Helmut Schmidt und das Uniform-Bild: Uni-Präsident lädt zum Gespräch (Nachtrag)

Nachdem Augen geradeaus! am (gestrigen) Donnerstag als erstes Medium über die Entfernung eines Bildes an der Hamburger Bundeswehr-Universität berichtet hatte, das den Namensgeber Helmut Schmidt in Wehrmachtsuniform zeigt, haben am Freitag viele Medien nachgezogen – und das hat zu einer recht emotionalen, auch öffentlichen, Debatte geführt.

Der Präsident der Universität, Wilfried Seidel, reagierte darauf am Freitag mit zwei Rundschreiben an alle Angehörigen der Helmut-Schmidt-Universität, die Augen geradeaus! vorliegen. Darin wendet er sich dagegen, den späteren Verteidigungsminister und Bundeskanzler Helmut Schmidt auf seine Zeit in der Wehrmacht zu reduzieren und ihn in Wehrmachtsuniform als Vorbild zu sehen: Das Tragen der Uniform der Bundeswehr und der Uniform eines Unrechtsregimes bilden keine Gemeinsamkeit. Seidel bot zudem  allen Studierenden der Bundeswehr-Universität ein Gespräch an, auch um etwaige Missverständnisse auszuräumen.

Nachtrag: Das erste Rundschreiben liegt mir erst seit Samstag vor; hier zur Dokumentation beide Bulletins des Universitätspräsidenten:

• Erstes Bulletin

Sehr geehrte Damen und Herren,
im Zuge der Berichterstattung über den Fall des beschuldigten Oberleutnants Franco A. sind immer wieder auch die Universitäten der Bundeswehr erwähnt worden. Vor allem ist dabei auf eine Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr aus dem Jahr 2007 Bezug genommen worden, in der die politische Einstellung von Studierenden untersucht wurde.
Ein Ergebnis der Studie war auch, dass sich diese damals nicht signifikant vom Bevölkerungsdurchschnitt unterschieden hat. Einer Vorverurteilung oder gar einem Generalverdacht widerspreche ich entschieden.
Gleichwohl haben die Vorgänge rund um den Fall des beschuldigten Oberleutnants Franco A. eine so hohe Brisanz, dass es aus meiner Sicht erforderlich ist, genauer hinzuschauen. Entgegen der Äußerung eines früheren Universitätsmitgliedes hat Franco A. nicht an der HSU studiert. Das entbindet uns aber nicht von der Verpflichtung zum sorgfältigen Umgang mit diesem Thema.

Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat in der vergangenen Woche alle Dienststellen der Bundeswehr angewiesen, ihre Liegenschaften auf Gegenstände zu überprüfen, die vom Traditionserlass der Bundeswehr berührt sein könnten. Diese Bestandsaufnahme, von der auch wir nicht ausgenommen sind, war bis heute abzuschließen. Die Disziplinarvorgesetzen, die alle Gemeinschaftsräume in den Wohnheimen der Studierenden besichtigt haben, fanden dabei keine Hinweise auf rechtsextreme Gesinnung.
Vor allem Online-Medien haben gestern und heute darüber berichtet, dass die Helmut-Schmidt-Universität angewiesen hätte, ein Foto zu entfernen, das unseren Namensgeber in Wehrmachtsuniform zeigt.
Das trifft zu. Der zuständige Disziplinarvorgesetze hat den Studierenden der fraglichen Wohnebene nahegelegt, eine weniger missverständliche Darstellung unseres Namensgebers zu wählen.
Es mag aus Sicht der studierenden Offizieranwärter und Offiziere gute Gründe für die gewählte Darstellung geben. Ich teile jedoch die Einschätzung des Disziplinarvorgesetzten, das Abhängen des Bildes zu veranlassen. Das Tragen der Uniform der Bundeswehr und der Uniform eines Unrechtsregimes bilden keine Gemeinsamkeit.
Die Tatsache, dass die aktuellen Bewohner dies Bild nicht selber aufgehängt, sondern von früheren Generationen übernommen haben, mag als bloße Gedankenlosigkeit gewertet werden. Diese halte ich aber – insbesondere vor dem Hintergrund der oben beschriebenen Geschehnisse – für gefährlich.
Ich habe daher den Leiter des Studierendenbereichs angewiesen, Gespräche zwischen Vorgesetzten und Studierenden zu initiieren, um die Motivationslage der Soldaten auszuloten.
Prof. Dr. Wilfried Seidel

