ganz anderen Zeit.

    Wer Rezepte aus der Vergangenheit blindlings auf die Gegenwart überschreiben möchte, der versündigt sich mEn an der Sicherheit und der Freiheit DEU und EUR.

    „Nochmal: Eine polnische Brigade, die von uns Deutschen mit modernen Waffen ausgestattet wird, kostet uns Peanuts.“

    Nein. Siehe hierzu @Wa-Ge

    @klabautermann | 31. Dezember 2017 – 14:52
    „Der verteidigungspolitische „Fähigkeitserhalt“ mittels haushalts-/finanzpolitischer Inflationsausgleicherei sowie weitestgehender „Kommerzialisierung“ von Forschung/Entwicklung/Logistik führt doch letztendlich auf der Zeitachse zu einem Fähigkeitsverlust.“

    Absolut. Man kann sich die Realität hat schönreden, aber nicht tatsächlich manipulieren…

  • MikeMolto   |   31. Dezember 2017 - 16:06

    @all
    Zitat Klabautermann:
    „Fregatte 125 – da hat man nun noch vor der Indienststellung überraschen festgestellt, dass die konstruktiv vorgesehenen Lebenszeit-Reserven in der Fertigung so ziemlich aufgebraucht worden sind. “

    Fuer alle nicht-Marinierten:
    Mit der Lebenszeit-Reserve beschreibt Klabauter‘ die bereits jetzt ‚aufgebrauchte‘ Rest/Reservetonnage, weil der Dampfer bereits vor Indienststellung um ca 200 ts zu schwer ist. Also kann man ihn spaeter praktisch nicht modernisieren ohne ihn andererseits kannibalisieren zu muessen, was dann zu Faehigkeitsverlusten fuhren wuerde. In der Dauer ihrer Lebenszeit werden alle Schiffe schwerer und bekommen evtl sogar Stabilitaetsprobleme. Letztere versucht man/frau dann mittels Ballast auszugleichen, was weiterhin zu Tonnagevergroesserung und hoeherer Beanspruchung des duennen Schiffskoerpers fuehrt. EinTeufelskreis….

    (Ich hoffe, das war in Ihrem Sinne, dr Sir.)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   31. Dezember 2017 - 17:02

    @Koffer
    Zur Verdeutlichung, mein „Also, für 2018, 2% kommt, irgendwie“ sollte eigentlich den innewohnenden Sarkasmus ob der politischen Klimmzüge vor dem Hintergrund zurückliegender Zusagen erkennen lassen. Aber das liegt mir wohl nicht hinreichend.

    Und, logisch wird im künftigen EP 14 nur ein Einstieg, aber immerhin, erreicht werden.
    Wesentlich bei meinem in Rede stehenden Beitrag (30.12.17; 21:06) sollte der Hinweis darauf sein, dass der Verwendungszweck von einem Mehr an € ein Licht auf tatsächliche Kampfkraft-Verbesserungen (also Mat UND Pers) werfen wird.
    Jene, die dergleichen aus ideologischen Beweggründen und unter Basisdruck der Partei(en) ablehnen, werden sich mit Freuden auf das nicht-Militante von z.B. Kasernen-NEU-bauten und Gleisanschlüssen stürzen.
    Die von @Klabautermann ins Feld geführte „verteidigungspolitische Austerität“ wirkt sich ganz real im Politischen aber auch operativen Einsatzumfeld als billigend in Kauf genommene „catch-22-situation“ aus, es bildet sich ein Dilemma von:
    „Ich habe nichts“ hin zu „daher kann ich nichts erfüllen“ weiter zu „kann Forderungen zu nicht nachkommen“ aus innenpolitischen und Austeritätsgründen: im Ergebnis stehen wir erneut bei Null.
    Dies Paradigma als speziell deutsche sicherheitspolitisch-weltanschauliche Grundhaltung zur Umkehr zu bringen, bedarf des Hiebs eines Alexanders angesichts des gordischen Knotens.

  • klabautermann   |   31. Dezember 2017 - 21:34

    @MikeMolto | 31. Dezember 2017 – 16:06

    ;-)

    Durchaus in meinem Sinne, Sir.

    Fair winds and following seas in 2018.

  • Iceman   |   01. Januar 2018 - 12:16

    Werte Kommentatoren,
    vorab wünsche ich Ihnen ein Frohes Neues Jahr.

