Norwegen will deutsche U-Boote (Nachtrag: BMVg)

Norwegen will seine neuen U-Boote gemeinsam mit Deutschland bauen. Damit entschied sich die Regierung in Oslo gegen eine Kooperation mit Frankreich. Die Entscheidung, auf sowohl die Regierungen als auch die Unternehmen in den beteiligten Ländern seit Monaten warten, ist über die Bedeutung für die deutsche U-Boot-Industrie hinaus für weitere Rüstungsvorhaben von Relevanz: Damit dürfte auch die Vorentscheidung für die künftige Bewaffnung der Deutschen Marine mit Lenkflugkörpern gefallen sein, die dann aus Norwegen kommen werden.

Aus der Mitteilung der norwegischen Regierung am (heutigen) Freitag (aus der auf Englisch veröffentlichten Fassung):

After a comprehensive evaluation process, The Norwegian Government decided on Germany as strategic partner for new submarines. The partnership is based on a German-Norwegian common purchase and lifetime management of identical, new submarines.

The decision involves a broad and long-term Navy-to-Navy cooperation encompassing submarines and other naval capabilities. The cooperation will include a purchase of identical submarines and cooperation on training, exercises, spare parts, maintenance and lifetime management of the new submarines. The submarines will be based on the 212-design already in service in Germany and Italy. The cooperation also includes cooperation between Norwegian and German industry.

Die Stellungnahme des deutschen Verteidigungsministeriums dazu:

Das ist gleich in mehrfacher Hinsicht eine gute‎ Nachricht. Zu allererst werden die U-Boot-Fähigkeiten der Marine deutlich gestärkt. Deutschland und Norwegen beschaffen gemeinsam sechs identische Uboote, davon zwei für die deutsche Marine und vier für die norwegische. Das bedeutet, dass Deutschland seine bisherige Planung bei der Beschaffung neuer Uboote deutlich vorzieht. Die norwegische Entscheidung wird darüber hinaus dazu beitragen eine zukunftsweisende Schlüsseltechnologie für die nächsten Jahrzehnte in Deutschland zu sichern und in enger Kooperation mit dem norwegischen Partner weiter auszubauen. Es ist vereinbart, dass wichtige Anteile durch die norwegische Industrie geleistet werden. Drittens erreichen wir gemeinsam mit unserem Nato-Partner Norwegen, mit dem die Bundeswehr bereits heute engstens im Bündnis, aber auch in vielen Einsätzen kooperiert, eine neue Stufe der innereuropäischen militärischen Zusammenarbeit.

Die Kollegen von NavyRecognition haben eine Stellungnahme der französischen DCNS-Werft, dem unterlegenen Bieter für die Kooperation:

DCNS takes note of the choice of Norway to interrupt the competitive process before its conclusion in order to choose an alternative solution in the framework of a joint intergovernmental procurement with another European country.
We regret this sovereign decision even if we respect it. We remain convinced that our offer was superior, in particular in the anti-submarine warfare area, crucial for operations and patrols in the High North.
We remain at Norway’s disposal to re-engage the discussion, especially if the cooperation planned with the German Government would not reach an agreement.
DCNS thanks the departments of the Defence Minister and the French Navy as well as its Norwegian and French industrial partners. They accompanied and supported the Group to build up this solid and top-level technological and industrial offer which meets the Royal Norwegian Navy’s ambitions.
DCNS future conventional submarines programmes will benefit from excellent work and Scorpene teams mobilization to precisely meet the Royal Norwegian Navy’s requirements, with very ambitious target costs.

