G20-Gipfel in Hamburg: Zum falschen Zeitpunkt mit dem Transportpanzer unterwegs (Update)

Der G20-Gipfel in Hamburg, sowohl die politischen Ereignisse als auch die gewalttätigen Auseinandersetzungen drumrum, interessieren mich zwar als Staatsbürger, sind aber kein Thema für Augen geradeaus!. Anders sieht das aus, wenn die Bundeswehr ins Spiel kommt, und da schreckt das Foto oben doch auf: Drei Transportpanzer Fuchs, so die Aussage des Fotografen, fahren durch die Hamburger Vororte.

Die Polizei Hamburg hat via Twitter zwar sofort versichert, ein Einsatz der Bundeswehr in der aktuellen Lage in der Hansestadt sei schon rechtlich nicht möglich:

… und das deckt sich ja auch mit der Rechtslage. Dennoch habe ich nachgefragt:

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden am heutigen Freitag drei Fuchs-Transportpanzer im Westen Hamburgs von einer Kaserne in eine andere verlegt, weil dort mehr Platz sei.

Es handele sich um Fahrzeuge, die die Bundeswehr als geschützten Transportraum auf Anfrage der Hamburger Behörden bereithalte; sie seien nicht in einem wie auch immer gearteten Einsatz gewesen. Die Bundeswehr hatte vor dem Gipfel 46 Anfragen der Hamburger Behörden für technische Amtshilfe erhalten; dazu gehörte auch die Frage nach dem Landungsboot Lachs.

Natürlich stellt sich die Frage, welcher militärische Führer in der aktuellen Situation eine solche Verlegung anordnet. Und ob die Verantwortlichen keine aktuellen Nachrichten zur Kenntnis nehmen…

Falls weitere Details dazu kommen, gibt’s ein Update.

Nachtrag: Es gibt da gewisse Inkonsistenzen bzw. leicht abweichende Aussagen. Die Kollegen vom shz-liveblog (Link aus bekannten Gründen nicht) melden dazu:

Ich habe mit Oberstleutnant Klaus Brandel gesprochen, was es mit den Panzern auf sich hat. Der Bundeswehrsprecher betont: Es handelt sich bei der Fahrt der Fuchs-Radpanzer nicht um einen Einsatz gegen G20-Demonstranten. Es wird Natodraht von der Führungsakademie zur Reichspräsident-Ebert-Kaserne gebracht. „Bei der angespannten Sicherheitslage wollen wir die eigenen Anlagen besser schützen“, erklärt Brandel. Die Kaserne liegt etwas außerhalb in Iserbrook.

Ich bemühe mich da mal um Klärung.

Update: Die Füchse wurden von der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne der Führungsakademie über drei Kilometer in die Reichspräsident-Ebert-Kaserne verlegt, und dort stehen sie weiterhin. Grund zwar die bessere Abstellmöglichkeit in der Kaserne in Hamburg-Osdorf; und NATO-Draht hatten die Fahrzeuge ausstattungsgemäß auch an Bord.

(Dringende Bitte, jetzt nicht hier eine Gesamtdebatte über G20 und Ausschreitungen zu beginnen – das ist in diesem Blog nicht das Thema. Danke.)

 

An der Heimatfront · 14:42h ·  ,

78 Kommentare zu „G20-Gipfel in Hamburg: Zum falschen Zeitpunkt mit dem Transportpanzer unterwegs (Update)“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   07. Juli 2017 - 20:06

    Der Meinungsaustausch von „… jetzt rollen Bundeswehrpanzer durch Hamburgs Westen …“ kommt einem Erkenntnisgewinn zum Austausch über den Geschmack holländischer Treibhaus-Tomaten oder amerikanischer Nachmittags-Soaps gleich.
    Schade wirklich nur, es sind immer gleich „PANZER“, womit in den verqueren Hirnen sofort KAMPF-Panzer assoziiert werden.
    Aber, bad news=good news.

