Fall Franco A.: Trotz Auffälligkeiten Berufssoldat (mehr Einzelheiten)

Im Fall des Bundeswehr-Oberleutnants, der sich als syrischer Flüchtling ausgab und möglicherweise einen Terroranschlag geplant haben soll, sieht das Verteidigungsministerium Hinweise auf ein rechtsradikales Netzwerk in der Truppe – und Belege dafür, dass er ungeachtet extrem rechter Haltung zum Berufssoldaten ernannt wurde. Staatssekretär Gerd Hoofe übersandte dem Verteidigungsausschuss des Bundestages am (heutigen) Dienstag ein umfassendes Paket mit ersten Ergebnissen der Bundeswehr-internen Untersuchungen.

Der Generalbundesanwalt übernahm inzwischen die Ermittlungen gegen den 28-jährigen Franco A. wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sagte ihre für diese Woche geplante Reise in die USA ab und will sich am morgigen Mittwoch in Illkirch bei Straßburg, Standort des Jägerbataillons 291 und Stationierungsort des verhafteten Oberleutnants, selbst ein Bild machen. Für Donnerstag sind 100 militärische Führungskräfte nach Berlin geladen, um, so das Ministerium, Aufklärung und Konsequenzen der aufgehäuften Vorfälle in der Bundeswehr zu besprechen.

Die Übernahme der Ermittlungen durch die Bundesanwaltschaft beruht auf einem Verdacht nach dem Paragraphen 89a des Strafgesetzbuches, wie ein Sprecher der Karlsruher Behörde auf Anfrage von Augen geradeaus! mitteilte. Eine solche Straftat beinhaltet unter anderem den Verdacht auf die Absicht von Mord oder Totschlag und muss geeignet [sein], den Bestand oder die Sicherheit eines Staates oder einer internationalen Organisation zu beeinträchtigen oder Verfassungsgrundsätze der Bundesrepublik Deutschland zu beseitigen, außer Geltung zu setzen oder zu untergraben.

Nach den Ermittlungen innerhalb der Bundeswehr, mit denen die Verteidigungsministerin Generalinspekteur Volker Wieker beauftragt hatte, gab es Erkenntnisse, die nicht mehr nur von einem Einzeltäter sprechen:

In der Zwischenzeit haben die laufenden Ermittlungen am Standort Illkirch Hinweise auf rechtes und völkisches Gedankengut und Anhaltspunkte für einen möglichen Munitionsverlust/Diebstahl ergeben.

schrieb Staatssekretär Hoofe an den Verteidigungsausschuss. In Medienberichten ist davon die Rede, dass ein Netzwerk von bis zu fünf Soldaten identifiziert worden sein soll; dafür gibt es bislang keine Bestätigung. Im Zuge der Untersuchungen waren am Standort des Bataillons unter anderem ein G36-Gehäuse mit eingeritztem Hakenkreuz und weitere Hinweise auf mögliche NS-Devotionalien entdeckt worden.

Wesentlicher Teil der Untersuchungen in der Truppe waren zudem Ermittlungen zu dem Entwurf einer Masterarbeit, den der festgenommene Soldat 2014 an der französischen Militäruniversität Saint-Cyr eingereicht hatte. Der Text wurde auch von einem Dozenten des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) begutachtet, der im Januar 2014 zu der Einschätzung kam:

Bei dem Text handelt es sich nach Art und Inhalt nachweislich nicht um eine akademische Qualifikationsarbeit, sondern um einen radikalnationalistischen, rassistischen Appell, den der Verfasser mit einigem Aufwand auf eine pseudowissenschaftliche Art zu unterfüttern versucht. (…)
Was der Verfasser als Attacke der Anführer der (völkischen) Subversion bezeichnet, ist nicht andres als der Mythos vom Rassenkampf. (…) Der als Masterarbeit zu begutachtende Text ist deshalb keine geschichts- oder politikwissenschaftliche Abhandlung zum politischen Wandel, wie der Titel vermuten lässt, sondern ein Aufruf dazu, einen politischen Wandel herbeizuführen, der die gegebenen Verhältnisse an das vermeintliche Naturgesetz rassischer Reinheit anpasst.

Disziplinare Ermittlungen wurden wegen dieser Arbeit zwar eingeleitet, nachdem sich der französische Schulkommandeur an die zuständige Bundeswehr-Dienststelle in Frankreich gewandt hatte. Unter anderem sei der Soldat mit dem Hinweis Wenn es ein französischer Lehrgangsteilnehmer wäre, würden wir ihn ablösen, nicht zur mündlichen Prüfung zugelassen worden.

Die Deutsche Stabsgruppe Frankreich nahm daraufhin disziplinare Vorermittlungen auf – die dann allerdings nicht zu Ende geführt wurden. Im Vermerk zum Ergebnis vom Februar 2014 ist unter anderem festgehalten:

Die gegen den Offizier geführten disziplinaren Vorermittlungen haben keinen Anhaltspunkt ergeben, dass Oberleutnant A. – trotz des Inhalts seiner vorgelegten Masterarbeit – eine innere Einstellung besitzt, die mit der soldatischen Pflicht aus §8 Soldatengesetz unvereinbar wäre.
Vorwerfbar ist jedoch ein sogenanntes „Anscheinsvergehen“, da er fahrlässig den bösen Anschein einer solchen Gesinnung gesetzt hat. Diese Pflichtverletzung ist allerdings deutlich minder schwer anzusehen. Aufgrund der Gesamtumstände wäre eine einfache Disziplinarmaßnahme (hier: Disziplinarbuße) angemessen.
Gemäß Auskunft Bundesamt für Personalwesen der Bundeswehr würde allerdings eine förmliche einfache Disziplinarmaßnahme die bereits erteilte und nur unter dem Vorbehalt des akademischen Abschlusses stehende Zusage zur Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten hinfällig machen. Diese existentiellen Folgen einer disziplinaren Würdigung wären jedoch nicht mehr angemessen.

Mit ausschlaggebend war dafür offensichtlich auch, dass Franco A. bei einer Anhörung im Januar 2014 erklärt hatte, dass er sich voll und ganz mit der durch §8 Soldatengesetzt geforderten Einstellung identifiziere. Die Formulierung  Diese „existentiellen“ Folgen einer disziplinaren Würdigung wären jedoch nicht mehr angemessen,  findet sich daraufhin auch in der Stellungnahme des Wehrdisziplinaranwalts beim Streitkräfteamt. Der schlug  in Abstimmung mit dem Leiter der Deutschen Stabsgruppe Frankreich die Einstellung der Vorermittlungen vor; gegenüber dem Offizier sollte es bei einer mündlichen Ermahnung bleiben.

Im Juli 2015 wurde Franco A. dann auch, wie aus einer Übersicht des Ministeriums hervorgeht, zum Berufssoldaten ernannt, begann Ende November den Einzelkämpferlehrgang in Hammelburg – und noch im Dezember des selben Jahres meldete er sich in Offenbach als angeblicher Flüchtling aus Syrien und beantragte Asyl. Im Januar 2016  wurde er einer Flüchtlingsunterkunft in Bayern zugewiesen und erhielt seitdem staatliche Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz – wenige Woche später wurde er zum Jägerbataillon 291 versetzt. Im Zusammenhang mit dem Aufnahmeverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) war auch ein Stabsfeldwebel der Reserve beteiligt, der wie Tausende andere Bundeswehrsoldaten als Helfer zum BAMF abgestellt war. Nach Befragung durch den Militärischen Abschirmdienst (MAD) sei aber davon ausuzgehen, dass beide Soldaten sich nicht kannten, heißt es in der Übersicht es Ministeriums. Dienstliche Überschneidungen habe es nicht gegeben.

Nachdem der Oberleutnant in Wien von der österreichischen Polizei festgenommen worden war, weil er eine Waffe im Flughafen versteckt hatte, liefen neben den polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen auch die Ermittlungen des MAD an. Dabei wurde der Soldat auch direkt befragt: Als Befagungsergebnis zeichnet sich eine Einstufung als Extremist ab (rechtsextremistischer Einzeltäter, der Vorbereitungshandlungen zur politisch motivierten Gewaltanwendung getroffen hat), erläuterte das Ministerium.

Die Hinweise auf rechtes/völkisches Gedankengut am Stationierungsort Illkirch gab es laut Ministerium dann Ende April.

Die Geschichte wird natürlich noch weitergehen.

(Archivbild: Abordnung des Jägerbataillons 291 im Juli 2013 in Straßburg – Wikimedia Commons unter CC-BY-SA-Lizenz)

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152 Kommentare zu „Fall Franco A.: Trotz Auffälligkeiten Berufssoldat (mehr Einzelheiten)“

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   02. Mai 2017 - 22:44

    IBuk rudert leicht zurück wenn sie u.a. formuliert: „Mangel in Haltung und Führung vor Ort“.
    Wenigstens die General-Beschuldigung des Wochenendes wurde bei C. Minosga nicht wiederholt.
    Wie wird ihr Auftreten, am Donnerstag bei der Generals-/Admirals-Versammlung, der ministeriellen Befehlsausgabe, sein?
    Sofern die verallgemeinernden Anschuldigen dabei weder konkretisiert noch revidiert werden, welcher der Herren mit Gold wirft ihr seine Epauletten hin und geht?

  • Memoria   |   02. Mai 2017 - 22:45

    Auch nach den letzten Informationen frage ich mich, ob die These vom rechten Netzwerk und zu starker Korpsgeist wirklich das Problem richtig beschreibt.

    Gegenthese:
    Es ist – wie bereits gestern skizziert – weitaus mehr ein Problem der Verwaltungsmentalität.
    Ein BOA durch Diszi absägen?
    Da gibt es dann nur Aufforderungen zur Stellungnahme durch BAPersBw. Ist ja alles ein Kampf gegen die Weisheit höherer Dienststellen (soll in den OA-Btl ähnlich sein).

    Damit ist natürlich nicht alles in diesem Komplex erklärt – aber es gibt ja auch keine monokausalen Probleme.

    Übertriebener Korpsgeist ist zumindest aus meiner Sicht ein wenig schlüssiges Erklärungsmuster. Es mehren sich ja in den letzten Jahren ja eher Berichte, auch offizieller Art, dass die Kohärenz und das Zusammenhaltsgefühl von Offizier- und Unteroffizierkorps absinkt (Wandel des Dienstverständnisses, Pendlerarmee, etc).

    Zur Lösung des Problems würde ich mir wünschen, dass wirklich mehr über das Kernproblem diskutiert würde.

    Also doch ein echtes Haltungsproblem?