(Archivbild: U-Boot der bislang genutzten norwegischen Ula-Klasse – Norwegisches Verteidigungsministerium)

35 Kommentare zu „Norwegen will deutsche U-Boote (Nachtrag: BMVg)“

  • WO   |   03. Februar 2017 - 11:27

    Habe noch nie erlebt, dass das BMVg sich so für eine Beschaffung einsetzt wie im Falle der U-Boote für NOR. Zumindest hat sich der Einsatz für das BMVg und TKMS ja nun offensichtlich gelohnt. Hoffe der Preis ist langfristig nicht zu hoch, weil mit diesem Beschluß auch das AUS für STN Atlas und wohl auch für den RBS15 verbunden ist. So kann man auch Industriepolitik betreiben und konsolidieren. Kongsberg bekommt den deutschen Markt auf dem Silbertablett und dafür bleiben wir die besten U-Boot Hersteller. Komisch nur, dass man für solch ein Premiumprodukt soviel Verkaufshilfe braucht.

  • uli   |   03. Februar 2017 - 11:35

    Vielleicht hat daß ja auch Einfluß auf die SHORAD Entscheidung? Angesichts der deutsch-niederländischen Zusammenarbeit bei der Luftverteidigung (Projekt APOLLO), wäre es ja naheliegend auch auf NASAMS 2 zu setzen.

  • WA-GE   |   03. Februar 2017 - 11:35

    @WO

    Milliardenaufträge haben nur selten was mit der Qualität des Produktes zu tun, sie sind immer politischer Natur.

    Ansonsten würden wir alle die gleichen Panzer fahren und die gleichen Luftfahrzeuge fliegen.

  • Ottone   |   03. Februar 2017 - 13:22

    Jetzt haben die Niederlande und Polen eine Ausgangsbasis um sich selbst einzusortieren. In NL wird es besonders interessant ob man sich notgedrungen für ein so deutlich kleineres Boot erwärmen kann, oder sogar eine moderat vergrößerte Variante herausschlagen kann.

  • Janus44   |   03. Februar 2017 - 13:32

    Wieso bestellen die Norweger nur 4 neue Boote, wenn sie jetzt 6 betreiben?

  • XX   |   03. Februar 2017 - 13:52

    Spannend werden jetzt die Entscheidungen der Polen und Niederländer, die ihre Beschaffungsprogramme an denen der Norweger ausrichten wollten.

  • Obibiber   |   03. Februar 2017 - 13:57

    sehr gut!
    nach der „Niederlage“ im Australischen Wettbewerb auch sehr wichtig…
    ab wann sollen die 2 zusätzliche Boote für Deutschland dann zulaufen? hatte mal ab 2025 im Hinterkopf…aber wenn das nun „deutlich vorgezogen“ werden soll!?

    NSM ist auch keine schlechte Wahl… in ein paar belangen besser, in ein paar schlechter als RBS15… aber sehr modern auf jeden Fall…
    evtl könnte man jetzt auch über eine Integration auf Eurofighter oder Nachfolger SeaLynx nachdenken… das ist mit dem leichten NSM/JSM (400kg) deutlich leichter wie bei der schweren RBS15 (800kg)
    aber zu aller erst sollten ALLE Überwassereinheiten (Fregatten und Korvetten) damit beglückt werden… außerdem eine Integration in die U-Boote
    dh 4 x F123, 3 x F124, 4 x F125, 10 x K130, 8 x U212
    also rechnen wir mal 30 Einheiten a 8 FK = 240 Flugkörper
    dann nochmal für fliegende Einheiten 120-200 extra…
    also alles in allem könnte es um 400 FK gehen…
    auch ein gutes Gegengeschäft was mit den Franzosen so nicht drin gewesen wäre… da diese ihren eigenen EXOCET FK haben ;-)

  • Obibiber   |   03. Februar 2017 - 14:09

    @ Ottone | 03. Februar 2017 – 13:22
    ich denke bei den 6 neuen Booten wird es sich um eine leicht verlängerte Variante auf Basis der U212 2. Los handeln… hatte das so rausgelesen aus anderen Quellen… das Norwegen auch an einer leicht größeren Variante interessiert war…

    wenn Polen und vor allem die Niederlande hier sich mit dran hängen sollten… also vielleicht nochmal 6 weitere Boote zusammen… wäre das natürlich super!!