  • Andreas   |   07. Juli 2017 - 21:08

    @Koffer | 07. Juli 2017 – 17:27

    „1. Meistens ist da große Klappe und wenig dahinter.
    2. …“

    Ich bin da ganz d´accord. In Bayern war die Lage auch relativ ruhig. In HH allerdings möchte ich da aktuell nach Dienstschluss nicht mit Uniform auf die Strasse gehen. Nicht allein und auch nicht mit Waffe.

  • Hamburger   |   08. Juli 2017 - 0:11

    Mal zwei Anmerkungen zur Baudissin-Kaserne:
    1. Da ist Freitags um spätestens1 Dienstschluss, das Landeskommando in der Ebert-Kaserne ist länger besetzt und wenn der Kasernenkommandant die Fahrzeuge bis Dienstschluss vom Hof haben möchte, fahren die nunmal um 12:30 los.
    2. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Entscheidungen getroffen werden, während wie bei Journalisten oder Zivlilisten zu Hause N24 läuft. Die militärischen Entscheidungsträger haben während des Dienstes kaum/ keine Fernseher zur Verfügung, WLAN für bessere Infos ist auch nicht verfügbar -> also kaum Livebilder vorhanden.

  • T.Wiegold   |   08. Juli 2017 - 0:28

    @Hamburger

    Unabhängig von diesem konkreten Fall: Eine gewisse situational awareness erwarte ich von militärischen Entscheidungsträgern schon, auch in solchen Situationen, oder?

  • Hamburger   |   08. Juli 2017 - 0:33

    @ T.W. Wäre vielleicht mal gut für ein Thema eines Medientrainings ;)

    Oft schauen nur die Soldaten im Internet nach aktuellen Geschehnissen, die nicht in den Entscheidungsprozess involviert sind, auf dem „Kommandodeck“ ist man zu „beschäftigt“ dafür.

  • Lt d.R.   |   08. Juli 2017 - 1:53

    @T.W.
    Schonmal überlegt, daß die „situational awareness“ vorhanden war / ist und die Verlegung einen Grund hat? Nochmal, es kann und darf nicht sein, daß die Bundeswehr durch solche Vorkommnisse wie in Hamburg in ihrem Handlungsspielraum eingeschränkt wird. Zumal man für „Technische Amtshilfe“ zur Verfügung steht.

    Und gerade da TPz Fuchs durch die Stadt fuhren und keine 2t LKW tmil lässt ja darauf schließen, daß man sich durchaus der Lage bewusst ist. Entweder wurde hier Material verlegt oder das Fahrzeug ansich oder beides. Aber egal was, weder muss man sich dafür rechtfertigen noch ist dies verboten und ganz sicher sorgt es auch für keine Eskalation der Lage, das schafft der „Schwarze Block“ auch ohne jegliche Anwesenheit von staatlichen Kräften. Die brennenden Kfz im mehrfachen Dutzend beweisen dies ehr eindringlich. Die Fahrt der TPz von A nach B ist einfach als „normal“ zu betrachten, offenbar ist die Presse und auch sie dazu nicht in der Lage.

  • Exil Hamburger   |   08. Juli 2017 - 8:47

    @Hamburger

    So, so Hamburger.

    1. Die Dienststelle, die nun im Focus des medialen Interesses steht, hat durchaus kommunikative Mittel, um sich über aktuelle Lagebilder zeitnah zu informieren. Vorhanden ein Lagezentrum, sowie eine gut funktionierende Pressestelle mit gut ausgebildeten Fachpersonal, die wie kann es anders sein, auch den Fernseher haben laufen lassen. Ich erachte es als irritierend Herrn Wiegold ein Medientraining für das dortige Personal vorzuschlagen.
    2. Der Pressestabsoffizier und sein Team ist beratend und spricht Empfehlungen aus. Was im Grunde die Entscheungsträger mit den Empfehlungen des Presseteams umsetzen, liegt in deren Verantwortung.
    3.@Th. Wiegold
    Bin ich mit Ihnen voll in der Spur. Für mich der Supergau, während solch einer Lage Füchse durch die Straßen HH zu verlegen, wenn man doch weiß, Smartphone Is watching you!

  • T.Wiegold   |   08. Juli 2017 - 8:50

    @Lt. d.R.

