Russland greift ISIS-Ziele in Syrien mit Marschflugkörpern an

Russische Kriegsschiffe haben am (heutigen) Freitag erneut aus dem östlichen Mittelmeer Ziele in Syrien mit Marschflugkörpern vom Typ Kalibr angegriffen. Die Angriffe hätten Stellungen und Depots der ISIS-Terrormilizen gegolten, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Bereits Ende Mai hatte es einen ähnlichen Angriff gegeben; das Ministerium hob in beiden Fällen hervor, dass Kalibr-Marschflugkörper unter anderem vom U-Boot Krasnodar getaucht abgefeuert wurden.

Aus der Meldung der russischen Nachrichtenagentur TASS:

„The launches of six Kalibr cruise missiles were carried out from the eastern part of water area of the Mediterranean Sea by frigates Admiral Essen, Admiral Grigorovich and Krasnodar submarine of Russia’s Navy on the targets of the IS terrorist group in Syria,“ the statement said.

The surprise massive missile strike destroyed command posts and large depots of armaments and ammunition of the IS terrorists near the Akerbat town in the Hama province, where an arsenal of gunmen was blown up after being hit by the Kalibr cruise missile, the ministry said.
The ministry stressed that Russia’s advanced diesel-electric Krasnodar submarine carried out launches of cruise missiles while submerged.

Zum Angriff im Mai hier mehr vom russischen Verteidigungsministerium. Beim Blick auf die Details zeigt sich ein interessanter Unterschied; nicht so ganz klar ist, ob der beabsichtigt ist: Im Mai wurden die Türkei, Israel und die USA vorher über den Start der Kalibr-Raketen mit 1.500 Kilometern Reichweite informiert. Diesmal ist nur die Rede davon, dass die Türkei und Israel informiert wurden, die USA werden nicht erwähnt.

Vom Mai gibt es ein Video:

(Foto: Screenshot aus dem Video)

45 Gedanken zu „Russland greift ISIS-Ziele in Syrien mit Marschflugkörpern an

  1. Syrien ist für die Russen der beste Truppenübungsplatz um streitkräftegemeinsame Feuerunterstützung zu üben, sowie um Marine und Luftwaffe einzeln in Abläufen, Kampf etc. zu schulen. Ich denke auch das Syrien für die Russen ein hohes Maß an Erkenntnisgewinn für den Kampfwert und -Einsatz eigener SK bringen wird. Während SpezKr /EloKa sich in der Ukraine austoben und trainieren, haben Luftwaffe und Marine nun ihren eigenen Versuchsplatz…

  2. Die USAF hat, wie zu erwarten war, keinerlei Anstalten gemacht, sich ihre Bewegungsfreiheit und ihr Operationsgebiet im syrischen Luftraum einschränken zu lassen.
    Man hat wohl, laut NYT, wie schon nach dem Cruise Missle-Schlag, nur ein paar ‚assets‘ u.A F-22 in Bereitschaft gehalten, sollte der Russe auf den dummen Gedanken kommen tatsächlich den Koalitionsstreitkräften auf die Pelle zu rücken.
    Mit dem Abschuss einer weiteren iranischen Drohne demonstrierte man auch noch (frech), dass man selbst de facto Flugverbotszonen schafft und durchsetzt.

    Bleibt den Russen nur noch die Schiene über den deconfliction channel.
    Grade hier, im Zusammenhang mit der vorliegenden Meldung, wird deutlich, welch zwei-schneidiges Schwert das ist.
    RF führt einen cruise-missle-Schlag, ohne die USA, zu informieren. Aber wen will man denn damit beeindrucken? Wenn die USA dann einen Schlag ausführen, schnell mal mit 60 Flugkörpern und sich ebenfalls nicht an die Vereinbarung halten, dann haben die doch das viel größere Problem. Schließlich rauschen die viel näher an russischen Einheiten vorbei, als das umgekehrt der Fall ist.

    Ich kann mich also das Eindrucks nicht erwehren, dass das von der Symbolik eher (mal wieder) mehr eine Aktion für Heimatfront und Informationskrieg ist.
    So nach dem Motto: ‚Wir machen wenigsten Irgendwas, was dem Ami vll enfernt auf die Nerven gehen könnte.‘

    P.S.: Der (pi) Vergleich der russ. Expeditionsstreitkräfte mit Legion Condor ist so treffend, wie besorgniserregend.

