Exercise Watch: Vorbereiten auf Trident Juncture

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Es ist zwar noch eine Weile hin, aber mit dem Zusammenstellen von Informationen sollte ich schon mal anfangen… Vom 28. September bis zum 6. November läuft Trident Juncture 2015, mit 25.000 Soldaten die wohl größte Übung der NATO seit dem Ende der Blockkonfrontation in den 1990-er Jahren. Schwerpunkt wird Südwesteuropa mit Italien, Spanien und Portugal (irgendwann im vergangenen Jahr mal geäußerte Überlegungen, angesichts der Ukraine-Krise diese Übung in den Osten des NATO-Gebiets zu verlegen, wurden vor allem aus Kostengründen ganz schnell beerdigt).

A high visibility exercise that will showcase NATO on the world stage, sagt die Allianz selbst über diese Übung. Im Lead ist das NATO Joint Forces Command in Brunssum in den Niederlanden und damit dessen Chef, der deutsche Vier-Sterne-General Lothar Domröse. Der Zweck von Trident Juncture (TRJE):

The purpose of TRJE15 is to train and test the NATO Response Force, a high readiness and technologically advanced force comprising of land, air, maritime and special forces units capable of being deployed quickly on operations wherever needed.

Auch in Deutschland, das mit rund 3.000 Soldaten und vor allem mit dem Multinationalen Kommando Operative Führung aus Ulm beteiligt sein ist, laufen die Vorbereitungen. Der Bundeswehr-Sender Radio Andernach hat dazu zwei Beiträge produziert, die ich mal zum direkten Nachhören verlinke:

Zu den Hintergründen von Trident Juncture 2015:

Trident%20Junctur%202015%20Teil%201.mp3     

 

Zur Logistik:

Trident%20Junctur%20Teil%202.mp3     

 

 

19 Gedanken zu „Exercise Watch: Vorbereiten auf Trident Juncture

  1. @TW
    Kostengründe sind es nicht unbedingt – aber: TRJE15 ist auch eine Volltruppenübung mit allen Component Commands und entsprechendem Besucherverkehr.

    Da ist es erheblich einfacher, dies in West-Europa durchzuführen.

    TRJE15 – The EX to be!

  2. Das Multinationales Kommando Operative Führung / Multinational Joint Headquarters Ulm, das als OHQ auch den Kern eines Hauptquartiers auf militärstrategischer Ebene (EU Operation Headquarters) stellt, umfasst etwa 450 Dienstposten. Wenn der DEU Anteil bei Trident Juncture 3.000 Soldaten umfassen wird, welche Teile der TSK werden beteiligt sein?
    Gemäß Tonmitschnitt Radio Andernach ist vor verändertem strategischen Hintergrund Übung“Ziel“, die Befähigung der NRF zu angemessener Reaktion zu überprüfen.
    [Ich unterstelle, der Übungszweck sollte angesprochen werden. Und das dürfte zunächst trainieren von jointness/combinedness in Gesamtstärke der NRF sein, bei Bestätigung von Kernfähigkeiten. Übungsziele dürfte es mehrere geben, dabei auch den Kremlherren die Bereitschaft der NATO deutlich zu machen].
    Mit dem Beüben der NRF kann angenommen werden, dass auch die VJTF erneut gefordert ist. Damit sind die DEU-Teile grundsätzlich, gemeinsam mit dem MNKdoOpFü, deutlich.

  3. @Thomas Melber, meine Rede. VJTF nannte ich, etc, und was zur NRF gehört. Und auch klar, Heer stellt Masse der 3.000. Also kein Auffassungsunterschied, denke ich, oder? Genaue Benennung wird sicher später im Sommer deutlich werden.

  4. @KPK
    Die Einheiten sind ja schon gesetzt. Und: es ist nicht nur „core VJTF“.

    Im Oktober wissen Sie mehr. Es bleibt spannend und wird interessant, einschließlich Verlegung.

  5. @BR
    Na ja, Stabselemente und NG&A sind auch dabei.

    Wie gesagt: eine Hochwert-Übung, mit allem drum und dran.

  6. Das JFC Brunssum hat mal was auf der Website gehabt, und das ACT auch:
    Trident Juncture sind zwei Teile. Erstens, das JFC wird zertifiziert. Das Kommando aus Ulm wird da wohl stark gefordert sein (zumindest, wenn man die Beiträge auf deren Webpage liest, sind laut Beitrag (Radio und Web) auch bei Planung involviert). Und dann gibt es nen zweiten Teil, bei dem die NRF getestet wird. Von VJTF sagt keiner was. Die sind ja auch noch in der Testphase und damit im Aufbau. Außerdem was sollen die da, wenn 25000 andere Nato-Soldaten schon da sind. Die VJTF sind denke ich, die super schnell Verlegbaren. Wenn VJTF dann wahrscheinlich nur zusammen zur Zertifizierung vom JFC. Und dafür braucht man ja eh nur den Stab.

