Der Drehflügler (September/Oktober 2014)

Die Sammlung zum Dauerbrenner Hubschrauber – jenseits der aktuellen Themen.

(In anderen Threads sachfremde Kommentare zu Drehflüglern landen hier.)

38 Gedanken zu „Der Drehflügler (September/Oktober 2014)

  1. @F28, @es-will-merr-net-in-mei-Kopp-enei: Ich versuch es nochmals: Die Entwicklungs- und Zulassungsbasis und damit auch ein Stand der Technik des NH90 NFH-NGEN ist gemäß Design- & Development-Vertrag der Stand aus 1990. M.M.n. dürfte derart im zivilen-professionellen Seeflugbetrieb in 2017+ kein Hubschrauber mit einem derartigen Stand mehr fliegen und dürfte auch kein Versicherer z.B. von Lloyds eine Rückversicherung bekommen. ICAO-SAR ist „ziviler“ Flugbetrieb für „zivile“ Passagiere unter der Verantwortung des BMVI und erfordert höchste Professionalität!

    Im übrigen stellt sich die Frage, wieso sollen unsere Soldat(inn)en auf schlechteres Material angewiesen sein, als z.B. jeder zivile Lotse beim Lotsenversetzdienst oder jeder Ölplattformarbeiter in der Offshore-Logistik? Und genau in diesen Einsatzbereichen werden die „Fluglinien und deren Flotten“ verdammt penibel ausgesucht.

    Natürlich sind unsere Kameraden Piloten und Techniker von der Marine (noch) verdammt gut und (noch) von höchster Professionalität, aber besser als das Material können diese leider auch nicht sein. Also erwartet man als SEA KING-Nachfolger einen Flieger, der mehr kann als sein Vorgänger und nicht eher weniger bzw. einen Flieger , der noch Aufwuchspotentiale und Leistungsreserven hat.

  2. @ Vtg-Amtmann
    Viele Dank für die Mühe um eine verständlichere Formulierung. : )
    (siehe „Bald ohne Hubschrauber“) Ich sehe, wir verstehen uns.

    Das mit der Versicherung ist ein interessanter Aspekt. Demnach würde der gegenwärtige SAR Dienst mit dem Sea King aber auch nicht versicherbar sein.

  3. @Vtg-Amtmann
    ich schließe mich dem Dank an. Verstehe ich die Sachlage so richtig:

    aktuelle Hubschrauber
    Sea-King: stark veraltet, läuft (fliegt) aber noch so halbwegs
    Sea-Lynx: nicht ganz so veraltet, fliegt im Moment aber eher nicht mehr (15 von 22 am Boden)

    zukünftiger Hubschrauber:
    NH 90. Fliegt bisher nicht – aus Gründen, die so undurchsichtig sind, daß kein Außenstehender in der Lage ist, die Gründe zu entwirren bzw. zu verstehen. Und wenn er kommt, basiert er auf einer Spezifikation, die bald ein rundes Vierteljahrhundert alt ist. Und kann dann nichts wirklich besser als die Vorgänger-Modelle, ist aber deutlich teurer.

    Ist das eine tendenziell zutreffende Zusammenfassung der Drehflügler-Lage zur See?

  4. Ob sich durch die Info die ich hier mit beibringe auch etwas an dem System NH90 in der Anschaffung ändert ? Ich war überrascht von dem Artikel mit Erscheinungsdatum 21.09.14 bei Finanznachrichten ….

    “ Wegen schwerer Leistungsmängel beim neuen Militär-Transporter A400M fordert das Bundesverteidigungsministerium vom Hersteller Airbus Preisnachlässe und verlängerte Kündigungsfristen. Das geht aus einem Brief des Ministeriums an den Bundesrechnungshof und das Bundesfinanzministerium hervor, der „Bild am Sonntag“ vorliegt.

    Die deutsche Seite bemühe sich in den Aufsichtsgremien für das Airbus-Projekt um „Preisnachlässe für die Minderleistungen sowie den Weiterbestand der Kündigungsrechte“, heißt es in dem 11-seitigen Dokument vom 21. August. Zudem dränge man in den Gremien darauf, dass Airbus „seine weitere Planung und die damit verbundenen Projektrisiken“ offenlegt. Über die Abnahme der A400M für die Bundeswehr werde erst „nach Bewertung der gegebenenfalls noch verbleibenden Minderleistung“ entschieden, betont das Verteidigungsministerium in dem Schreiben. Man behalte sich „grundsätzlich Einzelkündigung bei Luftfahrzeugen“ vor, „die den vertraglichen Konfigurationsstand nicht erreichen“. Die Auslieferung des A400M, mit dem europäische Streitkräfte schnell weltweit in Krisenregionen gelangen sollen, hat sich wegen zahlreicher technischer Probleme um mehrere Jahre verspätet. Die deutsche Luftwaffe will 40 Maschinen des Typs in Dienst stellen. Sie sollen das in die Jahre gekommene Transportflugzeug Transall ablösen. „

  5. @f28: Das ist korrekt die zutreffende Lage. Jetzt fehlt nur noch, daß die Herren der Marine mit dem Stern am Kolbenhemd (= Ärmel), den 1 bis 3 Kolbenringen und dem dicken Ölabstreifring (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstgradabzeichen_der_Bundeswehr) mal sagen, so bitte nicht Frau IBUK und Frau StSin AIN, es wird nämlich „unsafe“ und bei den Nutzwerten (Kosten-/Nutzen-Relationen) jenseits von Gut und Böse.

    Wenn das nicht von der Marine selber kommt, werden m.M.n. nur Wenige oder Keiner im Verteidigungsausschuss und im Haushaltsausschuss aus der „Koalitionsriege“ ausbrechen und dann kann die Notbremse gegenüber dem Hubschrauber-MoU bzw. dem SEA LION – respektive der „Nacktschnecke“ (SEA ANGEL) – eigentlich nur noch ein Minderheitenbeschluss von Grün und Dunkelrot im VA sein, diesen zum Drehflügler-Untersuchungsausschuss zu konstituieren.

  6. Hallo Amtmann!

    Ihr persönlicher Tipp? Haben die Admirale und hohen Stabsoffizieren den Mumm, diese Defizite hart genug anzuprangern?
    Gibt es noch eine echte Chance, den MH90 – Nacktschnecke – abzuwenden?

    Zusatzfrage: Wenn die Zellen der Lynxe nach einem Drittel (so schrieb es jedenfalls der Spiegel – wenngleich der von der Bundeswehr nicht wirklich Ahnung hat) ausgelutscht sind, was sind die Alternativen? Bisher hatte ich ja noch auf eine 2-Flotten-Lösung Lynx Wildcat und AW101 gehofft. Aber wenn die Zellen vorher platt sind, wieso sollte man dann wieder bei Agusta-Westland bestellen?

