Gemeinsamer russisch-türkischer Luftangriff gegen ISIS in Syrien

RAQQA/SYRIA 09oct2015 - Russian Su-34 drops KAB-500 C PGM screenshot from MoD Russia video https://youtu.be/pBEkjj9PL5I

Russische und türkische Kampfjets sind am (heutigen) Mittwoch zu einem ersten gemeinsamen Luftangriff auf Stellungen der ISIS-Terrormiliz in Syrien gestartet. Zwar hatte es offensichtlich bereits Anfang des Jahres abgestimmte Flüge gegeben; die neue Aktion scheint aber die erste gemeinsame Mission zu sein, wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtet:

On Wednesday, Russia’s Aerospace Force and Turkey’s Air Force are conducting the first joint air operation against the Islamic State terror group (outlawed in Russia) on the outskirts of the al-Bab town in the Aleppo province, Head of the Main Operations Department of Russia’s General Staff Lieutenant-General Sergei Rudskoi told reporters.

„The air operation, agreed on with the Syrian government, involves nine warplanes of the Russian Aerospace Force, including four Sukhoi Su-24M, four Sukhoi Su-25 aircraft and one Sukhoi Su-34 bomber, as well as four F-16 and four F-4 fighters of the Turkey’s Air Force. A total of 36 targets are planned to be hit,“ he said.

Interessant ist das unter vielen Gesichtspunkten – nicht zuletzt unter dem Aspekt, dass erst einen Tag zuvor US-Medien von engerer Kooperation der USA mit der Türkei im Kampf gegen ISIS in der gleichen Region berichtet hatten:

American warplanes and combat advisers are once again backing Turkish military units battling Islamic State fighters in northern Syria, the most tangible indication yet that months of tension between the NATO allies may be easing.
Four airstrikes, occurring Tuesday near the town of al Bab, hit Islamic State construction equipment and tactical vehicles, including an armored personnel carrier, said Air Force Col. John Dorrian, a spokesman for the U.S.-led coalition based in Baghdad. Dorrian indicated the mission, developed with Turkish commanders, most likely was enabled by American ground troops working nearby.

(Archivbild: Screenshot aus einem Video des russischen Verteidigungsministeriums; Su-34 beim Abwurf von KAB-500C über Raqqa/Syrien am 9.10.2015)

31 Kommentare zu „Gemeinsamer russisch-türkischer Luftangriff gegen ISIS in Syrien“

  • AoR   |   18. Januar 2017 - 19:17

    Das ist dann wohl ein Signal und der Versuch, Verhandlungsdruck aufzubauen. Damit sind die Kurden nun ein westlicher Alliierter welcher auf Schutz angewiesen ist. Die Türkei hatte die USA zu den Verhandlungen in Astana eingeladen, die Kurden ausgeschlossen.

    Die aktuellen Wirtschaftsdaten der Türkei weisen auf eine Tragödie hin.

  • AoR   |   18. Januar 2017 - 19:41

    @Thomas Melber: Da hat wohl einer länger nicht bei der Türkei nachgeschaut, ich warte nur noch auf „Hochmut kommt vor dem Fall“ ;)

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   18. Januar 2017 - 19:54

    @AoR
    Hinweis: RUS, in Persona Lawrow, hat eingeladen.
    http://augengeradeaus.net/2017/01/nach-den-trump-aeusserungen-berlin-setzt-vorerst-auf-abwarten/comment-page-1/#comment-258587
    Siehe intergrierten „Deutschlandfunk-Link“. Vorsitz Lawrow, Rest am Katzentisch.

