Deutsche Motoren für Ukraine-Transportpanzer (mit Korrektur&Nachtrag)

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Nach anfänglichem Zögern der Bundesregierung ist jetzt offensichtlich die Lieferung von deutschen Panzermotoren an die Ukraine möglich. Einen entsprechenden Vertrag über Aggregate, unter anderem für den Transportpanzer BTR-4 (Foto oben), hätten die deutsche Deutz AG und der ukrainische Staatskonzern Ukroboronprom abgeschlossen, berichtete die ukrainische Nachrichtenagentur Interfax bereits vor einigen Tagen:

The Ukrainian state concern Ukroboronprom are satisfied with new agreements reached with Germany’s Deutz AG to supply engines for new Ukrainian armored vehicles: a batch of DEUTZ BF 4M 1013 FC 190 hp engines will be shipped by German partners to Ukraine at the special price, the press service of the concern reported on Monday.(…)
The press service said that these engines will be installed on BTR-3, BTR-4 and armored vehicles Dozor-B.

Die Lieferung war innerhalb der Bundesregierung und der großen Koalition umstritten gewesen. Bereits 2014* hatte die Deutz AG eine Anfrage für eine entsprechende Ausfuhrgenehmigung gestellt, die von der Union, aber auch von der Grünen-Opposition befürwortet wurde. In der SPD hatte es jedoch Widerstand dagegen gegeben.

Nach einem Bericht des Fachdienstes Defense News könnte der ukrainische Konzern diese Motoren zwar auch selbst produzieren. Durch den Vertrag mit dem deutschen Lieferanten spare Ukroboronprom aber 25 Millionen Euro, die für die Beschaffung neuer Waffensysteme genutzt werden könnten:

With the latest contract, Ukroboronprom is aiming to cut spending on new engines and ensure that the equipment used by Ukraine’s military complies with NATO standards, said Artur Heruvimov, the company’s deputy chief executive, as quoted in a statement.
The engines will be supplied to the Armed Forces‘ BTR-4 vehicles. The procurement will allow Ukroboronprom to save about US $25 million and use these funds to develop and produce new weapons and equipment, the statement said.
Ukraine has intensified efforts to replace Russian-made military gear with weapons and equipment supplied by NATO member states following Moscow’s annexation of Ukraine’s Crimean peninsula.

(Korrektur – und danke für den Leserhinweis in den Kommentaren: Die Einsparung, so heißt es in der Original-Meldung des ukrainischen Konzerns, beträgt nicht 25 Millionen US-Dollar oder gar Euro, sondern 25 Millionen ukrainische Griwna – also gerade mal drei Prozent der fälschlich gemeldeten Summe. )

Nach Angaben des für die Ausfuhr zuständigen Bundeswirtschaftsministeriums vom (heutigen) Freitag sind die entsprechenden Motoren nicht als Rüstungsgut gelistet. Die Deutz AG hatte dennoch einen Antrag auf Exportgenehmigung gestellt, auf den das Ministerium bereits im vergangenen Jahr reagierte: Für die Motoren wurde im Januar 2015 ein so genannter Nullbescheid ausgestellt, da es sich nicht um speziell für militärische Zwecke konstruierte Motoren handelte. Damit war keine Genehmigung für die Ausfuhr erforderlich. Eine Ablehnung der Ausfuhr wäre nur möglich gewesen im Falle eines Waffenembargos, betonte das Ministerium.  Ein solches Embargo liege aber nicht vor.

Nachtrag: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sagte in seiner Pressekonferenz zur Rüstungsexportpolitik, bei den Überlegungen für die künftigen Regelungen müssten solche Fälle auch geklärt werden –  also der Umgang mit sowohl als Rüstungsgut qualifizierten Teilen für unbewaffnete Lkw als auch mit den nicht als Rüstungsgut eingestufte Lieferungen, die vom Empfänger aber erklärtermaßen für Rüstungszwecke genutzt werden sollten.

(Danke für den Leserhinweis auf die Defense News-Meldung.)