    Freundliche Grüße!

  7. @Micha
    Frau IBUK kann sich auch vortragen lassen – und das dann ggf. über Dienstaufsicht vor Ort verifizieren. Referenten hierfür wird sie haben.

    Auch Personalmaßnahmen sind möglich.

    Motto: Erkannte Mängel abstellen.

  8. @Micha: Sie verkennen die teure und nutzwertlose Wirklichkeit. Nix 2-Flottenlösung, nix nur 30 Multi-Role MH S92, d.h. 40 Sea Lion bis zum bitteren Ende! Ein Schloßgärtner bzw eine Büroklammer aus Sachsen und eine Aktentasche bzw. ein Elefant im Porzellanladen aus Meissen lassen grüßen. Und Sie zahlen die Suppe wir wie alle auch mit!

  9. @Thomas: Personalmaßnahmen um aufsässige Offiziere kaltzustellen? Oder um wirklich was zum positiven zu bewegen?
    Sorry, ich trage keine Uniform, bin interessierter Laie.

    @Amtmann: Also wird die Nacktschnecke kommen. :-/

    Schade. Mit einem S92 als Einflottenlösung hätte ich (und wohl auch viele bei der Marine Arbeitende) gut leben können.

  10. @ Micha:
    Die AW101 ist sicher ein guter SAR-Hubschrauber (siehe SAR Norwegen). Allerdings passt die AW101 nicht auf die Fregatten. Die S92 / CH-148 geht ganz knapp.

  11. @Micha
    Positiv gesagt kann man den einen oder anderen auch in den Ruhestand verabschieden, in der Generalität geht das problemlos.

  12. so langsam schockiert mich schon nichts mehr über die fast täglichen negativen meldungen rund-um der bundeswehr….wäre schon eher schockiert über positive meldungen aber das lässt wohl noch auf sich warten.
    doch, so mal nebenbei….weiß jemand etwas über den (aktuellen) zustand der bundespolizei hubschrauberflotte, darunter EC 120, EC 135 T2i, EC 155 B, AS 332 L1 Super Puma, EC 135 T2i….sind irgendwelche probleme auch dort bekannt über technische probleme? immerhin betreibt die bundespolizei eine doch recht große hubschrauberkomponente, die auch recht neu aufgestellt ist im gegensatz zur marine….

  13. … und immer wieder scheitert’s daran, dass die Herren mit den goldenen Sternen / Abstreifringen sich nicht auf die Tische hauen trauen.

    Oder sind die inzwischen sooo falsch informiert, dass sie nicht mehr wissen, was in der Firma los ist ?????

  14. Werte Gemeinschaft, diese Diskussionen um diverses Getier dem man das Fliegen beigebracht hat in allen Ehren. Sie ist richtig und wichtig. Es gibt aber ein globaleres Problem / Risiko, liebe VERTEIDIGUNSPOLITIKER:

    Schauen wir uns die Materialerhaltungkostenentwicklung für den ganzen (durchweg Ex-EADS-) Kram, den wir da schon unter Vertrag haben UND den Betrieb der nicht rechtzeitig ersetzten Oldtimer aus der Hubschrauberfrühgeschichte, die zu wahnwitzigen Preisen „Nutzungsdauerverlängert“ wurden und werden(!!) an, stellen wir schnell fest, dass die Bundeswehr sich das Fliegen bald noch seltener leisten kann.
    Keine Industrieschelte. Das bringt nun niemand was, zumal sich der Bund mit seinem Projektmanagement MINDESTENS ebenso unprofessionell verhalten hat. Die Politik nicht zu vergessen.

    Die allerwichtigste Frage ist: Wie kommen wir aus der Nummer raus? Mit Forderungen nach einer Erhöhung des EP14 jedenfalls lassen sich derart eklatante Fehlentscheidungen dauerhaft nicht lösen. Hoffentlich nimmt Frau Suder sich erfolgreich dieser Problematik an. Der Apparat wird es alleine niemals schaffen.

    Jeder nicht betriebsblinde Insider wird das bestätigen.

  15. @Zwischenrufer
    Der letzte Satz ist der berühmte Deckel auf Ihren Kommentar!
    Bestes Beispiel: UH1D
    Der ein oder andere wird jetzt lospoltern und sagen „das Ding fliegt zuverlässig“.
    Völlig richtig….aber ein VW Käfer von 1971 läuft auch noch. Möchte hier jemand seinen 5er BMW Bj 2012 gegen einen Käfer tauschen?? Nicht?? Na sowas….
    Fakt ist, das fast alles im Inventar so lange in Betrieb gehalten wird, bis die letzte Schraube 5x erneuert wurde. Wenn dann gar nichts mehr geht, passiert sowas wie beim Lynx….
    Es wäre sehr interessant zu erfahren, wie viel Geld in Instandhaltung und die berühmten „Lebensdauerverlängerungen“ gesteckt wird und wie viel ein neues Produkt zur rechten Zeit gekostet hätte.
    Die einhergehenden Leistungssteigerungen mit eingerechnet….

  16. @ Vtg-Amtmann | 22. September 2014 – 16:52
    @f28: Das ist korrekt die zutreffende Lage. Jetzt fehlt nur noch, daß die Herren der Marine mit dem Stern am Kolbenhemd (= Ärmel), den 1 bis 3 Kolbenringen und dem dicken Ölabstreifring mal sagen, so bitte nicht Frau IBUK und Frau StSin AIN, es wird nämlich “unsafe” und bei den Nutzwerten (Kosten-/Nutzen-Relationen) jenseits von Gut und Böse.

    Wenn das nicht von der Marine selber kommt, werden m.M.n. nur Wenige oder Keiner im Verteidigungsausschuss und im Haushaltsausschuss aus der “Koalitionsriege” ausbrechen und dann kann die Notbremse gegenüber dem Hubschrauber-MoU bzw. dem SEA LION – respektive der “Nacktschnecke” (SEA ANGEL) – eigentlich nur noch ein Minderheitenbeschluss von Grün und Dunkelrot im VA sein, diesen zum Drehflügler-Untersuchungsausschuss zu konstituieren.
    —————————————————————————————————————–
    Ganz im Gegenteil haben wir von unserem Inspekteur einen Maulkorb verpasst bekommen nach dem Motto: Meckern und diskutieren über den SEA LION ist verboten – es gibt diesen Hubschrauber oder gar keinen.

    Auf eine Notbremse seitens Marineführung können Sie also lange warten.

