„Thermoskanne“ G36: BMVg sieht Absage ans Konstruktionsprinzip bestätigt

Nach dem Abschluss der Untersuchungen zu den Problemen des Sturmgewehrs G36 sieht das Verteidigungsministerium seine Ablehnung des Konstruktionsprinzips dieser Waffe bestätigt. In den vergangenen Jahren hatte das Ministerium aufgrund verschiedener Untersuchungen auf Treffprobleme mit der Waffe im heißgeschossenen Zustand verwiesen; im vergangenen Jahr sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, das Gewehr des Herstellers Heckler&Koch habe in seiner derzeitigen Konstruktion keine Zukunft in der Bundeswehr. Die Suche nach einer neuen Standardwaffe der Bundeswehr läuft.

In dieser Woche legte nun das Ministerium den Abgeordneten des Verteidigungsausschusses im Bundestag umfangreiche Daten zu den nunmehr endgültigen technischen Untersuchungen vor. Ein wesentliches Fazit der Arbeitsgruppe G36 in Nutzung (AG G36 iNu):

Nach Auffassung der AG G36 iNu ist die Waffe selbst eine wesentliche Ursache der festgestellten Präzisionseinschränkungen. (…)
• Bei schussinduzierter Erwärmung sorgt das Konstruktionsprinzip dafür, dass die Waffe spätestens nach Abgabe von 60 Schuss in schneller Folge heiß geschossen ist („Thermoskannen-Effekt“).
• Die hieraus resultierenden Präzisionseinschränkungen lassen sich durch Auswahl von Munition abmildern, allerdings nicht befriedigend abstellen.
• Bei wechselnden klimatischen Bedingungen ist die durch Wärmeausdehnung oder Feuchtigkeitseinlagerung hervorgerufene und sich auf die Visierlinie auswirkende Formänderung des Kunststoffgehäuses (inhomogene Wärmeausdehnung) für die Präzisionseinschränkungen verantwortlich.

Die Einschätzungen werden unter anderem von einem  277 Seiten starken Bericht des Ernst-Mach-Instituts der Fraunhofer-Gesellschaft untermauert. In der Bewertung insbesondere dieses technischen Werks erläutert die AG G36 iNu:

Das Konstruktionsprinzip einer Waffe hat erheblichen Anteil an der Präzision im heiß geschossenen Zustand. Das G36 kann aufgrund seines Kunststoffgehäuses die beim Schuss eingeleitete Wärme nicht in gleichem Maße abführen wie Vergleichswaffen aus Metall. Es erwärmt sich dadurch schneller und wird insgesamt heißer. Mit steigender Temperatur im System sinkt aber grundsätzlich die Treffwahrscheinlichkeit. Dies führt dazu, dass beim G36 eine Abnahme der Treffwahrscheinlichkeit bereits bei geringen Schusszahlen mit allen untersuchten Munitionssorten und –losen auftritt. Auch Vergleichswaffen neueren Konstruktionsstands mit gleichem Konstruktionsprinzip weisen diese Präzisions- einschränkungen auf.

Dabei, darauf legt der Bericht Wert, bringt eine Veränderung des Kunstoffes, aus dem das G36 zu großen Teilen besteht, keine Verbesserung:

Der Einfluss eines geänderten Kunststoffes lässt sich messtechnisch nicht diskriminieren. Aus den Kreuzversuchen mit anderen Waffenmodellen mit Kunststoffgehäuse kann jedoch geschlossen werden, dass bei prinzipieller Beibehaltung des Konstruktionsprinzips ein bloßer Werkstoffwechsel zu keiner grundlegenden Verbesserung des Präzisionsverhaltens führen kann.

Die Kunststoff-Konstruktion ist nicht nur bei heiß geschossener Waffe ein Problem. Den Untersuchungen zufolge ist dieses Konstruktionsprinzip auch für mangelnde Treffgenauigkeit bei heißer Umgebung verantwortlich:

