Zum Beispiel NH90: 158 Monate später, 1,2 Mrd € teurer

Nach dem Rüstungsboard in der vergangenen Woche hat das Verteidigungsministerium, wie angekündigt, einen Bericht zu Rüstungsangelegenheiten vorgelegt. Die beiden öffentlichen Teile finden sich hier und hier (und werden auch schon diskutiert, s.u). Dazu gibt es einen Teil als Verschlusssache, der vermutlich noch sehr interessante Details enthält und den ich mal suchen muss.

Aber schon der öffentliche Bericht enthält interessante Zahlen. Die vermutlich die Kenner nicht überraschen, aber so deutlich aufgeschrieben noch mal anders aussehen. Zum Beispiel beim Transporthubschrauber NH90: Eine Zeitüberschreitung von derzeit 158 Monaten (das sind gut 13 Jahre) und Mehrkosten von 1,121 Milliarden Euro – davon entfallen rund 84 Prozent auf die vertraglich festgelegte Preisstandsanpassung.

Das ganze Paket muss man mal in Ruhe durchlesen. Das tun jetzt vermutlich auch die Abgeordneten, wenn sie klug beraten sind, ehe sie sich dazu äußern.

(Foto: NH90 – Flickr-User Airwolfhound unter CC-BY-SA-Lizenz)

 

42 Kommentare zu „Zum Beispiel NH90: 158 Monate später, 1,2 Mrd € teurer“

  • Closius   |   19. März 2015 - 17:52

    Leider verrät uns diese Top 15 Veröffentlichung wenig neues.

    1. Interessant ist, daß der Zulauf des Pumas noch diesen Monat beginnen soll von der Serienfertigung und ab dem 20. April die Ausbildung der Truppen mit dem neuen Schützenpanzer beginnen soll, wenn die Industrie die Probleme mit der Serienfertigung noch rechtzeitig in den Griff bekommt.

    Leider nichrts neues was die Spike-Raketen angeht, wann diese genau endlich zulaufen und warum es dort Verzögerungen gibt, obwohl es doch ein bereits existierendes Waffensystem ist.

    2. Nachdem der Boxer schneller zuläuft/geliefert wird als geplant ein ausnahmsweise einigermaßen funktionierendes Rüstungsprojekt, so daß die BW Ende 2016 über alle ursprünglich bestellten 272 Boxer verfügen soll und ab 2017 die nächsten 131 zulaufen sollen.

    3. Bei der Luft-Luft Rakete Meteor ist die Behauptung, daß das Waffensystem im Plan sei leider ein Schwindel, denn laut Wiki sollte die Rakete ab 2014 zulaufen, jetzt soll erst 2017 die Zulassung der Rakete erfolgen. Für mich sind dies nach Adam Riese drei Jahre mindestens an Verspätung, denn wer weiß, wie lange die Zulassung noch dauert!

    4. Beim A 400 M nichts neues, ob dieses Jahr noch weitere Flugzeuge zulaufen oder nicht. Auch nichts neues, wann endlich die Fallschirmjäger damit abspringen können bzw. dürfen? Leider auch keine Einsicht bisher, daß wir alle Maschinen behalten sollen. Wird weiterhin nur mit 40 geplant. Daß die Nutzung der Transall über 2018 geprüft werden soll wegen der Verspätung des A 400 M, statt andere Maschinen zu leasen oder zu kaufen, zeigt die Plan- und Konzeptlosigkeit des Ministeriums.

    5. Die Korvette 130 ist weiterhin ein Trauerspiel. Die Frage einer Drohe für K 130 wird weiterhin nur geprüft und der RBS 15 hat immer noch nicht einsatzfähig. Ohne diese Seezielflugkörper ist die Korvette ein besseres Patrouillenboot ohne Kampfkraft.

    6. Auch keine Antwort, wann der EF endlich mal als Jagdbomber verwendet werden kann oder ob jetzt Konventionalstrafe bezahlt wird oder die letzte Tranche EF doch noch abgenommen wird.

  • SEAKING   |   19. März 2015 - 21:29

    Bericht zu Rüstungsangelegenheiten

    S.57
    „Schließlich ordnen sich all diese Bestrebungen und Ziele dem Einsatz unter.
    Wenn deutsche Soldaten in den Einsatz geschickt werden, müssen sie sich auf
    eine zuverlässige und zweckmäßige Ausrüstung verlassen können, die sie befähigt,
    ihren Auftrag erfolgreich durchführen zu können und ihnen optimalen
    Schutz vor Gefahren bietet.

    Dies ist die bestimmende Größe für die Agenda Rüstung.“

    Leider ist Kap.2,Seite 70 (NATO Hubschrauber NH90 inkl. SEA LION)..VS NFD…
    Guess why !?

  • audio001   |   19. März 2015 - 22:11

    Wäre ich Bundestagsabgeordneter in einem der zuständigen Ausschüsse und hätte es nicht für nötig befunden mich qualifiziert zu informieren, informieren zu lassen und die richtigen Fragen zu stellen,- ich würde mich langsam anfangen zu schämen!- So ganz für mich und ganz im Stillen!

    Es sei denn ich wäre zu selbstkritischem Umgang mit meinen eigenen Entscheidungen noch fähig!- Dann hätte ich jetzt eine Menge zu sagen und zu fragen …

  • Ungedienter   |   19. März 2015 - 22:20

    S51 TP 2: Vertrags- und Lieferantenmanagement
    Was dort steht heißt nichts anderes, als dass die Bundeswehr keinen professionellen Einkauf hat! Ich bin selber Einkäufer in einem Großkonzern (in Staatshand) aber ehrlicherweise, da waren wir schon vor 20 Jahren weiter! Musterverträge bei Technologiekäufen sind tödlich! Sie müssen immer individualisiert werden und das verlangt Arbeit in hochkompetenten Teams!

  • Jens Schneider   |   19. März 2015 - 23:48

    Das sind nun „nur“ die Top 15 der negativen Rüstungsprojekte!!!
    In der freien Industrie hätten auch 15 Top-Manager ihren Hut nehmen müssen.
    Was passiert eigentlich in diesem „Ausrüstungsverhinderungsamt“ in Koblenz ??
    Erschreckend, was in Deutschland toleriert und akzeptiert wird, und über Jahrzehnte praktiziert wird.
    Was ist eigentlich mit den anderen „kleinen“ Rüstungsprojekten,wie u.a.:

    Wiesel2 Mörser
    neue LKW,s,Jeeps
    gepanzerte Transportfahrzeuge
    BSHS
    Ablöse T-38
    MKS 180
    JSS
    neue Handwaffen

    usw.,usw.

    Die Liste kann ja unendlich erweitert werden.

    Vielleicht kann mir einer der Spezialisten hier auf AG mal erklären, wie andere Länder mit z.T. wesentlich kleineren Militärhaushalten eine modernere Ausrüstung in ihren Streitkräften zur Verfügung haben als unsere“ WUNDERWEHR“.
    Z.B.:Frankreich,Italien,Spanien,Niederlande,Norwegen usw.
    Können unsere „Spitzeneinkäufer „nicht mal so langsam in diesen Ländern spionieren?

  • Redy29   |   20. März 2015 - 0:17

    Man gewinnt den Eindruck, die BW sei ausschließlich dafür da, den letztendlich französischen Rüstungskonzern EADS (sofern die überhaupt Steuern zahlen , tun sie dies an Paris) und seine deutschen Zulieferer in Bayern und Hamburg am Leben zu erhalten.
    „Liefert wann immer ihr wollt und wir bezahlen was ihr möchtet“.
    So etwas wie ein Kosten-Nutzen-Management gab es wohl nie in der BW und wird es nie geben.
    Dass die IBUK eine von KPMG in ihr Team aufgenommen hat ist wohl eher Augenwischerei.
    Vermutlich hat die sich ob des Grauen hinsichtlich des Missmanagements bereits abgewendet und zählt die Tage bis zur Kündigung.