  17. Werte Mitstreiter (–Blogger)!
    Es ist herrlich wie Sie sich mit fachlich tiefgreifendem Wissen und bundesrepublikanischem Eifer die Misere der Hubschrauberbeschaffung bzw. dem Betrieb dieser Biester echauffieren.
    Als ich Anfang der 80er Jahre meine Hubschraubergrundausbildung machte sagte der Hörsaalleiter zu uns:“ Meine Herren, Sie absolvieren hier die Europäisierung mit der Bell UH-1D. Sie werden dieses Hubschraubermuster nicht lange fliegen. Das Nachfolgemuster ist in der Auswahl und steht vor der Beschaffung. Also lassen Sie es uns ruhig angehen, es kommt bald was Neues.“
    Ich glaube, dass war sogar fast Wortlaut
    Dann passierte in der Tat etwas Neues. Ein undurchsichtiges Konglomerat verschiedenster Firmen und Institutionen erschufen ein Untier Namens: EADS.
    Dieses Ungeheuer, verankert im Staatshaushalt der Republik, diktiert seitdem mit eisernem Griff der Regierung und somit auch unserer Bundeswehr die Beschaffungsmodalitäten. Es bringt hohe Amtsträger, ob mit oder ohne Uniform, dazu Ihre Persönlichkeit, Ihre Ideale, ihr Fachwissen und Ihre Stellung zu vergessen. Ihnen wird suggeriert sie würden am Entscheidungsprozess für u. a. der Beschaffung teilhaben oder Einfluss nehmen können. Mitnichten! Das Diktat der 4-Buchstaben ist allmächtig. Die Chefin (AM) kann nur mitspielen. Arbeitsplätze, Technologieland Deutschland usw.-das steht auf dem Spiel. Ihrer Sicht nach. Und was sind dagegen schon die Probleme mit den teuren Luftfahrzeugen.
    Außerdem ist das Chaos mittlerweile so groß das selbst eine IBuK VdL dieses, nach kurzem Nachdenken, nicht auf die Agenda ziehen wird. Selbst wenn die Tagesschau täglich darüber berichten würde. Sie will ja mal Chefin werden.
    Lassen Sie uns über das ebenso gefailte Betreuungssystem der Bundeswehr diskutieren. Da gab es jedenfalls mal was bißfestes.

  18. Sehr geehrter Herr flightidle,

    wehe dem, der das ‚Ungetier‘ einst auf den Plan rief! Übrigens hat es mittlerweile sechs Buchstaben, das Tier.

    Leider kann ich Ihre Auffassung nicht teilen. Ihre Unterstellungen überzeichnen für mich ein Bild von vermeintlichem Lobbyismus, Korruption und Handeln im luftleeren Raum. Dem ist offensichtlich nicht so. Fakt ist, dass die TEPAN-Problematik den Restriktionen des EP14 geschuldet ist, durch eine Gemengelage aus (rechtlich einwandfreiem) Bördenapparat und (ebenfalls rechtlich einwandfreiem) opportunistischen Gebaren der Wirtschaft entstanden ist und sich bezüglich des Sündenbockes beliebig auf andere „Ungetiere“ übertragen ließe.

    Bei allen mehr oder weniger interessanten Spekulationen hier im Heli-Bällebad: Die Untersuchungsergebnisse der Kommision und letztendlich die Zeichnung oder Nichtzeichnung des Global Deal wird die Weichen für die Ausrüstung der Marine mit Drehflüglern bestimmen und (glücklicherweise) nicht die Parolenhetze der „Mitstreiter“.

    Fertig. Ab.

  19. @ P. Runge:

    Ich kann nichts aus erster Hand dazu sagen, aber weiß dass der Klarstand der EC 135 Flotte der Bundespolizei, wie auch der jeglicher ziviler Betreiber sehr gut ist. Man darf aber nicht vergessen, dass diese Hubschrauber keine 40 Jahre auf dem Buckel haben und zudem so konzipiert sind, dass sie als generell sehr „wartungsfreundlich“ gelten.
    Man kann hier also nicht einfach BW mit BPOL vergleichen. Allerdings kann ich sagen, dass die Struktur einer Staffel der BPOL wesentlich effektiver gestaltet ist, als die der BW. Weniger Wasserkopf, mehr Arbeitstiere, keine Dienstgradinflation (um nur einige Stichworte zu nennen) und das ganze dann noch mit Flugstunden hinterlegt!

    Die BW hat (es wurde im aktuellen Lynx Topic schon angesprochen) vor guten 5 – 10 Jahren verkannt, dass sie über kurz oder lang Probleme mit ihrem fliegerischem Personal bekommen wird.
    Die beste Antwort darauf hat die Marine mit ihrer EC 135 gegeben. Ein Modell, welches eigentlich Schule machen sollte. Hier wurden (für die Bundeswehr) unkonventionelle Wege gegangen, die effektiv und sinnvoll sind. Das fliegerische Jungpersonal der Marine kann sich einigermaßen freifliegen, und das kostengünstiger und mit mehr Stunden hinterlegt, als es mit jedem anderen Hubschrauber der BW (ausgenommen die EC’s in Bückeburg) möglich wäre.

    Ich kann mir vorstellen, dass es theoretisch ein leichtes wäre, dass bestehende Konzept (Leasing von zivilen Hubschraubern inkl. Wartung) auch auf die Luftwaffe zu übertragen. Der Großteil der Arbeit ist ja schon getan: Nämlich die bürokratische Hürde zu überwinden und solch ein Projekt zu realisieren.
    Fliegen lernt man nur vom fliegen…dazu brauche ich zunächst aber nicht zwingend teure Hubschrauber wie NH 90, Sea King, Sea Lynx oder CH-53. Die Grundsätze der Fliegerei in der Bundeswehr müssten (und zwar für alle TSK’s) grundlegend überdacht werden. Aber ich vermute, hier wird sich wieder keiner rantrauen: „Haben wir schon immer so gemacht und es hat sich bewährt“ sind hier die Devisen. Unkonventionelle Denkansätze stoßen meist gegen die ach so vermeintlich großen Bürokratiewände (die nur augenscheinlich schwer zu überwinden sind).

  20. @GERMANIAC „Bei allen mehr oder weniger interessanten Spekulationen hier im Heli-Bällebad: Die Untersuchungsergebnisse der Kommision und letztendlich die Zeichnung oder Nichtzeichnung des Global Deal wird die Weichen für die Ausrüstung der Marine mit Drehflüglern bestimmen und (glücklicherweise) nicht die Parolenhetze der “Mitstreiter”.“

    Sie sollten sich nicht den seit 2011 Insidern bestens bekannten Realitäten verschließen und Untersuchungsergebnisse einer „Kommision“ – die intern „Schulklasse“ benannt wird – bedarf es dazu schon einmal gar nicht, sondern höchsten Falles „gesunden Menschenverstandes“ bei halbwegs opportuner Expertise!