    Ich vermute mal, der letzte Satz gilt (ungeachtet der falschen Rechtschreibung) mir: Nein, ich bin nicht in der Lage, es als normal zu betrachen, dass Tranportpanzer durch die Stadt fahren. Und ich hoffe, wir werden nicht dazu kommen, das als Normalität zu sehen.

  • Heiko Kamann   |   08. Juli 2017 - 8:53

    @Lt d.R.
    Ich zitiere mal den Sprecher der Bundeswehr Hamburg, OTL Brandel:
    „Die Verlegung erfolgte ausschließlich aus Platzgründen.“ Eigentlich seien die Radpanzer vom Typ Fuchs an der Generalleutnant-Graf-von-Baudissin-Kaserne abgestellt gewesen, aber an der Reichspräsident-Ebert-Kaserne gäbe es schlichtweg mehr Platz. Daher habe man entschieden, die Fahrzeuge umzuparken. „Das geschah zugegebenermaßen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.“

  • Georg   |   08. Juli 2017 - 10:29

    Vielleicht denke ich zu einfach, aber ich sehe immer noch nicht das Problem. Wäre um diesbezügliche Aufklärung dankbar.

  • Koffer   |   08. Juli 2017 - 12:39

    @Georg | 08. Juli 2017 – 10:29
    +1

    Ich verstehe auch noch nicht, warum wir einen so unwichtigen Vorgang wie die Verlegung von drei (!) unbewaffneten (!) Transport(!)Panzer von einer Kaserne kilometerweit entfernt von der Krise in eine nahgelegene andere noch (etwas) weiter entfernte Kaserne als Problem betrachten.

    Aber naja, wenn wir sonst keine Probleme haben ;)

    [Wa-Ge | 08. Juli 2017 – 11:45 im CAP-Faden]
    „Material fährt selten alleine durch die Gegend, bei dem Platz kann es sich auch um Personal gehandelt haben. Unterkunftskapazitäten etc.

    Und was Entfernung angeht: Weiter weg kann bei besserer „verkehrstechnischer“ Anbindung durchaus „näher“ dran sein (bezogen auf Fahrzeit).“]

    @Wa-Ge | 08. Juli 2017 – 11:45
    „Material fährt selten alleine durch die Gegend, bei dem Platz kann es sich auch um Personal gehandelt haben. Unterkunftskapazitäten etc.“

    Gutes Argument. Zudem kann es auch operative Gründe, die in indirektem Zusammenhang mit „Platz“ stehen haben. Wie @klabautermann 11:36 im CAP Faden vollkommen richtig anmerkte wurden die TPz von einer Kaserne mit reinem Lehrbetrieb in eine Kaserne verlegt in dem Feldjäger stationiert sind (und das LKdo). Möglicherweise wollte man die TPz also auch näher an den (potenziellen) Einsatzkräften und/oder der (potenziellen) Einsatzleitung haben.

    Und was den Platz angeht eine weitere Spekulation: Wie bereit weiter oben angemerkt wurde, wurden die TPz wohl Freitagmittag nach „üblichem“ Dienstschluss verlegt. D.h. vielleicht (rein spekulativ, aber wir machen hier ja eh nichts anderes als über einen vollkommen unwichtigen Vorgang zu spekulieren) wollte man einfach nach turnusgemäßer „Leerung“ der REK um 1155 Uhr den Platz besser mit operativen „Assets“ füllen?!

    Ehrlich gesagt: ich bin mir ziemlich, dass der zuständige Vorgesetzte seine Gründe gehabt haben wird und wer hier ernsthaft fordert, das wir operative Entscheidungen davon abhängig machen sollen wer mit einem Mobiltelephon Bilder von 3 (!) TPz im fernen Westen der Hansestadt macht, der sollte vielleicht auch darüber nachdenken den Randalieren die goldenen Schlüssel zur Stadt auszuhändigen!

    „Und was Entfernung angeht: Weiter weg kann bei besserer „verkehrstechnischer“ Anbindung durchaus „näher“ dran sein (bezogen auf Fahrzeit).“

    In diesem Fall aber nicht, denn sowohl die GBK, als auch REK liegen an der gleichen „Verkehrsader“ und sind so oder so ja auch nur 2 (3?) km von einander entfernt.

