USA erwägen Vorausstationierung schwerer Waffen in Osteuropa

The first Abrams M1A2 tank for the 2-7 Infantry Battalion, 1st Armored Brigade Combat Team, 3rd Infantry Division is unloaded onto Lithuanian soil after a 5,000-mile trip from Fort Benning, Ga. Soldiers from the battalion are rotating into the Baltic states in support of Operation Atlantic Resolve to ensure partnership and security for NATO allies in the Eastern Europe. (U.S. Army photo by Sgt. Brandon Hubbard, 204th Public Affairs Detachment/Released)

Es klingt ein wenig wie aus der Zeit vor 30 Jahren, deshalb als Merkposten: Die USA erwägen, schwere Waffen für ihre Truppen in in den osteuropäischen Ländern zu stationieren – verfügbares Gerät für Truppen, die schnell eingeflogen werden können.

Aus einem Bericht der New York Times:

In a significant move to deter possible Russian aggression in Europe, the Pentagon is poised to store battle tanks, infantry fighting vehicles and other heavy weapons for as many as 5,000 American troops in several Baltic and Eastern European countries, American and allied officials say.

The proposal, if approved, would represent the first time since the end of the Cold War that the United States has stationed heavy military equipment in the newer NATO member nations in Eastern Europe that had once been part of the Soviet sphere of influence.
The Pentagon’s proposal still requires approval by Defense Secretary Ashton B. Carter and the White House.

Allerdings: Abgezeichnet hatte sich das bereits im Januar, als die U.S. Army Europe ankündigte, nach Standorten für eine solche Stationierung zu suchen. Insofern scheint das, was die New York Times jetzt berichtet, eher eine Vollzugsmeldung dessen, was schon länger angelegt war.

Über die Rückkehr der US-Panzer nach Europa hatte ich am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar auch mit dem kommandieren General der U.S. Army Europe, Ben Hodges, gesprochen. Da das alles so schnell in Vergessenheit gerät, hier noch mal das Interview zum Nachhören:

 

Hodges_06feb2015     

 

(Archivbild März 2015: The first Abrams M1A2 tank for the 2-7 Infantry Battalion, 1st Armored Brigade Combat Team, 3rd Infantry Division is unloaded onto Lithuanian soil after a 5,000-mile trip from Fort Benning, Ga. Soldiers from the battalion are rotating into the Baltic states in support of Operation Atlantic Resolve to ensure partnership and security for NATO allies in the Eastern Europe – U.S. Army photo by Sgt. Brandon Hubbard, 204th Public Affairs Detachment)

35 Gedanken zu „USA erwägen Vorausstationierung schwerer Waffen in Osteuropa

  1. Vorausstationierung, nichts Neues: ReForGer hatte für drei Div eingelagert.
    Hoffe, U.S-Army entscheidet sich für Depots in Westpolen. Baltikum zu nahe am RUS Grenze, zgl. Interessen Bereich.

  2. Es lebe die USA

    Der Beschützer von Europa

    Nach dem der 13.06.15 Tag von Frau von der l war

    Mit einer selbst Inzienirung , ihre rede in allen 15 Standortung und zu gleicher Zeit so ein Aufwand gab es noch nie

  3. Na das dürfte auf dem baltikum zumindest für mehr Sicherheitsgefühl sorgen als alle westeuropäischen Maßnahmen bisher zusammen.
    Und ich denke nicht, dass eine Stationierung östlich von Polen zu nah an der russischen Grenze ist, im Gegenteil: diese Staaten stellen – wie Deutschland im kalten Krieg – den Puffer dar und haben es deshalb verdient, entsprechenden militärischen unmittelbaren Beistand zu erhalten. Denn neben der strategischen Lage wohnen dort auch Menschen

  4. Solange die Einrichtungen im Osten des NATO-Gebiets ausgewählt und hergerichtet werden, soll das vorausstationierte Material für eine U.S. Brigade in den Coleman-Barracks (Mannheim) bereitgehalten werden. Deshalb wurden diese Kaserne im Nov.2014 nicht an die BIMA übergeben.

  5. @Mannerheim

    Yep, so hatte es die U.S.Army Europe auch im Januar/Februar schon gesagt. Habe deshalb noch mal mein Interview mit dem kommandieren General vom Februar oben nachgetragen.

  6. Ich befürchte, dass man in den üblichen Kommentarspalten schon ob der imperialistischen Aggression der Amerikaner gegen das friedliebende Russland geifert.

