Notizzettel: Reserve für die Flüchtlingshilfe

Roderich Kiesewetter hat in seiner Rolle als Präsident des Reservistenverbandes am 20. September die Mitglieder zur Unterstützung bei der Flüchtlingshilfe aufgerufen. Der Text im Wortlaut findet sich hier. Zur Rechtsstellung der Reservistenheißt es wörtlich:

Der Generalinspekteur der Bundeswehr ist bereit, großzügig Reservistendienstleistungstage in dieser für uns alle einzigartigen Situation bereit zu stellen. Im Status Soldat erfolgt die Unterstützungsleistung dann im Rahmen einer Amtshilfe der Streitkräfte nach Artikel 35 (1) Grundgesetz.

Interessant dürfte sein, wo und wie viele Helferinnen und Helfer sich in der Reserve finden. Im Zusammenhang der deutschen Beteiligung bei der Bekämpfung der Ebola-Epidemie im September des vergangenen Jahres hatten sich meines Wissens deutlich mehr freiwillige Unterstützer gemeldet, als benötigt wurden.

137 Gedanken zu „Notizzettel: Reserve für die Flüchtlingshilfe

  1. @KlausK | 26. September 2015 – 14:22

    Bezüglich Ihrer Ausführungen zur RSU:

    Über den Sinn eines Auftrages mag man streiten können, aber die RSU erlaubt den schnellen Zugriff auf beorderte und strukturiert geführte Reservisten.

    Natürlich will nicht jeder in die RSU, aber es gibt ordnerweise auch Bewerbungsschreiben für diese Stellen.

    Für mich sind die Regionalstäbe keine Fehlentwicklung. Das LKdoBY war zu weit weg und die Regionalen Planungs- und Unterstützungstrupps waren personell zu klein um effektiv bei Urlaub oder Krankheit funktionieren zu können.
    Das LKdoBY hat Dutzende andere wichtige Aufträge. Gut dass die Hauptsorge für RSU, BVK und KVK nun bei den Regionalstäben liegt.

    Von der „Cocktailfront“ wurde zwar oft in Bezug auf BVK / KVK geredet, aber begegnet ist sie mir noch nicht.
    Reservisten leisten hier staatliche Aufgaben, die früher Aktive hatten. Letztendlich sind sie in ihrer Region das Gesicht der Bw, wenn es um Katastrophenhilfe geht.
    Ein Reservist, der für einen überschaubaren Zeitraum Dienst in einem aktiven Verband leistet hat immerhin „professionelle“ Kameraden zur Seite, die notfalls seine Schwächen abfedern.

    Wo man letztendlich Dienst tut hängt auch vom persönlichen Zeitrahmen ab. Es macht einen Unterschied ob man pro Jahr 2 x 2 Wochen einbringen kann oder viele Wochenenden und Abende. Einen „Blitzeinsatz“ im K-Fall mit seinen beruflichen Verpflichtungen in Einklang zu bringen ist auch nicht ganz trivial.

    Letztendlich handelt es sich bei allen Reservisten um ein freiwilliges Engagement. Man sollte hier nicht gegeneinander aufrechnen.

  2. @ Memoira
    Ich habe gar nicht behauptet, dass Soldaten irgendwie erfahrener außerhalb ihres Spezialgebietes sind.

    Das bezog sich primär auf die Ansicht der Helfer, die BW könnte besser die Security machen als der Sicherheitsdienst oder die Helfer. (Wobei es ja durchaus ein Zeichen für Professionalität ist, zu erkennen wo man an seine Grenzen stößt und das klar zu kommunizieren. Heisst aber halt nicht, dass die Alternativen das besser hinkriegen.)

    Ein bisschen ging es auch an den hier durchklingenden Glauben, wenn die Reserve kommt wird das schon irgendwie laufen, die Zivilisten seien halt nur zu blöd und unorganisiert.

    Der Kommentar von KlausK mit dem „Blitzableiter“ und den „Hausfrauen mit Helfersyndrom“ ist da ein schönes Beispiel. Es braucht schon ne gehörige Portion Ignoranz, nicht zu erkennen dass die Helfer schon längst in der Lage drin stecken, und nichts fordern was sie von sich selbst nicht auch abverlangen. (Sorgt aber durchaus für eine gewisse Kritikbereitschaft. Wer etwas leistet, ist eben nicht zufrieden wenn jemand „nominell professionelleres“ weniger leistet und dazu noch mehr stört.)

