Flugbereitschaft erhält zusätzlichen Airbus

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Die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums erhält für ihre VIP-Flüge zum Transport von Politikern einen zusätzlichen Airbus. Die Maschine vom Typ A321, gebraucht von der Lufthansa gekauft, soll die Lücke zwischen den älteren Maschinen des Typs A310 und den neuen, großen A340 schließen – und vor allem auf kleineren Flugplätzen landen können, wie das Bundesamt für Ausrüstung und Nutzung am (heutigen) Donnerstag mitteilte:

Der Auftrag mit einem Gesamtvolumen von knapp 90 Mio. € schließt neben der Beschaffung und Umrüstung des Airbus A321 auch den Kauf von Ersatzteilen und die Anpassung des Flugzeugs an die Anforderungen der Flugbereitschaft BMVg ein. Die Firma Lufthansa Technik AG übernimmt zudem die technische und fliegerische Ausbildung des Personals für das neue Flugzeug. (…)
„Der Airbus A321 kann 70 Passagiere inklusive Gepäck über Entfernungen bis zu 2.800 nm (ca. 5.200 km) nonstop transportieren und auch auf kleineren Flugplätzen landen.“

Nach der Beschaffung der beiden A340 war aus der Bundesregierung bemängelt worden, dass diese Maschinen für etliche kleinere Flugplätze schlicht zu groß sind.

Die Mittel für den A321 waren im vergangenen Jahr für die Haushalte der Jahre 2017 und 2018 eingestellt worden. Außerdem ist die Beschaffung eines weiteren Airbus A319 geplant, der als Open Skies-Maschine für Verifikationsaufgaben eingesetzt werden soll.

(Archivbild: A321 der Lufthansa – Wikimedia commons/Open Domain)

40 Kommentare zu „Flugbereitschaft erhält zusätzlichen Airbus“

  • Arnonym   |   05. Januar 2017 - 18:52

    Was heißt das?
    „Open Skies-Maschine für Verifikationsaufgaben eingesetzt werden soll.“

  • axel_f   |   05. Januar 2017 - 18:59

    Vertrag über den Offenen Himmel, OH-Vertrag oder Open Skies (englisch offener Himmel) bezeichnet einen Vertrag aus dem Jahre 1992 zwischen NATO- und ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten, der es den teilnehmenden Nationen gestattet, gegenseitig ihre Territorien auf festgelegten Routen zu überfliegen und Aufnahmen (Foto, Radar und seit 2006 auch Infrarot) zu machen.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Vertrag_über_den_Offenen_Himmel

  • Markus Grünewald   |   05. Januar 2017 - 19:01

    Damit ist vereinfacht das Rüstungskontrollprogramm der OSZE gemeint.

  • André Gembitzki   |   05. Januar 2017 - 20:14

    Bei dem A321 handelt es sich um folgende Maschine („D-AISE“):
    https://www.planespotters.net/search.php?q=d-aise&tid=935f08aff5dba88e60164ae232242b03

    Die für „Open Skies“ vorgesehene Maschine ist ebenfalls keine unbekannte. Es handelt sich um den Airbus A319CJ, welcher vormals beim „VW Air Service“, also der VW-eigenene Flugzeugflotte flog, die „VP-CVX“.
    https://www.planespotters.net/search.php?q=VP-CVX&tid=935f08aff5dba88e60164ae232242b03

    LG André

  • T.Wiegold   |   05. Januar 2017 - 20:17

    @André Gembitzki

    Den Hinweis, dass der A319 von VW übernommen werden soll, hatte ich auch schon länger – bislang allerdings ohne Bestätigung. Haben Sie eine? Dann wäre Quelle gut.

  • André Gembitzki   |   05. Januar 2017 - 21:18

    @ T.W.:
    Ursprünglich habe ich diese Info auch nur aus Spotterkreisen erfahren (bin selbst aktiver Planespotter).

    Als Quelle kann ich aber diese Liste der Kollegen aus Norddeutschland anführen, welche ja auch immer die Augen offen haben ;).