    1.) http://img4.fotos-hochladen.net/uploads/sealionvscyclpztv0yiq8n.jpg

    2.) Kommt der Global-Deal mit seinen reduzierten UHT- und NH90-Stückzahlen, den drastisch erhöhten Preisen samt der mit dem „VS-Vertraulich MOU“ dem Parlament „untergejubelten“ 40 SEA LION (bzw. „Nacktschnecken“) definitiv und beachtlich kostspieliger als „pacta sunt servanda“, d.h. 80 UHT + 122 NH90 + 30 MRTH-MH92 und alle wären sehr sehr glücklich.

    Was nun? Fertig. Ab.

    Und das sind die Fakten und eben keine „Parolenhetze der Mitstreiter“!

  21. @ GERMANIAC

    Fertig Ab. Ist einfach.

    Ich bin genauso zuversichtlich wie Sie und hoffe ebenso das der deutsche Steuerzahler nicht weiter hintergangen wird.
    Aber, viel wichtiger: Wie fühlen sich hoch ausgebildete militärische Spezialisten jeglicher Dienstgradgruppen, die die Hubschrauber betreiben und fliegen sollen? Schnauze halten und durch? Um dann angetreten zu stehen, um zu hören wie bestimmte Vorgesetzte melden-Auftrag durchführbar! Auaauaaua.
    Das passt leider alles nicht.
    Ihre Erklärung mag plausibel sein und vielleicht sogar irgendwann zielführend.
    Und ich hoffe so sehr das es eintreten möge.
    Aber wann und mit welchem Erfolg.
    Milliarden werden im Würgegriff der 4 bis meinetwegen 6 Buchstaben sinnfrei verpulvert.
    Privatwirtschaftlich gesehen eine glatte 6. Niemand würde so etwas tolerieren können.
    Nichtmal das Amtsgericht bei der Insolvenzanmeldung.
    Das große Ganze ist mittlerweile so übermächtig, dass das Große darunter (Ihre Erklärung) seinen Einfluss und seine Wirkung verliert.
    Sonst würde es nicht alles so lange dauern.

    Noch nicht fertig. Rauf. (Smile)

  22. Mein lieber Herr Amtmann,

    tja was nun? Vielleicht Horrido Jo-Ho?

    Offensichtlich ist an Ihnen ja ein „Insider“ verloren gegangen. Oder sind Sie etwa ein aktiver Insider? Na dann kippen Sie die Erkenntnisse doch in einen Impuls bei der Kommandobehörde des Bedarfsträgers mündlich zur Niederschrift ein, formulieren eine Eingabe an den Wehrbeauftragten des Bundestages, schreiben Sie eine Meldung a.d.D., na: BRH, oder rufen Sie zur Not den EuGH an (Die Verwaltungsbeschwer fällt ja mangels persönlicher Involvierung aus). Sie wissen ja, melden macht frei und belastet den Vorgesetzten!

    Sie haben es ja selbst erkannt, die Liebesmüh scheint verloren angesichts der vorhersehbaren Ergebnisse der „Schulklasse“. Daher ist die Darstellung der Faktenlage müßig, wenngleich die von Ihnen bereitgestellten Referenzen über jeden Zweifel erhaben sind.

    Ich verwehre mich eindringlich der Schelte auf das „Ungetier“, das für die Marine das weniger gut geeignete und überdies teurere Flugmuster zur Verfügung stellt und rufe weiter zur Sachlichkeit auf, die letztlich dem Wohl der Truppe dienlich sein sollte.

    Und @flightidle: Fertig.Ab. ist NICHT einfach. Wer den Hubschrauber später bedienen muss, mit seinen Einschränkungen leben muss oder gar durch seine unzureichenden Missionsmöglichkeiten benachteiligt wird, der wird selbstredend zunächst darauf schelten. Und danach hoffentlich wiederum einen prozessoralen Abgleich der Fähigkeitslage durch die Planer einzufordern und letztlich die Akzeptanz oder Schließung der Lücke par ordre du Mufti in Kauf nehmen.

    In diesem Sinne, meine Herren.

  23. @ERMANIAC: „Sie haben es ja selbst erkannt, die Liebesmüh scheint verloren angesichts der vorhersehbaren Ergebnisse der “Schulklasse”. Daher ist die Darstellung der Faktenlage müßig, wenngleich die von Ihnen bereitgestellten Referenzen über jeden Zweifel erhaben sind.“

    Damit sind wir ja einhelliger Meinung, bis auf den Fakt „Insider“ muß nicht nur „Iinnenperspektive“ bedeuten, sondern kann auch „Aussen- und Innenperspektive“ sein.

    Deshalb, Ihre Theorie „melden macht frei und belastet den Vorgesetzten“ funktioniert spätestens dann nicht mehr, wenn „oben“ nichts ankommt! Generationen von Kameraden haben sich vergeblich die Finger wund geschrieben. Hier in das Blog gibt es z.B. Insider, die könnten UvdL Dinge erzählen, da würde die IBUK samt Ihr unmittelbares Umfeld nur noch sagen „davon haben wir noch nie etwas gehört“ und das müßte man auch tatsächlich und mit vollem Ernst glauben!

    Und genau daraus resultiert die simple Frage, wer, was und weshalb zwingt eigentlich das BMVg und die Marine seit 28.10.2011 zum mit Pauken und Trompeten bereits bei der vorausgegangen Marinehubschrauber-Ausschreibung in den seit 2004 von der Marine festgeschriebenen Referenzmissionen durchgefallenen NH90NFH-NGEN (und das ist die seit 1990 gegebene Basis der „Nacktschnecke“). Wenn es wenigsten die NH90NFH-NGEN-NG wären, die lagen mit 70,25% um 0,25% über dem Killkriterium (was der Wettbewerber mit einem operationellen Nutzen jenseits von 93% deutlich überboten hat)..

    Soweit zur Ihrerseits geforderten Sachlichkeit, die letztlich dem Wohle der Truppe dienlich sein soll.

  24. ?????

    ….. rufe weiter zur Sachlichkeit auf, die letztlich dem Wohl der Truppe dienlich sein sollte.
    vs
    ….Akzeptanz oder Schließung der Lücke par ordre du Mufti in Kauf nehmen.

    Da stimmt was nicht.

    Die Soldaten haben eine Auftrag. Das ist noch einfach.
    Sie sollen in den Einsatz.
    Mit (ohne) Hubschrauber.
    Sie sagen, (melden) fragen, wie soll das gehen.
    Sie wollen Ihren Auftrag erfüllen.
    Mit (ohne) Hubschrauber.
    Sie sagen, (melden) fragen, wie soll das gehen.
    Dann meldet der Kdr (GenSt): Auftrag kann durchgeführt werden.
    …und lässt es in die Zeitungen schreiben um den Bürgern der Republik zu zeigen, die BW kann.

