Der deutsche A400M fliegt wieder

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Erstmals seit dem tödlichen Absturz eines Airbus A400M am 9. Mai bei Sevilla ist die – bislang einzige – Maschine dieses Typs bei der Bundeswehr wieder gestartet. Der deutsche A400M startete am (heutigen) Dienstag vom Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover zu einem knapp vierstündigen Testflug, wie die Luftwaffe mitteilte.

Nach dem Absturz hatte die Luftwaffe wie die Streitkräfte anderer Nationen zunächst ein Startverbot verhängt, um die Klärung der Unfallursache abzuwarten. Mitte Juni hatte Luftwaffeninspekteur Karl Müllner den Flugbetrieb grundsätzlich wieder freigegeben, allerdings noch weitere Inspektionen an der Maschine angeordnet.

Nachtrag: Nach rund drei Stunden Flug ohne besondere Vorfälle kehrte die Maschine am frühen Nachmittag nach Wunstorf zurück.

(Archivbild: Testflug des Airbus A400M im Rahmen der Abnahme in Sevilla/Spanien am 10.12.2014 – Bundeswehr/Bender)

15 Gedanken zu „Der deutsche A400M fliegt wieder

  1. Wird ja auch mal Zeit!
    Hoffentlich störungsfrei und das Airbus diese Jahr an die LW noch welche ausliefert!!

    Gruß

  2. Dieser Entscheidung sollte aber doch der Abschlussbericht des Unfalles von Sevilla vorangegangen sein, oder ?
    Was genau hat man denn nun als Ursache gefunden ?

  3. @SER, @Notnagel: In Anbetracht von http://rotate.aero/blog/entry/airbus-restarts-a400m-deliveries-as-spain-lifts-restrictions und auch den üblichen „Durchlaufzeiten“ erscheint es als absolut unwahrscheinlich, daß schon ein Abschlußbericht vorliegt und daß m.M.n. derart entsprechende Mängel final ausgeschlossen werden können.

    Insofern wäre äußerst interessant, was die Zwischenberichte bzw. Statements der spanischen miitärischen Flugunfall-Untersuchungs-Behörde und auch der EASA konkret beinhalten, auf denen die Wiederaufnahme der Endabnahmeflüge sowie damit die weiteren Auslieferungen (z.B. an UK) basieren. Derartiges müßte ja dem LufABw und/oder dem Projektmanager A400M vorliegen?

  4. Ausgangspunkt des Unglücks war das neu aufgespielte Betriebssystem. Ursache für den Absturz waren Kommunikationsfehler zwischen Betriebssystem und bereits installierter Software. Die neu aufgespielte Betriebssoftware kommunizierte im Rahmen der Test am Boden fehlerfrei mit anderer installierter Software. Tragischerweise kam es aber in der Luft zu den folgenschweren SW-Problemen, mit fatalen Folgen für die Triebwerkssteuerung und dem Ausfall von Triebwerken. Das manuelle Übersteuern durch die Piloten hätte einer größeren Höhe zum Zeitpunkt des Ausfalls bedurft, welche aber nicht gegeben war. Soweit zur Ursache.

  5. @Dfence

    „Das manuelle Übersteuern durch die Piloten hätte einer größeren Höhe zum Zeitpunkt des Ausfalls bedurft, welche aber nicht gegeben war. Soweit zur Ursache.“

    Bei mit stellt sich die Logik nicht ein … Grade wenn ich tief unterwegs bin insbesondere mit einem Starrflügler brauche ich je tiefer umso verlässlicher und schneller die volle Restleistung der Triebwerke !!!

    @ All

    Stimme dem Amtmann zu was einen Zwischenbericht angeht, denn so lautete das Vorgehen des BMVg amtlich zur Wiederaufnahme Flugbetrieb …

  6. @SER

    Das ist eben die AB Fly-by-Wire-Logik, die sich auf fatale Art und Weise ad absurdum führt und damit in die Katastophe

  7. @ Vtg-Amtmann

    Nachdem das LufABw keine eigene Erkenntnisfähigkeit hat, die federführende spanische militärische Unfalluntersuchungskommission die Untersuchung mangels eigener Kompetenzen zeitweise an die französische (militärische) Untersuchungskommission abgab, wird bei einem Zwischen- und/oder Abschlussbericht nicht viel Neues herauskommen.
    Die französische wehrtechnische Beschaffungsbehörde ist vermutlich so eng mit Airbus Military verbandelt, dass es keine von Airbus Military abweichende Unfallursache ergeben wird.