    Doch nun möchte ich etwas zur Diskussion beitragen,
    Die Großprojekte und die erforderliche Vollausstattung
    der Kampf und Kampfunterstützer steht nach meiner Meinung
    außer Frage und ist erforderlich.
    LV ist nmM deutlich in Frage gestellt, die Einsätze bewältigt die Truppe irgendwie….das kann ich aus mehrfacher eigener Erfahrung sagen…

    Möchte hier aber nochmals erwähnen, das es dem Dienstherren nicht gelingt essentielle Dinge sicherzustellen und hierbei spreche ich nicht vom MoTaKo oder den o.a. Fahrzeugen etc…..
    Es gelingt immer noch nicht Rekruten umfänglich einzukleiden…muss immer wieder nachgesteuert werden…
    Normaler Feldanzug ist nicht umfänglich vorhanden in allen Größen, selbst Dienstgradabzeichen fehlen..von dem Fiasko des zertifizierten Warenkorbes oder des Stiefelkozeptes mal abgesehen…
    Die Aufzählung könnte man endlos fortsetzen…

    Die politischen Entscheidungen, Europäische Zusammenarbeit etc. mögen Medienwirksam sein…aber realisierbar sind sie wohl nur am Planungstisch…

    Es ist zum Heulen was aus dem Streitkräften gemacht wurde.
    Unsere Politiker haben meiner Meinung nach mehrheitlich überhaupt kein Interesse an den Streitkräften..

  • Alarich   |   01. Januar 2018 - 12:48

    Selbst der Papst Warnte vor A-Krieg
    Dieses Jahr ist so Gefährlich wie seit den 80er nicht mehr

    MikeMolto | 31. Dezember 2017 – 16:06

    Es sind weitere Korwetten im Gespräch
    Da ist von Schiffe 0 Ahnung habe
    In einem Bericht steht weil die für Ostsee besser geeignet sind
    wie weit das stimmt oder nicht ,weiß ich deshalb nicht

    —————————————————-
    Bw hat nicht mal eine Truppe die Mobilsiert werden könnte
    Falls es zu einem Korea Krieg kämme wenn Russland weitere Div in den Westbezirk verlegen würde
    und wenn China Truppen schickt wäre es eh aus
    weil SPD nur um das Geld Fälschen muss werden dann viele Sterben weil die Städte nicht geschützt werden können
    und bei der Bahn keine Notfahrpläne gibt um die Leute aus den Großstädte raus zu bringen
    Wie im 2 Wk wo man Kinder aus den Städte auf s Land brachte ist kein Plan da
    und mit der Zerschlagung der bahn kann es sein das Privat Bahn mit der DB Züge nicht mal zusammen gestellt werden könnte

    Teil kann die Unternehmen nicht mal ihre Züge Zusammen hängen wegen der Softwahre
    Es gibt kein Konzept
    BRD Motto heißt “ Hilf dir selbst , sonst hast du nichts zu erwarten “

    Mit 280 IVECO Eurocargo die weitere Unimog 1300 ersetzen , ist kaum ein Krieg zu Gewinnen
    Auch nicht für 200 MAN HX wenn die auch sehr gut sind ist das einfach zu wenig

    Und es muss was bei Rheinm und KMW was tun und Mehr Personal
    Es kann nicht sein das bis noch 2020 für den letzten der 130 Boxer kommt die Stückzahlen sind zu wenig

    USA schafft OSKO wurden nur Hummer Nachfolger 17 000 Fahrzeuge wurden in der Testfahse schon 3 x Nachbestellt
    und BRD schafft man nicht an den Dänischen Bau von Egle V an der Prodo.- sich anhängen und weitere EGLE V für die BW zu beschaffen

    [Pardon, jetzt haben Sie einen Grad ver Verwirrung in Ihren Aussagen erreicht, den ich nicht weiter auszuwalzen bitte. Dringend. T.W.]

  • Alex   |   01. Januar 2018 - 16:11

    Die von @Pete angeführte Bedrohungsanalyse ist sehr sinnvoll. Daraus abgeleitete benötigte Fähigkeiten und Schwächen geben die Beschaffungsvorhaben vor.
    Ich fürchte allerdings, dass die Analyse in Konflikt mit den politischen Absichten stehen könnte.

  • Koffer   |   01. Januar 2018 - 16:52

    @Alex | 01. Januar 2018 – 16:11
    „Die von @Pete angeführte Bedrohungsanalyse ist sehr sinnvoll. Daraus abgeleitete benötigte Fähigkeiten und Schwächen geben die Beschaffungsvorhaben vor.“

    Absolut. Aber das ist ja alles schon gelaufen und das Ergebnis: oh Wunder, oh Wunder: Wir brauchen mehr, moderneres und teures Großgerät und Kleingerät und Soldaten und und und…

  • Ulenspiegel   |   02. Januar 2018 - 9:23

    Koffer schrieb:“1. Ist die Größe 200.000 politisch entschieden und nicht auf meinen Wünschen.“

    Das ist Ablenkung. Wenn aus wirtschaftlichen Gründen es unwahrscheinlich ist, dass 200.000 Mann erreicht werden können, dann muss die Frage beantwortet werden, ob eine sinnvolle Friedesnarmee auch mit weniger, z.B. mit 150.000 Mann, möglich ist.