    @ KlausK
    Situation, die durch eine mehr oder weniger unbedachte Rede von BK Merkel ausgelöst wurde

    Bullshit. Machen Sie sich doch einfach mal über den zeitlichen Verlauf, die Füchtlingszahlen und den Umgang mit den Menschen vertraut. Dann werden Sie die Behauptung, die Menschen wären wegen Merkel nach Europa gekommen, oder hätten wegen Merkel aus Ungarn weg gewollt, hoffentlich nicht nochmal aufstellen.

    Dass der Bundesinnenminister, der für mehr Flüchtlinge so gar nicht vorplante (ist ja Sache der Länder und Kommunen), und s

  3. @Panzermann | 26. September 2015 – 18:28
    „Bei den braunen Sprüchen die ich aus meiner Erfahrung mit Reservisten immer mal wieder zu hören bekommt, wundert es mich nicht.
    Zudem sind mir jede menge Afd, -gida sympatisanten im Reservistenkreisen bekannt die in ihrem Umfeld seierzeit zu Thema NSU sich mehrfach ich will es mal so ausdrücken Staatsfeindlich geäussert haben.[…]
    da ja jedem bewusst sein sollte, das die ehemaligen Grundwehrdienstleistenden nun mal aus der Mitte der Gesellschaft stammen. Und Rechtspopulismus war schon immer ein Thema in der Bundesrepublik.“

    Wenn das so ist, dann sollten Sie die Bw, Reservisten und die Mitte der Gesellschaft besser meiden; evtl.auch dieses Blog.
    Ich habe solche Erfahrungen jedenfalls signifikant nicht gemacht.
    Aber die wahrgenommene Intensität des sog. Rechtpopulismus hängt eben auch von der eigenen Position im pol. Koordinatenkreuz ab.

  4. @Sachlicher u. Thomas Melber:
    Ich bin bzgl. eines umfassenden Einsatzes des Kdo SKB schlichtweg skeptisch, da

    1) weiterhin eine saubere ressort- und länderübergreifende Planung und Koordination fehlt und
    2) die Bundeswehr eben nicht gerade die Ausgeburt der „deutschen Flexibilität“ ist.

    Vielmehr komt hier eben – auch aus meiner Sicht – oftmals die Haltung durch:
    Wenn das mal die Bw machen würde.

    Der Laden ist ja schon mit der Organisation des eigenen Alltags überfordert.
    Man schafft es ja bisher ja seitens Kdo SKB und Kdo TerrAufg ja offenbar auch nicht den eigenen Bereich (einschl. Reservisten) vernünftig zu koordinieren.

  5. @ KlausK | 26. September 2015 – 14:22
    Ihre Einlassungen zu den „Hausfrauen“decken sich nicht mit meinem Erfahrungshorizont, im Gegenteil. Es ist ganz sicher gut, dass Sie im Dunkeln lassen, was in Ihren Augen eine „linksgerichtete Organisation“ ist, aber auch hier kann ich Sie beruhigen, dass nicht jede Hausfrau in Berlin, trotz „linker“ politischer Prämisse, die FDGO für einen Anhalt für Rhetorik und Handlung definiert, sondern durchaus als Maßstab.

    @J.R. | 25. September 2015 – 22:20
    Letztlich bleibt Ihre Eschoffiertheit leider bedeutungslos, da Sie nicht anders rhetorisieren als Sie es Ihrem Gegenüber vorwerfen. Weswegen ich aber Ihnen nicht das Wort nehmen möchte.

    der durchschnittliche deutsche Reservist (über 50, keine Sprachkenntnisse Arabisch oder Persisch, womöglich nichtmal nen Facebook-Account)
    Nicht ganz richtig. Der durchschnittliche Reservist ist 85 Jahre alt und hat natürlich keinen dieser heißbegehrten wie seltenen Facebook Accounts-ich find das wahnsinnig beeindruckend, dass Sie sowas zu haben scheinen – sondern einen Fernschreiber im Keller. Modellreihe General Alert.

  6. @ Sachlicher
    Der durchschnittliche Reservist ist 85 Jahre alt

    Ist das nicht ein Zahlendreher drin, und es sind 58 Jahre, oder so? ;)
    (2012 waren 50% über 50 und gerade mal 10% der Reservisten unter 30.)