Bei einer Änderung der Umgebungstemperatur um 30 °C sinkt die Treffwahrscheinlichkeit beim G36 in erheblichem Umfang. Die Präzisionsforderungen des Bedarfsträgers werden im gesamten untersuchten Temperaturband vom G36 nicht erfüllt. Der Effekt ist im Temperaturbereich +15 °C bis +45 °C am stärksten ausgeprägt.
Der Effekt ist auf die inhomogene Wärmeausdehnung des Kunststoffgehäuses des G36 und die Auslenkung der mit dem Gehäuse verbundenen Zieloptik zurückzuführen. Das Auswandern der Visierlinie von der Rohrseelenachse bewirkt eine Verlagerung des mittleren Treffpunktes. Die Munition hat auf diesen Effekt nahezu keinen Einfluss.
Die inhomogene Wärmeausdehnung wird im Wesentlichen bestimmt durch die asymmetrische Konstruktion der Waffe und durch das Fertigungsverfahren bedingte Inhomogenitäten im Werkstoff.
Diese Art der Präzisionseinschränkung ist bei Waffen mit Kunststoffgehäuse und daran befestigter Zieloptik besonders stark ausgeprägt (G36, aber auch ein Fabrikat eines anderen Herstellers). Waffen mit Metallgehäuse zeigen deutlich bessere Ergebnisse und bleiben häufig nur wenig unterhalb der Präzisionsforderungen.

Unterm Strich: Dass das G36 ausgemustert und durch ein anderes Modell ersetzt werden muss (das kann ja auch von Heckler&Koch sein, aber eben nicht aus Kunststoff), scheint aus Sicht des Ministeriums nunmehr endgültig bestätigt.

Die technischen Untersuchungen sind übrigens getrennt zu betrachten von dem Gerichtsverfahren, in dem sich die Herstellerfirma und das Ministerium derzeit darüber streiten, ob die Waffe einen Mangel hat. Da argumentiert Heckler&Koch, das Sturmgewehr entspreche den technischen Lieferbedingungen, die vor gut 20 Jahren zu Grunde lagen – also geliefert wie bestellt. Dem scheint derzeit auch das zuständige Landgericht Koblenz zuzuneigen. Das Ministerium allerdings pocht darauf, die Waffe habe einen Mangel – und will das nicht auf die Bestell-Daten verengt wissen:

Diese Betrachtungsweise lässt die vom Bundesministerium der Verteidigung vorgetragene Argumentation außer Acht, dass neben technischen Details auch die grundlegenden Eigenschaften, die ein Sturmgewehr durch Funktion und Definition haben sollte, vorhanden sein müssen. Die Treffwahrscheinlichkeit ist eines der zentralen Leistungsmerkmale eines Standardgewehrs der Bundeswehr.

schrieb der Parlamentarische Staatssekretär Markus Grübel den Abgeordneten. Diese Linie, kündigte er an, werde das Ministerium in diesem Rechtsstreit auch weiter vertreten.

(Archivbild: Transparentes Modell des G36 im Werksmuseum von Heckler&Koch)

Ausrüstung und so · 06:00h ·  

132 Kommentare zu „„Thermoskanne“ G36: BMVg sieht Absage ans Konstruktionsprinzip bestätigt“

  • Vtg-Amtmann   |   12. Juni 2016 - 17:51

    @Jas:„Deshalb ist es schon arg plump immer von “dem(!) G36” zu sprechen.“
    Und worin unterscheidet sich konstruktiv die Rohrbettungen und das eingesetzte Spritzgussmaterial der von ihnen benannten G36-Varianten?

    Der „G36-Sack“ – auch wenn es Viele noch nicht glauben wollen – ist endgültig zu und der Rest bzw. die Details langweilen doch nur noch!

  • Bang50   |   12. Juni 2016 - 17:53

    @ Jas – Ich gebe Ihnen da vollkommen Recht. Aber wir können uns jetzt auf die Nano Ebene begeben und die Unterschiede zwischen den G36 Versionen diskutieren. Am Ende steht, dass entschieden wurde das G36 durch eine neu zu konzeptionierende Waffe abzulösen. Dafür gab und gibt es technische Gründe…

  • sd   |   12. Juni 2016 - 17:54

    @Bang50
    Danke!

  • Hans Schommer   |   12. Juni 2016 - 18:56

    Bang50 | 12. Juni 2016 – 15:06:
    „Das G36 lässt sich nicht in dem Ausmaß modifizieren – zumindest nicht auf Truppenebene (z.B: Boardingkräfte mit 1m langen G36 in engen Durchgängen…)“
    Unsinn – dafür gibt’s das G36k in unterschiedlichsten Versionen. Siehe hier:
    http://www.heckler-koch.com/de/produkte/militaer/sturmgewehre/g36/g36k/technische-daten.html
    Hans Schommer
    Tschuldigung – hatte Jas | 12. Juni 2016 – 17:31 überlesen.

  • Jas   |   12. Juni 2016 - 19:53

    @Amtmann

    Seufz… dachte Sie wären Ing? und sie kennen sich aus? daher verstehe ich die Frage nicht.

