NATO-AWACS seit 20. Oktober im Anti-ISIS-Einsatz – noch ohne Bundeswehr

FOB maintains readiness as Component participates in Anatolian Eagle

Fürs Archiv: Bereits seit vergangener Woche, seit dem 20. Oktober, fliegen AWACS-Luftraumüberwachungsflugzeuge der NATO auch im Einsatz gegen die ISIS-Terrormilizen in Irak und Syrien. Das teilte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am (heutigen) Dienstag mit. Deutsche Soldaten sind vorerst nicht an Bord: Nach dem Beschluss des Bundeskabinetts soll das entsprechende Mandat vom Bundestag voraussichtlich in der zweiten Novemberwoche gebilligt werden.

All Allies are members of the Global Coalition fighting ISIL.
The Coalition’s success has been enabled by the ability to work together, developed through decades of NATO missions and NATO exercises.
And NATO itself is now offering direct support with our AWACS surveillance aircraft.
Providing surveillance to improve the Coalition’s air picture.
And making the skies safer.
And I can announce that the first NATO AWACS flight in support of the Coalition fighting ISIL took place last week, on the 20th October.

We are committed to sustaining the Coalition’s momentum.
So that ISIL can be defeated once and for all.

sagte Stoltenberg bei der Vorstellung der Tagesordnung für das Treffen der Verteidigungsminister des Bündnisses am (morgigen) Mittwoch und am Donnerstag.

Die Bundeswehr stellt etwa ein Drittel der Besatzungen der AWACS-Aufklärungsflugzeuge; langfristig würden deshalb Flüge ohne eine deutsche Beteiligung schwierig.

Die AWACS starten zu diesen Überwachungsflügen von der Basis in Konya in der Türkei bleiben bei diesen Aufklärungsflügen im Luftraum über dem NATO-Mitgliedsland oder im internationalen Luftraum, fliegen also nicht über Syrien oder dem Irak. Allerdings kann die Technik der Maschinen den Luftraum bis zu etwa 400 Kilometer weit überwachen.

(Am Rande noch ein Merkposten für die nächsten Tage: Auf der Tagesordnung steht auch die weitere Aktivität der NATO im Mittelmeer, kündigte Stoltenberg an:

Tomorrow, we will also consider the future of our deployment in the Aegean Sea. And take decisions on a NATO role in the Central Mediterranean, which could support the EU’s Operation Sophia.

(Archivbild Juni 2015: AWACS auf der Basis in Konya/Türkei – Tech. Sgt. Richard Longoria/NATO E-3A Component)

 

13 Gedanken zu „NATO-AWACS seit 20. Oktober im Anti-ISIS-Einsatz – noch ohne Bundeswehr

  1. Ist das nicht eine Maßnahme die dem Schutz der eigenen Flugzeuge gegenüber den Luftstreitkräfte Russlands und Syriens dient ?

    Weil Luftraumüberwachung gegenüber einer Miliz (sog. IS) ohne Luftwaffe ist doch relativ witzlos oder kann die AWACS auch Bodenziele über einen 400 KM Radius verfolgen ?

  2. Ein AWACS ist eine Command and Control Einheit.
    Wenn also z.B. eine Einheit am Boden Luftunterstützung anfordert kann das AWACS das beste zur Verfügung stehende Flugzeug in der Luft beauftragen bzw. weitere Flieger, die vielleicht sogar noch am Boden sind, anfordern.

  3. Zumindest kann AWACS relativ störresistent Flugbewegungen vom Startpunkt bis zum Landepunkt lückenlos erfassen und dokumentieren.
    Hans Schommer

  4. Ich finde es mal wieder hochpeinlich, daß die AWACS Maschinen seit dem 20. Oktober fliegen, um den Luftraum über Syrien und Irak zu überwachen, aber ohne Deutsche Besatzungen. Die muss die Nato mal wieder an der Zuverlässigkeit Deutschland zweifeln lassen und für die deutschen Besatzungen ist dies noch peinlicher.

    Hier hätte die Bundesregierung entweder die Pflicht gehabt, über Gefahr in Verzug(Bündniszuverlässigkeit) oder durch einen früheren BT-Beschluß dafür sorgen müssen, daß die deutschen Besatzungen hier ihre Kameraden nicht mal wieder im Stich lassen müssen!

  5. @ Magmakammer   |   25. Oktober 2016 – 16:51

    Das kann sie zwar, ist aber in diesem Fall nicht ihr Auftrag. Die Maschine(n) wird in türkischem Luftraum verbleiben und dort für ein Luftlagebild über Syrien sorgen. Denn momentan weiß einfach niemand wer sich zu welcher Zeit an welchem Ort über Syrien aufhält. Und so kann die E3 ein Luftlagebild via Link16 an die Flugzeuge verschicken und den Piloten ein wesentlich höhere SA ermöglichen als es momentan der Fall ist.

