Von der NATO, mit deutscher Hilfe: verschlüsselte Funkgeräte für die Ukraine

Soldiers from the Ukrainian National Guard's 3029th Regiment conduct checkpoint operations June 10, 2015, during a field exercise as part of Fearless Guardian in Yavoriv, Ukraine. Paratroopers from the U.S. Army's 173rd Airborne Brigade are in Ukraine for the first of several planned rotations to train Ukraine's newly formed national guard as part of Fearless Guardian, which is scheduled to last six months. (U.S. Army photo by Sgt. Alexander Skripnichuk, 13th Public Affairs Detachment)

Das ist erst mal nur ein Merkposten: Die Streitkräfte der Ukraine bekommen secure communication devices, auf Deutsch: verschlüsselte Funkgeräte, für ihre sichere Kommunikation. Von der NATO im Rahmen eines Fonds, an dem auch Deutschland beteiligt ist:

Further, a UK led NATO Trust Fund, co-chaired with Germany and Canada, will provide around 200 secure communication devices worth nearly £3m to the Ukrainian Armed Forces to improve their situational awareness and reduce casualties. The Trust Fund will also provide finance for a Regional Airspace Security Programme (RASP) designed to enable Ukraine to share air traffic information with its neighbours.

teilte das britische Verteidigungsministerium am (heutigen) Mittwoch mit.

Das ist deswegen auffällig, weil sich dieser Trust Fund im Rahmen des Partnership for Peace-Programmes der NATO in der Ukraine bislang vor allem um Beseitigung von Altmunition, Logistik oder Reform von Streitkräften kümmert. Vielleicht verstehe ich das ja vollkommen falsch, aber kryptierte Funkgeräte für die ukrainischen Streitkräfte ist schon deutlich näher an der Lieferung von eigentlichem Militärgerät als die bisherige deutsche Unterstützung mit Schutzausrüstung. Auch wenn es keine Waffen sind.

(Kurzer Überschlag: Drei Millionen britische Pfund sind 4,2 Millionen Euro. Also 21.000 Euro pro secure communications device. Dafür dürfte es was Anständiges geben.)

Und wofür brauchen die Ukrainer die kryptierten Funkgeräte? To improve their situational awareness and reduce casualties. Oder, wie es US-Truppen bei der Ausbildungsmission Fearless Guardian in der Ukraine erläutern:

Nachtrag: Aus Anlass des Verteidigungsministertreffens hat die NATO eine Übersicht über die Unterstützung des Bündnisses für die Ukraine veröffentlicht. Darin findet sich gleich an erster Stelle der Teil mit den secure communications:

NATO-Ukraine Command, Control, Communications and Computers (C4) Trust Fund
Lead Nations:
Canada, Germany, United Kingdom. The NATO Communications and Information Agency (NCIA) is acting as the Executing Agent and, together with the Defense Investment Division, is responsible for the management of the C4 Trust Fund. On 24 April 2015, the NCIA and Ukraine signed a Memorandum of Agreement (MoA) on C4, which will facilitate the implementation of the NATO-Ukraine C4 Trust Fund.
Additional Contributing Nations (as of 18 June 2015):
Denmark, Iceland, Latvia, Lithuania, Poland, Turkey, United States.
Objective(s):
To help Ukraine modernize its C4 structures and capabilities, and facilitate their interoperability with NATO, thereby contributing to NATO-led exercises and operations, and enhancing Ukraine’s ability to provide for its own security. Based upon availability of funds and the priority areas for assistance identified through the C4 Feasibility Study, practical assistance is expected to include: assessment, introduction, and implementation of modern C4 architectural network; procurement of C4 equipment; acquisition of modern Communications and Information Services (CIS) and technologies; and the provision of associated CIS training.
Duration:
Trust Fund activities will be carried out for an initial period of two years.
Implementation:
Projects have been initiated which address capability gaps in secure communications and regional airspace security.

