Tornados auf dem Weg nach Inçirlik

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Von den Fliegerhorsten Jagel und Büchel sind am (heutigen) Dienstag planmäßig die ersten vier Tornado-Kampfjets gestartet, die demnächst im Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen über Syrien und dem Irak zu Aufklärungsflügen eingesetzt werden sollen. Die zwei Maschinen des Taktischen Luftwaffengeschwaders 51 Immelmann und zwei des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 werden auf der türkischen Airbase Inçirlik stationiert; am 12. Januar werden weitere zwei Flugzeuge erwartet. (Zwei bereits am 10. Dezember in die Türkei verlegte Tornados, die  nicht für den Einsatz mit der Aufklärungstechnik RecceLite-Pod geeignet sind, kehren nach Deutschland zurück.)

Die ersten Einsatzflüge sind nach Angaben des Kontingentführers, des Luftwaffen-Brigadegenerals Andreas Schick, bereits für den kommenden Freitag geplant.

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Zur Übersicht:

• Kräftedispositiv derzeit:
ECR-Tornados 46+45 und 46+52 (TLwG51)
IDS-Tornados 43+50 und 44+90 (TLwG33)
A310 MRTT 10+25 Hermann Köhl
Fregatte Augsburg (Trägergruppe Charles de Gaulle, Persischer Golf)
sowie Bodenpersonal in Inçirlik, zudem – schon seit Anfang vergangenen Jahres – Ausbildung kurdischer Peshmerga-Kämpfer in Erbil/Nordirak

• Bundestagsbeschluss am 4. Dezember 2015; Mandatstext in Drucksache 18/6866

• Pressekonferenz von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Generalinspekteur Volker Wieker am 3. Dezember 2015 hier

… und eine aktuelle Aussage des Sprechers der Operation Inherent Resolve, der internationalen Anti-ISIS-Koalition:

 

(Foto oben: Tornados in Jagel – Helwin Scharn unter CC-BY-SA-Lizenz; Foto unten: Tornados in Büchel – Bundeswehr/Kruse)

18 Kommentare zu „Tornados auf dem Weg nach Inçirlik“

  • Milliway   |   05. Januar 2016 - 17:20

    Frage : Wenn wir nur Aufklären wollen, warum setzen wir dann nicht den Telelens-Aufklärungs Pod ein ?

    Die Aufklärungs Leistung liegt weit oberhalb des Rafael RecceLite-Pod.
    Der RecceLite-Pod besitzt zwar eine Echtzeit Daten Übertragung zu einer Boden Station. Wenn ein Ziel gefunden wurde entscheidet dann die Bodenstation ob jetzt das Ziel neutralisiert wird.
    Da wir nur Aufklären wollen, macht es keinen Sinn den Rafael RecceLite-Pod jetzt einzusetzen.

    Unter Punkt 6 der Drucksache 18/6866 steht :

    Die eingesetzten Kräfte haben zur Durchsetzung ihrer Aufträge das Recht zur
    Anwendung militärischer Gewalt. Sollten unsere Tornado Flugzeuge beschossen werden dürfen diese also zurück schießen?

  • Flip   |   05. Januar 2016 - 18:08

    @Milliway

    Welche Telelens Pötte möchten sie denn eingesetzt sehen? Die Nassfilmaufklärung ist durch den RecceLite abgelöst worden und im Zuge dessen sind die alten Recce Pötte nicht mehr vorhanden bzw eingemottet und nicht so ohne weiteres einsetzbar. Wurde hier auch im Vorfeld des Aufklärungseinsatzes erwähnt. Die Fähigkeiten für Nassfilm sind beim AG51 sicher noch vorhanden, aber allein schon der Delay durch den Zwang die Filme erst entwickeln zu müssen, wird bei diesem Einsatz eher nicht attraktiv sein.

    Cheers
    Flip

  • Fishman53   |   05. Januar 2016 - 18:10

    @ Milliway
    Weder Recce- noch Telelens Pod sind noch in Dienst, sprich sind ausgemustert. Wieso macht es keinen Sinn mit dem ReeceLite aufzuklären? Es geht doch erstmal nicht darum ein „Ziel zu neutralisieren“, sondern Informationen zu sammeln, diese zeitnah aauszuwerten und darau Lagebilder zu erstellen. Der Rest ist dann nicht deutsche Sache. Und ob unsere Tornados zurückschießen dürfen ist leider irrelevant, sie sind nämlich, mit Ausnahme von Luft/Luft Lfk zur Selbstverteidigung, nicht bewaffnet.