    Und wer erzählt jetzt wem mal die Wahrheit.
    Sich hinter komplexen quasiplausiblen Erklärungen zu verstecken ist einfach.
    Da schaut der Bürger nicht durch.
    Die Ehefrau und die Eltern des Soldaten( in) stehen dann am Sarg und fragen.
    Aber wer gibt ihnen dann eine Erklärung. Eine Einfache, und Wahre.

    So einfach ist das.

    Clausewitz:

    „Im Krieg hat nur das Einfache Erfolg“

    „……Verlassen wir die schwachen Eindrücke abstrakter Begriffe und steigen ins wirkliche Leben hinab, so wird ein rascher, mutiger, entschlossener Gegner uns nicht Zeit zu weitaussehenden künstlichen Zusammensetzungen lassen, und gerade gegen einen solchen würden wir der Kunst am meisten bedürfen. Hiermit, scheint es uns, ist das Vorherrschen der einfachen und unmittelbaren Erfolge vor den zusammengesetzten schon gegeben. “

    Naumann (ehem GenInsp, ich mag ihn nicht besonders) hat es vor kurzem in seinem Artikel in der Welt bestätigt.

    Aber warum macht es keiner?

    Geld in die Hand.
    Raus aus diesen Würgeverträgen.
    Neustart.

  25. Zum Beitrag von @Memoria in http://augengeradeaus.net/2014/09/kein-einziger-sea-lynx-hubschrauber-fit-fuer-den-einsatz-update/comment-page-1/#comment-150766 „ 1+“ und damit zu:

    (Zitat) „Hier kommen mal wieder tief liegende systemische Probleme zu Tage (Fehlerkultur, Verantwortungsdiffussion, Expertiseverlust, Realitätsverweigerung als Karrieremerkmal, Ressourcenmangel). Der Gesamtkomplex (Politik, Streitkräfte, Rüstungsbereich, wehrtechnische Industrie) scheint gar nicht mehr reformfähig zu sein.“ (Zitatende)

    Dafür als Beispiel und zur akuten BO 105-VEBEG-Verwertung ein Auszug aus einem aktuellen Schreiben samt erster Fotoserie ( http://www.directupload.net/file/d/3754/rlnvydc9_pdf.htm ) und damit zu den Realitäten, die an der Führung des BMVg offenbar vorbeigehen. Die dazugehörige gesamte Korrespondenz – u.a an die ziv. und mil. Führung des MAD und auch an den BRH samt paralamentarischer Kontrollgremien und aller weiteren erdrückenden Urkundsbeweise habe ich Thomas Wiegold komplett zur Verfügung gestellt. Wird ja vielleicht noch akut.

    Für die Ämterebene gilt wohl eher das „Bild von den der Affen“. Es wäre ja schlimm, wenn man sich jenseits einer systemimmanenten Fehlerkultur die Fehler aus der TdM’schen Schnapsidee „BO 105 PAH nach Pakistan als Verwundetentransporter bzw. als Wegezoll“ eingestehen müßte? Und dann gibt es auch noch so ein paar verrückte und KMU’ler bzw. Luftfahrttechische Betriebe aus der deutschen L&R-Branche und wollen aus den „BO 105-Schätzchen“ etwas wirtschaftliches und politisch Vernünftiges für die ärmeren EU- und NATO-Beitrittsstaaten machen? Und das bringt evt. auch noch aus den EU-; EDA- und NATO-Töpfen Geld zurück nach Deutschland, aber wohl an die Falschen? Das geht schon mal gar nicht, wo bleibt denn da der H&H-Lieferant mit seinen neuen Produkten? Da verticken wir doch lieber die „BO 105-Schätzchen“ nebst allem Zubehör und Bodendienstgeräten auf Biegen und Brechen über die VEBEG und die Führung des BMVg samt IBUK muß nicht mit schlechten und für uns karriereschädlichen Nachrichten konfrontiert werden!

    Was interessieren uns Schwarzmärkte, BOGUS-Parts, KWKG und so Delikte wie „Untreue“, „Gefährdung der Öffentlichen Sicherheit und Ordnung“ und „Gefährdung der Sicherheit des Luftverkehrs“? Gegen uns wagt sich doch kein Kadi vorzugehen.

  26. @ Vtg-Amtmann | 23. September 2014 – 13:16
    Bisher stehen ja die größeren Hubschrauber der Marine und des Heeres hier im Fokus. Ich hätte nicht gedacht, dass auch ein „alt“ System wie die BO 105 derart merkwürdig abgehandelt wird. Eigentlich fehlen mir die Worte zu Ihren Ausführungen, bin gerade am überlegen, ob es Dummheit oder Vorsatz, also Straftat ist. Und… scheinbar ist das alles so gewollt. Danke für Ihre Ausführungen. Das darf ja alles wohl nicht wahr sein.

  27. @Werner: Die merken noch nicht einmal, wenn Sie Hubschrauber an Rechtsradikale aus der Söldnerszene „verticken“. Vgl. den aus 2003 stammenden Artikel „Rechte Glücksritter in Ostdeutschland“ ab der Überschrift „Der smarte Yuppie“ in http://www.trend.infopartisan.net/trd1103/t251103.html

    Uns hat es damals gefreut, denn das Geschäft des Renhard R. ging nicht auf und da waren nochmals 8 ziemlich günstige Hubschrauber zu den 20 direkt beim BWB T4 erworbenen auf dem Markt.

    Man sollt glatt den R.R. und den oberpfälzer Kfz-Händler zusammenbringen, das schafft vielleicht erneut Freude? >.)

  28. Ich glaube es war GERMANIAC der den Begriff vom „Wohl der Truppe“ benutzt hat. Bei mir führt der Begriff zu unwillkürlichen körperlichen Reaktionen: mir sträuben sich die Haare.
    Es scheint hier auch manchmal der Blick für die Gesamtsituation verloren zu gehen: Um es auf den Punkt zu bringen, kann man das dynamische Verfügbarkeitsmanagement für Hubschrauberbesatzungen einführen: Man braucht nur 25 Besatzungen um alle flugklaren Einsatzmuster aller Teilstreitkräfte zu fliegen!!
    Die Bundeswehr hat kein Lynx-Problem, sie hat auch kein NH 90 oder CH-53 Problem. Die Bundeswehr hat das Problem, dass diejenigen, die für die Teilstreitkräfte die Verantwortung für die Einsatzbereitschaft tragen, keine Lösungen haben.

    Daher ist es auch müßig darüber zu diskutieren, ob die Probleme vom Lieferanten oder vom Besteller/Betreiber zu verantworten sind. Es geht ausschließlich darum, die Einsatzbereitschaft jetzt zu erhöhen. Ich will da nicht einmal auf einen Konflikteinsatz abheben, sondern allein schon das Erfordernis eines Katastropheneinsatzes im Inland wäre verheerend. Ich sehe nicht, dass Lösungen präsentiert werden. Die Bevölkerung wird auch die Politiker fragen.
    Und falls noch Jemand so wenig Sachverstand, wie der Pressesprecher des Ministeriums hat, sei ihm gesagt, dass die Situation nicht besser werden wird, sondern schlechter.