  • Harry   |   02. Mai 2017 - 22:49

    Als ob die BMIn die Geschwindigkeit der Verfahren bemängelt- sie ist mit den Ergebnissen unzufrieden! Und m.E. mit recht!

    Und das hat bitte schön nichts mit der Unabhängigkeit der DV zu tun! Vielmehr scheinen die Bewertungsmaßstäbe nicht zu stimmen. Und da wir uns ja mit der WDO in einer bw- internen Norm bewegen, muss man diese Diskussion dann eben auch mal offensiv führen.

    Ich bleibe dabei, sie hat recht!

  • Politologe   |   02. Mai 2017 - 22:56

    @Georg
    Ich würde sehr gerne die Arbeit im Original und die Bewertung des Historikers lesen. Auch Historiker im MGFA sind aber nicht unfehlbar oder über jede Kritik erhaben, und zumindest aus dem was bislang veröffentlicht wurde, ergibt sich aus den von mir genannten Gründen eben kein völkischer Bezug im extremismusrelevanten Sinne. So unterstellt etwa die zitierte Aussage des Oberleutnant, derzufolge Migration den Bestand von Völkern bedrohen könne, in der zitierten Form keine biologische Ungleichwertigkeit wie sie für den extremismusrelevanten Begriff kennzeichnend ist.

  • Mitleser   |   02. Mai 2017 - 22:57

    Heiko Kamann | 02. Mai 2017 – 21:47

    Um nicht die Geduld des Hausherren überzustrapazieren und OT zu gehen nur ganz kurz der Hinweis, daß Sie richtig festgestellt haben, daß der ganze Prozeß nach 5 Jahren jetzt vor einer anderen Kammer komplett neu begonnen und verhandelt werden muß. Nachdem letztendlich „nur“ versuchte Brandstiftung und Propagandadelikte erkennbar wurden, stehen dann Begriffe wie „Anspruch auf ein zügiges Verfahren“ und „Prozeßverschleppung“ im Raum.
    Die Staatsanwaltschaft wollte halt unbedingt eine kriminelle Vereinigung beweisen, das Ergebnis spricht für sich. Ein gutes Beispiel für ein schlechtes Beispiel von Ermittlungen „gegen rechts“.

  • Koffer   |   02. Mai 2017 - 23:03

    @Memoria | 02. Mai 2017 – 22:45
    „Es ist – wie bereits gestern skizziert – weitaus mehr ein Problem der Verwaltungsmentalität.
    Ein BOA durch Diszi absägen?“

    Hier stimme ich Ihnen absolut zu.

    Wir müssen die Disziplinarvorgesetzten wieder deutlich stärken und mehr entscheiden lassen.

    Es kann nicht sein, dass alle Personalentscheidungen selbst für Landser und junge Unteroffiziere in Köln in dieser Riesenbehörde fallen.

    Das ist doch weder effektiv noch effizient, noch entsprechen schwache Disziplinarvorgesetzte und starke Verwalter dem Prinzip der Inneren Führung und der Auftragstaktik.

    Man muss sich ja auch mal überlegen wie viele deutsche prägende Vorgesetzte der beschuldigte OLt über längere Zeit bisher hatte.

    Antwort KEINE!

    OA-Btl 6 Monate, danach 3 Monate Sprache, 3 Monate Truppe, 3 Monate OSH.

    In FRA sind die DEU Vorgesetzten WEIT weg (und haben zudem zu hohe Dienstgrade um wirklich auf einen OA/jungen Offz einwirken zu können, selbst wenn sie häufiger da wären).

    Danach OL2 –> 3 Monate, dann OL3 –> zwei Chefs in 15 Monaten und während dieser Zeit noch zusätzlich 3-4 1-Monats-Lehrgänge in anderen Kompanien.

    Wer soll denn hier noch Prägen (und wenn notwendig ablösen)?!

    „Also doch ein echtes Haltungsproblem?“

    Naja, in gewisser Weise vielleicht schon. Hoffentlich nicht querschnittlich, aber zu viele „Verwalter“ (tatsächlich oder zumindest im Denken) haben wir im OffzKorps schon.

    Allerdings bin ich mir sicher, dass die IBuK das nicht meint, denn sie hat ja in der letzten drei Jahren vieles unternommen um noch mehr Verwalter (tatsächlich und im Denken) zu bekommen.

    @Harry | 02. Mai 2017 – 22:49
    „Als ob die BMIn die Geschwindigkeit der Verfahren bemängelt- sie ist mit den Ergebnissen unzufrieden!“

    Dann sollten Sie mal ihre Aussagen lesen. Sie ist in der Tat mit der Geschwindigkeit unzufrieden und darüber, dass das Ministerium nicht ständig und dauern über jede laufende Ermittlung informiert wird.

    „Und das hat bitte schön nichts mit der Unabhängigkeit der DV zu tun!“

    Na, dann haben Sie wohl eine andere Definition von Unabhängigkeit als die Literatur, die Rechtssprechung und jahrzehntelange Praxis.

    „Vielmehr scheinen die Bewertungsmaßstäbe nicht zu stimmen.“

    Sicherlich gibt es auch mal Diszplianrvorgesetzte, die falsch bewerten, aber wo sind denn bitte die Belege dafür, dass es querschnittlich erfolgt?

    „Und da wir uns ja mit der WDO in einer bw- internen Norm bewegen, muss man diese Diskussion dann eben auch mal offensiv führen.“

    Was ist denn an der WDO bw-intern?! Es ist ein durch den deutschen Bundestag und den
    Bundesrat beschlossenes Gesetz…

  • renke   |   02. Mai 2017 - 23:07

    @Heiko Kamann | 02. Mai 2017 – 19:44
    > Wo sind empirische Zahlen veröffentlicht, die Ihre Aussagen stützen?

    Diese wären tatsächlich interessant, doch leider fehlt bei Destatis die Kategorie „rechtskräftige Verurteilungen von Beamten“.

    Meine Behauptung stützt sich auf die allgemeine Berichterstattung, bei Gerichtsverfahren gegen Beamte sind ’normale‘ Ergebnisse wie „Bewährungsstrafe von einem Jahr“ eher selten zu lesen, ‚krumme‘ Strafen wie 10 oder 11 Monate sind üblicher.

    Es erscheint auffällig, normalerweise werden Freiheitsstrafen eher in Quartalen ausgesprochen, eben handliche Werte – so was wie 9, 12, 15, 18 Monate.

    Ich kann es sogar nachempfinden, als Richter würde ich mir auch unwohl vorkommen, das Disziplinarverfahren vorwegzunehmen wegen eines – mMn – zu starren Korsetts des Beamtenrechts.

    Andererseits von außen betrachtet eben mit einem Geschmäckle, wie kürzlich erst in einem Verfahren gegen einen Beamten des BAMF, der Geld der Behörde unterschlug: Das AG hatte noch 18 Monate* Bewährungsstrafe ausgesprochen, das LG reduzierte die Strafe auf „krumme“ 11 Monate. Ich kenne weder das erste noch das zweite Urteil, und die Reduzierung hat bestimmt solide Gründe. Und landete eben doch knapp unter der magischen Grenze…

    *) eine der „normalen“ Strafen im Quartalsraster :)

  • T.Wiegold   |   02. Mai 2017 - 23:10

    So, im Interesse der Meisten hier und für einen entspannten Blick auf die Kommentarlage setze ich jetzt mal (zumindest über Nacht) die Kommentarfunktion grundsätzlich auf moderiert.

  • klabautermann   |   02. Mai 2017 - 23:13

    Noch ein paar Gedanken zum Thema „international“:

    – in Frankreich gibt es den Strarftatbestand der „Anstiftung zum Rassenhass“, man kann also davon ausgehen, dass die Franzosen durchaus „völkisches“ Gedankengut identifizieren können.
    – in einer mündlichen Masterprüfung wird der Prüfling üblicherweise zum Inhalt, der wissenschaftlichen Substanz und der Kernthese seiner Arbeit befragt
    – ich kann mir nicht vorstellen, dass eine französische Prüfkammer ernsthaft eine von französischen Vorprüfern als „völkisch“ eingestuften Masterarbeitsentwurf zulassen können und dürfen.Ganz zu schweigen davon, dass es für die deutschen SK unendlich peinlich gewesen wäre, wenn die französische Kommission den deutschen Offizier wegen der Verbreitung völkischen Gedankengutes in Frankreich aka Volksverhetzung hätte durchfallen lassen müssen wg. 1. Kopfstrich
    – nun ergeht ein „diplomatischer“ Hinweis an den DDO des Prüflings
    – nun läßt man die Arbeit von deutschen Wissenschaftlern prüfen…mit vernichtendem Urteil, was letztendlich die Franzosen bestätigt
    – dann wird wg angeblicher „Existenzgefährdung“ nicht nur die disziplinare und möglicher Weise eine strafrechtliche Klärung des Falles unterbunden
    – der Prüfling schreibt „mal eben“ eine neue Arbeit und die Franzosen müssen ihn durch die Prüfung pauken.
    -und dann bekommt der frisch gebackene Master auch noch den Status eines BS

    Das empfinde ich schon als Überstrapaziehrung der deutsch-französischen Kameradschaft, um es einmal milde ezu formulieren.

  • Heiko Kamann   |   02. Mai 2017 - 23:16

    renke | 02. Mai 2017 – 23:07
    Woher haben Sie denn diese Erkenntnisse? Wo steht das? Es deckt sich nicht mit meiner Praxis. Ist das nur Ihr „Gefühl“?
    „Meine Behauptung stützt sich auf die allgemeine Berichterstattung“ ; also bei diesen geringen Strafmaß erfolgt i.d.R. gar keine öffentliche Berichterstattung. Wissen Sie wie viele Amtsgerichte (die sind ja zuständig bei diesen Strafsachen) es gibt?
    Was Sie betreiben, ist eher „substanzlose Meinungsmache“, mehr nicht.

  • closius   |   02. Mai 2017 - 23:41

    @renke: Beamte im Staatsdienst die straffällig werden sind meist Ersttäter, nicht vorbestraft und ihnen droht die Entlassung, oft sind diese auch geständig und leisten ganz oder teilweise Schadenwiedergutmachung, deshalb kommen da oft krumme Bewährungsstrafen raus.

