Deutscher Brigadegeneral neuer Stabschef bei der US Army Europe – Alles darf er nicht sehen

Der deutsche Brigadegeneral Markus Laubenthal hat zwar bereits am 4. August seinen Dienst als erster deutscher Stabschef der US Army Europe angetreten – offiziell willkommen geheißen wurde er am (heutigen) Donnerstag mit einer Patch-Zeremonie: Kommandeur Generalleutnant Donald Campbell persönlich heftete Laubenthal den Patch der US Army Europe an die deutsche Fünffarb-Flecktarnuniform.

Mehr zu dem Ereignis bei der US-Soldatenzeitung Stars&Stripes: German general becomes first non-US USAREUR chief of staff  – dort auch die interessante Information:

Laubenthal’s role in the organization will be much more than symbolic, Campbell said, though U.S. law precludes his successor from seeing some classified information that American officers in the same position would be able to access. (…)
American officials provided a fact sheet addressing some concerns about a foreign officer in such a high-level position in the U.S. Army, among them:

  • Laubenthal won’t have disciplinary authority over U.S. personnel;
  • He will not be able to represent the command outside of the command on his own;
  • He won’t command U.S. forces;
  • He won’t have access to U.S. law-enforcement information, diplomatic communications, information related to U.S. theater security objectives and a range of other information; and
  • He will have access to classified information that has been cleared for disclosure.

(Foto: U.S. Army Europe commander Lt. Gen. Donald Campbell Jr. places the USAREUR patch on Brig. Gen. Markus Laubenthal’s uniform during a welcome ceremony for Laubenthal on Clay Kaserne in Wiesbaden, Germany, Aug. 28.  – Photo by Cpl. Ali Cooley)

39 Kommentare zu „Deutscher Brigadegeneral neuer Stabschef bei der US Army Europe – Alles darf er nicht sehen“

  • Blutze   |   28. August 2014 - 22:00

    Da hoffe ich doch mal für Herrn General Laubenthal, dass das nicht seine letzte Verwendung sein wird. ;-)

  • wacaffe   |   28. August 2014 - 22:04

    can’t command, can’t represent, can’t use disciplinary action.

    so what WILL he do?

  • T.Wiegold   |   28. August 2014 - 22:05

    can coordinate?

  • wacaffe   |   28. August 2014 - 22:09

    whom? coordination requires command authority or maybe he’ll beg?

    „oh please dear (not) subordinated officer follow this „suggestion“ “ ;-)

  • califax   |   28. August 2014 - 22:10

    Er bekommt vorsortierte INTEL zu sehen und ganz viel Respekt. :)

  • chickenhawk   |   28. August 2014 - 22:11

    Da müssen die Amerikaner ja mindestens 3 Leute (im Schichtdienst) einteilen, die genau aufpassen, dass der Stabschef sich nicht Sachen anguckt, die er nicht sehen darf.

  • Roman   |   28. August 2014 - 22:13

    Und beim schönen koordinieren muss er auch immer bitte sagen. Befehlen darf er ja nix. Eigentlich ist diesr Posten für Merkel als Anschlussverwendung geeignet: Nichts wissen, nichts sagen, nichts verantworten. Einfach nur da sein.

  • Sun Tzu   |   28. August 2014 - 22:20

    „• Laubenthal won’t have disciplinary authority over U.S. personnel;
    • He will not be able to represent the command outside of the command on his own;
    • He won’t command U.S. forces;
    • He won’t have access to U.S. law-enforcement information, diplomatic communications, information related to U.S. theater security objectives and a range of other information; and
    • He will have access to classified information that has been cleared for disclosure.“

    Oh man, die Amis lassen zurzeit aber auch keine Gelegenheit aus, um klarzustellen, dass Deutschland nur noch Partner vierter Klasse mit absteigender Prognose ist.

    Warum sagen sie nicht gleich: We welcome our intern!

  • Thomsen   |   28. August 2014 - 23:13

    Kasperltheater.

  • 10XX G1 GeZi StDstSdt   |   28. August 2014 - 23:14

    Ach ja…. nach dem der gute General erst seine Truppen der neuen 10. Panzerdivision in Veitshöchheim unterstellen musste, seine Panzerbrigade 12 als Kommandeur verlässt und nun so ziemlich aufs internationale Abstellgleis gestellt wird. Er wird jetzt genau das tun, was jeder GeZi-Soldat in jedem Zug-, Kompanie-, Battalions, Stabs- und AbteilungsGeZi macht: Kaffee kochen, Papiere hinterhertragen, Laufbursche spielen, Drecksarbeit machen… jaja… :D die guten alten GeZi-Tätigkeiten :D

  • Voodoo   |   28. August 2014 - 23:15

    Naja, neudeutsch wohl eher eye candy für den strauchelnden Juniorpartner in Europa, der immer so emanzipiert sein will. ;-)

  • T.Wiegold   |   28. August 2014 - 23:21

    Na, vom Niveau her sollen die Kommentare wohl die Qualität der Kommentare zum Bericht der Army Times erreichen, oder?