    „2. Kann man aus der Größe von 3 Div und 8+ (echten) Brig automatisch gewisse Stärken ableiten und die bleiben sicherlich nicht unter 200.000.
    3. Wer behauptet wir als größter Staat in EUR benötigen weniger als 3 Div, sollte sich vielleicht mal mehr mit Sicherheitspolitik und Streitkräftestrukturen beschäftigen. Mal ganz zu schweigen davon, was die NATO (berechtigt!) ja auch von uns bereits eingefordert hat.“

    Da sind sehr viele Annahmen drin, die erst einmal hinterfragt werden sollten. Es ist egal wie groß Deutschland istt, Basis sollte eine sinnvolle Bedrohungsanalyse sein, die Russland zum Schwerpunkt hat.

    Auf Alternativen, also Verbesserung der Ausstattung der polnischen Streitkräfte wird nicht eingegangen. :-)

    „Die 120.000 basierten auf einem ganz anderen Streitkräftekonzept in einer ganz anderen Zeit.

    Wer Rezepte aus der Vergangenheit blindlings auf die Gegenwart überschreiben möchte, der versündigt sich mEn an der Sicherheit und der Freiheit DEU und EUR.“

    Da würde ich vorsichtig sein, die Reichswehr war sicherlich nicht schlechter als die Bundeswehr und hatte, wenn man von den zu hohen Dienstzeiten (französische Forderung) ein sehr gute Struktur für eine Friedensarmee.

    Man sollte in der Lage sein, relevante Aspekte aus der Vergangenheit zu übertragen. Bitte mal nachlesen, was v. Seeckt zu dem Thema meinte.

  • Koffer   |   02. Januar 2018 - 10:38

    @Ulenspiegel | 02. Januar 2018 – 9:23
    „Das ist Ablenkung. Wenn aus wirtschaftlichen Gründen es unwahrscheinlich ist, dass 200.000 Mann erreicht werden können, dann muss die Frage beantwortet werden, ob eine sinnvolle Friedesnarmee auch mit weniger, z.B. mit 150.000 Mann, möglich ist.“

    200.000 sind (aus wirtschaftlichen Gründen) erreichbar.

    „Da sind sehr viele Annahmen drin, die erst einmal hinterfragt werden sollten.“

    Können Sie gerne, aber hier sind sich eigentlich alle militärischen Fachleute einig. DEU Beitrag muss min. 8+ Brig umfassen und das sind nun einmal 3 Div.

    „Es ist egal wie groß Deutschland istt,“

    Nein, ein Verteidigungsbündnis kann nur funktionieren, wenn jeder nach seinem Leistungsvermögen gerechten Anteil an der Gesamtfähigkeit hat. Und DEU muss als größter und reichster und zentraler Staat eben seinen Anteil leisten. Alles andere unterminiert die NATO.

    „Basis sollte eine sinnvolle Bedrohungsanalyse sein, die Russland zum Schwerpunkt hat.“

    Jepp, die ist ja schon durch die NATO erfolgt (letztes Jahr).

    Die Folge ist ja die Forderung an DEU min. 3 Div zu stellen.

    „Auf Alternativen, also Verbesserung der Ausstattung der polnischen Streitkräfte wird nicht eingegangen. :-)“

    Natürlich müssen die POL SK verbessert werden, aber das ist ja nicht anstelle eines angemessenen DEU Beitrages, sondern ZUSÄTZLICH.

    Übrigens nur mal so zum nachdenken: POL erbringt seine 2% BIP schon derzeit und nicht zur in irgendeiner fernen Zukunft!

    „Da würde ich vorsichtig sein, die Reichswehr war sicherlich nicht schlechter als die Bundeswehr“

    A und B sind nicht vergleichbar, weil andere Bedrohungen und andere SK-Konzepte.

    „Man sollte in der Lage sein, relevante Aspekte aus der Vergangenheit zu übertragen.“

    Jepp. Absolut. RELEVANTE…

  • Thomas Melber   |   02. Januar 2018 - 10:45

    @Ulenspiegel

    „…, die Reichswehr war sicherlich nicht schlechter als die Bundeswehr und hatte, wenn man von den zu hohen Dienstzeiten (französische Forderung) ein sehr gute Struktur für eine Friedensarmee.“

    Das Konzept war das einer Kaderarmee, d.h. Aufwuchsfähigkeit. Grundsätzlich wäre dies auch heute noch umsetzbar, wobei damals ein „normaler“ Infanterist auch noch keine so lange Ausbildung benötigte.