  • Frank   |   03. Februar 2017 - 14:15

    @Obibiber
    Vielleicht sollte man dies x5 nehmen (2000 Stk.) und den Rest in verschiedene Munitionslager einlagern. Ansonsten haben wir wieder Einwegkorvetten, -flugzeuge, …

  • Ottone   |   03. Februar 2017 - 14:33

    @Janus44: Auch Norwegen hat Schwierigkeiten die Boote mit Besatzung zu füllen.

    @Obibiber: Nicht das ob der guten Nachrichten die Seepferde mit Ihnen durchgehen! F123 wird Harpoon bis AD behalten, und die Nachbestellung von RBS15 für K130 soll auf dem Weg sein. Für einen bordestützten Helikopter ist NSM reichlich schwer, somit einschränkend und vor allem für kleine Ziele überdimensioniert. Auf den neuen U-Booten wird IDAS hoffentlich ersteinmal Vorrang haben.

    @Frank: Welche 2000 Schiffe wollen Sie dann versenken? Mal schauen, Maersk Line besitzt und betreibt 590, Svitzer nocheinmal 430. Ginge auf bei 2 FK pro Schiff. ;-)

  • Frank   |   03. Februar 2017 - 15:14

    @Ottone
    Ich gehe davon aus, dass bei ausgewählten Zielen, die Verteidigung dementsprechend gut ist, dass man mind. 2-3 Flugkörper auf einmal benötigt um diese zu bekämpfen.
    Sollte man zum Bsp eine F124 mit nur einem Flugkörper ausschalten können, wäre diese wohl eine Fehlkonstruktion.
    Ebenfalls an Land wird es Abwehrstellungen geben, die einen einzelnen Flugkörper „alt“ aussehen lassen werden.
    Man konstruiert diese FK’s ja nicht um ein paar Terroristen zu bekämpfen. ;-)

  • Obibiber   |   03. Februar 2017 - 15:28

    @Ottone | 03. Februar 2017 – 14:33
    F123 wird Harpoon bis AD behalten,
    -> gebe ich Ihnen Recht

    Nachbestellung von RBS15 für K130 soll auf dem Weg sein.
    -> bin ich mir nicht sicher ob das jetzt so kommt… aber vllt bleiben die K130 dann auch bei RBS15

    Für einen bordestützten Helikopter ist NSM reichlich schwer, somit einschränkend und vor allem für kleine Ziele überdimensioniert.
    -> halte 400kg für noch in Ordnung. Vermutlich bekommen wir eh einen MH90 als SeaLynx Nachfolger welcher mit 2 FKs dieser Größe keine Probleme hat.
    bzgl kleiner Einheiten stimme ich zu. Hier wäre eine Brimstone2 Variante vielleicht die Lösung
    Auf den neuen U-Booten wird IDAS hoffentlich ersteinmal Vorrang haben.
    -> ja richtig. Jedoch ist dieser hauptsächlich für die Abwehr von ASW Helis gedacht…
    außerdem bin ich ziemlich sicher dass Norwegen bei den neuen U-Booten eh auf eine Integration des NSM drängen wird…

    2000 FKs halte ich für viel zu viel! mit 400-500 insgesamt wäre man schon sehr gut aufgestellt… Stückpreis dürfte ja auch zwischen 1-2 Mio liegen

  • T.Wiegold   |   03. Februar 2017 - 16:08

    Eigentlich wollte ich schon längst eine Zusammenfassung zu dem Thema Norwegen//-Boote schreiben. Allerdings warte ich dafür noch die Stellungnahme des deutschen U-Boot-Bauers ThyssenKrupp Marine Systems ab; die gibt es offensichtlich noch nicht.

