Ungespitzt in den bayerischen Boden: Missglückte Luftlandung in Hohenfels (mit Nachtrag)

Da scheint bei einem Manöver der U.S. Army in Bayern richtig was schief gegangen zu sein. Bei einer Luftlandeübung der 173rd Airborne Brigade auf dem Übungsgelände in Hohenfels stürzten drei Geländefahrzeuge, die per Fallschirm abgesetzt werden sollten, im freien Fall ab – der Vorfall, zusammen mit den Kommentaren von Soldaten, ist im Video (Direktlink: https://youtu.be/nPCxy3RiN_k) festgehalten.

Bilder von den Überresten der Humvees gibt es beim Tactical Air Network.

Nachtrag: Nach einem Bericht der Army Times ereignete sich der Zwischenfall am 11. April:

On April 11, the Army conducted a heavy drop and personnel airborne operation as part of exercise Saber Junction 16 at Hohenfels training area in Germany. About 150 supply bundles, vehicles, communications equipment and indirect weapons systems were dropped, according to Army spokesman Maj. Juan Martinez.  (…)
„The specific malfunctions that occurred on this day are under investigation,“ Martinez said in an email to Army Times. „There were multiple rehearsals and inspections of the equipment prior to mission execution. We cannot speculate on what went wrong until the investigation is complete.“

28 Gedanken zu „Ungespitzt in den bayerischen Boden: Missglückte Luftlandung in Hohenfels (mit Nachtrag)

  1. In der Haut der Packer möchte ich nicht stecken!
    Aber das Lachen der Soldaten trieb mir die Tränen in die Augen :)

  2. Platt wie’n Pfannkuchen! :-)

    Zu schön auch dieses Zitat: „…the Humvee nevertheless breaks free, and for a brief moment, joins the hallowed ranks of Army Aviation, before slamming into the ground.“

  3. Und was sagt uns das über unser geniale 50%Verfügbarkeit bei Großgerät..
    Wäre da selbe bei Bundeswehr passiert, würde die Einsatzbereitschaft bestimmter Einheiten über Jahre gefährdet sein.
    Bei der Army holt man halt 3 Hummer aus den Depots und gut iss.

  4. Saber Strike 2016 war unter Anderem eine Zertifizierungsübung für die 173rd Airborne Brigade. Ich gehe mal von 0 Punkten in diesem Themenbereich aus. 3x freifallende Humvees in einem Absetzvorgang ist weit über dem Durchschnitt. Hier liegt m.E. auch kein technischer Fehler vor, sondern fehlerhaftes packen / Verzurren. Da sind wohl gerade Vernehmungen durch alle Dienstgradgruppen im Gange.

  5. Der zertifizierende Offizier war ggf. von der U.S. Army – Artillery Branch und die 173er wollten ihn schlicht mit zielgenauen Einschlägen beeindrucken… ;-)

    „Achtung – Aufschlag, kommen.“

  6. Mal ohne Flax: Was passiert denn üblicherweise „im Gefecht“ bei einem solchen Manöver?

    Zuerst wird die Landezone erkundet und kenntlich gemacht, dann kommt der Lastenabwurf mit Fahrzeugen, Nachschub usw., dann die Fallis und die sitzen dann auf und fahren/marschieren ins Gefecht?

  7. Die Amerikaner arbeiten anscheinend, so erzählte mir ein Luftlandepionier, bei Luftlande-Übungen nicht mit dem selben Gerät wie im Ernstfall, sondern mit mehrbelastetem Übungsmaterial – der Packer wird vermutlich nicht der Grund sein, sondern Materialermüdung bei den Aufhängungsseilen an den Fallschirmen.

  8. „Zuerst wird die Landezone erkundet und kenntlich gemacht, dann kommt der Lastenabwurf mit Fahrzeugen, Nachschub usw., dann die Fallis und die sitzen dann auf und fahren/marschieren ins Gefecht?“

    Normalerweise kommen die Fallis zuerst und sichern die Landezone, bevor das Gerät abgeworfen wird. Ansonsten freut sich der Gegner über Geschenke die vom Himmel fallen …

  9. @Fussgaenger | 21. April 2016 – 12:41
    Wenn LLOp so einfach wären, könnte sie jeder. Mal im Ernst: Wenn aktiver Sdt, dann Vorschrift nehmen und nachsehen, wenn das nicht geht, dann einfach mal nach FM 3-99
    Airborne and Air Assault Operations googlen und nachlesen. Ist im Internet bei Army Knowledge Online für jedermann verfügbar.

