Korvetten jetzt mit (Haupt)Bewaffnung

RBS15 Mk3 from German Navy K130_2015_April

Damit’s zum Nachlesen im Archiv steht: Die fünf Korvetten der Deutschen Marine haben jetzt, ein paar Jahre nach der Indienststellung, ihr Hauptwaffensystem. Der Seezielflugkörper RBS15 Mk3 wurde im April in einem erneuten Anlauf geprüft und ist damit für die Kriegsschiffe qualifiziert. Im Mai 2013 waren erste Versuche noch so richtig daneben gegangen.

Die Marine beschafft von diesen Hauptwaffen der Korvetten erst mal 25 Stück, also fünf Flugkörper pro Schiff.

Die Mitteilung der (deutschen) Firma Diehl, die gemeinsam mit der schwedischen Firma Saab den Flugkörper liefert:

Korvetten-Bewaffnung einsatzbereit
Der deutsch-schwedische Seezielflugkörper RBS15 Mk3 hat die Einsatzprüfung erfolgreich abgeschlossen und ist damit qualifiziert. Die Einsatzfähigkeit wurde Ende April in einem Übungsgebiet in schwedischen Hoheitsgewässern mit der Korvette „MAGDEBURG“ der deutschen Marine nachgewiesen.

Die Einsatzprüfung umfasst den kompletten Leistungsnachweis von der Zielzuweisung über die Missionsplanung und das Abfeuern des Flugkörpers bis zum Treffer im Ziel.

Diehl Defence liefert für die neue Korvette K130 der deutschen Marine den Seezielflugkörper RBS15 Mk3 als Hauptbewaffnung. Er ist das Ergebnis der gemeinsamen Weiterentwicklung der in der schwedischen und anderen Marinen bewährten Mark 2-Version durch Diehl und Saab. RBS15 Mk3 kann nicht nur Seeziele bekämpfen, sondern wirkt auch präzise gegen Landziele.
Neben Deutschland zählen zu den weiteren europäischen Kunden die polnische und schwedische Marine.

(Foto: Start des Seezielflugkörpers RBS15 Mk3 von der Korvette Magdeburg bei der Einsatzprüfung in schwedischen Hoheitsgewässern – Diehl Defence)

24 Kommentare zu „Korvetten jetzt mit (Haupt)Bewaffnung“

  • Harlekin   |   12. Juni 2015 - 22:00

    wow, jeweils 5 stück :D

  • Closius   |   12. Juni 2015 - 22:08

    Die Kieler Nachrichten schreiben von 30 gelieferten Flugkörpern. Wer kann jetzt nicht rechnen oder sind 30 geliefert worden und davon fünf bis jetzt verfeuert worden, einschließlich der Fehlschüsse?

    Der Raktenstart sieht schon geil aus. Aber gerade wenn man Landziele mal bekämpfen wollte/sollte, z.B. gegen Schlepperbanden in Libyen, dann sollte man 30 Flugkörper pro Schiff haben…..

  • jungchen   |   12. Juni 2015 - 22:31

    @Closius

    Siehe den von T.W. verlinkten Eintrag von 2013: 25 Flugkörper mit Gefechtskopf und 5 mit Telemetrie-Sonden

  • Frank   |   12. Juni 2015 - 22:38

    Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, wie wird solch ein FK ausgebildet?

    ESSM u. SM2 etc. werden zur Ausbildung ja auch verschossen u.A. auf Zieldartstellungsdrohnen.

    Demzufolge müsste dies mit der RBs 15 MK3 ja auch geschehen.
    Sicherlich können die Abläufe ja auch digital simuliert werden, dennoch wird es wohl noch so etwas wie ein Flugkörperschießen geben?

    1.Wenn man dafür je Korvette nur einen einzigen FK pro Jahr aufwendet, ist spätestens 2020 die vollständige „Bevorratung“ aufgebraucht.

    2. Ohne auch nur noch einen einzigen Schuss „Einsatzreserve“ übrig zu haben.

    3. Landziehlbekämpfung: wie will man ob dieser minimalen Stückzahl den koordinierten Waffeneinsatz im Zusammenwirken mit den JFS Elementen z.B. der Spezialkräfte der Marine oder EGB Kräfte ausbilden?

    In der Summe der obigen Aufführung, kann man den Sachstand RBS 15 doch wie folgt festhalten:

    Das System kann nicht im Sinne seiner Konzeption beschafft werden, es fehlen schlicht die Mittel für einen einsatzrelevanten Betrieb/ bzw. Stückzahl. Gem. Punkt 2 ist offensichtlich nur ein theoretischer Fähigkeitserhalt entweder im Bereich Seeziel-, oder Landzielbekämpfung möglich oder geplant.