*Links zu deutschen Verlagswebseiten finden hier i.d.R. nicht statt; der verlinkte Text ist älter als ein Jahr und damit vom Leistungsschutzrecht nicht erfasst.

(Foto: Transportpanzer BTR-4E bei einer Ausstellung zum ‚Tag der Verteidiger der Ukraine‘ in Kiew am 15. Oktober 2015 – Wikimedia-User Artemis Dread unter CC-BY-SA-Lizenz)

39 Gedanken zu „Deutsche Motoren für Ukraine-Transportpanzer (mit Korrektur&Nachtrag)

  1. Auch hier hätte die deutsche Regierung die Möglichkeit gehabt, wirksam einzugreifen.

    Anstatt über ein Jahr über Motoren zu diskutieren, wäre die Lieferung vollständiger (Panzer-)Fahrzeuge oder/und aktueller Handfeuerwaffen gerade in der heißen Phase des Konfliktes für die Ukraine enorm hilfreich gewesen.

    Ich will damit nicht sagen, dass ich in einer Phase relativer Ruhe (wie jetzt) dazu raten würde. Aber in dem Moment, in dem von russischer Seite neue Bewegung in den Konflikt getragen wird, wäre das eine spürbare Antwort, die in Moskau sicher wahrgenommen würde.

    Warum also nicht ungenutztes Material präventiv in einem Depot mit Schienenzugang sammeln, damit es im Bedarfsfall in einer Woche (und nicht innerhalb von mehr als 12 Monaten…) an den Zielort transportiert werden kann?

  2. @Zyme 13:20

    Warum also nicht ungenutztes Material präventiv in einem Depot mit Schienenzugang sammeln, damit es im Bedarfsfall in einer Woche (und nicht innerhalb von mehr als 12 Monaten…) an den Zielort transportiert werden kann?

    Abgesehen von der politischen Unmöglichkeit gibt es ein kleines sachliches Problem: Ungenutztes Bundeswehrmaterial ist in Zeiten des „dynamischen Verfügbarkeitsmanagements“ ganz einfach kaputt.

  3. @Zyme

    Welches ungenutztes Material meinen Sie?
    Die Bestände an modernen PzFzg des Heeres reichen kaum aus, die bestehenden Einheiten auszustatten. Das Heer hat nichts abzugeben. Außerdem würde RU dies als Gelegenheit betrachten, den Donbass entgültig mit Waffen zu fluten. Deren Depots geben sicher noch was her. Auch wenn es „nur“ T72 und ein paar alte BMP sind…

  4. @ONA
    “ The procurement will allow Ukroboronprom to save about US $25 million and use these funds to develop and produce new weapons and equipment, the statement said.“
    (SIEHE obiger Link zu defensenews.com und auch Bällebad 17. Februar 20:42}
    Zur Währungsfrage, Defense News ist für mich generell glaubwürdiger als jedwede ukrainische Agentur mit möglicherweise zweifelhaften Financiers im Hintergrund.
    Ich gehe also von $ aus!

  5. Weiß hier jemand wie gut der BRT 4 ist im Vergleich zum Fuchs, insbesondere wie gut oder schlecht dessen Panzerung ist im Vergleich zum deutschen Fuchs bzw. Boxer?

    Auf jeden Fall ist der BRT 4 besser bewaffnet als der Fuchs und der normale Boxer.

  6. @Zyme: von dem, was die anderen User bereits geschrieben haben, mal abgesehen – was für Fahrzeuge sollte Deutschland denn an die Ukraine liefern? Ich glaube nicht, dass es sonderlich effizient wäre, neben den BTRs jetzt noch Füchse, Boxer, Pumas o.ä. einzuführen.

  7. @KPK

    Nanana. Die Original-Pressemitteilung der Firma nennt 25 Mio. Griwna. Und auch Defense News bezieht sich auf diese Pressemitteilung, schreibt aber falsch daraus ab. Das ist einfach schlampiger Journalismus, und dem muss man nicht deswegen glauben, weil man eine US-Firma lieber mag als das ukrainische Original.