    Die Materialzusammensetzung und entscheidende Faktoren im System sind ganz andere. Rohrdicke, Handschutz, Luftzirkulation etc….

    Gerade Sie wisen doch eigentlich, wie sich Systemeigensschaften verändern, wenn die Komponenten sich verändern.

    Und was für diese Waffen damit im Zusammenhang ein „einsatznaher Beschusszyklus“ wäre ist auch ne spannende Frage.

  • Hans Schommer   |   12. Juni 2016 - 19:54

    @Vtg-Amtmann | 12. Juni 2016 – 19:06:
    Schon klar – mir ging es nur um die Länge der Waffe. Die Marinefraktion hatte ja auf die Sperrigkeit der Grundversion hingewiesen. Davon nicht betroffen ist das G36K für die Boarding-Teams eine sicher gute Wahl: Leicht, reichlich modifizierbar und zuverlässig. Bei den zu erwartenden Kampfentfernungen in Verbindung mit den Rahmenbedingungen des Feuerkampfes unter „maritimen Rahmenbedingungen“ gibt es da sicher kein Präzisionsproblem. Daher geh ich davon aus, dass die Kurzversion zumindest bei der Marine eine Zukunft haben wird. Eine Umrüstung auch hier wäre m.E. reine Geldverschwendung.
    Hans Schommer

  • Bang50   |   12. Juni 2016 - 20:05

    *seufz*

    Was T.W ganz oben in Absatz 2 und 3 aus dem Abschlussbericht zitiert hat, interessiert hier offensichtlich niemanden? Einfach nur eine wilkommene Gelegenheit die ganze Soße von vorne aufzuwärmen? So wie in den letzten 1000 Kommentaren?

    Notiz an mich: In Zukunft einfach fernhalten von dem Thema.

  • Zimdarsen   |   12. Juni 2016 - 20:24

    @Bang50

    Unter Ordonanzwaffe verstehe ich, eine einfache, günstige Standardbewaffnung für die Etappe und für nicht in der Erstverwendung als Kämpfer eingesetztes Personal. Diese Waffe sollte in der Bedienung der Waffe der Kämpfer entsprechen, jedoch leichter, günstiger und einfach in der Handhabung einfach sein.
    Schon lange ist es üblich, dass man für die Masse einheitliche, robuste, mit der Verwendbarkeit von Munition befreundeter Staaten beschafft.

    Wir werden ob es uns gefällt oder nicht noch lange das G36 haben, deshalb ist es umso wichtiger, dass die Soldaten welche andere Waffen benötigen, diese auch bekommen.
    Leider bekommen im Moment selbst die Einheiten welche ihre Waffen durchgeschossen haben, wenn überhaupt nur schleppend Ersatz.

    Hier diskutieren wir ob es gut wäre wenn jeder einen Oberklassewagen fahren sollte und sind in der Masse mit einem Kleinwagen (der manchmal genügt) unterwegs.
    Warum ist es bei Waffen so schwer, was bei allen anderen Dingen selbstverständlich ist.

    Eine persönliche Ausstattung entsprechend dem Einsatz/Auftrag zu haben.
    Wenn in der Lw die Kämpfer (zB Objektschützer und FlaRak) eine angepasstere Waffe haben, dann genügt das mit Sicherheit und das Gleiche trifft auf die Soldaten im Heer, Marine, SKB, SAN, BAAIN, BAIUD, LwABW, PerAmtBw, Cyber und evtl noch viele mehr zu.

    Wie viele von unseren 185000 (Soll) haben einen Kampfauftrag im Bereich 50m-400m (könnten auch 49-399m sein ;-)) Kampfentfernung am Boden (und beherrschen ihre Waffe?
    Sind es mehr als 35 000?

  • Zimdarsen   |   12. Juni 2016 - 20:26

    Und wie viele davon haben keinen Zugriff auf einen angemessenen Waffenmix (welcher gerne optimiert werden kann)?

  • Vtg-Amtmann   |   12. Juni 2016 - 21:02

    @Jas: So lange sich an dem Konstruktionsprinzip des G36, dessen Rohrbettung und dem Ultramid P6 nichts ändert, ändert sich an der ganzen Chose nichts. Da können Sie mit der Peripherie machen was Sie wollen und selbst 2.000 Kommentare helfen da nicht weiter. Ansonsten siehe http://augengeradeaus.net/2016/06/thermoskanne-g36-bmvg-sieht-absage-ans-konstruktionsprinzip-bestaetigt/comment-page-3/#comment-239064