  3. Es würde mich nicht wundern wenn der Iran da auch nochmal versucht mitzuspielen. Allein aus Symbolpolitik. Ob es einen Sinn macht oder nicht. Mittelstreckenraketen die bis nach Raaqa kommen habe sie.

  4. Der Iran spielt die ganze Zeit, ganz Vorne, mit.
    Aktuell hat sich daher (ja auch) der Fokus der loyalistischen Verbände, von den Rebellen um Idlib, auf die SDF und andere US-nahe Truppen in Südsyrien verlagert.
    Diese drohen die angestrebte Achse Teheran-(Baghdad)-Damaskus, entlang des Euphrat zu zerschneiden.
    M.E. ist die Eskalation der vergangen Woche, das Eindrigen iranischer Drohnen und der syrischen Fitter, auch die Bodenoffensiven der Loyalisten auf SDF-Einheiten, klar auf die Ambitionen Teherans oder spezifischer der Revolutionsgarden, zurückzuführen.
    Die RF ist dabei, wahrscheinlich zunehmend missmutigerer, Zuschauer, der versucht sein Gesicht und die eigenen Interessen zu wahren.
    Möglicherweise erweist es sich noch als großer Fehler Putins sich in Syrien als Vehiklel der persischen Hegemonialpolitik missbrauchen zu lassen.

  5. Tod von Abu Bakr al-Bagdadi vor der Bestätigung?
    http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-baghdadi-russia-idUSKBN19E0PI?utm_campaign=trueAnthem:+Trending+Content&utm_content=594d271704d30123956af560&utm_medium=trueAnthem&utm_source=twitter
    Äußerung des Vorsitzenden im RUS Oberhaus, Viktor Ozerov, legen dies nahe.
    Zwei mögliche Nachfolger aus Saddams ehemaliger Armee stehen anscheinend aber parat.
    http://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-baghdadi-success-idUSKBN19E1MI?feedType=RSS&feedName=topNews&utm_source=twitter&utm_medium=Social
    In Konkurrenz sollen stehen Lyad al-Obaidi und Ayad al-Jumaili. Zu letzterem liegen Informationen vor, denen zufolge er im April bei einem Luftangriff getötet worden sein soll, ohne Bestätigung allerdings. Aus FALLUDSCHA stammend war er angeblich Nachrichtendienstoffizier unter Saddam.
    Er dürfte dann hautnah die Kämpfe im Sommer/Herbst 2004 miterlebt haben und Intimfeind des U.S.-Engagements im Mittleren Osten sein.
    Zunächst, in 2003, die 82. Luftlandedivision , später dann das 3. US-PzKavRgt und danach die 2. Brigade der 3. US-Infanteriedivision im Einsatz, wurde zum Höhepunkt des irakischen Aufstandes die I. Marine Expeditionary Force (MEF) mit der 1. US-MarInfDiv (GenMaj James N. Mattis) bis Rückeroberung der Stadt im November 2004 eingesetzt.

    Nach islamischen Recht, in sunnitischer Lesart versteht sich, entscheidet eine SCHURA zur Nachfolge. Sie stellt einen wichtigen Grundsatz des islamischen Rechts dar und umfasst im vorliegenden Fall noch acht Köpfe, von ursprünglich neun.
    Historisch gesehen, der Scharia folgend, basiert der schūrā-Gedanke auf Sure 42, Vers 38 im Koran (Qur-ân).