    Die einzige Möglichkeit für eine (minimal) bessere verkehrstechnische Situation sind die fünf (!) Minuten kürzere Fahrzeit näher zur Elbchaussee.

  • T.Wiegold   |   08. Juli 2017 - 13:50

    @all, erneut:

    Ich kann zwar das Bedürfnis nachvollziehen, die Ereignisse in Hamburg (jenseits der begrenzten Thematik hier) zu diskutieren; bitte aber um Verständnis: Das sprengt die Grenzen dieses Blogs aber bei Weitem, und zudem gibt es dafür viele andere Möglichkeiten.

    (wg. einiger Kommentare in diese Richtung, die in der Schlange stehen.)

  • Hans Schommer   |   08. Juli 2017 - 14:02

    Meine Güte – wer glaubt denn hier wirklich an diese „mehr Platz“ – Begründung!? Da hat einer die Lageentwicklung verfolgt, mitgedacht und die drei TPz aus einer zivil „bewachten“ Liegenschaft in eine verlegen lassen, wo es noch Truppenpräsenz und (m.Erinnerung nach) auch noch Kfz-Hallen gibt. Von mir vermutetes Ziel: „Materialerhaltung“ im Wortsinn. Denn auch TPz lassen sich problemlos abfackeln. Und ich finde die Entscheidung absolut richtig.
    Die wäre sicher auch schon vor dem Gipfel getroffen worden, wenn man die perversen Aktivitäten dieser Terrorbande „Schwarzer Block“ hätte vorhersehen können. Dem war aber nicht so – und bei diesem speziellen Mangel an Vorstellungskraft befindet sich die Bw in bester Gesellschaft.
    Somit zu T.Wiegold | 08. Juli 2017 – 0:28:
    „@Hamburger
    Unabhängig von diesem konkreten Fall: Eine gewisse situational awareness erwarte ich von militärischen Entscheidungsträgern schon, auch in solchen Situationen, oder?“
    Ihre Erwartungshaltung wurde m.E. erfüllt.
    Hans Schommer

  • markus d.Ä.   |   08. Juli 2017 - 14:38

    nachdem sich die bundeswehr in und um Heiligendamm willig zur Einschüchterung der friedlichen* Demonstranten einsetzen ließ (Tornados im Tiefflug, symbolische postierung auf AB Brücken usw … die älteren erinnern sich), ist eine kritische betrachtung solcher Verlegungen durchaus angebracht. so es nix zu sehen gibt, kann man dann ja immer noch weitergehen …

    *die erlebnisorientierten Krawalltouristen dürfte sowas eher in eine gewisse angespannte vorfreude versetzen, man ist ja nicht zum spass da …
    radikalpazifistische müslimuttis aus Prenzlberg mit häkeltranspi schon eher.

  • Lt d.R.   |   08. Juli 2017 - 15:15

    @T.W.
    Ja, der letzte Satz galt auch Ihnen hinsichtlich der angesprochenen Personen.

    Nochmal, ob die Verlegung im Zusammenhang mit dem G20-Gipfel steht, muss die Bundeswehr nicht nach außen kommunizieren. Genausowenig muss sie begründen, warum sie diese Fahrzeuge verlegt. War es aus einsatztaktischen Gründen hinsichtlich der möglichen Amtshilfe, sollte dies noch viel weniger öffentlich breitgetreten werden.

    Daß aber auf Mittel der Bundeswehr zurückgegriffen wird oder zurückgegriffen werden kann, ist doch spätestens beim Vergleich mit dem G8-Gipfel in Heiligendamm nichts neues. Also ist es normal, diese Mittel auch im öffentlichen Raum zu sehen. Weder sind Waffen auflaffetiert noch eine Horde bis an die Zähne bewaffneter Infanteristen zum aufgesessenen Kampf erkennbar. Also wo genau ist ihr Problem? Haben sie die Bilder vom Fennek auf der Brücke von 2007 schon verdrängt?