(Foto: Soldiers from the Ukrainian National Guard’s 3029th Regiment conduct checkpoint operations June 10, 2015, during a field exercise as part of Fearless Guardian in Yavoriv, Ukraine – U.S. Army photo by Sgt. Alexander Skripnichuk, 13th Public Affairs Detachment)

46 Kommentare zu „Von der NATO, mit deutscher Hilfe: verschlüsselte Funkgeräte für die Ukraine“

  • Hohenstaufen   |   24. Juni 2015 - 23:45

    Die „Separatisten“ b.z.w. die russ. Truppen scheinen eine komplexe elektronische Ausrüstung zu besitzen. In fast jedem Bericht der OSZE wird angemerkt, dass die Funkverbindungen zu den UAVs der OSZE über „separatistischem“ Gebiet gejammed werden.
    Beispiele:
    21.6.: On 21 June, the SMM (UAV) was subject to jamming in the area of Dzerzhinske (“DPR”-controlled, 30km east of Mariupol).
    22.6.:SMM UAVs experienced extensive interference in several “DPR”-controlled areas between Oktiabr (25km north-east of Mariupol) and Krasnoarmiiske (30km north-east of Mariupol); Sakhanka and Leninske (both 25km east-north-east of Mariupol); Komsomolske (43km south-south-east of Donetsk); and Ternove (60km east of Donetsk).

  • Hohenstaufen   |   24. Juni 2015 - 23:54

    Die Kämpfe gehen trotz „Waffenruhe“ weiter. Viele Medien in Deutschland formulieren oft betont zurückhaltend: „Beide Seiten bezichtigten sich, die Waffenruhe gebrochen zu haben “ o.ä.
    Den Berichten der OSZE ist aber meist zu entnehmen, dass die Mehrzahl der Missachtungen der Waffenruhe von separatistischer Seite ausgeht, so z.B. im heute veröffentlichter Bericht der OSZE:
    At the JCCC headquarters in Soledar (government-controlled, 75km north-east of Donetsk), the SMM was presented with two logbooks, compiled independently by the Ukrainian Armed Forces and the Russian Federation Armed Forces representatives at the JCCC. The Ukrainian Armed Forced recorded 107 ceasefire violations, while the Russian Federation logbook contained 119 violations. Both attributed a significantly higher number of ceasefire violations to the “DPR” and the “Lugansk People’s Republic” (“LPR”).
    http://www.osce.org/ukraine-smm/166601

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   25. Juni 2015 - 0:06

    @Hohenstaufen
    „Viele Medien in Deutschland formulieren oft betont zurückhaltend:“
    Zutreffend, aber warum?
    Um es platt, deutlich auszudrücken, es passiert zu wenig, was marktschreierisch zu Papier gebracht werden kann. Die Seitenzahl ist begrenzt, Prioritäten in den Redaktionen sind andere:
    1. Griechenland
    2. Flüchtlinge
    3. Streiks etc
    4. Sonstiges
    5. XYZ und dann, vllt die Ukraine

  • markus d.Ä.   |   25. Juni 2015 - 0:31

    @ KPK

    zurückhaltung und zeilenhaushalt sind verschiedene Punkte. das ungleichgewicht hinsichtlich der offensivität der konfliktparteien ließe sich auch auf knappem raum darstellen. wird aber nicht gemacht.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   25. Juni 2015 - 0:37

    @markus d.Ä. | 25. Juni 2015 – 0:31
    OK, Ihre Meinung bitte, WARUM wird (es) nicht gemacht.

  • Stefan Büttner   |   25. Juni 2015 - 7:46

    Entsteht einer, und wenn ja welcher, Schaden wenn so ein Funkgerät in die Hände des Gegners gelangt?!?

  • bonk   |   25. Juni 2015 - 9:47

    Bleibt für unsere Truppe nur zu hoffen, dass es inzwischen ausreichend SEM 80/90/93 inkl. Krypto gibt. Nicht das es hier wieder Neid schafft.