    Die „VP-CVX“ steht bereits zur Modifizierung bei Lufthansa Technik in Hamburg.
    http://www.aviation-community.de/forum-nord/viewtopic.php?f=2&t=13303&start=100#p151375

    LG André

  • T.Wiegold   |   05. Januar 2017 - 21:23

    Hm, eine Bestätigung der seit Monaten kursierenden Vermutung ist das allerdings nicht. Was ja nicht heißt, dass es falsch ist – nur eben, dass es nicht bestätigt ist. Und auf diesem Niveau operiere ich generell ungern.

  • Peter Weber   |   05. Januar 2017 - 21:28

    Die Luftwaffe hatte bereits in den 90er Jahren 2 Flugzeuge vom Typ Tupolev 154M, übernommen vom TG-44 der NVA, für OPEN SKIES und Truppentransport. Ein Flugzeug (11+02) war bereits für OPEN SKIES umgerüstet. Dieses Flugzeug kollidierte aufgrund eines Pilotenfehlers am 13. September 1997 über dem Südatlantik, rund 120 km westlich von Namibia, mit einer Lockheed C-141 Starlifter der US-Luftwaffe. Die zweite Tu154M wurde dann nicht mehr für OPEN SKIES umgerüstet und verkauft. Seit diesem Zeitpunkt nutzt die Bundeswehr Flugzeuge der Allierten oder neutraler Staaten (Schweden) für OPEN SKIES-Zwecke. Jetzt hat man sich scheinbar doch entschieden, wieder ein eigenes Flugzeug für die OPEN SKIES-Aufgaben zu nutzen.

  • A400M   |   06. Januar 2017 - 1:08

    @T.W.
    Sorry für eine Antwort auf ein bereits Vorhandenes off-topic

    @Peter Weber
    Vielleicht nicht von Ihnen in dieser Form beabsichtigt, aber die Ursache bzgl. der DEU Tu-154 mid-air collision einfach als „Pilotenfehler“ zu bezeichnen ist mir zu kurz gegriffen.
    Stichwort: “ Löcher im Schweizer Käse“.
    Bin dbzgl. vielleicht etwas dünnhäutig weil ich den Kdt. gut kannte.

  • Georg   |   06. Januar 2017 - 9:28

    Die Vermutung, dass eine A319 auf die jetzt bestellte A321 folgen wird, ist jedoch nicht unbegründet. Die LH-Technik in Hamburg unterhält eine kleine aber sehr feine, personalintensive Abteilung, die Jets nach Kundenwünschen umbaut. Gewöhnlich steht da in Hamburg meist eine Maschine von oder für die Scheichs aus den Golfstaaten und manchmal eben auch eine BMVg-Flugbereitschaftsmaschine.

    2009 bei meinem Besuch in Hamburg stand die erste A319 Maschine der Flugbereitschaft dort zum Umbau für die „kleine Kanzlerinmaschine“. Jetzt und nächstes Jahr die oben genannte A321 und ab 2019 eben die anvisierte A319.
    Dies würde die kleine Spezialabteilung (Schreiner, Marmorspezialisten usw) gut auslasten.

  • T.Wiegold   |   06. Januar 2017 - 9:30

    Nein, es wird nicht eine A319 auf eine A321 folgen. Die zusätzliche A319 ist gesetzt als open skies Maschine, oben den Text gelesen?

  • Hans Dampf   |   06. Januar 2017 - 9:33

    Das „folgen“ war wohl (zeitlich) auf den Auftragseingang bezogen und nicht darauf, dass die A319 der A321 funktional „nachfolgt“, sie also in dieser Aufgabe ergänzt.

  • Georg   |   06. Januar 2017 - 9:43

    @ T.W.

    Das „Folgen der A319“ war wie von @Hans Dampf beschrieben gemeint.
    Es ist halt die Frage wer die A319 zur Open-Sky Aufklärungsmaschine umbaut.

    Die TU-154 wurde damals bei den Elbe-Flugzeugwerken in Halle / Leipzig umgebaut worden. Ob dies dem russischen Modell und der Erfahrung des ostdeutschen Flugzeugwerkes geschuldet war, weiß ich nicht. Bei dem westlichen Modell A319 kann dies aber anders ausschauen.

  • Georg   |   06. Januar 2017 - 9:54

    Sorry, manchmal macht man Fehler beim Lesen.

    Lt dem Kommentator @André steht die A319CJ schon bei der LH-Technik in Hamburg. Dies hatte ich übersehen und gelesen die A321 stehe schon dort.

