Insider-Angriff in Nordafghanistan: Keine Deutschen betroffen

Im Camp Shaheen bei Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans hat es am (heutigen) Samstag nach ersten Meldungen einen Angriff eines Mannes in afghanischer Uniform auf Soldaten der NATO-geführten Resolute Support Mission gegeben. Die näheren Umstände sind noch unklar; es gibt bislang nicht bestätigte Meldungen von Gefallenen.

Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr sind von dem Vorfall nach dem bisherigen Stand keine deutschen Soldaten betroffen. Die Bundeswehr ist im Norden Afghanistans zur Beratung und zum Training afghanischer Sicherheitskräfte eingesetzt.

Ein erstes Statement von Resolute Support:

Vom afghanischen Kollegen Bilal Sarwary:

25 Gedanken zu „Insider-Angriff in Nordafghanistan: Keine Deutschen betroffen

  1. Hoffentlich weder Tote noch Schwerverwundete. Und den Attentäter lebend inhaftiert.
    Das wären dann die guten Nachrichten.
    Hans Schommer

  2. @T.Wiegold: Vielen Dank, daß Sie weiterhin immer nach AFG schauen und immer wieder von dort berichten, was viele Medien leider kaum noch machen.

    Leider sind die meisten Nachrichten aus AFG im Moment negativ. Gerade erst Anschlag auf schiitische Moschee, jetzt wohl wieder ein Insider-Angriff.

    Jedenfalls wird es die Bundesregierung immer schwieriger haben, eine sichere Lage in AFG und damit ihre Abschiebungen zu begründen.

    Weiter befürchte ich, daß die Bundesregierung bis nach der Wahl nichts an Verstärkung für AFG beschließen wird, aus Angst vor den Wählern.

  3. Wir werden aber in Afghanistan mehr Truppen stationieren müssen oder aber wir hauen komplett ab. Beides besch… Entscheidungen für die Bundesregierung.

  4. Noch keine weiteren Ergebnisse, zumindest aber ohne eigene RSM Verluste.
    @ResoluteSupport

    UPDATE: Seven U.S. service members wounded, evacuated for treatment. Insider attack Camp Shaheen, Mazar-e Sharif under investigation

  5. Erstaunlich auch hier zu sehen, dass die nunmehr unzählig durchgekauten Zerwürfnisse um UvdL und ihre Maßnahmen, regelmäßig in kürzester Zeit zig-fach mehr Kommentare erzeugen, als eine solche Meldung.

    Support our Troops? 🤔

  6. @ Sierra Oskar: sie haben recht, leider. Aber liegt es nicht gerade auch daran, dass vdL einen anderen Fokus auf ihr Amt hat und dies zunehmend erkannt wird? Siehe heutiges BamS-Interview. AG ist eben auch eine Art Ressonanzraum. Nebenbei ist das auch der Grund (Zerwürfnisse und Kommentierung), weshalb das BMVg AG entsprechend im Auge hat ;-) … ist aber OT.

  7. @Sierra Oskar @Holzi

    Stimmt soweit… auch in der Bw ist AFG nicht mehr Top Thema. Andererseits muss man auch nicht zu jedem Thema schreiben, gerade ISAF führte hier vor Jahren auch zu langen Diskussionen die man nicht wiederholen muss.

  8. @Sierra Oskar

    Liegt evtl daran., dass

    Deutsche nicht betroffen sind
    Man keine genauen Angaben hat
    Es an der Situation nichts ändert
    Damit gerechnet hat.
    uvm

  9. Auch dazu passend ist dass man wohl mit einer Aufstockung US Truppen in AFG rechnen kann nachdem Trump Mattis die Festlegung der Truppenstärke aufgetragen hat, wenn auch noch nicht final beschlossen.
    Die Forderung Nicholsons soll ja bei 3000-5000 liegen. Das wären immerhin 30%-50% mehr.
    Andere Vertreter des Militärs fordern da ja noch deutlich mehr (im Bereich von 100%-200%) was aber wohl unrealistisch sein dürfte.

  10. Wer sitzt eigentlich in der angegriffenen US ODA? Hoffen wir, dass die Verwundeten bald genesen.

  11. Trump’s Berater sind sich – öffentlich – zunehmend klar darüber, dass mit weiterer pakistanischer Unterstützung der Taliban jede U.S. Unterstützung mit zusätzlichen Truppen in Leere laufen muss.
    https://www.nytimes.com/2017/06/16/opinion/afghanistan-pakistan-taliban.html?ref=opinion&_r=0
    Für rigorose, unvorhersehbare Entschlüsse wurde POTUS mittlerweile ja bekannt. Bliebe er konsequent, wäre allein die Verhängung von Sanktionen oder gar die Einreihung der islamischen Republik in die Liste der Terrorstaaten das Ergebnis.
    Beides kann eine Hinwendung an China zur Folge haben.
    Im Visier nicht nur politischer U.S. Anstrengungen sieht sich auch zunehmend auch das https://de.wikipedia.org/wiki/Haqqani-Netzwerk. Annahme ist, Siradschuddin Haqqani zur obersten Talibanführungsriege, der Quetta Shura gehörig, steht im Einvernehmen mit dem PAK Geheimdienst.
    Trump wird sich entscheiden müssen.