    Es fehlen Ausbildungskapazitäten, um die Besatzungen auf die neuen Muster zu schulen. Nach meiner Prognose braucht die Heeresfliegerwaffenschule z.B. fast 14 Jahre, um die erforderlichen Besatzungen für die NH90 ausgebildet zu haben. Gleichzeitig reduziert man die Altsysteme und begibt sich damit der Möglichkeit in wirtschaftlich sinnvoller Weise Besatzungen zu fliegerischer Expertise zu verhelfen.

    Statt mit betriebskostenarmen Verbindungshubschraubern ( kommen in der Neuausrichtung nicht vor) zu fliegen, werden teure Transporthubschrauber ( so sie denn klar sind) für solche Zwecke eingesetzt.

    Da passen die geschilderten Vorgänge um die BO 105 eigentlich nur in das Bild.

    Ich frage mich, wann es endlich eine ungeschönte und transparente Bestandsaufnahme der Situation im Bereich der Drehflügler gibt. Danach sollte man die Zeit nicht mit der Suche nach Schuldigen vergeuden, sondern endlich an der Einsatzbereitschaft arbeiten. Ich sehe keinen einzigen richtigen Ansatz, nicht einmal den Versuch dazu.

  29. Schleppi – you made my day !!!
    25 Besatzungen für alle klaren Hubschrauber der Firma. Das ist echt Grimme Preis Verdächtig. Jetzt verstehe ich auch warum man schon mal einige hundert erfahrene Piloten entpflichtet hat. Die wollten gar nicht sparen, sondern nur den Besatzungsfaktor an den Klarstand anpassen. Genialer Schachzug.
    Jetzt müssen dann nur noch die vorhandenen Flugstunden ausreichen damit jeder CR bleiben kann.
    Jetzt muss nur noch die Bundesliga die Auswechselregel abschaffen. Dann käme jeder Club mit 15 Spielern aus, das wäre genauso genial.

  30. @Schleppi: Guten Morgen, auch @all. Das war von Ihnen mal wieder der Hammer auf des Nagels Kopf.

    Und mit „Statt mit betriebskostenarmen Verbindungshubschraubern ( kommen in der Neuausrichtung nicht vor) zu fliegen, werden teure Transporthubschrauber ( so sie denn klar sind) für solche Zwecke eingesetzt“, sprechen Sie eines meiner Lieblings-Themen bzw. –Projekte an, den Basisschulungshubschrauber (BSHS). Der war ab 2004 meine ganz persönliche „Basisschulung in Sachen Bw-Beschaffungswesen“ und ist nach wie vor aktuell.

    Ende der Neunziger kippte ein Herr Schönbohm unmittelbar vor Vertragsunterschriften die damalige Ausschreibung für einen neuen Schulungshubschrauber, der die Alouette II ablösen sollte. Der Sieger war der Schweizer S333 (vgl.dessen Folgeentwicklung S 434 auf der Sikorsky-Homepage), welchen die RUAG angeboten hatte.

    Also gab es eine neue Ausschreibung, ganz au den H-&H-Lieferanten ausgelegt und folglich nur ein einziges Angebot. Beschafft wurden dann ab 2000 insgesamt 15 zweimotorige Schulungshubschauber (SHS) EC 135 T1, deren Einführung bereits ein Drama war (1 Crash mit Totalschaden, keine Ersatzbeschaffung, Fenestron- und EMS-Probleme sowie nicht autorotationsfähig, Preisabstriche, etc. usf. wie mehrfach der Bundesrechnungshof beanstandete). In 2002 (rund 2 Jahre nach dem damaligen BGS) erkannte dann die Gruppe Weiterbildung an der HFlgWaS und das BWB, daß bei der Autorotation die Blatttaschen beschädigt werden und der Vogel im Extremfall seine Hauptrotorblätter abwirft ( so geschehen beim BGS und Gott sei Dank schon am Boden). Damit benötigte die HFlgWaS neben dem SHS nun auch noch einen BSHS (BSHS = BwAküFi = „Basis-Schulungs-Hub-Schraubär“ und das sollt die Sache unauffälliger bzw. selbstverständlicher machen für die Politik).

    Letzterer soll bis heute ein vollautorotationsfähiger, serienmäßiger, fliegerisch gutmütiger, mechanisch möglichst toleranter, einmotoriger Turbinenhubschrauber, mit mindestens Dreiblattrotor und Hydraulik sowie mindestens dreisitzig sein. Schon damals war der eher filligrane und aufgrund seines „schicken“ Fenstrons bei der Autorotation in der Endphase ziemlich problematische EC 120B „ausgeguckt“. Der passte nämlich so gut zu den SHS EC 135. Unser „böses Konsortium“ gab doch glatt im Sommer 2004 bei einem Interessensbekundungsverfahren „Contra“ und hat auch noch das plausibelste Angebot abgegeben. Konsequent wurde dann im September 2004 eine 10-köpfige Bw-Delegation zwecks Präsentation des ersten Vorserienfliegers sowie des bereits in Endmontage befindlichen militärischen Trainers des AW-PZL SW-4 Puszczyk („Waldkauz“) nach Swidnik (Polen) eingeladen (vgl. http://www.rotorblatt.de/download/files/rb_02_2010_pr_low.pdf).

    Bis 2009 wiederholten sich die „Spielchen“ des BWB und der HFlgWaS mit div. Interessensbekundungs- und Vorauswahlverfahren und es ergingen weiterhin von dem „bösen Konsortium“ die plausibelsten Angebote. Zwischenzeitlich wurde in 2005 im Werftbetrieb Ochtendung (bei Koblenz) der erste zivile SW-4 ausgwählten Luftfahrtunternehmern sowie eine Bw-Delegation vorgestellt und in 2007 erfolgte die EASA-Zulassung. Zwischenzeitlich wußte man auch, daß trotz gegebenem Wettbewerb so einiges hinter den Kulissen zwischen Bw und ECD in Sachen EC 120 „gedreht“ wurde, konnte es aber nur schlecht beweisen. Nach einigen vorausgegangenen Zwischenfällen kam es dann bei Bundespolizei in Bonn-Hangelar am 29.01.2008 bei einer „scharfen Autorotation“ zu einem Flugunfall mit dem EC 120 (BFU Untersuchungsbericht 3X006-0/08; vvvvvv bfu-web.de/DE/Publikationen/Untersuchungsberichte/2008/Bericht_08_3X006_EC120_Bonn-Hangelar.pdf?__blob=publicationFile). Ab Seite 4, rechte Spalte, flossen dann viele Ergebnisse eines “Informationsaustausches unter Fliegerkameraden“ in diesen Bericht ein, was für einige Herren weniger erfreulich war.