  6. Jenseits der Verwendung von KALIBR CM sieht es hinter den Türen offenbar nicht ganz so souverän mit RUS Befindlichkeiten auf dem SYR Kriegsschauplatz aus.
    Jedenfalls sucht der Kreml bei ehemaligen Sowjetrepubliken nicht nur politische, sondern tatsächlich Kampfunterstützung. Kasachstan und Kirgistan zeigen sich allerdings wenig enthusiastisch, obwohl in weitgehender ökonomischer Abhängigkeit von Moskau stehend.
    Der kasachische Außenminister nämlich: Für Kasachstan sei für die Entsendung von (Friedens)Truppen „das Vorhandensein einer Resolution des UN-Sicherheitsrats und ein entsprechendes Mandat prinzipiell wichtig“.

    http://derstandard.at/2000059724115/Kreml-sucht-Partner-fuer-Syrien-Einsatz-Darunter-Ex-Sowjetrepubliken?ref=rss

  7. Kann mir jemand den Grund dieses Einsatzes von Marschflugkörpern erklären? Die Kosten dafür sollten doch höher sein, als ein Luftschlag. Russland besitzt völlige Luftüberlegenheit, dort gibt es also auch keine Probleme. Die Wirksamkeit der Waffe hat man schon im Frühjahr erprobt und ins „Schaufenster“ gestellt.

  8. -Ohne den IS gäbe es gar keinen Vorwand für die US-Präsenz. Warum tun sich die Kurden das an?
    -Trump stellt Iran als die große Gefahr dar, der neue saudische Thronfolger würde vermutlich sofort losschlagen. Der Krieg im Yemen wird als Krieg zwischen Sunniten und Schiiten inszeniert.
    -Die Friedenstruppen gelten nur für die Deeskalationszonen, sprich: außerhalb wird eskaliert.
    -Was genau bedeutet „wie ein Luftziel behandeln“ genau? Dass das Feuerleitradar das US-Flugezeug erfasst, aber man nicht weiß, ob eine Rakete abgefeuert wurde? Die Russen sind die schwächeren, wollen also kein Versprechen geben, dass sie nicht halten können.
    Geht es denn nun nur noch um die Kontrolle der Ölquellen? Die Verbindung vom Iran zum Libanon steht, solange sich die Syrer nicht provozieren lassen und der IS vorab über die kollektive Selbstverteidigung informiert wird.

  9. @Alex
    Sie können Ihre Fragen 23. Juni 2017 – 20:33 erläutern, bitte?
    Z.B.:
    – was tun Kurden sich Ihrer Auffassung nach an
    – Der Krieg im Jemen ist eine Stellvertreter-Auseinandersetzung IRAN – KSA. Zufällig treffen dabei Schiiten (als unterdrückte Huthi-Minderheit) auf Sunniten, eine konfessionelle Auseinandersetzung inszeniert wer
    – welche Friedenstruppen: Friedenstruppen der Vereinten Nationen (Blauhelmsoldaten), sind von den Mitgliedsländern den Vereinten Nationen für Friedenssicherungseinsätze (peacekeeping operations) bereitzustellen; die gibt es in SYR/IRK nicht
    – welche “ Deeskalationszonen“ sprechen Sie an?
    RUS haben bei den ASTANA-Friedensgesprächen (RUS-IRN-TUR, „KEINE, – UN“ -!) Zivilisten-Schutzzonen erklären lassen.
    CENTCOM hat im Raum al-Tanf „Ihre“ de-confliction-zone für CJTF OIR erklärt. Die jeweiligen Hauptbeteiligten entsprechen dem stillschweigend. Von den UN erklärte „Deeskalationszonen“ existieren nicht, und falls, ja, „außerhalb geht der Job weiter“! Historische Beispiele gibt’s en masse, https://de.wikipedia.org/wiki/Offene_Stadt.
    – „Die Verbindung vom Iran zum Libanon steht“ nur dann, wenn Assad und seine (schiitischen) Alawiten an der Macht bleiben die aber unveräußerlicher Baustein von Schia Crecent (https://de.wikipedia.org/wiki/Schiitischer_Halbmond) sind. Bahrain, Iran, Irak, Nordsyrien und Libanon bilden, wenn man sie verbindet, einen Halbmond mit schiitischer Mehrheit
    – kollektive Selbstverteidigung? Wer, mit wem, gegen wen?

  10. @Reisender | 23. Juni 2017 – 16:12
    RF führt einen cruise-missle-Schlag, ohne die USA, zu informieren. Aber wen will man denn damit beeindrucken? Wenn die USA dann einen Schlag ausführen, schnell mal mit 60 Flugkörpern und sich ebenfalls nicht an die Vereinbarung halten, dann haben die doch das viel größere Problem. Schließlich rauschen die viel näher an russischen Einheiten vorbei, als das umgekehrt der Fall ist.