  • Pio-Fritz   |   02. Januar 2018 - 10:56

    @Ulenspiegel | 02. Januar 2018 – 9:23

    „Auf Alternativen, also Verbesserung der Ausstattung der polnischen Streitkräfte wird nicht eingegangen. :-)“

    Ich sehe da keine ernsthafte Alternative. Würde man Ihren Gedanken verfolgen, hieße das im Klartext, Deutschland rüstet Streitkräfte anderer Nationen aus, damit diese dann den Schutz Deutschlands übernehmen. Dafür kann Deutschland dann seine Streitkräfte weiter herunterfahren.
    Will ich mich wirklich in eine solche Abhängigkeit begeben? Und das bei unseren Ost-EU-Partnern, die allesamt politische Rechtsausleger sind?
    Das erinnert doch sehr an den alten britischen Ausspruch „we pay, let them fight“.
    Das kann nicht das Ziel sein, die europäische Geschichte hat genug warnende Beispiele, was mit Staaten geschieht, die sich nicht wehren können. Gerade Polen ist ein solches.

    Für die reine Verbesserung der Standards und Ausrüstung hat man gerade PESCO aus der Taufe gehoben. Es macht schlicht keinen Sinn, da mit nationalen Alleingängen „hineinzugrätschen“.

  • Wa-Ge   |   02. Januar 2018 - 11:25

    @@Ulenspiegel | 02. Januar 2018 – 9:23

    „Auf Alternativen, also Verbesserung der Ausstattung der polnischen Streitkräfte wird nicht eingegangen. :-)“

    Sie wissen schon, dass im GG steht „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“ und nicht der „Bund finanziert fremde Streitkräfte“?

    Und woher nehmen Sie die Zuversicht, dass Streitkräfte fremder Nationen dazu bereit wären eigenes und fremdes Blut für Deutschlands Interessen zu vergießen?

    Also ich als Reservist wäre nicht dazu bereit in den Krieg zu ziehen nur weil das der Wunsch des polnischen Staatsoberhauptes ist. Wieso sollte es ein polnischer Soldat anders meinen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Januar 2018 - 11:34

    @Ulenspiegel
    – „… ob eine sinnvolle Friedesnarmee auch mit weniger …“
    Die Bw versteht sich höchst parlamentarisch entschieden als Armee im Einsatz und Parlamentsarmee.
    Der Begriff „Friedensamee“, in der öffentlichen Diskussion verwendet, ergibt einen falschen Zungenschlag, der Unbedarften und der ideologischen Ablehnungsfront Argumente zu Reduzierungen bei Ausrüstung/Ausstattung und Einsatz an die Hand gibt.
    – „… eine sinnvolle Bedrohungsanalyse sein, die Russland zum Schwerpunkt hat.“
    Eine Bedrohungsanalyse basiert wesentlich auf Fähigkeiten und möglichen Absichten, die in der jeweiligen sicherheitspolitischen Doktrin abzugreifen sind. Zwischen der UdSSR und dem Russland eines Putin erkenne ich Unterschiede dabei ausschließlich im Umfang der SK, nicht aber in der atomaren Komponente und den Fähigkeiten der Strategischen Raketentruppen. Was Absichten anbelangt, dürften dem Westen sowohl die Krim als auch der Donbas und Syrien jegliche Friedens-Illusion genommen haben.
    Auf diese Grundlage stellen 3 Div, selbst in angemahnten Darstellung von @Koffer als vollständige Div eine nicht verantwortbare Vernachlässigung der SiPo-Interessen Deutschlands dar.
    Darüberhinaus bedarf es der Berücksichtigung faktischer Bedrohungen aus dem gegebenen internationalen Gewaltspektrum: Daesh, Taliban, Al-Kaida mit Ablegern AQIM u.a., Hezbolla mit deren Aktivitäten gegen Israel, Boko-Haram etc.
    Eine Reduzierung auf RUS Bedrohungen griffe zu kurz. Es würden Streitkräfte- und Fähigkeitsstrukturen abgebildet,die in BV/LV benötigt, sonstigen denkbaren Anfeindungen nicht gerecht würden. Dies gilt im Umkehrschluss gleichermaßen: Afghanisierung, zumindest des Heeres, wird Anforderungen aus dem Osten nicht entsprechen können.
    Deutschland täte also Gut daran Umfang und Fähigkeiten seiner Streitkräfte glaubhaft darzustellen.

  • Dante   |   02. Januar 2018 - 14:51

    erstmal gute neues.
    Ohne den faden komplett gelesen zu haben.
    Das Meiste was eigendlich hochgeht sind (erfahrung Marder) die Druckschläuche, Hydraulik, Kühlung ect. Und das zeug kann man tatsächlich in jedem sortierten Fachmarkt kaufen. Und da währen wir wieder beim Geld, beim Personal und der Ausbildung.
    Mir fällt keine technische begründung ein weshalb man die Fahrzeuge nicht einfach zerlegen und in den Neuzustand (von 1980) versetzen kann.

