Merkposten: Luftwaffe fragt nach Daten von F-15 und F/A-18

Fürs Archiv (damit die Meldung aus der vergangenen Woche nicht untergeht): Die Luftwaffe und das deutsche Verteidigungsministerium haben an das US-Militär eine Anfrage nach den geheimen (Leistungs)Daten der US-Kampfflugzeuge F-15 und F/A-18E/F gestellt. Die Bundeswehr wolle sich damit weitere Informationen für eine Marktübersicht für einen möglichen Nachfolger des Kampfflugzeuges Tornado verschaffen, berichtete Reuters am vergangenen Freitag:

Germany has asked the U.S. military for classified data on two Boeing fighter jets as it looks to replace its ageing Tornado warplanes from 2025, giving a boost to the U.S. company locked in a trade dispute with Canada and Britain.
A letter sent by the German defence ministry’s planning division, reviewed by Reuters, said it had identified Boeing’s F-15 and F/A-18E/F fighters as potential candidates to replace the Tornado jets, which entered service in 1981.

A classified briefing is expected to take place in mid-November, following a similar briefing provided by U.S. officials about the Lockheed Martin Corp F-35 fighter jet in July.

Nach den Daten des F-35 hatte die Luftwaffe bereits im April gefragt. Die Marktsichtung ist Teil der Vorbereitung für die – noch eine Weile ausstehende – Entscheidung über die Tornado-Nachfolge und dürfte noch kein Indiz für die Auswahl sein. Aus US-Sicht war es natürlich vor allem deshalb vergangene Woche eine wichtige Meldung, weil Boeing wegen der Auseinandersetzung um geplante US-Strafzölle für den Konkurrenten Bombardier im  Mittelpunkt des Interesses stand.

(Foto: A U.S. Air Force F-15 Eagle assigned to the 67th Fighter Squadron taxis down the flightline while another F-15 assigned to the 44th FS takes off for a training sortie June 7, 2017, at Kadena Air Base, Japan – U.S. Air Force photo by Senior Airman Quay Drawdy)

154 Gedanken zu „Merkposten: Luftwaffe fragt nach Daten von F-15 und F/A-18

  1. @Martin Schröder

    Und damit wäre Deutschland nicht das erste Land, was sich zusätzlich zum Eurofighter für die F-15 entscheidet.

    Meist aus politischen Gründen, aber die Politik spielt ja immer eine wichtige Rolle bei diesen Entscheidungen.

  2. @ Der Realist

    Können Sie uns ein Land nennen, das EuFi und (nuklear zertifizierte) F15E fliegt? Ich denke, Sie haben sich durch Saudi-Arabien zu dieser Analogie verleiten lassen. Die F15S dort sind nicht nuklearfähig.

    @ Martin Schröder
    Nein, es geht nicht nur um einen Nachfolger für den nuklearfähigen Tornado – mit dem Einholen von Informationen will die LW sich eine Informationsbasis schaffen, die ihr unterschiedliche Optionen für künftige Fähigkeiten zu unterschiedlichen konventionellen und nuklearen Optionen bietet. Erst danach kommt die Suche nach dem mittel- und längerfristig vorzuschlagenden Weg und zwar wieder mit Blick auf sowohl nukleare als auch nichtnukleare Aufgaben.

  3. @ONA

    Ich dachte dabei an Katar und Saudi Arabien.

    Die nukleare Rolle von Kampfflugzeugen halte ich für völlig überbewertet.
    Da ist die abschreckende Wirkung von Atom-Ubooten doch eine ganz andere.
    Nicht ohne Grund würden Länder wie Frankreich oder Großbritannien darauf nie verzichten.

  4. Nach der heutigen Entscheidung von Airbus, beim Bombardier CS-Programm einzusteigen, sehe ich die Chancen für Boeing-Flugzeuge in der Bundeswehr bei Null.

    So lange die USA ihren Import-Strafzoll von rund 300 Prozent für Flugzeuge der C-Serie nicht zurücknimmt, sehe ich nicht, wie Boeing bei der Bundeswehr unterkommen sollte.

    Denn nun betrifft dieser „Handelskrieg“ nicht mehr nur Kanada und Großbritannien, sondern auch noch die Airbus-Partnerländer, die bisher mit dem Streit zwischen den USA und Kanada nichts zu tun hatten.

    Und ganz nebenbei öffnet es die Türen für Eurofighter für die kanadische Luftwaffe…

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