ISAF erklärt den Kampfeinsatz in Afghanistan für beendet

ISAF Joint Command and XVIII Airborne Corps Colors lowering and Casing Ceremony

Ehe es untergeht: Der Kampfeinsatz der internationalen Truppen in Afghanistan ist am (heutigen) Montag offiziell für beendet erklärt worden. Mit der Außerdienststellung des ISAF Joint Command (IJC), das seit 2009 die ISAF-Truppen am Hindukusch koordinierte, gibt es formal kein operatives Hauptquartier mehr für solche Kampfmissionen. Ende des Jahres wird dann auch der ISAF-Einsatz insgesamt für geschlossen erklärt, ehe es ab 1. Januar mit der Nachfolgemission Resolute Support weiter geht, ebenfalls unter NATO-Kommando. Das soll dann aber eine Beratungs- und keine Kampfmission mehr sein.

Der Bericht von ISAF zur Außerdienststellung des IJC hier. Interessanter ist aber das, was die New York Times aus einem Interview mit dem scheidenden IJC-Kommandeur, dem US-Generalleutnant Joseph Anderson, berichtet: U.S. General Has Misgivings as Afghanistan Mission Ends

Shortly after the speeches concluded, the flags were folded and the band silenced, the last American general to lead combat operations in Afghanistan offered his candid assessment of the war.

“I don’t know if I’m pessimistic or optimistic,” said Lt. Gen. Joseph Anderson, the departing commander, considering the United States military’s reduced role next year. “The fact that we are in less places, the fact that there are less of us as a coalition, is obviously concerning.”

(Foto: The ISAF color guard marches during the ISAF Joint Command (IJC) and XVIII Airborne Corps colors casing ceremony, Dec 8, 2014 at North Kabul Afghanistan International Airport, Afghanistan – U.S. Air Force photo by Staff Sgt. Perry Aston)

5 Gedanken zu „ISAF erklärt den Kampfeinsatz in Afghanistan für beendet

  1. Der General ist super. Kann man den einbürgern?

    Otte:

    „Meine persönliche Lehre aus dem Afghanistan-Einsatz ist, mit aller Offenheit und Transparenz zu schildern, wie die Lage vor Ort ist und welche Konsequenzen sich daraus ergeben.“

    und die Konsequenz:

    „Es liegt jetzt an Afghanistan selbst, diesen Weg weiter zu beschreiten.“

    Tja … das sind halt die politischen Konsequenzen … klar schade dass man die Afghanen nicht zu aufgeklärten, rationalen, atheistischen, friedensliebenden und demokratischen Brüdern gemacht haben. Aber die vermisse ich draußen auf der Straße auch desöfteren.

    Und nein, ich halte wenig bis gar nichts von Otte.

  2. Eigentlich eine komische Art Krieg zu führen:
    Wenn der 10-Jahresplan an Munitionsverbrauch erfüllt ist, kommt einfach ein Beschluss und der Krieg ist beendet!
    Jetzt warten wir an sich nur noch auf ein Parlamententschluss und der Sieger wird dann via Koalitionsvertrag beschlossen.
    Nur….wozu sind dann über 50 Bundeswehrsoldaten ums Leben gekommen?

    Eine kleiner Denkanstoss:
    Bitte liebe Politiker, lasst unsere Kämpen nicht als Letzer in Afghanistan das Licht ausmachen, denn die Nachhut ist bei „Rückwärtsverteidigungen“ immer auf der Strecke geblieben!

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