  12. @Klauspeterkaikowsky

    „Entscheidung steht. 4000 Mann Verstärkung, Masse SOF.“

    Diese Aussage ist aber vom Pentagon direkt dementiert worden und dass es noch keine Entscheidung gebe und diese erste getroffen werden wenn die neue AFG Strategie von Trump gebilligt werde getroffen werden wird.

  13. Die Truppenaufstockung wird kommen , auch ein Erhöhung des Deutschen Kontingents ist nicht auszuschließen. Das dies nicht vor der Wahl zum Thema wird ist klar, passt aber zu den Gesprächen im letzten Monat ( Einweihungsfeier neues NATO HQ ) in denen festgelegt wurde das Ende 2017 Nägel mit Köpfen gemacht wird.
    Die zunehmende Präsenz der US Truppen in Kunduz und Bahghlan deuten darauf hin das der Norden bald nicht mehr ausschließlich von MES aus geführt wird , vielmehr wird es zur Teilung kommen in der sich so sieht es momentan aus DEU / TAAC- N dem Osten zuwenden soll. Ob das mit einer neuen Regierung ( welche auch immer ) zu machen sein wird ist fraglich.
    Geht es nach dem Willen von Uncle Sam ist wieder mehr Engagement auch Outside the Wire gefordert, zurück zum Mentoring auf Battalionsebene. Besondere Bedeutung wird dem Aufwuchs von AFG SOF zukommen. Auch hier wird es interessant , schaut man sich an wie US SOF ( ODA ’s ) aktuell operieren stellt man schnell fest das SOF das einzige ist was sich Auswirkt. Die Konventionellen Truppen der ANA bringen ihre Fähigkeiten kaum bis gar nicht zur Wirkung.
    Bleibt spannend am Hindukusch….

  14. @Fritz
    So isses.
    Nur entscheidet die DEU Aufstockung letztlich nicht Berlin, sondern ein „Erfolg“ der Talib.
    Mentoring in den Kandaks wäre auch nur Halbherzigkeit.
    Wirklicher Beitrag mit KpfTr entspannte auch die Lage an der „2%-Front“!

  15. Man will es sich ja auch nicht zu einfach machen deshalb bildet man über Jahre ANA Kräfte aus und gibt den Aufständische neine Deadline bis zu der sie warten müssen und dann haut man ab so dass die halbwegs ausgebildeten Kräfte aufgrund der desaströsen Lage tot, verwundet, desertiert, übergelaufen zu Aufständischen oder nach nach Europa geflohen sind um sich dann Gedanken zu machen ob man nicht wieder kommen und mit weniger Vertrauen nochmal anfangen möchte.

    Warum hat man als Soldat bloß kein Vertrauen in unsere glorreichen politischen Führer?

  16. Klauspeterkaikowsky | 19. Juni 2017 – 9:39
    “ Wirklicher Beitrag mit KpfTr entspannte auch die Lage an der „2%-Front“!“
    Seh ich anders. Das Land ist nicht die Knochen eines einzigen deutschen Soldaten wert.
    Hans Schommer

  17. @Hans Schommer | 19. Juni 2017 – 14:53
    [AFG]
    „Seh ich anders. Das Land ist nicht die Knochen eines einzigen deutschen Soldaten wert.“

    Unabhängig von der konkreten moralisch-entwicklungspolitischen Fragestellung über die man sicherlich geteilter Meinung sein kann, stellt sich doch in Bezug auf AFG eher die Frage ob
    a) DEU nicht andere/zusätzliche Interessen hat, die es in AFG verfolgt (hier sei z.B. einmal die Frage Ansehen im Bündnis genannt oder die Frage nach einer regionalpolitischen Stabilität –> AFPAK)
    b) die bisher bereits erbrachten Opfer DEU Sdt es nicht rechtfertigen um ihrer Willen einen Erfolg herbeiführen zu wollen und nicht auf „halber Strecke“ aufzuhören.