  • Hohenstaufen   |   18. Januar 2017 - 21:54

    Derweil bombardiert die US-Airforce ISIS-Einheiten, die den syrischen, von Assad-Truppen gehaltenen Militärstützpunkt b.z.w. die Stadt Deir ez-Zor umzingelt haben.

    http://www.centcom.mil/MEDIA/PRESS-RELEASES/Press-Release-View/Article/1050540/january-17-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-ir/

  • Thomas Melber   |   18. Januar 2017 - 22:27

    @Hohenstaufen
    Die Amerikaner unterstützen auch TUR bei AL-BAB, wohl um den Verbündeten nicht ganz zu vergrätzen und ggü. RUS wieder aufzuholen.

    http://www.militarytimes.com/articles/us-airstrikes-al-bab-syria-islamic-state

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/01/us-resumes-airstrikes-syria-support-turkey.html?utm_source=Boomtrain&utm_medium=manual&utm_campaign=20170118&bt_ee=HTcJwMR3zwTxqXXE6gyedhUX2dgQLmtF8p8mXHsXIO3o5o0OFubugXnPlEAHjQRl&bt_ts=1484765387606

    [Ich bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Selbstverständlichkeit in den Kommentaren Links als Neuigkeit gepostet werden, die schon oben im Eintrag stehen. Anscheinend ist ja egal, was ich da oben schreibe oder verlinke? T.W.]

  • AoR   |   19. Januar 2017 - 11:30

    @KPK: Dennoch ist ein Paradigma gebrochen. Bisher stand Russland gefühlt an der Seite des Gedanken, man würde Syrien unter Assad vollständig einnehmen. Mit der unterstützung einer zu Assad feindselig gestimmten Mittelmacht ist dieses Paradigma gebrochen.

    Zudem wurden hochrangige Al-Kaidas an der Grenze Idleb-Türkei getötet. Sozusagen die Logistikverwalter für Lieferungen und Leistungen aus der Türkei. Könnte da ein Deal dahinterstecken? Sozusagen russische Unterstützung beim Spalten und gar zum Teil einnehmen vornehmlich kurdisch bewohnten Territoriums im Eintausch gegen aktiven Kampf gegen ca. 30% der Kampfkraft der Rebellen?

  • AoR   |   19. Januar 2017 - 12:01

    Die UK-RAF bombt bei Al-Bab auch fleißig mit. Will man in Kasachstan mit an den Katzentisch?

  • Aussenstehender   |   19. Januar 2017 - 15:05

    Die aktuelle Situation zeigt auch, dass RUS nicht der militärischer Überflieger ist

  • JaN   |   19. Januar 2017 - 17:27

    Der Fernsehsender France 2 hat auf ihrer Homepage ein Video hochgeladen, in dem das Kamerateam französische Spezialkräfte im Irak bei dem Kampf um Mossul begleitet. Leider nur in französischer Sprache verfügbar.

    http://www.francetvinfo.fr/monde/proche-orient/mossoul/mossoul-avec-les-forces-speciales-francaises_2019782.html

  • Thomas Melber   |   19. Januar 2017 - 18:17

    @JaN
    Die müssen dann aber erst kurzfristig eingeflogen worden sein, denn wurde dies nicht bisher dementiert? ^^ Genau so wie die Artillerieunterstützung, welche als Ausbildungshilfe lief – für Systeme, die die Kurden eh nicht haben ^^ (CAESAR).

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Januar 2017 - 18:45

    Bei n-tv.de vom 15.01.17
    „Die Türkei teilt sich rund 900 Kilometer Grenze mit den von Krieg und Krisen geplagten Staaten Syrien und Irak. Ein großer Teil dieser Grenze ist mittlerweile durch eine Mauer gesichert.
    Allein im vergangenen Jahr ließen die türkischen Behörden 330 Kilometer Betonanlagen errichten. Hinzu kamen knapp 200 Meter an neuen verstärkten Zäunen. Das berichtet das Webportal „Hurriyet Daily News“ unter Berufung auf ein Statement des türkischen Generalstabs.
    Mit Wachtürmen, freiem Schussfeld, Hunden etc.
    Anleihen bei innerdeutscher Grenze sollten nicht verwundern.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   19. Januar 2017 - 19:20

    Im Zusammenhang mit dem beginnenden Kampf um West-Mossul, Stadtgebiet wesentlich Tigris, berichtet „https://www.theguardian.com/us-news/2016/oct/17/us-military-troops-on-ground-mosul-iraq-isis-obama“
    zur Anwesenheit von SOF aus FRA, GBR und U.S. Der U.S. Befehlshaber im Irak hat zudem Einsätze von U.S.-JTAC im Raum Mossul bestätigt. Desweitern erwähnt der Guardian die Anwesenheit von FRA Caesar-Bttr.

