Türkei verlangt direkten Zugang zu deutschen Luftbildern im Anti-ISIS-Kampf

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Wenige Tage vor der für den kommenden Donnerstag geplanten Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Türkei mehren sich die Hinweise, dass es in der militärischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und dem NATO-Partner Türkei gewaltig knirschen könnte. Nach Informationen von Spiegel Online, die Augen geradeaus! bestätigt wurden, verbindet die Türkei die Genehmigung für Bauvorhaben des Bundeswehrkontingents auf dem türkischen Flugplatz Incirlik mit direktem Zugang zu den Aufklärungsergebnissen der dort stationierten Tornado-Flugzeuge. Darüber hinaus läuft eine Überprüfung der NATO-Aktivität in der Ägäis, die das Übersetzen von Flüchtlingen nach Griechenland unterbinden soll und von einem deutschen Admiral geführt wird.

Seit Anfang vergangenen Jahres starten deutsche Tornado-Aufklärer von Incirlik aus zu Flügen über Irak und Syrien, um Daten für den Einsatz der internationalen Koalition gegen die ISIS-Terrormiliz in beiden Ländern zur Verfügung zu stellen. Die Forderung der Türkei, diese Aufklärungsergebnisse direkt zu erhalten, verlangt nach Informationen von Augen geradeaus! eine Abkehr von den bisherigen Informationswegen der internationalen Koalition: Bisher erhält keine der daran beteiligten Nationen diese Daten direkt. Sie werden an das Koalitions-Hauptquartier in Al Udeid weitergegeben und dort für die Steuerung des Einsatzes, also vor allem für Luftangriffe, genutzt. Ein deutscher Offizier hat als Red Card Holder ein Einspruchsrecht für die Weitergabe der Luftaufnahmen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Türkei diese Bilder für den Kampf gegen Kurden nutzen will.

Damit pocht die Türkei auf den Zugang zu Informationen, die selbst die direkt an Luftangriffen auf ISIS-Stellungen beteiligten Nationen so nicht erhalten. Das lehnte das deutsche Verteidigungsministerium inzwischen offiziell ab: Wir fliegen mandatskonform und stellen unsere Aufklärungsergebnisse allein der Koalition im Kampf gegen den IS zur Verfügung, sagte ein Ministeriumsprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Im zuletzt Ende vergangenen Jahres verlängerten Mandat heißt es dazu, Aufgabe der Bundeswehr sei Austausch und Abgleich gewonnener Lageinformationen mit weiteren Akteuren der internationalen Anti-IS-Koalition im Rahmen des Auftrags, der allein die Bekämpfung von ISIS vorsieht.

Laut Spiegel Online berichtete die deutsche Botschaft in Ankara, dass das türkische Militär am 20. Januar die Forderung nach den Luftbildern mit der Genehmigung der deutschen Baumaßnahmen in Incirlik verknüpft habe. Auf der Luftwaffenbasis sind Bauarbeiten und die Errichtung eines mobilen Gefechtsstandes im Wert von zusammen rund 60 Millionen Euro geplant. Allerdings waren diese Infrastukturmaßnahmen schon bisher wegen Problemen in der türkisch-deutschen Zusammenarbeit belastet.

Auf einem weiteren Feld zeichnen sich ebenfalls Probleme ab: Die NATO-Aktivität in der Ägäis, an der unter deutscher Führung Kriegsschiffe aus der Türkei, Griechenland und weiteren Ländern der Allianz beteiligt sind, ist zunächst bis Ende März befristet. Derzeit läuft ein 90-Tage-Review, in dem entschieden werden soll, ob diese Mission fortgesetzt wird. Auf deutscher Seite gibt es Zweifel, dass die Türkei einer Fortsetzung zustimmt.

Und nicht zuletzt dürfte dabei auch eine Rolle spielen, dass türkische NATO-Offiziere in Deutschland politisches Asyl beantragt haben – während die Türkei wegen einer angeblichen Verstrickung in den Putschversuch im vergangenen Jahr eine Auslieferung fordert.

