Dokumentation: Bundeswehr-Interview mit Merkel

In diesen Wochen kurz vor der Bundestagswahl ist die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende Angela Merkel eine gefragte Interviewpartnerin. Auch die Bundeswehr-Wochenzeitung Bundeswehr aktuell hat die Kanzlerin interviewt. Zur Dokumentation stelle ich das Interview hier ein, nach Angaben der Redaktion* wurde es schriftlich geführt – deshalb gibt es zu den Aussagen der Kanzlerin auch keine Nachfragen.

(Die Fragen sind kursiv, die Antworten Merkels in normaler Schrift):

Welche persönlichen Erfah­rungen haben Sie im Kontakt mit den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bislang gemacht?

Es ist mir sehr wichtig, mit den Soldatinnen und Soldaten, aber auch zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu sprechen. Aus den vergangenen Monaten sind mir Besuche bei Marine und Luftwaffe in bester Erinnerung. Besonders beeindrucken mich aber auch die Begegnungen im Ausland, wenn ich Bundeswehr-Angehörige bei ihren Einsätzen treffen und sprechen kann. Ich bin tief beeindruckt von dem, was da geleistet wird. Besonders wichtig sind mir auch die jährlichen Treffen mit Angehörigen von Einsatzkräften der Bundeswehr und der Polizei. Es ist großartig, mit wie viel Motivation und Leidenschaft, aber auch hoher Professionalität der oft schwierige Dienst geleistet wird.

Auf welche Resonanz stoßen nach Ihrer Erfahrung die Ein­sätze der Bundeswehr in der Bevölkerung?

Das allgemeine Klima in der Gesellschaft gegenüber den Streitkräften ist in den letzten Jahren nach meiner Einschätzung besser geworden. Gerade das Engagement der Bundeswehr im Kampf gegen den internationalen Terrorismus und auch die Diskussionen darüber haben die Menschen in meinen Augen mehr und mehr für den Begriff der Sicherheit sensibilisiert. Immer wieder versichern mir auch meine europäischen und internationalen Kolleginnen und Kollegen ihre große Hochachtung für den deutschen Einsatz vor Ort. Sie wissen ihre eigenen Truppen gern zusammen mit deutschen Soldatinnen und Soldaten im Einsatz.

Wie nehmen Sie die Verände­rungen in der Bundeswehr wahr – die Trendwenden Haushalt, Rüstung und Personal?

Es sind tatsächlich wichtige Trendwenden, die die Verteidigungsministerin in diesen Bereichen eingeleitet hat. Sie geben der Bundeswehr positiven Aufwind. Die letzten Haushalte und der Regierungsentwurf 2018 sind ein starkes Signal für die Truppe; das alles war dringend notwendig. Die Zahl der Krisenherde nimmt zu, es gibt viel Instabilität in Europas Nachbarschaft – das bedeutet für uns, dass wir mehr in unsere Sicherheit und vor allem auch die unserer Soldatinnen und Soldaten investieren müssen. Besonders froh bin ich über die Veränderungen im Bereich des Personals. Mehr als 20 Jahre wurde Personal abgebaut, nun nehmen die Einstellungen wieder zu. Das wirkt sich für die Bundeswehr auch als Arbeitgeber sehr positiv aus.

Das Weißbuch 2016 der Bundes­regierung hat die rasanten globalen Veränderungen aufge­griffen und daraus resultierend neue wichtige Akzente für die Zukunft gesetzt. Worauf kommt es künftig für Deutschland an?

Das Weißbuch von 2016 beschreibt jetzt den Rahmen, innerhalb dessen sich deutsche Sicherheitspolitik vollzieht und nennt die zukünftigen Gestaltungsfelder. Wichtig ist, dass wir in Europa erkennen, dass wir für unsere eigene Sicherheit verantwortlich sind. Gleichzeitig müssen wir unser Engagement in der Krisenprävention weiter ausbauen und an den Ursachen ansetzen, zum Beispiel über die vielfältigen Formen der Entwicklungszusammenarbeit oder auch, indem wir Sicherheitskräfte unserer Partner ertüchtigen. In diesem Sinne hat die Bundesregierung auch vor Kurzem neue Leitlinien zur Krisenprävention, Konfliktbewältigung und Friedensförderung verabschiedet.

Welchen Weg sollten Deutsch­land und seine Partner künftig bei der Europäischen Verteidi­gung gehen?