  7. Und ja. in der Alterklasse 55+ haben weniger als 10% der Deutschen einen Facebook-Account. Da war das „womöglich“ noch recht zurückhaltend formuliert.

    Tut mir leid wenn Ihnen die Statistiken nicht passen.

    Aber das wirksamte Vorgehen wäre, diejenigen zu unterstützen, die am meisten beizutragen haben. Und das ist halt nicht der Reservistenverband.

  8. @mediator
    Gerade das LKdo BY belegt meine Aussagen zur RSU: erst wurde argumentiert, dass BY aufgrund seiner Größe 3 RSU brauche, anschließend dass aufgrund der Entfernung der RSU Regionalstäbe gebraucht werden. So war die Reihenfolge! Und im Ergebnis wurden die Abteilungen massakriert, weil man nun personalneutral aus einem Stab drei RegStäbe ausschwitzen musste. Der damalige STAN – Vorschlag lautete bspw. für S6 9 Köpfe (die anderen Zahlen sind mir nicht mehr geläufig); 1 mehr als in BW wegen der msc. Und was ist übrig davon – die meisten sitzen in den RegStäben!!!!!!

    @JR
    Bullshit!
    Ich denke genau das ist kein Bullshit – auch die Europäer sehen das z.T. so, dass BK Merkel etwas ausgelöst hat, was sie nun mit auslöffeln sollen.

    @Sachlicher

    Ok, das mit den Hausfrauen war überspitzt formuliert, aber der Kern der Aussage passt.

  9. Neben Feldkirchen und Oerbke soll nun auch in Erding ein sog. Warteraum eingerichtet werden. Ausgewählt wurden Teilbereiche des ehem. Fliegerhorstes. Beim Kommunikationsverhalten der verschiedenen Ebenen scheint es weiter erhebliche Probleme zu geben („Der Bund schweigt, Erding schäumt“, Merkur.de).

    Es ist weiter nicht erkennbar, wie die einzelnen Behörden und Organisationen ineinandergreifen. Es gäbe für alle – einschl. Reservisten – genug zu tun (z.B. Entlastung der Truppe bei der Bewachung von Liegenschaften in geteilter Nutzung wie in Erding).

    Nur leider betreiben die Spitzen weiterhin Mikromanagement (siehe Flüchtlingsgipfel).

    Weiterhin unklar ist daher die erwartete Gesamtlage (Anzahl neuer Flüchtlinge in 2016?), das Ziel, die jeweiligen Verantwortlichkeiten, die notwendigen Ressourcen, etc. Selten war die Strategieunfähigkeit von Politik und Verwaltung so offensichtlich.

    Und mittendrin sollen ein paar Reservisten noch die Relevanz ihrer Organisation belegen. Damit der Verband auch weiter großzügig aus dem EPl 14 alimentiert werden kann.

  10. In der Tat sind die zuständigen Behörden auf den 3 Ebenen Bund-Land-Kommune nicht wirklich koordiniert, weil die dazu nötigen Datenbanksysteme nicht miteinander vernetzt, bzw. nicht interoperabel sind. So sieht also die „Vernetzte Sicherheit“ in der Realität aus.
    Eine zentrale Steuerung scheitert also schlichtweg an den föderalen Ressort-zentrischen bundesdeutschen Verwaltungs(infra)strukturen. Das trifft natürlich auch auf eine zentrale Steuerung der Kapazitäten des BMVg zu. Diese Staatsverwaltung ist nicht load resilient. Auch das eine Folge des „commercial approach“ inkl. einer just-in-time-Logistik inkl. dynamischen Verfügbarkeitsmanagement. Es ist einfach nur noch unfassbar.
    Man kann einfach nur jedem aktiven Soldaten und Reservisten raten, sich bloß nicht freiwillig beim Dienstherren zu melden, sondern nach Dienst, nach dem Arbeitstag zum nächsten Bahnhof zu fahren und sich dort als freiwilliger Helfer zur Vfg. zu stellen…

  11. @J.R.:
    „2012 waren 50% über 50 und gerade mal 10% der Reservisten unter 30.“