  10. Genial, dass manche sogar dieses witzige Video als Aufhänger für die Kritik an der doofen Bundeswehr nutzen. Seufz. Ja, wir haben es jetzt verstanden.

  11. jaja, die doofe Bundeswehr… ist es bei unseren Fallis (sorry, FschJg) eigentlich auch üblich, Autos aus Flugzeugen zu werfen?
    Oder geht der deutsche Luftlander nach dem Absetzen grundsätzlich zu Fuß zur Arbeit?

  12. Die Selbstmordrate unter den Humvees ist ein echtes Problem bei der US Army.
    /sarc

    Altes bzw. veraltetes Material in Verbindung mit unzureichendem Training. Da scheinen sich beim Absetzen ein paar Halterungen von den Paletten gelöst zu haben. Außerdem dürften sich damit bei der US Army einige Dienstkarrieren von hier an ziemlich ruhig gestalten.

    Seien wir mal froh, daß die Bundeswehr kein Großgerät abwirft. Wer mag, darf jetzt mal kurz tränenden Auges gen Rußland und deren VDV sehen. Sowohl in Sachen Ausstattung einschließlich BMDs und Lufttransportern als auch was deren Übungsfrequenz betrifft…

  13. Die Amerikaner haben wenigstens noch etwas zum Absetzen.

    Warum heißt eine Übung Übung? Da kann schon mal etwas schief gehen. Ich denke, das wird in dieser Einheit nie wieder passieren.
    Lesson learnd.

  14. @Felix
    Wosduschno-dessantnyje woiska(WDW) oder kyrillisch Воздушно-десантные войска (ВДВ)

    Die russischen Luftlande-/Luftsturmtruppengattung. Ja die russischen Fallis sind ihre eigene Truppengattung. Bei denen ist aber auch nicht alles Gold was glänzt, und solche Missgeschicke passieren denen genauso.

    VDV ist die oft fälschlicherweise verwendete englische Umschrift aus dem kyrillischen.

  15. @Bin_dabei | 21. April 2016 – 14:04

    Danke, gefunden. In diesem Fall gilt wohl (ich zitiere):

    „Heavy drop. Airborne forces use this method most often to deliver vehicles, bulk cargo, and equipment. Airdrop aircraft deliver heavy-drop equipment just ahead of the main body or, if following personnel drops, at least 30 minutes after the last paratrooper exits. For night drops, the heavy-drop precedes personnel drops.“

  16. (Ironiemod an) Kameraden regt Euch nicht auf, diese Probleme haben wir dank der Liefersituation und des Stands der Technik samt Zulassung beim A400M so schnell und die nächsten Jahre noch nicht. (Ironiemod aus).

  17. Sind Verluste bei einer solchen Operation nicht normal? Ich meine, wie will man verhindern, dass mal ein Fahrzeug auf dem anderen Fahrzeug landet oder wenn Hindernisse eine bruchfreie Landung verhindern….was ich mir nur sehr problematisch vorstelle, was passiert wenn das ganze Paket schon beim Abrutschen aus dem Laderaum versagt. Das kann ja ganz übel ausgehen.

  18. Das Ganze erinnert mich stark an die REFORGER – Übungen in den Siebzigern. Was die Amis da nach kurzem „Check“ an Schrott über die Sraßen der Republik (und in deren Gräben) rollen ließen – da bekomm ich heute noch eine Gänsehaut.
    Hans Schommer

  19. Tja, beim Warschauer Pakt gab es auch Abwürfe bemannter Fahrzeuge – damit die Soldaten nicht erst einsteigen mussten, wenn alles am Boden war.
    Leider war alles (und alle) am Boden ZERSTÖRT.
    Dann lieber verschrottete Hummer…

    [Sie haben bestimmt Verständnis, dass ich den Link rausnehme… T.W.]

  20. Also ich finde dass Video cool. Flatsch weg isser. Ich hatte letztens einen Beitrag über Panzerverschrottung nach der Wende gesehen. Die Polen haben wohl ähnlich gearbeitet. Panzer auf nem schweren Kran hochgezogen und auf stabile Betonplatte Runterfallen lassen.

  21. @tina

    Soweit ich weiss gab es auch beim Warschau Pakt Sicherheitsvorschriften und man hat nicht mutwillig sein Leute in den Tod geschickt.

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