  • schleppi   |   20. März 2015 - 0:19

    Ein weiteres Werk der Verdunkelungsprosa des BMVg:
    Nehmen wir einmal den Projektstatus Kap2 S. 69 Tiger und Seite 71 NH90. Dort lesen wir über den Tiger, dass er sich in Afghanistan bewährt hat und dort 1800 Flugstunden geflogen ist. Über den NH90 lesen wir, dass in Afghanistan 4 NH90 als „Rettungshubschrauber“ (Forward Air Medevac…..) eingesetzt waren. Waren es wirklich 4 mit 4 Rüstsätzen, oder waren es zwei NH90 FAM und 2 Reserve?
    Und wieviel Flugstunden haben die denn in Afghanistan geleistet? Und wie viele Hubschrauber Tiger waren in Afghanistan eingesetzt? Alles Fragen, die die Abgeordneten sicher nach Lektüre des Berichtes jetzt beantworten können.
    Und sicher kann mir auch ein Abgeordneter erklären, was das gelbe B im NH90 Bericht bei Sicherheit (Arbeitssicherheit,IT-Sicherheit, militärische Sicherheit und Verkehrssicherheit) bedeutet. Und würde man Arbeitssicherheit mit rot, IT-Sicherheit mit grün, militärische Sicherheit mit grün und Verkehrssicherheit mit rot bezeichnen, käme dann bei Sicherheit gelb heraus? Na die Abgeordneten werden es ja jetzt wissen. Gab es nicht schon mal ein Problem mit Ampelfarben im Ausschuss?
    Bei diesen Mustern ist ja auch nicht nur Retrofit sondern auch Obsoleszenzmanagement erforderlich. Sind die Kosten bei den 12+Mrd Euro schon eingerechnet? Wohl nicht? Wie auch. Vermutlich hat auch keiner der Abgeordneten nachgefragt, wie lange so ein Retrofit dauert.
    Es ist schön, wenn man weiß, dass unsere Abgeordneten im Verteidigungsausschuss so objektive und vergleichbare Berichte vorgelegt bekommen. Da sind sie up to date.

    Und menno, bei den Partnerländern führt der NH90 doch vergleichbare Aufgaben zu SAR durch. Soso. Vergleichbare Aufgaben zu SAR. Warum nicht SAR??

  • schleppi   |   20. März 2015 - 0:40

    Nachbrenner für die A400M Interessierten:
    Wenn da steht Nutzungsdauerverlängerung für C 160 Transall, dann bedeutet das nicht, dass mit „streiche“ „setze“ mal eben ein neues Datum eingesetzt wird. Das bedeutet, dass zusätzlich Geld in die Hand genommen werden muss. Ist vermutlich bei den Mehrkosten von 12+Mrd aller 15 Projekte auch noch nicht kalkuliert.

  • Milliway   |   20. März 2015 - 1:02

    Die ganze Expertise ist Komplet wertlos da nichts in irgend einer Form wie z.B. der Kaufpreis belegt ist.

    Um eine Abweichung von einen Plan festzustellen muss erst einmal der Plan bekannt sein !
    Ferner sind die Kostenrechnungen von den Einschlägigen Projekten absoluter Unsinn / Fiktiv !

  • Bang50   |   20. März 2015 - 2:10

    Zitat S.44 Teil1: „Die projektbezogenen Vertragsklauseln reichen diesbezüglich von festen Jahreswerten (z. B. 2,5 Prozent) bis hin zu Anpassungen, die aus dem jährlichen Wachstum des europäischen Bruttoinlandsproduktes errechnet werden. Die Preisstandsanpassungen steuern in der Summe aller betrachteten Top 15 Projekte ohne TLVS den größten Anteil in Höhe von 72 Prozent zu den regelmäßig ansteigenden Veranschlagungen bei.[…].

    Wow! Respekt! Es werden Milliardenverträge mit Inflationsklauseln geschlossen aber die prognostizierte Inflation (2 % sind immer ein guter Schätzwert) wird nicht in der Kostenplanung berücksichtigt – öhm, Hallo?? Und da fallen alle plötzlich und unerwartet aus den Wolken?

    Und wenn ein so bekanntes und systematisches Risiko (Inflation, Wechselkurs) nicht durch einen Hedge abgesichert wird, tja dann hat man es eigentlich nur verdient höllisch drauf zu zahlen. Oder glaubt etwa irgendjemand ein Rüstungsunternehmen nimmt bei den Milliardenbeträgen das Inflations- und Wechselkursrisiko zu 100% auf seine Bilanz? Die könnten jeden Tag zu machen wenn der Hebel in die falsche Richtung ausschlägt. Also werden die eine Gegenposition halten um sich gegen dieses Risiko abzusichern und sicher für die Zukunft planen/investieren zu können.

    Der institutionelle Versicherer Ihres Vertrauens hilft Ihnen da gerne weiter.

  • audio001   |   20. März 2015 - 6:16

    Zum Thema NH90 Mehrkosten: Im Hinblick auf die Kostengegenüberstellung „Analyse „MoU- bzw. Global-Deal“ wie dem Haushaltsausschuß vorgelegt“ ((ohne Quellenangabe) vom 01.09.2014, der link hierzu: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&ved=0CCIQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.directupload.net%2Fdown%2Fd%2F3732%2Fsi99okns_pdf.htm&ei=JqoLVcS5L8PoaLfbgpgF&usg=AFQjCNE2kLNxl8g-GqOy13OPDJX-5NBatw&bvm=bv.88528373,d.d2s , übrigens an anderer Stelle schon mal veröffentlicht), scheint die „Mehrkostenrechnung“ im Bericht zum NH90, gelinde gesagt, eine „Milchmädchenrechnung“ zu sein!

    Wobei ich nicht auszuschließen vermag, dass letztere (Milchmädchen) vermutlich besser rechnen können als das BMVg in diesem Bericht! (Oder wollte man vielleicht nur „die Mehrkosten“ über eine Stückzahlreduzierung im „German Deal“ geschickt kaschieren?)

    Daraus folgere ich mal persönlich, dass es für unsere Bundestagsabgeordneten zweifelsfrei Sinn machen könnte auch diese veröffentlichten Zahlen noch einmal kritisch zu Hinterfragen!

    Denn es gilt auch hier: Nicht jede Zahl die durch das BMVG veröffentlicht wird, muss auch zwingend interpretationsfrei und/oder richtig sein.

    Und eingedenk der bislang nicht-veröffentlichten Probleme mit den Rüstungsprojekten, ist grundsätzliches Mißtrauen ohnehin angesagt!

    re: schleppi Ob das gelbe B bei „Sicherheit (Arbeitssicherheit, iT-Sicherheit, Militärische Sicherheit, Verkehrssicherheit“ möglicherweise vielleicht damit zu tun haben könnte, dass doch „ganz kleine Zweifel“ zu der Zulassung des NH90 in Deutschland und dem Betrieb im öffentlichen Luftraum beim BMVg bestehen könnten!?

    Ich bin mir sicher: Wir werden es bald wissen!- Es lebe die „Transparenz“ …

  • audio001   |   20. März 2015 - 7:08

    re: Bang50, Redy29

    Das was sich hier als „desaströser Zustand“ aus den Rüstungsprojekten aufzeigt, läßt vordergründig nur den Schluss zu, dass hier seit Jahren eine (bildlich gesprochen) „Laienspielschar“ in der Verantwortung für milliardenschwere Rüstungsprojekte stand (oder auch noch steht?)!

    Und nachdem das Ausmaß des „Rüstungsdesasters“ – das sich ja teilweise schon seit Jahrzehnten aus den diversen Rüstungsprojekten aufzeigt – ja kaum der politischen Führung des BMVg verborgen geblieben sein kann, hat man/frau die „Laienspielschar“ einfach immer weiter machen lassen!