  • Hans Schommer   |   25. Juni 2015 - 9:56

    Die Überschrift „Von der NATO, mit deutscher Hilfe: verschlüsselte Funkgeräte für die Ukraine“ gibt m.E. die Absicht der Allianz nicht zutreffend wieder. Ich meine verstanden zu haben, dass den Ukrainern materielle Unterstützung in Form von Funkgeräten zu teil werden soll, welche zur verschlüsselten Übertragung von Sprache und Daten befähigt sind. Dazu werden verschiedene Verfahren angewandt, die eingesetzten Technologien sind marktverfügbar. Schaden entstünde nur, wenn man z.B. ein beim Seebataillon eingeführtes Modell zusammen mit den beim Seebataillon verwendeten Kryptounterlagen weitergeben würde. Das schließ ich mal aus. Somit wäre zumindest kein Schaden für die militärische Sicherheit der Allianz zu befürchten.

  • T.Wiegold   |   25. Juni 2015 - 9:59

    Äh, wer redet von Schaden für die militärische Sicherheit der Allianz?

    Geht doch um die Frage, inwieweit die NATO die Ukraine mit militärischem Gerät unterstützt – nicht nur einzelne Nationen, sondern die Allianz insgesamt.

  • Hans Schommer   |   25. Juni 2015 - 10:07

    T.Wiegold | 25. Juni 2015 – 9:59:
    „Äh, wer redet von Schaden für die militärische Sicherheit der Allianz?“
    Entschuldigung – ich hab jetzt wohl selbst für Verwirrung gesorgt, indem ich den für Geheimhaltung und dergl. in der Bundeswehr üblichen Fachbegriff „Militärische Sicherheit“ verwandt habe. Für die Gesamtheit der Leserschaft hie im Faden: Es ist kein Schaden für die Geheimhaltung innerhalb der NATO-Kommunikation zu befürchten

  • Mufflon   |   25. Juni 2015 - 11:11

    Herr Wiegold, weshalb bewerten Sie denn die Lieferung von verschlüsselten Funkgeräten als „näher an der Lieferung von eigentlichem Militärgerät“ als Schutzwesten? Intuitiv würde ich das andersherum sehen. Funkgeräte mit Verschlüsselung sind ja nicht nur nützlich, um konkrete Kampfhandlungen zu koordinieren, sondern für generell alles inkl Logistik, was man vor dem Gegner geheim halten will. Schutzausstattung hingegen ist doch eine ganz konkrete Steigerung der militärischen Schlagkraft bis hinunter auf die Ebene des einzelnen Soldaten. Weniger Verwundungen = weniger Ausfälle = mehr Soldaten im Kampf. Oder nicht?

  • Sachlicher   |   25. Juni 2015 - 12:04

    Man fängt bei den Ukrainischen Streitkräften also bei „Guten Morgen“, sprich bei den grundlegenden Dingen an. So US-amerikanisch das ist, so sinnvoll erscheint das.

    Die Notationen der OSCE dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass beide Seiten ein hohes Maß an nicht akzeptablen Gefechtshandlungen unternehmen, ohne dabei Wille und Fähigkeit durchblicken zu lassen, was man denn nun genau zu erreichen gedenkt.

    Wenn ich mich auf MDRinfo und TVP-Info beziehe, dann ist ausmeiner Perspektive festzuhalten, dass die Segregationsprozesse in der Ostukraine im vollen Gange sind und man in Kiew festhält, dass es ein langer Weg zurück zu der faktischen Einheit des Landes wird, ganz gleich in welcher Konstellation.

  • Hans Schommer   |   25. Juni 2015 - 12:07

    @ Mufflon | 25. Juni 2015 – 11:11:
    Die operativen Vorteile kryptierter Informationsübertragung sind als erheblich zu bewerten. Man kann den Gegner bei dessen Streben nach Informationsüberlegenheit ganz gut ausbremsen. Dies würde u.a. auch den indirekten Schutz eigener Kräfte vor gegnerischem Waffeneinsatz (Artillerie, Flieger etc.) bewirken. Z.B. wenn es gelänge, die Absicht der eigenen Operationsführung und der gewonnenen Erkenntnisse über den Feind lange geheimzuhalten.