    Die Marine denkt sich wohl: Zum Glück ist der Einsatz des Waffensystem mittelfristig politisch nicht „gewollt“.

    Also fährt man die Minimallösung, die da währen: Programmatischer Fähigkeitserhalt bzw. „Fähigkeitskonservierung“ und ein Hoffen auf bessere Tage

  • Ein Leser   |   12. Juni 2015 - 22:47

    Wie schnell und zu welchen Kosten kann man welche nachkaufen (oder irgendwo ausborgen), wenn man doch mal mehr benötigen sollte? Gibt es da Vereinbarungen?

  • Anubiswaechter   |   12. Juni 2015 - 23:08

    À propos STF: Ist jemandem bekannt, ob dies bereits mit Einheiten der Marine geübt wurde (bejahendenfalls wann und wo)? Oder handelt es sich mehr um eine theoretische Fähigkeit?

  • Kartesh   |   12. Juni 2015 - 23:27

    Ich weis nicht, einen Flugkörper für See oder Land mit Luftabwehrmaßnahmen zu vergleichen ist glaube ich nicht sinnvoll. Eine Haubitze und ein G36 sind auch komplett unterschiedlich, obwohl beides Projektilwaffen sind.

    Einen Flugkörperabschuss wurde in der Marine schon geübt, im Februar hat die Fregatte Brandenburg einen beim EAV abgefeuert. Ein anderer wurde glaube ich auch einen Monat von der selben Fregatte verschossen. Das waren aber alte Exocet.

    Die Frage inwiefern man sich schnell Nachschub verschaffen kann finde ich viel wichtiger als die tatsächliche Stückzahl …

  • Klaus-Peter Kaikowsky   |   12. Juni 2015 - 23:55

    In ursprünglicher Planung war vorgesehen, Seestreitkräfte an STF mitwirken zu lassen. Ob das inzwischen läuft, müsste ein Leser der deutschen Marine wissen.
    Voraussetzung ist die Anbindung der JFSCG an FüInfoSys Marine. Feueraufträge werden direkt zwischen JFST und Boot/Schiff ausgeführt. Das ganze sollte grundsätzlich auch multinational laufen.

  • Andreas   |   13. Juni 2015 - 0:04

    Bei allen (berechtigten) Unkenrufen, geht mir die Tragweite dieses Vorgangs etwas verloren. Immerhin erhält die Marine damit erstmals eine abstandsfähige Waffe um (theoretisch) von See auf Land zu wirken, und dass sogar (theoretisch) mit einer ganz manierlichen Reichweite und Durchschlagskraft.
    Das 25 FK ein schlechter Witz sind wird man sich wohl selbst im Ministerium an zwei Händen abzählen können, über den Grund für diese Entscheidung kann man aber bisher nur spekulieren.
    Ich gebe aber zu bedenken dass die mk4 Version sich ebenfalls noch in der Entwicklung befindet (man möge mich korrigieren falls ich falsch informiert bin) und das harpoon und exocet nicht mehr die jüngsten sind. In nicht all zu ferner Zukunft wird man also entscheiden müssen wie es im Bereich Seeziel-FK weiter gehen soll. Wenn sich das System auf den Korvetten bewährt, könnte es also immer noch zu einer querschnittlichen Einführung kommen.
    Obendrein steht auch die LW seit ausphasung des Kormoran in dieser Disziplin etwas nackig da…wäre natürlich eine Möglichkeit entstandende Lücken zu schließen.

  • Closius   |   13. Juni 2015 - 0:10

    @Andreas: Natürlich wäre RBS 15 der logische Nachfolger vom Kormoran und zur Verteidigung Ostsee und Baltikum ungeheuer wichtig, aber solange die BW nicht kapiert, daß man eigenständige Marinejagdbomber braucht, habe ich keine Hoffnung, daß die Luftwaffe auf die Idee kommt, einen neuen Seezielflugkörper zu fordern.

    Falls doch schon jemand von der Luftwaffenführung Ersatzraketen gefordert hätte, nehme ich meine Behauptung selbstverständlich zurück.

  • Thomas Melber   |   13. Juni 2015 - 7:18

    Wie ist denn überhaupt die „Kampfbeladung“ der K130? Mehr als 5 FK?