    Aber ich kann mich nur anschließen: Sollte diese Vorausstationierung in dieser Form tatsächlich durchgeführt werden, ist das mehr Abschreckung, als die gesamte EU bisher (auf dem Papier) auf die Kette bekommen hat.

  7. Mal eine Frage macht es nicht mehr Sinn so welche, ich nenne es mal, Waffenlager in Polen oder Staaten zu positionieren die nicht direkt an Russland grenzen?
    Weil mal ehrlich wenn die Russen es wollten haben die das Baltikum so schnell überrannt das die Amerikaner keine Zeit haben ihre Soldaten so schnell ins Baltikum zu verlegen und die Fahrzeuge und Waffen in Betrieb zu nehmen. Oder irre ich mich?

  8. was wäre europa ohne die amis ? bekommt europa keine eigene „abschreckung“ gegenüber russland hin ? ich denke wir verdanken es den amrikanern, das es wieder zum kalten kriegn kommen wird oder dieser bereits schon im gange ist !!!

  9. Der junge neue | 14. Juni 2015 – 11:44
    Das Baltikum ist ja nicht die Krim … so schnell werden die „Russen nicht rennen“.
    Wir befinden uns, so nenne ich es mal, am Vorabend eines neuen kalten Krieges. Eine sichtbare Stationierung von Truppen und Material direkt an der „Demarkationslinie“ hat natürlich Sinn, um ein „bis hier und nicht weiter“ zu dokumentieren.
    Putin wird in nächster zeit sicherlich kein NATO-Mitglied angreifen; aber bei Gedankenspielen sollte er dann einen Faktor X mit einbeziehen …

  10. Absolut zutreffende Beurteilung @Der junge Neue.
    Die mögliche Vorausstationierung im Baltikum lädt jeden Angeifer regelrecht ein, ein Handstreich unternehmen durchzuführen. Insofern widerspreche ich @Harlekin ausdrücklich. Bei operativen Entscheidungen spielen „weiche“ Werte wie Sicherheitsgefühl im Baltikum keine Rolle, und sofern dies dennoch der ausschlaggebende Beweggrund sein sollte, macht es militärisch keinen Sinn.
    Auch der Vergleich mit DEU im Kalten Krieg kann nicht greifen, da zu der Zeit – ReForGer – die operative Reserve bildete. Es war nämlich Truppe als „Präsenztruppe“ innerhalb des GDP einsatzbereit. Dies ist im Baltikum gegenwärtig nicht der Fall, die verfügbaren baltischen Kräfte können keine „Schildfunktion“ erfüllen, sie sind Feigenblatt.
    Und wer das nicht mehr wissen sollte, Vorausstationierung bis 1989 war vor folgendem Hintergrund vorbereitet:
    12 DEU Div + 5 teilaktive HSchBrig, 2 U.S. Korps, 1 UK Korps, 1 NLD Div, 1 BEL Div, 1 CDN Brig, allesamt präsent in der BR Deutschland „alt“. Vor dieser Ausgangslage bildet Vorausstationerung eine willkommene Ergänzung, keinesfalls die Rückversicherung durch Hauptkräfte.

  11. Die Wahrscheinlichkeit eines konventionellen Angriffs RUS auf einen NATO-Staat sind derzeit äußerst gering. Die Fähigkeiten, einen solchen Angriff „aus dem Stand“ durchzuführen, sind nur vergleichsweise wenig ausgeprägt, so dass mit einer gewissen Vorwarnzeit gerechnet werden kann. Die gäbe es ja eh in Form einer sich verschärfenden Krise. Wer etwas anderes erzählt, hat zu oft Octopussy und James Bond geschaut aus meiner Sicht…

    Damit das alles auch so bleibt, halte ich die Stationierung von US Material aus Abschreckungsgründen für sinnvoll, denn um etwas anderes geht es doch nicht. Die primäre Überlegung ist doch die, dass die Russen in einem Konflikt mit der NATO versuchen werden, diese zu spalten und z.B. die baltischen Staaten im Falle eines RUS Angriffs zu isolieren. Da ist es halt aus RUS Sicht wenig hilfreich, wenn dort USA, DEU, NLD, PRT mit Personal rumlümmeln, das in Kampfhandlungen mit einbezogen würde.

    Es ist doch wohl völlig klar, das niemand der Meinung ist, mit diesen Kräften MOE verteidigen zu können. Das ist aber auch nicht der Plan.

    Ein „zu nah“ an der RUS Grenze gibt es aus meiner Sicht übrigens auch nicht, da die RUS aus jeder NATO-Übungen und Stationierung von Gerät und Truppen ein „zu nah“ konstruieren werden.