    Das ist unzutreffend. Sie beschreiben da die Altersstruktur des Reservistenverbandes in 2012 (ist dem Spiegel-Artikel, aus dem Sie die Zahlen mutmaßlich haben, auch eindeutig zu entnehmen), daraus auf die Struktur der Reservisten insgesamt zu schließen, dürfte unzulässig sein. Aus der Altersstruktur des Bundeswehrverbandes läßt sich ebensowenig auf die Altersstruktur der Bundeswehr schließen wie aus der Altersstruktur der IG Metall auf die Struktur der in der Metallindustrie Beschäftigten, ebenso ist es auch beim Reservistenverband und den Reservisten. Jeder, der auch nur einen Tag in der Bundeswehr gedient hat, ist nach seinem Ausscheiden aus dem Wehrdienstverhältnis Reservist, nur ein Bruchteil davon organisiert und engagiert sich dann im Reservistenverband, der sich nichtsdestotrotz für alle Reservisten zuständig fühlt.

  12. „Der durchschnittliche Reservist ist 85 Jahre alt“

    Evtl ist dies ja das Durchschnittsalter der Mitglieder im VdRBw ;-)

    Könnte es sein das Reservisten und Mitglieder im VdRBw zwei unterschiedliche Personengruppen sind?

    In jedem Fall steigt das Durchschnittsalter in beiden Gruppen.
    Wer hat einen Überblick über die Anzahl, Einsatztauglichkeit, Anschrift, ausgeübte Berufe und Fähigkeiten der möglichen zur Verfügung stehenden Reservisten?

  13. @Klausk
    Schade dass das mit den Nachlesen nich geklappt hat.
    – Zeit: *De Maiziere rechnet mit 800.00 Flüchtlingen“ (19.08.)
    – Flüchtlinge auf der Balkanroute versiebenfacht: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1050186.html (27.08.)
    – Merkel „Wir schaffen das!“ (31.08)

    Bedauerlich wie Fakten einfach vergessen werden wenn sie nicht ins Weltbild passen.

  14. Endet die Wehrpflicht/Fähigkeit nicht mit normalerweise(d.h. nicht mit dem Rücken zum Abgrund mit dem letzten Aufgebot) 45 oder 46 Jahren?

  15. @klabautermann:
    Eben das ist die vernetzte Sicherheit in der Realität.
    Dem Innenminister war das Problem – nach eigener Aussage – schon länger bekannt, er befürchtete jedoch einen öffentlichennAufschrei, wenn er eine IT-mäßige Vernetzung fordert (Quelle: PK des BMI zur Ernennung von Herrn Weise).
    Da zeigt sich wieder der Staatsdiener TdM.

    Mittlerweile wird das IT-Problem in einer Machbarkeiststudie untersucht – es gibt aber auch noch rechtliche Probleme (Datenschutz). Man wird es kaum glauben, aber Gesetze können genau die mitverändern, die andauernd auf Gesetze verweisen.
    Rechtsänderungen, Aufwand, Zeit und Kosten stehen noch nicht fest.
    Man hat es noch nicht mal geschafft die notwendigen (?) Gesetzesänderungen (noch ist nicht mal klar was geändert werden muss. bzw. soll) in die Kabinettsvorlage für kommenden Dienstag einzubringen (man prüft ja noch…. Zeitplan unbekannt).

    Wie man unter diesen Bedingungen die Bearbeitungszeit (zentrales Ziel) verringert werden soll, bleibt unklar.

    Zumal unter anderem für die nichtvernetzte Erfassung von Flüchtlingen (3-fach Arbeit) nunmehr Soldaten eingesetzt werden sollen. Dabei auch Reservisten?

    Da scheint es ja auch zwischen dem Präsidenten des VdRBw und dem HGF unterschiedliche Ansichten zu geben.

    Wie war das mit „deutsche Flexibilität“ und „wir schaffen das“?

    Das Problem geht jedoch weit über den IT-Bereich hinaus:
    Hier zeigt sich, dass weite Teile unseres Staatswesen (einschl. der Streitkräfte) nicht aus den Denkweisen einer Ministerialbürokratie herauskommen, die auf ein stabiles Umfeld und regelorientiere Handlungsweisen ausgelegt ist.

    Es gibt eben einen elementaren Unterschied zwischen Führung und Management.
    Der wird derzeit mehr als offensichtlich.