  • Essener   |   05. Januar 2016 - 19:19

    @fish
    Es werden doch auch zwei IDS aus Büchel verlegt, deren BKs sind sicher aufmunitioniert. Ob es Sinn macht damit ggf. einzugreifen ist eine andere Frage.

  • Schneemann   |   05. Januar 2016 - 20:52

    —–
    • Kräftedispositiv derzeit:
    A310 MRTT 10+26 Hermann Köhl
    —–

    Die 10+25 ist der Hermann und zur Zeit unten in der Türkei.

  • T.Wiegold   |   05. Januar 2016 - 21:07

    @Schneemann

    sorry, falsche Zuordnung – korrigiere ich.

  • Milliway   |   06. Januar 2016 - 1:55

    @ Flip | 05. Januar 2016 – 18:08
    @ Fishman53 | 05. Januar 2016 – 18:10

    So gut wie jedes Flugzeug der Anti-ISIS-Koalition ist mit einen RecceLite-Pod oder dergleichen Ausgerüstet oder kann damit Ausgerüstet werden. In dieser Situation macht es einfach keinen Sinn eine bereits massiv vorhandene Fähigkeit anzubieten, sondern es muß eine Fähigkeit sein mit der man die Anti-ISIS-Koalition tatsächlich unterstützen kam.
    ( Wie mit Detaillierte Lagebilder )

    Ich gehe davon aus das es den Telelens-Aufklärungs Pod noch gibt da er 2015 noch von der Luftwaffe ausgestellt wurde.
    Natürlich wird neben den digitalen Kameras / ‎Sensoren auch die Kamera mit den Nassfilm genutzt.
    Mit der ZEISS Optik und den Infrarot Line Scanner von HONEYWELL kann der RecceLite-Pod nicht mit halten. Bei der Aufklärung zählt einfach Qualität vor Quantität.

  • HerrVorragend   |   06. Januar 2016 - 15:11

    Weiß jemand, warum Büchel zwei Tornados losschickte und nicht alle vier aus Jagel kamen?

  • Fishman53   |   06. Januar 2016 - 16:10

    Weil von Anfang an 2x Büchel und 4x Jagel geplant war. Die zwei restlichen Jagelaner Maschinen folgen vorrauss. am kommenden Dienstag.

  • Fishman53   |   06. Januar 2016 - 16:46

    Zitat Milliway:
    „Bei der Aufklärung zählt einfach Qualität vor Quantität.“

    Das würde im Kontext zu Ihren Ausführungen bedeuten, dass RecceLite mehr Bilder schießen kann als der Telelens Pod, dafür in schlechterer Quali. Das mag ich nicht glauben. Können Sie da etwas ins Detail gehen? Übrigens gibt es neben der Quali noch ein anderes entscheidendes Kriterium – @Flip deutete es bereits an – und das ist die Zeit in der die Aufklärungsergebnisse zur Verfügung stehen.

    „Ich gehe davon aus das es den Telelens-Aufklärungs Pod noch gibt da er 2015 noch von der Luftwaffe ausgestellt wurde.“

    Nochmal: Der Telelens steht nicht zur Verfügung. Ich habe Verständnis wenn Sie mir oder @Flip das nicht glauben aber Sie können sich das bei der Lw bestimmt problemlos bestätigen lassen. btw: Wo wurde der Pod denn ausgestellt?

    „Natürlich wird neben den digitalen Kameras / ‎Sensoren auch die Kamera mit den Nassfilm genutzt.“

    Aber nicht bei der GAF

  • Zimdarsen   |   06. Januar 2016 - 18:42

    @Milliway

    Volle Zustimmung nur leider würde es wenig helfen wenn es die Pods noch gäbe, wenn der Rest fehlt (Fachpersonal, Auswertestationen, Ausrüstung, Verbrauchsmaterial uvm).
    Habe nie verstanden warum man die Pods nie durch einen Sendemodul ergänzt hat.
    In ihrer Auflösung und Abscannfläche sind sie unerreicht und der RecceLite ist in keinem Fall Ersatz sondern maximal eine Ergänzung.
    Aber so ist das mit den Fähigkeiten, man baut sie ohne Abstimmung mit den Partnern ab und hauptsächlich immer -MODERN-.