    Wenn aber wie geschehen, von den „60 Flugkörpern“ nur 23 im Flughafenbereich einschlagen und von den 23 nur ca 6 Flugkörper nennenswerte Ziele treffen… so könnte man daraus doch durchaus einen Vergleich bezüglich der Zuverlässigkeit ableiten… oder? ;-)

  11. Der wichtigste Grund ist natürlich zu beweisen, daß man es kann und daß Kalibr funktioniert.
    Ein operativer Grund könnte sein, daß man mit Marschflugkörpern wesentlich schneller reagieren kann als mit konventionellen Flugzeugen, wobei dies bei den Russen, die ja für moderne Verhältnisse geradezu lächerlich kurze Distanzen zu den Zielen haben (von Latakia aus zumindest) nicht so ins Gewicht fallen dürfte.

    Außerdem denke ich, bei 6 Flugkörpern von 3 Plattformen aus dürfte es auch darum gegangen sein, jedem Schiff die Möglichkeit zum scharfen Schuß zu geben.
    Grigoriewitsch und Essen sind neue Schiffe und haben (glaube ich) zum ersten Mal Kalibr abgefeuert.

  12. @hamburger u. pi:
    Die Legion Condor-These wird auch von anderer Seite gestützt:
    http://carnegieendowment.org/2017/05/03/assessing-russia-s-reorganized-and-rearmed-military-pub-69853

    Der russische Generalstabschef hat angewiesen, dass die Erfahrungen aus Syrien und der Ukraine umgehend auswertet und Ergebnisse in einer Reihe von Veranstaltungen vorgestellt werden. Es gab wohl schon Konsequenzen aus den Erfahrungen seit 2014.

    Die Russen haben eben seit 2008 deutlich besser gelernt als wir. Sie treten offenbar auch weiterhin nicht auf der Stelle.

    Man vergleiche dies mal mit unserer Einsatzauswertung.

  13. Embedded BBC-Bericht zu ar-Raqqa: „Verzweifelter Kampf von Daesh“.
    Der Verlust von Raqqa wird, neben dem von MOSSUL, das faktische Ende des selbst erklärten Kalifats markieren.
    Kennzeichen der Kämpfe das typische Urban Ops-Szenar: UAS (von beiden Seiten), Tunnel, IED, Selbstmordangreifer, Scharfschützen, Überhöhte Stellungen > 3. Stock.
    http://www.bbc.com/news/world-middle-east-40374094
    Gedanken zur Zeit „nach ar-Raqqa“ aus U.S.-Sicht, wie mit Daesh umgehen, finden sich hier:
    http://www.defenseone.com/ideas/2017/06/after-raqqa-how-us-must-adapt-isis/138739/?oref=d-river
    Stichworte:
    – Daesh im Untergrund
    – Neue de-facto Grenzen
    – andere Führungsköpfe
    – Rückführung der U.S. Truppen?

  14. @realist
    Es wird ja nur gepostet was abgefeuert wurde und nicht was irgendwie irgendwen getroffen hat. Und zur erinnerung. Der IS ist sowas wie eine menschenverachtene und selbst für muslime abstoßende Gurerillaarmee. Ich denke die bewegen sch nicht in strukturen des klassichen kalten Krieges. Daher geht meiner Privatmeinung nach die rein millitärische Wirkung vom abfeuern von je nach belieben balistischen Raketen oder Marschflugkörkpern hart gegen null.
    Und mit der nicht unerheblichen summe die allein eine Rakete kostet könnte man auch sinnvolleres anstellen. Z.b mir überweisen.

  15. @Memoria
    Einzig bedeutender Unterschied unserer Lessons Learned-Ergebnisse und derjenigen von Russen, Amerikanern, Briten etc ist:
    Bei anderen Beteiligten wird schlau und schön formuliertes Papier in angemessenem Zeitraum auch tatsächlich in Hard- ggf Software realisiert.
    Einfach mal Machen geht aber nur, wenn Politik auch machen lässt. Es wird sich also nichts tun, zum Besseren.