    Ach ja und es ist immer wieder schön zu sehen, wie ein halbstaatlicher Konzern wie VW seine Werksflotte auf den Cayman-Inseln (Vereinigtes Königreich) registrieren lässt um Steuern zu sparen. /SCNR

  • Danny   |   06. Januar 2017 - 10:23

    Die Registrierung der VW Maschinen auf den Cayman-Inseln erfolgte nicht um Steuern zu sparen, sondern um unbürokratisch Überflugrechte zu erhalten.

    [Ok, noch mal Klartext: Bislang hat niemand einen Beleg dafür geliefert, dass die Bundeswehr die VW-Maschine kauft. Wer diesen OT hier weiter auswalzt, hat offensichtlich was anderes im Sinn als hier sinnvoll beizutragen. Ist das jetzt deutlich genug? T.W.]

  • M.G.   |   06. Januar 2017 - 20:12

    Und noch eine „neue Maschine“ als ViP-Shuttle. Und der Soldat verlegt weiterhin mit C-17 in den Einsatz….. Daumen hoch…

  • Micha   |   06. Januar 2017 - 21:06

    @Georg

    Also die Elbe Flugzeugwerke befinden sich am Flughafen Dresden Klotzsche.

  • Andre   |   07. Januar 2017 - 13:35

    @M.G.

    Schön wäre es, wenn die Soldaten mit C17 in den Einsatz verlegen würden. Viel öfter passiert aber genau das Wegen deren Nichtverfügbarkeit eben NICHT. Traurig!!
    Warum gibt das BMVg für seinen parlamentarisch-/ politischen Lufttransport eigentlich nicht eine Neuentwicklung bei der heimischen Industrie in Auftrag, sondern begnügt sich mit marktverfügbaren Lösungen?! Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

  • André Gembitzki   |   07. Januar 2017 - 15:41

    Zitat „Ok, noch mal Klartext: Bislang hat niemand einen Beleg dafür geliefert, dass die Bundeswehr die VW-Maschine kauft. […]T.W“

    Da ich ja wie geschrieben Planespotter bin, weiß ich dass die Szene eigentlich durch gute Vernetzung sehr gut informiert ist. Wenn ich also von mehreren Hamburger-Spottern höre, dass die „VP-CVX“ zur „GAF“ geht, dann wird da auch schon was dran sein ;).

    Ich kann allerdings auch T.W. verstehen, dass er sich lieber auf belastbare Quellen berufen möchte – dich ich so leider nicht bieten kann. ABER:

    Ich habe durch die Berliner-Spotter erfahren, dass diese Information bezüglich der „VP-CVX“ in der Ausgabe 534 des „Luftfahrt-Journal“, welches durch den Verein „Community Of Interests In Common Air Traffic COINCAT e.V.“ herausgegeben wird abgedruckt war.

    Nun, da Hamburg doch etwas von Schkeuditz (Leipzig/Halle Flughafen) entfernt ist, bin ich dort weder Mitglied noch beziehe ich diese Zeitschrift ;) .
    Aber vielleicht hilft es ja doch irgendwie…

    Ich werde aber weiter suchen ;).

    LG André

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   07. Januar 2017 - 15:59

    @M.G. @André
    Wie glücklich können sich Soldaten schätzen mit C-17, als strategischer und Kampfzonentransporter verwendet, in Einsätze zu fliegen, die auch Kampfzonen sind.
    VIP-Shuttle, mit Stewardess gefällig, als Neuentwicklung für die Flugbereitschaft, wieviel 100 Maschinen werden abgenommen?

  • Blaubarschbube   |   07. Januar 2017 - 16:05

    @ Andre: Was meinen Sie denn mit Neuentwicklung, ein neues Flz?? Wo könnte hier was böses lauern ? Ist für die gestellte Aufgabe sicher eine wirtschaftliche und schnell verfügbare Lösung.

  • Fux   |   07. Januar 2017 - 16:34

    @K-P-K und Blaubarschbube

    Ich vermute mal, der Beitrag von @Andre 13:35 war eher ironisch gemeint.