  • axel_f   |   28. August 2014 - 23:25

    Och das schaffen wir. Der gefällt mir am besten ;)

    FirstLouie Scrounge · Top Commenter
    If I’m not mistaken, the last German to be a general staff officer in the American military was a guy named Von Steuben and that was during the revolution.

  • Voodoo   |   28. August 2014 - 23:26

    Nun ja – die meisten dieser Kommentatoren dort wissen eben nicht mehr, dass Amerikaner schon einmal von einem Deutschen… naja ok, Preußen… geführt worden sind. Aber General von Steuben ist eben nicht mehr in aller Munde ;-)

    Im Ernst, werten Sie das als tolle Geste und gutes Zeichen? Dachte ich auch erst, aber bei den Einschränkungen fällt mir nur „Grüß-August“ und „Winke-Onkel“ ein. Obwohl er den schwarzen Hut trägt! :-)

    PS: Übrigens gab es im amerikanischen Bürgerkrieg noch andere deutsche Offiziere und Generäle.

  • califax   |   28. August 2014 - 23:29

    Wieso eigentlich diese Kritik? Paßt doch zur allgemeinen Auffassung deutscher Sicherheitspolitik: Viel sagen, wenig Informationen bekommen, und noch weniger tun. >:)

  • Thomas Melber, Stuttgart   |   28. August 2014 - 23:32

    Ich hoffe, daß Gen. Laubenthal für seinen aufopferungsvollen Dienst und seine soldatische Selbstverleugnung wenigstens mit einem zweiten Stern ausgezeichnet wird.

  • wacaffe   |   28. August 2014 - 23:34

    mein favorit bei den army times comments

    „Could have been really bad. Luckily Obama’s proposal to place a senior Hamas officer didn’t get any traction.“

    :-)

  • AnsiObsi   |   29. August 2014 - 0:26

    Ne, ne. Der beste Kommentar ist immer noch:

    This looks like the first step of integrating foreign armies into a global force. Watch for these armies to be deployed and trained in the U.S. and more than likely used to suppress American uprisings soon. These units will be used at riots in America where regular U.S. military personnel would fail to fire on their own people.

    Das in Relation mit dem Bericht von RT[1], dass die Russen gerne eine Intervention in Ferguson hätten… well :D

    [1] http://www.addictinginfo.org/2014/08/23/international-intervention/

  • califax   |   29. August 2014 - 0:28

    Eines muß man sagen: Deren Trolle sind viel lustiger als unsere. :(

  • Thomas Melber, Stuttgart   |   29. August 2014 - 0:46

    Wie wird das eigentlich im MNHQ in Ulm gehandhabt? Da ist ja sogar CJ2 „combined“.

  • Gustav Struve   |   29. August 2014 - 0:47

    @Voodoo | 28. August 2014 – 23:26
    „Übrigens gab es im amerikanischen Bürgerkrieg noch andere deutsche Offiziere und Generäle.“
    Glaube kaum, daß unsere amerikanischen Freunde einen dt. Offizier in näherer Zunkunft zu den „Forty-Eighters“ befördern würden.

  • Thomas Melber, Stuttgart   |   29. August 2014 - 0:50

    Na, so lange wir bei Stetson and Spurs mitmachen dürfen soll es mir egal sein …^^

  • TBR   |   29. August 2014 - 1:04

    Die Kommentare liegen falsch. Austauschoffiziere jenseits von dezidiert internationalen Stäben etc. in nationalen Einheiten, Dienststellen und Behörden gibt es schon lange, auch wenn diese Verwendung eine besonders „hohe“ ist. Auch Amerikanische Offiziere im Austausch auf regulären Dienstposten in der Bundeswehr haben dieselben Einschränkungen. Einer war auch mal mein Vorgesetzter auf Bw-Diensposten und ein Deutscher hätte in dem Posten Disziplinargewalt gehabt. Das geht aber rechtlich nicht und daher wurde in diesem Fall die Disziplinargewalt vom sonst nächsthöheren Vorgesetzten als „nächstem“ wahrgenommen.