  • Couthon   |   02. Januar 2018 - 15:47

    Die Truppenstärke der Reichswehr war durch die Ententemächte bzw. den Versailler Vertrag festgelegt. Wenn uns das dann wichtig ist, lassen wir UN und NATO entscheiden, wie hoch unser Kontigent und sein finanzielles Pandant sein sollen, und erfüllen es einfach. Und sollte dann hinter der 2 noch eine 0 stehen, sollten wir auch nicht rumjamern. ;-)

  • Koffer   |   02. Januar 2018 - 20:00

    @Klaus-Peter Kaikowsky | 02. Januar 2018 – 11:34
    „Auf diese Grundlage stellen 3 Div, selbst in angemahnten Darstellung von @Koffer als vollständige Div eine nicht verantwortbare Vernachlässigung der SiPo-Interessen Deutschlands dar.“

    Das vage ich jetzt zu bezweifeln. Wenn wir das mit unseren Nachbarn vergleichen wären wir mit drei echten Division schon sehr gut dabei. Man muss ja zudem bedenken, dass DEU traditionell eine überstarke Logistik, San und FüUstg/IT hat, so dass wir hier sogar überproportional für das Bündnis unterstützen.

    Eine vierte Division hingegen ist nach meiner Bewertung derzeit weder sicherheitspolitisch notwendig noch personell zu bestücken (wir reden dann ja gleich über 10.000 zusätzliche JUNGE, gesunde Menschen (und 5.000 alte, aber die hätten wir ja).

    @Dante | 02. Januar 2018 – 14:51
    „Mir fällt keine technische begründung ein weshalb man die Fahrzeuge nicht einfach zerlegen und in den Neuzustand (von 1980) versetzen kann.“

    Warum sollten wir einen Neuzustand eines veralteten System denn wollen?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Januar 2018 - 20:51

    @Koffer
    Welcher Maßstab muss für DEU wesentlich sein, der unserer Nachbarn oder der einzig mögliche Gegner, die russischen Streitkräfte?
    Zudem, Nachbarn: 9 Nachbarstaaten finden sich rings um uns herum, mit Bevölkerungszahlen von ca 2/3 (FRA) bis LUX (no comment) der unsrigen.
    Dass eine 82 Mio Bevölkerung mit seit 10 Jahren bester ökonomischer Lage mehr schultern können muss als Andere, allein schon um sich weiterhin dessen zu erfreuen, liegt auf der Hand, oder etwa nicht?
    Unsere drei Div (der Bezeichnung nach) bilden ab, was politisch betrachtet geleistet werden will! Aber kann dies ein Deutschland in der Mitte Europas zufrieden lassen unter Hinweis auf „im Vergleich zu … schon sehr gut dabei“?
    Ich bin ausdrücklich nicht Ihrer Auffassung –.
    Weiter oben wurde das polnische Beispiel angeführt. Bei aller erforderlichen Kritik an jüngster politischer Entwicklung jenseits der Oder, die Bedrohung in treffsicherer Beurteilung des ostwärtigen großen Nachbarn aus leidvoller Geschichte liegt in Zielmitte.
    In der (POL) Panzerei:
    100 PT 91 (KWS T-72), 586 T-72M1 und 247 Leopard 2. Das nenne ich bedrohungsgerecht bei einer Bevölkerung von ca. 38 Mio!
    DEU Pz-Zahlen UND aktuelle Verfügbarkeit, ich schweige. Kriegen wir HEUTE, aus dem Stand, ein PzBtl auf die Kette?
    Falls Ihnen und Anderen diese Auffassung zu panzerlastig sein sollte, ok. Aber, ein wenig Einblick habe ich, und der Hauptträger von LandOps im symmetrischen Gefecht ist der KPz.

  • closius   |   03. Januar 2018 - 7:49

    Der Wehrbeauftragte hat den SPD-Chef Schulz aufgefordert, bei den Sondierungsverhandlungen sich für mehr Geld und Personal für die BW einzusetzen. Keine Lücken mehr bei Personal und Material der BW soll das Motto der SPD bei diesen Verhandlungen sein.

    ZIel für die Legislaturperiode sollen 1,5 % BIP sein, dies reiche aus um die Lücken zu schließen für eine Vollausstattung. Das bisherige Ziel der BW die Lücken erst bis 2030 schließen zu wollen, sei der Truppe nicht mehr zuzumuten.

    Zudem wünscht sich der Wehrbeauftragte einen neuen Verteidigungsminister aus der SPD. Dies scheint mir nicht realistisch zu sein, da ich denke, die SPD strebt das Finanz- und das Außenministerium an. Aber falls die SPD dies nicht durchsetzten kann, wäre es möglich, daß die SPD neben dem Finanzministerium nur das Verteidigungsministerium erhält, statt dem Außenministerium. Und dann wird am Ende VDL noch Außenministerin……

  • Koffer   |   03. Januar 2018 - 9:36

    @Klaus-Peter Kaikowsky | 02. Januar 2018 – 20:51
    „Welcher Maßstab muss für DEU wesentlich sein, der unserer Nachbarn oder der einzig mögliche Gegner, die russischen Streitkräfte?“

    1. Der mögliche Gegner und die möglichen Auslandseinsätze.
    2. Aber Verteidigung ist auch immer Abschreckung und daher ist es wichtig sich den umliegenden „Standard“ anzusehen. Zum Beispiel ist in Europa ist eine glaubwürdige Abschreckung mit weniger Truppen möglich als in Asien…

    Außerdem sollte man bedenken, dass unsere Verteidigung gegen RUS nur im Bündnis erfolgreich sein kann, also ist es sehr wichtig zu prüfen wie das „Gesamtpaket“ aussieht.

