Kampf gegen ISIS: Ausbildungsmission für Kurden im Irak verlängert und aufgestockt

Operation Inherent Resolve

Der Bundestag hat am (heutigen) Donnerstag, wie erwartet, die Ausbildungsmission der Bundeswehr für die kurdischen Peshmerga-Kämpfer im Nordirak verlängert. Zugleich wurde die Zahl der deutschen Ausbilder, die die Kurden fit machen sollen für den Kampf gegen die ISIS-Terrormilizen, von 100 auf 150 erhöht. Für das neue Mandat sprachen sich in namentlicher Abstimmung 442 Abgeordnete aus, 82 stimmten dagegen und 48 enthielten sich. Die Gegenstimmen kamen nicht nur aus der (einhelligen) Ablehnung der Linkspartei, sondern auch aus den Reihen von SPD und Grünen – in der kleineren Oppositionspartei gab es aber auch mit 47 Stimmen den größten Teil der Enthaltungen.

Die deutsche Beteiligung an der Ausbildungsmission läuft seit Januar 2015, und das Training gilt für die internationale Anti-ISIS-Koalition, die US-geführte Operation Inherent Resolve, als wichtiger Teil der Bemühungen im Kampf gegen die Islamisten: Auch wenn sich die öffentliche Wahrnehmung stärker auf die Luftangriffe gegen ISIS richtet, wird die Befähigung und Ertüchtigung der einheimischen Streitkräfte als langfristig wichtigste Maßnahme für ein Zurückdrängen der Terrormilizen eingeschätzt.

Deutschland unterstützt die kurdischen Peshmerga nicht nur mit Ausbildung, sondern seit dem Herbst 2014 auch mit der Lieferung von Ausrüstung und vor allem Waffen. Ein Überblick über einige wesentliche Lieferungen seither:

12.000 Sturmgewehre G3 plus 4 Mio Schuss Munition
8.000  Sturmgewehre G36 plus 8 Mio Schuss Munition
Panzerabwehr-Lenkflugkörper MILAN: 60 Startgeräte, 1.000 Lenkflugkörper
50 Maschinengewehre MG3 plus 1,5 Mio Schuss Munition
131 Fahrzeuge, u.a. geschützte Dingo 1

Weitere Waffen- und Ausrüstungslieferungen sind für das erste Quartal dieses Jahres vorgesehen. Allerdings gab es angesichts der Berichte über gewaltsames Vorgehen der Kurden gegen arabisch besiedelte Dörfer in ihrem Bereich und angesichts der Vorwürfe, von Deutschland gelieferte Waffen würden auf dem Schwarzmarkt verkauft, eine gewisse Irritation in der Bundesregierung.

Neben der militärischen Unterstützung laufen aber auch andere politische Initiativen Deutschlands weiter:

 

(Foto: A German coalition instructor teaches advanced firing techniques to Peshmerga soldiers during training at a base near Erbil, Iraq, Jan. 12, 2016 – U.S. Army photo by Staff Sgt. Sergio Rangel)

8 Gedanken zu „Kampf gegen ISIS: Ausbildungsmission für Kurden im Irak verlängert und aufgestockt

  1. Ernst scheint die BW den Kampf gegen die ISIS weiterhin nicht nehmen zu wollen, denn weiterhin ist nicht nachvollziehbar, daß in AFG 980 deutsche Soldaten ausbilden, aber im Irak nur 150. Das Verhältnis stimmt einfach nicht.

  2. Auf das Verhältnis kommt es ja auch nicht an, sondern auf die politische Show und die damit verbundene Reaktion im Blätterwald. Message an die Bevölkerung: Die tun was …
    Die ISIS wird uns deshalb auf Jahre hinaus erhalten bleiben und sich wie ein Krebsgeschwür weiter ausbreiten.

  3. Strikeupdate für 27.01.16
    http://www.centcom.mil/en/news/articles/jan.28-military-airstrikes-continue-against-isil-terrorists-in-syria-and-ir
    The following is a summary of the strikes conducted against ISIL since the last press release:

    Syria
    * Near Palmyra, one strike struck an ISIL improvised explosives manufacturing area.
    * Near Ar Raqqah, two strikes struck an ISIL headquarters and destroyed two ISIL cranes and two ISIL workover rigs.
    * Near Mar’a, two strikes struck two separate ISIL tactical units and an ISIL building.