  • Hans Schommer   |   12. Juni 2016 - 22:10

    Vtg-Amtmann | 12. Juni 2016 – 21:02:
    „So lange sich an dem Konstruktionsprinzip des G36, dessen Rohrbettung und dem Ultramid P6 nichts ändert, ändert sich an der ganzen Chose nichts. …“
    Ich denke, das G36 war eine wirklich innovative Entwicklung, welche allerdings den heute von DEU an ein StuGew gestellten Forderungen nicht mehr vollumfänglich genügt.
    So – dann muss halt was „besseres“ ran – wo erforderlich. Und wo nicht erforderlich (siehe oben Marine), kann die Waffe weiter genutzt werden. Bis zum Ende der Nutzungsdauer. Am G36 braucht nix geändert zu werden. Vielmehr gilt das Interesse jetzt dem G37 – oder wie auch immer das Nachfolgemodell heißen mag.
    Hans Schommer

  • audio001   |   13. Juni 2016 - 7:25

    Bei Interesse empfehle ich, sich noch einmal mit den Eigenschaften des mit dem G36 verwendeten Werkstoffes Ultramid® (siehe hierzu Broschüren des Herstellers des Werkstoffes: http://www.plasticsportal.net/wa/plasticsEU~de_DE/function/conversions:/publish/common/upload/engineering_plastics/Ultramid_brochure.pdf und http://www.plasticsportal.net/wa/plasticsEU~de_DE/function/conversions:/publish/common/upload/engineering_plastics/Conditioning_Ultramid.pdf ) zu beschäftigen!

    Da an dieser Stelle in den letzten 2- 3 Jahren bereits ausführlichst diskutiert wurde, welche Konsequenzen sich aus der Verwendung dieses Werkstoffes bei einem Sturmgewehr (insbesondere im Zusammenhang mit der Laufbettung) unter bestimmten Bedingungen ergeben könnten, verweise ich der Einfachheit halber auf die Artikel respektive Kommentare aus dieser Zeit!

    Dass das Ernst-Mach-Instituts der Fraunhofer-Gesellschaft nun zu dem gleichen Ergebnis kommt wie die Diskussion in augengeradausnet vor zwei Jahren, verwundert insoweit eigentlich niemanden mehr!

    Insoweit ist dieser Teil des Themas sicherlich durch!- Interessant ist jetzt, mit welcher Qualität der Beschaffungsprozess zum dem neuen Sturmgewehr seitens des BMVg gestaltet wird!- Möglicherweise hat man/frau aus dem „Thema G36“ gelernt?

    Was aber – ob der Lernkurve die man/frau regelmäßig im BMVg (nicht) durchläuft – eher unwahrscheinlich erscheint!? (siehe u.a. Beschaffung „mittleres Maschinengewehr“ MG5 …)

  • Guildenstern not Rosencrantz   |   13. Juni 2016 - 9:55

    Danke für die anregende Diskussion. Ich resümiere mal schnell zwischen rein, was bei mir hängen bleibt:
    – Das G36 ist recht einfach zu erlernen (kenne ich auch noch aus meiner GWDZ als bei den Fernmeldern in Sigmaringen)
    – Für ein „Hoppla, der Gegner ist plötzlich hinter mir“ ist das ausreichend
    – Im Kampf hätten alle lieber ein MG, Granatwerfer und Sonstiges zusätzlich
    – Im Waffenmix ist das Sturmgewehr eher für Kurzstrecke relevant ist
    – Die eierlegende Wollmilchsau ist es nicht
    – Bsp Marine haette gerne was kuerzerers (Warum kein Bullpup?)

    Der ganze Streit um die Tauglichkeit wirkt daher auf mich wie eine Diskussion um „wie viel eierlegende Wollmilchsau“ ist das G36 – oder vielleicht besser formuliert:
    Wie flexibel, wie viele und welche der Anwendungszwecke deckt das Gewehr ausreichend aus. Es kann prinzipiell lange Feuerstoesse, verändert aber dabei die Präzision. (Gab es nicht auch Gurteinzugs-Modifikationen?)

    Mache ich bisher einen Denkfehler?

    Ich lese aus den Kommentaren heraus, dass sich viele einen Pluralismus an Bewaffnung wünschen. Ich teile die Auffassung, dass es verwaltungstechnisch kaum Mehraufwand in der Beschaffung und Wartung wäre, wenn Truppe A, Waffe A und Truppe B Waffe B als Ordonanzwaffe benutzen würde.