    Auf den ersten Blick ist dies normal und nachvollziehbar, aber der Mißstand ist, daß den Beamten der Verlust der Pension droht, der Richter der über ihn urteilt hat selbst Pensionsansprüche und deshalb gibt es Fälle, wo Gerichte ein Auge bei Beamten mehr zudrücken, um diese nicht um ihre Pension zu bringen. Der Staat sollte insoweit das Gesetz ändern, daß Beamte auch im Falle einer Verurteilung entweder die Pension behalten oder zumindest so gestellt werden, als hätten sie die ganze Zeit Rentenbeiträge in die gesetzliche Rente eingezahlt. Denn sonst bleibt es auf den zweiten Blick dabei, daß Beamte bessere Chancen haben als Normalbürger mit Bewährung und einer Strafe unter einem Jahr davon zu kommen, damit sie den Pensionsanspruch nicht verlieren.

    Hier wollte man ihn die Chance auf Berufssoldat nicht nehmen und hat zwei Augen zuviel zugedrückt.

  • Sönke Marahrens   |   03. Mai 2017 - 6:02

    @Koffer

    Warum sollte ich einer durch die Verfassung eingesetzten, auf der Grundlage von Ermittlungen der jeweiligen Vorgesetzten arbeitenden Institution nicht vertrauen.

    Die Unabhängigkeit des DV bedeutet desweiteren nicht Unfehlbarkeit.

    Mit ihrer Aussage und Bewertung zu Aufzählung der Stationen einen jungen Offiziers hauen Sie mal ganz so nebenbei all ihren Kameraden , begonnen im OA Bataillon bis zur OSH in die Pfanne… Ich kann mir vorstellen, dass dort nicht die von Ihnengewünschte Kampftruppenprägung, was immer das sein mag, erschließt sich mir auch der Lektüre des Artikels in der FAZ nicht, erfolgt, aber eine Prägung zum Offizier und die Eignung zum Offizier der Bundesrepublik Deutschland kann dort vorzüglich erfolgen, wenn man hinschaut.und Vorbild lebt. Das beginnt mit dem Dialog mit den Menschen, nicht umsonst werden an den Offizierschulen Hauptleute eingesetzt.

  • Harry   |   03. Mai 2017 - 6:28

    @Koffer: wir sind uns aber schon einig, dass die WDO ausschließlich für den Bereich der Bw gilt, oder? Und das der Vorgesetzte einen Ermessensspielraum hat?

    Und auch noch einmal für die „früher-war-vieles-besser“-Fraktion:
    1. Rechtsextreme Vorfälle auf Stube, Schikane und Co gab es schon immer (einige Einzelbeispiele kann man in vielen Jahresberichten des WB nachlesen)
    2. die SAZV ist schuld und die fehlenden Truppenunterkünfte- es gibt keine Dienstaufsicht mehr nach 16:00 Uhr
    Wer findet jetzt den Widerspruch zwischen 1. und 2.????
    (Ich frage nur, weil ich auch beide Argumente in einem Satz gerade wieder im DLF gehört habe)

    Einzelfälle werden sich wohl nie vermeiden lassen, die Vorgesetzten vor Ort müssen nachdem sie Kenntnis davon haben, dann aber hart durchgreifen, weil sich derartiges Verhalten mit der Inneren Führung nicht vereinbaren lässt!
    Und das ist in den genannten Fällen der letzten Wochen anscheinend nicht passiert, weil entweder vor Ort eine andere Bewertung vorgenommen wurde oder auf dem Dienstweg nach oben –

    DAS hat die BM’in kritisiert und ich werde jetzt nicht hingehen und ihre einzelnen Worte aus dem Zusammenhang gerissen auf die Goldwaage legen – das widerspräche nämlich durchaus dem Sinn der Auftragstaktik!

  • Dee   |   03. Mai 2017 - 7:15

    Die Bundeswehr ist weder ein eigener, noch ein rechtsfreier Raum oder Staat. Im Gegenteil. Ein Blick auf die Gelöbniszeilen erinnern daran, was Aufgabe der Soldaten ist: „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“.
    Da finde ich es traurig bis amüsant, dass manche hier scheinbar nicht erkannt haben, was ihre Aufgabe ist.
    Anstatt sich das Problem anzunehmen, den Arsch hochzunehmen und sich selbstkritisch zu fragen: wo stehe ich eigentlich, was habe ich dazu beigetragen, dass unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht in Frage gestellt oder unterlaufen wird, relativieren hier einige das Problem, suchen Ausreden und Erklärungen außerhalb der eigenen Verantwortung.
    Kameradschaft, Traditionen und Rituale sollten sich doch auf einer anderen Ebene entwickeln lassen als auf Sexismus und rechtem Gedankengut.
    Im Eigen- und Selbstverständnis besteht, wenn ich manche Kommentare hier lese, offensichtlich ein dringender Handlungsbedarf. Was ist denn so schwer daran, sich mit demokratischen Werten zu identifizieren und Stolz darauf zu sein? Zum Weichei degeneriert man dadurch nicht.

  • T.Wiegold   |   03. Mai 2017 - 8:22

    Guten Morgen. Das blieb ja noch moderat in der zurückliegenden Nacht…

    Mit einer Ausnahme: Es nehmen wieder die Kommentare zu, die erklären sollen, dass man doch wissen müsse, dass das ZMSBw auch nicht so gut sei, so eine Arbeit Interpretationsspielraum habe usw usf.; deutliche Versuche, rassistische Aussagen zu relativieren. Dem muss ich hier kein Forum bieten, die haben genügend eigene Webseiten dafür.

    (Da ich heute den ganzen Tag unterwegs bin, bleiben die Kommentare auf moderiert.)

  • TobyR   |   03. Mai 2017 - 8:55

    @ klabautermann

    Ob Sie das so empfinden, ist eine Sache. Aber damit es wirklich eine „internationale Dimension“ gibt, müsste die Angelegenheit in Frankreich erst einmal große Beachtung finden. Sehe ich bisher noch nicht.

  • Hans Dampf   |   03. Mai 2017 - 9:20

    @ Klabautermann/TobyR

    Mir fällt spontan eine unappetitliche Geschichte ein, bei der sich französische Kadetten an der UniBwH/HSU nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben; insofern wurde der Fall dann vielleicht unter „nun sind wir quitt“ abgebucht ;-).

  • Zimdarsen   |   03. Mai 2017 - 9:47

    @Koffer

    Zustimmung

    Es geht doch nicht darum, ob Fehlverhalten disziplinarisch verfolgt wird oder nicht.
    Wer als Vorgesetzter davon Kenntnis erlangt muss handeln und zwar nach WDO und dieses System funktioniert im Großen und Ganzen. Wir reden hier doch auch nicht über die Fälle wo zu hart agiert wurde und die gab es genauso.

    Der Fall Franco A. wird und ist schon unglaublich, doch ist er bei den im Moment bekannten gesicherten Veröffentlichungen ein Einzelfall und hat m. E. wenig mit den anderen Fällen zu tun, außer dass die Ministerin ihn nun sehr geschickt nutzt ihre Aussagen vor 2Tagen zu relativieren.

    Der Skandal ist und bleibt die Aussage von Herrn Pfeiffer und der Umgang mit der WDO und der Veröffentlichung von Internas.

    Stubendurchgänge bei Offizieren und Unteroffizieren außerhalb von Lehrgängen habe ich nie erlebt und sollte es auch ohne Anlass nicht geben. Der nächste Schritt sind dann Hausbesuche. Kriminelle und Terroristen in der Bw verhindert man nicht dadurch, dass man ihre Stube kontrolliert, sondern die sozialen Kontakte/Gespräche vermehrt und das ist in den letzten 20Jahren nicht geschehen, das Gegenteil war der Fall. Viele DP werden heute am PC ausgefüllt, wo auch immer er steht. Begegnungsstätten werden wirtschaftlich betrachtet, mit Gaststätten verglichen und geschlossen. Nach Dienst trifft man sich nicht mehr und als BS, SaZ, Beamter und Beschäftigter fährt man nach Hause.
    Jetzt sind die Pendler fällig und die bekommen nun verstärkte Aufsicht.

    Wer bescheißt wird bestraft (angemessen) und das ist gut so. Evtl gibt es ja bald einen Katalog für Disziplinarvorgesetzte welche Maßnahmen angemessen sind. Ich bin jedoch der Meinung, dass das jetzige System genügend Spielraum gibt, einschl der Mitwirkung der VP und Quasi VP. Man muss das System nur nutzen und im Gesamten betrachten. Hier wird im Moment alles durcheinander geworfen, bis dahin dass die Unschuldsvermutung für Beschuldigte und DV nicht zu gelten scheint.

    Welche Maßnahmen in der Vergangenheit wurden denn getroffen um die DV zu stärken?
    War mit der Neuausrichtung nicht das Gegenteil der Fall?

    Fehlerkultur, Eigenverantwortung, Menschenführung und Erwachsenenbildung sieht anders aus.

    P.S.: PolBil, tagesaktuell findet kaum noch statt und selbst über die Vorfälle der letzten Tage wird nicht mal an den Offz-Schulen der Bw mit den Schülern gesprochen (freue mich auf Widerspruch ;-))

  • Dran.Drauf.Drüber   |   03. Mai 2017 - 10:00

    klabautermann | 02. Mai 2017 – 23:13
    1+

    Genauso. „Hier stinkt der Fisch schon gewaltig.“

    Ich erinnere mich an einen mir bekannten Fall (90er Jahre) wo der MAD aufgrund mangelnder Distanz eines „Dienstgrades“ zu rechtsradikalem -bis hin zu tendenziell rechtsextremistischen Gedankengutes- die Empfehlung aussprach den betroffenen Soldaten nicht zum Berufssoldaten zu ernennen, nicht zum Einheitsführer zu machen, keine Dienstzeitverlängerung zu gewähren, nicht dauerhaft als Ausbilder einzusetzen und eine besonders enge Dienstaufsicht zu gewährleisten. Das wurde von Kdr/Einheitsführer gewährleistete und dem Soldaten wurden seine Pflichten gemäß Soldatengesetz besonders eindringlich erklärt. Verfehlungen innerhalb und auch außerhalb des Dienstes des über eine Routineuntersuchung des MAD auffällig gewordenen Soldaten hätten zu einem strengen Disziplinarverfahren geführt.
    Der Betroffene – übrigens ein Oberleutnant – war wohl auch aufgrund der klaren Ansage später nie auffällig geworden und verrichtete seine Restdienstzeit ohne Tadel. Auf eine weitere Einplanung als Reservist wurde meines Wissens nach vom Dienstherrn gerne verzichtet.

  • Sachlicher   |   03. Mai 2017 - 10:04

    @klabautermann | 02. Mai 2017 – 23:13
    Fehlt noch ein Link: Der Amtschef Streitkräfteamt mit seiner/seinem WDA.