(Archivbild: Techniker bereiten am 8. Januar 2016 im Rahmen des Einsatzes Counter DAESH den ersten Einsatzflug zweier Recce Tornados auf der Air Base in Incirlik vor, am 08.01.2016 – Bundeswehr/Falk Bärwald)

63 Gedanken zu „Türkei verlangt direkten Zugang zu deutschen Luftbildern im Anti-ISIS-Kampf

  1. Wenn die SPON-Meldung zutrifft – also seitens der Türkei tatsächlich diese bedingende Abhängigkeit wie auch immer geschaffen werden sollte – muss seitens DEU die Notbremse gezogen werden: Raus aus TUR!
    Hans Schommer

  2. „Bisher erhält keine der daran beteiligten Informationen diese Daten direkt.“ Informationen = Nationen, nehm ich mal an. Raus aus TUR! Und TUR raus aus NATO!

  3. Dies ist ein erneuter Versuch der TUR, sich fuer eine welche auch immer praeparierte Agenda einen Vorwand zu schaffen. Die Provokationen um Incirlik reissen ja nicht ab. Am Vorabend des Besuchs der BK’in und nach dem Asylantrag tuerk. Ex-Nato -Angehoeriger muss die tuerk.Regierung wohl zeigen, wo die groesseren Abhaengigkeiten liegen.-

    Interessant ein Testballon eines stv. AKP Vorsitzenden in der letzten Woche. Er klassifizierte die NATO als eine den Terrorismus unterstuetzende Organisation und stellte heraus, dass die TUR die NATO gar nicht braeuchte. Die Abhaengigkeiten in der Ruestung und im Beistand gegen Bedrohungen seien geringer geworden, die NATO sei hingegen ein Instrument der Unterdrueckung usw.
    Schlecht denkbar, dass dieser Vorstoss mit dem grossen Vorsitzenden nicht koordiniert gewesen sein mag. Soweit mir bekannt, blieben internationale Reaktionen in den Medien aus.
    Angesichts des Verhaltens, der regionalen Ambitionen und real-faktischen reaktionaeren Traeumen eines Osmanischen Reiches 2.0 muss ein Austritt aus der NATO – oder ein Verlassen der mil. Organisation (wie seinerzeit FRA) kein Hirngespinst mehr sein.
    Die TUR geht ohnehin eigene Wege unter Erdogan. Sein Volk stolpert ihm unterdessen hinterher.

  4. oops. In der Tat, sollte an einer Stelle Nationen statt Informationen heißen, sorry.

    (Aber die Debatte auf „raus aus…“ zu beschränken, ist ein bisschen knapp.)

  5. Weder ist ein Austritt der Türkei aus der NATO im Interesse Deutschlands, noch der Verlust von Aufklärung aus erster – eigener – Hand. Genau da setzt die türkische Seite an. Alldieweil reibt sich jemand an der Moskwa bei diesem Schauspiel frohlockend die Hände.

  6. Das die Türkei in Syrien in erster Linie die Kurden bekämpft und nicht den IS ist nicht neu, das ist allgemein bekannt.

    Nun ist der o.g. Sachverhalt die türkische Verhandlungsposition vor dem Besuch der Bundeskanzlerin. Mal sehen, wie diese Position nach dem Besuch aussieht.

    Es ist ja nicht so, dass man die paar Tornados nicht auch in Jordanien stationieren könnte. Der Koordinationsaufwand beim Einflug von Jordanien nach Syrien mag etwas höher sein, aber ansonsten wäre der Einsatz auch von Jordanien aus machbar.

    Erdogan fährt eine Erpressungslinie gegenüber DEU mit den Flüchtlingen. Er muss sich aber irgendwann entscheiden, ob er lieber 3 Mrd Euro / Jahr für die Abwehr von Flüchtlingen kassiert, oder ob er Deutschland und die EU zwingt andere Optionen zur Abriegelung des Flüchtlingstromes zu finden.

  7. @ Ottone

    Mag sein, dass sich Putin über das Verhalten der Türkei die Hände reibt und freut.

    Die Türkei sollte aber nicht vergessen, falls sie aus der NATO austritt, dann ist sie für Putin Freiwild und bei dieser politischen Auseinandersetzung würde sie eindeutig den Kürzeren ziehen.