    Worauf will ich eigentlich hinaus? Ich weiß es nicht. Ich glaube ich wollte bloß danke für die Antworten sagen :D
    Danke

  • Guildenstern not Rosencrantz   |   13. Juni 2016 - 13:44

    Nachtrag: Gibt kein Gurteinzug, aber Trommelmagazin

  • thor4766   |   15. Juni 2016 - 15:11

    das G36 ist also nicht das beste bei der Präzision aber es funtioniert doch Störungsfrei oder gibt es da auch Probleme wie gut ist es im vergleich zu anderen Stgw.

  • DerDude   |   15. Juni 2016 - 15:53

    Die ganzen Ing.’s und Techniker haben nur nach mehreren Jahren erzählen immer noch nicht begriffen das es Unterschiede zwischen Präzision und Genauigkeit gibt. Genauso scheint es keinen zu interessieren das eine Variante mit dickeren Rohr (MG36) die angeblichen Tests zufriedenstellend absolviert hat. „Heissgeschossen“ hielt die Waffe mit dickeren Rohr die geforderte Präzision im kalten Zustand.

    Quelle? Brauche ich nicht aufführen, da die Ing.’s und Experten die sowieso schneller finden sollten als ich, fabulieren sie doch schon eine Weile darüber. Was bedeutet das für den Gehäusewerkstoff, der lt. den Ing.’s und Experten absolut ungeeignet ist für ein Sturmgewehr, worüber H&K laut Diesen verpflichtet gewesen wäre aufzuklären und deshalb nun vielleicht auch noch irgendwie ein bischen haftbar gemacht werden könnte? Nix. Weil das dickere Rohr (Lauf…) die Wärme genügend abführt bzw. die „wärmeinduzierte Beeinflussung der Treffpunktlage“ auf einen Zeitpunkt ausserhalb des Testzeitpunktes verschiebt.

    Zwischenfrage: Sind wir Deutschen wirklich alle so superschlau, alle anderen G36-Nutzer superdoof oder eventuell beides? Polemik darf in dieser Fragestellung gerne entdeckt werden!

    Nächste Frage: Warum werden Eigenversuche von US-amerikanischen Class III-Händlern mit G36E und G36KE hier nicht diskutiert? Weil diese die Theorien der Experten und Ing.’s hier nicht untermauern? Im Gegenteil, das G36 in allen getesteten Varianten schoss mit Munition aus türkischer und US-amerikanischer Herstellung heiß noch besser als die TL „kalt“ verlangt. Warum ist kein großer Aufruhr? Weil man keinen braucht. Es wurde getestet, teilweise veröffentlicht und damit wars erledigt. Leider für die Bildzeitung unbrauchbares Material, weil kein großer Aufreger dabei

    Es gibt genug Baustellen. „Packen wir es an“ ist gefragt, keine Stuhlkreise mit monatelangen Gelaber (produktive Gespräche sehen anders aus) aus dem nichts hervorkommt. Da kommt nur das ewige beleidigt sein wegen der „geringen Durchschlagskraft“ von 5.56×45 und dem Kunststoffgehäuse der Waffe durch. Habe ich intern mehr als oft genug vernommen.

  • Vtg-Amtmann   |   15. Juni 2016 - 16:03

    @Thor4766: Sorry, man kann es nicht mehr hören.
    Sie argumentieren m.M.n. auf einem Niveau, der K98 des Wachbatallions ist also nicht das beste „Knall-Bumm“, aber es funktioniert doch störungsfrei mit Salutmunition, oder gibt es da auch Probleme wie gut ist es im Vergleich zu anderen Repetierbüchsen ist? :>))

  • Vtg-Amtmann   |   15. Juni 2016 - 16:26

    @DerDude: Soll Ihr Beitrag etwa der 2.001ste sein um die 3.000 voll zu machen? Dafür sind die Argumente zu alt, zu oberflächlich und schon viel zu oft wiedergekäut.

    Weil das dickere Rohr (Lauf…) die Wärme genügend abführt bzw. die “wärmeinduzierte Beeinflussung der Treffpunktlage” auf einen Zeitpunkt ausserhalb des Testzeitpunktes verschiebt. ist wohl die größte Lachnummer!

    Wird etwa der Taliban nur innerhalb des „Testzeitpunktes“ aktiv?