  12. @ ari127mm | 14. Juni 2015 – 11:56

    was wäre europa ohne die amis ? bekommt europa keine eigene „abschreckung“ gegenüber russland hin ? ich denke wir verdanken es den amrikanern, das es wieder zum kalten kriegn kommen wird oder dieser bereits schon im gange ist !!!

    Womit wir dann mitten in der EU-Armee-Debatte wären … um wieder mal festzustellen, wie jämmerlich es um die deutsche und europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik bestellt ist.

    Man könnte nun auch fragen: Hat erst die einseitige Abrüstung in West-Europa dazu geführt, dass postsowjetische Betonköpfe unter Putin Oberwasser bekamen und die Pläne von einer neuen UdSSR, diesmal mit Westeuropa, überhaupt erst entstehen konnten? Die Politik der gereichten Hand zu Russland war richtig, sie wäre nur glaubwürdiger gewesen, wenn man in der Hinterhand nach wie vor einen dicken Knüppel behalten hätte.
    Mit der Entwaffnung Westeuropas wurde eine Möglichkeit für potentielle Aggressoren geschaffen, die entsprechende Kräfte in Russland dazu motiviert hat, wieder in Waffen statt in Luxus und Prunkbauten zu investieren, um die individuellen Motivationen und Gelüste zu befriedigen.

    Eine kluge europäische Sicherheitspolitik hätte spätestens nach Georgien 2008 die Notbremse gezogen. Dann wäre uns dieser neue kalte Krieg möglicherweise erspart geblieben. Jetzt ist es zu spät, ganz wesentlich weil EU-Europa aussitzend geschlafen hat, statt in seiner Nachbarschaft mit einer klugen Politik aus Zuckerbrot und Peitsche für Stabilität zu sorgen.
    Jetzt muss das „neue Russland“ wieder eingedämmt werden, in der Hoffnung dass das neosowjetische Narrativ möglichst schnell in sich zusammenbricht und Russland ein konstruktiver Teil der Weltgemeinschaft wird.

    In den USA hat man das offenbar erkannt und entwickelt eine entsprechende Willenskraft – und beginnt mit der Konstruktion einer sicherheitspolitischen Notbremse für Europa.

    In Deutschland scheint man darüber nachzudenken, ob nicht ein Dasein als russischer Satellitenstaat nicht auch ganz nett sein könnte … von Selbstbehauptungswillen und Willenskraft ist zumindest wenig zu erkennen.

  13. @ Der junge neue | 14. Juni 2015 – 11:44

    Mal eine Frage macht es nicht mehr Sinn so welche, ich nenne es mal, Waffenlager in Polen oder Staaten zu positionieren die nicht direkt an Russland grenzen?
    Weil mal ehrlich wenn die Russen es wollten haben die das Baltikum so schnell überrannt das die Amerikaner keine Zeit haben ihre Soldaten so schnell ins Baltikum zu verlegen und die Fahrzeuge und Waffen in Betrieb zu nehmen. Oder irre ich mich?

    In Grenzen ist das richtig. Direkt an die russische Grenze gehören im Prinzip rotierende aktive Nato-Verbände, die dort regelmäßig befristet Präsens zeigen und den russischen Grenzposten unsere schöne Ausrüstung vorführen. Aufwuchskräfte, also Depots, gehören etwas ins „Hinterland“. Aus deklaratorischen Gründen der Bündnistreue wird aber wohl jeder Grenzstaat zu Russland mindestens ein Nato-Depot abbekommen.

  14. @Klaus-Peter Kaikowsky | 14. Juni 2015 – 12:41
    @Freiherr vom Stein | 14. Juni 2015 – 13:50
    Und ich dachte ich hätte was verpasst ;) , weil militärisch macht es ja wirklich keinen Sinn Depots direkt an der Grenze einzurichten.. Abschreckender und sinnvoller wären dann ja wirklich aktive Einheiten dort zu stationieren und die Depots in Polen, Deutschland und Co. einzurichten.

