Der nächste Schritt nach „Die Rekruten“: Reality-TV aus dem Einsatz

Nach dem PR-Erfolg der Video-Serie Die Rekruten geht die Nachwuchswerbung der Bundeswehr den nächsten Schritt: Das Reality-TV-Format wird nun auf den Einsatz übertragen. Ab dem 16. Oktober soll unter der Überschrift Bundeswehr Exclusive die nächste Staffel starten – mit Bildern aus der Blauhelm-Mission in Mali.

Auf einem eigenen Facebook-Kanal wird die neue Serie bereits seit einigen Tagen beworben, und die Arbeitgebermarke Bundeswehr hat sich zusätzlich einen Chatbot ausgedacht, der ebenfalls auf Facebook abonniert werden kann.

Ziel ist die scheinbar direkte Ansprache der Interessenten, gerne auch so, wie man sich das halt bei der Bundeswehr vorstellt. Einschließlich schon mal vorgeschlagener Antworten.

Für Die Rekruten hatte das Verteidigungsministerium noch zusätzlich zur Produktion der Videos einige Millionen Euro für die flächendeckende Werbung ausgegeben. Diesmal wird’s vielleicht was billiger: Es gibt einen großen, äh, Medienpartner, der heute schon damit wirbt, dass er die Vorschauvideos ab dem kommenden Mittwochvormittag ins Netz stellt.

(An den technischen Details kann aber noch gefeilt werden.)

Nachtrag: Ein bisschen mehr verrät auch die Wochenzeitung Bundeswehr Aktuell in ihrer jüngsten Ausgabe:

Nachtrag 9. Oktober: Der Trailer zur Serie:

15 Kommentare zu „Der nächste Schritt nach „Die Rekruten“: Reality-TV aus dem Einsatz“

  • closius   |   07. Oktober 2017 - 12:08

    Ob Jugendliche sich von einem tatsächlichem Auslandseinsatz begeistern lassen? Da bin ich doch skeptisch, ob die BW damit nicht nur Abenteurer und Kämpfer anlockt, welche die Ministerin ja eigentlich nicht haben will!

  • Hunter   |   07. Oktober 2017 - 12:48

    Der Vorwurf, der hier und da bei „Die Rekruten“ im Raum stand, war ja, dass man das „scharfe Ende“ des Soldatenlebens nicht zeige. Insofern ist das jetzt nur konsequent. Die Frage bleibt, was von der Einsatzrealität bei MINUSMA übrig bleibt. Und in welcher Form es gelungen ist, den schmerzlichen Verlust zweier Kameraden beim Absturz des Tigers zu thematisieren.

  • Sommerbiwak   |   07. Oktober 2017 - 17:59

    Zum einen ersetzt der Vorgesetzte den Feind im Frieden. Nur vom Feind sein hätten die Ausbilder ein wenig mehr zeigen können bei „den Rekruten“.

    „reality“ (haha, also ob da die Bundeswehrzensur nicht drüber sähe vor Veröffentlichung) und dann auch noch unter dem Titel „Bundeswehr Exclusive“ (also ohne Bundeswehr?). Oder soll das so ein häßliches englisch-deutsches Gemisch sein? Das bekommt sogar rtl2 besser hin mit „Exklusiv- Die Reportage“. Ouhauerha. Warum nicht Bundeswehr bei MINUSMA. Oder Bundeswehr m VN-Einsatz? Bei „Die Rekruten“ war auch sofort klar was drin ist. „Bundeswehr Exclusive“ ist eine leere Worthülse.

  • Stielenpfanne   |   07. Oktober 2017 - 18:07

    Da bin ich mal gespannt… Das wäre mal ein ganz neuer Ansatz bei der Werbung unserer Truppe. Damit würde auch die mal die Kehrseite der Medallie gezeigt werden. Auch wenn ich glaube das die Videoreporter nicht alles Zeigen können/wollen. Hoffen wir einmal der trailer auf Youtube war nur ein Ausrutscher und spiegelt nicht die zu erwartende Produktion ab. Himmelherrgott war das peinlich.

  • Danyx   |   07. Oktober 2017 - 21:02

    +1 Stielenpfanne

    Der Trailer war wirklich unfassbar schlecht, fast schon zum Fremdschämen. Zudem kommt es, meiner Meinung nach zurecht, auch querschnittlich sehr schlecht an den Youtube-Kanal einfach von „Die Rekruten“ umzubenennen und damit indirekt alle Abos für das neue Format „aufzuzwingen“.
    Ich hoffe qualitativ von der Produktion knüpfen sie an „Mit Olli“, „Die Rekruten“ und ggf. noch „Auf Stube“ an und es handelt sich nur um einen Ausrutscher….

  • Fussgaenger   |   07. Oktober 2017 - 21:09

    Bei den Antworten des Chatbot („Auf Fragen antwortest Du mit Jawohl!“) habe ich kurz schmunzeln müssen… ;-)

    Na, schaun mer mal! Ich bin gespannt, ob es tatsächlich gelingt, mit diesem sensiblen Thema wieder so großes Zuschauerinteresse generieren zu können.