  • Sehenden Auges   |   15. Juni 2016 - 16:37

    Kann mir eigentlich einer hier mitlesenden Ingenieure diesen Satz einmal erklären:

    „Bei schussinduzierter Erwärmung sorgt das Konstruktionsprinzip dafür, dass die Waffe spätestens nach Abgabe von 60 Schuss in schneller Folge heiß geschossen ist (“Thermoskannen-Effekt”).“

    Dass das Konstruktionsprinzip „für etwas sorgt“ finde ich per se schon befremdlich. Der Satz vergleicht aber nach meinem Verständnis das Konstruktionsprinzip des G36 mit dem einer Thermoskanne. Das soll also heißen, dass das G36 so konstruiert ist, dass Wärme nicht entweichen kann, was für eine Thermoskanne gut sein mag, für ein Gewehr aber vielleicht eher schlecht…

    Ist das so?

    Oder ist der Vergleich schlicht „kalter Kaffee“?

  • Hans Schommer   |   15. Juni 2016 - 17:06

    @ Sehenden Auges | 15. Juni 2016 – 16:37:
    Ich vermute eher mal, dass die Verwendung des Begriffes „Thermoskanneneffekt“ schlicht dem Umstand geschuldet ist, dass den hochspezialisierten Gutachtern das Funktionsprinzip einer Thermoskanne nicht hinreichend bekannt war. Einfach ignorieren. Wir wissen, dass es (bei diesem Teil des angeblichen Problems) um eine unzureichende Ableitung der beim Schießen im Rohr, in der Rohrbettung und an den umliegenden Gehäuseteilen entstehenden Wärme an die umgebende Atmosphäre geht.
    Hans Schommer

  • DerDude   |   16. Juni 2016 - 12:17

    @vtg-amtmann
    Ja, für sie schreibe ich gerne auch den 2.002en Beitrag, da sie immer noch an ihrer Plastiktheorie festhalten die andere Nutzer bereits öffentlich zugänglich wiederlegt haben.

    Das sie die Frage mit dem Testzeitpunkt stellen zeigt mir doch das sie leider überhaupt nicht verstanden haben worum es geht.

    Auch mir als Konstrukteur tut es manchmal gut einen Stuhl zu nehmen, mit 5m Abstand zum Objekt aufzustellen und einfach mal die Gedanken schweiffen zu lassen.

    Mögen meine „Argumente“, die eigentlich keine sind, sondern nur die Feststellungen anderer Nutzer, ihnen zu alt sein, Sie persönlich waren noch nicht in der Lage zb. ihre Plastiktheorie zu untermauern noch die Versuche anderer Nutzer zu widerlegen.

    Schreiben sie doch einfach mal ein paar Class III-Dealer in den USA an, die Behördenwaffen liefern und fragen sie mal da nach wie es sich mit den G36KE und G36E nach ein paar Stunden Trigger Happy verhält. Oder telefonieren Sie mti ein Paar die sie kennen.

    Aber damit wir auch noch mal etwas sachliches beitragen: Das Gurtband am Standard-Trageriemen des G36 ist meines Erachtens nach auch Schrott, da die Bruchlastgrenzen des verwendeten Gurtbandes und der Beschlagteile zu weit auseinander liegen.

    Aber nicht alles was Richtig oder Wahr ist, ist auch automatisch ein Grund zu handeln. Das die super aufschlussreichen Testberichte der betreffenden Stellen innerhalb der BW noch immer nicht vollumfänglich öffentlich zugänglich sind, gerade nachdem man aus der Causa G36 so eine öffentliche Schlammschlacht gemacht hat, zeigt doch das nicht alles „erwartungsgemäß“ verlief.

  • Vtg-Amtmann   |   16. Juni 2016 - 13:04

    @DerDude: Und wenn ich den 2003ten Beitrag schreiben würde – was ich nicht tuen werde -, würde dieser auch nur die folgenden Fakten beinhalten: https://www.yumpu.com/en/account/magazines/edit/54486806 & http://www.materialdatacenter.com/ms/de/Ultramid%20A/BASF+SE/Ultramid%C2%AE+A3HG6+WIT+bk20560/92ed4216/371. Der Rest ist eine Frage der Übergangstemperatur der Rohrbettung zum Polyamid-Gehäuse, also von ≥ 120 °C; ≤ 150 °C bei jeweiliger Schußbelastung. Als Konstrukteur müßten Sie die Antwort ja kennen bzw. im jeweiligen Graph des Datenblatts erkennen.:-)

  • thor4766   |   18. Juni 2016 - 21:57

    da gibt es doch offensichtlich waffen die schnell geschossen noch anehmbar treffen ………kuckst du…https://youtu.be/aSuAPjw2Jgw beim vierten magazin sind dann 4 x30 =120 mumpeln durchgerauscht qualmt glüht aber geht noch wie gross die ziele waren ? fake ? denke aber nicht

  • DerDude   |   20. Juni 2016 - 18:21

    @vtg-amtmann
    Ich hatte es bereits in meinem letzten Post geschrieben, aber offensichtlich wollen sie gar nicht verstehen. Das laste ich ihnen aber bereits schon die ganze Zeit an. Und wie vorher auch schon erzählen sie wieder eins von ihrer Plastiktheorie. Und ich schreibe es noch mal: Nur weil etwas in ihrem Konstrukt Wahr ist, muss es nicht die Bestätigung für ihre gesamte Theorie sein.