    Offensichtlich hat sich die politische Führung des BMVg auch in der Vergangenheit gar nicht genötigt gesehen lenkend einzugreifen und dem Desaster ein Ende zu bereiten!? (Das dieses Rüstungsdesaster mit einem erheblichen Vermögensschaden für den Bund einhergeht, läßt auch die Frage nach (persönlicher) Haftung der verantwortlichen Beamten/Soldaten nicht mehr gänzlich abwegig erscheinen!)

    Und es kommt einem zwangsläufig in den Sinn, dass (bildlich gesprochen) das BMVg und die Bw sich scheinbar als „verlängerte Werkbank“ der Rüstungsindustrie haben jahrzehntelang mißbrauchen lassen!?- Und auch dieses scheint in der Vergangenheit die politische Führung nicht zu einem Tätigwerden animiert zu haben!? (Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass dieses sogar so gewollt war!)

    Und in dem ganzen Szenario scheint die parlamentarische Kontrolle (aus den zuständigen Ausschüssen heraus) – auf die sich der steuerzahlende Bürger eigentlich verlassen können muss – völlig versagt zu haben!?

    Erschreckend hierbei ist für mich, dass einige der Abgeordneten in den Ausschüssen ja keine „Neulinge“ mehr sind, sondern schon seit Jahren gefordert waren diese Rüstungsprojekte aus Sicht der parlamentarischen Kontrolle zu begleiten!

    Da stellt sich mir schon die Frage: Wie kann man als Abgeordneter in einem der zuständigen Ausschüsse dieses Rüstungsdesaster, ob seiner Konsequenzen für die Verteidigungsbereitschaft und des daraus entstandenen finanziellen Schadens für den Bund, einfach übersehen?

    Und man/frau kommt als Bürger auch nicht daran vorbei sich die Frage zu stellen, warum bestimmte Sachverhalte nicht konsequenter gegenüber dem Parlament offengelegt und gegenüber der Öffentlichkeit aufgedeckt wurden!?

    Da bleibt letztendlich nur zu hoffen, dass sich zumindest jetzt die Abgeordneten in den zuständigen Ausschüssen, bzw. des Deutschen Bundestages insgesamt, sich ihrer Mit-Verantwortung für dieses Rüstungsdesaster noch einmal vor Augen führen!

    Denn eines ist klar, dieses Rüstungsdesaster ist nicht einfach vom Himmel gefallen, sondern das Resultat einer grundsätzlichen Fehlentwicklung, die allein die Politik verschuldet hat ….

  • Klaus Vanselow   |   20. März 2015 - 7:16

    @audio001
    Ihr Einwurf ist zwar zutreffend, Ihre Lesart des Berichtes aber falsch. Eine tatsächliche Aussage zu Kostensteigerungen wird im Bericht nicht getroffen. Es wird nur der absolute Mehrbedarf an Haushaltsmitteln ggü. der ursprünglichen Veranschlagung betrachtet. Siehe z.B. auch A400M und SPz PUMA – hier wurden ebenfalls die Stückzahlreduzierungen nicht als „Kostensteigerung“ erfasst. Mit dieser Darstellung wird also die progressive Einschränkung planerischer Spielräume t r o t z der Reduzierung von Stückzahlen deutlich – mehr eigentlich nicht. Für die Perspektive der (Haushalts-)Politik ist dies – wie ich glaube – eine angemessene und aufschlussreiche Abstraktion.

  • Klaus Vanselow   |   20. März 2015 - 7:24

    Es hätte heißen müssen: @audio001 – 06:16

  • CRM-Moderator   |   20. März 2015 - 7:42

    @audio:“Und es kommt einem zwangsläufig in den Sinn, dass (bildlich gesprochen) das BMVg und die Bw sich scheinbar als „verlängerte Werkbank“ der Rüstungsindustrie haben jahrzehntelang mißbrauchen lassen!?- Und auch dieses scheint in der Vergangenheit die politische Führung nicht zu einem Tätigwerden animiert zu haben!? (Man könnte fast auf den Gedanken kommen, dass dieses sogar so gewollt war!)“

    Sicherheitspolitik=Rüstungspolitik=Wirtschaftspolitik=Subventionspolitik

    Ich meine da auch keinen Mißbrauch zu erkennen. Das war Konsens.

  • Memoria   |   20. März 2015 - 7:59

    Ich finde es erstmal sehr positiv, dass das BMVg den Transparenz-Ankündigungen so weitgehende Taten folgen läßt.

    Das ist mehr an Informationen als die letzten 10 Jahren.
    Die eingestufte Variante wird wahrscheinlich nicht dramatisch mehr Informationen enthalten.

    Gesamtplanerisch zeigt sich, dass man für Nutzungsdauerverlängerungen von Altsystemen (z.B. C-160) und bereits auftretende Obsoleszenzen von Neusystemen (EF, UHT) bis 2020 erheblich zusätzlich (!) investieren muss, um die Einsatzbereitschaft zumindest auf dem niedrigen jetzigen Niveau zu halten.

  • Vtg-Amtmann   |   20. März 2015 - 8:26

    Wie oberflächlich, expertiselos, beschönigend und vor allem intransparent auch der gegenständliche Bericht ist, sieht man bereits an Kapitel 2, S. 71:

    (Zitat) „Im _N_o_v_e_m_b_e_r_ 2014 kam es im Flugbetrieb zu einer Stagnation an einem Triebwerk. Nach heutigem Stand kam es national wie international zu insgesamt 19 Fällen [also wieviele national und international exakt, bitte???], die einer Triebwerksstagnation zugerechnet werden können [… sehr pauschale Zuordnung???]. Im Rahmen einer Zwischenfalluntersuchnung wurde vom NH90- Hersteller (NHI) ein Modifikationsbedarf des Over Head Control Panels festgestellt. Am 6. Februar 2015 wurden Haushalts- und Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundetages unterrichtet, daß der Inspekteur des Heeres den Routineflugbetrieb des NH90 auf Empfehlung des Flugsicherheitsausschusses (FSA) beim Luftfahrtamt der Bundeswehr vorläufig ausgesetzt hatte. Am 20. Februar 2015 trat der FSA nach Kenntnisnahme weiterer technischer Informationen sowie organisatorischer Möglichkeiten des Handelns [… welche Infos und Möglichkeiten genau???] erneut zusammen und empfahl dem lnspekteur des Heeres, den Routineflugbetrieb unter bestimmten Auflagen […welche bitte?] interimsweise wieder aufzunehmen. Der Empfehlung des FSA ist der Inspekteut des Heeres am gleichen Tag gefolgt und hat den Flugbetrieb wieder freigegeben. Der Hersteller ist verpflichtet, eine Lösung schnellst möglich umzusetzen.“ [Umsetzung setzt naturgemäß ein konkrete Lösung voraus, ansonsten spricht man von Entwicklung !!!] (Zitatende).

    Der Zwischenfall in Termez mit dem 78+18 war bereits am 19. Juni 2014 und beide TW waren von einer offenbar „schleichenden Stagnation“ betroffen und in Folge der Selbstzerstörung eines der beiden TW und des Feuerlöschvorganges kam es zum „Abfackeln“ des OHCP mit katastrophalen zusätzlichen flugsicherheitsrelevanten Ausfällen an weiteren, nicht unmittelbar am Triebwerksausfall und dem Löschvorgang beteiligten Betriebssystemen durch das konstruktiv defizitäre OHCP. Dies waren die „Stagnationsfälle“ No 3 und No 4!

    Kurz danach, am 27. Juni 2014 kam es in Leipzig beim Anlassvorgang und wohl zuvor beim 78+16 offenbar zu den „Stagnationsfällen“ No 5 und No 6.

    Am 20. November 2014 und zuvor soll es am 78+25 während einer Übung zu den „Stagantionsfällen“ No 7 und No 8 gekommen sein, welche nach einer Übung in Faßberg festgestellt wurden.