  8. Ich würde auch dafür plädieren das Engagement einzustellen.

    Einerseits ist es schön zu sehen, wie unsere Bundesregierung trotz vollumfänglicher Hörigkeit immer wieder aufs Neue gedemütigt wird. Man fragt sich, wie lange das weitergehen muss, bis einmal unsere Spitze realisiert, dass die Hörigkeit womöglich die Wurzel allen Übels ist.

    Andererseits können einem die betroffenen Deutschen vor Ort nur leid tun. Aber wie könnte es anders laufen, wenn die eigene Regierung eine Agenda fährt, welche sich nicht am nationalen Interesse orientiert.

  9. Ob die BR solche Forderungen einfach als nicht gestellt ignorieren kann? Was kann die BR im Vorfeld eines Knirschens unternehmen? Abwarten? Ich gestehe, mir fällt nichts als vernünftig Erscheinendes ein, ausser sich merkbar nach Alternativen umzuschauen. Gibt es realistisch welche? Wie schaut es aus mit Jordanien oder Israel, erscheint das politisch und militärisch möglich und auch aussichtsreich?

    Ich meine, falls das Verhalten der Türkei, Präsident, Regierung, AKP unerträglich wird, zur nationalen Beleidigung Deutschlands, was bleibt denn, welche Optionen hat die BR?

    Erhält die Türkei eigentlich Entwicklungshilfe von Deutschland oder sonstige Hilfen und Zuwendungen? Sanktionen gegen Russland, gegen russische Politiker und Umfeld waren doch kein Problem? Ich weiss, es träfe wohl die Nussbauern, die kleinen Leute, dieser Gedanke gefällt mir überhaupt nicht.

    Welchen Einfluss mag der stv, Vorsitzende der AKP haben? Ob er vom Präsidenten vorgeschickt mit die Türkei brauche die NATO nicht? Ich kann mich aber an zwei Fälle erinnern. Momentan denke ich, Reisende soll man nicht aufhalten (klug sind solche spontanen Gedanken wohl aber nicht). Man ignoriere es erstmal, bereite sich aber drauf vor. Sollte es aus der ersten Reihe kommen, eine Erpressung, dann wird es ernst, dann sage man es denen ganz deutlich, dann komme der deutsche Botschafter heim, empfehle es dem der Türkei!

    Die Türkei ist wohl als menschenrechtlich unsicheres Land einzustufen, so schätze ich es ein, ich denke, die Kameraden aus der Türkei erhalten Asyl in Deutschland, ich hoffe es.

  10. Wie sieht das eigentlich bei den anderen Nationen aus die von der Türkei aus ihr Engagement in der Anti-ISIS Koalition führen?

    Stellen diese alle Ihre Informationen/ Aufklärungsergebnisse Ankara zur Verfügung.

    Wenn nein, wäre es dann nicht ein leichtes der Türkei singuläres Misstrauen gegenüber der Bundesrepublik vorzuwerfen ?

  11. Es wird Zeit, dass wir – muss ja nicht wie die Türken es machen über offene Kanäle laufen – auch mal gucken, welche Druckmittel wir noch so im Köcher haben.
    Zuerst einmal würde ich spätestens jetzt die Verlegung der Tornados einleiten und den Ausbau definitiv ad Acta legen.
    Dann selbst Druck aufbauen. Ich kenne mich damit leider als Marine Null aus, aber wie sieht es bei den Panzern aus? Sind doch alle von uns geliefert, oder? Wie ist das die Abhängigkeit von Ersatzteilen, etc? Würde ich ja mal vorsichtig Bedenken anmelden, weil die ja auch gegen Kurden ins Feld ziehen..
    Nur ein Gedanke. Da gibt es sicherlich noch weitere Felder aus anderen Politikbereichen.
    Wir müssen uns angewöhnen auch mal knallhart aufzutreten.
    No more Mr Nice Guy. Erdi versteht nur eine Sprache: Klare Ansagen!