    Aber wie gesagt, diese beiden Fragen über die moralisch-entwicklungspolitische hinaus…

  18. CAS-Ausbildung afghanischer JTAC durch DEU RSM Personal.
    Gute Darstellung der Inhalte, sofern man „volkstümliche“ Beschreibungen von Ausbildungsthemen sucht, aber immerhin.
    https://bw2.link/2QiuU
    AusbZiel: „Afghan Tactical Air Coordinator“ im Einsatz mit (le) Kampfhubschrauber MD-530 und des Erdkampfflugzeugs A-29 Super Tucano.
    AusbOrt: Mazar-e Sharif
    Ausb: Zwei DEU Joint Terminal Attack Controller

  19. @Hans Schommer
    Das Original, „Der ganze Balkan ist mir nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Grenadiers wert„, vom ‚ollen‘ Bismarck hatte, bezogen auf das Deutsche Reich nach 1871 die Rolle des „ehrlichen Maklers“ bezeichnet, und zwar auf Wunsch des Zaren zur Beendigung der Balkankrise. Der Berliner Kongress ebnete unter Bismarcks Leitung die Wege.
    Nun war es damals tatsächlich dergestalt, dass Bismarck auf dem Balkan keinerlei Machtambitionen verfolgte. Bismarck hatte in einer Note den kontinentalen Machtkonkurrenten (Österreich-Ungarn, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Italien und Russland sowie des Osmanischen Reiches) nach den drei deutschen Einigungskriegen (1864/66/71) eindeutig zu verstehen gegeben, dass er territorial keinerlei Ansprüche mehr stellte. Das Kaiserreich war saturiert.

    Übertragen auf „Jetztzeit“: Mit Bezug zu Afghanistan kann Deutschland ganz und gar nicht feststellen, wir seien saturiert. Und natürlich verfolgen wir dort Machtansprüche, nämlich die, dass der Talib geschlagen wird und Migranten am Hindukusch verbleiben.

  20. „b) die bisher bereits erbrachten Opfer DEU Sdt es nicht rechtfertigen um ihrer Willen einen Erfolg herbeiführen zu wollen und nicht auf „halber Strecke“ aufzuhören“

    Das ist – sorry – die dümmste aller Argumentationslinien. Den Toten ist es wurst und wo ist der Sinn, den Gefallenen mehr Gefallene folgen zu lassen … ich könnt jedesmal Kot…, wenn bei den Trauerfeiern dieser blödsinnige Spruch gepredigt wird.
    Entweder man macht das, weil es SINN macht, oder man lässt es bleiben, blickt nach vorn und sucht andere Lösungen.

  21. @ diba

    Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Allzu oft hört man sinngemäß den Spruch: „Jetzt haben wir schon so viel investiert und so viele Opfer erlitten. Das kann doch nicht umsonst gewesen sein. Da müssen wir doch einfach mal Erfolg haben.“ Das ist verständlich, aber grundfalsch. (Es erinnert an eine alte Börsenweisheit: Schlechtem Geld wirft man nicht auch noch gutes hinterher.) Mit anderen Worten: Die Analyse mit Blick nach vorn ist entscheidend, und nicht der zurückliegende Mitteleinsatz. Und wenn die Analyse mit Blick nach vorn nur wenig verspricht, sollte man auch die entspechenden Konsequenzen ziehen. Im Fall AFG sind wir wohl an einem kritischen Punkt angelangt. Übrigens nicht wegen der Terroranschläge (das zur Entscheidungsgrundlage zu machen, hieße auf die Strategie der Terroristen reinzufallen), sondern wegen der offenkundigen strukturellen Unfähigkeit der dortigen Regierung, etwas Grundlegendes am Chaos zu ändern.

  22. Ich empfehle dazu Dobelli:
    „Die Kunst des klaren Denkens: 52 Denkfehler, die Sie besser anderen überlassen“
    „Die Kunst des klugen Handelns: 52 Irrwege, die Sie besser anderen überlassen“

    Man erkennt sich bisweilen selbst …

  23. @diba | 21. Juni 2017 – 10:13
    „Das ist – sorry – die dümmste aller Argumentationslinien. Den Toten ist es wurst und wo ist der Sinn, den Gefallenen mehr Gefallene folgen zu lassen … ich könnt jedesmal Kot…, wenn bei den Trauerfeiern dieser blödsinnige Spruch gepredigt wird.“

    Diese Meinung ist die Ihre. Meine ist sie nicht. Das Ehren der Opfer ist m.E.n. durchaus ein zusätzliches Argument.

    Allerdings natürlich nur wenn man den Einsatz an sich nicht ablehnt.

    Wenn man den Einsatz an sich für falsch hält und nicht den deutschen Interessen dienlich, dann kann natürlich auch das Opfer der Gefallenen keinesfalls eine Fortsetzung rechtfertigen.

    In diesem Fall würde ich sogar von „ganz im Gegenteil“ sprechen.

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