Großbritannien beginnt Militär-Training in der Ukraine

Britische Soldaten haben, wie bereits im Februar angekündigt, mit der Ausbildung von ukrainischen Soldaten in der Ukraine begonnen. Ein entsprechender Bericht der BBC vom Mittwochabend wurde laut AFP am (heutigen) Donnerstag bestätigt:

British troops have begun a training mission in Ukraine, helping government forces fighting pro-Russian separatists, the Ministry of Defence in London said Thursday.
The BBC reported that 35 personnel are in the southern city of Mykolaiv as part of a two-month mission, although the ministry spokeswoman declined to confirm the details.“The first elements of the training package began in March… We have got troops out there training,“ she told AFP, adding: „The numbers will vary depending on the schedule.“

Der BBC-Bericht enthält noch ein paar Details:

The 35 trainers are working in the southern city of Mykolaiv and will spend about two months in the country.
They will be training forces engaged in battles in eastern Ukraine in medicine and defensive tactics, and supplying non-lethal equipment.

Das britische Engagement hatten Premierminister David Cameron und Verteidigungsminister Michael Fallon am 24. Februar bekanntgegeben. Insgesamt sollen 75 Soldaten als Trainer geschickt werden:

As part of wider efforts to support Ukraine and ensure a robust international response to Russia’s aggression, the teams will provide medical, logistics, infantry and intelligence capacity building training from mid March.
The UK Service Personnel will be based in Ukraine delivering support and training to their counterparts. The majority of this advisory and training support will take place in Ukraine, well away from the areas affected by the conflict in the East of the country.

Mykolaiv liegt hier:

Mykolaiv

Unterdessen ist offensichtlich nach wie vor nicht klar, wann die US-Ankündigung umgesetzt wird, ebenfalls Ausbilder in die Ukraine zu schicken. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko erklärte in der Nacht zum Donnerstag auf seiner Webseite, er habe mit US-Vizepräsident Joe Biden besprochen, dass diese Ausbildung bald beginnen solle.

Nachtrag: Nach neuen Meldungen aus Washington sollen US-Fallschirmjäger Ende April mit der Ausbildung in der Ukraine beginnen:

The U.S. military is moving forward with plans to deploy U.S. paratroopers to war-torn Ukraine to train local forces, the Pentagon said Thursday.
The training will likely begin in late April, Pentagon spokesman Col. Steve Warren told reporters.

(Archivbild: Soldiers from the 1st Battalion The Royal Welsh (1 R WELSH), scan the horizon for the enemy during Exercise Black Eagle in Poland November 2014 – SSgt Mark Nesbit RLC/MoD/Crown Copyright 2014/; Karte: OpenStreetMap)

 

 

13 Gedanken zu „Großbritannien beginnt Militär-Training in der Ukraine

  1. Die Briten bilden Soldaten in der Ukraine….die USA werden 780 Soldaten der Nationalgarde wohl nach Deutschland holen wo sie eine US-Militärausbildung erhalten.

  2. Die sollen jetzt in den USA ausgebildet werden:

    Zeit.de „Ukraine lässt Nationalgardisten in den USA ausbilden“
    „Die Ukraine will nach Angaben des Präsidentenamtes in Kürze 780 Soldaten der Nationalgarde zu einer US-Militärausbildung schicken. Diesen Umfang hatte US-Vizepräsident Joe Biden in einem Telefonat dem ukrainischen Staatschef Petro Poroschenko angeboten, teilte das Amt mit. “

    Da sollen wohl Elitesoldaten geschult werden. Die Nationalgarde umfasst wohl Kampf-, Grenzschutz und Polizeiverbände.

  3. Die Örtlichkeit erwähnt die Zeit allein in der Überschrift. Das als Quelle angegebene Telefonat verwenden alle anderen Medien / Agenturen mit dem Hinweis, dass die Örtlichkeit der Ausbildung bislang unbekannt ist.

  4. Dieses Ausbildungsprogramm wurde vor mehr als einem Jahr vereinbart und zugesagt. Putin hat es um ein Jahr verzögern können, indem er seine Truppen noch weiter in die Ukraine hat vorstoßen lassen. Was er und andere daraus lernen können, ist gefährlicher als vielen bewußt ist.