  • Forodir   |   08. Oktober 2017 - 13:13

    closius | 07. Oktober 2017 – 12:08
    Ob Jugendliche sich von einem tatsächlichem Auslandseinsatz begeistern lassen? Da bin ich doch skeptisch, ob die BW damit nicht nur Abenteurer und Kämpfer anlockt, welche die Ministerin ja eigentlich nicht haben will!

    Hauptsache irgendwer kommt, das Ausfiltern kann man auch später noch. Einen Anteil an Kämpfern würde der Bw (gerade in höheren Weihen) mal ganz gut tun.

  • Sascha Stoltenow   |   08. Oktober 2017 - 15:01

    So erfolgreich scheinen die Rekruten ja nicht gewesen zu sein, sonst würde die Bundeswehr sie ja nicht einstellen, oder?

  • Koffer   |   08. Oktober 2017 - 17:14

    @Sascha Stoltenow | 08. Oktober 2017 – 15:01
    „So erfolgreich scheinen die Rekruten ja nicht gewesen zu sein, sonst würde die Bundeswehr sie ja nicht einstellen, oder?“

    Dieses Argument ist glaube ich genau von Ihnen genau falsch herum aufgezogen.

    Ich denke die Aussage sollte sein: Die Serie „Die Rekruten“ war so erfolgreich, dass man das Format fortsetzen möchte!

  • Tobi   |   08. Oktober 2017 - 17:16

    Ich fühle mich ungut an das Kapitel „Hauptmann vom Wannsee“ aus der Känguru Chroniken Trilogie erinnert.

  • Delta   |   08. Oktober 2017 - 19:34

    „So erfolgreich scheinen die Rekruten ja nicht gewesen zu sein, sonst würde die Bundeswehr sie ja nicht einstellen, oder?“

    Ich bin mit fast 40 nicht die Zielgruppe von „Die Rekruten“, was ich aber so von Jugendlichen aus dem Sportverein und im Bekanntenkreis mitbekommen habe war die Serie sehr beliebt -> Zielgruppe erreicht -> Projekt erfolgreich.
    Es nur konsequent nach der Grundausbildung nun zu weiteren Themen weiterzugehen.

  • Franke E.   |   09. Oktober 2017 - 8:07

    Also ich bin da ein bisschen zwie gespalten. Einerseits finde ich diesen Schritt richtig, sowohl für künftige Rekruten, was da so auf sie zukommt. Als auch für die Bundeswehr direkt, mal zu zeigen was sie den im Ausland so macht. Als Öffentlichkeitsarbeit. Aber mit Bild zusammen, da wird mir übel. Ich kann mir da keine Seriosität vorstellen.

    @Tobi
    Ja das dacht ich auch. Wir werden es ja sehen wenn die Bahn ein Panzer-Bataillon mietet oder RTL2 eine Reality Soap macht . :D

  • Zum Heulen   |   09. Oktober 2017 - 9:47

    @ Tobi | 08. Oktober 2017 – 17:16

    Der Hauptmann vom Wannsee wäre ja noch verhältnismäßig harmlos. Ich wundere mich, dass noch niemand auf „James Bond 007 – Der Morgen stirbt nie“ als Analogie gekommen ist.

    Die Bild will Auflage, dafür muss es möglichst krachen.

    Demnächst heißt es dann: „Dieser Krieg wird Ihnen präsentiert von …“

  • Arghh   |   09. Oktober 2017 - 16:15

    Ich hoffe nur kein Vorgesetzter macht sich unglücklich und befiehlt diese Liegestützen. Stellen falscher Bilder.

  • Koffer   |   10. Oktober 2017 - 1:19

    @Franke E. | 09. Oktober 2017 – 8:07
    „Aber mit Bild zusammen, da wird mir übel. Ich kann mir da keine Seriosität vorstellen.“

    @Zum Heulen | 09. Oktober 2017 – 9:47
    „Die Bild will Auflage, dafür muss es möglichst krachen.
    Demnächst heißt es dann: „Dieser Krieg wird Ihnen präsentiert von …“

    @Franke E. und @Zum Heulen
    Man kann sicherlich die BILD kritisieren (für mich gehört sie auch nicht zu den lesenswerten Publikationen), aber wenn man eine große Personalwerbeaktion machen möchte und gleichzeitig im Nebenstoß etwas für die allgemeine „Arbeitgebermarke Bundeswehr“ tun möchte, dann ist die BILD (neben anderen Mitteln, die sicherlich auch genutzt werden!!!) ein guter Multiplikator.

    Und zudem wurde ja die Serie nicht gemeinsam mit der BILD produziert (das wäre auch vermutlich rechtswidrig, zumindest aber politisch bedenklich), sondern die BILD berichtet („promotet“) lediglich über die Bw-eigenen Serie.

    Etwas besseren kann uns doch gar nicht passieren (vermutlich haben wir ja auch genügend dafür (indirekt) bezahlt, bzw. Beziehungen spielen lassen müssen ;) )!