  • NMWC   |   13. Juni 2015 - 7:54

    @Thomas Melber
    4 Start- und Lagerkanister auf dem FK-Deck (schauen Sie mal auf Bildern wie groß die Dinger sind und auch schwer). Wenn verschossen muss ich bspw beim EGV oder in einem Hafen wieder auffüllen. Und das geht dann nur mit Kraneinsatz um die Dinger in die Haltevorrichtung zu bekommen.
    Und bevor jetzt wieder einer anfängt: „Wie Scheiße ist das denn..“
    Nee Freunde, das ist bei allen dieser Startsysteme so und vollkommen normal.

  • Christian   |   13. Juni 2015 - 12:10

    Auch wenn es schwer fällt, nicht immer reflexartig alles negativ zu sehen (und die neuerliche, peinliche Verspätung dieses Waffensystems ist natürlich auch Wasser auf die Mühlen): ist denn klar, dass die Bundeswehr ernsthaft plant, 30 Flugkörper für die gesamte Lebensdauer dieses Waffensystems anzuschaffen?

    Das kann ich mir nicht vorstellen (jaja, ich weiß, man kann sich bei der BW eine Menge vorstellen ;-)).

    Im Ernst: wenn man die RBS15 Mk3 jetzt nach dem Fehlschlägen der Vergangenheit ernsthaft getestet hat, war es doch durchaus angemessen, jetzt ZUNÄCHST MAL erst eine kleine Stückzahl zu beschaffen. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn der Flugkörper endgültig mit Pauken und Trompeten durchgefallen wäre, und die Marine hätte schon 500 Stück abgenommen ;-).

    Vielleicht kauft man nun, da man weiß, dass das Teil auch funktioniert, ja noch mittelfristig nach. Und / oder man beschafft später die weiter verbesserte Mk 4.

    Außerdem, obwohl 90 Prozent der hier schreibenden Leute ja täglich mit einem massiven Angriff durch Russland auf Deutschland rechnen, möchte ich folgende Statistik zu bedenken geben: Anzahl der „missiles fired in anger“ durch die Bundesmarine in knapp 60 Jahren: 0.

  • wacaffe   |   13. Juni 2015 - 12:19

    Ich Frage mich ob im Ministerium mal jemand die vorhandenen luftboden und seeland präzisionseffektoren in relation zu Erfahrungswerten bezüglich munitionsverbrauch von militärischen Operationen der jüngeren Vergangenheit (libyen) gesetzt hat.

    Wie lange braucht es bis die vorhandenen fk’s bzw. Pgm’s verschossen sind?

    1 Tag? 1 1/2 ?

    Was macht man dann?

    Was wenn anderswo plötzlich bedarf auftritt weil etwaige Gegner realisieren das D sprichwörtlich „verschossen“ hat?

    Früher gab es doch mal Mun Bevorratung für X Tage schießkrieg. Wie wird diesbezüglich heute geplant? Nur noch nach kassenlage? Prinzip Hoffnung? Gar nicht?

  • klabautermann   |   13. Juni 2015 - 12:47

    So ein Mist. Jetzt verfügt Deutschland über einen der modernsten SZ/LZ-FK weltweit und dann wird der nicht massenhaft produziert, eingekauft und zu Ausbildungszwecken verballert – möglichst mit Gefechtskopf im Bottnischer Meerbusen , damit der irre Iwan sich auch ordentlich verschreckt und die Schweden, Finnen, Balten und Polen ob dieser German show of force and resolve in Begeisterungsstürme ausbrechen. Und wieso hat die Marine das Kommando über diese FK noch nicht an den obersten JFSTeamleader des teutschen Heeres abgegeben ? Der muß doch auch ausgebildet werden ! Und dann kommt das Teil auch noch so spät ! Unglaubliche Schlamperei.
    Mit dieser Marine ist wirklich kein Staat zu machen – abschaffen, sofort abschaffen und Schwimmpanzer kaufen….

    ;-)

  • EineAußensicht   |   13. Juni 2015 - 14:55

    Mal ein Frage zu der Zahl der Flugkörper: Ist es nicht auch bei so manch anderen Flugkörpern so, dass die Anzahl für eine Vollausstattung der vorhandenen See-Einheiten plus so ca. 20% bis 25% Reserve umfasst? Ich meine mich erinnern zu können mal irgendwo eine Berechnungsgrundlage zu diversen Marine-LFKs gesehen zu haben wo auch Systeme wie SM-2 und ESSM mit ähnlichen prozentualen Reserven aufgeführt wurden. Weiß wer dazu genaueres?

    Für eine Erstausstattung ist die Zahl zwar gering aber wohl noch zu vertreten, insbesondere wenn man bedenkt, dass in den Konflikten der letzten Jahrzehnte See-See-LFK gegen Schiffsziele doch nur in sehr geringem Umfang verschossen wurden. Dass man die RBS15 als kleine Tomahawk gegen Landziele einsetzt, halte ich doch für eher unwahrscheinlich, sowohl politisch als auch rein praktisch. Ganz abgesehen davon ist es ja nicht verboten, später noch weitere Flugkörper nachzukaufen.