    Während es für die Flugbereitschaft – in den letzten Jahren sehr häufig und sehr sehr zügig für ein paar Milliönchen aus der Portokasse – für den politisch-parlamentarischen Bereich (Ablösung der 2x A310 VIP durch 2x A340, der CL601 durch Global5000, schnell noch 2x A319CJ dazu, weil ups die A340 teilweise zu groß und jetzt noch eine A321 wegen gestiegenem Bedarf fix hinterher) neues (bzw. gebrauchtes, aber aufwendig aufgefrischtes) marktverfügbares fliegendes Gerät gab, MUSSTE es für den eigentlichen Auftrag der Streitkräfte „militärischer (geschützter) Transport von Personal und Marerial“ die industriepolitsch gewollte neu entwickelte „one-size-fits-all-eierlegende-Wollmilchsau“ A400M mit den allseists bekannten Verzögerungen, teschnischen Problmen, Leistungs- und Fähigkeitseineinschränkungen und exorbitanten Kostensteigerungen sein.

  • Blaubarschbube   |   07. Januar 2017 - 17:10

    @Fux. Sie haben sicher recht.
    Einsatzgeräte für die Flugbereitschaft sind sicher eher dankbare Beschaffungsprojekte: Überschaubare und im Rahmen bleibende Kosten, marktverfügbar und somit zügig umsetzbar, hohe politische Akzeptanz und kaum öffentliches Interesse.

  • Georg   |   07. Januar 2017 - 18:04

    Mal ne Frage an die Experten in der Runde. Warum werden für die Flugbereitschaft fast nur gebrauchte und keine neuen Jets beschafft ?

    Es wäre doch wahrscheinlich billiger einen neuen Jet im Rohbauzustand zu kaufen und ihn dann bei LH-Technik in HH umrüsten zu lassen, als einen vollausgebauten, mit der Hälfte der durchschnittlichen Lebensdauer abgeflogenen Jet gebraucht zu erwerben und ihn dann umrüsten zu lassen, oder ?

  • Stefan   |   07. Januar 2017 - 18:15

    Man könnte die übrigen 13 A400M ja für VIP umbauen, und die ganzen anderen Maschinen verkaufen. Dann gibts die gelobte Ein-Typen-Flotte auf für die Politiker.
    Bissle Ironie aus nem Hotel aus Köln wegen bereits genannter Probleme.

  • Hans Dampf   |   07. Januar 2017 - 18:42

    Das „schöne“ ist ja, dass ein Flug durch die USAF in einem drei (?) Tages-Korridor um den eigentlichen Flugtermin herum erfolgen muss, um als zeitgerecht geleistet zu gelten und von der Bw bezahlt zu werden.

    @ Stefan:
    Wirklich ein Hotel? Das wäre schon mal ein Fortschritt, ich hörte Stories, die sich ungefähr so anhörten: „Ihr Flug geht heute leider nicht. Wir müssen mal gucken, welcher Block offen ist und wo wir noch Bettwäsche für Sie her bekommen!“.

  • Andre   |   07. Januar 2017 - 18:52

    @Fux
    Danke! Ich war in der Tat ironisch.

    @KPK
    Die C-17 mag ein tolles Gerät sein, das für diese Aufgabe perfekt geeignet ist.
    Ich frage mich dann nur, warum die Regierung nicht eigene marktverfügbare C-17 beschafft oder aber zumindest sich Kapazitäten bei den Amerikanern anmietet, die auch eine zeitliche Priorität beinhalten. Derzeit verzögern sich seit zwei Jahren der Routinetransport nach AFG und zurück REGELMÄSSIG um 2-3 Tage oder teilweise länger (aber immer nur scheibchenweise bekannt gegeben, weil niemand auf deutscher Seite weiß, was los ist- eben keine eigene Priorität!)

    Die Flugbereitschaft bekommt aber eben mal für 90 Mio. EUR einen zusätzlichen Flieger hingestellt, der dann auch mit Selbstschutzsystemen ausgerüstet wird, damit er in „Kampfzonen“ fliegen kann. Priorität? Ich denke höher! Es ist beschämend! Fragen?!