    Damit bleibt es bei der von Airbus Military verkündeten Unfalllursache, nachdem bei 3 von 4 Triebwerken die vom Hersteller mitgelieferten Drehmomentkalibrierwerte bei der Installation der Triebwerkssteuersoftware überspielt, bzw. versehentlich gelöscht wurden und es deshalb zu der bekannten Fehlererscheinung kam.

    Also menschlicher Fehler bei der Installation, die Technik ist einwandfrei, kein Konstruktions- und Entwurfsfehler der Triebwerkssteuersoftware und der Betrieb kann weitergehen wie bisher.

  8. @klabautermann, @SER: Wie @Georg zeitlich überschneidend schrieb, an der „AB-Fly-by-Wire-Logik“ dürfte weder im Zwischenbericht etwas beanstandet worden sein, noch im militärischen Abschlußbericht etwas beanstandet werden. Gerade hierzu wäre aber die Chance gegeben (gewesen).

    Das ist das „doppelt Fatale“ bzw. die wahre Katastrophe bzw. eben der höchst unprofessionelle Part!

  9. Komplizierte Luftfahrtechnik
    Mir ist ja durchaus bewusst, dass es in der Luftfahrt etwas diffiziler zugeht als auf dem Lande, ist halt so.
    Trotzdem: Ein Luftfahrzeug bleibt stehen, nein es stürzt sogar ab weil eine Programmierung falsch ist, da kann mir doch niemand erzählen dass das passieren kann, ist halt so.
    Bei einem Landfahrzeug kann viel schief gehen, Todesfälle wird es kaum geben.
    Aber bei einem Luftfahrzeug (schwierig, siehe oben) werden technische Probleme akzeptiert, nach dem Motto „wir haben Mist gebaut“.
    Wer oder was jetzt den Fehler begangen hat ,siehe die obigen Kommentare:
    Soldaten flogen die Maschine. Darauf kommt es an.
    Werferfehler

  10. Auf Youtube wurde gestern unter dem Titel „Deutscher A400M fliegt wieder“ ein neues Video über die wieder aufgenommene Einsatzprüfung des A400M veröffentlicht. Ganz interessant. Neben Aussagen zur Sicherheit des deutschen A400M teilte der Kommandant nebenbei auch mit das die Luftwaffe Ende diesen Jahres noch einen zweiten A400M bekommen soll.

  11. Warten wir mal ab, da die Briten ihre ja nun scheinbar doch abnehmen und die Türkei mit Sicherheit noch einen Ersatz für die abgestürzte Maschine bekommen wird, würde ich mich nicht wundern wenn dieses Jahr keiner mehr nach Wunstorf kommt.

    Interessant ist auch dass die Medien das erst jetzt melden, fliegen darf er nämlich schon seit Mitte Juni wieder und hat ja letzte Woche auch seine 2 Flüge gemacht.

  12. @43er
    Die regionalen Medien rund um Hannover, Cellesche / Hannoversche Zeitungen u.a. meldeten dass bereits vor ca 14 Tagen.
    Überregional hat „Agreement“ / Flüchtlinge etc alles Sonstige verdrängt.

  13. @KPK
    Das hatte ich gelesen, stand ja auch alles mitsamt Uhrzeit etc. drin (wobei es ganz gut war das die Zeitungen hinter die Z-Zeiten als Local-Zeiten angegeben hatten und die ganzen Spotter halt 2 Std zu früh am Zaun standen ;D

    Aber ich hatte trotzdem schon etwas früher damit gerechnet, da ja nun die großen Rüstungsprojekte in diesem Jahr doch etwas mehr im Fokus stehen als sonst.

  14. @43er

    Verstehe ich jetzt nicht – der Eintrag oben ist vom 14. Juli, und laut Luftwaffe war das der erste Flug nach dem Unfall und nach der Freigabe Mitte Juni. Was wollen Sie jetzt mit „erst jetzt melden“ sagen?

  15. Es gibt bei N-Tv auf der Website im Bereich Wirtschaft heute einen größeren Artikel (inklusive BwTv Video) in dem beschrieben wird das der deutsche A400M sicher ist und wieder fliegen darf.
    Deswegen wunderte es mich dass die „großen“ Medien dieses erst diese Woche aufgreifen in einer Zeit wo über jeden Mangel, Fehler etc bei den großen Rüstungsprojekten der Bw sofort immer größere Berichte inklusive Fotostrecke erstellt wird..

    Auf AG habe ich das auch schon früher gelesen gehabt, aber AG lesen auch nur die die sich mit Sicherheitspolitik und dem Militär an sich auseinandersetzen und dass ist leider nicht der Großteil der Bevölkerung.

    Hätte ich vll gleich beim ersten Post mit dazu schreiben sollen, Fehler meinerseits ich bitte den zu entschuldigen :)

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