  7. Unter http://www.nato.int/cps/en/natohq/topics_49755.htm evolution ist die VJTF als organischer Baustein der NRF beschrieben. Der im Februar begonnene Aufbau mit erster Testphase bei „Noble Jump“ im Juni in Polen ist bis Sommer 2016 abzuschließen: „…The VJTF has to be operationally capable by the time of the 2016 Warsaw Summit.“
    Somit erwächst „Trident Juncture“ zur offensichtlich einzigen Chance im Rahmen übergeordneter Großverband zu üben; bei „Noble Jump“ hatte die VJTF sich selbst beübt. Es ist aber mehr gefordert. Ein Szenar, dass in größeren Räumen Führung und Verlegung erfordert, gibt gleichzeitig Gelegenheit zur Mängelabstellung aufgetaner Erfahrungen. Davon gab’s zahllose, die im thread zu „Exercise watch: noble jump, Tell II …“ umfassend diskutiert wurden. – NRF ohne VJTF macht keinen Sinn. –

  8. Ein paar weitere Infos aus offenen Quellen auch zur Klarstellung:
    TRIDENT JUNCTURE 15 ist im ersten Teil „CPX“ die Zertifizierungsübung des JFC Brunssum in der JTF HQ Konfiguration und seiner Component Commands, sowohl zum erreichen der vollen Einsatzbereitschaft als auch als NRF2016.
    Als Übungsraum sind Portugal, Spanien, Italien sowie ihre Hoheitsgewässer, das westliche Mittelmeer sowie der entsprechende Luftraum vorgesehen.
    Die VJTF spielt zwar auch mit, wird aber nicht zertifiziert. Dafür ist die Übung, wie bereits richtig gesagt, auch nicht geeignet, geht es doch bei der VJTF in erster Linie um die Reaktionsfähigkeit, also das schnelle Herstellung der Verlegebereitschaft und die Verlegung.
    MNHQ Ulm ist lediglich zur Unterstützung JFC Brunssum eingesetzt. Dies wird in erster Linie während des zweiten Teils „LIVEX“ zum Tragen kommen. Das ist nur ein kleiner Teil der eingesetzten Soldaten aller MilOrgBer. 3000 kann schon stimmen, auch wenn das bisher nirgendwo so richtig aufgedröselt wird.

  9. Die Gebirgsjäger machen mit und die Pioniere, das wäre der Heeresanteil. Und wie üblich werden die Kameraden in Form eines Gefechtsverbandes aufmarschieren.

  10. Ja, es geht bei TRJE15 zuallererst um die Zertifizierung von JFC Brunssum. Und da braucht es ein Command ‚lower control‘, welches durch Multinationales Kommando Operative Führung / Multinational Joint Headquarters Ulm dargestellt / verkörpert wird. – Die VJTF mag dazu helfen, virtuell – quasi als aktiver Muskel des Ulmer Kommandos.

    Aber: im NATO-Sinn ist das Kommando Ulm „grenzwertig“, weil nicht nur UK das Kommando als Doppelung zum ARRC betrachtet, sondern auch die österreichischen Elemente als „zu EU-lastig“ wahrnimmt. So mag alles Üben dienlich sein, auch weil der Übungsraum im südlichen NATO-Gebiet liegt.

    Im Sinne der NATO-Assurance für manchen östlichen NATO-Partner wäre daher eine Übung MNCNE 2016 mit nachgeordnetem Bereich anzulegen … Ich bleibe optimistisch.

  11. @Mannerheim
    Wie Sie sicher wissen hat das MNHQ eine Doppelrolle – für NATO (Zertifizierung läift) und für die EU.

    Daß es auf dieser Ebene gewisse Eifersüchteleien gibt, versteht sich. Die Strukturen müssen ja auch ihre Existenzberechtigung nachweisen, das damalige KdoOpFüEinsKr stand ja auf der Kippe.

    @Peter Popel
    Auch die Pios sind Gebirgsjäger – schön, daß die GebJgBrig 23 einen Gefechtsverband stellen kann. So muß das sein. Vielleicht ein Vorbild für andere Einsätze?

  12. @Thomas Melber
    Ja da war ich unsauber. Soll heißen, die Pioniere kommen aus der anderen Division.

  13. @Peter Popel
    So wie ich die PM von 233 verstanden habe kommen alle Einheiten von X23.: Jäger, Pios und Aufklärer, Log und die Mulis + (mE) einige extern (San, ABC, u.a.).

  14. @Thomas Melber
    Freilich werden die GebJg ihre Pios mitnehmen, entsprechend ihres Übungsauftrages. Gleichwohl können die “ anderen“ Pios auch zu dieser Übung. Wo DIE dann mit wem üben ist mir nicht bekannt.

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