  • Blaubarschube   |   07. Januar 2017 - 18:53

    @Georg:

    – Praktisch keine Lieferzeit für das Lfz, also kurze Durchlaufzeit
    – Signifikant geringerer Invest
    – Wahrscheinlich attraktives Komplettangebot der LH Group (z.B. für die AISE)

    Aufwände bezüglich Kabinenausbauten sind kostenmäßig irrelevant. Ggfs. nötige Sonderwünsche/ Anpassungen wären beim OEM auch nicht umsonst, wahrscheinlich eher teurer als z.B. bei LHT…
    Mit den geringen zu erwartenden Flugstunden bei der Flugbereitschaft sind die Airbusse noch jahrzehntelang zuverlässig nutzbar.

  • Stefan   |   07. Januar 2017 - 18:54

    @ Hans Dampf: Bin auch seit 01.06.16 kein Soldat mehr. Arbeite jetzt zivil dort. Aber die Soldaten dürfen wohl auf eigene kosten ins Hotel.

  • Blaubarschbube   |   07. Januar 2017 - 18:55

    @Georg:

    – Praktisch keine Lieferzeit für das Lfz, also kurze Durchlaufzeit
    – Signifikant geringerer Invest
    – Wahrscheinlich attraktives Komplettangebot der LH Group (z.B. für die AISE)

    Aufwände bezüglich Kabinenausbauten sind kostenmäßig irrelevant. Ggfs. nötige Sonderwünsche/ Anpassungen wären beim OEM auch nicht umsonst, wahrscheinlich eher teurer als z.B. bei LHT…
    Mit den geringen zu erwartenden Flugstunden bei der Flugbereitschaft sind die Airbusse noch jahrzehntelang zuverlässig nutzbar.

  • Sensemann   |   07. Januar 2017 - 19:14

    @ Georg | 07. Januar 2017 – 18:04

    Bin zwar kein dedizierter Experte für dieses Thema, aber das Einkaufsverhalten für VIP-Regierungsflieger macht schon Sinn.

    Die Lebensdauer eines Flugzeuges bestimmt sich im Wesentlichen durch vier Faktoren:
    1) Flugstunden
    2) Flugzyklen, also Starts/Landungen
    3) Das Alter in Jahren
    4) Art und Umfang der Wartung

    Ein A32X hatte ursprünglich (Zahlen aus dem Kopf, also grobe Richtung) 60.000 Flugstunden und 48.000 Zyklen. Inzwischen ist das bei 180.000 Flugstunden, bei bestimmten Wartungsvoraussetzungen. Bestimmte Teile haben eine Lebenszeitbegrenzung und müssen nach x Jahren getauscht werden. Bei Alu-Fliegern ist das noch nicht so wild, lustig wird das noch bei den Plastikfliegern (B 787, A 350, A 400M …), da man heute noch nicht wirklich weiß, wie lange die neuen Verbundwerkstoffe halten.

    Ein Flugzeug muss nach 30.000 bis 60.000 Flugstunden im Rahmen des D-Checks bis auf die Struktur freigelegt werden, die Kabine fliegt also raus. Ob man danach nun wieder eine Lufthansa-Kabine oder alternativ eine VIP-Kabine einbaut, macht keinen Unterschied zum Einbau in einer neuen Maschine. Da LH alte Kabinen gerade eh wegwirft und modernere leichtere einbaut, hat die alte Kabine bei D-Check-Fälligkeit eh keinen wirtschaftlichen Wert mehr.

    Bei der Lufthansa fliegt ein Flugzeug, bei der Flugbereitschaft steht es primär. Es macht also Sinn, eine gebrauchte Maschine mit vielen Flugstunden und Zyklen zum fälligen D-Check auf VIP-Flieger umzurüsten, die mit den verbleibenden Flugstunden/Zyklen locker hinkommt und noch 20 Jahre vor sich hin alternd kaputtstehen kann.

    Dazu kommt, dass mit den A32X neo neue in den Betriebskosten billigere Maschinen am Markt sind. Das macht alte A 32X billiger. Für die paar Flugstunden bei der Flugbereitschaft schlagen die etwas höheren Kosten pro Flugstunde nicht wirklich ins Gewicht.