    Im Juli 2013 sind das TW SN 4100 mit „Stagnationsschaden“ sowie das 2te TW des betroffenen NH90 (welcher?) – vermutlich TW SN 4102 – in Oberursel zur Befundung und Instandsetzung angeliefert worden. Nach Demontage des ersten TW sollen diese Engines bis zur finalen Abklärung des Falls nicht an Turbomeca zur Wiederherstellung abgegeben worden sein. Dies sind damit – vermutlich – die „Stagnationsfälle“ No 1 und No 2 innerhalb der NH90-Flotte der Bw, vorausgesetzt es liegen keine weiteren Fälle vor.

    International bzw. bezogen auf die Gesamtflotte aller NH90-Betreiber müßten damit statt 19 „pauschaler Stagnationsfälle“ eben insgesamt 22 Fälle vorliegen (wiederum vorausgesetzt, es gibt keine Dunkelziffern).

    Das „Basisrisiko“ – nämlich Triebwerksausfall bzw. Selbstzerlegung im Flug aufgrund vorausgegangener „Stagnationsschäden“ – für weitere OHCP-Ausfälle und Selbstzerstörungen hat sich damit m.M.n. von 5 auf 8 Fälle, also um den Faktor 1,6 innerhalb der NH90-Flotte der Bundeswehr, signifikant erhöht.

    Der eher schöngeredete „Modifikationsbedarf des Over Head Control Panels“ erfordert nachhaltige konstruktive Änderungen am System und auch an dessen Peripherie bis hin zu einer völlig neu gestalteten Zündstromversorgung der insgesamt 4 SQUIBS, was in toto der erneuten Evaluierung und einer neuen Stück- und Musterprüfung sowie Zulassung bedarf. Soweit zur Verpflichtung des Herstellers „schnellst möglich eine Lösung umzusetzen“!

    Die Kenntnisnahmen des FSA beim LufABw von „weiteren technischen Informationen sowie organisatorischer Möglichkeiten des Handelns“ sind m.M.n. absolutes „Wischi-Waschi“ und nur ein hoffnungslos hilfloses weiteres Herumlavieren.

    Wenn ich das EASA-Regelwerk „AMC and GM to Part 21“ richtig verstanden habe, gilt zudem:

    1.) Vielfach wird bereits im Falle älterer Type Certifikates (TC) der Fehler begangen, daß man sich auf das jeweils dem Datum des TC folgende Amdt der „AMC and GM to Part 21“ abstützt. Im Falle des NH90 wäre dies „AMC & GM to Part 21, Amdt 0“ gemäß „Decision No. 2003/1/RM of the Executive Director of the Agency of 17 October 2003“.

    2.) Tatsächlich muß man sich m.M.n. aber auf die konsoldierte Fassung der „AMC and GM to Part 21’(Amdt 10)“ gemäß der „Decision No 2012/020/R“ abstützen:

    3.) Denn die Hazard Analysis erfolgt aktuell und ist die Basis für das um die aktuelle „Interimslösung“ abzuändernde TC (vgl. Flußdiagramm, Figure 15, Page 47 in „AMC and GM to Part 21“, http://easa.europa.eu/system/files/dfu/Annex%20I%20to%20ED%20Decision%202012-020-R.pdf,

    4.) Ist die Hazard Analysis für ein aktuelles Ereignis gemäß gemäß aktueller Erkenntnisstände und Methoden sowie auch eines aktuellen Gesetzesrahmen durchzuführen, ergo ist auch der Regulation (EU) 748/2012 vom 3. August 2012 Rechnung zu tragen.

    5.) Im weiteren sticht neben zig entsprechender Textpassagen die Grafik „Establishing TC basis for Substantial, Significant and Not significant changes according to 21.A.101 (a) and ((b)“, Figure 5, Page 117 in „AMC and GM to Part 21“, einem ins Auge (vgl. auch http://www.yumpu.com/pt/document/view/37199912/o-19evnm5pscj2183g128j9mo18o7apdf)

    Hier steht 3x (gelb markiert) „The applicant may propose a certification basis using an earlier amendment but not earlier than the existing TC basis“.

    6.) Die vertraglich festgeschriebene und gemäß Kennblatt gegebene Entwicklungs- und Zulassungsbasis des NH90 ist FAA-FAR Part 29 Amdt 31 und dieses ist seit 22.10.1990 gültig.

    7.) Dieses Amdt 31 beinhalted u.a. die nachfolgend genannten Zulassungsvoraussetzungen, welche aufgrund des OHCP des NH90 und dessen Fehlkonstruktion sowie im Zusammenhang mit der Feuerlöschanlage bislang nicht und auch nicht bei gegenwärtigen Interimslösungen erfüllt werden.

    • Subpart F—Equipment, Electrical Systems and Equipment, Sec. 29.1353, Electrical equipment and installations gemäß Amdt. 29-15, Eff. 3/1/78
    • Sec. 29.1355, Distribution System gemäß Amdt. 29-24, Eff. 12/6/84
    • Sec. 29.1357, Circuit protective devices gemäß Amdt. 29-24, Eff. 12/6/84

    (Vgl. zu Vorgenanntem Section ebenfalls den Upload-Link)

    8.) M.M.n. bedeutet dies, daß sich Gen-FluSi, das LufABw, der FSA und AHD damit bei Ihrer „Interimslösungen“ zum „Interimsbetrieb“ eines Zulassungsstandes bedienen, welcher in vorgenannten Fällen vor 1978 bzw. 1984 liegen müßte, weil eben diese Amdts vom derzeitigen OHCP genau nicht erfüllt werden und damit eine Zulassungsbasis für die erforderlich Zulassungsänderung der für den Interimsflugbetrieb erforderlichen Interimslösung gegeben ist, welche auf einem Stand _v_o_r_ der existierenden originären Zulassungsbasis FAA-FAR Part-29 Amdt 31 vom 22.10.1990 einschließlich Sec. 29.1355 und Sec. 29.1357 liegt!

    Laut (nochmals Zitat) „The applicant may propose a certification basis using an earlier amendment but not earlier than the existing TC basis“ ist dies jedoch _w_i_d_e_r_r_e_c_h_t_l_i_c_h_ bzw. eben _u_n_v_e_r_e_i_n_b_a_r_ zu „EASA – AMC and GM to Part 21 (Amdt 10)“. Damit wäre die Musterzulassung aller NH90-TTH erloschen!

    9.) Natürlich kann ich hier einer Fehlinterpretation unterliegen, aber im Zweifelsfall hätten ja der FSA oder der GenFluSi die EASA – ebenfalls in Köln – zu dieser Problematik befragen können, wenn man sich schon auf eine „EASA-konforme“ Interimslösung beruft und damit u.a. gegenüber dem Parlament „trommelt“.

  • audio001   |   20. März 2015 - 12:59

    re: Klaus Vanselow

    Da können wir uns ja mal gemeinsam die Frage stellen, wie viele der den Bericht lesenden Bundestagsabgeordneten auf dieser „angemessenen und aufschlussreichen Abstraktionsebene“ den Begriff „Mehrbedarf“ interpretationsfrei vom Inhalt her wiedergeben könnten?- Die Hoffnung stirbt zuletzt ….

  • achtmalklug   |   20. März 2015 - 13:28

    Das ganze Paket muss man mal in Ruhe durchlesen. Das tun jetzt vermutlich auch die Abgeordneten, wenn sie klug beraten sind, ehe sie sich dazu äußern.

    Und ich hoffe, dass auch die Kollegen in den Redaktionen dieses Papier durcharbeiten und dann die richtigen Fragen stellen können. Denn sonst ist es eigentlich völlig Wumpe, was die Abgeordneten so alles dazu sagen.