  • xyz   |   13. Juni 2015 - 15:00

    Man sollte Bedenken, dass für die Marine der mk4 vorgesehen ist und nicht der mk3. Die Entwicklung des mk4 ist aber noch nicht abgeschlossen und so hat man zumindest mal eine Erstbefähigung.

    Ich vermute auch, dass die umfangreichen Modifikationen bei der Version mk4 eine Umrüstung nicht so leicht bzw. billig machen und die mk3 dann ganz einfach für den Verschuss vorgesehen sind.

  • Les Grossmann   |   13. Juni 2015 - 15:46

    @Frank
    Wie wir ausgebildet?
    Ob Sie damit den Verschuss meinen, nur um zu sehen ob er fliegt?
    Diese Ketten braucht kein Mensch.
    Ich kenn EX Offiziere „gedient in Fremden Streitkräften“ die mussten jahrelang lernen, wie man“ fliegende Busse“ programmiert und prüft, ob diese dann fliegen würden.
    Wenn die dann „gestartet“ waren, ging eine Lampe aus, fertig.
    Verschossen wurde zum Glück in der Ostssee nie im Ernstfall sondern nur zum Ablauf der Haltbarkeit Treibstoff oder Sprengstoff.
    Insofern brauche ich zum „Übungsschuss“ keinen FK.

  • Munro   |   13. Juni 2015 - 15:55

    Für Abschreckung oder überraschende Zwischenfälle braucht es nicht mehr, solange sich Deutschland aus Einsätzen wie in Libyen heraushält. Insofern ist es eine recht sympathische Entscheidung, es dabei zu belassen und die „Durchhaltefähigkeit“ zu vernachlässigen. Wenn Politik und Abschreckung versagen, gibt es sowieso keine Gelegenheit mehr zum Nachladen.

    Wobei ich mich bei solchen Kleinserien immer frage: Wie stellen die sicher, dass wirklich jede einzelne Waffe im Ernstfall funktioniert? (Edit: Ah ja, elektronisch…) SM-2, ESSM oder AGM-84 werden nicht nur häufiger bei Übungen von verschiedenen Marinen verschossen, sondern werden auch in großen Stückzahlen hergestellt. Wenn jetzt 25 Raketen hergestellt wurden, sind das ja fast Einzelstücke. Und ein paar dieser Einzelstücke sind auch schon plump ins Meer gefallen. Ich hätte jedenfalls ein mulmiges Gefühl, trotz der Nachbesserungen. Vielleicht sind die 5 zusätzlichen Raketen ja genau dafür gedacht: ein Übungsschuss pro Schiff, irgendwann in den nächsten Jahren.

  • Les Grossmann   |   13. Juni 2015 - 16:09

    @Munro
    wohlwissend wie viele Kormoran, seaskua, milan, Düppel jeder Art, Munition jeder Art….. früher beschafft und dann teuer delaboriert werden muss – teilweise soll es sogar für den „Entsorgungsschuss“ zu spät sein- hat man nach einer eingehenden Bedrohungsanalyse die richtige Zahl gekauft. ;-)
    Meine in Manufakturen hergestellten Einzelstücke der Feinmechanik funktionieren absolut problemlos.
    Und was ist schon sicher, je nach Glaubensrichtung muss man sogar nach den Tod noch „irgendwas“ machen- manche im Kessel sitzen.

  • Les Grossmann   |   13. Juni 2015 - 16:24

    Wenn ich dann noch was von „Nachladen“ lese ist mein Tag gerettet, weil in einem können alle sicher sein- der „Gegner“ kann gar nichts- nur weiss der das auch?

  • xyz   |   14. Juni 2015 - 14:35

    Ich versteh die Diskussion hier ehrlich gesagt nicht: Warum sollte die Marine einen Flugkörper in großer Stückzahl beschaffen, den sie nur kurzfristig und übergangsweise nutzen wird?

  • Andreas   |   15. Juni 2015 - 11:36

    Ist denn schon sicher das Er nur übergangsweise genutzt werden wird? Die Mk4 Entwicklung läuft zwar offiziell, aber wirklich konkretes gibt’s dazu seit Jahren nicht.

  • IstEgal   |   15. Juni 2015 - 11:52

    @Munro
    25 für DEU Marine aber Polen Finnland und Schweden nutzen auch den MK-3 also nicht wirklich eine „Kleinserie“

    MkG