Europa wird in der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik mehr Verantwortung übernehmen. Ein Beispiel ist der europäische Verteidigungsfonds, den wir ausdrückich begrüßen. Deutschland und Frankreich haben sich in den letzten Monaten über die gemeinsame europäische Verteidigungspolitik intensiv abgestimmt und gemeinsame Vorschläge eingebracht. Gemeinsame europäische Entwicklung, Kompatibilität der Systeme, bessere und gemeinsame Verwendung – das müssen die Schritte sein, mit denen wir unsere Sicherheit dann auch besser gewährleisten können.

Die transatlantischen Bezie­hungen unterliegen einem sehr dynamischen Wandel. Welche Akzente müssen die europäi­schen NATO­-Partner künftig im Bündnis setzen?

Das Bündnis ist für uns von großer Bedeutung. Wir haben zwischen allen NATO-Mitgliedstaaten 2014 in Wales gemeinsam beschlossen, unsere Verteidigungsausgaben in Richtung der zwei Prozent zu entwickeln, und haben dazu im letzten Jahr unseren Verteidigungsetat gesteigert. Es geht bei der Finanzierung von Streitkräften nicht nur um Beiträge zur NATO, sondern auch um europäische Beiträge, zum Beispiel in Afrika. Dabei geht es um UNO-Missionen und EU- Trainingsmissionen. Es geht also um Verteidigungsausgaben insgesamt als eine Säule eines umfassenden Sicherheitskonzepts.

Die Bundeswehr übernimmt gemeinsam mit ihren Partnern in Osteuropa mehr und mehr Verantwortung – rechnen Sie künftig mit einer Ausweitung des Engagements?

Die Pläne der NATO zur Rückversicherung unserer östlichen Bündnispartner rühren aus deren berechtigten Sorgen um ihre Sicherheit, insbesondere aus- gelöst durch das russische Vorgehen in der Ukraine. Auf dem NATO-Gipfel 2014 in Wales haben wir beschlossen, die Reaktionsfähigkeit und Einsatzbereitschaft des Bündnisses zu erhöhen. Das Ziel dieser Beschlüsse war und ist, die Verteidigungsfähigkeit des Bündnisses deutlich sichtbar zu machen. Wir haben auch immer gesagt, dass wir alle gleichzeitig alle Gesprächskanäle mit Russland offenhalten. Abschreckung und Dialog gehen aus unserer Sicht miteinander einher: Das klare Bekenntnis zur Solidarität mit unseren Bündnispartnern gemäß Artikel 5 des NATO-Vertrags und die ausgestreckte Hand zum Dialog sind keine Gegensätze.

Sie verleihen dem Engagement für Afrika eine ganz besondere Bedeutung – ist das eine Jahrhundertaufgabe?

Sie wird uns jedenfalls langfristig beschäftigen. Die Afrika-Politik der Bundesregierung ist das Resultat intensiver Gespräche von zahlreichen Beteiligten und Entscheidungsträgern in Deutschland mit afrikanischen Partnern und mit Drittländern. Mit den Afrikapolitischen Leitlinien der Bundesregierung haben wir dieser Politik bereits im Jahr 2014 einen umfassenden Rahmen gegeben. Wir dürfen hier jedoch nicht stehenbleiben. Wir müssen uns den vielfältigen Herausforderungen in Afrika gemeinsam mit unseren Partnern stellen, um eine friedliche und nachhaltige Entwicklung auch im Sinne der UNO-Agenda 2030 zu erreichen. Mit den EU-Migrationspartnerschaften haben wir einen Schwerpunkt auf die Eindämmung der von kriminellen Schleppern und Schleusern organisierten illegalen Migration, die bereits Tausende das Leben gekostet hat, gelegt. Wir haben Maßnahmen auf den Weg gebracht, die helfen können, die Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu vermindern. Wir haben unser Engagement zur Stärkung von Frieden und Sicherheit in Afrika sowohl im zivilen als auch militärischen Bereich aus- gebaut. Und wir haben Afrika zu einem Schwerpunkt unserer G20- Präsidentschaft gemacht. Ziel ist es unter anderem, mehr private Investitionen für afrikanische Partnerländer zu generieren, die vor Ort zu nachhaltiger Entwicklung und Beschäftigung beitragen.

Müssen sich die Bürgerinnen und Bürger darauf einrich­ten, dass Deutschlands Anti­-Terrorkampf eine Dauerauf­ gabe ist?