  5. Dieses Ausbildungsprogramm kann nicht vor einen Jahr vereinbart worden sein, da zu der Zeit die Ukr Nationalgarde erst im Wiederaufbau war. Erster Einsatz war am 24. April durch eine Paramilitärische Einheit, die wohl schon lange vor den Euromaidan gab. http://en.wikipedia.org/wiki/National_Guard_of_Ukraine

    Die Nationalgarde wurde Januar 2000 aufgrund von Sparmaßnahmen aufgelöst. Die Euromaidan Regierung spart beim Volk und nicht beim Staat. Dafür gibt es für die Armen zwei Essenrationen pro Tag und gestrecktes Brot. Die Frage ist, wie weit Poroschenko und Jazenjuk mit diesen Kurs kommen. Die wenigstens dürften noch den Sinn in der ATO sehen und des damit verbundenen Ständigen eigenen Niedergangs.

    RP-online.de „Zahl deutscher Kämpfer im „einstelligen“ Bereich“
    „Die „Mitteldeutsche Zeitung“ aus Halle zitierte in der Nacht zum Donnerstag vorab Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs im Innenministerium, Günter Krings (CDU), wonach sich die Zahl im einstelligen Bereich bewegt. Krings sagte dies demnach in der jüngsten Sitzung des Bundestags-Innenausschusses.“

  6. Der eigentliche Krieg läuft wohl auch in Kiew ab. Poroschenko verfolgt das Ziel Jazenjuk mit seinen Vertrauten Hroismann zu ersetzten, während Jazenjuk Poroschenko seine Präsidenten Macht weg nehmen will. Die US Neocons sind Freunde von Jazenjuk, während die EU Oberen ganz auf Poroschenko setzen. Den einen ist Jazenjuk zu radikal, den anderen gefällt die Radikalität. Das Volk wendet sich von den beiden ab, während die Oligarchen weiter ihre Geschäfte machen. Fehlt nur ein Innerer Aufstand und dann bricht alles in sich zusammen…

    Nach der Ukraine ist wohl wieder Tschetschenien dran:
    “All roads in Russia’s investigation into the murder of opposition leader Boris Nemtsov so far lead to Chechnya, where a strongman groomed by President Vladimir Putin is becoming increasingly difficult to control.”
    “With Chechnya now largely under control and Putin focused on the conflict in Ukraine, Kadyrov has become increasingly brazen and unpredictable, which many people in the security services see as a threat that needs to be dealt with, according to a former senior officer of the Federal Security Service, or FSB. Armed groups of Chechens protected by Kadyrov have become so aggressive in many parts of the country that local businessmen can no longer rely on the FSB for help, he said, declining to be identified to avoid reprisal.”
    http://www.bloomberg.com/news/articles/2015-03-19/kremlin-murder-trail-leads-to-chechnya-as-putin-said-to-fume

    Nach FAZ.net “Die Suche nach den Hintermännern“ soll das ein Auftragsmord gewesen sein.
    „„So berichtete die Zeitung „RBK daily“ auf ihrer Website, Dadajew habe ausgesagt, ein Tschetschene mit dem Spitznamen „Russik“ habe ihm gut 76.000 Euro für den Mord versprochen, die Tatwaffe und das Fluchtfahrzeug verschafft.“

    Kadyrow soll die Ermittlungen des Nemtsow Mordes so gut es geht behindern. Wohl mehr eine Machtdemonstration von Kadyrow. So welche Scharmützel gingen auch die vorherigen Kriege in Tschetschenien voraus und Kadyrow setzt auf den gewaltbereiten Militanten Islam. Eine Menge an Gewaltbereiten Islamisten, die Kadyrow nicht folgen wollten, wurden in die Türkei oder in die EU entsorgt. In der Türkei hat IS sein Rückzugsgebiet errichtet. Bei einen neuen Tschetschenien Krieg könnten die nach Tschetschenien reisen. Putin hat da ein großes Problem.

  7. Noch mehr großes Kino in Kiew. Poroschenko hatte einen neuen Boss einer Halbstaatlichen Ölfirma eingesetzt, der einen Freund von Kolomoisky ersetzen sollte. Kolomoisky fand das nicht gut und hat seine Grünen Männchen geschickt, damit sein Mann weiter der Boss ist.