  • KlausK   |   20. März 2015 - 16:16

    Die durchschnittliche Projektverzögerung beträgt 51 Monate. Schmeichelhaft für Airbus; betrachtet man nämlich die fliegenden Projekte, die der Konzern zu verantworten hat, kommt man auf eine durchschnittliche Projektverzögerung von ca. 128 Monaten!!!

    So kann man die Unfähigkeit oder Unwilligkeit dieses Konzerns auch verschleiern!!

  • Milliway   |   20. März 2015 - 21:06

    @ KlausK | 20. März 2015 – 16:16

    Selbst mit den von Ihnen genannten durchschnittliche Projektverzögerung von ca. 128 Monaten, stehen die Projekte noch Super da.

    In den 70er-80er Jahre haben wir diverser Rüstungsprojekte angeschoben.

    So sollte in den 90er Jahren die

    – F-4E/F Phantom durch das TKF-90 / Jäger 90 / EF-2000
    – C-160D Transall durch das FLA / A400M
    – UH-1D Iroquois durch NH-90
    – Bo-105 PAH-1 durch PAH-2 / EC.665 UHT Tiger

    ersetzt werden !

    In allgemeine Läuft ein Projekt ab der Definition-Phase aber das ist den externen Berater
    ( KPMG / P3 Group / Kanzlei Taylor Wessing ) wohl entgangen !
    Bei einen Honorar von über einer Millionen € für das Exzerpt, kann man auch nicht mehr erwarten!

  • MH   |   20. März 2015 - 21:14

    SPIEGEL-Online Vorabmeldung:
    Die Flotte der Transporthubschrauber vom Typ NH90 könnte erneut stillgelegt werden: Wegen eines Triebwerkproblems und eines Designfehlers in der Bordelektronik ist das Absturzrisiko zu hoch

  • T.Wiegold   |   20. März 2015 - 21:33

    @MH

    Wird bereits im älteren Thread

    http://augengeradeaus.net/2015/03/von-der-leyen-verteidigt-hubschrauber-deal/

    diskutiert.

    (Hm, vielleicht bündele ich das doch noch.)

  • schleppi   |   20. März 2015 - 22:02

    Die Risiken beim Airbus Projekt wurden schon im letzten Jahr in einer Sendung von NDR Info von mir angesprochen. Wieso machen wir das eigentlich ohne das das BMVg uns dafür bezahlt ? :-)

  • Bang50   |   20. März 2015 - 22:37

    @ Schleppi – ;-)

    Das BMVg müsste in erster Linie T.W bezahlen für das beste Frühwarnsystem und die beste Informationsplattform – diese Informationsdichte bekommt keine interne Berichterstattung zusammen.

    In zweiter Linie müsste das BMVg tatsächlich die Kommentatoren der Drehflüglerfraktion bezahlen. Das penetrante Nachbohren wird wahrscheinlich trotz der getroffenen Entscheidungen dazu führen, dass in Zukunft nicht noch größere Summen wegen technischen Schwierigkeiten/Unfällen dem BMVg aufgeladen werden.

    Abschließend müsste das BMVg noch viele andere Kommentatoren bezahlen, weil diese wertvolles know how frei zur Verfügung gestellt haben, welches eigentlich auf dem freien Markt einen hohen Preis besitzt.

    P.s Aus der AG Community könnte man wahrscheinlich ein führendes Beratungsunternehmen für Militär und Sicherheitspolitik formen, welches unter sechsstelligen Beträgen keinen Finger rührt – T.W for CEO!! ;-)

  • Vtg-Amtmann   |   20. März 2015 - 22:55

    @Bang50: Also KPMG und den neuesten Rüstungsboard-Bericht könnten wir knapp für das halbe Geld / Gehälter überholen und das mit einem CEO der u.a. Theologie studiert hat und Ersatzdienst leistete. Wir müßten doch glatt der IBUK sympathisch sein, die geht doch bei ihren StS auch manchmal aussergewöhnliche Wege. (Iro off)

  • Georg   |   20. März 2015 - 23:16

    @ Bang50

    Beratungsunternehmen liefern meistens die Ergebnisse, die der Kunde wünscht und nicht die Ergebnisse, die die Realität abbilden.
    Insofern wäre Augengeradeaus ein wirklich innovatives Beratungsunternehmen, aber wer will die Realität denn schwarz auf weiß vorgelegt bekommen ?

    Im Übrigen gilt auch im Verhältnis Beratungsunternehmen zum Kunden, „der Prophet gilt nichts im eigenen Land“. Was machen denn findige Berater ?
    Sie gehen in den Betrieb bis zu den Menschen an den Werkbänken, fragen was man in ihrem Bereich besser machen könnte, bewerten die Vorschläge nach den gewünschten Zielen, z.B. Einsparmöglichkeiten finanzieller oder personeller Art und tragen dann der Geschäftsführung des Kunden die gebündelten Vorschläge vor.

    Wir hatten mal in der Bw, die wunderbare „personale Dienstaufsicht“ durch den jeweiligen Vorgesetzten. Wenn sie richtig gemacht wurde, ging der Vorgesetzte während der Arbeitszeit zu den Mitarbeitern an deren Arbeitsplätze, redete mit den Soldaten und Zivilbeschäftigen, kannte auch deren persönliche Verhältnisse, Probleme, freudige Ereignisse wie Geburtstage oder Kindstaufen, genauso wie Sterbefälle in der Familie. Er kannte arbeitstechnische Probleme genauso wie personale Konflikte in der Organisationseinheit.
    Er konnte sich dann Gedanken zu den Vorgängen und mögliche Abhilfemaßnahmen überlegen. Dies war auf allen Ebenen möglich, also Zugführer gegenüber Zug, Chef gegenüber Angehörige der Kompanie, Kommandeur gegenüber seinem Verband, natürlich mit entsprechenden Detailgrad.

    Für mich sind dies zwei sehr ähnliche Vorgehensweisen. Der Unterschied ist nur, die externe Beratung verstärkt vorgegebene Ziele der Geschäftsführung, der oberen Führung der Bw, die interne Beratung durch personale Dienstaufsicht verstärkt die Funktion der militärischen Organisationseinheit wie Zug, Kompanie, Verband auch und gerade in einer Ausnahmesituation, in der vieles auf Zuruf, Mitdenken, selbstständiges Handeln und vor allen aufgrund von Vertrauen in die Vorgesetzen funktionieren muss.

  • schleppi   |   20. März 2015 - 23:27

    Das war eigentlich ein Scherz ! Ihr macht aus allem ein Projekt.

  • schleppi   |   20. März 2015 - 23:30

    Es gibt wieder eine Spiegel.de Vorabmeldung.

  • Bang50   |   21. März 2015 - 2:00

    @ Georg – Die Besonderheiten von Beratungsunternehmen sind mir schon recht geläufig ;-)

    Aber entgegen der vielleicht weit verbreiteten Meinung gibt es Beratungsunternehmen, die sehr spezifisches know how besitzen (z.B. Kostenanalyse/-planung, Absicherung etc…) diese arbeiten jedoch meist auf Empfehlung und sind daher nur relativ kleinen/spezifischen/professionellen Kreisen bekannt.

    Wenn wir mal von der optimistischen Prämisse ausgehen, dass wir wieder diese „wunderbare personale Dienstaufsicht“ hätten – also eine gesunde Mentalität und Personalführung. Dann kann man trotzdem noch nicht alle Kompetenzen besitzen die man benötigt. Einfach aus dem Grund weil das Kosten/Nutzen Verhältnis zu schlecht ist um ein solches know how aufzubauen bzw. weil man gar nicht weiß, dass so etwas existiert . Also kauft man sich know how ein. Dabei handelt es sich aber nicht um KPMG Leute die kopflos durch den Laden rennen, sondern um Leute, die etwas sehr spezifisches können und darin sehr gut sind.