  8. Es gibt nicht „DIE“ Bewaffnung des https://de.m.wikipedia.org/wiki/BTR-4
    Je nach TrGtg und verbundenem Einsatzzweck umfasst das Waffenspektrum 7,62 – 30 mm, PARS sowie GraMaWa 30 mm.
    Die bei Wiki genannte Bezeichnung „Schützenpanzer“ ist nach deutschem Verständnis im übrigen falsch. SPz sind Kettenfahrzeuge, der BTR fällt in die Kategorie SPW=Schützenpanzerwagen, oder eben GTK.
    Zum Schutz wird lapidar die Standardaussage in solchen Fällen – „gegen kleinkalibrige“ -Bewaffnung genannt, die konkret natürlich eher eine Nullaussage ist.
    Aus der Erfahrung sowjetisch-russischen Panzerbaus, in deren Tradition ukrainische Hersteller entwickeln ist anzumerken, es gilt der Grundsatz (Reihenfolge):
    Feuerkraft, Beweglichkeit, Schutz, was an allen Fz der BTR/BMP-Reihe bis heute nachvollzogen werden kann.
    Da ich in meiner NLD-Zeit mit Prüfung der NLD-BOXER-Version zu tun hatte: der BOXER hat einen besseren Schutz als nur Kleinkaliber. Konkretere Angaben verbieten sich.

  9. Wie treffend erkannt wurde bin ich über die Bestände an schweren Waffen nicht im Bilde.
    Gleichwohl würde ich diese Option nicht einfach weglegen wollen. Womöglich würde es Sinn machen, für genau solche Ernstfälle ein Überangebot vorrätig zu halten?

    Unabhängig davon: Wenn schweres Gerät nicht kurzfristig in nutzbringender Weise für eine Konfliktpartei bereitgestellt werden kann, würden wir immerhin mit modernsten Handfeuerwaffen einen Unterschied erzeugen können.
    Wenn sich die Ukraine aus den Arsenalen der früheren Sovietzeit bedient, würde ich annehmen dass hier mehr als 20 Jahre Entwicklungsunterschied bestehen?

    Im Kern zielt beides auf dasselbe Ziel ab: Mehr Handlungsoptionen für eine schlagkräftigere Außenpolitik.

  10. @T.Wiegold
    Stimmt, lieber U.S. als den Rest. Allerdings, 25 Mio Griwna, was brächte das?

  11. @Zyme 15:00
    Einfach mal was rüberschicken wäre m.E. widersinnig, wenn die Empfänger nicht die Eigenheiten des Geräts kennen und daher seine Vorteile nicht nutzen können.

    Das Ziel „mehr Handlungsoptionen für eine schlagkräftigere Außenpolitik“ ließe sich in der Ukraine m.E. am Besten durch eine bessere Ausstattung der OSZE-Beobachter erreichen – die haben nur die Hälfte der Sollstärke und viel zu wenige Fahrzeuge, um irgendwen auf frischer Tat zu erwischen.

  12. @ TW und KPK

    Dass es Gawrina sind, geht auch aus der Interfax-Meldung hervor. Den DN-Kollegen könnte auch noch ein zweiter Fehler durchgerutscht sein. Ich bin keineswegs sicher, dass der Motor in der Ukraine in Lizenz produziert wird. Mit diesem für Fahrzeuge der BTR-Klasse sehr schwachen Motor (190PS, meistens geht es erst bei 300 los) sollen russische Motoren ersetzt werden. Für den Dozor-B ist die Motorisierung vermutlich ausreichend.

  13. @Langnase

    Guter Punkt, wobei die Entsendung von Trainingspersonal sicher eine zusätzliche Eskalationsstufe darstellen würde.

    In der aktuellen „Ruhephase“ wäre es womöglich besser die OSZE umfangreicher auszustatten, da stimme ich zu.

    Ich sprach aber von davon, was im Falle erneuten Aufflammens als Option hilfreich wäre.
    Und bei Krisen außerhalb Europas kann uns diese Organisation überhaupt nicht mehr weiterhelfen, richtig?