  • André Gembitzki   |   07. Januar 2017 - 22:19

    @ Andre:
    Bezüglich folgender Frage:
    Zitat:
    „Die C-17 mag ein tolles Gerät sein, das für diese Aufgabe perfekt geeignet ist.
    Ich frage mich dann nur, warum die Regierung nicht eigene marktverfügbare C-17 beschafft oder aber zumindest sich Kapazitäten bei den Amerikanern anmietet, die auch eine zeitliche Priorität beinhalten.“

    Boeing hat die Produktion der C-17A Globemaster III mangels Bestellungen am 29.11.2015 auslaufen lassen. Man hoffte sehr auf die Luftwaffen aus dem Ausland, nachdem der Bedarf der USAF mit 232 gelieferten Maschinen gedeckt war. Nachdem etwaige Nachbestellungen durch andere Länder abgearbeitet worden waren baute Boeing auf eigene Kosten weitere 10 Maschinen in der Hoffnung, dass vielleicht doch noch ein Auftrag kam.
    Dies geschah leider nicht und die Fertigung wurde leider aufgegeben.

    Diese Whitetails genannten Maschinen ließen sich alle noch verkaufen, teilweise hat dies aber sehr lange gedauert. Zu Beginn der Probleme hätte man noch reagieren können, nun geht das nicht mehr.
    Neue C-17A werden nicht mehr produziert und einen Gebrauchtmarkt gibt es praktisch nicht – die Politik hat hier ganz einfach gepennt!

    Jetzt ist es zu spät.

  • Andre   |   08. Januar 2017 - 9:22

    @Namensvetter

    Danke! Das habe ich nicht gewusst. Eine Alternative gibt es echt nicht? Traurig!!
    Ein erneutes Hochfahren der Produktion wäre wohl vergleichbar mit den A400 Kosten? Immerhin käme ein erprobtes Produkt dabei raus.

  • Zimdarsen   |   08. Januar 2017 - 10:04

    Wir benötigen keine C17
    Was uns fehlt ist der A400M und ausreichend kleine Flächen (C295 – C130).
    Zusätzliche C17 würden die meiste Zeit rumstehen.
    Ein paar Antonovs für das EATC oder SAC in Pápa könnte man benötigen.

    Das Problem ist, dass wir all das was wir haben schon nicht einsatzklar bekommen, was will man da mit mehr?

    Uns fehlt Personal, funktionierende Strukturen (Organisation) und Managementkompetenz (die Fähigkeit zur Koordination) im Lfz Log Bereich.

    Man schreit die ganze Zeit: Baut Wasserköpfe ab ohne zu erkennen, dass man Gehirne verbrät.

  • Georg   |   08. Januar 2017 - 10:50

    @ Sensemann, @ Blaubarschbube

    Danke für die Antworten. Die Antworten sind soweit alle nachvollziehbar und damit gekauft.

    Ein Restgrummen bleibt jedoch im Bauch. Wenn man mal gesehen hat, wie die LH-Technik in HH einen Jet auf eine VIP Ausstattung umbaut (Golf-Scheichs, Regierungsflieger usw.), dann ist dies immer ein Einzelprojekt wo 10 – 30 Mitarbeiter knapp 1 Jahr beschäftigt sind.
    So entsteht aus einem A321 mit nominell 185 – 220 Sitzplätze ein Regierungsflieger mit Büros, Besprechungsräume, Bad oder Bäder und Schlafkabine mit 70 Sitzplätze. Diese 70 Sitzplätze sind in der Masse für mitreisendes Stabspersonal oder mitreisenden Journalisten gedacht. Die eigentliche Regierungsmannschaft mit 10 – 15 Personen beansprucht über die Hälfte der vorhanden Fläche. So ist ein so ein individueller Umbau extrem teuer. Nicht das mir dieser Preis für den Regierungsflieger zu hoch wäre, ich hätte nur gern etwas mehr Transparenz bei der Preisgestaltung, also

    Was kostet der gebrauchte A321 von der Lufthansa ?
    Was kostet der Umbau mit einer Arbeitszeit von knapp 1 Jahr bei dem 10 – 30 Spezialisten beschäftigt sind ?

    Dies wären Fragen, die mich interessieren würden.