    Das Patronenlager ist nicht der heißeste Teil eines Laufes, aber das dürfte ihnen ja ebenfalls bekannt sein. Bis die Temperatur in Höhe Patronenlager so hoch ist das sie in die Rohr(Lauf-)befestigung übergeht dauert es eine ganze Weile. Haben Sie das gemessen?

    Kennen sie den Durchmesser der Laufhaltebuchse? Ich frage mal ganz provokant: Wissen sie überhaupt wovon sie reden, ausser das sie hier mal ein „Plastikdatenblatt“ gepostet haben? Haben sie sich selber informiert über das „Problem“ das sie hier aufzeichnen oder glauben Sie immer noch den Quellen die alles daran setzen nicht als Idioten da zu stehen? Haben Sie sich mittlerweile bei anderen Verwendern informiert und die Ergebnisse verifiziert? Oder tun sie es den betreffenden Stellen in der BW gleich, eine Theorie aufstellen und sich zum Ziel machen diese bis zum bitteren Ende zu verteidigen?

    Ist nix persönliches, aber seit Anfang an wird mir zu diesem Thema ein bischen zu viel fantasiert und zu wenig selber nachgedacht bzw. praktisch erprobt, was ja hierzulande auch nicht so einfach ist.

    @thor4766
    Es gibt auch ein, hier ebenfalls ausreichend oft gepostetes, Video von TheFireArmBlog in dem ein G36KE „heiß“ geschossen wird ohne das die hier propagierten Probleme zu Tage treten. Das haben auch andere Verwender für sich schon getestet und bei gleichen Ergebnissen kam man zum Schluss das daß Problem eigentlich keins ist. Nur im Deutschland der Gegenwart muss natürlich alles aufgebauscht und hochgejubelt werden, während man von anderswo nix mehr darüber hört. Seltsamt? Ja, finde ich auch..

  • Hans Schommer   |   20. Juni 2016 - 19:25

    @ thor4766 | 18. Juni 2016 – 21:57
    Dieser von Ihnen bemühte Web-Müll ist durchdiskutiert. Und als Beweis für sonstwas als untauglich befunden worden.
    Hans Schommer

  • Vtg-Amtmann   |   20. Juni 2016 - 19:35

    @DerDude “Wissen sie überhaupt wovon sie reden, ausser das sie hier mal ein “Plastikdatenblatt” gepostet haben? Haben sie sich selber informiert über das “Problem” das sie hier aufzeichnen oder glauben Sie immer noch den Quellen die alles daran setzen nicht als Idioten da zu stehen? Haben Sie sich mittlerweile bei anderen Verwendern informiert und die Ergebnisse verifiziert? Oder tun sie es den betreffenden Stellen in der BW gleich, eine Theorie aufstellen und sich zum Ziel machen diese bis zum bitteren Ende zu verteidigen?“

    Was glauben Sie denn, aus welcher Patentschrift https://www.yumpu.com/en/document/view/54486806/g36-kuhlung stammt?

    Die Referenz zum Materialdatenblatt hat freundlicherweise Herr StS Grübel per BT-Drucksache geliefert.

    Zur „Innenballistik“ darf https://books.google.de/books?id=UyCWBwAAQBAJ&pg=PA340&dq=Innere+Ballistik:+Die+Bewegung+des+Geschosses+Durch+das+Rohr&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi0ium_kLfNAhXDYJoKHb7bCGoQ6AEIHjAA#v=onepage&q=Innere%20Ballistik%3A%20Die%20Bewegung%20des%20Geschosses%20Durch%20das%20Rohr&f=false empfohlen werden.