  12. Man darf diesen mehr und mehr offen diktatorischen Führer der Türkei und seine Vasallen keinesfalls mit solchen Informationen unterstützen.
    Wenn die Türkei nicht bereit ist, Tatsachen und Kommandoketten zu akzeptieren, dann bleibt eben nur der Abzug, zurück nach D.Oder eine Verlegung nach Jordanien oder Zypern. Suboptimal.

    Mensch, immer mehr Verrückte um uns herum.

  13. Meine erste Reaktion:
    Hatten nicht die Briten zu Anfang der Counter-IS den Franzosen angeboten, die Basis Akrotiri auf Zypern mit zu nutzen? Die liegt von den Einsatzgebieten der Tornados gerade mal 10 Flugminuten weiter weg und ist schon an Tornados gewöhnt.
    Die Franzosen nutzen ja für ihre Einsätze einen Stützpunkt in Jordanien und ihre Basis in den VAE.

    Mein zweiter Gedanke:
    Würde man damit nicht der türkischen Regierung ein tolles Blatt beim Schwarzer-Peter-Spiel in die Hand geben? Schließlich muß der miese Verlauf der eigenen Einsätze irgendwie erklärt werden, und da sind Schuldzuweisungen ans Ausland der eigenen Bevölkerung sicher besser zu verkaufen als Fehler der eigenen Politik.

  14. Keine Diskussionen mit der Türkei, ab nach Zypern mit den Tornados, die deutschen A400M sind schon da ;)

  15. @Eric Hagen/@All: Gibt es Korrelationen mit möglichen kommendem Zahlungen seitens EU/BRD? Trump will wohl Sicherheitszonen in SY. / AKP Kreise konstatieren, Al-Bab wäre nun Teil der Türkei, die Staatsgrenze aufgehoben.

  16. Die immer dreisteren Erpressungen des großen Vorsitzenden kann sich die Bundeskanzlerin eigentlich nicht mehr bieten lassen.
    Flüchtlingsdeal hin oder her, es galt doch mal die Prämisse: Deutschland lässt sich nicht erpressen.
    Wie heißt es so schön: Es ist nie falsch, das richtige zu tun.
    Also Abzug aus der Türkei, ab ins schöne Zypern. Gleichzeitig ein Zeichen, mit den Briten trotz Brexit weiterhin vertrauensvoll zusammen zu arbeiten.

  17. was ich ganz amüsant finde.

    bezüglich Trump wird momentan auf allen Kanälen propagiert man müsse ihm mit Souveränität und Stärke begegnen. Etwas anderes verstünden Pilitiker vom Typ „Strongmen“ nicht.

    bezüglich Erdogan wir aber das diametrale gegenteil praktiziert, maximales duckmäusertum bis zur selbstaufgabe.

    der weltanschauliuche background dieses Deltas lässt in deutschland mal wieder tief blicken.

  18. @AoR
    Gerne ein Nachtrag: Die bezugnehmenden Aeusserungen des Samil Tayyar aus Gaziantep ( an Grenze zu SYR, ein Hub des militanten Widerstandes in SYR auf tuerkischen Territorium) haben aus meiner Sicht keinen expiliziten, sichtbaren Zusammenhang zu DEU.
    Allerdings, er zieht eine Schliessung des Incitlik Stuetzpunktes in Betracht, sollte „die USA weiterhin terroristische Gruppierunegn wie die Kurden in SYR und die Guelen-Bewegung zuhause (Auslieferung von F. Guelen gefordert) unterstuetzen.
    Weiterhin macht er die NATO fuer den Militaerputsch 1980, die Briten fuer den von 1960 und die USA fuer jenen von 1972 verantwortlich. Und nun existiere ein NATO-Plan, demzufolge die TUR von Erdogan befreit werden muesse. (Hurriyet, 23.01.17)

    Paranoia oder Narrativ fuer ein neues Kapitel auf dem Weg zu einer sich neu orientierenden TUR?
    Zunaechst bin ich mir sicher, erneuert die TUR ihre bereits bestehende Drohkulisse ggue. den USA. Aber was, wenn die Amerikaner ( auch die deutsche Luftwaffe?) zukuenftige Luftschlaege aus Incirlik heraus in verbesserter Koordinierung mit RUS fuehren ohne dass die TUR das Gefuehl erhaelt, wesentlicher Teil des Ganzen zu sein? RUS’s Haltung zu den Kurden ist weitaus weniger unfreundlich als die der TUR und die Ziellisten innerhalb der Counter-Daesh Koalition sind ja durchaus unterschiedlich ausgerichtet..