  • AoR   |   20. Januar 2017 - 11:48

    Verlinkt über die Facebookpräsenz der Intl. Peshmerga Volunters ein Bericht zu den FRA-SoF um Mossul. ( auf Englisch mir Bildern der France24 Doku)

    https://www.funker530.com/french-special-forces/

    [Herzlichen Glückwunsch! Damit ist dieser TV-Beitrag hier jetzt zum 3. Mal verlinkt. Ab 5 Verlinkungen des identischen Beitrags gibt es Extrapunkte. T.W.]

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Januar 2017 - 16:00

    Heute wird in D.C. gefeiert, kommenden Montag wird in Astana Arbeit abgeliefert werden. Dennoch herrscht lt. https://www.heise.de/tp/features/Trump-Kabinett-mit-dem-hoechsten-IQ-3603754.html
    Konfusion über US-Teilnehmer bei der Syrien-Friedenskonferenz¡
    Die Frage, die in den vergangenen Tagen dazu aufkam, lautet, wer denn überhaupt von der neuen US-Regierung teilnehmen würde. Darüber, so al-Monitor, herrsche allgemeine Konfusion. Man wisse zwar, dass es eine Zusage von seiten der neuen Administration gebe, aber nicht welche Vertreter entsendet werden sollen, wird der Sprecher des alten Außenministeriums unter Obama, John Kirby, zitiert.
    Laut Aussage eines nicht genannten früheren Diplomaten wäre es durchaus möglich, dass „es jemand aus der US-Botschaft in Astana ist“.
    Ein Botschaftsmann im Einsatz bei der Astana-Friedenskonferenz, die den Weg von der Feuereinstellung zum vertraglichen Waffenstillstand ebnen soll? Sofern diese Person(en) zufällig Kompetenz im Konflikt haben sollte, …?
    Dann wäre es ratsam gewesen, übergangsweise die Kerry-Truppe einzusetzen!

    Obama hat in einer seiner letzten Amtshandlungen in Libyen/Sirte gegen Daesh nochmals zuschlagen lassen. (stern.de/Politik/Ausland)
    Nach Angaben eines Pentagon-Sprechers griffen am Mittwochabend zwei B-2-Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe die beiden Dschihadistenlager nahe der früheren IS-Hochburg Sirte an. Die Bomber seien von der Whiteman Air Force Base im US-Bundesstaat Missouri gestartet und nach der 30-stündigen Mission auch dorthin zurückgekehrt.
    Eine Vorgabe für Trump, der informiert worden war (?), nicht nachzulassen!

  • AoR   |   20. Januar 2017 - 16:30

    @T.Wiegold: In Französischer Sprache, dachte nur es wäre interessant es mit englischer Sprachbegleitung einzustellen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Januar 2017 - 18:48

    Jetzt doch, EU entsendet eigene Delegation zur Friedenskonferenz nach Astana.
    http://www.deutschlandfunk.de/syrien-friedensgespraeche-eu-delegation-reist-nach-astana.447.de.html?drn:news_id=701716
    In bisherigen Texten, von Lawrow, war die EU nicht aufgeführt.
    Wer führt die EU in Astana, Frau Mogherini? Ist DEU Regierung präsent?

  • T.Wiegold   |   20. Januar 2017 - 18:54

    Interessant. Das Auswärtige Amt ging heute vormittag noch davon aus, dass die EU nicht dabei ist, wie sein Sprecher Martin Schäfer vor der Bundespressekonferenz sagte:

    Frage : Ich würde nur wissen wollen, Herr Schäfer, wer von deutscher Seite an den syrischen Friedensgesprächen in Astana am Montag, den 23. Januar, teilnimmt.

    Schäfer: Mir wäre nicht bekannt, dass es vonseiten der Ausrichter eine förmliche Einladung an Deutschland gegeben hätte. Deshalb gehe ich davon aus, dass es keinen offiziellen Vertreter der Bundesregierung bei den Syriengesprächen am Montag in Astana geben wird.

    Zusatzfrage : Gibt es einen europäischen Vertreter?