  • Hans Schommer   |   20. Juni 2016 - 19:44

    @ DerDude | 20. Juni 2016 – 18:21:
    Aufregen ist nicht angebracht. Der Amtmann hat seine eigene „Denke“ und ist sicher auch von einem gewissen Sendungsbewusstsein geleitet. Seine Beiträge in Sachen Drehflügler bewerte ich als diesbezüglicher Laie subjektiv als „hochkarätig“. Wenn er sich mal in einem Feld bewegt, wo ihm der Durchblick fehlt – nehmen wir hin (Und das sag ich ausdrücklich nicht abwertend !) . Da zählt für ihn m.E. der „olympische Gedanke“. Und schadet ja auch nicht wirklich.
    Zum Problem des G36 in Sachen „Heißschießen“ und „Treffpungtveränderung bei Temperaturwechsel“: Ich hab da im Kosovo X Schießen im Sommer (2007 oder 2008) durchgeführt. Beginnend mit dem Anschießen der Waffen, über Schulschießen bis zum „Vergleichsschießen“ im multinationalen Bereich (Im Internet gibt’s dazu sogar noch ein Video „HW-Schießen KFOR-KIKPC“. Keine Probleme festgestellt. Vielleicht lag es ja an der Version der Waffen.
    Hans Schommer

  • Hans Schommer   |   20. Juni 2016 - 19:53

    Nachbrenner zu Hans Schommer | 20. Juni 2016 – 19:44:
    Korrektur: HW-Schießen waren eher 2006. Ich bekomm das nicht mehr zuverlässig zusammen. Wie dem auch sein: Das Gewehr hat getroffen.
    Hans Schommer

  • thor4766   |   20. Juni 2016 - 21:56

    @ hans sommer______Dieser von Ihnen bemühte Web-Müll ist……………meiner erfahrung nach kein fake wenn auch nicht beweisskräftig……………..die NVA hatte nichts besseres AK47/74

  • thor4766   |   20. Juni 2016 - 22:03

    der dude____G36KE ist sowieso nicht ohne weiteres aussagekräftig da mann ja die genaue beschaffenheit der waffen nicht kennt möglich das bundeswehr waffen nich 100% baugleich sind gegenüber exportversionen für den zivilen markt,ich persöhnlich denke mal das g36 kann ja wohl so schlecht nicht sein wir hatten damals auch nur 150 schuss dabei in kürze alle zu verbrauchen könnte im ernstfall tödlich sein

  • Vtg-Amtmann   |   21. Juni 2016 - 8:37

    Wenn es nicht so traurig wäre, das seit 2011 andauernde Theater ist einfach nur noch lachhaft.

    Nicht das Sturmgewehr ist das Problem, es wurde nur falsch eingesetzt.
    versus
    Überhitzt die G36 aufgrund der Außentemperatur oder eines Schnellfeuers, leidet die Genauigkeit der Waffe. Grund dafür ist laut Bundesverteidigungsministerium, dass der Laufhalter des Gewehrs, der aus einem Verbundpolymer besteht, schon bei einer Temperatur von 23 Grad Celsius weicher wird und nicht mehr in der Lage ist, den Lauf gerade zu halten.

    Bei einem „Laufhalter der schon bei 23° C weicher wird“, erübrigt sich beim heutigen Stand der Technik und auch schon bei dem der 1990er jegliche Diskussion über Schußfolge und Schußanzahl, ebenso wie über den falschen oder richtigen Einsatz des G36 (https://www.youtube.com/watch?v=TdAu8ILv6po)

    Man vergleiche z.B.
    http://www.dw.com/de/an-der-g36-ist-absolut-nichts-falsch/a-18403289
    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-sieht-erhebliche-maengel-beim-sturmgewehr-g36-a-922280.html
    http://www.welt.de/wirtschaft/article139720690/Fuer-zehn-Euro-mehr-waere-das-G36-kampftauglicher.html (vor mehr als einem Jahr),
    http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/38532492/1/data.pdf,
    http://www.bild.de/politik/inland/g36/die-skandal-akte-43006114.bild.html (vor einem Jahr),
    http://www.n-tv.de/politik/Fachleute-bestaetigen-G36-Maengel-article14927471.html,http://www.n24.de/n24/Mediathek/videos/d/7454792/bundeswehrsoldaten-haben-keine-probleme-mit-g36.html
    und wundere sich weiterhin.

    Aber für das ’High-Tec- und Experten-Argument’ “ich habe damit schon auf dem Balkan meine Goldene Schützenschnur erschossen” hat das G36 stets ausgereicht. Eben “geliefert wie bestellt”, oder auch “wie von der Industrie aufs Auge gedrückt bekommen und weiterhin bis 2005 abgenommen”! D.h. Die jüngsten Waffen bzw. deren Polymidgehäuse sind auch schon wieder 10 Jahre alt.

    Kurzum, zu einem Kuhhandel gehören immer Zwei bzw. warten wir das für den 2. September 2016 angekündigte Urteil des LG Koblenz einfach ab.