  • uli   |   03. Februar 2017 - 16:08

    @obibiber
    Na ja,deutlich vorgezogen? Laut hartpunkt.de wird der Vertrag für 2019, die Auslieferung für Mitte der 2020er bis 2030 erwartet.
    https://www.hartpunkt.de/2017/02/03/norwegen-will-mit-deutschland-kooperieren/#more-2279

  • f28   |   03. Februar 2017 - 17:01

    zumindest gefühlt ist dies eine der (z.Z. sehr seltenen) positiven Meldungen aus der Politik. Auslastung für TKMS, Ansätze für eine sinnvolle Kooperation mit europäischen Partnern auch in anderen Bereichen – hört sich gut an.

    Im übrigen frage ich mich, ob wir diese sinnvolle Entscheidung etwa dem Bösewicht namens Trump zu verdanken haben? Wäre schon skurril, wenn erst so eine Gestalt auf der Weltbühne auftauchen muss, damit auf oberste Ebene endlich sinnvolle Entscheidungen gefällt werden können.

  • T.Wiegold   |   03. Februar 2017 - 17:45

    @uli und andere

    Ich schätze den Kollegen Hoffmann von hartpunkt.de – aber so ganz habe ich noch nicht verstanden, warum sein Bericht, der im Wesentlichen eine Wiedergabe der norwegischen Erklärung darstellt, hier als Referenz angeführt wird und nicht das Original? Weil es eine Regierungsmitteilung ist? Oder weil ihr den Norwegern nicht glaubt? Inhaltlich ist es identisch…

    The plan is to sign a common contract for new submarines in 2019. This will enable delivery of new submarines from the mid-2020s to 2030. This timeline ensures a continuous Norwegian submarine capability as the Ula-class submarines reaches end of life and starts decommissioning.

  • uli   |   03. Februar 2017 - 17:50

    @T.W.
    Sorry,überlesen.

  • xyz   |   03. Februar 2017 - 17:56

    Findet das eigentlich sonst keiner überraschend, dass die Marine zwei weitere U-Boote erhält? Hab ich da was verpasst?

  • Andreas   |   03. Februar 2017 - 18:41

    @xyz
    Jap, scheinbar ;)

    Ist seit Oktober bekannt das es zwei weitere Boote geben soll. Da war als Zeithorizont bis zur Indienststellung 2030 angegeben, und so wie sich die Meldung bisher liest scheint sich daran auch nicht dramatisch viel zu ändern.

  • Ottone   |   03. Februar 2017 - 18:53

    @xyz: Erste Hinweise gab es schon vor einem Jahr, seit Oktober sehr konkret. Schrittweise schieben sich jetzt somit die Teile des neuen europäischen Kooperations- und Beschaffungspuzzles in Position. In den Niederlanden wird das Thema nach der sehr Wahl konkret, denn die 4 Walrus halten voraussichtlich nicht mehr bis 2024 durch. Ich bin wirklich gespannt wofür man sich entscheidet.

    Für die Marine ist ein Ersatz der ersten 212A Boote im übrigen gar nicht mehr so fern: U31 wurde 1998 begonnen und 2002 getauft, wird also beim Zulauf von Boot 7 bereits um die 25 Jahre alt sein. Zumal das Typboot mit allen seinen Macken und Verzögerungen wohl ein deutsches sein wird.

  • Der Junge Neue   |   03. Februar 2017 - 19:02

    Heißt das nun das es auch gemeinsame Besatzungen gibt und vielleicht auch ein gemeinsames Geschwader?
    Oder werden nur die selben Boote gekauft die Ausbildung zusammen durchgeführt und das wars?

  • DeltaR95   |   03. Februar 2017 - 19:44

    Interessantere Frage… kann die Marine inzwischen alle ihre U-Boote operativ nutzen (= einsatzfähig) und hat sie alle Besatzungen?

    Die Marine muss ja von einem richtigen personellen Run ausgehen, wenn man über das Personalstrukturmodell hinaus 5 Korvetten und 2 U-Boote beschaffen will – gerade U-Boot-Besatzungen sind ja nun sehr professionell und von der Tauglichkeit her anspruchsvoll.