• Das zweite Bulletin:

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,
sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir wichtig, hervorzuheben, dass sich die Universität in keiner Weise von ihrem politischen Gründungsvater und Namenspatron distanziert.
Wir alle schätzen Helmut Schmidt für seine politischen Leistungen als Hamburger Innensenator, Verteidigungs- und Finanzminister, Bundeskanzler und „Elder Statesman“. Dafür trägt die Universität seinen Namen, und darauf sind wir stolz.
Die vom zuständigen Disziplinarvorgesetzten verfügte Entfernung des Fotos, das Helmut Schmidt auf seine Zeit als Offizier der Wehrmacht reduziert, hat in der Studierendenschaft und in der öffentlichen Meinung ein geteiltes Echo gefunden.
Ich werde kurzfristig mit Vertretern der Studierendenschaft zu einem Round Table-Gespräch zusammenkommen, um im Dialog die Positionen auszutauschen und etwaige Missverständnisse auszuräumen.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Wilfried Seidel

Die Studierenden hatten auf die Anordnung des Leiters des Studienfachbereichs A, das Foto im Flur eines Wohngebäudes zu entfernen, mit der oben abgebildeten Notiz reagiert. Zuvor hatte an der Stelle dieses Bild gehangen:

Wie schon gestern stellen sich für mich bei diesem Vorgang zwei Fragen: Ist für die Bedeutung Helmut Schmidts für die Bundeswehr und Deutschland seine Zeit in der Wehrmacht das Maßgebliche? Und: Hat der Vorgesetzte, der die Entfernung dieses Bildes befohlen hat, vielleicht überlegt, genau diesen Punkt für eine Debatte zu nutzen und dabei auch die Frage zu stellen, ob nicht ein anderes Foto von Schmidt die Gemeinsamkeit zwischen dem Namensgeber und den studierenden Offizieren und Offiziersanwärtern besser zum Ausdruck gebracht hätte?

An dieser Stelle auch noch der Hinweis zu weiteren, in diesem Zusammenhang diskutierten Ereignissen oder Nicht-Ereignissen: Nein, es gibt keine Überlegungen, das Eiserne Kreuz der Bundeswehr als Hoheitszeichen abzuschaffen – ich habe eigens deswegen am Freitagabend beim diensthabenden Sprecher des Verteidigungsministeriums nachgefragt. Und der Vorgang Liederbuch der Bundeswehr: Da wurde bereits im Januar, wie auch Spiegel Online berichtet und vom Ministerium bestätigt wurde, der Auftrag zur Überarbeitung erteilt; das Buch wurde nicht verboten.

(Wie bei diesem Thema leider nötig, werden alle Kommentare moderiert.)

(Fotos: privat)

165 Gedanken zu „Helmut Schmidt und das Uniform-Bild: Uni-Präsident lädt zum Gespräch (Nachtrag)

  1. @Ingo Heinscher | 15. Mai 2017 – 7:44
    „Wäre es nicht ohnehin angezeigt, Kasernen nach aktuelleren Vorbildern zu benennen, wie zum Beispiel den Gefallenen des Karfreitagsgefechts von 2010?“

    Guter Ansatz.

    Aber er reicht halt nicht aus. Die Tradition der Bundeswehr kann sich eben nicht nur auf eine Säule stützen. Sowohl aus rein praktischen Erwägungen heraus, als auch aus inhaltlichen…

    Aber unstrittig ist glaube ich, dass man mehr für die Bw-eigene Traditionslinie tun müsste (nur leider macht das die militärische Führung und die politische Leitung seit Jahren konsequent NICHT, wenn es um praktische Entscheidungen jenseits von Ansprachen geht).

    @Zimdarsen | 15. Mai 2017 – 10:13
    „Warum muss man Kasernen, Straßen und Verbände nach Menschen benennen?“

    Weil (viele) Soldaten das so wollen und sie es für ihre „Positionsbestimmung“ in einem zutiefst „emotionalen“ Beruf benötigen.