    Wie dem auch sei- Erdogan beruft sich in seinen Entscheidungen zunehmend auf den „Willen des Volkes,“ den umzusetzen seine Bestimmung sei.

    Insofern kann es schon sein, dass o.a. AKP- Vize dem Volk schon mal die Formulierungen in den Mund legt….

  19. Indem Thema wird Luftbetankung immer wichtiger. Bei 4 A310 MRTT (Davon stehen max1-2 als Tanker zur Verfügung. Der A400M soll die A310 ja mal entlasten.

    Mein Frage, wieweit ist die Bundesluftwaffe mit den A400M als Tanker:

    – 2 Maschinen sollen ja jetzt die Fähigkeit haben Jets zu betanken.
    – Ist der Verband soweit (Ausbildung, Werkzeug, usw.)
    – Haben wir die Module (Operator Station, Zusatztanks, Pods, usw.)
    – Welche Flugzeuge sind als Empfänger freigegeben (Tornado, Eurofighter)

  20. Was juckt es die deutsche Eiche welcher Eber sich an ihr kratzt? Ich würde die Frage nach dem Direktzugriff komplett ignorieren und das Kontingent in Incirlik runter fahren. Gleichzeitig nach alternativen Standorten für die Tornados suchen.

  21. @Porsche0479
    Bis der A400-Tanker bei der Luftwaffe einsatzbereit ist vergehen noch ein paar Jahre. Mag sein, dass die Franzosen schneller sind, bei denen drückt mehr der Schuh.
    Die A400-Tanker sollen die A310 vielleicht ergänzen aber sicher nicht ablösen, dafür ist der A330 gedacht. Meines Wissens nach will Deutschland mit den Niederlanden und Polen einen Tankerpool aufbauen.

  22. @Essener

    meines wissens nach haben bisher die niederlande und luxemburg eine vereinbarung getroffen, gemeinsam eine tankerflotte aufzubauen. diese soll ggf. durch andere länder (deutschland, polen, belgien) vergrößert werden. desweitern soll der standort in eindhoven sein – meiner meinung nach wieder ganz toll, wenn man deutsches personal zusätzlich im ausland stationiert.

    den einzigen vorteil, den es effektiv bringt, ist das regelmäßige training des betankens via ausleger..

  23. @wacaffe   |   01. Februar 2017 – 9:20
    was ich ganz amüsant finde.
    bezüglich Trump wird momentan auf allen Kanälen propagiert man müsse ihm mit Souveränität und Stärke begegnen. Etwas anderes verstünden Pilitiker vom Typ „Strongmen“ nicht.
    bezüglich Erdogan wir aber das diametrale gegenteil praktiziert, maximales duckmäusertum bis zur selbstaufgabe.
    der weltanschauliuche background dieses Deltas lässt in deutschland mal wieder tief blicken.
    1+ dem stimme ich voll zu.

    Auch sollten wir Randerscheinungen ;-) nicht ganz ausser acht lassen. s.u.
    Auszug aus, s.u.
    Theresa May secures multi billion pound fighter jet deal with Turkey „before“ challenging President Erdogan on human rights

    http://www.telegraph.co.uk/news/2017/01/28/theresa-may-arrives-turkey-post-brexit-trade-talks/
    usw
    http://www.telegraph.co.uk/news/politics/

    Also eine US – UK – Türkei – Russland – Achse? , und wo bleibt die EU?… hat genug eigene Probleme, oder?

  24. @Stefan
    Unterschrieben ist da (meines Wissens nach) noch nichts aber die Niederlande nehmen sich des Themas an und Polen, Belgien, Luxemburg und Norwegen zeigen Interesse. Meines Wissens nach will die Luftwaffe aufspringen und 3 Maschinen beisteuern.