  • Mufflon   |   25. Juni 2015 - 12:26

    @Hans Schommer: Das verstehe ich ja, aber die Frage ist doch: Muss man Kommunikationstechnik als „mehr militärisch“ oder „eher waffenartig“ ansehen als Schutzwesten? Dass beides prinzipiell militärisch genutzt wird, ist mir klar. Ich frage mich: Wird man das in Russland als eine qualitative Steigerung der deutschen Unterstützung der Ukraine ansehen – oder bloß als einen weiteren Stichpunkt in einer Liste eher zurückhaltender Hilfsmaßnahmen, auf der schon steht
    – Schutzwesten
    – Helme
    – Lazarett?
    Denn auch diese Dinge sind schließlich für jedes Militär von Bedeutung.

  • Hans Schommer   |   25. Juni 2015 - 12:36

    @ Mufflon: Diese Frage kann ich nicht beantworten. Ich weiß auch nicht mal ansatzweise, wie der Russe bei der Bewertung dieser geplanten Unterstützung „tickt“. Da müsste man sicher einen Russland-Experten konsultieren. Oder die Medienberichterstattung in RUS auswerten. Die meisten sind da ja auf Linie getrimmt.

  • Stubenviech   |   25. Juni 2015 - 12:47

    Moin,
    der Verlust eines Gerätes stellt kein allzu großes Problem dar, da die aufgespielten Schlüssel regelmäßig gewechselt werden (sollten) und die Geräte oftmals synchronisiert werden müssen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann man die Geräte nur unkryptiert nutzen.

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   25. Juni 2015 - 13:22

    @Mufflon | 25. Juni 2015 – 12:26
    „…die Frage ist doch: Muss man Kommunikationstechnik als „mehr militärisch“ oder „eher waffenartig“ ansehen als Schutzwesten?“
    Entscheidend ist einzig und allein die Zweckbestimmung, und die ist eindeutig Kriegführung. Und genauso wird der Russe das sehen, qualitativ gesteigert oder nicht. Interessierte Seite im Kreml sieht einzig und allein die militärische Unterstützung des Gegners. Semantische Feinheiten (”mehr militärisch / eher waffenartig“) leisten nur wir uns, es ist ein Streit um des Kaisers Bart, überflüssig.
    Unterm Strich werden militärische Fähigkeiten der Ukraine im Kampf gegen Separatisten verbessert.

  • markus d.Ä.   |   25. Juni 2015 - 20:28

    @ KPK

    keinen schimmer bzgl medien. vlt hat man nur angst vor den proputin trollhorden (domestic / russ.), oder keine zeit mehr als die DPA Meldung abzutippen …

    da ist so eine pseudeoausgewogenheit ein probates mittel den hintern nicht übermäßig zu entblößen.

    @ mufflon
    @ KPK

    im Kreis der Russlandexperten bin ich durchaus gut vernetzt, sei es aus den üblichen Think tanks oder aus der eng mit dem russischen markt verwobenen industrie.
    Meinungen driften in der Käseglocke weit auseinander, zu der Frage 2 koheränte Antworten zu generieren grenzt schon an ein Wunder, was wohl auch die unberechenbarkeit der russischen Politik in diesem Konflikt ganz nett illustriert.

  • Benedikt   |   26. Juni 2015 - 8:20

    Dieses Verschenken von Ausrüstung an der Ukraine ist nur der Beginn für die Nato. Das jetzt Dritte Welt Land Ukraine hat jetzt eine Verschuldung zu 110% zum BIP. Zum Wochenende dürfte der IWF die Griechen fallen lassen und Anfang nächster Woche folgt dann die Ukraine. Die Griechen und Ukrainer spielen nur Spielchen und setzen nichts um. Beide sind auch Finanziell so am Ende, dass denen die Bailouts nichts bringen. Die Ukrainer weigern sich beharrlich Minsk 2 Politisch umzusetzen. Von Reformen spricht schon keiner mehr. Statt Kredite wird der Westen sehr bald sehr sehr viel Cash schicken müssen.