  • Georg   |   08. Januar 2017 - 11:06

    Nachtrag zu meinem Kommentar von 10:50 Uhr

    Wenn man der oben vom Hausherrn verlinkten Seite zur „Einzelfallregelung für den EP 14“, also zu dem Beschluss zu dem Verteidigungshaushalt für die Jahre 2017 – 2020 folgt, dann sieht man, dass die Kosten für die Beschaffung einer Beobachtungsplattform „Offener Himmel“, also die in den Kommentaren genannte Beschaffung einer kleineren A319 mit 32,5 und 7,5 Mio Euro für 2017 und 2018 angesetzt sind. Die o.g. A321, also der Regierungsflieger, ist mit 50+50 Mio Euro für 2017/18 angesetzt.

    Also jenseits der Gößenunterschiede der beiden Jets, dürfte bei den angesetzten 100Mio Euro viel Luft für die VIP-Ausstattung und die Selbstschutzausstattung enthalten sein.
    Ein Schelm wer Böses dabei denkt, das man von der LH einen gebrauchten A321 erwirbt, ihn bei der LH-Technik in HH umbauen lässt und dann einen Paketpreis für beide Leistungen bezahlt.

  • Sensemann   |   08. Januar 2017 - 13:18

    @ Georg | 08. Januar 2017 – 10:50

    Wie genau sich das aufteilt, weiß ich nicht. Ich würde jedoch noch einige „Kostengruppen“ hinzufügen. Zuerst wäre da das Flugzeug selbst, dann der Umbau. Bei solchen Aufträgen kommt es dann aber immer wieder gern noch zu Quersubventionen für versteckte Projekte sowie zu politischen Subventionen. Die Lufthansa Technik ist schließlich so ziemlich das einzige Unternehmen mit Flugzeug(um)bau-Kompetenz, dass sich in nationaler Hoheit befindet. Da kommen schnell versteckte Interessen dazu.

    Bei der vorhandenen Flugzeugflotte kann man sich zudem durchaus fragen, warum die Flugbereitschaft noch eine etwas größere Zwischengröße in der Flotte braucht. Das wirkt auf mich eher nach Statussymbol als nach wirklicher Notwendigkeit.
    Das riecht mir in vielem nach „Insignien der Macht“. Mit der asketischen Herangehensweise an Lufttransport, wie sie unter Genscher gelebt wurde, hat das alles zumindest nichts mehr zu tun. Die Notwendigkeit von Statussymbolen der Macht ist mal wieder direkt proportional zur wachsenden Kluft zwischen Politik und Volk.

  • Blaubarschbube   |   08. Januar 2017 - 22:10

    Ich denke schon, dass für eine VIP-Kabine plus Selbstschutzausrüstung ein hoher zweistelliger Mio-Betrag realistisch ist. Kabinenausstattung, vor allem im VIP/Premium-Bereich, ist generell enorm teuer.
    Die LHT hat schon reichlich Erfahrung mit diesen Arbeitsumfängen und Anforderungen durch vorrangegangene Programme mit der BW, was sicher mindestens ein geringeres Risiko bezüglich Zeit und (ggfs. spätere Zusatz-) Kosten bedeutet.
    Ein Flugzeug aus dem LH Group-Verbund zu nutzen ist für den Kunden Bundeswehr sicher ebenfalls attraktiv, entspricht der technische Zustand einem hohen Niveau, weiterhin ist die (Wartungs- und Mod-) Historie des Flugzeugs bestens nachvollziehbar und alle Dokumente sind vorhanden. Die Gesamtabwicklung ist dadurch sicher vereinfacht, was sich ebenfalls im Preis und in einem niedrigeren Risiko niederschlagen sollte.
    Nochmal kurz zur Einordnung: Der Listenpreis eines Serien-A321 (wohlgemerkt ohne einen Großteil der Kabinenausstattung, die ja von den Airlines noch eigenverantwortlich beigesteuert wird) beträgt derzeit ca. 110 Mio USD. Lieferzeit sicher mindestens drei Jahre.

  • Zimdarsen   |   12. Januar 2017 - 12:20

    Ist jemand bekannt unter welcher Flagge unsere neuen Tanker A330 registriert werden?
    Ein Gerücht besagt sie werden unter Niederländischer Flagge betrieben.
    Aus welchem Haushaltsposten werden sie bezahlt?
    Was macht die ganz kleine Fläche für Altenstadt? Auch da gibt es wohl eine Ausschreibung. Wer weiß da Näheres?