  14. @ONA
    Guten Tag,
    soweit ich das in ukrainischen Medien verfolgt habe, ist der 190PS Motor für den „Dozor-B“ gedacht.

  15. Der OSZE dürfte Spendergeld aus dem Westen fehlen um seine Sollstärke und genügend Material im Donbass bereit zu halten. Das Problem ist nicht neu und mehr Geld dürfte es auch in Zukunft nicht geben. In der EU braucht man jeden Cent für die Flüchtlinge und die USA konzentrieren sich auf die Aufrüstung von bestehenden Nato Ostländer. Die Ukraine hat enorme Haushaltsprobleme und musste schon die Sollstärke der Nationalgarde senken. Für Militärisches Großgerät in ständiger Bereitschaft zu halten dürfte da erst recht kein Geld in der Ukraine vorhanden sein.

    Im Westen ist man auch immer mehr der Meinung dass die Ukraine sich von Problematischen Besetzen Gebieten für die nächste Zeit trennen sollte und nicht per Minsk 2 wieder schnell eingegliedert werden sollen. Statt dessen soll man sich ganz auf Reformprozess für die Eingliederung in die EU konzentrieren. Daher macht es keinen Sinn die Ukraine aufzurüsten, damit diese einen heißen Konflikt bestehen kann. Wenn die Ukraine nur willig wäre, hätte man den Konflikt schon vor Monaten einfrieren können.

  16. Waffen oder Waffenteile in die Ukraine liefern, das ist ein ganz heißes Thema. Erstens bewirkt das kaum etwas (militärisch) Entscheidendes angesichts der bestehenden Kräfteverhältnisse und der geo-strategischen Lage des Landes. Und zweitens wartet Putin nur darauf, dass wir in diese Falle tapsen und er damit eine vermeintliche Rechtfertigung für weiteres aggressives Handeln entgegen Minsk erhält. Ob diese Rechtfertigung legitim oder nur vorgeschoben ist, wird der russischen Regierung erfahrungsgemäß ziemlich egal sein.

    So ärgerlich man das sehen mag: Die Lösung des Ukraine-Konflikts liegt nicht im militärischen Bereich. Zumindest nicht für den Westen.

  17. @ Benedikt
    Niemand streitet ab, dass der ukrainische Staat zu großen Teilen korrupt ist, dennoch ist die Schlussfolgerung, dass die Ukraine politisch-militärisch vor dem Kollaps steht, in meinen Augen grundlegend falsch.
    Vielmehr herrscht eine „Militär zuerst“ Doktrin vor, bei der alles was verfügbar ist, ins Militär/Sicherheit gesteckt wird.
    Es gibt natürlich immer noch Skandale, aber es gibt auch Konsequenzen für die Verantwortlichen.
    Die Versorgungs- und Ausrüstungslage hat sich in den zwei Kriegsjahr deutlich verbessert, das ist im Anbetracht der personellen Aufblähung und der schweren Wirtschaftskrise besonders beachtlich.
    Generell hat sich die Armee zu dem ukrainischen Staatsorgan mit dem höchsten Vertrauen entwickelt.
    Auch ist ein Nachlassen der westlichen Unterstützung im Sicherheitsbereich nicht zu erkennen, man sieht eher das Gegenteil.

  18. @ KeLaBe

    Deswegen hatte ich meinen Vorschlag auschließlich für den Fall neuerlichen russischen Aktivwerdens eingebracht.

    Es war also nicht gedacht um Spannungen aufzubauen, sondern vielmehr um überhaupt reagieren zu können.

    Denn bei aller Liebe zur russischen Politik und unserem Hang zur Entspannung: Wer auf Aggressionen aus Moskau gar nicht erst nicht antworten kann, ermutigt nur zu weiteren Vorstößen von dort.

  19. Hat nicht RUS die UKR diese Woche vor ein Schiedsgericht gezerrt, da die UKR mit ihrem Schuldendienst (3 Mrd EUR / USD (?)) in Verzug ist?