    Unabhängig davon muss natürlich auch unser Beitrag signifikant sein. DEU kann nicht nur San und gute Worte einbringen!

    „DEU Pz-Zahlen UND aktuelle Verfügbarkeit, ich schweige. Kriegen wir HEUTE, aus dem Stand, ein PzBtl auf die Kette?“

    Ja, ich denke sogar zwei, mit Glück drei. Aber wir sind uns natürlich einig, wenn Sie damit feststellen, dass das zu wenig wäre.

    „Falls Ihnen und Anderen diese Auffassung zu panzerlastig sein sollte, ok. Aber, ein wenig Einblick habe ich, und der Hauptträger von LandOps im symmetrischen Gefecht ist der KPz.“

    Absolute Zustimmung. Pz (und Art!!!) sind entscheidend für symmetrische Gefechte.

    Aber bei zwei mechDiv könnten wir hier noch ’ne Menge tun, bevor wir „voll“ wären. Bei einer klassischen „starken“ DEU-Brigade können wir unsere Anzahl an PzBtl noch verdoppeln wenn wir das wollten (9 oder 12 statt den bisherigen (gepl.) 6 wären eindeutig möglich).

  • Koffer   |   03. Januar 2018 - 11:19

    @closius | 03. Januar 2018 – 7:49
    „ZIel für die Legislaturperiode sollen 1,5 % BIP sein,“

    Da bin ich ehrlich gesagt ganz deutlich auf der Seite des Wehrbeauftragten (auch wenn 1,6% in 2021 mir sympathischer erscheinen würden)!

    Denn auch wenn das Argument „wir können ja gar keine 2% zielführend ausgeben“ grundsätzlich natürlich Blödsinn ist, so ist es doch eine Tatsache, dass für einen vernünftige Verausgabung auch zuvor solide Planung notwendig ist und auch die Industrie benötigt ja ein bis zwei Jahre Vorlauf vor großen Projekten.

    Von daher wäre jedes Jahr +0,1% glaube ich genau der richtige Weg…

    „Und dann wird am Ende VDL noch Außenministerin……“

    Ehrlich, ich fände das gut! Nun bin ich in der Zwischenzeit total aggro, wenn mich jemand auf vdL als IBuK anspricht (ich glaube sie hat der immens geschadet), aber als Außenministerin könnte sie glaube ich eine wirklich gute Figur machen und DEU treue Dienste erweisen. Sie ist intelligent, weltgewandt spricht fließend Englisch und kann gut repräsentieren…

  • Obibiber   |   04. Januar 2018 - 14:25

    Also 1,5% bis Ende der aktuellen Legislaturperiode würde ich unterschreiben…
    Das sind mehr als 10 mrd € mehr als aktuell…wobei mit BIP 2021 gerechnet vermutlich 12 mrd € mehr…
    selbst wenn man sich jährlich mit je 3 mrd mehr annähert wäre das ok…
    Da bekommt man schon viele der anstehenden Beschaffungen finanziert (TLVS, STH, MKS180) wobei viele der Kosten hierfür erst in den Jahren danach anfallen…
    Für Besoldung und Attraktivität und mehr Personal bleibt auch Geld…
    In der aktuellen ESUT wird auf die Planungen beim Heer nochmal eingegangen…
    Und die Ziele bis 2026 eine einsatzbereite, modernst ausgerüstete Division des Heeres, bis 2031 drei Divisionen durchhaltefähig bereitzustellen… das wäre wünschenswert kostet aber halt Geld…außerdem sollen wieder munitions und sonstige Vorräte, Ersatzteile für 60 Tage vorgehalten werden

  • closius   |   04. Januar 2018 - 17:59

    Laut tagesschau werden Heer un Marine neue Drohnen erhalten.

    http://www.tagesschau.de/ausland/bundeswehr-drohnen-107.html

    Bin mal gespant, ob es diesmal mit der unendlichen ‚Geschichte Beschaffung einer Marinedrohne klappt.

    [Wie meistens üblich gab’s die Antwort vorab, ich habe sie noch nicht, aber das wird natürlich ein gesondertes Thema. T.W ]

  • closius   |   05. Januar 2018 - 9:27

    Ich fürchte auch mehr Geld wird der BW nichts mehr nützen, da die BW im Privatisierungswahn gefangen ist oder wie zerstöre ich das Heer!