  16. @Klaus-Peter Kaikowsky

    „– was tun Kurden sich Ihrer Auffassung nach an“
    Sie sind offenbar zweite Wahl. Während man die Pershmerga ausgerüstet hatte, gingen sie leer aus. Erst nachdem FSA versagt hatte, haben sie nun Ausrüstung erhalten. Dabei müssen sie diese nach US-Abmachung mit der Türkei wieder abgeben. (Ja, warum müssen das die Pershmerga eigentlich nicht?)
    Die Türken sperren die Wasserversorgung ab, machen sich zum Angriff im Westen bereit. Da liegt es nicht auf der Hand, altruistisch in den Häuserkampf für eine nicht-kurdische Stadt zu ziehen!

    – „eine konfessionelle Auseinandersetzung inszeniert wer“
    Die Saudis! Das ist u.a. ein Punkt, weswegen Qatar nun Probleme hat. Sie haben dies kritisiert; es würde die gesamte Region destabilisieren, eigene Schiiten womöglich reizen.

    – „welche Friedenstruppen“
    Die in den Deeskalationszonen von Rus, Turk, Jemen, USA, Kasachstan, Kyrgistan. Stellt sich jedoch als schwierig heraus…

    – „kollektive Selbstverteidigung? Wer, mit wem, gegen wen?“
    Die US-Selbstverteidigung. Beim „unglücklichen“ Koalitions-Angriff auf die syrischen Truppen in Deir ez-Zor hat der IS sehr schnell reagiert, fast so als wussten sie vorher Bescheid. Das gleiche müsste nun im Süden passieren, damit die ehemals FSA, nun NSA (New Syrian Army), überhaupt noch eine Chance hat, entlang der Grenze zum Irak Gebiete zu erobern.

  17. Irakische Führung erwartet Einnahme von MOSSUL zum Ende des Opferfestes nach dem Fastenmonat Ramadan in der kommenden Woche.
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/irak-laut-uno-hunderte-tote-bei-sturm-auf-altstadt-von-mossul-a-1153905.html
    Unmittelbare Folgen:
    – Die irakische Armee wäre nach den schmählichen Niederlagen gegen Daesh in 2014/15 rehabilitiert sein
    – die Stunde von Politik und Diplomatie in der Friedensbewahrung ist gekommen.
    – USA haben Erdogan versprochen, die den (syrischen) Kurden übergebenen Waffen wieder abzunehmen, nach erfolgter Beendigung der Kämpfe! Dass gleiche Erwartung für die irakischen gilt, darf abgenommen werden.
    http://www.militarytimes.com/articles/us-reassures-turkey-over-arms-provided-to-syrian-kurds
    Für DEU ist zu prüfen, wie sich die Ausbildungs- und Waffenhilfe für Kurden künftig gestalten wird.

  18. Sorry, aber das Beste/Einzige, was einem ‚Realist…‘ dazu einfällt ist syrisch-russisches Propaganda-Gedudel?
    Will man hier ernsthaft über dieses Unsinn diskutieren?

    Eigentlich muss doch Jedem, der nicht auf den Kopf gefallen ist, klar sein, dass das syrische Regime und die russ. Wahrheitsmedien es genüsslich ausgeschlachtet hätten, wäre mehr als die Hälfte der US-Tomahawak irgendwo in Syrien runter gekommen.
    D.h. die hätte man dann auch im (russ. oder syrischen) TV gesehen.
    Statt dessen gab es ein paar Aufnahmen aus einer Ecke der Basis, die wohl weitgehend verschont blieb.

    Man verzeihe mir bitte den etwas rüden Ton, aber ich hielt das hier immer für einen Blog mit einer gewissen Substanz, auch der Teilnehmer.

    Aber gut, habe mich wohl getäuscht. Ein anderer insinuiert gar, die Koalition würde Daesh über Luftangriffe informieren.
    Da kommt man sich vor, wie beim ’saker‘ und nicht Ag…

    [Das mit dem rüden Ton lassen wir dennoch lieber. T.W.]