    „huldigen… anzuhimmeln… Überhöhen oder Vergöttern“

    Darum geht es doch gar nicht. Vorbilder müssen nicht gehuldigt werden, Vorbilder sollen auch keinesfalls vergöttert werden. Sie bieten sich aber als emotionale und sachlicher Anknüpfungspunkt für Soldaten viel besser an, als theoretische und abstrakte Konstrukte.

    @Memoria | 15. Mai 2017 – 11:01
    „Natürlich sind das deutlich weniger Fälle als zu WK II, aber bei genauerem Hinsehen gibt es ausreichend Fälle (seien es nur 10), die gerade als Mannschafter beispielgebend waren.“

    10 halte ich für sehr positiv geschätzt, ich denke eher an 3-5, aber meinetwegen. Aber selbst wenn, dann reichen doch 10 trotzdem nicht aus. Alleine, weil sie fast ausschließlich aus infanterieähnlichen und sanitätsählnichen Szenaren mittlerer Intensität erwachsen sind.

    Was ist mit den anderen Truppengattungen? Was ist mit hochintensiven Situation? Beides findet man in den bisherigen Einsätzen der Bw nicht.

    „Fazit: Es gibt ausreichend Fälle – man muss diese nur in eine neue Traditionspflege integrieren wollen. Gilt natürlich auch für UoP/ UmP.“

    Wie gesagt: Ausreichend? –> m.E.n. nein. Integrieren/Ergänzen der bisherigen Traditionspflege? –> Unbedingt!!!

    @JPG | 15. Mai 2017 – 12:55
    „Ich bin der Überzeugung, dass beides zu verneinen ist. Der Traditionserlass (von mir bereits mehrfach hier zitiert) ist da eindeutig.“

    Ja und nein. Ist er zwar, allerdings genau in die entgegen gesetzte Richtung, zu Ihrer Bewertung…

    „Das Problematische an der Sache haben die studierenden Offz/OA ja schon gleich dokumentiert. Sie wollen eine Gemeinsamkeit postulieren (Tragen einer Uniform), wo keine ist.“

    Das ist nicht (ganz) korrekt. Es ging nicht um das Uniformtragen ansich, sondern um die Tatsache, dass sich Schmidt auch einmal in einer den studOffz/OA vergleichbaren Lebens-/Berufsphase befunden hat (nämlich als JungOffz) und das hierdurch sehr gut eine emotionale Brücke zu den studOffz/OA aufgebaut werden kann, wobei als Vorbild eben nicht (nur) die Phase des Offizierseins zu bewerten ist, sondern auch (und vor allem) die Phasen danach…

  2. @T.Wiegold | 15. Mai 2017 – 14:16
    „Also, ich habe dort auch einen Biertresen gesehen, und auch paar Exponate, die eher in WK I-Richtung gingen. Daraus zu konstruieren, die Medien hätten vorsätzlich nur einen Teil gezeigt, ist ja ein wenig Spiegelfechterei. Oder hätte jemand die Großaufnahme vom Biertresen sehen wollen?“

    Natürlich kann Medienberichterstattung immer nur einen Schlaglicht auf Details werfen.

    Aber ich halte es durchaus für wichtig in diesem Zusammenhang, dass es den „Machern“ (also dem Uffz-Korps) der Kompanie ausweislich der gewählten „Exponate und Bilder“ nicht vermutlich nicht darum ging eine ungebrochene Tradition zur Wehrmacht zu behaupten, sondern (vermutlich?!) eher darum „deutsche Infanterie im Verlauf der Epochen“ darzustellen…

    Wobei die „Exponate“ in solchen Aufenthalts-/Sozial-/Besprechungsräumen ja zumeist sowieso eher zufällig zustande kommen, da es sich (mangels dienstlicher Finanzierungsquelle) fast immer um Abschiedsgeschenke o.ä. handelt.

    Die Malereien (im Gegensatz zu den „Exponaten“) hingegen dürften gezielt ausgewählten worden sein. Von daher ist es m.E.n. nicht unwichtig, dass mehr als eine Malerei aus mehr als einer (deutschen) Armee-Epoche gewählt wurde…

  3. @ T.Wiegold | 15. Mai 2017 – 14:16

    Bitte genau lesen was ich geschrieben habe. Ich werfe weder Ihnen noch DEN Medien was vor. Sondern nur den öffentlich rechtlichen Nachrichtensendungen.