  15. Deutschland wird wahrscheinlich das dynamische Verfügbarkeitsmanagement für diese Depots anbieten ;-)

    Aber mal im Ernst: wer – außer den USA – hat denn in Europa noch schweres Gerät im surplus herum stehen, um dieses in Depots in MOE auszulagern ? Und welche Einheiten sollen dieses Gerät bemannen ? US Army Reserve ? Letztendlich läuft das doch auf Depots mit US-Gerät hinaus, vor denen eine NATO-Flagge hängt und die aus NATO-Mitteln finanziert werden. Militärstrategischer Abschreckungswert ? Ziemlich niedrig, würde ich mal sagen. Credible Alliance Cohesion and Resolve sieht imho anders aus.
    Herr Putin wird natürlich sagen: Q.E.D., die USA instrumentalisieren die NATO, um Rußland weiter von Europa zu „entfremden“ und einzukesseln…….

  16. ich würde sagen eine debatte über operative sinnhaftigkeit von REFORBALT en miniature erübrigt sich weil die militrärische funktionalität bei diesem vorhaben keine priorität hat.

    es geht hier ausschlie0lich um eine politische geste gegenüber den osteuropäern die den, für unseren transatlantischen verbündeten wünschenswerten, nebeneffekt hat die Oseeuropäer politisch enger an die außenpolitischne prärogativen der USA anzubinden.

    das natürlich auf Kosten der, wenn auch teilidentischen, teilweise abweichenden ziele der westeuropäer. dieses moment begreift man aber wegen des intellektuellen vakuums bezüglich strategischen denkens in D mal wieder nicht.

    Auch das Pentagon weiß das eine konventionelle russische offensive höchst unwahrscheinlich ist. trotzdem kann eine vorausstationierung sinnvoll sein obwohl ihre operative relevanz gegen null strebt.

    eben wegen der benannten politischen dimension.

    die embryonal beretis vorhandenen kooperationen der osteuropäer an der russischen grenze (baltikum-schwarzes meer) unter kooperation der USA gehen ja in die gleiche richtung.

    das ganze muss nicht unbedingt verkehrt sein, zumindest ein bewusstsein für diese prozesse sollte aber existieren.

  17. @ klabautermann | 14. Juni 2015 – 15:06

    Das sind ja durchaus richtige Einwände. Dynamisch verfügbar labert Deutschland nur, Amerika handelt.

    Die durchaus sinnvolle Alternative/Ergänzung hatte ich hier dargestellt:

    http://augengeradeaus.net/2015/06/exercise-watch-noble-jump-teil-ii-die-speerspitze-verlegt/#comment-200844

    Nur dann müsste Deutschland ja was tun …

    Die Westeuropäer incl. Deutschland sollten sich mit dem Gedanken beschäftigen, dass es ihre Aufgabe sein könnte, Westeuropa zu verteidigen. Das müsste dann auch mit Fähigkeiten unterlegt werden, materiell wie mental.

  18. Mittelfristig werden die USA nur noch eingeschränkt zu der Verteidigung Europas in der Lage sein, weil der nächste Kalte Krieg wird in den nächsten Jahren in Asien beginnen um die Vorherrschaft dort zwischen China und den USA. Deshalb werden die USA sich dort konzentrieren müssen und nur noch begrenzte Möglichkeiten haben Europa zu helfen, vor allem solange Europa zuwenig Geld für seine Verteidigung ausgibt, sicher auch keine Lust haben, für Europa die Kastanien immer aus dem Feuer holen zu müssen.

  19. ari127mm | 14. Juni 2015 – 11:56

    Man sollte unterscheiden das die ihren teil dazu tragen ganz klar ja

    Nur jetzt sind wir schon drin und bei uns passiert nicht
    KMW kann zu Zeit nicht also gut dann kaufen wir ab 2017 , warum lassen wir uns das gefallen ?
    Nein wir sind da , das wir Schutz brauchen den Europa selber nie kann
    Europa Armee wird nie eine Armee zum fürchten BRD will Sparen
    Frankreich will nur seine Firmen Aufträge Vergeben
    Polen Vertraut nicht der EU Armee
    Italien wird immer Wackeln Pro Berlusconie wird man für Russland Infos Herrausgeben
    die anderen sagen Interessiert und nicht wir wollen uns nur um M-Meer kümmern

  20. Für mich ist es das dümmste was die USA überhaupt machen können. Die Lage wird durch solche Aktionen noch mehr angeheizt.
    Aber wenn die USA Krieg führen wollen werden sie eh nicht die EU fragen. Sie tun eh was sie wollen und zetten überall auf der Welt neue Kriege an und hinterlassen Chaos und tausende Flüchtlinge.
    Europa ist auch noch so blöd und merkt es nicht mal. Fakt ist dass ich nicht auf Deutscher Seite kämpfen werde wenn die USA Russland angreifen. Dann sollten sich unsere Politiker in einem Bunker zurück ziehen weil ich mit helfen werde Sie zur Verantwortung zu ziehen.
    Mich kotzt diese Kriegstreiberei der USA und der EU sowie aller Nato Staaten an.