    Die „Normalität“ ist doch ohnehin verloren und ad absurdum geführt in Hamburg in diesen Tagen. In der Innenstadt sind zig Wasserwerfer aus allen Bundesländern und entsprechende Begleitfahrzeuge aufgefahren. Und nun wird die Anwesenheit von geschütztem Transportraum skandalisiert, über welchen die Polizei so nicht verfügt? Wollen sie der Bundeswehr das Recht absprechen, sich im öffentlichen Verkehrsraum zu dienstlichen Zwecken zu bewegen?

  • T.Wiegold   |   08. Juli 2017 - 15:24

    @Lt d.R.

    Also wo genau ist ihr Problem? Haben sie die Bilder vom Fennek auf der Brücke von 2007 schon verdrängt?

    Ich bleibe angesichts Ihres unverschämten Tons mal ganz gelassen: Welche Themen ich hier aufgreife, entscheide ich selbst, und muss mir Fragen wie „Also wo genau ist Ihr Problem?“ nicht gefallen lassen, wenn ich über etwas berichte. Ich lasse mir von Ihnen nicht vorschreiben, was Gegenstand der Berichterstattung ist. Daraus abzuleiten, dass ich etwas „skandalisiere“, leben Sie mal woanders aus.

  • joey   |   08. Juli 2017 - 23:55

    die Panzer sind als technische Amtshilfe da und werden bereitgehalten. Ob sie nun durch die Stadt fahren oder nicht ist eigentlich egal: Kern der Frage ist, warum man sie bereithält: weil man bestimmten Leuten mittlerweile Bewaffnung zutraut, welche „geschützten Transportraum“ erf. macht.

    T. Wiegold: „Natürlich stellt sich die Frage, welcher militärische Führer in der aktuellen Situation eine solche Verlegung anordnet. Und ob die Verantwortlichen keine aktuellen Nachrichten zur Kenntnis nehmen…“
    Das verstehe ich als Kritik, daß eine solche Fahrt die Randalierer / Terroristen extra anheizen könnte.
    Deeskalation ist zwar taktisch klug, aber irgendwann stellt sich eine Souveränitätsfrage. Ich halte es für das grundlegende Recht der Polizei, Kräfte (auch aus unterstelltem Militär) zu verlegen wie gerade sinnvoll.

  • Lt d.R.   |   09. Juli 2017 - 3:04

    Daß direkte Fragen unverschämt sind, ist nun eine interessante Aussage wenn sie von einem Journalisten getroffen wird. Nur habe ich nicht kritisiert oder hinterfragt, daß sie darüber berichten sondern welche Wertung sie dabei vorgenommen und kommuniziert haben. Und damit müssen sie dann schon leben, daß die Art und Weise der Berichterstattung und der damit einhergehenden Wertung hinterfragt wird in dieser Situation.

  • T.Wiegold   |   09. Juli 2017 - 10:19

    @Joey

    Kern der Frage ist, warum man sie bereithält: weil man bestimmten Leuten mittlerweile Bewaffnung zutraut, welche „geschützten Transportraum“ erf. macht.

    Ihre Frage legt nahe, dass Sie davon ausgehen, dass die Behörden bereits bei Anforderung dieser Amtshilfe vor Wochen von den dann stattgefunden Auseinandersetzungen ausgegangen sind? In dieser Form? Das ist interessant.

    Oder ist das lediglich der durchsichtige Versuch, hinterrücks die Debatte über die Ereignisse in HH doch noch hier in die Debatte einzuführen? Ich vermute ja letzeres; wie schon mehrfach gesagt: bitte nicht.

  • T.Wiegold   |   09. Juli 2017 - 10:21

    @Lt.d.R.

    Nun hören Sie auf, weiter in dieser Form zu provozieren – die Unterstellung, ich hätte behauptet, dass direkte Fragen unverschämt sind, gehört dazu. Ihre Aussage war schon recht eindeutig; und Sie sind ja nicht der einzige, der meint, schon die Erwähnung dieser Fuchs-Verlegung sei ein unnötiges Aufbauschen. Geht woanders spielen.