  19. Realist… | 24. Juni 2017 – 11:41
    „Wenn aber wie geschehen, von den „60 Flugkörpern“ nur 23 im Flughafenbereich einschlagen und von den 23 nur ca 6 Flugkörper nennenswerte Ziele treffen…“

    Auf wessen Auswertung beziehen Sie sich da? Etwa auf die Russische, die mit einem Video belegt war, das alleine schon 29 Brandherde zeigte und dabei eines der größten Ziele aussparte?

  20. @KPK:
    „Einfach mal Machen geht aber nur, wenn Politik auch machen lässt.“

    Nun ist also wieder die Politik schuld. Gähn.

    Es fehlt der Einsatzauswertung bereits an der notwendigen Ernsthaftigkeit innerhalb der Streitkräfte. Das hat schon nichts mit Politik zu tun. Das ist für mich nur erneut eine bequeme Ausrede.

    Wo hat denn „die Politik“ in der Breite den notwendigen Lernprozess nicht zugelassen?

  21. Frankreich und Deutschland formen geografisch eine besondere Schicksalsgemeinschaft. Trump droht die westliche Allianz einer Prüfung zu unterziehen. Wo wir exportstark sind, sind die Franzosen Militär. Beim Militär brauchen wir Frankreich, bei der Wirtschaft die wiederum uns.

    Ein weiter zunehmendes alignment der Nachbarn ist abzusehen. Eine Stabilisierung auch Nordafrika kann nur so dargestellt werden, geschweige denn arretieren der Türkei.

  22. Aus dem gleichen VLS soll ab 2018 die Zircon als Hyperschall-Stealth-„Marsch“flugkörper auf dem Kreuzer Admiral Nachimov ausgerüstet werden. Das VLS kann neben Kalibr und Zircon auch Jachont starten.
    Die Zircon wurde ebenfalls diesen Monat getestet.
    Zircon und BrahMos-II scheinen eine gewisse Ähnlichkeit aufzuweisen. Sie werden vermutlich mit dem gleichen Treibstoff betrieben, der Geschwindigkeiten über Mach 5 erlaubt; also ist die „Rakete“ praktisch nicht abfangbar.

  23. @ Memoria | 24. Juni 2017 – 12:55: + 1

    Für die eigenen Einsatzauswertung nehmen wir uns kaum noch Zeit. Vor einigen Jahren gab es mal ein Symposium zu „Einsatzerschwernissen“ am EinsFüKdo (noch zur Zeit von Gen Glatz). Jetzt ist der „Prozesseigner“ das PlaAmt, wenn ich mich nicht täusche. Ob und was dort läuft: keine Ahnung.

    Zur Legion Condor – These: das hörte ich zuletzt sogar bei der NATO.

  24. @FK70:
    Im Bereich Wehrmaterial und in den TSK gibt es noch jährlich Seminare, das Thema Einsatzerschwernisse an das PlgA abzugeben sagt ja auch schon viel.

    Aber wen interessiert schon wirklich die Einsatzbereitschaft und damit die Einsatzauswertung? Zumal die Einsatzauswertung jetzt auch die Übungen im Bereich LV/ BV umfassen soll.

  25. @Memoria | 25. Juni 2017 – 7:15
    Ich beteilige mich hier bei AG nicht einfach mal so …!
    Will im konkreten Fall heißen, über einige Lessons Learned-Erfahrung verfüge ich, auf der Seite vom Beitragenden als auch auf der Auswerteseite auf Heeresebene.

    Zugegebenermaßen liegt das schon geraume Zeit zurück und bewegte sich zuallererst mit KFOR und ISAF nicht auf aktuellem bzw bereits vergangenem Einsatz, für (damals) noch HFüKdo bzw schon KdoH. In abgespeckter Teilhabe auch beim Einsatz EUFOR DR Congo in 2006.
    Die Ernsthaftigkeit der Beiträge, auch multinationaler Partner als Beteiligte im Einsatz und/oder Teilnehmer an gemeinsamen Projekten (AUT – NLD) in der Folge ausgewerteter Einsatz-ERKENNTNISSE werden Sie mir sicherlich abnehmen.