  20. @ Zyme

    Natürlich müssen wir antworten können, aber das eben – nach reiflicher Lagebeurteilung – nicht militärisch. Denn da ziehen wir den Kürzeren – es sei denn, man riskiert wegen der Ukraine einen großangelegten Krieg, in der Konsequenz sogar unter nuklearen Bedingungen. Das wird niemand tun, und das weiß Putin und kann daher jede unserer Maßnahmen beliebig unterlaufen – was er vermutlich auch liebend gern täte. Es wäre eine schlimme Dummheit unsererseits, uns auf dieses Spiel einzulassen. Eine außenpolitische Isolierung Russlands, flankiert von wirtschaftspolitischen Anreizen, verspricht da sehr viel mehr Wirkung. Auch wenn’s vermutlich lange dauert.

  21. Das „neue“ ukrainische Verteidigungsmaterial ist alles Vaporware.

    Thailand hat 2011 49 T-84 geordert, geliefert wurden bislang 5. Vor 2 oder 3 Jahren hat man den Direktor eines großen ukrainischen SPW(BTR) Herstellers abgesetzt, weil sich herausstellte, daß von den für die ukrainischen Streitkräfte georderten mehreren hundert BTRs keiner existierte und das Geld verschwunden war. Die Ukraine hat immense Halden an ex-sowjetischen Panzern aller Art, kommt aber trotz der Gefahrenlage nicht hinterher, ausreichend davon instandzusetzen und der eigenen Armee zuzuführen, geschweige denn neue Exemplare zu bauen. Die gelieferten thailändischen T-84er sind auch nur aufgearbeitete alte Wannen und keine Neubauten. Wollen wir hoffen, daß Deutz das Geld bekommt, bevor die Motoren in der Ukraine verschwinden. Sowohl für Deutz (selbsterklärend) als auch für uns, weil da vermutlich eine Hermes-Bürgschaft als Sicherheit existiert, also unser eigenes Steuergeld…

  22. Noch ein kleiner Zusatz: Ich schlage normalerweise nicht so gern auf die Amerikaner ein. Aber den dortigen Scharfmachern (damit meine ich nicht die Obama-Administration), die hier ständig die Muskeln spielen lassen wollen und nebenbei schon wieder wunderbare Rüstungsgeschäfte wittern, muss man ja nicht unbedingt folgen – um es sehr sanft auszudrücken.

  23. Was den inneren Zustand der Ukraine angeht, da fällt mir ein altes Gleichnis ein:

    In der Ukraine fürchten die mächtigen Oligarchen das Volk.
    In Russland fürchtet das Volk die mächtigen Oligarchen.

  24. @Mitleser
    mittlerweile wurden 10 „BM Oplot“ geliefert, dennoch stimme ich in soweit zu, dass der Rüstungssektor hoch problematisch im Bezug auf Korruption ist.
    Da ist die Ukraine aber sicher kein Einzelfall.

    Die klassischen Rüstungsbetriebe haben bislang wenig zur Wiederbewaffnung beigetragen. Vielmehr sind es Freiwillige oder tendenziell kleinere Betriebe, die die sowjetischen Panzer wiederherstellen und somit die Masse der Armee ausrüsten.

    Wirklich neues schwereres Gerät (BTR3, BTR4, T64 Bulat) wird nur schleppend eingeführt und ist dementsprechend selten. Neuere leichte gepanzerte Fahrzeuge sind mittlerweile aber relativ häufig zu sehen.

  25. @ kalebe

    die russischen angriffe auf ukrainische stellungen (mit diversem gedöns bis 120mm) haben seit dem „all eyes on syria“ moment wieder deutlich zugenommen. 20 „vorfälle“ pro tag sind eher norm als ausnahme.

    @ benedikt. ausgliedern und einfrieren ist nicht möglich solange dies nicht eindeutig russisches gebiet ist. solange dort „freie“ kräfte hantieren, hat man immer eine ausrede für angriffe auf ukr grenzposten ohne sich (also russland) politisch all zu sehr zu exponieren.