    Persönlich rechne ich damit, dass die Maschinen der Luftwaffe in Köln stationiert werden. Kosten sollen gespart werden durch den Kauf eines einheitlichen Musters (ob das klappt?) , gemeinsame Ausbildung, gemeinsames Training und zentrale Koordination der Tankerkapazitäten. Die Maschinen werden parallel auch als Transporter für Mensch und Material gebraucht, kann mir daher nicht vorstellen, dass außer den niederländischen Maschinen, Tanker in Eindhoven stationiert werden.

  25. @Realist

    Beim Lesen Ihres Kommentars musste ich an folgendes denken:

    Vor fünf Jahren war ja nur sehr wenig von dem absehbar, was an Verschlechterung der Beziehungen seither eingetreten ist.

    Wenn das so weitergeht und wir uns nun noch mit Frankreich verkrachen sollten, können wir bald Wilhelm II im Spiegel zuwinken. Er wird uns dann mit einem mitfühlenden Lächeln zuzwinkern und sagen:
    „Wir schaffen das!“ ;-)

  26. @Essener

    meines wissens nach haben die niederlande und luxemburg mit airbus schon einen vertrag über die beschaffung unterzeichnet. was jedoch noch offen ist, sind die genauen detail bezüglich der eigentumsverhältnisse und nutzungsrechte. die beiden a330 mrtt sollen direkt dem european air transport command in europa zugehören oder unterstellt sein. erheblich weiter eingebunden, als bisher nur zur verfügung gestellte kapazitäten..

  27. @Eric Hagen:

    – Bankengründung TUR-Kuwait etc. Die Türkei braucht dringend Barmittel, der Arbeitsmarkt beginnt bereits zu reagieren, Auslandsinvestitionen bleiben aus.

    – Das gleiche gilt für GB

    Wenn wir jetzt Incirlik gehen und Nordamerika die Lieferung schweren Geräts an SDF beibehält, sehe ich schwarz für die AKP. Sollten sogar Zahlungen ausbleiben wird es bitter.

  28. Auszug aus s.u.
    Zyme   |   01. Februar 2017 – 17:32
    @Realist
    Beim Lesen Ihres Kommentars musste ich an folgendes denken:
    können wir bald Wilhelm II im Spiegel zuwinken. Er wird uns dann mit einem mitfühlenden Lächeln zuzwinkern und sagen:
    „Wir schaffen das!“ ;-)
    ————–
    Daraus stellen sich für mich 3 Fragen…
    1.Wer sind wir?
    2. Schaffen-an oder schaffen-ab?
    3 . Was ist „das“?
    Ich sehe die Antworten in den Aussagen ( allerdings muß man dort auch etwas zwischen den Zeilen lesen )
    von George Friedman, EX CEO von STRATFOR. Einach mal Googeln ;-)
    Also, im Grunde bin ich hier nur ein interessierter Mittleser der ab und zu mal eine „Bemerkung“ fallen lässt.
    Ansonsten hatte ich eine vergleichsweise kurze uniformierte GAF-Zeit… bin allerdings bis zum Ruhestand auch mit der BW beruflich etwas verknüpft geblieben.;-)
    Ach ja… wie bereits erwähnt… STRATFOR ist meine Tageszeitung und auch info Quelle.

  29. @AoR
    Erdogan ist Usurpator seines Landes und Volkes. Beides nimmt er sich zurzeit.
    Er mag eine Vision einer zukuenftigen Tuerkei haben, aber keine konsistente und umfaengliche Strategie. Seine aussenpolitischen Irrfahrten, seine Willkuer nach Innen laessen auch darauf schliessen, dass er und seine Hoeflinge keinen Plan haben, wie sie auf fallendes BIP, steigende Arbeitslosigkeit, Waehrungsvetfall und miese Rating-Bewertungen reagieren sollen. Wirtschafts- und finanzpol. Auswirkungen einer Hochrisikopolitik kann man eben nicht mit Drohungen, Poebeleien und Einschuechterung begegnen.