    Das Problem sind ja nicht nur die Seps, sondern im Inland treiben jetzt schwer Bewaffnete Verbrecher Banden ihr Unwesen. Damit diese im Inland nicht die Oberhand gewinnen können, wird der Westen Alternativlos die Ukr Sicherheitsbehörden finanzieren müssen.

  • Werferfehler   |   26. Juni 2015 - 8:37

    Was bitte bringt es, Verschlüsselungs _fähige_ Funkgeräte zu geben?
    Ohne einen arbeitsfähigen Verschlüsselungscode werden die genau so genutzt wie die bisherigen und bringen also gar nichts.
    Mit anderen Worten: Ich gebe jemanden ein Handy das verschlüsselt übertragen kann, er ist glücklich, sein Gesprächspartner am anderen Ende hat aber nicht die Möglichkeit, somit läuft das ins leere.
    Und ich bin mir nicht sicher dass in einem solchem Umfeld die Regeln zum Austausch des Schlüssels eingehalten werden.
    Werferfehler

  • Thomas Melber   |   26. Juni 2015 - 9:08

    Die UKR hat doch schon an internationalen Einsätzen mitgewirkt und war auch bei NATO-Übungen mit dabei (Irak, AFG, PfP).

    Ist da gar nichts von den Fähigkeiten / Ausbildungen hängengeblieben? Wie beurteilt man die „performance“ der (damals) eingesetzten Truppen?

    Auch muß es doch noch (Unter-) Führer aus der Sowjetzeit geben, die das Kriegshandwerk gelernt haben (die Feldwebel-Ebene ist eher schwach besetzt).

  • Hans Schommer   |   26. Juni 2015 - 10:12

    Werferfehler | 26. Juni 2015 – 8:37:
    „Was bitte bringt es, Verschlüsselungs _fähige_ Funkgeräte zu geben?
    Ohne einen arbeitsfähigen Verschlüsselungscode werden die genau so genutzt wie die bisherigen und bringen also gar nichts.“
    Ein Gerät zum Generieren der Schlüssel gehört zur Grundausstattung jedes Systems. Das muss man natürlich dazu kaufen / schenken / liefern.

  • Yeoman   |   26. Juni 2015 - 15:00

    Kann sich doch eigentlich nur um PACE handeln: http://www.ia.nato.int/niapc/Product/PACE–MERCS—CCI-_36
    Quadratisch, praktisch, gut. (Schön, wenn die NATO selbst das Gerät für herzeigbar hält. Die Bw hat da VS-NfD draufgepappt.)
    Die erwähnten Systemkosten von ca. 20.000€ klingen hoch, aber mit allem Drumherum realistisch.

    Warum das sinnvoll ist (aus kryptographischer Sicht): Einzig der Schlüssel muss geheim sein/bleiben – Gerät(e)/Kryptierverfahren etc können/sollen offen sein.

  • Hans Schommer   |   26. Juni 2015 - 15:36

    Yeoman | 26. Juni 2015 – 15:00:
    „Kann sich doch eigentlich nur um PACE handeln: http://www.ia.nato.int/niapc/Product/PACE–MERCS—CCI-_36
    Quadratisch, praktisch, gut. (Schön, wenn die NATO selbst das Gerät für herzeigbar hält. Die Bw hat da VS-NfD draufgepappt.)“
    M.E. bedienungsunfreundlich und nicht universell einsetzbar. Ich hoffe, das wird es nicht werden. Ich halte das PACE für überteuerten Schrott!