    In meinem Beitrag: http://augengeradeaus.net/2015/03/zum-beispiel-nh90-158-monate-spaeter-12-mrd-e-teurer/#comment-186148 habe ich versteckt etwas dazu geschrieben. Das vom BMVg dargestellte Problem können spezifische Dienstleister fast vollkommen eliminieren (Eine Basisinflation muss man immer bezahlen, Schwankungen und damit Planungsunsicherheiten lassen sich eliminieren). Am Ende kann es dem BAAINBw dann völlig egal sein ob die Inflation jetzt bei 1 % oder 4 % liegt. Wahrscheinlich kann man sich darüber hinaus noch weiter versteigen und technische Risiken etc… absichern. Dieses know how wächst jedoch nicht auf Bäumen und der Versuch so etwas selber zu machen, hat ein bekanntes Unternehmen in den Ruin getrieben und den Selbstmord des Geschäftsführers nach sich gezogen.

    Lange Rede kurzer Sinn – echte Profis wissen nicht nur was sie können, sie wissen auch besonders gut was sie nicht können und es deshalb lieber jemanden machen lassen der es kann. Will man in Zukunft wirklich zu dieser professionellen Liga gehören, so sollte man sich in den entsprechenden professionellen Kreisen mal umhören und in Erfahrung bringen, wer dort was bieten kann. Für viele systematische Probleme in der Rüstungsbeschaffung existieren nämlich längst Lösungen. Dazu muss man jedoch überhaupt mal ein Interesse an der Problemlösung haben und selbst wissen was man will. Sonst hält man jeden Hampelmann für einen Helden und lässt sich von jeder miesen Unternehmensberatung Binsen auf viel Papier präsentieren. Da helfen dann auch keine strammen Soldaten, die alles mit ihrer Tugend irgendwie schaffen und bezwingen sollen.

    So, jetzt darf mein Wort zum Wochenende wieder zerrissen werden und auf die bösen Unternehmensberater geschimpft werden ;-)

  • Georg   |   21. März 2015 - 10:38

    @ Bang50

    Zitat: „So, jetzt darf mein Wort zum Wochenende wieder zerrissen werden und auf die bösen Unternehmensberater geschimpft werden ;-)“

    Das möchte ich auf keinen Fall machen, sondern danke für die erkenntnisreichen Erläuterungen. Sie sind sehr gut nachvollziehbar, auch was die spezialisierten Profis in den Nischenbereichen angeht, die die Bw aber offensichtlich nicht beauftragt hat.

    Mein Punkt war eigentlich gegen die Gebb und die anderen Beratungsgesellschaften der Bw gerichtet, die gemeint haben im Auftrag des Ministerium die Bw modernisieren zu können.
    Als Beispiel nenne ich mal den 30 jährigen Gebb-Mitarbeiter, der in Ostdeutschland aufgewachsen ist (also eher Bw-fern), einen Diplomabschluss an einer Universität oder Fachhochschule erworben hat und seinen ersten Job bei der Gebb bekommen hat und nun die Bw in ganz speziellen Fragen beraten soll. Dabei sitzen ihm in irgendwelchen Ämtern ein Dezernatsleiter mit seinen Sachgebietsleitern (Hptm milFD mit bis zu 30 Jahren Erfahrung in einer ganz spezifischen Branche, z. B. der Instandsetzung und des Betriebes von Jet-Kampfflugzeugen) gegenüber. Nun soll der junge Mann Daten aufnehmen um Einsparpotentiale zu identifizieren, die dann von seinem Senior-Berater dem zuständigen Referenten im Ministerium, ehemals FüL vorgelegt werden.

    Wo bitte soll bei diesem Beratungsverfahren mehr Wissen hervorkommen, als im eigenen Bereich vorhanden gewesen wäre, wenn man es zielgerichtet abgefordert hätte ?
    Dies soll kein Berater-Bashing sein, sondern nur das bei der Bw angewendete Verfahren ad absurdum führen.

  • Bang50   |   21. März 2015 - 12:04

    @ Georg – Ja, die schlechte Art von Unternehmensberatung die ich meine und ehrlichgesagt auch nicht so recht verstehe. Scheint besonders in den Fällen gegeben zu sein, wenn die Führung eigentlich die Übersicht verloren hat und den Befreiungsschlag nach dem Motto “analysiert mal schön“ sucht. Eine konkrete Antwort ist dann natürlich nicht zu erwarten. Jedes Institution und jedes Unternehmen ist einzigartig und auf seine Weise besonders. Folglich kann jemand von außerhalb niemals besser wissen wie dieser Organismus funktioniert, als die Leute welche seit Jahrzehnten dort arbeiten.

    Geht es jedoch um eine konkrete und klar abgegrenzte Problemstellung welche neues Wissen erfordert, sieht die Sache etwas anders aus – vielleicht weil man hier die Qualität besser beurteilen kann und der Dienstleister einen konkreten Lösungsvorschlag unterbreiten muss. Ich habe zumindest für mich das Qualitätskriterium: Wenn der Dienstleister das Problem bzw. den Lösungsvorschlag nicht durch eine Handgrafik in wenigen Minuten skizzieren kann, dann kann man diese Leute gleich nach Hause schicken – ppt. soll oft nur Wissenslücken kaschieren oder es soll etwas verkauft werden.

    Bsp: Ich hatte erst vor kurzem eine Diskussion mit dem Kommentator NMWC über Lebenszykluskosten. Es war klar, dass dahinter eigentlich eine ganze Welt steckt (z.B. vermittelt das Verständnis von Kostenstrukturen eine präzise Vorstellung über Risiken und zukünftigen Mittelbedarf. Auch machen sie die gezielte Entwicklung von technischen Lösungen möglich). Der Klabautermann erwähnte dann die Spezies Kosteningenieur. Stellt sich nun die Frage, wer hat eigentlich das know how um ein solches systematisches System mit den entsprechenden Modellen, Datenverarbeitungskapazitäten und Auswertung aufzubauen? Wer könnte ein Interesse daran haben eine solch aufwendige Kompetenz zu halten? Wer hat ein Interesse Zahlungsströme und (technische/fiskalische/betriebs) Risiken möglichst genau zu kennen und prognostizieren zu können?

    Sind es vielleicht große Versicherungen, die sich auf das Geschäft mit Unternehmen spezialisiert haben? Tatsächlich! Dort arbeiten nämlich die meisten Kosteningenieure, dort findet man die ausgefeiltesten Modelle um technische/fiskalische Risiken abschätzen zu können und Zahlungsströme zu planen. Inzwischen werden sogar ganze technische Entwicklungen versichert – was früher zu 100% durch das unternehmerische Risiko getragen wurde. Nun könnte man noch spezifischer werden und sich z.B. Versicherungen im Offshore/Schiffsgewerbe suchen, die nochmal speziellere Kompetenzen/Daten für den Marinebereich besitzen. Das BAAINBw könnte also aktiv in diese Sparten gehen und dort Kompetenzen erwerben um sich selbst eine systematische Kostenplanung/-analyse aufzubauen. Das sind dann aber Leute nach denen man aktiv suchen muss und nicht die Sorte von Beratern, welche mal eben hier einfach mal „verbessern“ wollen.