    Daher denke ich, dass wir weiterhin die alten Muster eines autokratischen Regimes erleben: Auslaendische Konspiration, westl. Hochmut, nationalistische Einfaerbung einer militarisierten Politik. Das erleben wir derzeit und je nachdem wie sich die Verhaeltnisse zu RUS und den USA entwickeln mehr oder weniger aggressiv. Gestern gab es ein ganz grosses Erkundungskdo des TUR GS in der Aegaeis vis a vis einer Inselrgruppe, weswegen man mit GRC im Streit bleiben moechte. Zufall? (Asyl in GRC fuer tuerk.Soldaten)
    NATO und EU stoeren bei alledem.

  30. Heute habe ich einen mir gut und klug erscheinenden Satz gehört: Besonnenheit ist keine Unterwürfigkeit.

  31. @Eric Hagen

    Also ich habe einen Verdacht das Erdogan schon so etwas wie einen Plan hat und ich habe vielleicht die „Blaupause“ für selbigen gefunden…..

    https://de.wikipedia.org/wiki/Chronologie_der_nationalsozialistischen_Machtergreifung

    Türkei befindet sich im Moment in der Zeit nach dem Reichstagsbrand und kurz vor dem Ermächtigungsgesetz…

    Im oben genannten Zeitstrahl so etwa zwischen 05. März 33 und 08. März 33

    Ja Geschichte wiederholt sich, leider!

  32. @IstEgal

    Tja, dann wissen Sie ja auch wo die Reise hingeht und wie sie enden koennte.
    Suchen Sie ruhig noch nach weiteren Parallelen- Sie werden fuendig.

  33. Ja, mag sein, innenpolitisch hat der Mann einen Plan was seine persönliche Macht angeht. Wirtschafts- und außenpolitisch eher weniger, wennn man von den wirren Karten des osmanischen Reiches im TUR-TV absieht.

    Die Frage ist, was eine mögliche beleidigte Hinwendung zu RUS, die fehlenden TUR-Offiziere in den NATO-Institutionen für die NATO bedeuten. Hat die TUR eigentlich Zugriff auf geheime NATO-Unterlagen, die für Putin interessant wären? Übrigens dasselbe potentielle Problem mit Ungarn.

    Überall kommen gefährliche Dilettanten an die Macht oder bestimmen die Politik: Erdogan, Trump, Johnson/Farrage, Kaczynski…

  34. Die Offensive gen Raqqa wird fortgesetzt. Es ist nicht zu erkennen, inwiefern westliche SoF beteiligt sind. Neu ist, dass nun auch YPG und YPJ Verbände an der Seite der SDF kämpfen (entsprechend mit Abzeichen der jew. Verbände).

    Zudem startete die SAA eine Offensive östlich von Aleppo. Hierbei geht es wohl darum, den vorstoßenden türkischen Verbänden und ihren Rebellen/Dschihadisten-Verbänden den Weg abzuschneiden und zum YPG/SDF-Territoium aufzuschliessen.

    Un erwartet also einiges an Konfliktpotential die Tage. Unter syria.lifeuamap.com

  35. Der Jemen hat den USA offiziell die Erlaubnis für Bodenoperationen entzogen.
    Hintergrund ist ein SOF (der Navy-Seal 6) Einsatz vom 29.01.17, der erste durch Trump angeordnete.
    Bei dem Zugriff gegen den vermuteten Al-Kaida-Führer auf der arabischen Halbinsel (Qassim Al-Rimi) waren in einem 50 minütigem Feuergefecht bis zu 30 Personen getötet worden. Nach JEM Angaben mehrheitlich Zivilisten, darunter auch Kinder. Das Pentagon spricht von 14 Terrorkämpfern. Der Al-Kaida-Führer wurde weder gefasst, noch getötet.
    Auf Seiten der Seals fiel Chief Petty Officer William Owens, bei dessen Beerdigung Trump anwesend war.
    https://www.nytimes.com/2017/02/07/world/middleeast/yemen-special-operations-missions.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&clickSource=story-heading&module=first-column-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0
    Die Bemühungen des Pentagon zur Verbesserung seiner Position innerhalb Jemens gegenüber der strategisch bedeutsamen Bab-el Mandeb-Meerenge erlitten einen erheblichen Rückschlag. Gleiches gilt für die Absicht des „Joint Special Operations Command (JSOC)“ zur Vergrößerung operativer Selbständigkeit (keine grundsätzliche Genehmigung CiC mehr) bei SOF-Einsätzen, die noch zu Zeiten von Obama initiiert wurde.
    Sean Spicer, White House Pressesprecher widersprach der Absicht ein HVT, der Al-Kaida Führer, sei Operationsziel gewesen.
    Operationsbasis war ein Amphibious Assault Ship vor der südjemenitischen Küste.