  • Yeoman   |   27. Juni 2015 - 0:24

    @Hans Schommer: Haben Sie schon mal damit gearbeitet? So schlimm fand ich das zumindest nicht, und das die Nato keine High-End-Goldrandlösung spendiert, sondern eher ne Graswurzellösung, sollte doch klar sein.
    Auch wenn ich kein Krypto-Hardware-Spezialist bin – und sich allzu öffentliches Spekulieren hierbei eh nicht anbietet -, halte ich PACE für gnz gut geeignet: stand-alone, ziemlich sicher, in allen erdenklichen Umgebungen (hard- wie softwareartig) einsetzbar. Dass das nicht unbedingt komfortabel, schnell und intuitiv bedienbar ist – meines Erachtens nachrangig. Und ich möchte andererseits auch nicht, dass da eine Nato-weit eingesetzte Krypto-Technologie /-gerätschaft im Donbass verschütt geht.

  • Hans Schommer   |   27. Juni 2015 - 7:59

    Yeoman | 27. Juni 2015 – 0:24:
    „@Hans Schommer: Haben Sie schon mal damit gearbeitet?“
    Ja. Grausam und langsam.
    Und was die da drüben m.E. brauchen ist so was wie das RT-405 Pentacom o.ä..

  • Heiko Kamann   |   27. Juni 2015 - 8:30

    Hans Schommer | 26. Juni 2015 – 15:36
    Das PACE ist allerdings das einzige Off-Line-Kryptogerät, das die Bundeswehr besitzt.
    Jede Diskussion, was „besser geeignet wäre“, erübrigt sich mE.

  • Stubenviech   |   27. Juni 2015 - 10:23

    @Heiko Kamann: In diesem Zusammenhang erübrigt sich die Diskussion wirklich. Vom Grundsatz her sollten wir dem FGG 6 aber deutlich mehr Aufmerksamkeit zuwenden als bisher. Von der Ebene des „Truppenfunks“ bis hin zu den Fm/FüUstgBtl gibt es zahlreiche Entwicklungen und Zustände, die der genaueren Betrachtung lohnen…

  • Heiko Kamann   |   27. Juni 2015 - 12:07

    Stubenviech | 27. Juni 2015 – 10:23
    Das habe ich an geeigneter Stelle schon vor ca. 25 Jahren gesagt. Inzwischen bin ich pensioniert … getan hat sich (im Prinzip) nichts. Woran das liegt? Der Bundeswehr fehlen die Fachleute; Stabsoffiziere die Einfluß nehmen könnten, sind beratungsresistent.
    Schönes Wochenende

  • Hans Schommer   |   27. Juni 2015 - 13:09

    @ Heiko Kamann | 27. Juni 2015 – 8:30:
    Sie sind nicht auf Stand. In kleineren Stückzahlen gibt es inzwischen einen ganzen Sack voll modernster Funkgeräte – allerdings (leider) nicht „in der Fläche“. Unter anderem den
    SENDER-EMPFAENGER, FUNK
    FUNKAUSTATTUNG PENTACOM HANDFUNKGERÄT,
    SENDER-EMPFÄNGER
    VERSNR: 5820-12-372-4640
    MATERIALPLANUNGSNUMMER: 5820 – 20020
    Ein ganz feines Teil!
    Und ja – ich habe schon damit gearbeitet.

  • Stubenviech   |   27. Juni 2015 - 14:03

    Wie schon beschrieben: Es gibt eine Vielzahl von guten Geräten und guten Ansätzen (Afghan/Allied Mission Radio) etc., aber kein wirkliches Konzept welches beim Truppenfunk beginnt und beim Einsatzführungskommando endet.
    Auch hier hat die Spaltung des FGG 6 mit SKB und HERKULES die Lage noch verschlimmert.

    Zum Einlesen dieser Ansatz https://de.wikipedia.org/wiki/Network-Centric_Warfare
    Nähere Informationen finden sich auf der Seite des Fernmelderings: http://www.fernmeldering.de/

    Wir sollten aber nicht vergessen, dass es hier um die Ukraine geht.