  21. @wacaffe: Ich verstehe Ihren Beitrag (14.6.; 15.10 Uhr) nicht wirklich. Unklar sind mir vor allem zwei Punkte.
    Worin bestehen die „außenpolitischen Prärogativen“ der USA?
    Vor allem aber:
    WENN denn das Vakuum beim „strategischem Denken“ hierzulande NICHT als simpler Reflex fehlender Optionen (d.h. es wird nicht nachgedacht und diskutiert, weil es nichts gibt, über das nachzudenken und zu diskutieren sich lohnen könnte) verstanden werden muss,
    DANN MÜSSTE ES ja ein paar OPTIONEN jenseits des aktuellen business as usual
    (erfüllen unsere Bündnisverpflichtungen pro forma und so billig wie möglich und verlassen uns ansonsten auf die USA)
    GEBEN wie etwa
    Aufbau einer europäischen Verteidigung? Mit wem zu welchen Konditionen wäre das sinnvoll und mit Aussicht auf Erfolg machbar??
    Oder eine autonome nationale Absicherung, was wohl hieße: D wird klammheimlich Atommacht oder ist eine rein konverntionelle, autonome Absicherung machbar???
    Mal im Ernst: Worüber könnte denn hierzulande auf der strategischen Ebene sinnvoll nachgedacht werden?
    Wo sind die Ansatzpunkte?

  22. @ zivi ad

    in kurzform:

    ad 1: amerikanische geostrategie ist ausbalancieren potentieller konkurrenten durch balance of power. sowohl russland als auch die eu sind (zumindest theretisch) potentielle kontinentalrivalen. zwei fliegen mit einer klappe schlägt man wenn man sich milder divide et impera politik gegenüber einem (der EU) bedient indem man deren osteuropäische antipathie gegen russland nutzt und dieses so eindämmt während man gleichzeitig als anlehnungsmacht der osteuropäer (als US proxies in der EU) eine sicherheitspolitisch von amerikanischen zielen abweichende EU zumindest erschwert.

    europäische strategie könnte demgegenüber (wieder theoretisch) ein kontinentalblock mit russland sein was grundsätzlich (Mackinder dixit) zu verhindern ist.

    ad 2: bezüglich der strategischen optionen:

    wenn deutschland wie nach herrschender meinung erforderlich europäische und nato solidarität zeigen sollte gleichzeitig aber seine interessen in und mit russland nicht vernachlässigen kann wäre es rational deutlich massiver in die rückversicherung der osteuropäer einzusteigen gleichzeitig aber von diesen rhetorisch und ökonomisch (sanktionen) mäßigung gegenüber RU zu verlangen. auf basis glaubwürdier militräischer abschreckung könnten/würden die das auch.

    gegenwärtig versucht man mit provinziellem empörungsjargon gegenüber RU und militräischen Placebos gegenüber den Balten das gleiche zu erreichen macht sich so aber vor beiden lächerlich.

    ergo orientieren sich die Osteuropäer dahin wo sie mental und materiell verteidigungswillen und- kapazität vermuten, Washington.

    ———-

    wie immer bei strategiedebatten muss man die dialektik nicht teilen solagen mananerkennt das sie bei relevanten personen wirkmächtig ist. so auch hier

  23. Mit dem Fahrzeug verschenken ( MARAPS)

    Macht die USA doch noch ein Geschenk den die Fahrzeuge brauchen Ersatzteile

    Ich bin mal gespannt ob die USA auch schweres gerät nach Ost Europa Verschenken

    Aber mit den Mehr Panzer und Russland hat schon angekündigt das man mehr Truppen in den Westbezirk schicken wollen falls die USA ernst machen

    Nur was man da ganz untergehen lässt mit unsere DINGO und Eagle IV / V kommen wir da nicht weit und der Boxer ist auch nicht das Fahrzeuge das gegen Radschützenpanzer Kämpfen könnte

    Aber so weit denkt man in der BRD nicht

    und ob man mit dem Boxer Schnee und Sumpf wirklich das Fahrzeug ist ?