    Die Schluss-Berichte und Handlungsempfehlungen waren meiner Erinnerung gemäß eindeutig in der Forderung/Empfehlung zu Struktur- (Aus)Rüstungsenscheidungen, basierend auf stringenter Herleitung.
    Da ich an diesem „Geschäft“ insgesamt vier Jahre teilhaben durfte fiel rasch auf, Forderungen aus dem jeweils vor-bzw. vorvergangenem Jahr tauchten, kaum zum Besseren gewendet im Einzelfall wieder auf, oder wurden in letzter Version als „das kriegen wir nie durch“, gestrichen.
    Nachgeprüft wurde auch meist deutlich, es mangelte nicht selten an finanzieller Unterfütterung, als richtig Erkanntes zeitnah umzusetzen.
    Was ich im gleichen Atemzug bedauere, ausgewertete Einsatzerfahrungen Alliierter wurden zur Kenntnis genommen, aber meist dann NICHT realisiert, sofern es Richtung Kampf ging.
    Beide Verhaltensweisen sind in meiner Lesart politisch hinterlegt, benenne ich gleichfalls auch so bei mangelnder finanzieller Ausstattung in der Beschaffung.
    Damit ich hier nicht im Ungefähren bleibe, gerne Beispiele, die DEU-seits auch besprochen wurden.
    – NLD hatte nach dem ersten Kontingent mit ihrer TFU (Task Force Uruzgan) bei ISAF die unzureichende Ausrüstung/Ausstattung ihrer eingesetzten Brig (-) festgestellt und konsequent durch SPz, PzHaub, PzMrs und (schnell in DEU beschaffte) GraMaWa angepasst. – Folgen im Heer, keine.
    – CDN hatte, in enger Zus mit den NLD sogar die Konsequenz gezogen, KPz zu verwenden, Leo 2 A6 (CDN). Der erste CDN PzChef war nach meiner Empfehlung an PzTrS und bei HA II als Vortragender präsent. – Folgen im Heer, keine.
    Positives, an dem ich unmittelbar beteiligt war, darf aber auch vermeldet werden, nämlich die Implementierung von STF und CCA und die Ausbildung der ersten FAC/JTAC ab 2005, in mühseliger Auseinandersetzung mit UNSERER Luftwaffe. Ermöglicht wurde die im Heer nie infrage gestellte Umsetzung auch, weil die erforderlichen Finanzmittel überschaubar waren, obwohl die für Realisierung der Schnittstellentrupps benötigten Investitionen unerfreuliche Verzögerungen mit sich brachten. Da hier aber von < 25 Mio gesprochen werden muss, am Ende, nach ca 10 (!) Jahren – TOLL – läuft es, hoffentlich auch weiter.
    Zusammengefasst, für mich
    – fehlt es an Vielem, nicht aber an Ernsthaftigkeit, (ich spreche nur für meine Erfahrungen im Heer), im Gegenteil, es floss sehr viel Herzblut
    – fehlt es ggf. an Beharrung militärischer Führer in den Bendlerblock hinein, wenn Forderungen sich Richtung Kampf bewegten; dies ordne ich aber der Befolgung vorgebener (erwarteter) politischer Richtlinie unter
    – darf in der LLOrg nur eingesetzt werden, wer selbst Einsatzerfahrung angehäuft hat.

  26. Vielleicht nur eine Petitesse, belanglos.
    Ägypten übergibt zwei unbewohnte Inseln im Roten Meer völkerrechtlich verbindlich an Saudi-Arabien.
    Es handelt sich um die Inseln SANAFIR und TIRAN. Mit Blick auf die Karte kann das Inselpaar aber Bedeutung erlangen.
    http://www.handelszeitung.ch/politik/aegyptisches-parlament-uebergibt-inseln-saudis-1424053
    Beide kontrollieren den Zugang zum Golf von Akaba und damit nach Eilat, aber auch Akaba. Israel ist auf freien Zugang über das Rote Meer in den indischen Ozean angewiesen, zur Nutzung freien Welthandels mit Südostasien.
    https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&ccid=xt%2bQHumh&id=DAD7BAF5CF809F2662C8FBA9267F577CFF22B086&thid=OIP.xt-QHumhshFq3pzzXHj1AQEsDM&q=sanafir+tiran&simid=607994927747369818&selectedIndex=5&ajaxhist=0

  27. Grad eben tauchen in russischen Foren Bilder auf, die Assad beim Besuch in der russischen Basis Hmeinin zeigen, wo er den BMPT Terminator-2 im Original vorgestellt bekommt.