    @Sönke Marahrens | 03. Mai 2017 – 6:02
    …arbeitenden Institution nicht vertrauen…
    Vertrauen? Das gewöhnt man sich ab. Braucht es auch nicht, um professionell zusammen zu arbeiten. Ich bin ganz und garnicht paranoid, aber Vertrauen, so richtiges Vertrauen?

    Letztens plädierten Sie für“Führen durch Auftrag“ mit einhergendem Mehr an Kontrolle.

    Unabhängigkeit des DV bedeutet desweiteren nicht Unfehlbarkeit.

    Weshalb der Gesetzgeber Sicherungen und auch Widerspruchsmöglichkeiten geschaffen hat. Interessanterweise waren in denen von der Ministerin benamten Rechtsberaterinnen/Rechtsberater involviert worden, womit ich nicht auf jene zeigen will. Worauf wollen Sie also hinaus?

    …Mit ihrer Aussage und Bewertung zu Aufzählung der Stationen einen jungen Offiziers hauen Sie mal ganz so nebenbei all ihren Kameraden , begonnen im OA Bataillon bis zur OSH in die Pfanne…
    Was nicht sein kann, weil es nicht sein darf? Interessanter rhetorischer Trick.

    Die Kameradinnen und Kameraden an den Stationen im Heeresbereich erzählen aber das Gleiche wie @koffer und das kann man sich aus den Berichten des WB sogar eschließen.

    …, aber eine Prägung zum Offizier und die Eignung zum Offizier der Bundesrepublik Deutschland kann dort vorzüglich erfolgen,…
    Deshalb haben Lutfwaffe und Marine längere Ausbildungsabschnitte am Stück beibehalten?
    Für den Bereich Heeresuniformträger ist die von Ihnen als geeignet herausgearbeitete Systematik komplett gescheitert. Wir stehen mit einem verschulten Offizier- und Unteroffizierkorps vor einem Scherbenhaufen.

    wenn man hinschaut.und Vorbild lebt.
    Sie meinen kontrollieren?

    Oder meinen Sie tatsächlich, dass der gealterte, mit einer Prise Humorlosigkeit versehene Troupier seiner jungen Frau Fähnrich/seinem jungen Fähnrich im Rahmen von Gefechtsübungen würdevoll und kameradschaftlich weiterhilft, wenn man mal steckenbleibt oder einen Rat braucht?

    Oder fahren Sie zur ILÜ?

    beginnt mit dem Dialog mit den Menschen
    Hatten wir. Sowohl standardisiert im Rahmen von Dienstaufsicht. Als auch nicht standardisiert im Rahmen von Vorträgen beim Gemeinsamen Mittagessen, Gesprächsrunden, usw., usw.

    Haben wir jetzt nicht.

    nicht umsonst werden an den Offizierschulen Hauptleute eingesetzt.
    Die Hauptleute an den Offizierschulen werden uns retten. Ganz klar ist dies DAS Asset, was die jungen Offizieranwärter benötigen. Diese Hauptleute, die -zwangsläufig- vorleben, wie man ohne nennenswerte Personal- und Materialverantwortung aber SAZVkonform durchs Offizierleben schlittern kann, sind also das Dialogtool. Aha.

    Wissen Sie: Bei allen Respekt, den ich vor Ihnen unbedingt habe, aber nö. Wenn man gesagt hätte: Wir stellen die Ausbildung um, weil wir es nicht anders bezahlen/organisieren können-okay.

    Aber nein. Statt mit der Wahrheit rauszurücken musste ja gleich alles besser werden.

    Eines sei noch betont:
    Frau von der Leyen kann nichts dafür. Aber sie beginnt die Auswirkungen zu spüren. Nein, werter Herr Marahrens, der Lack ist ab und die Farbe alle. Das schlimmste daran: Das Panzertape geht aus.

  • Koffer   |   03. Mai 2017 - 10:43

    @klabautermann | 02. Mai 2017 – 23:13
    „in Frankreich gibt es den Strarftatbestand der „Anstiftung zum Rassenhass““
    „und möglicher Weise eine strafrechtliche Klärung des Falles unterbunden“

    Auch wenn ich Ihre inhaltlich Irritation hinsichtlich des Vorgangs (und der Entscheidungen des DEU Stellen) teile, so muss kann ich in Bezug auf diese beiden Formulierungen nur den Kopf schütteln.

    Wenn Sie ernsthaft andeuten wollen, dass man wegen einer (schlechten) akademischen Arbeit in DEU und FRA strafrechtliche Maßnahmen hätte verhängen sollen, dann schätzen Sie meine Erachtens nach die Stellung der Meinungs- und akdamischen Freiheit in DEU und FRA vollkommen falsch ein.

    Auch wenn angesichts der aktuelle bekannten Zitate ein Diszi vermutlich angebracht gewesen wäre, so hätte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit jeder Staatsanwalt in dEU und FRA entrüstet die Einleitung eine Strafverfahrens abgelehnt!

    @Sönke Marahrens | 03. Mai 2017 – 6:02
    Ich war selbst Teil der OffzAusb (und zwar in dem Teil mit der längsten Zeit „am Mann“) und ich kann Ihnen versichern, dass eine vernünftige Prägung und Erziehung in der aktuellen Struktur nicht mehr möglich ist.

    Nebenbei: an der OSH und der TrGttg-Schule sind die HslLtr Maj/Oberstlt.

    „Die Unabhängigkeit des DV bedeutet desweiteren nicht Unfehlbarkeit.“

    Stimmt.

    @Harry | 03. Mai 2017 – 6:28
    „wir sind uns aber schon einig, dass die WDO ausschließlich für den Bereich der Bw gilt, oder? Und das der Vorgesetzte einen Ermessensspielraum hat?“

    Jepp.

    „DAS hat die BM’in kritisiert und ich werde jetzt nicht hingehen und ihre einzelnen Worte aus dem Zusammenhang gerissen auf die Goldwaage legen – das widerspräche nämlich durchaus dem Sinn der Auftragstaktik!“

    Ich habe keine Ahnung wo Sie das her haben, aber ich (als jemand der das Jahre lang ausgebildet hat), kann Ihnen versichern, dass Sie hier den Begriff Auftragstaktik vollkommen sinnentstellend gebraucht haben.

    A hat einfach nichts mit B in diesem Zusammenhang zu tun.

    Und in Bezug auf „Goldwaage“ wenn die IBuK vor die Presse tritt und gegen elementare Grundsätze von InFü und moderner Menschenführung verstößt, das Ansehen der Bundeswehr ohne Not und Grund beschädigt und gleichzeitig verdiente Offiziere (ohne Vorliegen deren Versagens) schasst, dann lege ich sehr wohl ihr Wort auf die Goldwaage!

  • Ted   |   03. Mai 2017 - 10:47

    An dieser Stelle, mir sei dieser Kurzausflug ins Offtopic gestartet, der kurze Hinweis das Qualität seinen Preis hat und Kleinvieh auch Mist macht (die Brücke zum Thema könnte „Mist machen“ sein). Es ist mir eine Freude regelmässig in diesem Forum zu lesen und bin deshalb froh das man seine Notgroschen in den bescheiden verborgenen Hut des ausgezeichneten Straßenmusikanten geben darf:

    http://augengeradeaus.net/faq/faq-wer-steckt-dahinter-und-wer-finanziert-das/

    Weiter so!

  • Zimdarsen   |   03. Mai 2017 - 12:12
  • FK70   |   03. Mai 2017 - 12:17

    Hörte eben aus Illkrich, dass die BMin mit einem Medientross aufschlagen wird. Man hat vor Ort den Eindruck, als ginge es nur um Bilder :-(

    @ T.W.: sind Sie dabei?

    [Siehe neuer Eintrag. T.W.]

  • Jan Hoffmann   |   03. Mai 2017 - 12:52

    @ T. Wiegold
    Nach langer Zeit mal wieder hier auf dieser Seite. Mir fällt auf Herr Wiegold, dass bei diesem Thema des OLt Ihre Anschuldigungen gegen Diskussionsteilnehmer sehr schnell in Richtung „schlecht verdeckter Rassismus bzw. Extremismus“ gehen. Das halte ich für unverhältnismässig. Und genau bei diesem Thema sind wir hier auch im Falle von Frau vdL und eher hysterischen Medien.
    Dabei kann ich Frau vdL Anmerkungen zum Thema „Haltung“ durchaus nachvollziehen. Aber gerade Sie hat den Ruf, Haltung schwierig zu machen. So wie manche Politiker, die ungeschult in Führungspositionen gelangen. Was war noch mal die Qualifikation von ihr und ihren parl. Staatssekretären für dieses Ministerium?
    Und nun sind auch schon wieder „Wehrmachtsbilder“ ein Thema. Ich habe auch eins im DstZimmer hängen. Und dennoch glorifiziere ich sie nicht. Genau so, wie ich die Hochglanzberichte im intranetbw – gerade von und über unsere Ministerin – nicht für bare Münze nehme. Wo ist eigentlich der Bundesinnenminister? Sitzt der auch schon persönlich im BAMF und leuchtet die Dunkelflächen aus, um festzustellen, wie viele „Syrer“ durch deutsche Fw erfasst wurden . . .

  • Alex   |   03. Mai 2017 - 13:03

    Aus politischer Sicht könnte man sagen, dass die demokratische Gesellschaft die Kontrolle über die Streitkräfte verloren hat.

    Die politische Konsequenz daraus ist, die Vermischung von Volk und Streitkräften wieder herzustellen, in dem man die Wehrpflicht wieder einführt. Die zweite Konsequenz ist die Rückbesinnung auf die mit der Konzeption Innere Führung verbundenen Werte des Staatsbürgers in Uniform (der am Wochenende nach Hause geht und seinen Eltern und Grosseltern von dem erzählt, was er in der Woche erlebt hat).

  • BlueLagoon   |   03. Mai 2017 - 13:11

    @ Koffer | 03. Mai 2017 – 10:43

    Uneingeschränkte Zustimmung!

  • Karl Mohr   |   03. Mai 2017 - 13:21

    @Koffer
    „..Und in Bezug auf „Goldwaage“ wenn die IBuK vor die Presse tritt und gegen elementare Grundsätze von InFü und moderner Menschenführung verstößt, das Ansehen der Bundeswehr ohne Not und Grund beschädigt und gleichzeitig verdiente Offiziere (ohne Vorliegen deren Versagens) schasst, dann lege ich sehr wohl ihr Wort auf die Goldwaage!“
    Starker Tobak!
    1. …ohne Not und Grund? Was brauchen Sie denn noch, um mehr um das eklatante Versagen des Disziplinarvorgesetzten (Führung) und der systemischen Kontrolle (Rechtsberater bzw. Wehrdisziplinaranwalt) zu erkennen.

