Nächste Panne: Transall für Ebola-Luftbrücke gestrandet auf Gran Canaria

Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu: Die Pannenserie vor allem beim fliegenden Gerät der Bundeswehr ist in diesen Tagen ohnehin ein heiß diskutiertes Thema – und dann bleibt auch noch eine Transall der geplanten Ebola-Luftbrücke auf dem Weg nach Afrika liegen. Am Wochenende sei eine der beiden Transportmaschinen bei einem Zwischenstopp auf Gran Canaria wegen eines technischen Defekts gestoppt worden, bestätigte das Verteidigungsministerium auf Anfrage von Augen geradeaus! am (heutigen) Montag. Die Transall sollte in Dakar im Senegal für den Aufbau einer Luftbrücke für Material zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs in Westafrika eingesetzt werden.

Nach Angaben des Ministeriums ist inzwischen eine Ersatzmaschine unterwegs, die Ersatzteile und Mechaniker nach Gran Canaria bringt. Diese Maschine sollte dann direkt nach Dakar weiterfliegen und dort für die Transporte zur Verfügung stehen. Bereits in der vergangenen Woche war medizinische Ausrüstung mit einem Airbus A310 nach Afrika geflogen worden.

(Archivbild April 2013: Eine Transall beim Start in Dakar, damals noch für die Luftbrücke zur Unterstützung der UN-Mission in Mali – Bundeswehr/S.Wilke via Flickr unter CC-BY-NC-ND-Lizenz mit Freigabe für redaktionelle Verwendung)

18 Gedanken zu „Nächste Panne: Transall für Ebola-Luftbrücke gestrandet auf Gran Canaria

  1. VDL sollte dringend daraus die Konsequenzen ziehen und nicht nur Ziviltransporter leasen, sondern auch Militärtransporter, sonst geht die Pannenserie und die Blamage weiter. Jetzt kriegen wir also nicht mal mehr die Ebola-Hilfe hin.

  2. „Once is happenstance. Twice is coincidence. Three times is enemy action.“
    Ian Fleming

  3. OMG!
    Jetzt machen wir uns so richtig lächerlich. Im Becken mit den Haien schwimmen wollen, nicht schwimmen können. Und die Schwimmflügel haben Löcher…

  4. Nach Angaben des Ministeriums ist inzwischen eine Ersatzmaschine unterwegs, die Ersatzteile und Mechaniker nach Gran Canaria bringt.

    Gewagte Idee.

  5. Ich bin seit über 20 Jahren Soldat und war 1993 in Somalia in meinem ersten Auslandseinsatz. Ich kann heute dazu nur noch sagen: „Es tut so weh!!! Solche Meldungen bereiten schon fast körperliche Schmerzen.“

  6. Jetzt fehlt nur noch was bei der Airbus-Flotte und das Transportelend ist komplett.

  7. Das Ganze geht jetzt so weiter bis eine Situation, wie 2009 in Kunduz, erreicht ist. Erst wenn Zinksärge durch konsequentes Wegschauen auf den Weg nach Hause sind, wird sich etwas ändern. Damals ging dann plötzlich doch, was jahrelang unmöglich schien. SPz, PzH 2000, CAS, EEH-B, Operationart Angriff. Die Politiker wollten einfach nicht mehr auf Trauerfeiern in Garnissionskirchen ihr eigenes Versagen gezeigt bekommen.

    Leider hat diese Armee ihr Momentum nach 2011 komplett verloren. Einsatzbedingter Sofortbedarf wurde abgeschafft und wir konnten wieder zu Business-as-usual zurückkehren.
    Alles verbunden mit dem Ende der schweren Verluste in Afg…

    Wäre es nicht als einfachste Kurzfrist-Maßnahme möglich, das ESB Verfahren wieder einzuführen und auf den Grundbetrieb zu erweitern?

    Warten. Auf. Zinksärge.

    pi

  8. jetzt mal ganz ernsthaft nachgefragt:
    wie kommt es denn ausgerechnet jetzt zu dieser anscheinend spektakulären Häufung von Transall-Versagern, die auch noch sofort den Weg in die Öffentlichkeit finden? Die Dinger flogen doch zig Jahre lang brav in der Gegend rum. Als Außenstehender kann man ja nur über die Möglichkeiten spekulieren:

    A) war früher auch schon so, hat nur keine Sau interessiert
    B) der Vorrat an kritischen Ersatzteilen ist endgültig aufgebraucht
    C) (Achtung, Verschwörungstheorie): ein paar Leute haben die Nase restlos voll, machen Dienst nach Vorschrift und lassen den Karren dann eben öffentlichkeitswirksam vor die Wand fahren (selbst schon erlebt)

  9. @f28

    A: Ja.
    B: Vermutlich nein, die Maschinen werden aber jeden Tag älter. Durch die Reform kommt es zusätzlich zu Vakanzen beim Personal. Die luftwaffe bündelt die knappen Resourcen bereits seit Jahren Richtung A400M.
    C: Als Insp L würde ich jede Möglichkeit nutzen um die Misere öffentlich zu machen. Da geht derzeit am besten, indem jedes Flugzeug bockt, sobald die Ministerin damit wieder die Welt verbessern will.

    pi

  10. @CRM-Moderator | 29. September 2014 – 11:45

    Jetzt fehlt nur noch was bei der Airbus-Flotte und das Transportelend ist komplett.

    thomas_wiegold

    Neue Hiobsbotschaft für #Bundeswehr: Alle (auch ziv.) A310 von @AirbusGroup haben Probleme mit Not-Sauerstoffversorgung; auch BMVg-Flieger

  11. … naja, zum Ausfliegen von irgendwelchem sperrigen Krimskrams in friedliche Länder gibt’s ja auch zivile Firmen. Vielleicht ‚mal bei DHL, UPS oder anderen Spediteuren anfragen. An Expertise dafür dürfte es bei AGA nicht fehlen.

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