    Schäfer: Auch da wäre mir nicht bekannt, dass von den Ausrichtern eine Einladung etwa an Frau Mogherini oder jemanden aus dem Europäischen Auswärtigen Dienst ergangen wäre.

    Wir würden es begrüßen, wenn vonseiten der Vereinten Nationen der VN-Sondergesandte Staffan de Mistura an den Gesprächen teilnehmen würde. Denn er ist aus Sicht der Bundesregierung derjenige, unter dessen Ägide die Verhandlungen nach den einschlägigen Sicherheitsratsresolutionen, aber auch nach unserer festen politischen Überzeugung laufen sollten.

    Deshalb ist das, was in Astana passiert, aus unserer Sicht ein willkommener Beitrag zu einer politischen Friedenslösung für Syrien, aber ganz sicher nur der Anfang.

    Zusatzfrage : Wie bewerten Sie, dass Herr de Mistura, Frau Mogherini, die EU und Sie, dass diese aus Ihrer Sicht entscheidenden Personen nicht dazugerufen wurden und offenbar nicht dabei sein sollen?

    Schäfer: Wir sind davon nicht überrascht, weil wir in den letzten Wochen über den Jahreswechsel hinweg gesehen haben, dass es drei Länder gab – die Türkei, Russland und den Iran -, die sich ohne enge Abstimmung mit anderen, uns eingeschlossen, eigenständig um das Syrien-Dossier gekümmert haben. Der Waffenstillstand, der von den drei Parteien vermittelt worden ist, hält einigermaßen. Das ist unbestreitbar ein Fortschritt, den wir verzeichnen. Die jetzt anstehenden Gespräche in Astana sind aus Sicht dieser drei Nationen offensichtlich die richtige Folge aus der Zusammenarbeit der letzten Wochen und Monate.

    Wir sagen nicht nur öffentlich, sondern wir sagen es natürlich auch diesen Ländern und besprechen es mit unseren Partnern, dass eine abschließende politische Friedenslösung wirklich nur unter der Ägide der Vereinten Nationen und damit irgendwie auch in dem Ende 2015 in Gang gesetzten Wiener Prozess – dann unter Beteiligung Europas und auch Deutschlands – stattfinden sollte.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Januar 2017 - 19:33

    POTUS45 hat in seiner „inauguration speech“ den Schutz der USA vor Terrorismus durch “Tilgung der (ISIS) Terroristen vom Planeten“ als eines seiner vornehmsten Ziele benannt.

    Die Astana-Konferenz gibt Gelegenheit zur Zielerreichung die erforderlichen „Gemeinsamkeiten“ mit Russland anzugehen, denn ohne Putins Zutun in Syrien geht’s nicht.
    Wie er es wirklich mit den Russen halten wird, kann ggf bereits ab Montag erkannt werden.

    Ins Bild passt, Assad übergibt Tartus für 49 Jahre an Russland, bei automatischer Verlängerung um je 25 Jahre. Die Russen erhalten einhergehend das Recht den Marinestützpunkt nach eigenem Gutdünken auszubauen und zu schützen. Damit ist russische Präsenz an der Levante bis ans Ende des Jahrhunderts festgeschrieben, anfreunden sollte der Westen sich damit und Folgen wägen.
    https://m.kurier.at/politik/ausland/fuer-49-jahre-syrien-ueberlaesst-russland-marinestuetzpunkt-tartus/242.114.336
    Unter diesen Voraussetzungen wird eines nicht passieren, nämlich dass Assad in Syrien keine Zukunft haben wird. Die EU-Delegation braucht Gesprächsinhalte in Richtung „Assad-muss-weg“ also gar nicht erst anzustrengen.
    Alternativlos, heißt dergleichen üblicherweise.