    Und irgendwo in diesem Chaos schreibt diese Bundesregierung ein neues Weißbuch (Vernetzung!).
    Die Lücke zwischen reden und handeln wird offenbar immer größer.
    Da helfen dann auch ein paar Reservisten nicht.

  16. Wenn auch kein Reservisten Thema, auf dem TrÜbPl Bergen wurde zum Teil der Schieß-und Übungsbetrieb eingestellt damit die Flüchtlinge in Oerbke nicht weiterhin traumatisiert werden…

  17. Nachtrag zur „Vernetzung der Behörden“
    Hier der O-Ton aus der BPK vom 21.09.2015:

    „FRAGE: Eine Frage an das Innenministerium zur Handlungsfähigkeit des BAMF: Es wurde vorhin auf der Pressekonferenz auch kurz angesprochen, dass das IT-System des BAMF in die Kritik geraten ist. Inwiefern gibt es Ansätze, das IT-System zu verbessern? Gibt es Ansätze, tatsächlich Schnittstellen mit anderen Behörden zu schaffen, und wenn ja, mit welchen?

    DR. DIMROTH: Es sind bereits konkrete Maßnahmen zur Behebung dieser Schnittstellenproblematik angelaufen. Dabei geht es insbesondere um die Kooperation zwischen dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, der Bundespolizei und den zuständigen Länderstellen. Insofern ist das Problem identifiziert, und es ist sozusagen angegangen worden, die beschriebenen Hemmnisse, die allerdings in Teilen auch rechtlicher Natur sind darauf möchte ich noch einmal hinweisen , zukünftig zu beheben. Falls und soweit dazu Rechtsänderungen erforderlich sein sollten, müssten diese dann auch zeitnah auf den Weg gebracht werden.

    ZUSATZFRAGE: Was heißt „zeitnah“? Wann soll da also konkret etwas passieren?

    DR. DIMROTH: Wie gesagt: Das Problem als solches ist identifiziert, und es gibt entsprechende Überlegungen dazu, wie diese Hemmnisse abzubauen sind. Noch einmal: Das stößt alles auch an rechtliche Grenzen, weil Übermittlungsbefugnisse selbstverständlich unter Datenschutzgesichtspunkten zu sehen und auszugestalten sind. Eben daran muss man auch zukünftige Regelungen messen, an denen wir arbeiten, soweit erforderlich. Einen konkreten Zeitpunkt kann ich Ihnen da nicht benennen.“

    Das Datenschutzproblem gibt es natürlich nicht, wenn man – wie bisher -die gleichen Daten mehrfach erhebt (oder Daten per mail versendet und händisch in das nächste System eingibt). Aus den Anmerkungen kann man auch erkennen, dass man eigentlich gar nicht bereit ist die rechtlichen Grenzen entschlossen anzupassen.

  18. @ Zimdarsen | 27. September 2015 – 12:29

    Könnte es sein das Reservisten und Mitglieder im VdRBw zwei unterschiedliche Personengruppen sind?
    Exakt darauf wollte ich hinaus. Es ist zwar nicht die feine Englische Art, und ich bitte J.R. auch um Entschuldigung dafür, aber wenn nach 3 Seiten Kommentare in einem, ziemlich grundlos, recht belehrenden und hart formulierten Post -die Anmerkung sei bitte gestattet-das Verbandsmitglied immer noch mit dem beorderten Reservisten gleich gesetzt wird, dann sah ich mich berufen zu scherzen. Ich versuche das zu unterlassen.

    Zum Kern der Problemlage stellten Memoria | 27. September 2015 – 8:56 und klabautermann | 27. September 2015 – 10:57 nochmal ein paar der Steine dar, die insgesamt bewegt werden müssten.

    Zu Ihren konkreten Fragen:
    In jedem Fall steigt das Durchschnittsalter in beiden Gruppen.
    Beim Verband: ja.
    Bei den Beorderungstruppenteilen: gefühlt ja, wäre ohne belastbare Zahlen hier (insbesondere außerhalb RSU-Kr und KVK) vorsichtig, ansonsten: in manchen Bereichen regeneriert sich das ganz gut in manchen eben nicht, bzw: Sascha W. | 27. September 2015 – 11:13


    Wer hat einen Überblick über die Anzahl, Einsatztauglichkeit, Anschrift, ausgeübte Berufe und Fähigkeiten der möglichen zur Verfügung stehenden Reservisten?