    Herr Wiegold, haben Sie Informationen zu diesem Thema?

    @ Der Junge Neue

    Ich gehe mal von einer Ausbildungskooperation aus, wie dies die Marine bereits mit der italienischen Marine praktiziert. Ich meine auch dort gibt es einen „Common Pool“ für Ersatzteile.

  • Andreas   |   03. Februar 2017 - 21:42

    Mit der Personalkeule könnte man derzeit fast alles erschlagen. Die Schiffe und Boote erst zu beschaffen wenn die Besatzungen ausgebildet an der Pier stehen ist ja auch keine Lösung. Die Marine (wie die gesammte BW) muss alles in ihrer Macht stehende tun um den Personalmangel so gering wie möglich zu halten. Trotzdem sind Prognosen über einen so langen Zeitraum eben schwer zu treffen.

  • Martin22323   |   03. Februar 2017 - 22:55

    Bedeutet das, das nun Kongsberg das Führungssystem statt Atlas in den deutschen Booten bildet? Ist das dann nicht wieder wieder kontraproduktiv bzgl Ausbildung? Oder sind diese Systeme relativ gleich?

  • SLH   |   03. Februar 2017 - 23:41

    Die norwegische Entscheidung hat eine viel größere strategische Bedeutung als viele heute erahnen können. Die Zusammenarbeit im Bereich der Marinen wird sich absehbar erheblich intensivieren. Es wird zunehmend eine stärkere Bindung und eine Aufgabenteilung einstellen, so dass diese neben der deutsch-niederlaendischen Kooperation einen wichtigen Teil einer europäischen Ausrichtung der Streitkräfte werden wird.
    Zum besseren Verständnis sei angemerkt, dass Deutschland nicht den derzeitigen NSM beschaffen wird sondern hier mit Norwegen den bestehenden Flugkörper einer Leistungssteigerung unterziehen wird.. Darüber hinaus wird es auch in anderen Bereichen umfangreiche Kooperationen geben. Überlegungen gibt es bereits für eine mögliche Zusammenarbeit/Übernahme von weiteren bereits modernisierten norwegischen Seefernaufklärern. So könnte dann auch die Lücke beim Seekrieg aus der Luft zeitnah wieder geschlossen werden.
    Mit der norwegischen Entscheidung ist auch eine gemeinsame Entwicklung und Beschaffung von IDAS wieder in greifbare Nähe gerückt. Es wird somit für beide Marinen einen positiven Anschub bei der Beschaffung von neuen Technologien ergeben.

  • Stefan   |   04. Februar 2017 - 1:11

    zwei u-boote für deutschland und 6 für norwegen..

    ich hoffe, dass dies u212 des zweiten loses werden, denn hinsichtlich ausbildung und möglicher einsatz von besatzungen wäre dies sehr hilfreich. immer kleinere „flotten“, immer mehr varianten, das taugt alles nichts..
    man sollte natürlich immer auf dem stand der zeit sein, aber auch möglichst eine variantenvielfalt haben. dies gilt im übrigen für alle teilstreitkräfte. denn nur dadurch ist personal und material schnell, einfach und vor allem günstig einzusetzen..

    es sei denn, man überlegt u212 erstes los an polen o.ä. anbzugeben und zeitnah ersatz zu beschaffen, um erweiterte fähigkeiten zu erhalten – landzielbeschuss, erweiterter einsatz von kampfschwimmern o.ä..
    aber hier wäre die basis der konzeptstudie u216 besser geeignet..

  • Andreas   |   04. Februar 2017 - 7:47

    @Stefan

    Nicht ganz korrekt, sechs Boote werden insgesamt gebaut, davon vier für Norwegen und zwei für Deutschland.