  • AoR   |   20. Januar 2017 - 20:26

    @KPK:

    Donald Trump Has a Coherent, Radical Foreign Policy Doctrine
    By George Friedman
    January 20, 2017
    http://www.realclearworld.com/articles/2017/01/20/donald_trump_has_a_coherent_radical_foreign_policy_doctrine_112180.html

    – Overextension by Alliance
    – Trading Benefits
    – Compelling China
    – The End of Multilateralism

    Unterm Strich wieder Coalition of the Willing. Nur mit einem Problem für uns, es ist Verfassungswiedrig.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Januar 2017 - 20:56

    @AoR
    Wir dürfen getrost aufhören in alten Kategorien verhaftet zu bleiben, coalition of whoever or whatever. Gilt für mich auch.
    Gibt’s beim neuen POTUS alles nicht mehr. Es zählt allein, gut /nicht gut für die USA. Siehe seine inauguration speech um 18:00 ff.
    All das Jahrzehnte eingeübte Politik-Schönwetter-Sprech, Trump hat damit nichts am Hut.
    Wenn er in Astana offensiv dabei ist, wird sein Mann sich Putins Mann greifen und mit ihm aushandeln wie die syrische Zukunft aussieht. Das Ganze behind clost doors unter Aufteilung des syrischen Öls.
    Der Rest kriegt anschließend das Ergebnis schriftlich, dann wissen sofort alle wo ab heute (20.01.17) der Hammer hängt.
    Und die EU verschwindet beleidigt im Brüsseler Schneckenhaus. So kann in den kommenden vier Jahren Politik-Business à la Trump ablaufen.
    Seriously.

  • Ziethen   |   20. Januar 2017 - 21:36

    Naja, Öl ist bei Assad nicht viel zu holen, seit 2000 ist die Förderung rückläufig; 2010 hat Syrien gerade mal 19 Mio t gefördert und das meiste selbst verbraucht.
    Die Förderanlagen sind nach sechs Jahren Krieg z.T. außer Betrieb oder in gegnerischer Hand und ob der Wiederaufbau überhaupt lohnt?

    Interessant wäre aber, wen Trump nach Astana schickt, etwa T-Rex? Oder macht Kerry diesen Job noch?

  • AoR   |   20. Januar 2017 - 21:45

    @KPK: Copy that one, Trump is here – for real.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   20. Januar 2017 - 22:38

    Naja, sehr liebenswert diese Einleitungen, aber: naja!
    Syrien hat genug Öl, für sich und den Export und wird im Wiederaufbau jeden Petro-$ bitter brauchen können.
    Es ist nur alles Wesentliche weitgehend zerstört, oder – noch – in Feindeshand.
    „Vier Milliarden Dollar im Jahr machte vor Kriegsausbruch das syrische Ölgeschäft aus, rund ein Drittel des Staatshaushalts „. Nicht wirklich unwichtig, oder?
    Die westlichen Unternehmen Shell, Total und Petro-Canada waren an Förderkonzessionen beteiligt, stets als Partner der staatlichen Ölgesellschaft Syriens. Die größten Investitionen kamen aber aus dem Iran, den Golfstaaten und Russland.
    Auf 2,5 Milliarden Barrel werden die syrischen Ölreserven geschätzt, “ doch seit einem Jahrzehnt sinkt die Fördermenge fast von Jahr zu Jahr, kriegsbedingt sei hinzugefügt.
    „2011, vor der Eskalation des Bürgerkriegs, hat das Land nach den Zahlen des BP Energy Report täglich ungefähr 332.000 Barrel gefördert.
    Quelle: Wirtschaftswoche.de/Politik/Ausland.
    Bei Ölreserven nach OPEC , bisheriger Spitzenreiter Saudi-Arabien kann auf 264,5 Milliarden Barrel zurückgreifen (übrigens abgelöst von Venezuela mit 296,5 Milliarden Barrel).
    Ausgesprochene Öl-Habenichtse sind die Syrer demnach nicht.

    Der Anteil an der (weltweiten) Raffinerie- und Hafenumschlagskapazität ist neben der nachgewiesenen Reserve, nebenbei bemerkt, die entscheidende Größe. Die Geografie des nahen und mittleren Ostens zeigt sich dazu pro-syrisch.
    Denn, aus Sicht eines Hegemons selbstverständlich die zuvor genannte Ölindustrie eine relevante Größe dar. Das irakisch-kurdische Öl eines teilautonomen sunnitisch-kurdischen Staates wird nicht zum Golf, durch den schiitischen Irak nach Basra transportiert werden und dann noch den weiteren/teureren Weg um die arabische Halbinsel herum.
    Der Ölschmuggel läuft derzeit bereits über syrisch-libanesische Territorien, schneller, weil dichter dran und daher billiger.