  24. @wacaffe: Zunächst Dank für die Antwort. Völlig d´accord bei den Eigeninteressen der USA, die Jungs sind nicht aus purer Menschenfreundlichkeit in Europa unterwegs. Ich bin allerdings nicht so überzeugt davon, dass sie West-Europa tatsächlich als potenziellen Konkurrenten sehen. Ich denken eher, die wollen hier den „wahren“ Konkurrenten keinen Raum lassen. Unterm Strich bleibt sich das (m.E.) gleich.
    Bei den strategischen Optionen verstehe ich Sie so, dass aus Ihrer Sicht sowohl der diplomatische als auch der militärische Teil zu schwach sind und daher D besonders / aber auch EU-Staaten insgesamt mehr liefern könnten und müssten. (Sofern so richtig verstanden, soweit volle Zustimmung). Unterm Strich läuft das aber für mich darauf hinaus zu sagen: Wir haben innerhalb der grundsätzlich seit den 50er Jahren bestehenden Bündnissverhältnissen mehr politischen Manövrierraum (etwa „Ostpolitik“) und materiell (wirtschaftlich & technisch) mehr Möglichkeiten zu handfester Unterlegung unserer Politik, als wir uns nehmen bzw. leisten wollen.

  25. Seit einigen Zeiten starke Flugbewegungen amerikanischer Hubschrauber um Bremen. Habe heute 8 (in Worten: acht) Blackhaks in Formation über dem Flughafen Bremen Flugrichtung Nord gesehen. Weiß Jemand was da los ist? Vorausstationierung (Frage wo überhaupt hier oben) oder Übung – aber welche?

    Habe hier so etwas seit den 80’ern nicht mehr gesehen.

  26. Jedes Land hat doch nur ein „single-set-of-forces“ und mit dem muß es im Rahmen seiner Interessen,Verpflichtungen und Ressourcen haushalten. Wenn man sich also im Rahmen von NATO, EU und VN bindet und in allen drei Domänen die Anforderungskurve gleichzeitig nach oben geht, dann wird der sicherheitspolitische level-of-ambition einem echten stress-test unterworfen. Dann muß man sich eben zurück lehnen, einen reality-check fahren und genau schauen, welche Anforderungen konkreter/realistischer und unmittelbar für die eigene Sicherheit relevanter sind als andere. Und wenn die Regierung nun feststellt, dass der level-of-ambition bereits spürbar überstraüaziert ist, dann wird sie einen T……. tun und weitere Bindungen eingehen. Und so ist es gar nicht verwunderlich, dass in Sachen pre-positioning zur vermeintlichen Erhöhung der defense-posture gegen Rußland in Berlin keinerlei Intersse besteht weitere NATO-Verpflichtngen einzugehen – denn das ginge nur zu Lasten unserer Verpflichtungen im Rahmen EU und VN, und da aind wir schon auf Minimum.

  27. @StMarc: Vielleicht sind die auch nur nostalgiegeplagt und kommen über BHV rein und suchen immer noch die alte B6, . . . die muss doch da nördlich von Bremen verlaufen sein, bevor die Autobahn fertig war . . .
    Hat die Army eigentlich noch irgendwelche Einrichtungen da oben?

  28. HiHi,

    die jüngsten Geräusche aus Moskau in Sachen NATO Stationierung in MOE bezeichnet Jens Stoltenberg als „saber-rattling“ ……..derweil ein NATO-Manöver mit Namen „Saber Strike“ abgehalten wird………..

  29. Zeit online berichtet im Artikel „USA verlegen schweres Militärgerät nach Osteuropa“, dass „Die USA […] „vorübergehend“ [Annm.: Anführungszeichen im Artikel] schweres Militärgerät in die Nato-Staaten Mittel- und Osteuropas verlegen [werden], um die Nato-Staaten für Bedrohungen aus Russland und von Terroristen zu wappnen.“, so US-Verteidigungsminister Ashton Carter in Tallin nach einem Treffen mit den baltischen Verteidigungsministern.

    Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte für das Treffen der Nato-Verteidigungsminister am Mittwoch und Donnerstag in Brüssel eine Beschlussvorlage an, die schelle Eingreiftruppe von momentan 13.000 Stärke auf insgesamt 30.000 bis 40.000 Soldaten zu erweitern. Das posituive Votum zur Vorlage gilt als sicher.

    Ob das Laurent Fabius` Vorstoß hilft oder hindert, zwischen Kiew und Moskau in den nächsten Tagen zu vermitteln, zumindest dies -laut mdrinfo heute- tun zu wollen, werden wir sehen.

  30. @ Th. Wiegold: Ich war mit Sachlicher | 23. Juni 2015 – 19:35 zu spät. Wenn es Sie stört, nehmen Sie es bitte heraus.

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