  • DeltaR95   |   04. Februar 2017 - 9:32

    @ Andreas

    Natürlich muss man sich sicher sein können, dass man auch Besatzungen zusammenbekommt. Dafür müsste man aber jetzt bereits tätig werden und nicht wie üblich kurz vor Torschluss.

    Ich begrüße die Beschaffung ausdrücklich und auch die Kooperation bzgl. NSM, die damit im Raume stand. Das ganze darf aber nicht zu Lasten anderer Projekte gehen.

    Hier werden gerade munter Schiffe beschafft und der WB zeichnet Horrorszenarien bzgl. der Personaldeckung und Abwesenheitsbelastung auf. Alleine um von den Abwesenheitstagen herunter zu kommen wird noch sehr viel Personal zusätzlich benötigt.

    Wie @ klabautermann immer so schön sagt, es muss bei sowas alles zusammenpassen. Sonst hat die Marine demnächst klassenübergreifend ein Mehrschiffmodell statt eines Mehrbesatzungsmodells…

  • Rüstungsfritze   |   04. Februar 2017 - 14:34

    Hier ist zum ersten Mal strategisches Handeln des BMVg live zu beobachten gewesen. DEU passt aus politischen Gründen eine Auswahlentscheidung (Lenkflugkörper) an, um in einem als strategisch als wichtiger angesehenen Industriesegment (U-Boote) einen Vorteil zu erzielen. Noch dazu geschieht/geschah dies relativ offen. Chapeau!
    Mal sehen, wie der Apparat diese politische Vorgabe auf der Grasnarbe (Vergaberecht!) in tatsächliches Rüstungshandeln umsetzt. Schließlich erwartet das politische Berlin jetzt von den Beschaffern, dass man ein (wenn auch nur knapp) zweitbestes Produkt kauft. Es wird interessant sein zu beobachten, wie man der RBS-15-Industriefamilie diesen Schritt versüßt, damit diese nicht die Vergabekammern bemüht…

    Sicher spielt auch eine Rolle, was SLH schreibt: Es wird eine neue Version des NSM geben. Diese kann dann vielleicht, was die Marine benötigt. Allerdings könnte in der Zeit auch RBS-15 verbessert werden.

    Irgendwer hat im Verlauf der Diskussion die Frage gestellt, welche Flugkörper für das zweite Los K130 gekauft werden soll. Wenn hier auch schon der neue Flugkörper eingerüstet werden soll, dann ist es kein zweites Los der alten K130, sondern ein anderes Schiff, so dass die vergaberechtliche Konstruktion (zweites Los = keine Ausschreibung) nicht mehr funktionieren würde. Meine Vermutung daher: RBS 15 für K130 2. Los. Dafür spricht auch, dass die neue Version des NSM nicht rechtzeitig verfügbar wäre.

  • Hoffnungslos   |   04. Februar 2017 - 18:51

    Was spricht gegen zwei Flugkörper System ?
    Bereits in Marineforum 2/14 ging es um schwere und mittlere Seezielflugkörper
    Als Bedarf wurde angegeben
    X
    Fregatten 8 EA Schwerer SZ-LFK
    X
    Mehrzweckkampfschiff Aufrüstbarkeit
    ca. 6-8 EA Schwerer SZ-LFK
    X
    Korvetten 4 EA Schwerer SZ-LFK

    Zusätzlich ist als Bewaffnung mit „Mittle-
    ren SZ-LFK“ vorzusehen:
    X
    Fregatten 6 EA Mittlerer SZ-LFK (BHS-
    gestützt)
    X
    Mehrzweckkampfschiff Aufrüstbar-
    keit ca. 6 EA Mittlerer SZ-LFK (BHS-
    gestützt)
    X
    Korvetten 4 EA Mittlerer SZ-LFK (bord-
    gestützt)

    Also eigentlich nichts neues. Vier Flugkörper pro Korvette wären ja auch etwas wenig.