    Der Ölhinweis im Zusammenhang mit den Astana-Gesprächen rundet allerdings auch nur ab. Zu hinterfragen ist, falls überhaupt vor Ort, wie die Trumpmannschaft ans Werk geht.
    Ich hoffe daher sehr auf nachhaltige Bilder/PKs aus Astana: Wer spricht, nur Russen, noch Türken und Putins neuer iranischer Freund? Oder auch USA und EU als Zweite, Dritte, überhaupt?

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   21. Januar 2017 - 23:39

    CNN um 23:30: USA entsendet keinen „envoy“ zur Astana Friedenskonferenz!
    Weil, noch keine Vorstellung zu Zielen in MENA und der Zusammenarbeit mit Putin?
    Ein schwaches Bild, Lawrow spricht auch erst seit gut vier Wochen von der Konferenz!
    Erste Netzmeldung vom 14.12.16 gefunden.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   24. Januar 2017 - 10:16

    Irakische Regierungstruppen vor dem entscheidenden Schritt zur Einnahme Rest-Mossuls.
    http://www.voanews.com/a/iraqi-forces-preparing-western-mosul-offiensive/3689218.html
    Wesentlicher Träger der Gefechte ist auch die „Popular Mobilization“, eine iranisch dominierte, schiitische Gruppierung.
    Mossul ist die Hauptstadt der Provinz Ninawa, die zu den umstrittenen Gebieten zwischen der Autonomen Region Kurdistan und der Zentralregierung des Irak gehört.
    Mossul war ursprünglich eine multiethnische und multireligiöse Stadt von Arabern, Kurden, Assyrern (auch Aramäer oder Chaldäer genannt), Turkmenen und Jesiden.
    Seit Saddam Hussein, spätestens nach 2003er Irakkrieg und der Flucht vieler Christen, eine von sunnitischen Muslimen, mehrheitlich Araber aber auch Kurden, dominierte Stadt.
    Für den Zusammenhalt der irakischen Gesellschaft wird es angesichts der starken Rolle schiitischer Milizen wesentlich werden, wie diese Truppe sich integrieren lassen, einen Preis werden sie verlangen.

  • AoR   |   24. Januar 2017 - 10:48

    Zu Mossul: Und Juden, ist gerade n riesen Thema was man mit den Synagogen und antiken Anlagrn macht. Ein Rabbi will sich da engagieren.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   25. Januar 2017 - 10:11

    Die http://www.latimes.com/politics/la-na-us-russia-20170123-story.html zur offensichtlichen Absicht Trumps, mindestens in der Terrorbekämpfung, hier Daesh im Schwerpunkt, gemeinsame Sache mit Putin zu machen.
    Dazu White House Sprecher Sean Spicer noch etwas nebulös, „… ob Russland oder irgendjemand anders, wenn wir gemeinsame Interessen haben, werden wir es machen“.
    Allerdings bestehen offenbar innenpolitische, juristische Hindernisse.
    White House opens door to military cooperation with, but it would be illegal:
    National Defense Authorization Act passed by Congress late in 2014.
    Wie in den letzten Tagen gelernt werden durfte, schert Trump sich allerdings wenig um bisherige Gepflogenheiten. So er in Bezug auf sein Mantra „America first“ Vorteile sieht, wird er eine Kooperation beginnen.

  • AoR   |   25. Januar 2017 - 12:10

    @KPK: Differenzieren wir bitte Gepflogenheit und Rechtsstaatlichkeit.

  • AoR   |   25. Januar 2017 - 19:30

    Kleine Mitteilung an die Interessierten Syrien. syria.liveuamap.com unterscheidet nun in der Idlebpocket (Nordwest Syrien) zwischen JFS und weiterem Rebellenterritorium in den Farben Grün für den umbenannten Al-Kaida Ableger JFS/An-Nusra sowie in Hellgrün für FSA (näher bestimmt als: FSA, moderate rebels )