    In der Gesamtheit: Der Mobfeldwebel des Beorderungstruppenteils für seine Beorderten ganz sicher. Und da SAP auch im Bereich Personalverwaltung Reserve nunmehr ausgerollt ist/wird, sollte sich das positiv entwickeln.

    Btw: der Wille zur Pflege der Datensätze soll nicht mein Thema sein, theoretisch geregelt ist das.

    Ohne den Punkt Einsatztauglichkeit und ausgeübter Beruf: hatten verfügbar UND konnten die Karrierecenter zu jedem Wehrdiener gleich welchen Status mit einer normalen Fehlerziffer bereitstellen-da gibt es ein paar Fallstricke zu beachten, aber im Grundsatz ist das so.

    Alles in Allem geht es aber wieder auf die Kernfragen des Wehrersatzwesens (hier: ohne Wehrpflicht) zurück. Diese müssen durch die Bw beantwortet werden. Zur Rolle des Verbandes, habe ich meine Meinung gesagt. Ich bin aber ggü der Bw fair genug, um zur Kenntnis zu nehmen, dass die beiden letzten Vorsitzenden des Verbandes MdB waren/ist, der Verband ganz gut im Politbetrieb versteht seine Interessenfäden zu ziehen. Es ist und bleibt schwer für ein Exekutivorgan sich da zu emanzipieren und durchzusetzen.

    @ KlausK | 27. September 2015 – 8:43
    Danke für die Antwort und darin enthaltene Erläuterung.

  19. @JR
    Aber genau diese Worte „Wir schaffen das“ und „Das Asylrecht hat keine Obergrenze“ waren das Aufbruchsignal für Tausende. Lies mal, was in Kroatien und den Nachbarländern los ist.

  20. Klabautermanns Ratschlag von heute 10:57: BZ wider Willen! :-) Musste spontan an den gequälten Blick der Schiffswachtmeister, Personalbootsmänner und San-Meister denken, die das „Vergnügen“ haben, mich papiermäßig ein- und auszuschleusen, wenn es mal wieder aufn Kahn geht…
    Spaß beiseite: Wie können solche gravierenden Aufwuchsprobleme entstehen (spannende Frage, aber für den Fortgang unwichtig) und, vor allem, warum werden sie so schulterzuckend hingenommen? Wäre es nicht an der Zeit – Vorsicht Sarkasmus – eine Armada an Kommissionen aufzustellen – Provinienzschlüssel Aktive intern, Consulting, Parlamentarier, Honoratioren/Reservistenfunktionäre?

  21. In einem Interview mit der WAZ-Gruppe (derwesten.de, Von der Leyen: „Brauchen Russland um Frieden zu schaffen“) kündigt die Ministerin an, dass bald „bis zu 1000 Kräfte der Bundeswehr“ für die Beschleunigung der Asylverfahren eingesetzt werden.

    Ob das die gleichen 1000 sind, die Herr Weise als Pesonalverstärkung angekündigt hatte (wobei die bisher zugestandenen zusätzlichen 2000 Stellen noch nicht besetzt sind ) und dabei u.a. auf BA und Bw zurückgreifen will?
    Sollen da auch Reservisten unterstützen (wie im obigem Aufruf des Präsidenten erwähnt)?

    Wer soll das sein? Wie soll das gehen (freiweillig?) Wie lange soll dies andauern?
    Und warum wird dies – mal wieder – in der Presse verkündet?

  22. @KlausK @JR
    Was sind die Wenigen aus dem Umkreis Kroatien gegen diese Zahlen: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1054936.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=https://www.google.de/
    Das Schleusergeschäft konzentriert sich offenbar auf den Hindukusch. Die Sicherheit, die wie dort verteidigen(t)en kommt jetzt zu Besuch. Offenbar greift das Gerücht „Deutschland nimmt nur bis zu 800.000 auf, … Beeilung.“
    Kann bei Syrern/Iranern noch adäquate schulische/berufliche Ausbildung in Teilen angenommen werden, ist dies, wie wir wissen, bei Afghanen eher nicht der Fall.
    Das Thema Grenzsicherung/Obergrenze wird allein durch den Winter verzögert werden.
    Andererseits wird die Gefahr zuwandernder terroristischer/krimineller Gewalt auf den Tisch kommen und proportional steigen. Afghanen werden viel eher als sonstige Migranten auf durchaus bereitetem Boden landen, da nicht wenige seit den 70ern Fuß fassen konnten. Der natürliche Drang neuer Flüchtlinge sich heimisch zu fühlen, wird sich in solche Bereiche ergießen. Es werden sich Getto-Areale aufgrund von Segregation bilden: Man sucht und findet die „Seinen“, mit denen Identifikation und Unterscheidung von Anderen leicht fällt.