Wir alle haben erlebt, dass in den letzten Monaten und Wochen in Deutschland und Großbritannien sowie auch in Belgien, Frankreich und vielen anderen Ländern terroristische Anschläge zu beklagen waren. Dieser gemeinsamen Herausforderung müssen sich auch die Europäische Union sowie andere Organisationen wie die NATO und UNO annehmen. Auch wenn der IS in Syrien und Irak erfolgreich zurückgedrängt wurde, stellt der Terrorismus weiterhin eine enorme Bedrohung für die gesamte Region dar. Einem ähnlichen Szenario stehen wir in Afghanistan gegenüber. Auch wenn das Land Fortschritte gemacht hat, selbst für seine Sicherheit sorgen zu können, erfordern die aktuellen Rückschläge auch dort die weitere Unterstützung durch die internationale Gemeinschaft. Wir sind dazu bereit, uns auch zukünftig an der internationalen Terrorismusbekämpfung zu beteiligen

* Das Interview wurde schriftlich geführt, das heißt das Kanzleramt hat die von der Redaktion der Bundeswehr eingereichten Fragen schriftlich beantwortet, wie aus einem Bildtext hervorgeht:

Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel die vorab an sie gerichteten Fragen schriftlich beantwortet hatte, nahm sie sich in ihrem Arbeitszimmer im Bundeskanzleramt kurz Zeit für ein Gespräch mit der Chefredakteurin der Redaktion der Bundeswehr, Andrea Zückert, und Parlamentskorrespondent Jörg Fleischer.

(Archivbild:  Merkel im Gespräch mit Kampfschwimmern während ihres Besuches der Marine in Kiel am 19.01.2016 – Bundeswehr/Matthias Letzin)

22 Gedanken zu „Dokumentation: Bundeswehr-Interview mit Merkel

  1. Da die Kanzlerin ausdrücklich auch die EU und DEU Anstrengungen in puncto Migrationsbegrenzung ansprach geht, da MALI-Faden nicht aktiv, der Hinweis auf offensichtliche Dislozierung von MANTIS in Mali durch.
    Weshalb allerdings ohne 35mm, also nur in Sensorfunktion, wirkt unverständlich. Die 35mm bietet aktiven Schutz auch gegen Boden gebundene Anschläge.
    http://www.janes.com/article/73209/bundeswehr-plans-first-deployment-of-mantis-to-mali#.WZcs5_PdoZU.twitter

    [Dass Mantis nach Mali verlegt wird, hatte die Bundeswehr bereits mehrfach mitgeteilt, u.a. im März (hier auf S.3). Allerdings dabei nicht so laut gesagt, dass nur die Sensoren in den Einsatz gehen. Ansonsten ist das in diesem Thread eher ein wenig OT… T.W.]

  2. Aha!
    Die Fragen wurden also nur schriftlich beantwortet.
    So viel Stellenwert hat die Bundeswehr also bei der Kanzlerin? Oder war / ist ihr Kalender so eng gestrickt das es nicht mal mehr dafür gereicht hat.
    Als Zeuge des Dienstantrittsbesuches beim deutschen Heer (2005 Letzlinger Heide) durfte ich das gesteigerte Interesse selbst erkennen.
    Trendwende: „Mehr als 20 Jahre wurde Personal abgebaut, nun nehmen die Einstellungen wieder zu.“
    Dazu brauchte es also mehr als 12 Jahre um dies auch festzustellen?
    Und zum Thema Afrikapolitik gehe ich erst gar nicht ein. Ich erkenne gar keine Politik.
    Aber egal, auch hier ist Wahlkampf. Da kann man der Truppe auch mal den Rücken mit wohlwollenden Worten stärken.

  3. @0815
    Wenn sie schlau ist, was zutrifft, geht’s nur schriftlich. Von der Sache versteht sie nämlich nicht nur nichts, sondern gar nichts.
    Die IBuK hat in der Kanzlerin Namen antworten lassen.
    Selbst die Verschriftlichung zeigt nur im Ungefähren anschauliche Nähe zu deutscher Sicherheitspolitik. Zu deutschen Streitkräften, ihrer Fähigkeits- und Auftragslage ist nichts nicht einmal hinein interpretierbar, denn „Wir sind dazu bereit, uns auch zukünftig an der internationalen Terrorismusbekämpfung zu beteiligen“ bleibt nur benutzerfreundlich wohlfeil.
    Der Satz „Die Pläne der NATO zur Rückversicherung unserer östlichen Bündnispartner rühren aus deren berechtigten Sorgen um ihre Sicherheit, insbesondere aus- gelöst durch das russische Vorgehen in der Ukraine“ trifft zu. Spätestens an dieser Stelle wäre Chance gegeben, den erneuerten Fokus auf Fähigkeiten von Bündnis- und Landesverteidigung herauszustellen, aber Nein!
    Auf den Gegenstand Bw als letztlichem Vertreter der Äußeren Sicherheit wird Gegenständliches aus Kanzlermund nicht erklärt.