  • alka   |   04. Februar 2017 - 21:49

    Der Bedarf an Flugkörpern in der Marine ist sicherlich vorhanden. Der RBS15 ist auf der Korvette und der Harpoon (noch) auf den Fregatten. Der Harpoon hat noch eine Laufzeit bis ca. 2030, dann muss er durch einen neuen LFK ersetzt werden. Das Marinekommando und das Planungsamt Bw haben schon die ersten Schritte für eine Definition eines neuen schweren Seeziel/Landziel-LFK gemacht. Aber der jetzige NSM erfüllt die Vorrausetzungen als reiner passiver LFK nicht. Sicherlich wird eine Weiterentwicklung Zeit brauchen, aber bis 2030 ist (noch) Zeit. Für die Korvetten wird es beim RBS15 bleiben, eine Umrüstung auf einen neuen LFK ist finanziell nicht abgebildet und würde höchstwahrscheinlich auch politisch nicht umsetzbar sein (Diehl/Saab würde dagegen zu Felde ziehen da dann der deutsche Referenzkunde wegbricht. Der Druck von Kongsberg war hoch, zielte aber voranging auf das MKS 180, um so eine langfristige Struktur und einen deutschen Marktantritt zu erzielen.
    Die Marine wird dann mittelfristig zwei große Seezielflugkörper im Bestand haben. Dabei hat sich keiner Gedanken über die Peripherie gemacht. LFK kaufen ist nur die eine Seite der Medaille, LFK langfristig betrieben und technisch zu betreuen die andere Seite. Die Depotlandschaft der Bundeswehr ist kontinuierlich verkleinert worden. Das Depot in Laboe ist an seine Grenzen gestoßen und kann kaum noch neue Waffensysteme aufnehmen. Zugleich wurde das Fachpersonal für die technische Betreuung verringert.. Das muss alles wieder kommen.
    Bei den Stückzahlen würde ich nicht so optimistisch rangehen. Bei dann 10 Korvetten besteht nach der Planungsvorschrift der NATO (NDPP) ein Bedarf an 150 RBS15. Bei den Fregatten (F-124, F-125) inkl. MKS 180 ein Bedarf an 140-160 neuen Flugkörpern.

  • marinade   |   05. Februar 2017 - 12:40

    warum haben rbs15 und nsm eigentlich keine normalen (marketing)namen, wie harpoon, tomahawk, taurus etc?

  • Ryan   |   06. Februar 2017 - 16:56

    Na, dann scheinen wir ja endlich auch einen Ersatz gefunden zu haben für die „Kormoran II“.

    Aber mal eine andere Sache:

    Hat Jane’s den Webauftritt verändert?

    Bisher konnte man unter Janes.com diverse Zusammenfaussung aus den bereichen Sicherheit und Rüstung lesen.
    Seit gestern ist nur noch ein Webauftritt von IHS da.

  • Obibiber   |   06. Februar 2017 - 17:56

    @hoffnungslos:

    Richtig der Bericht ist mir auch bekannt…
    Fazit waren ein Bedarf von 180 schweren FK
    Und 160 mittleren FK
    Wobei hier noch von 5 und nicht 10 k130 ausgegangen wurde
    Für eine k130 sind dann 4 schwere und 4 mittlere FK bordgestützt vorgesehen
    Bei den MKS180 sind die mittleren FK auch bordgestützt geplant
    Bei den Fregatten jeweils BHS gestützt

  • Obibiber   |   08. Februar 2017 - 20:20

    http://dmkn.de/uboote-fuer-norwegen/
    Sehr guter und ausgiebiger Artikel zur Entscheidung der Norweger
    Auch zu Hintergründen!
    Da u212ng könnte 10m länger werden und 2.000t wiegen
    Größere Reichweite auf AIP geringere Ortung usw bieten…
    Auch werden hier Randthemen wie IDAS, NSM für die u Boote und als harpoon Ersatz für die deutschen überwasserschiffe…uvm angesprochen ;-)