    Mag sein, dass es meine alleinige Meinung ist, aber ich denke es ist ein Unterschied ob man einen „Wehrmachtsschrein“ zeigt oder eine Ansamlung von Infanteriesausrüstung mehrerer Epochen in denen auch Wehrmachtsausrüstung mit enhalten war.

    Ihnen persönlich werfe ich nichts vor, Sie betreiben einen Blog, auf diesem haben Sie selbsverständlich ein Anrecht Informationen so aufzubereiten wie Sie es richtig halten und was Ihnen im übrigen auch sehr gut gelingt.

    Im Unterschied dazu sind die ARD und das ZDF öffentlichkeitsfinanziert und von diesen kann man daher sehr wohl einen höheren Nachrichtenwert erwarten als von privaten Medien. Und es ist ja bezeichnend, dass die Bilder der übrigen Epochen erst dann im Fernsehen gezeigt wurden als die Ministerin von allen Seiten Feuer gekriegt hat, man hätte Sie ja direkt mitzeigen können, dann wäre die ganze Debatte vielleicht nicht aus dem Ruder gelaufen.

  4. @Mufflon | 15. Mai 2017 – 15:18
    „Das Ganze ist so dermaßen lächerlich. Sollen wir glauben, dass Helmut Schmidt nur zum Namensgeber einer Bundeswehr-Einrichtung wurde, weil er so ein toller Zivilist war?“

    Sosehr ich die Person Schmidts als Namensgeber für die UniBwH/HSU aufgrund seiner GESAMT-Persönlichkeit positiv bewerte und so hart ich den Befehl der Vorgesetzten kritisiere das Bild abnehmen zu lassen, so deutlich muss ich Ihnen in diesem Punkt widersprechen.

    Helmut Schmidt wurde als Namensgeber nach meiner Kenntnis primär aus zwei Gründen gewählt 1. wegen seiner Amtszeit als Bundesminister der Verteidigung in der auch die Entscheidung über die Einrichtung der beiden Universitäten der Bundeswehr viel und 2. wegen seiner in Hamburg auch heute noch weit bekannten Leistung als „Krisenmanager“ während der Hamburger Flut (als damaliger Innensenator).

    Das er (auch) Offizier war, spielte nach meiner Kenntnis bei der Entscheidung nur eine (wenn überhaupt) untergeordnete Rolle.

    Verstehe Sie mich hier bitte richtig: Ich kritisiere den Befehl der Vorgesetzten als sowohl inhaltlich falsch, als auch im Rahmen der InFü fehlerhaft umgesetzt.

    Ich halte ihn sogar für eine katastrophale Entscheidung mit Blick auf die Prägung einer ganzen Offiziergeneration der UniBwH/HSU (die jetzt ja ganz praktisch gelernt hat, dass man als Offizier nicht primär sachlich entscheiden muss, sondern sich vor allem „absichern“ sollte).

    Aber Ihre konkrete Argumentation halte ich für inhaltlich einfach unzutreffend…

  5. @ TW, Koffer:

    Ich wollte damit keineswegs die politischen Leistungen Schmidts oder seine Rolle als Verteidigungsminister unterschlagen. Aber wie viele Bundeswehreinrichtungen werden nach ungedienten Ministern benannt? Alleine daraus ist das meiner Auffassung nach nicht zu erklären.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Universität, an der junge Offiziere und Offizieranwärter studieren, nach einem verdienten Staatsmann benannt wird, der mal ein junger Offizier war, ohne dass eben diese Verbindung dabei gewollt war. Oder anders ausgedrückt: Ich kann man mir nicht vorstellen, dass man diesen Umstand quasi ausgeblendet hätte. Es liegt doch nun wirklich sehr nahe.
    Das schließt sich ja nicht mit der Begründung aus, weshalb Helmut Schmidt ein gutes Vorbild ist! Das ist natürlich ebenfalls richtig. Aber es stellt sich die Frage: Wo ist die Verbindung ganz konkret zu jungen Offizieren? Da soll die Erklärung wirklich das zivile Amt des Verteidigungsministers sein? Also ich weiß nicht…

  6. @Mufflon | 15. Mai 2017 – 16:44
    Ich verstehe Ihr Argument, aber es ist nach meiner Kenntnis unzutreffend.