    Wem das nichts sagt: Das ist die spezielle Unterstützungs/Stadtkampfvariante des T-90 mit automatischen Granatwerfern, zwei 30mm BK und ATGWs und verstärktem Rundum-Panzerschutz. Gerüchteweise soll Uralmash jetzt doch eine Serienproduktion für die russischen Streitkräfte aufnehmen. Liefertermin 2018. Sieht so aus, als wolle Rußland den Syrienkrieg demnächst endgültig gewinnen.

  28. Nach Einnahme der Jonas-Moschee in MOSSUL, (mutmaßliches Grab des Propheten Jonas und ursprünglich eine nestorianische Kirche) durch irakische Truppen spricht (IRK) Ministerpräsident Haidar al-Abadi vom Ende des „Kalifats“.
    Die taktische Bedeutung des Erfolgs innerhalb der Trümmerwüste der Medina von MOSSUL wird als gering bewertet werden können.
    Mit Blick auf ähnliche Ereignisse in der Geschichte, darf jedoch von einem strategischen Schlag gesprochen werden, der sich weniger militärisch auswirkt, dafür umso mehr politisch, vergleichbar der Erstürmung des Reichstages durch Rotarmisten im April ’45.

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/mossul-iraks-armee-erklaert-is-kalifat-fuer-beendet-a-1155121.html
    Der FAKE-Staat des Daesh ist lediglich noch ein Schatten seiner selbst, wiewohl seine Kämpfer auf Anschlagsniveau gefährlich bleiben werden.
    Die politische Arbeit wird nicht nur dem IRAK erst danach abgefordert werden. Den Stämmen muss eine gleichberechtigte und nachhaltige Teilhabe an der Macht im Zweistromland angeboten werden.

  29. Fehler bei am 29. Juni 20:56
    Es handelt sich natürlich um die „al-Nuri Moschee“

  30. Katar Außenminister al-Thani lehnt 13-Punkte Ultimatum KSA, UAE und Ägyptens weiterhin ab. (Welt.de)
    Das Ultimatum läuft Mitternacht ab.
    Katar könne keine Beziehungen zum Islamischen Staat, der al-Qaida und der libanesischen Hisbollah-Miliz abbrechen, weil sie nicht existierten. Es könnten auch keine Mitglieder der Iranischen Revolutionsgarden ausgewiesen werden, weil sich keine in Katar aufhielten, so al-Thani.
    Unterdessen verstärkt TUR seine Präsenz am Golf und zeigt sich als Helfer in der Not. Ohne Versorgung aus dem Iran und auch TUR, wäre die Lebensmittelversorgung schwierig.
    Die Haltung der USA bleibt ambivalent, Rüstungshilfe im KSA und gleichzeitig Vermittlungsangebote an die Katari, die mit dem „Erzfeind“ in Teheran anbandeln.

  31. Die Syrischen Streitkräfte haben T-72B3 (Modelljahr 2011) erhalten. 8 Stück sollen bei Palmyra im Einsatz sein. Außerdem wurden Tiger-Panzerwagen geliefert.

    Sieht so aus, als wolle man die aktuelle Modernisierungsvariante des T-72 im Gefecht testen.

    Leicht bizarres Detail am Rande: Die russischen Truppen setzen in Syrien die Flugabwehr-Variante des BTR-D (Transportpanzer der russ. Luftlandetruppen) ein. Weniger wegen der ISIS-Luftwaffe ;-) , auch nicht wegen der allierten Luftstreitkräfte, sondern weil in den Fahrzeugen das neue computerisierte Führungssystem verbaut ist, das wohl auch einem Praxistest unterzogen werden soll.

    Smerch-Raketenwerfer sind vor Ort.

    Bei der Vorführung für Assad trugen die Su-27 (übrigens die aktuelle Variante SM3 dieses Typs) auch die neue Variante RVV-SD der R-77 (AA-12 Adder) Luft-Luft-Rakete mit sich. Eingeführt in der Russischen Luftwaffe 2013, Reichweite 110 km.

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