    „On Thursday, the government appointed a new chief executive for Ukrtransnafta, but Lazorko didn’t want to leave. The bodyguards for the new appointee had to fight through a security cordon to get their boss into the office. Kolomoisky’s reaction was swift. He occupied Ukrtransnafta’s headquarters with a detail of camouflaged men, arriving with an entourage that included legislators.“ http://www.bloombergview.com/articles/2015-03-20/ukraine-s-oligarchs-are-at-war-again-

    Kolomoisky soll damit gedroht haben, 2.000 Freiwilligen Kämpfer wenn nötig nach Kiew zu bringen, Den gehören mindestens die Bataillone Dnipro und Donbass, und damit schon 2/4 Freiwilligen Kampfbataillone. Das mit den Westlichen Investoren oder der EU Rechts Annäherung können die sich so abschminken. Gibt wohl auch Verstimmungen zwischen den US Finanzierten Ukrainischen Medien und Kolomoisky.

    „The question by journalist Serhiy Andrushko sent Kolomoysky into an expletive-filled rant in which he urged RFE/RL’s Ukrainian Service, known locally as Radio Svoboda, to go looking for Russian saboteurs rather than tracking his movements. The profanity-laced tirade lasted more than a minute and was caught on video.“ http://www.rferl.org/content/ukraine-kolomoysky-rfe-journalist/26912164.html

    Die Ukrainer scheinen sich immer mehr selbst zu zerlegen. Anfang April werden die Gas-, Strom- und Wasserpreise stark erhöht, was das Regieren auch nicht einfacher machen lässt. Minsk 2 scheint für die Separatisten zu funktionieren. Die können oberhalb von Luhansk weiteres Land erobern. Der Dreier Machtkampf innerhalb der Ukraine dürfte alles Lahm legen und eine Menge Geld kosten, was woanders dann fehlt. Kolomoisky besitzt gleich mehrere Fernsehsender, die wohl alle ihm viel Geld kosten werden. In Russland soll der Konsum noch stärker einbrechen, als man erwartet hatte. Da kommen große Probleme auf Putin zu.

  8. Steinmeier fürchtet um das Minsk2 Abkommen:
    „Es sind nicht nur die neuen Kämpfe, die Steinmeier beunruhigen. Auch der politische Prozess hin zu einer halbwegs stabilen Lösung stockt.“
    „Unter den Diplomaten fürchtet man bereits einen ähnlichen Prozess wie nach dem ersten Abkommen im September 2014. Auch damals hielt eine vereinbarte Waffenruhe zunächst für ein paar Wochen. Am Ende überwarfen sich beide Seiten komplett, die Gefechte eskalierten zum brutalen Frontkrieg.“
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-frank-walter-steinmeier-appelliert-an-kiew-und-moskau-a-1025143.html

    Scheinbar verlagert sich die Action vom Donbass hin nach Kiew:
    „Yesterday, soldiers of a number of battalions were pulled out from the front and are heading for Kiev with arms. There is no information about the purpose of this move,“ Vesti said, adding that it might be linked „with the situation around [Dnipropetrovsk Region governor Igor] Kolomoisky.“ http://tass.ru/en/world/784470

    Da helfen keine Mahnende Worte des US Botschafters in Kiew: „Leshenko says that „it seems Kolomoisky hasn’t listened to the warnings he received from US Ambassador Geoffrey Pyatt, who said that the time of the law of the jungle has passed. “ Das dies auf einmal so gut läuft hätte Putin am Donnerstag wohl nicht für möglich gehalten. Mal abwarten was Big K so auf Kiew marschieren lässt. Der Finanziert ja auch Teile der Armee und Luftwaffe…

  9. Kolomojski musste sein Gouverneursamt aufgeben. faz.net „Die Revolution frisst ihre Financiers“ -„Auf Druck des Westens kündigen die Erben des Majdans ihr Bündnis mit den Oligarchen auf. Einer der reichsten Männer der Ukraine, der Milliardär Ihor Kolomojskij, wehrt sich mit Waffen und Kraftausdrücken gegen den Machtverlust.“
    „Vor allem, und darauf hat Leschtschenko besonders hingewiesen, haben offenbar die westlichen Verbündeten der Ukraine, allen voran Amerika, zuletzt immer dringender von Kiew verlangt, die korrupten Milliardärsseilschaften endlich an die Kandare zu nehmen.“

    Kolomojski ist weniger ein Oligarch sondern mehr ein sehr brutaler und Rücksichtsloser Mafia Pate von Weltrang. Der ist jetzt darüber gestolpert, dass er zwei Halbstaatliche Ölfirmen besetzte, wo der Staat die Mehrheit hat, aber er quasi die Führung bestimmte. Jetzt wollte Poroschenko dort eine Staatstreue Führung einsetzen. Problem war, dass Kolomojski den Firmen eine Menge Öl ohne Bezahlung abgenommen hatte und der Staat sich dicke Dividenden auszahlen lassen will. Da geht es mehr um Geld, sprich dass Kolomojski das Öl bezahlen muss. Das wollte Kolomojski wohl verhindern.