    2. …“verdiente Offiziere schassen ohne vorliegen deren Versagens“ Ein geflügeltes Wort, (Hermann J. Abs zugeschrieben, lautet: entweder ändern sich die Zahlen oder es ändern sich die Köpfe.
    Sie missverstehen offensichtlich Innere Führung als Reservat für fehlentscheidende Stabsoffiziere. Leutnante lernen noch, deshalb können sie Fehler machen, aber spätestens beim BtlKdr hört der Spass auf.
    Eignung Leistung und Befähigung werden auch durch (meßbare) Erfolge nachgewiesen.
    Wer sich als Führer die Leistungen seiner Soldaten zurechnet, muß sich auch Ihre Fehler und Mißerfolge anrechnen lassen.
    Was glauben sie denn, was ein Aufsichtsrat oder die Leitungsebene in einem Unternehmen mit Managern macht, wenn falsche Entscheidungen das Unternehmen Geld kosten oder Umsätze gefährden. Innere Führung heißt auch zivile Maßstäbe anzuwenden, wo nicht typisch militärische Maßstäbe zwingend erforderlich sind.
    Und GM Spindler hat nicht durch die Zeitung erfahren dass er versetzt wird. Er ist nur nichts an Telefon gegangen während einer Tagung.

  • Hans Dampf   |   03. Mai 2017 - 13:30

    Letztlich zeigt sich, dass Anspruch und Wirklichkeit in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zueinander stehen. „Erwachsenengerecht“, „Eigenverantwortlich“, „Modern“, das sind die Schlagworte. Aber wehe, etwas geht schief, dann kommen alle aus dem Loch „wie konnte das nur“, „das muss doch einer [= Vorgesetzter] gemerkt haben, was der auf seiner Stube hat“, „wurde denn auch eine Belehrung zum Thema XY durchgeführt???“ etc. pp. Gemäß Vorschrift sind z.B. Stubendurchgänge auf das notwendige Maß zu beschränken – und bei nicht-unterkunftspflichtigen/für die Unterkunft zahlenden Soldaten muss sogar ein „zwingender dienstlicher Grund“ vorliegen, um den „zeitgerecht angezeigten“ Stubendurchgang vorzunehmen. Der ein oder andere hat also gar keine Ahnung vom Truppenalltag/geltenden Vorschriften – oder der eigene liegt schon Jahrzehnte zurück.
    Bestimmte Themen sind in der Tat verkümmert: Technischer Dienst, Formaldienst, politische Bildung, lebenskundlicher Unterricht, alles Dinge, die man im Zweifel weg lässt/lassen muss, wenn man das eigentliche „Kerngeschäft“ und die (teilweise drolligen) (Quer-) Aufträge „von oben“, die nicht selten kurzfristig reinschneien, überhaupt schaffen will. Und das nicht selten mit zu wenig Personal und den 41 Stunden im Nacken – und IGF will natürlich auch sozialistisch korrekt zu 100% erfüllt sein.
    Und dann wundert man sich, dass bestimmte Dinge nicht mehr idealtypisch abgebildet werden. Auftragstaktik beinhaltet meines Wissens nach auch, Kräfte und Mittel für den Auftrag zur Verfügung zu stellen. Allein das ist zur Farce verkommen, die SAP-Triade (Freiwilligen Meldung –> Fehlanzeige –> SAP-Abfrage mit namentlicher Begründung, Fehlanzeige wird nicht akzeptiert, Meldung bis vorgestern) tut da ihr übriges.
    In einem Punkt gebe ich Frau Ministerin recht: Dieser Fall zeigt exemplarisch, was alles im Argen liegt – und das ist ein riesiger Batzen, allein, was schon den „normalen“ Dienstalltag anbetrifft, der vieles von dem, was früher selbstverständlich gewesen sein mag, schlichtweg unmöglich macht. Dass es „rechte Umtriebe“ in der Bw gibt, kann nur Leute wundern, die ein Gedächtnis wie ein schweizer Käse haben. Um nicht falsch verstanden zu werden: Dem gehört ein dicker Riegel vorgeschoben, gar keine Frage. Aber der Skandal zeigt deutlich mehr Handlungsfelder auf, als nur dieses. Übrigens auch und vor allem in externen Stellen, expressis verbis BAMF.

  • BlueLagoon   |   03. Mai 2017 - 13:40

    Habe gerade den WELT-Artikel

    „Die völkisch-rassistische Masterarbeit des Franco A.“

    gelesen.

    Dort heißt es u.a., der französische Schulkdr habe schon damals die Äußerung getan, wenn es ein französischer Lehrgangsteilnehmer gewesen wäre, hätte man ihn abgelöst.

    Auch die übrigen Passagen, z.B. bzgl. WDA, sind m.E. lesenswert. Klingt alles etwas sehr merkwürdig.

    [Sie haben nicht den Eindruck, dass die Aussage Schulkommandeur etc. hier oben im Eintrag schon zitiert sind? T.W.]

  • Harry   |   03. Mai 2017 - 13:45

    @Koffer:
    „gegen elementare Grundsätze von InFü und moderner Menschenführung verstößt, das Ansehen der Bundeswehr ohne Not und Grund beschädigt und gleichzeitig verdiente Offiziere (ohne Vorliegen deren Versagens) schasst“

    Das sind recht deutliche Vorwürfe gegenüber einer Vorgesetzen (gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie noch aktiv sind). Dafür hätte ich jetzt gerne mal objektivierbare Belege und nicht „gefühlte Wahrnehmung“.
    So wie Sie hier die BM’in angreifen, hat sie sich jedenfalls öffentlich über keine Einzelperson geäußert – mit Ausnahme vielleicht des Olt.

    Und zwar auf der Grundlage der geltenden Vorschrift „Innere Führung“ und der Rechtsgrundlagen für die „Versetzung in den Einstweiligen Ruhestand“ bzw. Versetzungen in der Bundeswehr.
    Desweiteren würde mich interessieren, welche Erkenntnisse sie persönlich denn über das Scheitern diverser Offiziere haben und woher!

    Die Frau hat erklärt, dass sie Handlungsbedarf identifiziert hat und von ihren Führungskräften erwartet, diesen aufzugreifen und die dahinterliegenden Herausforderungen anzugehen – und zwar öfter, intensiver und meinetwegen auch rascher als in der Vergangenheit! Das ist mehr als legitim.

  • Ottone   |   03. Mai 2017 - 15:16

    ZON fügt einen weiteren Mosaikstein zu den Erkenntnissen über die erste Masterarbeit hinzu („Ermittler prüfen Verdacht auf rechtsextremes Netzwerk“):

    In der Arbeit heißt es zum Beispiel, ohne schnelle Maßnahmen gegen die liberale postmoderne Ideologie sei „die Vernichtung des Volkes nur eine Frage der Zeit“. Wieker sagte, es wäre notwendig gewesen, zu diesem Zeitpunkt auch den Militärischen Abschirmdienst einzuschalten.

    Mit dieser Einstellung wäre eine Stunde politische Bildung, abgehalten vom OLT A., sicherlich ein Erlebnis.

  • BlueLagoon   |   03. Mai 2017 - 15:23

    @ T.W

    “ [Sie haben nicht den Eindruck, dass die Aussage Schulkommandeur etc. hier oben im Eintrag schon zitiert sind? T.W.] “

    Es ist oder war nie meine Absicht, Ihnen oder Ihrer journalistischen Genauigkeit „vors Knie zu treten“.

    AG ist für seine journalistische, sachliche Genauigkeit bekannt.

    Zum einen bestätigt der Artikel nur Ihre Einlassung zum Schulkdr, zum anderen finde ich ( also subjektiv ) nicht nur die Äußerungen in der Welt zum Kontakt des OLt zum WDA interessant, sondern auch schon die Einleitung des Artikels, die lautet „Im deutschen Soldatengesetz findet sich Vokabular, daß so manchen Nationalisten und Rechtsextremen durchaus ansprechen dürfte“.

    Und weiter heißt es über die Bundeswehr “ … Kein Platz also für Neonazis … . Eigentlich.“

    Die weitere Interpretation bleibt jedem selbst überlassen.

  • Koffer   |   03. Mai 2017 - 15:32

    @Alex | 03. Mai 2017 – 13:03
    „Aus politischer Sicht könnte man sagen, dass die demokratische Gesellschaft die Kontrolle über die Streitkräfte verloren hat.“

    Die politische Konsequenz daraus ist, die Vermischung von Volk und Streitkräften wieder herzustellen, in dem man die Wehrpflicht wieder einführt.“

    Interessante Behauptung und ebenfalls interessante Schlussfolgerung.

    Es lässt mich allerdings schmunzeln, dass Sie zwar eine sehr weitgehende These und Forderung aufstellen, aber weder das eine noch das andere irgendwie begründen, herleiten, oder untermauern.

    Von daher warte ich gespannt auf ihre sicherlich fundiert begründete Herleitung ;)

    „Die zweite Konsequenz ist die Rückbesinnung auf die mit der Konzeption Innere Führung verbundenen Werte des Staatsbürgers in Uniform (der am Wochenende nach Hause geht und seinen Eltern und Grosseltern von dem erzählt, was er in der Woche erlebt hat).“

    Und das ist derzeit nicht der Fall? Mal abgesehen davon, dass ca. die Hälfte der Soldaten heutzutage in einem Alter sind, dass Sie selbst Eltern (oder sogar Großeltern) sind.

    Offensichtlich denken Sie noch in Kategorien von früher…

    @Karl Mohr | 03. Mai 2017 – 13:21
    „1. …ohne Not und Grund? Was brauchen Sie denn noch, um mehr um das eklatante Versagen des Disziplinarvorgesetzten (Führung) und der systemischen Kontrolle (Rechtsberater bzw. Wehrdisziplinaranwalt) zu erkennen.“

    Oh, wenn Sie mich fragen ob in diesem konkreten (!) Fall falsch entschieden wurde, dann habe ich allerdings (wenngleich auch zurückhaltend, da mir nicht alle Fakten bekannt sind) deutliche Zweifel.

    Aber von einem Fall einer mangelhaften Masterarbeit eines OLt (und deren möglicherweise mangelhafter Behandlung durch den Disziplinarvorgesetzten) auf „die Bundeswehr“ zu schließen (und „die Vorgesetzten“) halte ich nicht nur für unzulässig, sondern für das „Oberhaupt“ der Bundeswehr sogar für inakzeptabel.

