Deutscher UN-Einsatz vor dem Libanon soll weitergehen

Der seit mehr als zehn Jahren laufende Einsatz der Deutschen Marine in der UN-Mission im und vor dem Libanon soll um ein weiteres Jahr verlängert werden. Das Bundeskabinett billigt am (heutigen) Mittwoch eine Verlängerung des Mandats. Das Parlament muss darüber noch abstimmen.

Die Bundeswehr ist derzeit vor allem mit rund 120 Soldaten auf der Korvette Braunschweig an der Mission UNIFIL (United Nations Interim Forces in Lebanon) beteiligt. Darüber hinaus bilden Soldaten der Marine aber auch die libanesischen Streitkräfte seit Jahren aus, um dem Land eine eigene Überwachung seiner Küsten und der Hoheitsgewässer zu ermöglichen.

Die Vereinten Nationen, Libanon und Israel legten nach wie vor Wert auf die deutsche Beteiligung am UNIFIL-Flottenverband, heißt es in der Mandatsbegründung. Der Einsatz der Deutschen Marine sei für die Unterstützung der Friedensbemühungen der UN ebenso wichtig wie für die Stabilisierung der Region.

(Archivbild 2010: Im Rahmen des UNIFIL- Einsatzes unterstützen deutsche Soldaten die Ausbildung libanesischer Soldaten: Ein deutscher Marinesoldat weist seine libanesischen Kameraden in die Handhabung des Kammgriffes des CO2 Feuerlöschers ein – Bundeswehr/Andrea Bienert)

13 Gedanken zu „Deutscher UN-Einsatz vor dem Libanon soll weitergehen

  1. Die Bundeswehr bildet Angehörige der libanesischen Marine auch direkt in Deutschland aus, z. B. in der Marinetechnikschule Stralsund/Parow.

  2. Libanesische Soldaten werden im Gebrauch des Handfeuerlöschers ausgebildet?? Schöne Bilder, Hauptdache nichts mit Waffen und anderen gefährlichen Gerät…

    Brauchen wir dazu Soldaten? Ich könnte schon wieder in die Tischkante beißen!

  3. Langsam habe ich keine Lust mehr, Bilder zu suchen, um ein Thema zu illustrieren. Oh, Feuerlöscher, haben die keine Waffen? Hätte ich ein Foto mit Handwaffentraining gefunden: Oh, Marine, die sollen lieber Schiff fahren lernen statt mit Pistolen zu schießen!

    Ich gebe ja zu, dass die Abstraktionsleistung bisweilen intellektuell fordernd ist, würde sie aber dennoch voraussetzen.

  4. Der deutsche Anteil UNIFIL besteht aus zwei Komponenten. Teilnahme mit einer
    seegehenden Einheit an der Maritime Task Force und der Ausbildung der LBN Marine. (zusätzlich auch noch Personal im HQ). Ich kann die Kritik am Foto nicht nachvollziehen. Die Ausbildung erfolgt an der Waffe. Das Waffensystem der Marine ist das Boot/Schiff. Und das ist auf dem Foto ganz klar zu erkennen.

  5. In diesem Zusammenhang sollte man auch die Verlängerung des Bundeswehr-
    Einsatzes im Rahmen der EU-Mission «Sophia» im Mittelmeer sehen, die z.Zt. eta 950 Soldaten bindet.

  6. @Hubi

    äh, ja, dazu gibt’s direkt davor einen gesonderten Eintrag… 950 ist da übrigens die Obergrenze, derzeit sind es rund 90 (rpt 90).

  7. Na ja, fairer Weise muß man schon sagen, dass die UNIFIL-MTF seit 2006 auch einen Mission Creep erlebt hat. Zu Beginn war es definitiv eine Maritime Interdiction Ops mit Blick auf die seeseitige „Trennung“ der Kontrahenten des Libanon-Krieges. Mittlerweile ist es allerdings wenig mehr als eine International Maritime UNCLOS Enforcement Ops in Verbindung mit Technical Support für eine „Marine“, die realiter eine Mini-Küstenwache ist.
    Entsprechend ist der militärische deutsche Beitrag auf der Zeitachse runter gefahren worden. Gleichwohl ist er aus mehreren Gründen und in mehrerlei Hinsicht politisch wichtig und nach wie vor auch insbesondere im israelischen Interesse. Und ein wenig eigenständige „Intelligence“ im östlichen Mittelmeer ist sicherlich auch ganz hilfreich ;-)

  8. Man könnte schon der Öffentlichkeit bei einem derart wichtigen Thema mitteilen, wie die Lage derzeit aussieht. Man hat ja in Syrien auch Fahrzeuge der Hisbollah gesehen, die womöglich von der libanesischen Armee stammen. Wie es deren Verhältnis?
    Warum soll man die Marine ausbilden? Warum nicht eher die Grenze zu Syrien sichern?
    Macht Israel eh nicht, was es will, z.B. Aufklärungsflüge im libanesichen Luftraum?
    Wie sieht es mit den Gasfeldern vor der Küste aus, die Israel beansprucht?

  9. Werter Klabauter,
    manchmal schüttelt es mich ob Ihrer Statements. Wertvoll und ähnlicher Quatsch, was hat DEU dort mit allen noch aufzubringenden Dergeln (this ist warship Mösel) zu tun? Warum ist das erst ab 1993 “wertvoll,“?
    Und glauben Sie mir, ich habe etwa 12 Jahre Seefahrt,an Bord, nicht als Stab Zulage kassiert, verbracht, Antwort vom MHQ oder aufwärts, NULL.

  10. Über 12 Jahre Mittelmeer und Horn, insgesamt über 25. an Bord und nicht Betonkreuzer Bonn.

  11. Die Marine passt sich den neuen Anforderungen insgesamt an.
    Die Besatzungen werden umstrukturiert, sollen bedeutend kleiner und austauschbarer durch Entfall der Bindung der Crew an das Schiff werden. Automatisierung und Zusammenarbeit in der Ausbildung mit den europäischen Partnern sollen verstärkt werden.
    Quelle:
    Konteradmiral Kähler, Chef dSt Marinekdo heute auf der Militärmesse «Undersea Defence Technology» in Bremen mit militärischer Fachtagung.

  12. Das BMVg legt gegen den Vergabebeschluss des Bundeskartellamtes in Sachen Beschafung der Korvetten Beschwerde ein.
    Quelle: dpa

Kommentare sind geschlossen.