    In 2009/10 machte dann das Bieterkonsortium massiven „Druck“ auf den damaligen Rüstungsstaatsekretär R. Wolf, und zwar zuletzt über den Minister, den BRH und den RPA sowie über einzelne Mitglieder des Verteidigungsausschusses (so ging u.a. das folgende Tabellenwerk mit damaligen Stand raus; vgl. http://www.directupload.net/file/d/3755/hflqhk35_pdf.htm). Bereits in 2009 hatten die Flugstunden-Vollkosten (ohne Personalkosten) der zweimotorigen und „schon längst abgeschriebenen sowie damit sehr preiswerten“ (so O-Ton HFlgWaS bzw. damaliger Kdr LehrGrp C in Celle auf der Aero in Friedrichshafen) „Interims-BSHS“ BO 105 mit 6.053,- €/Std fast die der UH1D mit 6.130,- €/Std erreicht und lagen bei über dem Dreifachen des SHS EC 135 T1 mit 1.966,- €/Std!

    Damit waren wir uns auch schon in 2010 sehr sicher, daß die BO 105 PAH 1A1 und P1M alsbald zur Ausmusterung anstehen und wir bereiteten zusammen mit einem weiteren Partner und Rolls-Royce-Deutschland das Projekt „BO 105 Evolution“ (= modernisierte BO 105 mit 2x RR-C30P zu 2 x 650 SHP) zwecks synergetischer Anschlußnutzung durch EU- und NATO-Beitrittsstaaten vor.

    Im Juni 2010 erfolgte dann auch „plötzlich die scharfe BSHS-Auschreibung“. Beinahe erwartungsgemäß war jedoch die Leistungsbeschreibung so etwas von „EC 120B-freundlich“ und von der Sorte “eierlegende Wollmilchsau“, daß selbst ECD diese weder im Budget, noch technisch erfüllen konnte, am wenigsten übrigens mit dem Zulassungs-Killkriterium EASA CS 27 Amdt 3 (Stand 2009). Ergo haben wir vergaberechtlich diese BSHS-Leistungsbeschreibung den Herren Stein und Selhausen „um die Ohren geschlagen“ und damit ist die BSHS-Beschaffung bis heute latent. Der damals gerade neue und intensiv bis 2012 bemühte AbtLtr der Projekt-Abt. Luft des BAAINBw, beim BSHS zu retten was zu retten ist, saß alsbald in der Besenkammer (übrigens ebenso wie der frühere Leiter Nutzung NH 90, welcher offenbar zu gleicher Zeit offenbar auch dem System zu lästig wurde, weil dieser mehrfach die Abnahme aller bestellten 122 NH90 forderte, um über Betriebs- und Umlaufrerserven, samt Ersatzteilspender zu verfügen und um der Bw samt Industrie das 19-monatige, teure Retrofit der IOC- und IOC+-Maschinen zu ersparen).

    Relevante BSHS- Bieter gibt es mittlerweile nur noch zwei, denn der Sikorsky-Schweizer S434 fliegt längst als Drohne MQ-8 FIRE SCOUTund wird als bemannter Hubschrauber niemehr eine FAA- oder EASA-Zulassung bekommen.

    Soweit zur Info für die AG-Community und für die „I-Pads“ der Mitglieder des heute zu sehr interessanten Themen tagenden Verteidigungsausschusses, dessen Pausengespräche und zu den Anträgen über die Tops der nächsten Tagesordnungen.

    N.B.: Das dürfte auch der Grund gewesen sein, weshalb (in gängiger Praxis und wie schon seit EuroHawk sehr erfolgreich) die großen Medien keineswegs zufällig in Sachen Bw-Hubschrauer und Luftfahrzeuge in der vergangenen Woche so kräftig „Gas gegeben haben“. Und was die Bescherung der besonderen Art heute im Verteidiigungsauschuss anbetrifft, wie Dr. Tobias Lindner twittert, gilt auch für das BMVg, „und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast Du Weihnachten verpennt“!

  31. Airbus Helicopter in Donauwörth leidet wohl weiter unter schwacher Nachfrage nach den EC135. Da ist wohl eine größere Modernisierungswelle ausgelaufen und es gibt da wohl mehr Konkurrenz, dazu wohl auch noch die weitere Internationalisierung der Produktionsketten. Die großen Militärprogramme haben ihren Zenit schon längst überschritten. Vermute Airbus dürfte den Bayrischen Politkern schon mitgeteilt haben, was da für Arbeitsplätze zum Abbau vorgesehen sind, wenn der Falsche Heli beschafft wird. Glaube bei der Prüfung der Einigung geht es mehr ums liebe Geld, als um eine richtige Neuverhandlung. Airbus will wohl alles zu seinen Vorteil aussitzen.

    Die Beschaffung der Helidrohne für die Marine wurde im 2. Hj 2013 gestoppt. Vielleicht könnte man sich zu Entlastung der ein paar Camcopter beschaffen.

  32. @Benedikt: Ausser den 14 SHS an der HflgWaS und dem von der Marine angemieteten „Scheinerhalter EC 135“ gibt es in der Bw „Null“ Potential für diesen Typ. Für die 15 LUH SOF des Typs EC 645 T2 dürfte gleiches gelten und noch hat sich dieser Hubschrauber im SOF- und KSK-Einsatz nicht bewährt, da bis zur Einführung noch hin.

    Der BSHS muß (bislang noch vernünftigerweise) einmotorig werden und neun dieser Kleinhubschrauber machen das „Arbeitsplatz- und Beschäftigung-Kraut“ in Frankreich, Singapur und China nicht fett! Genau daher kommt nämlich der EC 120B und eben nicht aus DON.

    Da erscheint mir ein BSHS aus dem Hause AgustaWestland, der in Polen produziert wird, wirtschafts-, bündnis- und verteidigungspolitisch um einiges synergetischer, speziell wenn Bereitstellung, Untersützung, Wartung und Instandhaltung per PPP-Vertrag damit an Deutsche KMU gehen, wovon eines in Brandenburg, Sachsen und RLP und das andere in Bayern vertreten ist [… um mal auf das Wahlkreisproblem zurückzukommen :-) ].