    Ich weise in diesem Zusammenhang übrigens darauf hin, dass hier die IBuK einen wissenschaftlichen Fehler macht, denn man lernt bereits in der ersten Stunde Wissenschaftstehorie an der Uni, dass man in der Regel nicht vom Einzelfall nicht auf das Allgemeine schließen darf.

    „Sie missverstehen offensichtlich Innere Führung als Reservat für fehlentscheidende Stabsoffiziere. Leutnante lernen noch, deshalb können sie Fehler machen, aber spätestens beim BtlKdr hört der Spass auf.“

    Ich bin durchaus der Meinung, dass sehr wohl auch StOffz zur Verantwortung gezogen werden können und müssen. Allerdings muss hierbei entweder ein persönlich verwertbares Verhalten vorliegen (das gab es in keinem der vier hochrangigen Fälle der letzten Monate) oder ein fachliches Problem im Bereich, welches durch die Mittel des betreffenden Vorgesetzten behebbar gewesen wäre.

    Nun sehe ich keine übergreifenden, fachlichen Probleme in den fraglichen Bereichen, aber selbst wenn man solche sehen würde, dann müsste man auch fragen wie die betreffenden diese mit den ihn derzeit zur Verfügung stehenden Mitteln hätten abstellen können.

    Nebenbei hat die IBuK sogar in zwei von vier Fällen eingeräumt, dass die betreffenden Offiziere gar nichts falsch gemacht haben. Sie wollte ja nur ein Zeichen setzen und einen „frischen Start“ ermöglichen (aka Bauernopfer).

    „Und GM Spindler hat nicht durch die Zeitung erfahren dass er versetzt wird. Er ist nur nichts an Telefon gegangen während einer Tagung.“

    Soso und das macht es besser?! Ich bitte Sie. Da er kein Dienstvergehen begangen hat, hätte man ihn (wenn man denn behauptet, dass er seine Pflicht nicht gut erfüllt hätte) zunächst an eine bessere Pflichterfüllung gemahnen müssen. Wenn dies nicht möglich/notwendig war, dann hätte man ihn zumindest vor der Maßnahmen anhören müssen.

    Das gebietet sowohl die moderne Menschenführung, als auch ordnungsgemäße Verfahren in der Personalführung.

    @Hans Dampf | 03. Mai 2017 – 13:30
    „Letztlich zeigt sich, dass Anspruch und Wirklichkeit in keinem vernünftigen Verhältnis mehr zueinander stehen. „Erwachsenengerecht“, „Eigenverantwortlich“, „Modern“, das sind die Schlagworte. Aber wehe, etwas geht schief, dann kommen alle aus dem Loch „wie konnte das nur“, „das muss doch einer [= Vorgesetzter] gemerkt haben, was der auf seiner Stube hat“,“

    Stark verkürzend, aber leider nicht ganz falsch :(

    „Gemäß Vorschrift sind z.B. Stubendurchgänge auf das notwendige Maß zu beschränken – und bei nicht-unterkunftspflichtigen/für die Unterkunft zahlenden Soldaten muss sogar ein „zwingender dienstlicher Grund“ vorliegen, um den „zeitgerecht angezeigten“ Stubendurchgang vorzunehmen. Der ein oder andere hat also gar keine Ahnung vom Truppenalltag/geltenden Vorschriften – oder der eigene liegt schon Jahrzehnte zurück.“

    Jepp, gerade diese Beschränkungen wurden ja in den letzten Jahren gegen den Willen vieler Vorgesetzten eingeführt und diese mussten sich anhören diese seien „nicht mehr zeitgemäß“. Nun tönen ja interessanter Weise gerade einigen von denen, die es damals forderten, dass man es im konkreten Fall hätte besser machen müssen.

    Wasser predigen, aber Wein trinken…

    :(

    @Harry | 03. Mai 2017 – 13:45
    „Dafür hätte ich jetzt gerne mal objektivierbare Belege und nicht „gefühlte Wahrnehmung“.“

    Wenn Sie die Belege sehen wollen, dann rate ich Ihnen einfach das zu Lesen und sich anzuhören, was die IBuK persönlich in den letzten Tagen gesagt bzw. geschrieben hat.

    „Und zwar auf der Grundlage der geltenden Vorschrift „Innere Führung“ und der Rechtsgrundlagen für die „Versetzung in den Einstweiligen Ruhestand“ bzw. Versetzungen in der Bundeswehr.“

    Einige Stichworte: Bindung an Recht und Gesetz (Unabhängigkeit der Dizsplinarvorgesetzten), Führen mit Auftrag (vs. Zentralisierung von Einzelfallentscheidungen), Menschenführung (Personalführung im Dialog mit dem betroffenen), Menschenführung (Erziehung/Disziplinierung unter Berücksichtigung der Umstände der Einzelperson und des Einzelfalles), Menschenführung („sich vor seine Soldaten stellen“ und nicht alle schlecht reden wegen der Fehler weniger) etc. etc.

    „Die Frau hat erklärt, dass sie Handlungsbedarf identifiziert hat und von ihren Führungskräften erwartet, diesen aufzugreifen und die dahinterliegenden Herausforderungen anzugehen – und zwar öfter, intensiver und meinetwegen auch rascher als in der Vergangenheit! Das ist mehr als legitim.“

    Die Forderung könnte dann legitim sein, wenn sie unter Berücksichtigung
    1. der Grundsätze der Inneren Führung erfolgte wäre und
    2. auf einer zutreffenden Lagefeststellung beruhen würde.

    Bisher wurde noch nicht einmal annähernd nachgewiesen, dass überhaupt ein querschnittlichtes Problem besteht (also kein Punkt 2) und selbst wenn das so wäre, dürften nicht gegen wesentliche Grundlagen der Inneren Führung verstoßen werden wie z.B. (Punkt 1).

  • Sönke Marahrens   |   03. Mai 2017 - 16:00

    @Sachlicher

    Ich habe OL 3 deutsches Heer selbst ausgebildet, ich kann ihre Kritik nicht teilen.

    Was in der Regel nicht gestimmt hat, war das Bild, was man von Ihnen gehabt hat, weil , insbesondere meine Kameraden des Heeres , immer ihre eigene Ausbildung mit 39 Monaten Vorlauf vor dem Studium vor Augen hatten. Das konnten die jungen Leute aber nicht liefern, weil man Ihnen es nicht geboten hat. Umgekehrt waren sie aber intellektuell sehr gut beieinander , und haben verstanden, dass sie sich die Fähigkeiten eines Zugführers noch erarbeiten mussten und dass dazu ein HFW als Rolemodell auch wunderbar herhalten kann. Wenn man aber Lt/Olt mit den Worten Sie als anehmende Offiziere tituliert, wie ich es durch Vorgestellt erlebt habe, der darf sich nicht wundern, wenn er selbst nicht ernst genommen wird.

    Ich bin Auftragstaktiker zum Freud und Leid meiner Vorgesetzten, ich verstehe aber nicht, warum das Kontrolle ausschließen soll? Dienstaufsicht, insbesondere auch helfende, wird von niemanden abgelehnt, wenn sie achtsam ist.

    Das Misstrauen, dass Sie in ihr eigenes Ausbildungssystem und Institutiionen haben, ist mir völlig fremd. Notfalls erziehe ich halt nach, aber eins ist sicher ich erziehe keinen gestanden StFw….Mit dem führe ich dann ein Gespräch irgendwo abseits.

    Was ihren letzten Absatz anbelangt

    Ich habe mich am Samstag gefragt, meint die Ministerin mich, Nein, kann ich nachvollziehen, ob sie mit ihrer Aussage recht haben kann, JA, u.a als regelmäßiger Leser des WB Berichtes.
    Ist Ihnen auch aufgefallen, dass es unsere Ministerin hier im Blog immer den gleichen Leuten nicht recht machen kann?
    Obwohl sie Dinge anfasst, die Jahrzehnte lang liegen geblieben sind, die uns ein ehemaliger Minister als zumutbar , weil wir dienen ja nur, verkaufen wollte? Oder das weltbeste Heer, dem kurz vor Schluss , wie aus dem nichts 20 Mrd gefehlt haben?
    Das ging schon mit der Kritik an FKK los….Das war 2001 in Shrivenham Standard und die FüAk hat heute noch kein WLAN. Rüstung, Haushalt, Innere Lage zB Umgang mit Frauen, würden Sie ihre Tochter in ein System geben wollen, dass im Jahr 15 seit Tanja Kreil noch keine Maßstäbe zu deren fairer BeWertung hat? Schon mal aufgefallen, die werden immer nur am besten Mann gemessen, und um den zu toppen müssen sie 120% bringen.Aber ich schweife ab

    Zu ihrem letzten Absatz
    Ich schätze ihre Beiträge auch sehr, und deswegen trotzdem Ja
    Todgesagte leben länger und mir wäre eine weitere Legislaturperiode mit ihr sehr recht, den eine weitere Operation am offenen Herzen mit einem neuer Operateur könnte den Patienten Bundeswehr auf der StRasse umfallen lassen. Und das wäre dann ein echtes Problem.

  • MikeMolto   |   03. Mai 2017 - 16:01

    @ Zimdarsen | 03. Mai 2017 – 12:12

    Danke fuer die Tabelle.
    Vielleicht fehlte den meisten der betroffenen Soldaten die Information, dass die Bw und die Oeffentlickeit nationalsozialistische Zeichen und Rituale nicht dulden.
    Die meisten Vorkommnisse sind doch dumm und provozierend. Da hat Elternhaus und Schule versagt und die Bw darf das aufarbeiten.

  • Hans Dampf   |   03. Mai 2017 - 16:36

    @ Sönke Marahrens

    „Umgang mit Frauen, würden Sie ihre Tochter in ein System geben wollen, dass im Jahr 15 seit Tanja Kreil noch keine Maßstäbe zu deren fairer BeWertung hat? Schon mal aufgefallen, die werden immer nur am besten Mann gemessen, und um den zu toppen müssen sie 120% bringen.Aber ich schweife ab“

    Ist mir in den beinahe 15 Jahren, die ich jetzt immerhin auch schon diene, nicht aufgefallen. Was mir allerdings auffällt: Auf fast jedem Bildnis muss mindestens eine Frau abgebildet sein, das ist ungeschriebenes Gesetz ;-). Ich kann viele Ihrer Punkte nachvollziehen, diesen jedoch ganz und gar nicht.
    Mal ganz davon abgesehen, dass ein Beurteilungssystem niemals „fair“ sein kann, zumindest, solange sie von einem Menschen geschrieben wird und unter der Prämisse, dass es künftig über eindeutig zu klassifizierende Merkmale (z.B. Sport- und Schießleistungen) hinausgehen soll – was zu begrüßen wäre. Aber am Ende der Debatte steht vermutlich irgendwann genau die Abschaffung der freien Beschreibung, damit sich niemand mehr benachteiligt fühlt und alles zu 100% „justiziabel“ ist. Dann lässt der BtlKdr einen Test schreiben und anhand der Punktzahl ergibt sich dann die Rangziffer im Bataillon.