    DEU SIPO hat sich, allerdings spätestens seit MILOSEVIC schon, in ihrer Filterblase der Beliebigkeit, des Unkonkreten wohlig eingerichtet. Wichtig, wir sind dabei, irgendwie, der Bürger darf aber nicht aufgeschreckt werden. (In diesen Kontext passt auch MANTIS ohne BMK geradezu beispielhaft)
    Kein Grund zur Aufregung also, Normalität, zumal von der Kanzlerkonkurrenz mit Leugnung 2%-Ziel-Verbindlichkeit noch zuzeiten Schröders, nur noch weniger erwartbar ist.
    Wie Sie schon sagen, „Aber egal, auch hier ist Wahlkampf“; sie hat sich geäußert, To-Do-Liste ein grüner Haken mehr!

  4. Ich will das nicht auseinanderpflücken, aber für ein schriftliches Interview weist es zu viele Passivkonstruktionen und passive Verben auf. Das beginnt mit „Mehr als 20 Jahre wurde Personal abgebaut“. Selbstverständlich wird sie nicht sagen, dass sie als Kanzlerin für 16 Jahre Personalabbau verantwortlich ist. Der aufmerksame Leser merkt sofort, dass sich die Bundeskanzlering hier ihrer Pflicht entzieht.

    OT: Was machen eigentlich die Panzerhaubitzen? Ist der Autoloader mittlerweile voll funktionsfähig?

    [Was haben die Panzerhaubitzen mit diesem Interview zu tun?? T.W.]

  5. Hat jemand wirklich allen Ernstes fundierte fachliche Aussagen aus einem Interview mit der Kanzlerin im Wahlkampf erwartet? Wohl kaum, wuerde man von ihren Konkurrenten wohl auch nicht bekommen.
    Hinterher wird man noch anseinen Aussagen gemessen, wie schrecklich.

  6. Geht es nur mir so oder fehlen da wirklich die Fragen zu den Ereignissen, die eigentlich in den letzten Wochen/Monaten mit Blick auf die Bundeswehr medienbeherrschend waren?

  7. @Andreas: Nein, es geht nicht nur Ihnen so. Die Fragen sind viel zu harmlos und gehen an den tatsächlichen Problemen der BW vorbei. Fragen nach der Tradition der BW, rechtsextremisten in der BW, ob die Durchsuchungen nicht zu weit gegangen sind, ob eine Ministerin im Amt bleiben kann, die das Vertrauen der Truppe verloren hat, die Materialprobleme der BW, ob die BW nicht neue Hubschrauber braucht, wenn der Tiger weiterhin nicht fliegen darf und den Piloten der Verlust der Fluglizenzen für den Tiger droht? Oder ob die Abschaffung der Wehrpflicht nicht ein Fehler war, weil jetzt kein Querschnitt der Bevölkerung mehr zur Truppe geht und damit eher rechte Probleme auftreten können?

    Oder daß 2 % ausgeben zu wollen nichts bringt, wenn die Beschaffung von MEADS, MKS 180 oder Kampfdrohnen gescheitert ist und es der Truppe von Panzern bis Nachtsichtgeräten an Material fehlt, ob das Rüstungsbeschaffungswesen nicht völlig neu aufgestellt werden muss? Oder wie man verhindern will, daß das Material der Truppe verfällt, weil Konkurrentenklagen und Kartellamt eine rechtzeitige Beschaffung verhindern?

  8. @closius

    Das sind Fragen an die Ministerin und an die Parteien, aber m.E. eher keine an die Kanzlerin. Da kennen wir wohl alle die Antworten.

    Von der Kanzlerin hätte ich gerne gewußt wie es mit den Einsätzen und internationalen Kooperationen weiter geht. Was hat eine Regierung unter Ihrer Kanzlerschaft mit uns vor?

  9. @Zimdarsen: Da fehlt aber auch die Frage an die Kanzlerin, wie es es beim BW-Einsatz im inneren weiter gehen soll, nachdem Herr Seehofer weiterhin den BW-Einsatz im inneren fordert und die BW zum bundesweiten Objektschutz einsetzen will.

    Allerdings wäre es mir neu, daß die BW in Sachen Objektschutz gut ausgebildet, wovon Seehofer ausgeht.