    [Ja, Jemen ist auch irgendwie Nahost oder Arabien oder so, alles Wüste und weit weg… Und Al-Kaida oder ISIS, egal, alles Terroristen… Aber was hat das mit dem Thema dieses Threads zu tun?! T.W.]

  36. Lieber Herr Wiegold,

    die Frage hatte ich mir auch gestellt, beim Schreiben auch gezögert, letztlich für mich aber dahingehend beantwortet, besser hier im Rahmen Terrorbekämpfung im weiteren Sinn, als im Bällebad, bzw gar überhaupt nicht.
    Daneben gestehe ich gerne zu, m.E. wird hier bei AG wie auch in DEU SiPo-Berichterstattung generell, vor lauter Fokussierung auf Daesh (Syrien/Irak) versäumt „das Ganze vor seinen Teilen“ zu bewerten.
    Stichworte, um kurz zu bleiben: Iran+Houthi, Jemen+KSA+USA, Trump vs Iran. Kann uns das egal sein?
    Wäre ausgesprochen dankbar, hierzu Meinungen zu lesen, falls solche ohne OT durchgehen.

  37. @AoR
    Schon klar.
    Aber wie sehen Sie die Notwendigkeit und den Stellenwert von Berichterstattung zum Geschehen am Bab-el Mandeb vor dem Hintergrund der
    – Ölroute via Suez und
    – schiitischen Hegemoniattitüde in Südarabien sowie
    – des Trump’schen Konfrontationskurses zum Iran?

  38. @ Klaus-Peter Kaikowsky | 08. Februar 2017 – 18:45:
    In der Sache volle Zustimmung. Gebe aber zu bedenken, dass der Hausherr hier ja mit uns ein Blog betreiben will. Also kein Forum (Schreib das, ohne belehren zu wollen!). Da muss auf den themenspezifischen „roten Faden“ geachtet werden, um nicht zu verzetteln. Habe – nee – muss mich da auch immer wieder mit abfinden. Einschließlich der bisweilen rüden Erinnerungen von Herrn Wiegold.
    MkG
    Hans Schommer

  39. https://m.heute.de/detail/46509930
    Noch bevor Trump seinen Antrittsbesuch in Brüssel überhaupt begonnen hat, reagiert das Bündnis.
    NATO will in der kommenden Woche den Ausbau ihres Stützpunktes in Neapel http://www.jfcnaples.nato.int/ beschließen.
    Zunächst geht ein operatives Lage- und Koordinierungszentrum in Funktion, das die künftige aktivere Rolle in anti-Daesh-Kampf anführen wird.
    Hinter der Nachricht muss zunächst interessieren, welche operative Absicht wird mit welchen Truppen in zu definierenden Räumen verfolgt werden, ggf. auch mit Kräften am Boden? Ohne Einfluss auf die bestehenden maritimen Ops vor der libyschen Küste wird ein offensives Vorgehen gleichfalls nicht bleiben können!

  40. @KPK

    Trump-Antrittsbesuch in Brüssel? Hab‘ ich was verpasst? Für kommende Woche ist Verteidigungsminister Mattis vorgesehen…

  41. @T.Wiegold
    Zumindest bei Bild.de gemeldet (und auch andere): (Trump besucht Nato.: 06.02.2017 – 21:16 Uhr. Brüssel)
    – US-Präsident Donald Trump hat sich zur Nato bekannt und für Ende Mai erstmals ein Treffen mit den Alliierten in Brüssel angekündigt, …
    Mehr wird vllt auf Münchner Sicherheitskonferenz zu vernehmen sein. Ischinger war dazu am Vormittag (bei n-tv – etwas „nebulös“) zu verstehen. „… Nicht nur Putin auch Verhältnis neuer U.S.-Präsident zur NATO wird Thema sein müssen, …“

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