  • Hans Schommer   |   09. Juli 2017 - 10:27

    Da fällt mir ein etwas verstaubter Grundsatz der InFü ein: „Von deer Gutwilligkeit [des Soldaten] ist solange auszugehen, bis das Gegenteil offenkundig wird.“
    Hans Schommer

  • Dante   |   09. Juli 2017 - 12:12

    „Grund war die bessere Abstellmöglichkeit in der Kaserne in Hamburg-Osdorf“
    Wer denkt sich den sowas aus? Die dinger sind nicht größer als ein handelüblicher lkw.
    langsam begreife ich weshalb niemand zu der truppe möchte.

  • Koffer   |   09. Juli 2017 - 12:41

    @Dante | 09. Juli 2017 – 12:12
    „Grund war die bessere Abstellmöglichkeit in der Kaserne in Hamburg-Osdorf“
    Wer denkt sich den sowas aus? Die dinger sind nicht größer als ein handelüblicher lkw.
    langsam begreife ich weshalb niemand zu der truppe möchte“

    Vielleicht sollten Sie vor solchen Aussagen besser recherchieren.

    Es gibt zahlreiche Argument, warum in der Tat ein Abstellen in der REK besser möglich ist als in der GBK.

    Die GBK z.B. ist ein langer Schlauch bei dem nahezu alle Abstellplätze, die groß genug sind für einen TPz in Wurfweite des Kasernenzauns liegen. Zudem ist die GKB eine reine Lehrgangs-Kaserne. Also am WE ohne jegliche Truppe und nur mit einer schwachen Wache. Die REK hingegen hat mit den Feldjägern echte Truppe vor Ort.

    Außerdem wurde auch bereits mehrfach hier im Faden über mögliche „taktische“ Vorteile des Ortswechsels spekuliert.

    Zudem mögen auch noch inhaltliche Argumente eine Rolle spielen, die weder Sie noch ich kennen.

    Ich raten Ihnen also sich mit solchen Bewertungen zurück zu halten…

  • Dante   |   09. Juli 2017 - 13:54

    @koffer
    abgesehen von den gepanzerten wanne gehe ich davon aus das diese Fahrzeuge unbewaffnet wahren. Und wie bei jedem normalen Fahrzeug giebt es auch bei den einen Zündschlüssel und schlösser um die teile zu verriegeln.
    Und erklären sie mir bitte wo aus technischer Sicht der Unterschied liegt ob ich einen LKW (die Marke können sie sich aussuchen) oder einen Fuchs Radpanzer in irgend einer Kaserne in irgend eine ecke stelle.

  • Sven Rothe   |   09. Juli 2017 - 16:52

    Wahnsinn, welch Aufregung drei Tpz verursachen. Ja, wir haben noch in einem beschränkten Umfang Streitkräfte in diesem seltsamen Land namens Absurdistan. Ja, diese unsere Streitkräftte haben noch den einen oder anderen Tpz in ihrem kärglichen Bestand. Es mag Sicherheitsgründe für die Verlegung gegeben haben. Oder jemand lebte in der Lage und es es galt, einen erwarteten etwaigen Hilfeleistungsantrag der zivilen Seite vorzubereiten. Na und! Art. 33 GG gibt letzteres unter Geltung des Subsidiaritätsprinzips her.

    [Hinweis für Nicht-Juristen: Gemeint ist vermutlich Art. 35 des Grundgesetzes. T.W.]

  • Koffer   |   09. Juli 2017 - 18:27

    @Dante | 09. Juli 2017 – 13:54
    „Und wie bei jedem normalen Fahrzeug giebt es auch bei den einen Zündschlüssel und schlösser um die teile zu verriegeln.“

    Naja, wie man es nimmt. Bestimmte Teile sind tatsächlich mir Vorhängeschloss gesichert.

    Aber wie ich bereits geschrieben habe: einer der Nachteile der GBK ist z.B. das dort nahezu alle Parkplätze in WURFweite des (schwach bewachten) Kasernenzauns sind.