    Denn außer dem Objektschutzregiment der Luftwaffe und den Feldjägern hat die BW ja gar keine Truppen für den Objektschutz mehr. Alle Sicherungsbataillone sind längst aufgelöst worden.

  10. @closius | 20. August 2017 – 11:39

    Guter Ansatz . Aber sie glauben doch nicht allen ernstes das ein Durchhalteblatt a la Bundeswehr aktuell solche „Brandfragen“ gestellt hätte?
    Ich glaube das der Versuch recht zügig „verworfen“ würde…
    Man möge mir bitte die Bezeichnung Durchhalteblatt entschuldigen. Im Jargon einiger wird es immer noch so genannt.

    Vielleicht sollte Herr Seehofer einmal mit dem in der Landeshauptstadt ansässigen Kommandobehörde vor Ort reden. Hilft vielleicht beim Durchblick ;-)

    @Zimdarsen | 20. August 2017 – 14:05
    „Was hat eine Regierung unter Ihrer Kanzlerschaft mit uns vor?“
    Genau. Das interessiert wohl nicht nur uns beide ;-)

    BTW: Da hätten Fragen (so vermute ich) des DBwV mehr „v0“ gehabt.
    Ob sich der DBwV jedoch auf solche politischen Spielchen einläßt kann ich nicht beurteilen. Wäre aber m.E. schon eine gute Sache um allen zugelassenen Akteuren der kommenden Wahl mal etwas auf den Zahn zu fühlen.

  11. @Closius

    Dafür kaufen wir doch nun unsere EU-/NATO-Partner oder es übernehmen dann gleich andere (siehe AFG-Mongolen).

    @0815

    Ja, manchmal will man durch Fragen keine Antwort, sondern eine Reaktion ;-)

  12. Es gibt ein Interview von General a.D. Domröse, „Welt in Undordnung“ in der SZ, wonach dieser die „smart defence“ und das „Pooling & Sharing“, was in Sachen Verteidigung besonders von der Verteidigungsministerin verfolgt wird, für gescheitert erklärt. Die Bürger bräuchten tatsächliche Fortschritte, daß ihr Geld zu mehr Sicherheit führt.

    Daß die Nato auch in Asien aktiv werden soll, mit Marinestreitkräften, kann ich mir nicht vorstellen, daß die Kanzlerin da mitmacht.

    Nicht folgen kann ich Domröse, wenn er behauptet, daß seine unabhängige und starke Ukraine auch im Interesse Rußlands sei. Ich behauptet, daß sieht Rußland völlig anders und will eine schwache und ein möglichst von ihm abhängige Ukraine.

  13. @closius

    „Nicht folgen kann ich Domröse, wenn er behauptet, daß seine unabhängige und starke Ukraine auch im Interesse Rußlands sei. Ich behauptet, daß sieht Rußland völlig anders und will eine schwache und ein möglichst von ihm abhängige Ukraine.“

    Sie verwechseln das Mögliche Interesse (zB Wohl der Bürger) mit dem Interesse der Regierung/Präsidenten.

    Ein der Freiheit und des Rechts verpflichteter Anrainerstaat ist grundsätzlich immer im Interesse seiner Nachbarn ;-)

    Ob die NATO, wenn diese sich so weiter entwickelt, noch im Interesse unserer Bürger ist, wird ggf, evtl, uU fraglich.

  14. @closius | 21. August 2017 – 8:43
    Auszug der SZ…
    „Ihre Vorgesetzten, die im Wahlkampf auch über den Sinn der Truppe diskutieren, haben die Aufgabe, beste Bedingungen zu schaffen und ihnen den Rücken zu stärken.“

    ..und in diesem Zuge auch Wahlversprechen einzuhalten ;-)
    Im Prinzip müsste Gen.a.D Domröse dies gar nicht ansprechen müssen. Es sollte ein politisches Selbstverständnis sein.

    Zum Thema ASIEN kann man geteilter Meinung sein. Richtig oder Falsch? Das wird man erst wissen wenn man auf Grund gelaufen ist oder der Kahn weiter schippert. Klar ist jedoch das die Handelswege frei gehalten werden sollen. Die Lage ist ohnehin derzeit „etwas Fragil“.
    Im Vergleich mit Afrika haben wir schon verloren. Der Kuchen ist bereits aufgeteilt.
    Was die friedliche Nutzung / Verteilung der Rohstoffe auf diesem Planet angeht sehe ich nicht besonders rosig.