    [Ich vermute mal, dass SA für Situational Awareness steht…? T.W.]

  6. @T.W.

    Das ist so korrekt. Hätte ich dem Verständnis geschuldet vielleicht ausschreiben sollen. Sorry

  7. Existieren in situ keine bodengebundenen weitbereichsradare die in der Lage sind zumindest das luftlagebild, nicht die fliegerleitung, übernehmen können?

  8. @Magmakammer; 43; Danke, jetzt ist der Groschen gefallen. Gibt es eigentlich ein öffentlich zugängliches Bild des Luftraumes Bilad As-Sham, welches aufzeigt; soviel ist da los (Inkl. Drohnen etc.)

  9. Schade das keiner mal in die Geschichtsbücher guckt, v wg AWACS 2003 Operation Crescent Guard und einige Jahre später das Urteil des VerfGericht diesbez. Dann wären viele Kommentare überflüssig. Die Bundesregierung ist gut beraten diese Sache im Parlament vorher einzubringen. Und von wegen Luftlagebild via Link16 bez SA….man sollte mal nicht annehmen,das diese Daten auch nicht zu anderen Zwecken genutzt warden. Wie gesagt…mal in die Historie gucken.

  10. Ergänzend zu meinen Beitrag Hans Schommer | 25. Oktober 2016 – 16:53 eine persönliche Einschätzung meinerseits:
    Der ab „operational“ des AWACS bestehende Zugewinn für die freie Welt (NATO [ohne TUR], UN und Koalition wider Assad) ist das im Aufklärungsbereich nahezu lückenlose Verfolgen (Tracking) von Flugbewegungen. Mit dieser Fähigkeit ist jeglicher Einsatz von LFZ zu welchem Zweck auch immer nach Ort und Zeit des Aufkommensortes, des Flugweges und des Einsatzendes (Ende Track wegen Absturz oder Landung) nachvollziehbar und zu dokumentieren.
    Der Wert dieser Fähigkeit für die Auseinandersetzung auf politischer Ebene ist m.E. immens. Jedweder Einsatz der LuSK aller Beteiligten liegt offen.
    Bezüglich der Operationsführung eigener Luftverteidigungskräfte liegt er bei Null – wir liegen ja nicht im Krieg gegen die Russen.
    Hans Schommer

  11. @43er | 25. Oktober 2016 – 19:02

    „Denn momentan weiß einfach niemand wer sich zu welcher Zeit an welchem Ort über Syrien aufhält.“

    Ihre Annahme ist falsch

    Der NATO-AWACS Anti-ISIS-Einsatz ist mit an Sicherheit grenzender wahrscheinlich politisch motiviert, da für die Operation „Inherent Resolve“ mehr als ausreichend „AWACS“ Flugzeuge bereit stehen. Angaben können Abweichen da die Einheiten rotieren.

    Australia : Al-Minhad Air Base

    1 x E-7A Wedgetail

    France : Charles de Gaulle, Al-Minhad Air Base oder King Abdullah II Air Base

    1-3 x E-2C Hawkeye
    1 x E-3F Sentry

    United Kingdom : Al-Minhad Air Base oder Ahmed Al-Jaber Air Base

    2 x E-3D Sentry

    United States : D. Eisenhower, Ahmed Al-Jaber, Al-Udeid, Al-Minhad & Incirlik Air Base

    4 x E-2C Hawkeye
    1 x E-3G Sentry
    1 x E-8C Joint STARS

    Quelle : Royal United Services Institute for Defence and Security Studies / Table of Military Assets

    @ Thomas | 25. Oktober 2016 – 16:41

    „kann die AWACS auch Bodenziele über einen 400 KM Radius verfolgen ?“

    Nein & Ja ( genau Angaben sind geheim )

    Die Speziell für diese Aufgabe entwickelte E-8 Joint STARS kann Truppen und Materialbewegungen bis in ca. 250 km Entfernung erfassen. Signal Erfassung ist aber über 400 km Möglich.

    Um Bodenziele Aufzuklären fliegen die Maschinen ins Zielgebiet um Hochauflösende 2D oder 3D Aufklärungsbilder zu erhalten. Bedenke auch die Erdkrümmung und um so dichter man am Ziel sich befindet, um so besser ist die Auflösung der Sensorik. Mann will schließlich Zweifelsfrei nur feindliche Einheiten Bekämpfen. Mehr Infos

    http://www.e3a.nato.int/common/images/OpenDay2017b.jpg

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