    Die beiden (meiner Erinnerung nach) wichtigsten, offiziellen Argumente (Flut und Unigründung) habe ich bereits erwähnt.

    Der Vollständigkeit halber sollte man aber auch erwähnen, dass es sehr ungewöhnlich war, dass die Uni überhaupt nach einem lebenden Menschen benannt wurde. Das führte damals auch zu heftiger, interner Kritik.

    Die Gerüchteküche kolportierte damals, dass es der Uni vor allem darum gegangen sei ihre (aus verschiedenen, strukturellen Gründen gefährdete) Existenz zu sichern… Nach dem Motto „eine Institution, die nach dem hoch-angesehenen SPD-Politiker benannt ist, wird im Zweifel dann vielleicht doch nicht aufgelöst…“

    „Aber wie viele Bundeswehreinrichtungen werden nach ungedienten Ministern benannt?“

    Das zeigt aber doch eher, dass die viel-beschworene Bw-eigene Tradition nicht aktiv gefördert wird, sondern sie vielmehr seit Jahrzehnten sträflich vernachlässigt wird.

    Ein Beispiel seien die zwei der (wenigen) Kasernen-Neubenennungen der letzten Jahrzehnte benannt.

    Die Kaserne des FschJgRgt 31 in SEEDORF musste vor gut 10 Jahren neu benannt werden (da von den NLD übernommen) und nach längerer Diskussion hat man den mehr als nur langweiligen Namen „Fallschirmjägerkaserne“ gewählt.

    Und bei der aktuell anstehenden Neubenennung der von den Briten übernommenen Kaserne in BERGEN, sagen die Gerüchte (es sei denn hier wäre schon offiziell etwas entschieden?!) auch, dass es zu einem mehr als nur uninspirierten Namen ohne jeglichen Bw-eigenen-Traditionsbezug kommen soll/wird.

  7. @ Koffer | 15. Mai 2017 – 17:08

    Eine Umbenennung mit „fast“ Bundeswehrbezug gibt es meiner Kenntnis nach.

    Nachdem es keine Artillerieschule mehr, sondern „nur“ noch ein entsprechendes Ausbildungszentrum bzw. eine Aussenstelle des AusbZ Münster gibt, wurde die Klotzberg-Kaserne in Idar-Oberstein in Artillerieschule-Kaserne umbenannt.

  8. @Golf Echo 83
    „Aber selbst wenn das 99% der vorbeilaufenden Soldaten klar ist – was ist mit dem einen Prozent das, nun sagen wir mal rechts außen steht?“
    Aber würde das im Umkehrschluss nicht bedeuten das die Masse ihr Denken und Handeln immer an diesem tumben 1% ausrichten muss damit diese sich nicht fälschlicherweise bestätigt fühlen könnten? Wollen wir das wirklich?

  9. Aus FB:

    Beim Durchsuchen von Kasernen muß man genau hinsehen. Manches ist gar nicht von der Wehrmacht, sondern ist veraltete Ausrüstung. ^^

  10. @MA | 16. Mai 2017 – 6:48
    „Eine Umbenennung mit „fast“ Bundeswehrbezug gibt es meiner Kenntnis nach.

    Nachdem es keine Artillerieschule mehr, sondern „nur“ noch ein entsprechendes Ausbildungszentrum bzw. eine Aussenstelle des AusbZ Münster gibt, wurde die Klotzberg-Kaserne in Idar-Oberstein in Artillerieschule-Kaserne umbenannt.“

    Ganz ehrlich: DAS ist für mich noch nicht einmal annähernd gute Traditionspflege. Weder um die Bw-eigene Tradition zu stärken noch irgend etwas anderes :(

    Wie wäre es denn an dieser Stelle mit der Benennung nach dem ehemaligen GI Altenburg gewesen? Der lebt zwar, ist aber mit seinen fast 90 so alt, dass man da nicht in die Gefahr einer Lobhudelei gekommen wäre.