    „Und erklären sie mir bitte wo aus technischer Sicht der Unterschied liegt ob ich einen LKW (die Marke können sie sich aussuchen) oder einen Fuchs Radpanzer in irgend einer Kaserne in irgend eine ecke stelle.“

    Darüber wurden bereits mehrfache Vermutung in diesem Kommentarfaden geäußert. Diese gingen von taktischen Gründen bis hin zu Sicherheitsgründen. Die Nähe zur Einsatzleitung (andere Kaserne) und die Nähe zu möglichen Einsatzkräften (FJgDstKdo) seine hier (erneut) exemplarisch erwähnt.

    Grundsätzlich ist m.E.n. davon auszugehen, dass eine Verlegung nicht ohne Grund angeordnet worden sein dürfte und der zuständige Vorgesetzte sich vermutlich aus berechtigten Gründen hierzu entschieden haben dürfte.

  • SvD   |   09. Juli 2017 - 19:27

    Manche haben es vielleicht verpasst aber Voratsdatenspeicherung, Bundestrojaner und Netzdurchsetzungsgesetzt stoßen vielen Bürgern sauer auf.
    Der Bundeswehreinsatz im Inneren wurde auch längere Zeit breit getreten.
    Dann gibt es Krawalle auf den Straßen und die Bundeswehr kurvt mit dem TPZ Fuchs durch die Gegend…

    Wenn die Polizei selbst genug Sonderwagen hätte, müsste man auch keine Füchse im Rahmen der Amtshilfe vorhalten.
    (https://www.wikiwand.com/de/Sonderwagen#/Aktuelle_Fahrzeuge)

    Der Bundesgrenzschutz konnte die Wagen Mitte der 90er garnicht schnell genug loswerden, heute gibt es nur noch wenige Exemplare über ganz Deutschland verteilt.

    Ersetzt man diese Fahrzeuge nun durch gepanzerte Zivilfahrzeuge, wird man feststellen, das diese nicht annähernd so abschreckend sind und auch keine Räumschilde für Barrikaden haben. Der ABC Schutz fehlt ebenfalls oft, so das Tränengas damit auch im Innenraum dieser Fahrzeuge seine Wirkung entfaltet.

    Das Hamburger MEK wurde mit dem Rheinmetall/Achleitner Survivor zum Einsatz gefahren.
    Das reicht für die vorderste Front einer Straßenschlacht auch nur mit Räumschild (wird von Achleitner als HMV SURVIVOR I angeboten).
    Bei der Masse an Spezialkräften (inkl. Österreichern mit AUG im Anschlag) die das besetzte Gebäude inkl Gerüst geräumt haben, muss man sich fragen wie die überhaupt da hin gekarrt wurden. Es hat jedenfalls viel zu lange gedauert.
    Der Survivor wurde im Einsatz gefilmt, zu sehen, es fehlt ein Räumschild:
    https://twitter.com/Thomas_BILDde/status/883457653678239744

    Man könnte zwar neue Füchse kaufen (Produktion läuft in Algerien für Algerien), die dürften für viele Straßen aber einfach zu groß sein.
    Es gibt allerdings keine so Vandalismus sicherere Lösung wie den Sonderwagen 4 am Markt. Solche Blechbüchsen sind für das Militär heute schlichtweg nicht mehr brauchbar.

  • südbahnhof   |   10. Juli 2017 - 11:00

    Hat einer der aktiven Kameraden eventuell mehr Informationen zum „Uniformtrageverbot“, dass im Vorfeld des Gipfels für den Raum Hamburg laut SPON formuliert wurde? War das ein Tagesbefehl?

    Hier wäre zu fragen, ob dies alleine der Fürsorgepflicht galt (Schutz vor Übergriffen durch erhöhtes linksextremistisches Gefährderpotential) oder eben auch ganz bewusst bezüglich der öffentlichen Wahrnehmung entschieden wurde, um so wenig Flecktarn und Oliv wie möglich im Umfeld des Gifpels zu zeigen.

    [Ihre Frage wurde vor dem Gipfel bereits hier ausführlich diskutiert; lesen Sie bitte erst mal dort nach:

    http://augengeradeaus.net/2017/06/ein-kriegsschiff-zum-g20-gipfel-im-prinzip-ja-aber/#comments

    Und das ist der dritte Nick, unter dem Sie hier kommentieren. Das sehe ich nicht so gerne. T.W.]