  26. 10 ukrainische T-84 seit 2009, plus 5 für Thailand… Wobei die 10 eigentlich auch für Thailand bestimmt waren.

    Mehr muß man über die Anstrengungen der ukrainischen Regierung nicht wissen. Wer sehen will, sehe hin.


    Nichts gegen leichtgepanzerte Fahrzeuge, aber damit gewinnt man keinen konventionellen Krieg. Auch keinen Bürgerkrieg oder „Antiterroreinsatz“ mit schwerer Artillerie auf beiden Seiten.

  27. Russische Militärexperten „beklagen“ mittlerweile, dass der Zeitpunkt für eine leicht zu gewinnende russische Offensive verpasst sei. Das ukrainische Militär gewinnt immer mehr an Stärke. Zwar ist Russland immer noch stärker, der „Eintrittspreis“ aber mittlerweile ziemlich groß. Rüstungshilfe für die Ukraine nutzt diesem Land – Verträge mit Russland funktionieren bekanntlich nicht. Abschreckung schon.

  28. Zum Zustand der Ukraine Armee:
    „War-weary Ukraine is struggling to recruit soldiers to fight pro-Russian separatists in the east, with enthusiasm sapped by reports of ill-equipped troops and poor treatment of families of missing soldiers.“ „““There were problems with nutrition, medicines and the winter uniform. Patriotism is falling.““ http://uk.reuters.com/article/uk-ukraine-crisis-military-idUKKCN0VD21Q

    Jeder der kann drückt vor dem Militäreinsatz im Donbass. Kann mir keiner erzählen, wenn es schon mit dem Essen, Kleidung und persönlicher Ausrüstung sehr hapert, dass ansonsten die Militärische Versorgungslage in Ordnung sei. Auch beim Militärischen Großgerät dürfte die Lage recht schlecht sein. Die hohen Ukrainischen Verluste an fähigen Soldaten und Gerät konnten auch nicht ersetzt werden. Ergo wird die Ukrainische Armee noch nie desolater dagestanden haben wie heute und der Abstieg dürfte aus Finanziellen Gründen weiter gehen. Gibt wohl schwere Probleme bei der Auszahlung von IWF Krediten, gerade ist eine Unlösbare Regierungskrise eingetreten und Devisen drohen knapp zu werden. Wenn es dumm für die Ukraine kommt, kann man den Konflikt aus Finanziellen Gründen nicht mehr heiß halten und muss den Einfrieren lassen. Der Westen will auch nicht mehr Gelder in der Ukraine investieren, sondern will Reformen hin zu EU sehen.

  29. Man muss beachten es gibt den „T-84U Oplot“aus dem Jahr 1999 und den „BM Oplot“ von 2009
    Ersterer ist nur eine Kampfwertsteigerung eines T-80UD, während der zweite zumindest weitgehend ein kompletter Neubau ist.

    Vom „T-84U Oplot“ soll es 10 bis 12 in der Ukraine geben, welche jedoch niemals in den letzten zwei Jahren zu sehen waren.

    Das mit den 10 BM Oplots für die Ukraine ist ein Gerücht, Beschaffungsmaßnahmen der Vorkriegsära sind meist nie realisiert worden.
    In der Ukraine spricht man von 1 bis 2 Stück, welche eher als Test- bzw. Ausstellungsstück dienen.
    T84U Oplot:
    https://uk.wikipedia.org/wiki/%D0%A2-84%D0%A3_%C2%AB%D0%9E%D0%BF%D0%BB%D0%BE%D1%82%C2%BB

    BM Oplot:
    https://ru.wikipedia.org/wiki/%D0%91%D0%9C_%C2%AB%D0%9E%D0%BF%D0%BB%D0%BE%D1%82%C2%BB#.D0.9D.D0.B0_.D0.B2.D0.BE.D0.BE.D1.80.D1.83.D0.B6.D0.B5.D0.BD.D0.B8.D0.B8

    Hier ein Link zur zweiten Lieferung nach Thailand:
    http://defence-blog.com/army/ready-for-another-five-tanks-oplot-t-for-thailand.html

  30. Vor 2 Jahren gab es gar nichts: kein Essen, keine Schutzwesten, keine modernen Schutzhelme, keine Munition,kein schweres einsatzfähiges Gerät, keine Moral,
    Militäreinheiten ließen sich widerstandslos entwaffnen, das ist der Ausgangspunkt.