    Abgesehen davon ist der AW-PZL SW-4 Puszczyk („Waldkauz“) das bessere Produkt, sowohl unter fliegerischen, technischen und qualitiven Aspekten, da ausser dem Triebwerk (RR), der Avionik (Honeywell), den Sitzen (Fischer Evolution Landshut) und den Scheiben (Schweiz) aus einem einzigen Hause kommt, welches traditionell für aeinen hervorragenden „State of the Art“ im Flugzeugbau bekannt ist (vgl. http://www.pzl.swidnik.pl/en/product/catalogmodule/1,-2,13,202 ). Und genau das haben uns Luftfahrzeugfhr-Offz und Technische Offz _a_u_s_ _d_e_r_ _T_r_u_p_p_e_ sowie zivile Profis schon 2005 bestätigt, die alle den SW-4 in Ochtendung geflogen haben und auch den EC 120B kennen. Einer davon steht u.a. in Ochtendung als Kundenmaschine in der Halle.

    A-propos CAM-Copter: wie wäre es denn mit ein paar SW-4 UAV (RUAS/OPH = (Rotary Wing Unmanned Air System, http://www.navaldrones.com/SW-4-SOLO.html) für die das Britische MOD bereits in 2013 einen Entwicklungsauftrag über 3,0 Mio € abgeschlossen hat (schottische Preise, weil die Basis schon existiert und EASA-zugelassen fliegt!)? .

  33. Ich habe ja nicht geschrieben, dass die Bundeswehr mehr EC135 kaufen will, sondern dass Airbus Absatz beim EC135 laut Medienberichten Mittelfristig wohl schwächer ausfallen wird. Was auch im Zusammenhang mit den zurückgehenden Militäraufträgen einen gewissen Druck auf die Beschäftigungslage in Donauwörth ausüben wird. Die Einigung mit Airbus Heli hängt schon seit einen Jahr in der Luft. Da wird es schon weil Airbus die Produktion weiter gelaufen hat, Änderungen an der Einigung geben.

    Der SW-4 dürften auf die K130 Korvetten nicht drauf passen. Damit bei einer Wiederaufnahme der Suche nach einer Heli Drohne keine Chancen haben.

  34. @Kerveros, @Schleppi: Noch praktischer wäre, sich neben die „Rot-Gelb-Grün-Ampelliste“sich das komplette zu Grunde liegende Tabellenwerk daneben zu legen, denke ich mal ins Unreine. Und wenn dann noch ein Abgeordneter des Verteidigungsausschusses auf die Idee käme, konkret nach den Klarstandsstatistika samt Ist- und Soll-Flugstunden des NH90-Systemveranwortlichen zu fragen und zwar für ISAF, DEU-Grundflugbetrieb und Gesamtflugbetrieb und diese auch noch daneben legt, dann wäre dies das Optimum, weil man etwaige Abweichungen und „Türken“ sofort feststellen könnte. Das ultimative „Aha-Erlebnis“ dürfte dann sein, daß man feststellen wird, daß man sich mit dem Betrachtungszeitfenster „April, Mai, Juni 2014“ für die „Ampel-Tabelle“ ein gewisses Optimum ausgesucht haben dürfte, wenn man auf das „Davor“ und das „Danach“ bei NH90 sieht.

    Davor waren in 2014 die Klarstände deutlich tiefer und danach waren die Triebwerksprobleme in Termez, Leipzig und Bückeburg sowie Fassberg. Unter Einbezug des Flugunfalles in Thermez vom 19.06.2014 und damit der Abstellung einer 5ten Maschine nach Mazar e Sharif wäre das Desaster in zeitlicher Fortschreibung entgültig klar und die Klarstandsprozente entgültig im Keller gewesen, denn die Termezmaschine steht und steht. Von den „Randerscheinungen“ samt Sonderinspektionen der gesamten Avionik, gemäß GeneralFlusi nach dem Termez-Unfall und auch dem weiteren Triebwerks-Dilemma (Inst und Overhaul durch die Industrie) mal ganz abgesehen.

    Kurzum, diese Klarstandsstatistik ist für den Allerwertesten. Ferner werden die Triebwerke langsam knapp, denn ab Juli 2014 gibt es keinen Wartungs- noch Instandsetzungsvertrag mit RRD bzw. Oberursel mehr. Ein neuer (Folge-) Vertrag mit Turbomecca ist m.M.n. noch nicht geschlossen.

    2013 mit einzubeziehen, wäre auch deshalb tödlich gewesen, weil dann die „Rampen-Landung“ samt Fahrwerks- und Zellen- bzw. Strukturschäden, ferner der Hitzeschaden wg. geöffneter Cowling bei laufendem APU (gleiche Maschine wie Termez) und damit weitere Strukturschäden mit eingeflossen wären. Und da war in 2013 ja auch noch was mit den Navigationsanlagen-Ausfällen bei den FAM.

    M.M.n. wurden mit der „Ampel-Liste“ beim NH90 durch die vortragenden Inspekteure gegenüber dem Verteidigungsausschuss keine „Türken“ gebaut, sondern es wurde offenbar eine ganze „Kalifenarmee“ vorgeführt. Wie heißt so schön das Sprichwort „wer einmal …., …usw.usf“.

    Warten wir also ab, wann der Verteidigungsausschuss hinter der Fichte wieder hervorkommt, oder auch hervorgeholt wird. Augen Geradeaus könnt einer der vilen Wegweiser sein. Ich bin da ziemlich zuversichtlich, denn so langsam wachen selbst die linientreuesten Fraktionsmitglieder auch in der Regierungskoalition auf, denn das Nächste was ansteht, ist das „Hubschrauber-MoU bzw. der Global-Deal und bislang ist für die Mehrkosten gegenüber den ursprünglichen Verträgen zu NH90 und UH-Tiger noch kein müder Euro eingestellt.

    Und statt der laut de Maizière und laut Beemelmans durch „Umsteuerung“ eingesparten 224 Mio. € geht es dann um einen Saldo für 57 UH-Tiger, 82 NH90 und 40 Sea Lion (18 MTH + 22 FTH (als SEA LYNX-Nachfolger)) i.H.v. 10,546.444 Milliarden Euro,

    könten 80 UH-Tiger + 122 NH90 + 30 MH S92 (GMRTH) zu 10, 441.100 Milliarden Euro also durchaus eine wirtschaftlichere, technisch und personell vorteilhaftere Alternative sein.

    Von dem Unterschied i.H.v. 105,344 Mio. € könnten wir dann 9 BSHS zu Systemkosten (für 30 Jahre) i.H.v. insgesamt 54 Mio. € kaufen und dann blieben immer noch 51,344 Mio für z.B. eine Optimierung des HIL-Systems zu Gunsten der kämpfenden Truppe übrig.

    Übrigens die „Attraktivitätsmaßnahmen, wie Kühlschränke, Flat-Screens und neues Mobilar“ könnte man aus den Erlösen einer vernünftigen Verwertung der BO 105 PAH 1A1 und P1M finanzieren, statt diese über die VEBEG zu Mindererlösen an KFZ-Händler zu verhökern.

    Es dürfte also weiter spannend bleiben.

    [In der Detaillierung gehört das in den Drehflügler-Thread… T.W.]

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