  • MikeMolto   |   03. Mai 2017 - 16:57

    Hans Dampf | 03. Mai 2017 – 16:36

    „. Dann lässt der BtlKdr einen Test schreiben und anhand der Punktzahl ergibt sich dann die Rangziffer im Bataillon.“

    Zynisch: Der Test muss in unserem System mit dem/der Gleichstellungsbeauftragten abgestimmt sein…“ zy/off

  • klabautermann   |   03. Mai 2017 - 16:59

    Je mehr Ermittlungsdetails über dieses „Anscheindienstvergehen“ an die Oberfläche gelangen, desto mehr wird klar, dass UvdL mit ihrem Paukenschlag wohl einen schmerzhaften Volltreffer in einer politisch grenzwertigen 4-Affen-Echokammer gelandet hat. Merkel hat ihr nun nicht das Vertrauen ausgesprochen, sondern ihre volle Unterstützung und die der gesamten Regierung. Und schon dreht sich ganz langsam der Tenor in der Berichterstattung den MSM. Zur internationalen Dimension: wer erinnert sich denn noch an das Vichy-Regime in Frankreich und die militärische Kollaberation mit den Nazis insbesondere in MENA ?
    „………………………die drei Protokolle von Paris (Protokoll I für Syrien und Libanon; Protokoll II für Bizerta und Tunesien; Protokoll III für Französisch-Westafrika und Französisch-Äquatorialafrika sowie ein Zusatzprotokoll zu den vom Vichy-Regime aufgestellten Forderungen nach mehr Mitteln für den Fall eines alliierten Angriffs). Marschall Pétain bestätigte den Wortlaut der Protokolle ausdrücklich in einem Telegramm an General Dentz, den französischen Hochkommissar für Syrien und Libanon. Deutschland wurde die Benutzung der französischen Stützpunkte in Syrien, französische Waffenlieferungen an irakische Aufständische unter Raschid Ali al-Gailani, Durchreise des Deutschen Afrikakorps durch das französisch kontrollierte Tunesien sowie die Überholung von Schiffen der deutschen Kriegsmarine in Dakar zugesagt. Im Gegenzug sollte Deutschland die Besatzungsgebühren um ein Viertel reduzieren, 100.000 Kriegsgefangene freilassen und die Wiederbewaffnung einiger französischer Kriegsschiffe genehmigen“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Vichy-Regime#Milit.C3.A4r
    Merkwürige „Koinzidenz“, dass dieser OLt sich als flüchtiger christlicher Syrer mit wenig arabischen aber um so mehr französischen Sprachkenntnissen hat registrieren lassen.
    Die „Verteidiger“ des OLt sollten langsam einmal die politische Dimension dieses „Anscheindienstvergehen“ begreifen. Stellen wir uns doch einmal für einen Moment vor, dass die ursprüngliche Masterarbeit tatsächlich durch die Maschen der französischen Prüfungsordnung gerutscht wäre, Was für ein Coup für einen imho neo-nazistischen OLt mit dem Vormamen eines faschistoiden, spanischen Generalissimo, der über den Einsatz der Legion Condor bei Guernica ganz begeistert war.

    Also, solche BS braucht die BW nun wirklich nicht. Und wenn die „Linie“ vom DV aufwärts das nicht erkennt trotz aller Warnsignale aus St. Cyr und dem Forschungsamt, dann ist etwas ganz oberfaul im Bereich der InFü in der BW.

  • Hans Schommer   |   03. Mai 2017 - 17:41

    Sönke Marahrens | 03. Mai 2017 – 16:00:
    “ … würden Sie ihre Tochter in ein System geben wollen, dass im Jahr 15 seit Tanja Kreil noch keine Maßstäbe zu deren fairer BeWertung hat? Schon mal aufgefallen, die werden immer nur am besten Mann gemessen, und um den zu toppen müssen sie 120% bringen.Aber ich schweife ab.“
    Völliger Blödsinn!
    Sie schweifen nicht ab, sondern Ihr Wissensstand ist total überholt.
    Und ich finde es ermüdend, dass man hier immer wieder mit solch alten Kamellen zugenölt wird.
    Hans Schommer

  • TobyR   |   03. Mai 2017 - 19:32

    @ klabautermann

    „Zur internationalen Dimension: wer erinnert sich denn noch an das Vichy-Regime in Frankreich und die militärische Kollaberation mit den Nazis insbesondere in MENA ?“

    Was soll denn das jetzt? Ich ‚erinnere‘ mich natürlich daran bzw. weiß darüber bescheid, aber das hat doch mit diesem Fall gar nichts zu tun und da irgend eine Art von Verbindung konstruieren zu wollen, ist völlig hanebüchen.

    „Also, solche BS braucht die BW nun wirklich nicht. Und wenn die „Linie“ vom DV aufwärts das nicht erkennt trotz aller Warnsignale aus St. Cyr und dem Forschungsamt, dann ist etwas ganz oberfaul im Bereich der InFü in der BW.“

    Ich frage mich, wie man anhand einer Affäre, an der eine sehr geringe Zahl von Personen beteiligt war, und die darüber hinaus noch längst nicht völlig durchleuchtet worden ist, auf so etwas kommt. Ist das jetzt wirklich nichts anderes als ein Schnellschuss, weil man hier das einzelne ’smoking gun‘ sieht, das, um im Bild zu bleiben, als Beleg für die Massenschießerei gelten soll?

  • Koffer   |   03. Mai 2017 - 19:37

    @Sönke Marahrens | 03. Mai 2017 – 16:00
    „Das konnten die jungen Leute aber nicht liefern, weil man Ihnen es nicht geboten hat. Umgekehrt waren sie aber intellektuell sehr gut beieinander “

    In der Tat ist es NICHT Schuld der Lt/OLt, dass der neue Ausbildungsgang eine Katastrophe ist.

    Aber das ändert ja nichts an der Tatsache, DASS er eine Katastrophe ist.

    „würden Sie ihre Tochter in ein System geben wollen, dass im Jahr 15 seit Tanja Kreil noch keine Maßstäbe zu deren fairer BeWertung hat? Schon mal aufgefallen, die werden immer nur am besten Mann gemessen, und um den zu toppen müssen sie 120% bringen.“

    Entschuldigen Sie die klare Ansage, aber diese Aussage ist Unfug!

    Z.B. durch die Übernahmezahlen BS bzw. Auswahlzahlen KpChef und LGAN ist einwandfrei nachweisbar, dass weibliche Soldaten keinesfalls benachteiligt werden. Teilweise (statistisch zumindest) gibt es sogar Indizien für das Gegenteil.

    @Hans Dampf | 03. Mai 2017 – 16:36
    „Was mir allerdings auffällt: Auf fast jedem Bildnis muss mindestens eine Frau abgebildet sein, das ist ungeschriebenes Gesetz ;-).“

    Es ist kein ungeschriebenes Gesetz, sondern zwei Jahren ein geschriebenes. Zumindest im Bereich der Personalwerbung ist befohlen, dass Frauen unabhängig von der Stärke in den Streitkräften wo immer möglich 50/50% abzubilden sind, zumindest aber bei Bildern von 3 oder mehr eine Frau im Bild sein MUSS Ausnahmen liegen unter Vorbehalt Sprecher BMVg und hinsichtlich kompletter Werbelinien sogar unter Leitungsvorbehalt IBuK (kein Witz!).

    Für den Bereich der ÖA ist es m.W.n. nicht so klar befohlen, allerdings auch hier „nachdrücklich erwünscht“.

    Um das übrigens klar zu stellen: ich halte es für grundsätzlich gut, dass wir Frauen stärker als ihren aktuellen Anteil an den Streitkräften abbilden. Wir wollen zusätzlich weibliche Soldaten werben, da muss man auch auf diese Zielgruppe anmessen eingehen.

    Was mich aber stört, sind die politischen „Maximalvorgaben“ der IBuK jenseits von sachlichen Erwägungen…

    @klabautermann | 03. Mai 2017 – 16:59
    „Je mehr Ermittlungsdetails über dieses „Anscheindienstvergehen“ an die Oberfläche gelangen, desto mehr wird klar, dass UvdL mit ihrem Paukenschlag wohl einen schmerzhaften Volltreffer in einer politisch grenzwertigen 4-Affen-Echokammer gelandet hat.“

    Ich sehe ehrlich gesagt genau das Gegenteil. Ich sehe hier Anzeichen für die „selbst-erfüllende-Prophezeiung“. Weil es so sein muss, werden jetzt Details und Kleinigkeit überhöht, nur damit sie nicht eingestehen muss, dass sie sich verrannt hat.

    „Die „Verteidiger“ des OLt sollten langsam einmal die politische Dimension dieses „Anscheindienstvergehen“ begreifen.“

    Wer hat hier im Blog oder in der Presse oder in der Politik denn den OLt verteidigt? Der Mann ist ein mutmaßlicher Terrorist. Sollte sich das beweisen lassen, gehört er nicht nur aus der Armee geworfen, sondern natürlich auch in den Knast.

    Die einzigen die ihn verteidigt haben, waren der Disziplinarvorgesetzte und der Rechtsberater, aber das zu einer Zeit, als ja noch gar nicht klar war, dass es sich um einen zukünftigen (beschuldigten) Terroristen handelt.