    Iraq
    * Near Al Baghdadi, three strikes struck two separate ISIL tactical units and destroyed three ISIL rocket caches, two ISIL rocket rails, four ISIL mortar tubes, an ISIL heavy machine gun, and an ISIL vehicle, and suppressed an ISIL mortar position.
    * Near Habbaniyah, one strike struck an ISIL tactical unit.
    * Near Ramadi, eight strikes struck four separate ISIL tactical units and destroyed six ISIL vehicle borne improvised explosive devices (VBIED), an ISIL vehicle, an ISIL staging area, an ISIL fighting position, and an ISIL mortar position, and denied ISIL access to terrain.
    * Near Sinjar, two strikes struck an ISIL tactical unit and destroyed an ISIL heavy machine gun, an ISIL light machine gun, and five ISIL fighting positions.
    * Near Sultan Abdallah, one strike destroyed an ISIL vehicle.

    Strike assessments are based on initial reports. All aircraft returned to base safely.

  4. Saudiarabien will Bodentruppen in den syrischen Bürgerkrieg entsenden. Sollten die übrigen Staaten des Anti-IS-Bündnisses einwilligen, seien die Soldaten sofort einsatzbereit, sagte der saudiarabische Militärsprecher Ahmed Asiri am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP.

  5. Gemäß (NLD) http://nos.nl/artikel/2085203-turkse-grens-met-syrie-blijft-zeker-tot-maandag-dicht.html
    hält die Türkei ihre Grenze zu Syrien für Flüchtlinge aus ALEPPO, die den Angriffen der Regierungstruppen nach vorausgegangenen CAS und INT der RUS Lw bis Montag geschlossen. Dies widerspricht der heutigen Stellungnahme von Davotoglu, der zusagte 70.000 umfassend zu versorgen.
    Kurzer Erläuterung zur NLD Kartendarstellung:
    – regeringsleger = Regierungstruppen
    – schwarze Pfeile = Fluchtweg aus ALEPPO
    – gelb = kurdisch
    – rosa = Assad
    – weiß = anti-Assad, einschließlich Daesh.
    ALEPPO ist zu ca dreiviertel eingeschlossen.
    NOS Correspondent Lucas Waagmeester spekuliert, bei anhaltenden koordinierten RUS – SYR Angr gegen ALEPPO wird das Gebiet ‚entvölkert“ werden.
    (Waagmester berichtet aus ALEPPO.)
    Am Grenzübergang Kilis-A’zaz, 70 Km nördlich ALEPPO, waren heute keine Flüchtlinge festzustellen.

  6. „… hält die Türkei ihre Grenze zu Syrien für Flüchtlinge aus ALEPPO, die den Angriffen der Regierungstruppen nach vorausgegangenen CAS und INT der RUS Lw bis Montag geschlossen. Dies widerspricht der heutigen Stellungnahme von Davotoglu, der zusagte 70.000 umfassend zu versorgen.“

    Die Versorgung erfolgt wohl auf SYR Gebiet, daher kein Widerspruch, m.E.

  7. Das KSA hatte in den vergangenen Tagen eine aktive Rolle beim Einsatz von Bodentruppen – im Rahmen CJTF OEF – angeboten. Dies ist insofern erstaunlich, als dass die Saudis bisher nicht nur die Hände in den Schoß gelegt haben, sondern vielmehr als Förderer von Daesh gelten. Rein militarisch betrachtet verwundert die Offerte, zumal die „Erfolge“ der saudischen Streitkräfte im benachbarten Jemen alles andere als vorzeigbar sind.
    Was kann also der Zweck dieses Ansinnens sein?
    KSA und der Iran streiten um die Position als Hegemon, nicht nur auf der arabischen Halbinsel, sondern in Nah-/Mittelost überhaupt. Die jeweiligen Stellvertreter, Daesh/sonstige Oppositionsgruppen sowie die Assad-Fraktion mit Russland im Hintergrund gehen in den Endkampf. Angesichts der Lage im syrischen Aleppo neigt sich das Pendel in Richtung der schiitischen Gemeinschaft um Assad, was einem Erfolg des Irans gleichkommt.
    Die Macht dies zu verhindern haben allein die USA. Insofern zielt die saudische Offerte allein auf U.S. boots on the ground zur Wahrung saudisch-sunnitischer Interessen.
    Wenig erstaunlich daher die ablehnende Haltung aus Teheran. http://www.nytimes.com/2016/02/07/world/middleeast/iranian-commander-dismisses-saudi-role-in-syria.html?partner=rss&emc=rss&_r=0
    Dass der syrische Außenminister ins gleiche Horn stößt, vermag dabei ebenfalls kaum zu verwundern; eine aktivere U.S. Rolle wäre auch für die traditionell freundschaftlich Kurden von Vorteil, was Ankara unter allen Umständen unterbinden will.
    http://m.voanews.com/a/syrian-foreign-minister-warns-saudi-arabia-others-not-to-send-troops/3179820.html

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