    Statt die HIL GmbH endlich wieder abzuwickeln, die Instandsetzung wieder selbst zu übernehmen, an den einzelnen Standorten durch eigene Instandsetzungskompanien, bekommt die Rüstungsindustrie von der HIL GmbH deren drei Panzerwerkstätten in Doberlug-Kirchenhain, St. Wendel und Darmstadt zugeschanzt.

    Problem ist nur, die drei Panzerwerkstätten der Kern des Unternehmens HIL, ohne diese ist die HIL GmbH eine leere Hülle, die nur noch Personal hat. Damit wird die BW dem Preisdiktat der Rüstungskonzerne ausgeliefert.

    Daß die Grünen hier befürchten, daß die großen Rüstungskonzerne durch Umsatzvorgaben hier bevorzugt werden sollen, sehe ich da nur als Randnotiz. Die Auflagen/Bedenken des Bundeskartellamtes werden dadurch umgangen, denn die Rüstungskonzerne Rheinmetall, KMW und Diel hielten einst 51 % an der HIL GmbH und mussten auf ihre Anteile wegen dem Kartellamt einst verzichten. Jetzt wird ihnen der Kern der HIL GmbH zugeschanzt, wobei die Panzerwerkestätten 1,7 Milliarden EURO wert sein sollen. Als Auflage müssen sie diese nur 20 Jahre weiterbetreiben.

    Daß unsere Leo`s und Marder nur unzureichend einsatzfähig sind, woran auch die HIL GmbH mitschuld sein dürfte, scheint für die BW keine Rolle zu spielen. Hauptsache die Rüstungsindustrie kann ein großes Geschäft zur Lasten der Truppe machen.

    Ich jedenfalls bin entsetzt.

    Der Artikel ist in der Wolfsburger Allgemeinen erschienen unter der Überschrift „Grüne kritisieren Verkauf von Panzerwerkstätten“, denn ein Link zu der Verlagsseite dürfte nicht zulässig sein.

    Außerdem kann der schlechte Zustand der Panzertruppe in Sachen Material nicht verwundern, wenn man sich die Standorte der Panzerwerkstätten anschaut. Statt die Panzertruppen in der Nähe von Panzerwerkstätten zu stationieren, gibt in der Nähe der drei Standorte weder Panzertruppen, ja nicht einmal Jägertruppen. So daß die Panzer jeweils über viele hundert Kilometer zu den Werkstätten geschafft werden müssen und zurück. Denn weder im Saarland, noch in Hessen, noch in Brandenburg existieren noch Panzertruppen. Da hat man beim Stationierungskonzept der BW mal wieder gepennt.

  • Voodoo   |   05. Januar 2018 - 11:08

    Statt die Panzertruppen in der Nähe von Panzerwerkstätten zu stationieren, gibt in der Nähe der drei Standorte weder Panzertruppen, ja nicht einmal Jägertruppen. So daß die Panzer jeweils über viele hundert Kilometer zu den Werkstätten geschafft werden müssen und zurück. Denn weder im Saarland, noch in Hessen, noch in Brandenburg existieren noch Panzertruppen. Da hat man beim Stationierungskonzept der BW mal wieder gepennt.

    Sie müssen einen Gedanken auch bis zum Ende führen, denn so ist ihre Kritik am Stationierungskonzept sinn- und gegenstandlos. Die Frage lautet doch eher: Wo kann PzTr sinnvoll (!) üben? Und da haben wir in DEU nur mehr drei Gegenden, in denen dies geht – Bergen (PzLBtl 93 / PzBtl 414), die Senne (PzBtl 203) und Grafenwöhr (PzBtl 104); lediglich das PzBtl 393 liegt diesbezüglich „a.a.d.W.“

    Wenn jetzt die besagten Werkstätten nicht in der Nähe liegen, so what? Das war schon immer so, auch ante HIL. Davon ab: Inhaltlich pflichte ich Ihrer Kritik an der Veräußerung der Werkstätten allerdings bei. Damit ist das Heer bei der Instandsetzung der Industrie ein Stück weit „ausgeliefert“, die sich ihren „Service“ wahrscheinlich fürstlich bezahlen lassen wird.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   05. Januar 2018 - 22:05

    Mehr Geld alleine stellt kein Kriterium dar.
    Es fragt sich (wie hier häufig diskutiert), was erreichen jeweilige Nationen damit UND, was ist im output für gemeinsame Vorhaben des Bündnisses zu verzeichnen.
    Der folgende Beitrag kann somit sowohl als Hilferuf, oder Ansporn des „mehr Verantwortung übernehmen“ eingeordnet werden, ganz im Sinne von Gabriels von, „Durchsetzten“ europäischer Interessen (siehe Faden 7% …) ?

    https://zeitschrift-ip.dgap.org/de/ip-die-zeitschrift/archiv/jahrgang-2018/januar-februar-2018/jetzt-oder-nie

    Steigende Verteidigungsausgaben bieten eine einmalige Chance für eine echte Europäisierung und Vernetzung, um die Streitkräfte zu einem handlungsfähigeren Instrument europäischer Außen- und Sicherheitspolitik zu machen.