  • NMWC   |   21. März 2015 - 13:09

    @Bang50
    Wenn ich kurz eingreifen darf. ;-)
    Für den „Marinebereich“ würde ich mit „für den maritimen Bereich“ ersetzen. Es gibt leider nunmal Baugruppen in den Hauptbauabschnitten die diese Versicherer nicht kennen/ nur sehr schwer einstufen können. Quasi sobald es in die militärischen Besonderheiten geht. Ich erwähne dazu jetzt mal Dinge wie Oberbegriff FüWES und die ganze Peripherie, Waffensysteme aber auch Dinge wie Signatur. Das soll aber nicht bedeuten, dass man diese Bereiche nicht bewerten könnte. Nur der Hinweis auf mehrteilige Ansätze durch unterschiedliche „Bewerter“ die gleichzeitig herangezogen werden müssten.
    Neben dem Punkt des „Forderungsfreeze“ den wir ja schon letztes Mal hatten. Klabautermann hat ja gesagt, dass dieses Wissen der ehrlichen Bewertung mal da war. Und auch der eine oder andere im Amtsbereich, wie WTD71, dies begleiten könnte. Oder aus den 4rer Bereichen Einsatzflottillen, MarKdo und MUKdo neu bzw Arsenal. Sind ja nicht alles Anfänger dort. (Im Bereich SoftInst geht es ja auch mit der Industrie auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen) Alleine das Wollen…

    Ein weiteres negatives Beispiel findet sich bei den Beratern von laufenden Projekten. Die, um selber weiter schön Geld machen zu können und in ihrer Bastelwelt die Welt zu verwirren, versuchen laufende Projekte zu beeinflussen, für das das „Objekt der Beratung“ zu keinem Zeitpunkt vorgesehen gewesen ist.
    Ansonsten habe ich keine Anmerkungen @Bang50, @Georg.. ;-) Gerne mehr von Eurer Diskussion.

  • Georg   |   21. März 2015 - 13:32

    @ Bang50

    Danke für die Erläuterungen
    Zu den Punkt Beratungswesen der Bw kann ich keine weiteren Punkte liefern. Ich habe aber bei diesen Kommentaren einiges dazugelernt.

    @ NMWC

    Nachdem ich ja in diesem Blog auch schon seit ein paar Jahren mitlese und mitkomentiere habe ich eine ungefähre Vorstellung, welches Hintergrundwissen sich hinter welchen Nicknamen befindet.
    Sie sagen spezielles Beraterwissen für militärische Komponenten eines Schiffes ist oftmals nicht vorhanden und erwähnen das FüWES, das Führungs-, Waffeneinsatz-system von Schiffen. Besonders auffällig ist dies ja bei der Einführung der Fregatte 124 von ca. 10 Jahren gewesen.

    Zitat Wikipedia:
    „Das Herzstück der F124 ist das Führungs- und Waffeneinsatzsystem „Combat Direction System“. Zum ersten Mal in der Geschichte der Deutschen Marine wird diese Integration durch die Industrie – die Mitglieder der ARGE F124 und ihrer Unterlieferanten – durchgeführt. Die Rechner-Kapazität ist dabei auf 17 Rechner verteilt, die mit einem mehrfach redundanten ATM-Bus verbunden sind. Die Fregatte ist damit in der Lage, mehr als 1.000 Luftziele gleichzeitig zu erfassen.“

    Es war zum damaligen Zeitpunkt wohl das größte Softwareprojekt in Deutschland, war verteilt auf 3 Auftragnehmer und bei der Integration stellte sich heraus, dass die 3 Teilsysteme nicht vernünftig miteinander arbeiten konnten. Die Fregatte sollte wohl gar nicht die Zulassung zum Fahrbetrieb bekommen. Dann hätten aber die Auftragnehmer nicht bezahlt werden können. Also hat man die Fregatte abgenommen, in ein sofortiges „Retrofit“ Programm in die Werft geschickt und für viel Geld (auf Kosten des Bundes) nachgebessert.

    Was war schiefgelaufen ? Meiner Erinnerung nach hat man auf die Kompetenz der Industrie gesetzt, ohne militärische Expertise konstant während dem Bau vor Ort zu haben und wunderte sich hinterher, dass das damals neue CPM-Rüstungsbeschaffungsmodell, wo man ganz auf die Kompetenz der Industrie vertraute, wohl doch nicht so gut wie erwartet war, oder ?

  • Bang50   |   21. März 2015 - 13:57

    @ NMWC – Das bestreite ich nicht. Stellen wir mal aber folgende Überlegung an: Sie sollen ein systematische Kostenanalyse/-planung u. Risikoanalyse für die Deutsche Marine entwerfen. Wo fangen Sie an? Sie könnten sich mit statistischen Verfahren beschäftigen und langsam anfangen eine Programm zu entwerfen. Die Version 1 wird sicherlich schon einen Erkenntnisgewinn bringen. Jedoch dürften viele Aspekte unberücksichtigt bleiben bzw. die Aussagekraft beschränkt sein. Somit stellt sich die Frage, was wollen sie eigentlich genau wissen? Welche Indikatoren lassen sich bzgl. Risiko und Planung finden? Wie muss ein solches System organisatorisch aufgezogen werden und wie fließen die Informationen dann in die anderen Bereiche ein?

    Wir haben es also mit einem komplexen System zu tun. Man kann natürlich versuchen die Sache irgendwie selbst zu machen, wird dann aber viele Jahre und viele Fehler später erst dieses System wirklich nutzen können. Oder man holt sich Leute, welche das schon mal gemacht haben. Diese haben sowohl organisatorisch, als auch von den Modellen recht präzise Vorstellungen wie man so etwas aufzieht – auch wenn sich die Datensätze unterscheiden und die Modelle etwas modifiziert sind. Sie bekommen einfach die Fähigkeit schneller und reibungsloser implementiert.

    P.s Das ist übrigens ein Bereich in dem ich meine Brötchen verdiene. Obwohl dort Leute sitzen die sich mit solchen Analysen und Modellen schon viele Jahre beschäftigen, glaubt hier keiner für einen anderen Branchenzweig mal eben die Kosten/Risiken kalkulieren zu können. In diesen Fällen kaufen wir das Wissen ein – z.B. Habe ich von Kosten-/Risikokalkulationen für Kraftwerke keine Ahnung. Aber jemand der das schon mal für Gaskraftwerke gemacht hat, wird es wahrscheinlich auch besser für ein Kohlekraftwerk hinbekommen als wenn ich mich da ran setze (Da würden wir uns wahrscheinlich erst in einigen Jahren wieder sprechen und die Kalkulationen würden immer noch nicht stimmen).

    Ich hoffe mein Punkt ist einigermaßen klar geworden ;-)

  • NMWC   |   21. März 2015 - 14:01

    Also die Sache war dann doch etwas tiefgründiger, als es der Eintrag bei Wiki so vermuten lässt.
    Das man mit diesem System Neuland betreten hat war klar. Und im Endeffekt ist das Projekt für die Beteiligten zufriedenstellend gelaufen.
    Und die Sache mit den Rechnern ist eine klare Konsquenz aus dem Zeitpunkt der Spezifizierung, somit Stand der Rechnerkomponenten zu dem Stichtag und der heutigen Verfügbarkeit/Entwicklung. Es war nicht, wie anklingen mag ein gewolltes hinters Licht führen auf Seiten der Industrie. Und das ist auch hier allen Beteiligten auf allen Seiten bewusst. Und gemessen an dem Volumen der Modernisierung verteilt auf drei Schiffe, inklusive der logistischen Leistungen, ist diese Modernisierung gut investiertes Geld.
    Welcher Berater sollte sich diesen von mir genannten speziellen Bereichen auch widmen, wenn sein Wissen alle Jubeljahre mal benötigt ist. Da ist er ganz schnell nicht mehr auf dem Stand. Daher ja mein Verweis auf die Bereiche aus denen solche Experten intern kommen könnten (es gab sie ja mal). Und der in diesem Bereich agierenden Industrie (Plattform Schiff und die Systemlieferanten) vernünftigste Gegenspieler lieber. Die letzten Überlebenden haben von solchen unkalkulierbaren Dingen nämlich nichts.