    Und ehrlich gesagt sind sich die Kommentatoren hier im Blog doch auch überwiegend einig, dass die Nachsichtigkeit damals vermutlich (vorbehaltlich derzeit noch unbekannter Details) damals kritisch gesehen werden muss. Nicht wegen dem was wir heute wissen, sondern wegen dem, was damals bekannt war…

  • Hauptgefreiter   |   03. Mai 2017 - 20:20

    Habe mich jetzt die ganze Zeit zurückgehalten und nur mitgelesen. Gerade die Tagesschau gesehen. Es ist ja noch viel schlimmer als ich gedacht habe. Offene Verherrlichung der Wehrmacht im Jägerbataillon 291. Mir kann niemand weis machen, dass der Kommandeur dieses Ladens so was nicht mitbekommt. Das ist doch der Boden auf dem das Ganze gedeiht. Mit Verlaub, aber ein Offizier, der sich in der Tradition einer Armee sieht, die auf einen Massenmoerder vereidigt wurde hat in der Bundeswehr nichts verloren. Ich dachte 72 Jahre nach Kriegsende ist dieser Albtraum überwunden. Ich bin einfach entsetzt. Da koennen die Herren Offiziere hier noch so jammern , Frau VdL kann gar nicht anders. Sie muss mit einem Stahlbesen kehren. Sie ist schließlich nicht nur ihren Soldaten gegenüber verpflichtet sondern auch den Buergern dieses Landes die wir in der Mitte der Gesellschaft stehen. Ich will nicht, dass Unschuldige unter die Raeder kommen, aber so langsam bekomme ich Angst. Was laeuft denn sonst noch so beim Bund ? . Und glauben Sie mir , ich bin nicht allein.

  • Koffer   |   03. Mai 2017 - 21:32

    @Hauptgefreiter | 03. Mai 2017 – 20:20
    „Offene Verherrlichung der Wehrmacht im Jägerbataillon 291.“

    Stricken Sie bitte keine Geschichten jenseits der Realität.

    Das ist nach aktuellem Kenntnisstand NICHT passiert.

  • Elahan   |   03. Mai 2017 - 21:50

    @Hauptgefreiter

    „…..Sie muss mit einem Stahlbesen kehren…..“

    Nein, nicht sie muss aufräumen, sondern die Verantwortlichen müssen den Dienstweg kehren. In wie vielen Diensträumen im Heer gibt es noch solche Bilder, außerhalb der genehmigten Lehrsammlungen? Kein Kommandeur kann sich rausreden, wenn es sich sogar noch um Gemeinschaftsräume handelt. In wie vielen Dienststellen wird die Monarchie noch verherrlicht? In wievielen Dienststellen sind Demokratie, Beteiligung und Mitbestimmung noch Schimpfworte? Nur das alles ist nicht neu und in allen Ebenen bekannt. Es wird nur mehr, weniger oder gar nicht bekämft. Doch das ist nicht „DIE“ Bundeswehr, sondern ein Teil dieser.

  • Hauptgefreiter   |   03. Mai 2017 - 22:31

    @koffer
    Ich stricke hier gar nichts , ich gebe das wieder was ich heute gesehen habe. Aufnahmen die im Beisein der Ministerin gedreht wurden . WKII Stahlhelme , Landserbild und Sturmgewehr an der Wand ? Was hat das dort zu suchen ? So was lasse ich mir in einem Militaerhistorischen Museum oder einer entsprechenden Ausstellung gefallen und dann bitte kommentiert und moderiert, aber keinesfalls in einem Gemeinschaftsraum einer deutschen Einheit.
    Haben Sie überhaupt kein Gespür dafür, was fuer eine Aussenwirkung so was auf den Großteil der deutschen Bevölkerung hat. Was haben deutsche Soldaten der Bundeswehr mit der Wehrmacht zu tun ? Die Armee in die mein Großvater gepresst wurde und nach Stalingrad geschickt wurde, wo er Furchtbares erleben musste. Kommen Sie raus aus Ihrem Elfenbeinturm . Die Bundeswehr ist die Armee eines demokratischen Staates und keine Wehrsportgruppe. Und keinesfalls hat die Wehrmacht auch nur im Ansatz was mit der Bundeswehr gemein. Ich hoffe das sind nur Ausnahmen. Aber diese Ausnahmen gehören konsequent geahndet und eliminiert.
    @Elahan
    Ich bin langsam am Zweifeln ob die Verantworlichen auf dem Dienstweg das schaffen, ich hab das Gefühl, dass zu lange und zu oft die Augen verschlossen haben, aber ansonsten volle Zustimmung.

  • Koffer   |   03. Mai 2017 - 22:37

    @Hauptgefreiter | 03. Mai 2017 – 22:31
    „Haben Sie überhaupt kein Gespür dafür, was fuer eine Aussenwirkung so was auf den Großteil der deutschen Bevölkerung hat. “

    Das ist etwas komplett anderes als Sie in Ihrer letzten Nachricht behauptet haben.

    Dort schrieben Sie von einer „Verherrlichung der Wehrmacht“.

    Ihre aktuelle Aussage teile ich zwar nicht, aber kann man ja zumindest diskutieren.

    Ihre Aussage war schlicht unwahr.

    „Die Bundeswehr ist die Armee eines demokratischen Staates und keine Wehrsportgruppe.“

    In der Tat. Und es gibt auch glücklicherweise keine Anhaltspunkte, dass es anders ist.

  • Sönke   |   03. Mai 2017 - 22:52

    @Koffer

    Seien Sie sich gewiss, dass es kein Unfug ist ;-) Sie beschreiben Statistiken, ich meine Erfahrung.

  • Hauptgefreiter   |   03. Mai 2017 - 23:18

    @Koffer
    Ich habe das Gefühl, Sie verstehen überhaupt nicht was mich so entsetzt.
    Wir müssen ja nicht einer Meinung sein. Fuer mich ist die Praesentation von WKII Devotionalien bei der Bundeswehr außerhalb eine Veranstaltung im Rahmen der politischen Bildung gleichzusetzen mit Verherrlichung der Hitlerarmee. Es gibt keinerlei Bezug der Bundeswehr zur Wehrmacht. Außer vielleicht, dass die ersten Ausbilder zu Beginn der Bundeswehr bereits in der Wehrmacht gedient haben. Diese waren entweder zuvor schon kritisch zum NS System eingestellt oder wurden entnazifiziert ( soweit so was moeglich war)
    und wurden auch von allierten Ausbildern unterstützt und evt. auch kontrolliert. Aber das ist alles schon sehr lange her. Was haben die heutigen Soldaten bitte mit der Wehrmacht zu tun ? Der zweite Weltkrieg war nach der systematischen Judenvernichtung das zweitschlimmste Ereignis, das das deutsche Volk über die Welt gebracht hat . Da gibt es nichts zu beschönigen oder gar zu kultivieren. Wenn ein Kompaniechef oder ein Kommandeur so etwas in den Gebaeuden seiner Einheiten toleriert, hat er versagt ( von NS Kritzeleien an Wänden und Hakenkreuzeinritzung in eine Waffe wollen wir gar nicht reden). Wenn das alles so sein sollte , hat Frau von der Leyen Recht. Es gibt ein Haltungsproblem, mal ganz abgesehen von dem Vorfall mit dem Oberleutnant des betreffenden Bataillons. Wieso reagieren die Offziere und Unterfuehrer dort nicht ?
    Ich bin immer noch der Hoffnung, dass es sich hier wirklich um eine Ausnahme handelt.
    Falls nicht hat die Frau Ministerin und der GI noch einiges zu tun.

  • Wa-Ge   |   04. Mai 2017 - 8:44

    @Hauptgefreiter | 03. Mai 2017 – 23:18

    „Es gibt keinerlei Bezug der Bundeswehr zur Wehrmacht. Außer vielleicht, dass die ersten Ausbilder zu Beginn der Bundeswehr bereits in der Wehrmacht gedient haben.“

    Wenn Sie tatsächlich diese Meinung vertreten, dann sollten Sie ganz dringend in den Traditionserlass der Bundeswehr blicken, dort werden Sie etwas vom „Widerstand“ lesen und drei mal dürfen Sie raten in welchen Streitkräften dieser Widerstand gedient hat.

    Viele mögen es nicht wahrhaben, aber die Bundeswehr ist ein direktes Resultat der Wehrmacht. Beim Aufbau wurde explizit geschaut wie man die unerwünschten Seiten der Wehrmacht unterbinden kann, während man die bewährten Grundsteine für die Aufstellung der neuen Truppe nutzen kann. Dazu kann man sich gerne über dinge wie Gefecht der verbundenen Waffen, Auftragstaktik,… informieren. Ja es hat diese in bestimmtem Maße auch in vorherigen deutschen Armeen gegeben, aber die Kulmination wurde in der Wehrmacht erfahren. Und diese Erfahrung wurde auch mit ausdrücklichem Wunsch der Alliierten auch in die Bundeswehr integriert.

    Was die Aufregung über die ganzen Abschiedsgeschenke in den Kompaniefluren und Betreuungsräumen angeht:

    1) Die Bundeswehr hat in den lezten Jahren mehrmals verordente „Säuberungen“ durchgeführt, dabei wurden verbliebene Exponate durch Historiker für explizit unbedenklich erklärt.

    2) Es mag dem ein oder anderen verwundern, aber es ist nicht verboten sowas zu exponieren, genau so wie es nicht verboten ist, Gangbangs zu veranstalten oder Poster von Roman Polanskis Filmen aufzuhängen.

    Was will ich damit sagen, es ist legal, wenn ich sowas nicht haben will, dann muss ich das verbieten und dies wurde explizit nicht gemacht. Es reicht dabei ein Satz ala:
    „Es ist nicht gestattet ohne ausdrückliche Genehmigung der Stelle XY Bilder, Ausrüstungsgegenstände,…. im militärischen Sicherheitsbereich zu exponieren, welche in der Wehrmacht Verwendung gefunden haben oder daran erinnern.“

    Das würde reichen, die Bundeswehr hatte dazu in den letzten Jahren mehrmals die Möglichkeit und Anlass zu, hat sie aber explizit nicht getan, von daher ist es jetzt sehr häuchlerisch wenn sich die Führung hinstellt und über Stahlhelme oder Soldatenbilder aufregt, auf denen kein einziges verfassungsfeindliches Symbol abgebildet ist. (Wohlgemerkt ich klammere die G36 Handschutz explizit aus, bitte aber die daraus einen Skandal machen wollen die Toilleten von öffentlichen Einrichtungen zu inspizieren, ich bin auf diejenigen gespannt, die ohne solche idiotischen Schmierereien aufgefunden werden, die Masse der hackenkreuzfreien Toiletten wird sich vermutlich sogar in den Kasernen befinden, weil dort explizit darauf geachtet wird und diese sofort entfernt werden).

    Von daher bitte nicht ganze Einheiten und Verbände in Sippenhaft nehmen, weil sich in diese ein schwarzes Schaf geschlichen hat. Ich für meinen Teil kann sagen, dass ich keinen einzigen Truppenteil des Heeres kenne (Lw und Marine war ich weniger zu Gast), in dem ich solche Bilder wie sie in der Tagesschau gezeigt wurden nicht gesehen habe. Einschließlich vieler Dienstzimmer an der OSH oder höheren Kommandobehörden.