  • Thomas Melber   |   27. Juni 2015 - 14:04

    Die Bedeutung des FGG 6 zeigt sich auch darin, daß auf Brigadeebene die FmBtl aufgelöst wurden. Die Funktion wird nunmehr von einer FmSff in der StabsKp wahrgenommen.

  • Stubenviech   |   27. Juni 2015 - 14:31

    Wie schon der General Nachrichtentruppe (entspricht ungefähr FmTr) Erich Fellgiebel seinerzeit bemerkte: „Die Nachrichtentruppe hat es schwer. Sie stinkt nicht, sie knallt nicht, dass es sie überhaupt gibt, merken die meisten Leute erst, wenn sie nicht mehr funktioniert.“

    Dem ist bis heute wenig hinzuzufügen. Das FGG 6 findet kaum statt und begrenzt sich zumeist auf das „ruf neunzig und fünf mal die vier, da helfen sie dir!“ mit dementsprechenden Folgen…

  • Heiko Kamann   |   27. Juni 2015 - 14:33

    Hans Schommer | 27. Juni 2015 – 13:09
    Vielen Dank! Ich habe gehofft das ich in Sachen FGG6/Krypto nicht mehr „auf Stand“ bin und sehr froh zu lesen, das es offensichtlich ein Kryptogerät gibt das unbedenklich in ein Krisen-/Kriegsgbiet geliefert und dort auch genutzt werden kann.
    Ich glaube es handelt sich um digitale Verschlüsselung … wie ist es denn in DEU durch das BSI zugelassen?

  • Hans Schommer   |   27. Juni 2015 - 14:47

    Heiko Kamann | 27. Juni 2015 – 14:33:
    “ … Ich glaube es handelt sich um digitale Verschlüsselung … wie ist es denn in DEU durch das BSI zugelassen?“
    Da muss ich passen. Ich war ausschließlich auf der Nutzer-Seite tätig. Motorola bietet übrigens auch eine ganze Menge m.E. brauchbarer Modelle an.

  • Hans Schommer   |   27. Juni 2015 - 14:55

    Thomas Melber | 27. Juni 2015 – 14:04:
    „Die Bedeutung des FGG 6 zeigt sich auch darin, daß auf Brigadeebene die FmBtl aufgelöst wurden. …“
    Hatten wir mal FmBtl auf Brigadeebene?

  • Heiko Kamann   |   27. Juni 2015 - 14:59

    Na eben … „der Nutzer“ muss doch wissen, ob er „Streng Geheim“ oder VS-NfD reden darf … aber egal; es gibt ein Gerät und es geht ja um die Ukraine. Btw. Motorola (US-Produkt) wird national (wie auch viele, viele andere tolle Produkte) regelmäßig nur bis max. VS-NfD freigegeben.
    Beste Grüße

  • Thomas Melber   |   27. Juni 2015 - 15:19

    @Hans Schommer
    Zumindest gab es bis zum 30.06.2014 das Gebirgsfernmeldebataillon 210.

  • Hans Schommer   |   27. Juni 2015 - 15:40

    Thomas Melber | 27. Juni 2015 – 15:19:
    „Zumindest gab es bis zum 30.06.2014 das Gebirgsfernmeldebataillon 210.“
    Sie lagen richtig. Ich habe mal die Strukturen „durchgegoogelt“. Bei einigen Brigaden finden sich in einer der „jüngeren“ Strukturen FmBtl. Ich hab das nie wirklich mitbekommen. (schäm).

  • Stubenviech   |   27. Juni 2015 - 16:12

    @Hans Schommer: Macht nichts. So geht es der „gelben“ Zunft immer. Dabei wäre eine Vernetzte Operationsführung auf allen Ebenen und FGGs wichtiger denn je…

    Auch in Bezug auf die Europäische Integration könnten im FGG 6 sinnvolle Ansätze gefunden werden, bei denen natürlich jeder seinen Schlüssel behalten könnte, weshalb es sogar die Briten akzeptabel wäre…
    Aber jetzt höre ich auch auf, bevor uns der Hausherr wegen OT durch die Leitung zieht. Andererseits ist das FGG 6 ja nirgendwo ein Thema…

  • KlausK   |   27. Juni 2015 - 20:18

    @Hans schommer

    GebFmBtl 210 = 10.PzDiv??