  23. @ Klaus-Peter Kaikowsky
    Andererseits wird die Gefahr zuwandernder terroristischer/krimineller Gewalt auf den Tisch kommen und proportional steigen.

    Die Grundannahme hier ist, dass Zuwanderer krimineller/terroristischer seien als Einheimische. Entspricht halt nicht den Tatsachen.

    Und nein, die afghanische Community in Deutschland lebt nicht in Ghettos, sondern gilt als besonders gut integriert. (Siehe etwa DW)

  24. T.Wiegold | 27. September 2015 – 15:25
    @803er

    Eigene Kenntnis oder Quelle?

    Man kennt den ein oder anderen. Abgestritten wird es. Mal wieder ne deftige Grauzone.
    Hab ich ne Quelle, kommt sie.

    [Ich hab‘ mal die eckigen Klammern durch spitze ersetzt, damit es auch ein blockquote wird… BTW, warum haben Sie Ihren Nick geändert? T.W.]

  25. In einem (auch im Brief des VdRBw-Präsidenten erwähnten) Drehkreuz gibt es erhebliche Personalprobleme:
    http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/fluechtlinge-in-heidelberg-zentrale-aufnahmestelle-bleibt-im-probebetrieb/-/id=1622/did=16222510/nid=1622/krp7e4/

    Sollen u.a. dort in großer Zahl Soldaten bzw. Zivilangestellte bei der Registrierung das BAMF unterstützen (siehe Interviewte vdl)?

    Nun wird das Land insbesondere von der Realitätsverweigerung und Zögerlichkeit des Bundesinnenministers eingeholt. Der Mann, der stets die Bedeutung von Ordnung betont, hat durch sein Unterlassen ein Großteil der anhaltenden chaotischen Zustände erzeugt.

  26. @Hans Schommer

    Danke für die Aufklärung. Das Forum wirkt für meine Begriffe sehr fokussiert auf Technik.

    Zu Ihrer Wertung: Mein Vorschlag oben war einfach als Anregung gedacht, die sicher nicht den politischen Zeitgeist nach Wohlfühlromantik bedient.
    Überlegungen, die sich ausschließlich daran orientieren, bringen aber doch schließlich auch niemand weiter?

  27. Etwas weniger Chaos am Lageso

    Weil die Behörden am Wochenende nicht geöffnet sind, kommen an Montagen besonders viele Flüchtlinge zum Berliner Lageso. Die Folge: Chaos. Ein Krisenstab hat versucht, die Lage zu verbessern, leicht umzusetzen sind die Maßnahmen aber nicht. Immerhin herrscht heute etwas weniger Chaos als zuvor, auch wenn die Bundeswehrsoldaten nicht erschienen sind.

    Weitere zehn Bundeswehrsoldaten, die am Montag im Lageso als Registrierhilfen geschult werden sollten, erschienen jedoch nicht. Die Bundeswehr hat die Aktion für diesen Tag abgesagt.

    http://www.rbb-online.de/politik/thema/fluechtlinge/berlin/2015/09/etwas-weniger-chaos-am-lageso.html

  28. @Memoria

    Als Bestätigung würde ich das nicht bezeichnen…

    Aus dem Protokoll der BPK:

    FRAGE JUNG: Herr Flosdorff, in Bezug auf das Thema Flüchtlinge hatte ich schon am Freitag nach dem Truppenübungsplatz in Bergen gefragt, der ja neben einer Flüchtlingsunterkunft in Oerbke liegt. Ich habe am Wochenende gehört, dass diese Truppenübungen erst einmal ausgesetzt worden sind. Können Sie das bestätigen?