    Ich sehe keinen Kollaps der Armee, ich sehe eine Konsolidierung und Professionalisierung, auch wenn das in den westlichen Medien nicht deutlich wird.

    Noch vor einem Jahr kämpften zum Großteil Freiwilligeneinheiten an der Front, die kaum bis gar nicht in die Kommandostruktur eingebunden waren. Diese Einheiten sind nun in der Armee aufgegangen oder aufgelöst worden.

  31. @Ukrop

    Die Interfax-Benennung des Motortyps als BF 4M 1013 FC mit 190 hp könnte ein Irrtum sein. Ukronoprom macht keine Typenangabe und in der Tat, die Motoren dieses Typs könnten für den Dozor-B Sinn machen, aber kaum für die BTRs. Ich vermute, dass unterschiedliche Motorentypen von Deutz für die unterschiedlichen Fahrzeugklassen bestellt wurden. Zudem passt die Angabe 190 PS (hp) schlecht zu der Beschreibung dieser Typenbezeichnung durch Deutz. Die gibt eine geringere Leistung an.

  32. @KPK
    dass in der Wikipedia 500 bzw. 600 PS steht, hatte ich auch gesehen. Da steht aber auch, dass es schon Deutz-Motoren seien. Ukronoprom dagegen sagt, man wolle mit den Deutz- Motoren russische Modelle ablösen..

  33. @Ukrop
    Habe nochmal ein bischen rumgesucht und https://issuu.com/ukrainian_defense_review/docs/udr-04-2015 (S. 21/22 und weitere Stellen) gefunden.
    Dort finden sich folgende Angaben: Im BTR3E1 kommt ein Deutz-Motor mit 326 PS zusammen mit einem Allison-Getriebe zum Einsatz; Ausnahme 14 Exportfahrzeugefür die Marine Thailands mit MTU/Edison.
    In beiden Varianten des Dozor-B der auch von Interfax genannte Deutz-Motor.
    Weiter hinten im Heft bestätigt Deutz seine Motoren in diesen Fahrzeugen. In diesem Interview steht auch, dass eine Motorenfertigung in der Ukraine zwar angedacht, aber nicht sinnvoll sei.

  34. @ONA
    Irgendwie verlogen zuerst über Jahre den Export in die Ukraine zu akzeptieren, die diese damals weiter, in mehr als fragwürdige Regime, exportierte.
    Aber später als es um die Landesverteidigung geht, solche Steine in den Weg zu legen.

    Eine Massenanfertigung des Dozor-B wäre eine großer Schritt nach vorne, bei diesem Modell gab es schon viele Skandale und Verzögerungen. Zum Jahresende gab es aber auch einige Meldungen, dass manche Probleme gelöst wurden.

  35. @ukrop

    Nicht ganz, es hat schon eine gewisse Logik: Wenn diese Motoren im Normalfall ohne Genehmigung exportiert werden dürfen, dann gibt es als Ausnahme nur noch den Fall nationales oder internationales „Embargo“ für Lieferungen in den militärischen Bereich, mit dem der Staat die Lieferung untersagen kann – ob dieser Fall 2014/15 so gegeben war, war damals wohl die zu klärende Frage. Die Verwendung war ja bekannt.

    Bei Thailand gab es ja auch zeitweilig wegen der inneren Auseinandersetzungen eine solche Diskussion und der dort gewünschte, stärkere Motor durfte nicht geliefert werden, weil der nicht genehmigungsfrei war. Also bekamen sie den Deutz. VAE hat keine Bundesregierung bisher als problematisch betrachtet, obwohl man da auch geteilter Meinung sein kann.

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