    Formell ist in diesen Fällen auch der Vorgesetztenstatus „geliehen“ also nicht „originär“. General Laubenthal wird gültige Befehle geben können, aber eben nicht aus eigener „command“ Befugnis. Auch wird er nicht in der „Stellvertreterreihe“ stehen und die „command“ Funktion immer formal bei einem Amerikaner liegen. Das ist nicht unüblich.

    Auch das der „Deutsche“ in Unterlagen zu (militär-)staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen keine Einsicht haben wird gehört hierzu, wenn wir einen Amerikaner als Austauschoffizier in ähnlicher Position (z.B. CdS Marinekommando) einer unserer Einleitungsbehörden hätten bekäme der die entsprechenden Unterlagen auch nicht zu Gesicht weil sonst die Rechtsaatlichkeit der Vorgänge berührt wäre und der Vorgang evtl. angreifbar wäre.

    Eine Nationale Dienststelle kann ein Ausländer auch alleine nicht nach aussen repräsentieren, da sehe ich auch keinen Konflikt.

    Das einzige echte Problem sehe ich mit eingestuften Dokumenten zur Lage. Die Amerikaner sind mit dem NOFORN Stempel (US Eyes Only) immer sehr schnell dabei und daher könnte Genral Laubenthal vielleich nicht genug Informationszugang bekommen.

  • califax   |   29. August 2014 - 1:09

    Wenn er sich mit den Peers gut versteht, wird man ihm schon genug zur Verfügung stellen. Notfalls per „reading to him“ oder in Gesprächen OTR.

  • AnsiObsi   |   29. August 2014 - 1:41

    @TBR:
    Das hat Dir der Teufel gesagt! Nein… Der Putin wars! :P

    Ich sehe dort auch absolut nichts Neues drin. Jedoch ist dieser Artikel, wie andere auch, durch die Medien wieder … sagen wir einmal „präsentiert“… worden. Damit meine ich nicht „Augengeradeaus“.

    Dennoch sind die Comments in AmiLand schon amüsant :-D

    TREASON to ANY US SOLDIER that follows ANY ORDER from a NON-USA SOLDIER! TREASON TO OBAMA TOO! I PERSONALLY served as did my son too! I WOULD NEVER FOLLOW ANY ORDER FROM ANYONE NOT AN AMERICAN SOLDIER< PERIOD! USA is not NATO! WE SERVE ONLY THE US CONSTITUTION AND USA! PERIOD!

    *Popcorn Time* :-)

  • AJ   |   29. August 2014 - 1:43

    Danke TBR für die sachliche Richtigstellung, kann ich mir das sparen.
    Polemik und Uffz-Raum-Weisheiten helfen hier nämlich nicht weiter, denn einen deutschen General zum CdS auf Armee-Ebene zu machen ist in der Tat eine ziemlich große Sache, das hat mit Grüßaugust nichts zu tun.

  • O. Punkt   |   29. August 2014 - 6:59

    Hat denn jemand ernsthaft mit etwas Anderem gerechnet?
    Mal davon abgesehen, hat auch in deutschen Divisionen (Korps/Heeresgruppen ;-) ) ein CoS nicht die prägnanteste Stellung, in Bezug auf Befehls und Kommandogewalt.

    Wenn er nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, wird er schon genug mitbekommen, auch in den Kaffeepausengesprächen. Und damit ist das Ziel der BReg sicher erreicht.

  • Clausewitz   |   29. August 2014 - 8:04

    @TBR: auch von mir danke für die sachliche Einordnung.
    Dass ein Chef des Stabes keine Truppen kommandiert sollte ohnehin klar sein, sonst bräuchten wir ja keine Kommandeure mehr.
    Er führt den Stab, koordiniert die Stabsarbeit und bereitet dem Kommandeur so Sachverhalte zur Entscheidung auf – und wer General Laubenthal kennt, der weiß, dass er das sehr gut machen wird. Er kann aufgrund seiner Art auch ohne dierekte Disziplinarbefügnis einen Stab formen und wird sich dort definitiv auswirken. Außerdem muss er viele Dokumente sehen, da der Stab sonst nicht funtionieren würde, außer es würde eine Parallelstruktur aufgbaut, aber dafür gibt es keine Anhaltspunkte.Von daher sehe auch ich diesen Schritt nicht nur als symbolischen Akt sondern vielmehr als bemerkenswertes Vorgehen.

  • klabautermann   |   29. August 2014 - 9:04

    USAREUR ist kein operatives HQ, es ist eher eine Art Amt im Sinne eines Stationierungs- und Einsatz-Unterstützungskommando. Da kann man einen deutschen General ganz gut gebrauchen als Schnittstelle zu deutschen Behörden und zur Bundeswehr. Und wenn er sich nicht um US nationale „Gas-, Wasser-, Schei…°-Angelegenheiten kümmern muß, dann hat er den Kopf frei, um den Stab effizient organisieren und führen zu können.