    FLOSDORFF: Ob die am Wochenende ausgesetzt worden sind oder nicht, kann ich Ihnen nicht bestätigen. Ich kann Ihnen nur davon berichten, dass wir bemüht waren, die Übungen, die wir notwendigerweise durchführen müssen, um die Truppe für die ganzen Einsätze und Verpflichtungen, die wir innerhalb der NATO haben, in Übung zu halten, an die andere Seite des Platzes zu verlegen, sodass sie nicht unmittelbar neben diesen Unterkünften stattfinden. Aber dazu, ob jetzt über das Wochenende hinweg und, falls ja, aus welchen Gründen etwas ausgesetzt worden ist, haben mich keine Nachrichten erreicht; dafür bitte ich um Verständnis.

    ZUSATZFRAGE JUNG: Gibt es denn auch noch andere mögliche Truppenübungsplätze, auf denen das stattfinden könnte, die nicht neben einem Flüchtlingslager liegen?

    FLOSDORFF: Wir haben natürlich eine ganze Reihe von Truppenübungsplätzen, aber wir haben in den vergangenen Wochen all unsere Einrichtungen und Liegenschaften, die wir haben, intensiv darauf überprüft, ob man möglicherweise Flüchtlinge darin unterbringen kann. Wir haben mittlerweile Stand heute – 61 unterschiedliche Standorte in Deutschland, an denen wir Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen haben. Es ist natürlich nicht verwunderlich, dass Kasernen, über die wir verfügen, häufig Liegenschaften sind, die in der Nähe von Truppenübungsplätzen liegen. Insofern bitte ich um Verständnis dafür, dass wir sehr bemüht sind, dort Raum zu schaffen und zu schauen, dass das auch wirklich hervorragende Räumlichkeiten sind. Gerade die Liegenschaften, von denen Sie gerade sprechen, nämlich die in Bergen und Fallingbostel, sind sehr ansprechende und sehr gut geeignete Liegenschaften mit einem hohen und modernen Standard. Dort werden wir auch Flüchtlinge unterbringen, wenn es denn geht.

    (Sie werden ja noch ein richtiger Tilo-Jung-Fan…)

  29. @T.W.:
    In den „Bemühungen“ die Übungen zu verlegen, sehe ich (meine Interpretation) eine Bestätigung, dass man die Lage der Flüchtlinge berücksichtigt.

    (Mir war schon klar, dass sie auch vor Ort waren, die Video-Mitschnitte sind in ihrer Ratlosigkeit so schön entlarvend… Die Frageweise von Jung bleibt mir jedoch weiterhin fremd).

  30. Man muss natürlich sagen das im Moment @Bergen und @Munster ILÜ Zeit ist. Das nimmt sich das Heer sicher nicht.
    Herr Flosdorff windet sich wie ein Aal. Der Übungsbetrieb wird vom Westen in den Osten des Platzes verlegt. Also weg von den Flüchtlingen. Und so wird es auch vor Ort von Angehörigen des Platzes bestätigt.

  31. Flucht nach Deutschland: CDU-Vize Strobl will Bundeswehr in Flüchtlingskrise einsetzen

    Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland, die Union sucht nach Lösungen für die sich daraus ergebenden Probleme. CDU-Vize Strobl plädiert im SPIEGEL dafür, die Situation mit Soldaten „in den Griff“ zu bekommen.

    Flucht nach Deutschland: CDU-Vize Strobl will Bundeswehr in Flüchtlingskrise einsetzen… http://t.co/VkeFuVYdjb— SPIEGEL ONLINE alles (@SPIEGEL_alles) 1. Oktober 2015

  32. Hm. jenseits der marikigen Überschrift relativiert sich das dann schon:

    Die Soldaten „könnten helfen, die Lage zu entspannen“, sagte Strobl dem SPIEGEL. So wäre es sinnvoll, Stabsärzte zu verpflichten, in den Flüchtlingsheimen Impfungen vorzunehmen.

    Nun sollte man die ganze Geschichte abwarten, aber so wie es aussieht: Keine Rede vom Einsatz der Bundeswehr im Innern mit militärischen Mitteln. Und ich rate weiter dringend dazu, den hier nicht herbeizurden/wünschen.

    Nebenbei: Ich vermute stark, dass man Stabsärzte nicht verpflichten muss, in den Flüchtlingsheimen Impfungen vorzunehmen – die tun das auch so. Insofern klingt das schon nach einer CSU-Luftnummer – oder wurde von den Spiegel-Kollegen ein wenig aufgeblasen.

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