    Wolfgang Ischinger, der Vorsitzende der Münchner ­Sicherheitskonferenz, hat sogar
    ein 3-Prozent-Ziel vorgeschlagen
    ,
    das auch die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit, Diplomatie und weitere Krisenpräventions- und Krisenbewältigungsmaßnahmen berücksichtigt.

    Denn, es wird beklagt, das zwar einige deutlich mehr als 2% ausgeben, diese jedoch zu rein nationalen Zwecken und/oder Durchsetzung eigener SiPo-Interesssen, auch mit mil Mitteln unter Außerachtlassung ziviler Ziele mit Krisenpräventionscharakter und von NATO geführten Ops verwenden. Als Beispiel wirkt z.B. der TUR Einsatz in SYR/IRK sogar kontraproduktiv zu parallelen CJTF OIR Ops, finanziert aber aus dem Gesamtbudget, vermutlich sogar Dank U.S. Militärhilfe.

    Hintergrund des Textes ist:
    Studie „More European, More Connected, and More Capable. Building the European Armed Forces of the Future”, die als Gemeinschaftsprojekt die politisch-strategische Perspektive der Münchner Sicherheitskonferenz und der Hertie School of Governance mit den quantitativen Analysen von McKinsey & Company kombiniert.
    Die Originalversion ist erhältlich unter: https://www.securityconference.de/de/debatte/european-defence-report/.“

    [Ja, genau die Studie, die hier im November Thema war und auch breit debattiert wurde. Aber man kann manche Dinge nicht oft genug immer wieder wiederholen und noch mal sagen und erneut darauf hinweisen und es noch mal hervorheben.

    http://augengeradeaus.net/2017/11/mehr-ergebnis-fuers-viele-geld-vorschlaege-fuer-effektivere-verteidigungsausgaben-in-europa/

    T.W.]

  • T.Wiegold   |   06. Januar 2018 - 10:51

    Ein Hinweis: Wer die Kommentarfunktion hier nutzt, um gegen die Parteien abzukotzen, die in diesem Thread gar keine Rolle spielen (und auch an einer absehbaren Regierungsbildung nicht beteiligt sein werden), will offensichtlich nur trollen und soll das woanders tun.

  • 0815   |   06. Januar 2018 - 12:36

    @T.Wiegold | 06. Januar 2018 – 10:51
    Herr Wiegold, gerne hätten Sie ja auch nur die letzte Passage meines Beitrages wegen der “ trolligen Netikette“ streichen können ;-)
    Es ist aber so wie es ist…wenn man keine Ahnung hat – Klappe halten – (Das bezieht sich in NICHT auf Sie!)

  • Obibiber   |   07. Januar 2018 - 20:16

    Auf Welt.de
    U212er sollen mit LithiumIon Batterien statt Blei ausgerüstet werden…
    Das wäre wohl erstmal ein gewisses Alleinstellungsmerkmal!
    ändert aber nix daran dass aktuell kein Boot einsatzbereit ist

  • Zivi a.D.   |   09. Januar 2018 - 10:44

    Eine Frage am Rande: Welche Bedeutung hat die südafrikansiche Denel für die deutsche Rüstung und Erprobung (die Overberg Test Range wird wohl ganz gern für Lenkwaffen genutzt?!) und wie leicht ließen sich deren Dienste durch andere ersetzen? aus gegebenen Anlaß: Denel gilt nicht zuletzt nach wachsweichem Dementi der zuständigen Ministerin Lynne Brown “ . . . had earlier said that „The government has no plans, at this stage, to dispose of any equity stake in Denel. However, in reviewing and optimising Denel’s capital structure, such a decision cannot be ruled out“. „Denel has an order book with the United Arab Emirates and recently entered into a memorandum of understanding with Qatar for possible future business prospects.“) als potenzieller Verkauf. Die Regierung muss auf Teufel komm raus Geld in die von Zuma&Konsorten geplünderte Regierungskasse bekommmen, um den endgültigen Absturz auf „junk“ zu vermeiden.

  • MikeMolto   |   09. Januar 2018 - 12:45

    @ Obibiber | 07. Januar 2018 – 20:16

    „Auf Welt.de
    U212er sollen mit LithiumIon Batterien statt Blei ausgerüstet werden“…

    Lithium-Luft-Akkus (nicht zu verwechseln mit den bekannten Lithium Batterien, welche Primaerzellen sind, also nicht wiederaufladbar) sind erst in der Erprobungsphase, da kann dem AAINBw inzwischen das Geld ausgehen. Ansonsten werden die UBootleute sich freuen, geringere Reichweite zu bekommen..