Lesetipp: „Im Zermürbungskrieg gegen die Taliban“

Auch wenn es hier in der Regel keine Links zu deutschen Verlagswebseiten gibt: Die Reportage von Marco Seliger in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Kundus im Norden Afghanistans muss ich, ausnahmsweise abweichend von dieser Praxis, nicht nur empfehlen, sondern auch verlinken.

Also der Lesetipp: Im Zermürbungskrieg gegen die Taliban

14 Gedanken zu „Lesetipp: „Im Zermürbungskrieg gegen die Taliban“

  1. Sorry!!! aber diese „Bildsprache“ von zerbombten und blutverschmierten Autos entspricht nicht den Tatsachen, war selber bis vor kurzem im Camp Pamir unterwegs !!!
    Die meisten defekten und zerbeulten Fahrzeuge sehen deshalb so aus, weil DIE einfach zu DÄMLICH und UNFÄHIG sind die Fahrzeuge zu bewegen.

    Blutverschmierte Fahrzeuge jedenfalls, stehen dort nicht rum!

    Das die Parkplätze z.t. eher Schrottplätzen ähneln ist leider richtig.

  2. Ethnische Durchmischung von Usbeken, Tadschiken, Hazara und Paschtunen, Unwille gepaart mit Unfähigkeit zu Verständigung sowie schlichte Armut und Ungebildetheit gekrönt von einer Zentralregierung mit welchen gesamtstaatlichen Interessen auch immer: es bleibt auf Dauer genug zu tun.
    Und die landes- und konfessionsübliche Fertilität sorgt für hinreichend Kämpfernachwuchs.

  3. KlausK: Fertilität negativ korreliert mit Durschnittseinkommen. Wenn Konfession gegen Einkommen getestet wird ist letzteres signifikant. SIEHE W’Wachstum Türkei.

  4. Man mag Marco Seliger kritisch sehen,
    Mitgliedern des Reservistenverbandes ist er ja schon seit vielen Jahren bekannt.
    Aber er gehört nicht mehr zu den zahllosen Schönrednern in den Medien. Damit zeigt er Zivilcourage, die vielen seiner Kollegen abhanden gekommen zu sein scheint.

  5. Sehr geehrter Herr Wiegold, der Artikel des Herrn Seliger wäre besser in anderen Zeitungen aufgehoben. Setzt die FAZ doch üblicherweise auf seriöse Berichterstattung und nicht auf reißerische Artikel. Zahlreiche sachliche Fehler, aneinandergereiht mit plakativen Bildern, fehlende analytische Schärfe und wenig gehaltvolle Informationen. In meinen Augen eher nicht empfehlenswert. Beispiele:
    Oberst Hermeling war weder „seit 9 Monaten“ in AFG (Ende Januar noch in Oldenburg, Bild auf Bundeswehr.de) noch der „Chefberater der höchsten afghanischen Offiziere in Nordafghanistan“ (Senior Advisor 209th Corps in MES), General Murad Ali Murad nur temporär in der Provinz. „Deutsche Ärztinnen“ nehmen auch keine Triage bei afghanischen Verwundeten vor, „Wer keine Aussicht hat, den einstündigen Flug zu überleben, der bleibt gleich in Kundus.“ Die beiden MEDEVAC Helikopter werden der afghanischen Seite nur für die VIP (Generale, ProvGov, etc.) angeboten. Gewöhnliche Soldaten, NCO’s oder Offiziere kommen nur in den Genuss eines solchen Rettungsfluges, wenn neben dem afghanischen General noch Platz ist. Zwei Rettungshubschrauber ist bekanntlich nicht viel. Es gibt noch weitere Fehler….
    Dieser Artikel, aus dem das Blut quasi heraustropft, ist es nicht wert gelesen zu werden. Gruß an Tom. ich denke, wir sind uns dort öfter über den Weg gelaufen. So groß ist unser, wie sagten die afghanischen Soldaten noch so schön „Guantanamo“, dort ja nicht …..

  6. @AOR
    Nein!
    Fertilitaet korreliert signifikant mit patriarchalischen Familien- oder Gesellschaftssystemen!
    Sie verbreiten vorgestanzte Vorurteile!

    Das es so ist, lässt sich in selbst in Deutschland beobachten!

  7. Ein schöner Bericht ohne Wertungen aber für die deutsche Presse ungewöhnlich…
    Ich würde darauf die wichtigen Konsequenzen ziehen
    – Fahrschullehrer ausbilden oder hinschicken
    – Panzerwerkstatt + Materiallager aufbauen, sichern und betreiben
    – Nachtsichtgeräte und Bodenradar standardisiert einführen, Nachtkampffähigkeiten optimieren und auf afghanisches Level bringen (ja ich weiss, die BW hat auch nicht genug davon)

    und diese ganzen Hilfen sollten vor Anschaffung auf die Funktion unter diesen klimatischen Bedingungen und Verschleiss geprüft werden.

    Wenn die Afghanen die Logistik und Beweglichkeit gewinnen ist viel erreicht.

    .

  8. Schön das es noch immer Leute gibt die denken dieser Konflikt wäre militärisch zu „gewinnen“, diese Meinung teile ich nicht.

    Alle Parteien an den Verhandlungstisch holen und auch offen darüber nachdenken ein „Scheitern“ des Einsatzes in Betracht zu ziehen, und zwar in der Form das die Taliban wieder das Land übernehmen.
    Ja das ist unpopulär aber mal ehrlich selbst mit 5 Panzerdivisionen und einer Luftflotte wird man die Aufständischen nicht besiegen, wenn das System in Afghanistan für die einfache Bevölkerung nicht als erstrebenswerte Alternative wahrgenommen wird.
    Überwinden die Afghanen den „Afghan Way“ dann besteht Hoffnung auf Frieden.(Nur „funktioniert“ der dort seit Jahrhunderten also glaube ich nicht daran das sich das bald ändert)

  9. Vollkommen zufällig im Netz auf dieses Fundstück von 2010 gestoßen – eine Geschichte aus der Zeit:

    Das Kundus-Syndrom

    Auch sechs Jahre später noch sehr lesenswert (und deshalb hier auch verlinkbar, weil älter als ein Jahr)

  10. Ein wirklich lesenswerter Artikel von Marco Seliger.
    Vielen Dank für den Hinweis.

    Die oben geführte Diskussion ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.

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