  • kerveros   |   29. August 2014 - 10:34

    Jenseits aller Kritik ist es zumindest ein symbolisches Zeichen Guten Willens und in Anbetracht der wachsenden Diskrepanz zwischen schwindenden Personalaustausch im Frieden und der Internationalisierung der Einsätze dringend nötig. Warten wir einfach ab, was dabei herauskommt und urteilen später.

  • J.H.F.   |   29. August 2014 - 11:08

    @ Clausewitz @klabautermann
    Ihre Kommentare treffen den Kern, ansonsten hätte ich jetzt kommentiert. Danke!
    Die Diskussion sollte hier enden.

  • leGé   |   29. August 2014 - 11:10

    Hallo,

    am 31. Juli wurde eine Rahmenabkommen unterzeichnet das die Bedingungen für deutsches Personal regelt das in der US Army eingesetzt wird.
    (http://www.bmvg.de/portal/a/bmvg/!ut/p/c4/NYvBCsIwEET_aDeBIurN0ouCoF603tI2hJVuUtZNvfjxJgdn4B3mMfjE0uhWCk4pRTfjA_uR9sMHBl4DvFKWsgJTpLd6ocx4r5_Jw5ii10r1UakwiNMksCTRuZosUgzQhL2xXWus-cd-d-fT9nrZNE13bG-4MB9-sj8Q9w!!/ )
    Bisher habe ich da noch nichts zu veröffentlicht gesehen. Mich würde interessieren, was dort alles drinsteht.
    Hat das jemand hier zur Hand?

    Gruß LeGé

  • Voodoo   |   29. August 2014 - 11:14

    @ Clausewitz

    Über Ihren Halbsatz mit den Kommandeuren musste ich herzlich lachen; pflegt er doch ein bisschen das Bild vom „Alten“, der bedächtig neben der Lagekarte sitzt, seine Pfeife stopft und sich nur erhebt, wenn es die Lage erzwingt.

    Spätestens ein Blick aufs DAK 1941 zeigt aber, dass der Chef des Stabes sehr wohl einmal Truppen führt, nämlich dann, wenn der „Alte“ mal wieder auf der Beweglichen sitzt und die unterstellten Gefechtsstände schikaniert. Deckt sich übrigens nahtlos mit meinen eigenen Erfahrungen aus den gepanzerten Kampftruppen.

    Aber der klaubautermann hat es ja präzisiert; das ist mehr ein Posten im Amt. Dann mal Gut Holz!

  • MikeMolto   |   29. August 2014 - 12:54

    @ J.H.F. | 29. August 2014 – 11:08

    quote ‚Die Diskussion sollte hier enden. uquote

    Zu dem thread selber habe ich nichts mehr zu sagen, aber die o.a. Aufforderung kommt mir aus dem dienstlichen Bereich sehr bekannt vor.
    Maulkoerbe gab und gibt es in der Bw bereits genug!

  • Freiherr von Schill   |   29. August 2014 - 15:03

    Wenigstens hat er EK, ist nicht adipös und trägt keine bunten Abzeichen.

    Gruß
    FvS

  • Roman   |   29. August 2014 - 20:13

    @ Freiherr

    Auch die anderen Bilder bei Flicker gesehen? Im Halbprofil ist er auch nicht mehr der schlankeste. Zudem ist sein Feldanzug, naja, nennen wir es „im semioptimalen Zustand“. Aber das ist ja schon ehe eine deutsche Macke, möglichst verwaschene und nicht zueinander passende Teile zu tragen.

  • Patrick Horstmann   |   29. August 2014 - 21:44

    @ Freiherr von Schill | 29. August 2014 – 15:03
    @ Roman | 29. August 2014 – 20:13

    Bemerkenswert, wie messerscharf Sie die notwendigen Kernkompetenzen eines Chef des Stabes herausarbeiten (grins).

  • Freiherr von Schill   |   29. August 2014 - 23:00

    I.d.R. lassen diese vermeintlichen Kleinigkeiten Rückschlüße auf andere Fähigkeiten zu. Gruß FvS

  • Patrick Horstmann   |   30. August 2014 - 1:00

    Das wird jetzt ein wenig OT, aber ich habe ausreichend durchtrainierte Pappnasen mit (nicht nur) einem EK-Abzeichen und perfekter Uniform kennengelernt. Vielleicht bin ich deshalb ja ein wenig voreingenommen um ihr „in der Regel“ gegenzeichnen zu können.