    Das ganze hat wohl wieder mit Odessa zu tun, wo Kolomojskis Bande ein paar Anti Maidan Aktivisten in ein Haus getrieben und die dann umgebracht hatte. Danach hat wurde ein Vertrauter von Kolomojski dort Gouverneur. Dort wurde dann wohl das Öl abgezweigt. Nach den Euromaidan ging dann mit den richtigen Mafia Staat erst richtig los. Kolomojski ist wohl zum Verhängnis geworden, dass er US Marionetten Huren bezeichnet hatte.

    Kolomojski will wohl jetzt eine Anti Regierungsbewegung gegen Poroschenko und Jazenjuk in Stellung bringen. Beachtlich das der Westen dort wieder auf den Brutalsten Verbrecher gesetzt hatte, der jetzt außer Kontrolle geraten ist. Der hat Schließlich mit McCain, Steinmeier etc. die Hände geschüttelt. Das läuft immer besser wenigstens für Putin.

  10. Stunden nachdem Poroschenko Kolomoiski entlassen hat, haben die USA die ersten Humvees nach Kiew geflogen. http://www.unian.info/politics/1059942-us-humvees-already-in-ukraine-photo.html Kolomoiski war der Grund warum die USA nicht geliefert haben und nicht Merkel. Der US Botschafter in Kiew hat in einen Interview die Krim und den Donbass auf absehbarer Zeit für die Ukraine als verloren gegeben. Tenor war, dass sich die Ukraine davon verabschieden soll und ganz auf Reformen sich konzentrieren. Erklärt auch, warum Obama bisher nur so zögerlich Material geliefert hat. Nur bei den Ukr Regierungsparteien und in der Regierung hat man den US Umschwung nicht so mit bekommen, und versucht den Konflikt heiß zu halten. Da hat Obama mal wieder in den Eierbeutel gepackt.

    Der IWF hat wohl die Kredite von der Zentralbank begrenzt, und vom Kapitalmarkt bekommt die Ukraine nix mehr. Jetzt versucht Kiew die Halbstaatlichen Beteiligungen auszunehmen. War auch der Grund des Konfliktes mit den Oligarchen Kolomoiski. Die Wirtschaftlichen Probleme und damit die Finanziellen eskalieren weiter. Sicher auch weil es Russland schlechter geht. Die EU hilft auch nicht wirklich. Ausländische Investoren verlassen jetzt immer zahlreicher die Ukraine.

  11. Letzte Woche sollte das US Training in der Ukraine noch Anfang April starten, jetzt ist der 20. April geplant… Die Ukrainer erfüllen wohl nicht die Vorgaben der US Army.

    Die Ukraine erwartet am 20. April 290 Militärausbildner aus den Vereinigten Staaten. Sie sollen das ukrainische Militär stärken, das durch den Krieg im Donbass geschwächt wurde. An dem Training auf dem westukrainischen Stützpunkt Jaworiw sollen demnach auch Einheiten des Freiwilligenbataillons Asow teilnehmen, das wegen rechtsextremer Tendenzen in der Kritik steht. ttp://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4697280/Hunderte-USMilitaerausbildner-ab-20-April-in-Ukraine
    “He said that the Azov, Kulchytsky, Jaguar, and Omega Battalions will be taking part in these exercises, as well as “other units from Kyiv, Kharkiv, Zaporizhya, Odesa, Lviv, Ivano-Frankivsk and Vinnytsia.”” http://www.kyivpost.com/content/kyiv-post-plus/us-paratroopers-to-train-900-ukrainian-soldiers-starting-april-20-384796.html

    Die Großen Bataillone wie Dnepr oder Donbass scheinen weiter in Kolomoiskis Hand zu sein. Die sollen wohl in der Armee eingegliedert werden, wollen aber nicht.

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