  • NMWC   |   21. März 2015 - 14:07

    @Bang50
    Ich hatte es in der letzten Diskussion ja erwähnt (und der Klabautermann hat es ja auch gerufen), wir sind da nicht weit auseinander. Jeder halt aus seiner Schwerpunktrichtung/Threat Axis. ;-)

  • Milliway   |   22. März 2015 - 15:56

    Memoria | 20. März 2015 – 7:59

    Zitat
    „Ich finde es erstmal sehr positiv, dass das BMVg den Transparenz-Ankündigungen so weitgehende Taten folgen läßt.“
    Das ist mehr an Informationen als die letzten 10 Jahren

    Tatsächlich wird nur vernebelt, es wird nicht einmal ein einziges Projekt Transparent widergespiegelt.
    Oder wie man aktuell erwartet hätte, das der sogenannte „German Deal“ erklärt wird !
    Da finden sich in dem sehr schlecht abgebildeten Einzelplan 14 deutlich mehr Informationen !

    Der Auftrag war, den Sachstand bei der Entwicklung und Beschaffung von
    Gerät und Material festzustellen. Des weiteren sollte eine systematische Kosten, Planung, und Risiko Analyse gemacht werden !

    Weil der Auftrag nicht erfüllt wurde, gibt es für die Arbeit von der KPMG / P3 Group..
    0 Punkte entsprechen der Schulnote 6 ( ungenügend )

    Begründung am Beispiel des Eurofighter Kapitel 2.6 auf Seite 74

    – Die Projektkennung ist Irreführend, den nach Epl_14 wird die 554-17-032 verwendete.
    – Die Projekt Beschreibung ist unzureichend / teilweise nicht zutreffend
    – Die Änderungen werden falsch dargestellt
    z.B. Deutschland Bestellte nicht 143 Eurofighter sondern 250 Eurofighter / reduzierte auf /232 / reduzierte auf 180 / reduzierte auf 143 !
    -Projektübersicht Zeit ist fasch. Richtig ist hingegen, Zeit Ende Auslieferung beträgt
    + 240 Monate l
    -Die Abweichung der Ursprünglichen zur aktuellen Veranschlagung die Angaben sind absolut falsch !
    In Laufe der Zeit wurde aus den Eurofighter ein Mehrrollen Flugzeug dann wieder ein Einrollen Flugzeug und dann wieder ein Mehrrollen Flugzeug. Die Preis für das aktuelle Mehrrollen Flugzeug ( EF.2000 ) sollte sich auf ursprünglich maximal 100. Millionen DM belaufen.

    Die „richtigen“ Angaben + 21.450 Mrd € / + 400 %

    Laut Bundeshaushaltsplan Epl_14 von 2013 hatten wir noch eine Verpflichtung von
    3, 220 016 Mrd. € für 180 Eurofighter.
    Frage : Wie ist den der aktuelle Sachstand ?

    Wie man Kapitel 1 Bericht des Bundesministeriums der Verteidigung zu Rüstungsangelegenheiten besser darstellen kann ! ( sehr Große Datei 43.MB )

    http://www.dote.osd.mil/pub/reports/FY2014/pdf/other/2014DOTEAnnualReport.pdf

    Zum Vergleich Angaben zu

    F-35 ( JSF ) Auf Seite 39-72
    F-15E Radar Auf Seite 271-272
    AIM-120 ( AMRAAM ) Auf Seite 259-260
    RQ-4B Global Hawk Auf Seite 293-296

    Wie man Kapitel 2 Projektbezogene Informationen besser machen kann

    http://comptroller.defense.gov/Portals/45/documents/defbudget/fy2015/fy2015_Weapons.pdf

    oder

    oder 2008

    http://comptroller.defense.gov/Portals/45/Documents/defbudget/fy2008/fy2008_weabook.pdf

    An Hand der mks ( Registrierung ) kann man die Kosten für jedes Air Force Flugzeug bestimmen. Als Beispiel eine x Beliebige F-22 Raptor mit der mks

    08-4162/FF F-22A 1 FW

    Die erste Zahlen ( 08 ) bestimmen das Haushaltsjahr also FY2008 ) !
    Auf Seite 23 kann man nachlesen was eine 2008er-2006er F-22 kostet.

    2006 = 160,5 Mio. $ + RDT&E = 17,98 Mio. $ entspricht komplett 164,83 Mio. €
    2007 = 176.5 Mio. $ + RDT&E = 23,62 Mio. $ entspricht komplett 184,96 Mio. €
    2008 = 193,- Mio. $ + RDT&E = 37,18 Mio. $ entspricht komplett 212,77 Mio. €

    Also ist eine F-22 Raptor günstiger als ein simpler Eurofighter !

    Oder mach das mal mit der 30+82 EF.2000 TaktLwG 31

    Jetzt ist Ursula von der Leyen an der Reihe, um in ihren Haus endlich Ordnung einzubringen !

  • Quietschi   |   23. März 2015 - 18:59

    Wenn ich mir so alles in Ruhe durchlese…. Mir steigt der Blutdruck. Ich hätte richtig Lust eine Wehrübung zu machen um einigen Leuten auf die Finger zu hauen und meine Meinung zu geigen. Allerdings würde dann mein Blutdruck wohl nach oben durchschlagen.

  • Memoria   |   24. März 2015 - 19:11

    @T.W.:
    Das BMVg prüft nunmehr offenbar Schadensersatzansprüche beim SPz Puma (siehe handelsblatt.com, „Von der Leyen will Schadenersatz von Rüstungsfirmen“).

    @Milliway:
    „Weil der Auftrag nicht erfüllt wurde, gibt es für die Arbeit von der KPMG / P3 Group..
    0 Punkte entsprechen der Schulnote 6 ( ungenügend ).“

    Der vorliegende Bericht ist nicht der Abschlussbericht von KPMG & Co, sondern ein Auszug aus den Projektstandsberichten des BMVg (unter Zuarbeit des BAAINBw).

    Natürlich gibt es international noch weitaus besseres und die Qualität der unterschiedlichen Projektdarstellungen ist sehr unterschiedlich.

    Aber deutlich mehr als bisher, insbesondere was den Ausblick (Risiken) angeht, dazu finde ich nämlich im EPl. 14 nichts.

  • Milliway   |   26. März 2015 - 10:57

    @ Memoria | 24. März 2015 – 19:11

    Es ist richtig die Epl_14 zeigen keinerlei Risiken oder Ausblicke in de Zukunft auf !

    Um beim Eurofighter zu bleiben, was bringt es zu erklären das 13 Risiken und Probleme identifiziert wurden, aber keines aufgelistet wird.
    Die Buchstaben Bewertung / Einschätzung und Prognose der Risiken und Probleme ist fehlerhaft!

    Vor diesen Hintergrund, dass ca. 30% aller Eurofighter nicht genutzt werden können, weil Ersatz und Umlaufteile fehlen, wurde Logistik mit nur „gelb / B“ bewertet ?

    Gesamtbewertung ist ebenfalls nicht das gelbe vom Ei. Denn Vertraglich müssen nämlich alle Eurofighter die Fähigkeit der Tranche 3B erlangen.

    Das größte Problem beim Eurofighter sind nämlich die L-1 Lebenszykluskosten die zur Zeit für 140 Eurofighter bei 74 Mrd. € liegen.
    L-1 wurde nicht erfaßt, also ein weiterer gravierender Fehler !

    Neben dem AESA-Radar sollen die Eurofighter auch noch stärkere Triebwerke mit Schubvektorsteuerung und eine LERX, für einen weiteren mehrstellig Mrd. € Betrag bekommen.

    Vor diesen Hintergrund wäre ein sofortiger Programmabbruch die vernünftigste Lösung !
    In Gegenzug beteiligen wir uns an dem PAK FA Programm. Die temporäre Lücke wird mit gebrauchten oder neuen F-15 „Eagle“ alternativ Su-30/35 „Flanker“ gefüllt !

    Ferner hätte ein Programmabbruch Signalwirkung auf andere Beschaffungsprogramme !

  • Vtg-Amtmann   |   26. März 2015 - 12:38

    Eine treffliche Zusammenfassung in https://vimeo.com/123291134. Da kommt einem nichts mehr „spanisch“ vor, sondern man lacht selbst über uns und unsere Bw im Pleiteland Spanien!