    Unabhängige und starke Ukraine:
    Ich denke er spielt hier auf eine politische stabile Ukraine an. Die grenzt m.E nicht die Russischen Minderheiten ab sondern eher ein.
    Die Schutzbegründung derer, entstand ja auch durch stark nationalistisch geprägtes Gedankengut in der Umbruchphase. Etwas mehr gemäßigtes Vorgehen einzelner hätte u.U. die Sache nicht so eskalieren lassen.
    Die Schuldzuweisungen in diesem Fall Maße ich mir nicht an.

  15. Gut, dass es noch „tatsächliche“ Probleme gibt.
    Ist sogar bei Welt.de eine dicke Nachricht wert. Ansonsten läuft’s offenbar. Aber Bekleidungsmängel sind ja auch Aus-Rüstungsmängel.
    Operation Hose – Die Bundeswehr im Papier-Krieg

  16. Hat die Frau merkel denn auch gefragt wieviel des gezeigten Materials in der BW auch vollumfänglich und jederzeit für alle verfügbar ist? Stichwort Funk und nachtsicht.

  17. @Dante | 21. August 2017 – 14:06

    Nein hat sie nicht. Warum auch. Sie wurde doch befragt.
    Hierzu wäre die Verteidigungsministerin die richtige gewesen um darauf Antworten zu erhalten.

    btw
    Heute wurde wohl die Gamescom in Köln durch die Kanzlerin eröffnet. Angesprochen wurde auch das dortige Publikum….Chancen für die Software-Industrie, Kfz-Industrie, Medizinische Anwendungen.
    Bundeswehr und virtuelle Anwendungen ? Fehlanzeige:-(
    Naja…das Publikum auf dieser „Zockermesse“ war wohl evtl. nicht der richtige Personenkreis um Cyberkrieger zu werben.

  18. @0815 | 22. August 2017 – 23:40:

    Wenn ich mich richtig erinnere hatte die Bundeswehr letztes Jahr einen Karriere-Stand auf der Gamescom. Einschl. Boxer in der imho SAN-Version.
    Wuerde mich nicht wundern, wenn die wieder da sind, nur halt medial nicht gemeinsam/zusaetzlich zur Kanzlerin wahrgenommen wurden.

  19. Die mediale Aufmerksamkeit war im Grunde nur PR. Die Kanzlerin hat offenbar nicht die Zeit genommen, möglicherweise auch für sie kontroverse Stände zu besuchen wie Wolfenstein 2 oder Call of Duty, sondern Photos mit Cosplayern, Virtual Reality, zwei, drei Branchergespräche und Minecraft im Unterricht waren Programm. Im Kanzler-Podcast hat sie erklärt, dass „Computerspiele als Kultur- und Wirtschaftsgut einen wachsenden Stellenwert genießen“. Computerspiele sind offiziell keine Kulturgüter, Merkel könnte das ändern. Unmittelbar nach der Eröffnung ist sie bereits wieder abgereist zu (anderen) Wahlkampfterminen. Das Podium „Politiker äußern sich zur Videospielkultur“ durften andere übernehmen.

    Im Ernst: Wann hat diese Frau einmal konkrete Ansagen gemacht? Sie delegiert, hält sich selbst im Hintergrund. Hätte es das Interview gegeben, wenn kein Wahlkampf wäre? In diesem Sinne ist die Bundeswehr nur ein Makel für Merkel, denn es kann wirklich positive Meldungen sind nicht absehbar (abgesehen von der Abschaffung der Wehrpflicht).

  20. Indirekt mit der Kanzlerin verknüpft: (vmtl. etwas OT)

    Es findet eine Sommerreise 2017 statt, die u.a. auch nach Eckernförde führt. Medienwirksam wird dann kurz vor der Wahl erklärt was alles besser werden soll oder wird.

    zum Vergleich: „Bei ihrem Besuch im Sommer 2014 wurde schnelle und vor allem unbürokratische Hilfe zugesagt. Die kam leider bis heute nicht.

    Fassungslos jedoch macht mich, das der einfache Obermaat (ich bitte dies nicht falsch zu verstehen), mit vollen Name, Funktion, dazu noch vermutlich in der OPZ des U-Bootes gefilmt und die Technik dort ungefiltert präsentiert wird. Das die Firma LITEF kein Brotbackautomaten und Hagenuk keine Mikrowellenherde herstellt dürfte auch klar sein. 1+1 ergibt halt nicht 11, genauso wenig wie 2+2 nicht 5 ist!

    Das muss ich nicht mehr verstehen…

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