  • Zimdarsen   |   07. Januar 2016 - 23:03

    @Flip

    Den Delay haben sie wohl auch bei RecceLite. Auch da geht wohl kaum was in Echtzeit und hoher Qualität.
    Man muss eben wissen was man will – schnell oder gründlich- oder relativ schnell und gründlich oder schnell und weniger gründlich ;-)

  • Viking   |   08. Januar 2016 - 9:16

    Mir erschließt sich noch immer nicht warum 2 Maschinen aus Büchel geschickt wurden. Seit wann haben die in Büchel RECCE-Tornados ?

  • T.Wiegold   |   08. Januar 2016 - 10:54

    @Viking

    Nein, wir werden jetzt nicht jede Woche wieder bei Adam und Eva anfangen – bitte lesen Sie auch mal vorangegangene Threads zu dem Thema, einschließlich der Kommentare.

    Kurz zusammengefasst: Es gibt nicht mehr Recce-Tornados im Sinne der früheren; die IDS- bzw. ECR-Versionen werden durch Drunterhängen des RecceLite-Pods zu einem Recce-Tornado.

  • Viking   |   08. Januar 2016 - 11:01

    @TW
    Entschuldigung für meine Unwissenheit. Man lernt ja nie aus.
    Danke für die kurze Erläuterung.

  • Flip   |   08. Januar 2016 - 11:27

    @Zimdarsen

    Stimmt, der Radius für Live-Übertragung zur Bodenstation ist beschränkt, 150km hatte hier mal jemand geschrieben. Ehrlicherweise kenne ich mich auch nicht im Detail mit dem RecceLite aus, gibt es keine Möglichkeit ein „Relaismedium“ zu nutzen? (Herr Wiegold hat das in seinem Drohnenbuch für die Kommunikation von Bodentruppen via UAS als Relais mal dargestellt)

    Nun es gibt halt einfach nur noch die Entscheidung Aufklärung via Tornado ja oder nein. Eine Abstufung der Qualität bzw Geschwindigkeit für das Bildmaterial ist nunmal nicht mehr möglich und war auch nie geplant. Als damals der RecceLite in den Test am Lfz im Verband ging war schon klar, dass er die Nassfilmaufklärung ersatzlos ablösen wird. Ob das so richtig war und ob man mit dem RecceLite das richtige Gerät beschafft hat, vermag ich nicht zu bewerten ;)

    Cheers
    Flip

  • Zimdarsen   |   10. Januar 2016 - 1:36

    @Flip

    Um ein Viedeo mit hoher Auflösung in nahezu Echtzeit zu übertragen benötigen sie nicht nur line of sight sondern auch Bandbreite!

    Selbst wenn wir diese hätten, wo soll den die Relaisstatation stehen?

    Benötigt man hochauflösende Bilder in Echtzeit?
    Oder reicht unter Umständen nicht die Gewinnung dieser in Stunden und man gleicht in Echtzeit nur die Abweichungen (hotspots) ab?

    RecceLDP hat nichts mit hochauflösender-abbildender-Aufklärung zu tun!
    Auch ist nicht nur die Auflösung schlecht sondern auch die bestrichene Fläche.
    Warum wohl verwenden die USA andere Mittel?

  • Zimdarsen   |   10. Januar 2016 - 13:05

    Noch immer beschreibt die Lw auf ihrer Homepage ihre Aufklärungsfähigkeiten mit der höchauflösenden abbildenden Aufklärung und und nicht mit einem modifizierten LDP.

    „Aufklärungs-Fähigkeiten der Luftwaffe im Einsatz am Beispiel Aufklärungs-Tornado

    Die Bundeswehr unterteilt die Fähigkeitskategorie Nachrichtengewinnung und Aufklärung in drei Bereiche: Weltweite Aufklärung, weiträumige Aufklärung und Aufklärung im Einsatzgebiet

    Die Luftwaffe verfügt zur Aufklärung im Einsatzgebiet mit dem Aufklärungs-(RECCE-) Tornado, den optional einsetzbaren Aufklärungsbehältern „GAF-RECCE-Pod“ und „GAF-TELELENS-Pod“ sowie der Auswerteanlage „RECCE GROUND STATION“ (RGS)“

    Sind die Pods nun noch da oder nicht und wenn ja, sind sie einsatzfähig (bis wann).
    Denn im Moment benötigt DEU eher Bilder als Videos.