    Er war im II. WK aufgrund seiner Minderjährigkeit nur als Marinehelfer auf Helgoland beteiligt. Trat 1956 als OffzAnw in die Bw ein, wurde also der erste einer reinen Bw-Offizier-Generation. War als Hauptmann (?!) an der Bekämpfung der Hamburger Flut beteiligt und war zum Ende seiner mustergültigen Karriere sogar noch Vorsitzender des MC der NATO.

    Und jetzt kommt’s (Trommelwirbel!): Er war Artillerieoffizier.

    DAS würde ich mal Stärkung der Bw-eigenen Tradition nennen…

  11. Dann bin ich sehr gespannt, ob und wie Frau/Mann die Bilder + Andenken von Werner von Braun in
    Sites wie Redstone und so abhängen will / wird?…denn auch dort sind zeitweise Deutsche…
    oder ist dorthin etwa der Arm zu kurz…
    Naja… auf jeden Fall sollte man dort vorwarnen…

    Auszug aus s.u.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wernher_von_Braun

    Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
    Am 8. Juli 1943 Ernennung zum Professor (eigenhändige Unterschrift Hitlers auf der Urkunde).
    Am 29. Oktober 1944 erhielt er das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern.
    1959 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
    1969 erhielt er die Wilhelm-Exner-Medaille.
    1970 wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
    1975 wurde er mit der Goldenen Medaille der Humboldt-Gesellschaft ausgezeichnet.
    2010 fand das dritte Wernher-von-Braun-Memorial-Symposium der US-amerikanischen Astronautenvereinigung an der University of Alabama in Huntsville statt.[32]
    Reliefporträt in der Haupthalle des Flughafens Berlin-Tegel.[33]
    1974 hielt er insgesamt 25 Ehrendoktortitel, darunter von den folgenden Hochschulen:[34]
    University of Alabama
    University of Tennessee at Chattanooga
    University of Pittsburgh
    Saint Louis University
    Technische Universität Berlin (1963)
    Canisius College
    Clark University

    https://www.youtube.com/results?search_query=wernher+von+braun+der+raketenmann

    https://www.youtube.com/watch?v=8k1KtHKdFwk&t=1s

    https://www.youtube.com/watch?v=nd4j3vosAKY&t=37s

    https://www.youtube.com/watch?v=WCQnJCBDbdc

    https://www.youtube.com/watch?v=w9twrZDdvYw

    https://www.youtube.com/watch?v=MStoPQluEMM

    und vieles mehr…

  12. @ Koffer

    Bezüglich LOHHEIDE sind das keine Gerüchte mehr, wie Sie leicht der (Online-)Lokalpresse entnehmen können. Die Kaserne wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in „Niedersachsen-Kaserne“ mit dem Zusatz „ehem. CAMP HOHNE“ umbenannt werden, nachdem der Vorschlag „Heidmark-Kaserne“ des StOÄ nicht auf Gegenliebe gestoßen war.

  13. @Realist

    Und von Braun war Angehöriger der DA, er hatte ein Büro im Bunker von Nordhausen….wenn Sie die andere Seite von Wernher v. Braun erleben wollen, hilft ein Besuch in der Gedenkstätte Dora Nordhausen. Dort finden Sie dann auch Dokumente, wie er bei Befragung den US Kongress angelogen hat…

  14. @ MA

    Sie verwechseln da etwas!
    Es gibt in Idar-Oberstein zwei Kasernen!
    1. Die Klotzberg-Kaserne. In den 1930ern gebaut, wunderbare Lage, schlichtweg: sehenswert. Dort „sitzt“ derzeit das ArtLehrBtl 345. Meine persönliche Hoffnung: es bleibt auch dort, um diese tolle Kaserne zu erhalten.
    2. Die „Artillerieschule“, ehemals Rilchenberg-Kaserne. Auf die trifft zu, was Sie sagten, die hat man anlässlich des Unterstellungs-/Namenswechsel von „ArtS“ zu „AusbBer STF/IndirF“ in „Artillerieschule“ umbenannt. Diese Kaserne ist einfach nur abgrundtief hässlich, Gelsenkirchener Barock. Nur mal so nebenbei erwähnt ;-).

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