  • Thomas Melber   |   27. Juni 2015 - 20:27

    @KlausK
    Ja, denn das Btl gehörte zur GebJgBrig 23, welches der 10. PzDiv unterstellt ist. Es war nicht direkt der Div unterstellt.

    Aber wie gesagt: das GebFmBtl 210 ist aufgelöst, Tle als FmStff in die StabsKp übernommen worden.

  • Stubenviech   |   27. Juni 2015 - 22:14

    Der 10. PzDiv „gehörte“ FmBtl 10, später umgegliedert in FüUstgBtl 291, letztes Jahr in Sigmaringen aufgelöst. Nachdem man das sehr gut laufende, günstig in Murnau (Kreis GAP) liegende GebStFmLehrBtl 8 in FüUstgBtl 293 transformiert hat und 210 komplett neu im „hochalpinen“ Ulm aufgestellt hat, nahm die Erfolgsgeschichte ihren üblichen lauf…

  • Cw   |   28. Juni 2015 - 9:20

    Da in der Meldung von Funkgeräten die Rede ist fällt Pace schon mal raus da es kein Funkgerät ist . Und was man bei NATO und Bw von verschlüsseln versteht haben wir 1999 im Kosovo erlebt . Da müsste man schon genau hinhören ob der Funkspruch nun für eigene Teile war oder Uck

  • Yeoman   |   28. Juni 2015 - 14:52

    @Cw
    Von der Genese des Ganzen her wäre ich mir nicht sicher, ob die Nato gleich eine komplette Comms-Umgebung liefert oder nur die Fähigkeitslücke Krypto schließt. Fernmelde scheint ja zu klappen, nur hört der Iwan wohl mit. Und dagegen soll was unternommen werden..
    Danke für den Hinweis auf die muntere PACE-Funkerei auf dem Balkan in den 90ern. Mein Funkmeister erwähnte sowas mal^^

  • Benedikt   |   28. Juni 2015 - 17:32

    Poroschenko ist genauso Korrupt wie Janu
    FAZ.net „Die Macht der Milliardäre“
    „Sie ist überzeugt, rund um Poroschenko entstehe gerade eine Gruppe neuer Oligarchen, die vor allem im Energiemarkt expandieren. Zu den Schlüsselfiguren im Regierungsapparat gehören der Energieminister Wolodymir Demtschyschin und die Gouverneurin der Zentralbank, Valeria Hontarewa.“
    „Erst Ende vergangenen Jahres sind bei solchen „Insidergeschäften“ Staatsanteile der regionalen Stromversorger in den Gebieten Transkarpatien, Tschernowitz und Winnyzja durch überstürzte Ausschreibungen geradezu verscherbelt worden. Offenbar sind die privatisierten Anteile zuletzt ausgerechnet bei jener Firma ICU gelandet, die sich um Poroschenkos Privatvermögen kümmert.“

    Poroschenko nutzt die Macht seines Amtes aus um die Oligarchen wie Achmetow, Flirtach oder Kolomoiski aus deren Energie, Gas oder Ölgeschäfte heraus zu drängen, damit Poroschenkos Freunde die Geschäfte kontrollieren und Profite ziehen können. Glaube nicht das Poroschenko mit so ein Verhalten sehr viel Unterstützung Materiell wie Finanziell erwarten kann.

    So viel werden die Funkgeräte nicht bringen. Die Front halten sehr oft Rechte Sektor Einheiten die nur auf den Papier dem Staat gehorchen.

    [Das ist wieder das Zitatrecht an die Grenzen bringen… Und alles nur, um die Aussage zum eigentlichen Thema des Threads mit einem Satz vorher noch zu ‚untermauern‘? Bitte so nicht. T.W.]